Dr. Allwissend, warum lieben alle Apple?
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Mittwoch, 04. Juni 2014 von


Dr. Allwissend, warum lieben alle Apple?
WARUM ALLE APPLE LIEBEN

Guten Morgen, Allwissende, 
ein wirklich weit verbreitetes Phänomen ist es ja nicht nur in unseren Breitengraden und unter englischsprachigen Vegetariern, dass wirklich absolut jeder Apple mag. Niemand käme auf die Idee, eine so wunderbare Firma wie Apple zu kritisieren. 
Na gut, fast niemand. 

Aber selbst der Vorwurf, Apple sei völlig überteuerter Mist, wird routiniert abgebügelt: Apple investiere einfach viel Zeit und Geld in Entwicklung und Design und bietet seinen Kunden deshalb immer ein bestmögliches Nutzererlebnis, während viele andere Hersteller einfach nur möglichst billig irgendwelche Komponenten zusammenschrauben, um sich gegenseitig im Preis zu unterbieten.  

Und auch wenn Nörgler vorrechnen, dass Apple vor allem viel Geld in geschicktes Marketing und Werbung investiert, die dem Kunden vorgaukeln, er würde mit Apple-Produkten jung, hip und individualistisch rüberkommen: 80 Prozent der Apple-Kunden sind überzeugt davon und glücklich damit, in Wahrheit kein Elektronikprodukt zu kaufen, sondern ein Lebensgefühl. 

Wahr ist auch, dass Apple seine Geräte in chinesischen Fabriken herstellen lässt, in denen Arbeiter zu Niedrigstlöhnen unter katastrophalen Arbeitsbedingungen schuften müssen – genauso wie alle anderen Elektronikhersteller auch. Die große Schattenseite unserer geliebten elektronischen Lebensbegleiter. 

Aber die spannendste Frage ist doch eigentlich: Warum gibt es so viele Menschen, die Apple-Produkte entweder abgöttisch lieben oder abgrundtief hassen? Warum würden die einen am liebsten zur Kalaschnikow greifen, wenn sie schon wieder so einen Kack-Möchtegern-Hipster in einem Starbuck’s mit seinem MacBook und seinem iPhone superwichtig rumhantieren sehen, während die anderen in derselben Situation noch schnell einen Schluck von ihrem »Double Decaf Vanilla Ice Shake-shake the Room« nehmen, bevor sie in ihr iPhone trällern ( und zwar so laut, dass es jeder hören muss ): »Ja, ich rufe dich gerade mit meinem iPhone an und wollte dir nur kurz sagen, dass ich mit meinem MacBook gerade auf Facebook poste, dass ich dich gerade mit meinem iPhone anrufe. Soll ich dir nachher noch ein Foto davon schicken?«

Warum werden viele Leute dabei immer so emotional, obwohl es doch eigentlich nur um Telefone  und Computer geht? Nun, das liegt vermutlich daran, dass diese Menschen in den Produkten und Marken, die sie kaufen, nicht mehr nur einfache Gebrauchsgegenstände sehen. Die Produkte bilden für sie einen Teil ihrer persönlichen Identität, es sind Ausdrucksmöglichkeiten wie modische Trends bei Klamotten oder Frisuren. Die Werbung weiß die ständige Suche der Menschen nach Sinn und Identität zu nutzen und verknüpft die Produkte, die sie verkaufen will, mit einem Image oder einem Lebensgefühl. Wer einen Audi fährt, ist wohlhabend und erfolgreich, wer Xbox spielt, ist mehr Core-Gamer als andere, und Apple-User sind halt individualistisch, hip und irgendwie was Besonderes. So fangen die Leute an, eine persönliche Identität in ihren Konsumobjekten zu finden, und defi nieren sich selbst als Audi-Fahrer, Xbox-Spieler oder Apple-User. Ob nun wegen oder trotz Werbung, ist im Grunde egal. 

Wenn nun jemand Apple kritisiert, dann ist das für den Apple-Fan mehr als nur eine Kritik an einer Firma, er fühlt sich in seiner persönlichen Identität kritisiert. Deshalb reagiert er emotional und fängt an, Apple zu verteidigen, obwohl er mit der Firma ja eigentlich gar nichts zu tun hat. Und gerade bei teuren Produkten kommt gerne schnell das Totschlagargument Neid. 

Der Witz dabei ist, dass der Apple-Hasser auch nur auf genau denselben Werbetrick hereinfällt wie der Apple-Fanboy, nur dass er bei ihm eine andere Wirkung hat. Denn der Apple-Hasser hasst ja das iPhone nicht als Telefon. Wie könnte man auch ein Telefon hassen. Er hasst das Image, das mit ihm verknüpft ist. Er hasst dieses super-hippe, ach, so besondere Ich-bin-was-Besseres-als-du-Lebensgefühl, das wir mit dem iPhone verbinden. Aber dieses Lebensgefühl ist eben nicht echt, sondern nur eine Erfindung von Apple – die wahrscheinlich beste Erfindung, die Apple je gemacht hat. 

Streitet euch also nicht über Mac vs. PC oder Xbox vs. PlayStation, Android vs. iOS und so weiter. Das sind alles nur Gebrauchsgegenstände und keine heiligen Marken, die man anbeten muss. Baut lieber einen Tempel für Doktor Allwissend, und schenkt mir das neue iPhone, das wäre wesentlich vernünftiger …


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Wie man in peinlichen Situationen abtaucht

 

 

Guten Morgen, Allwissende,

nun, ich gehe mal davon aus, dass jeder von uns, der irgendwann einmal das Vergnügen hatte, im Teenageralter zu sein beziehungsweise gerade mittendrin steckt, dieses Gefühl nur zu gut kennt: ­Alles könnte so viel einfacher sein, wären nur ausgerechnet die eigenen Eltern nicht immer so furchtbar peinlich. Zum Beispiel, indem sie es wagen, in aller Öffentlichkeit mit einem zu reden. Geht’s noch ?

Bevor wir das unumgängliche Elternphänomen betrachten, den Klassiker in der Kategorie »Fremdschämen«, nähern wir uns dem Gefühl der Peinlichkeit zunächst einmal ganz allgemein. Abgeleitet von der Pein ( von lateinisch poena für Strafe, Schmerz, Qual ), beschreibt Peinlichkeit heute zumeist eine Situa­tion, die einem weniger physisch als vielmehr psychisch Schmerzen bereitet. Und es hat ja auch in der Tat etwas von chinesischer Wasserfolter, wenn man zum Beispiel beim Abwasch heimlich Justin-Bieber-Lieder in die Spülbürste trällert und dabei leider nicht so heimlich ist, wie man denkt, und dann wie der letzte Depp vor seinen Mitmenschen steht. Ist mir zum Glück noch nie passiert so was. In das Thema musste ich mich wirklich erst wochenlang einlesen ( ist mir fast peinlich, das zuzugeben – aber natürlich nur fast ).

Mir war auch als Teenager nie irgendetwas peinlich, obwohl man ja landauf, landab davon hört, dass das in diesem Alter vollkommen normal sei. Teenagern ist es manchmal ja schon peinlich, dass sie überhaupt existieren – kein Wunder, wenn die Pubertät die Hormone und den ganzen Rest des Körpers derart Samba tanzen lässt, dass man nicht einmal etwas dabei empfindet, Justin-Bieber-Lieder in eine Spülbürste zu trällern.

Wie dem auch sei, ob man sich nun durch einen die eigene Unkenntnis entlarvenden Diskussionsbeitrag ( »Wenn Goethe das kommunistische Mani­fest damals nicht geschrieben hätte, wäre Willy Brandt auch nie auf die Idee gekommen eine Mauer zu bauen« ) oder durch das Treten in das berühmte Fettnäpfchen ( »Tolle Hochzeit, sind Sie auch verheiratet ?« – »Frisch geschieden.« – »Ups.« ) in eine peinliche Situation manövriert, man würde sich am liebsten sofort in Luft auflösen. Vorausgesetzt, man empfindet den Vorfall überhaupt als peinlich. Und das hat ganz entscheidend mit unseren Denkmustern, Einstellungen und gelernten Verhaltensweisen zu tun, passiert am Ende also zu großen Teilen zwischen unseren Ohren.

Oder eben nicht. Und falls nicht, entsteht maximal das Gefühl »Warum schauen die anderen mich so blöde an, hab ich was verpasst ?«, das dieser Typ Mensch in aller Regel, kaum dass er es denkt, auch schon wieder achselzuckend ignoriert.

In peinliche Situationen zu geraten ist also gar nicht so schlimm. Eigentlich ist es sogar ganz gut, wenn wir hin und wieder dieses unangenehme Gefühl empfinden, weil es uns in unseren sozialen Beziehungen wachhält. Bedenklich wird es nur, wenn es uns nicht nur wachhält, sondern schlaflose Nächte bereitet, weil wir immer wieder daran denken müssen, wie wir der Braut unseres besten Freundes kurz vor der Trauung ein Glas Rotwein über das ( ursprünglich ) weiße Kleid gekippt haben. Na, das war aber auch dermaßen peinlich, dafür kann man schon mal mit einer schlaflosen Nacht bezahlen – aber ein Dauerzustand sollte das natürlich nicht werden, sonst wird man krank. Manche Menschen neigen allerdings tatsächlich dazu, sich ihr Leben lang immer wieder an peinliche Momente zu erinnern, ohne dass sie deshalb krank wären. Wie gesagt, ich musste mich erst einlesen.

Eine peinliche Situation entsteht also immer erst dann, wenn man selbst das Gefühl bekommt, dass die anderen um einen herum denken, dass man sich irgendwie sozial unangemessen verhält. Dazu muss man natürlich in der Lage sein, sich in die anderen hineinzuversetzen und seine eigene Situation aus ihrer Perspektive zu betrachten. Eine Möglichkeit, Peinlichkeiten zu umgehen, ist es also, die Fähigkeit der Perspektivübernahme bewusst abzutrainieren, um dann zu diesen Leuten zu gehören, denen absolut nichts peinlich ist. Wer schon mal während einer Zugfahrt brüllend laute Telefonate zur Hälfte mithören musste, der weiß, dass das gar nicht so wenige Zugfahrer betrifft, wie man hoffen würde. Wie kann man nur so schmerzfrei und/oder abgestumpft sein – oder hören die alle nur schlecht ?

Oder aber man versucht, die anderen davon zu überzeugen, dass das sozial unangebrachte Verhalten gar nicht so sozial unangebracht ist, zum Beispiel so: »Was denn ? Zu Luthers Zeiten war Rülpsen und Furzen noch ein Zeichen der Höflichkeit. Ich will damit nur ausdrücken, dass es mir geschmeckt hat. Sehr gut sogar, wie man unschwer hören konnte, oder ?«

Kommen wir noch einmal zum Fremdschämen und den eigenen Eltern. Im Teenageralter gibt es einfach nichts Peinlicheres als die eigenen » Erzeuger «, und dabei ist es vollkommen egal, was sie anstellen, es ist einem eigentlich alles peinlich. Immer. Dass Eltern peinlich sind, liegt also weniger an den Eltern als vielmehr an den Kindern. Na ja, und manchmal auch ein bisschen an den Eltern, wenn man ehrlich ist.

Nun ist es ja wissenschaftlich erwiesen, dass das Gehirn eines Teenagers noch nicht vollständig entwickelt ist. Das lässt sich auch auf meinem YouTube-Kanal immer wieder feststellen, aber wir wollen uns an dieser Stelle nicht über Teenager lustig machen. ( Okay, ein bisschen vielleicht. Ich hab’s den Eltern versprochen. ) Na ja, so wie das Gehirn bei Teenagern noch nicht vollständig entwickelt ist, ist auch die Persönlichkeit noch nicht vollständig entwickelt. Menschen in diesem Alter sind einfach » noch nicht ganz fertig «. Sie bilden sich aber ein, sie wären es, was wahrscheinlich damit zu tun hat, dass ihr Gehirn noch nicht voll entwickelt ist. Sie glauben also, sie wären vollkommen selbstständige und unabhängige Persönlichkeiten, und wollen sich deshalb von ihren Eltern loslösen, merken aber immer wieder, dass sie die Geborgenheit des Elternhauses doch noch brauchen. Das macht sie wahnsinnig. Und deshalb fangen sie an, alles, was mit ihren Eltern zu tun hat, als uncool, bescheuert und einfach nur peinlich zu empfinden.

Die gute Nachricht: Je älter man wird, desto weniger peinlich sind einem die Eltern. Und irgendwann kann man über diese ganzen Sachen lachen … spätestens so ab Ende sechzig !

Wem das noch zu lange hin ist, der kann auch einfach versuchen, die peinliche Situation vollkommen zu leugnen ( »Wer ? Ich ? Niemals !« ) oder sich unsichtbar zu machen ( »   « ). Verdrängen ist auch super – hilft bei mir schon ein Leben lang, weshalb ich mich auch erst wochenlang in das Thema einlesen … ach, das sagte ich bereits ? Jetzt muss ich aber dringend Schluss machen, bevor die Tipps noch peinlicher werden.

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