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Honey BadgersHoney Badgers

Honey Badgers

Flammendheiß & bärenstark

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Honey Badgers — Inhalt

Stevie Stasiuk-MacKilligan hat es nicht leicht. Ihre tollkühnen Schwestern sind ständig in Gefahr, ihr Vater ist ein mordlustiger Honigdachs-Gestaltwandler und sie selbst ist ein einziges Nervenbündel. Sie braucht dringend eine Möglichkeit, um sich zu entspannen. Dabei ist es gar nicht so leicht, loszulassen, wenn an jeder Ecke Gefahren lauern und es sogar die eigenen Familienmitglieder auf einen abgesehen haben. Aber Stevie stellt fest, dass man Entspannung manchmal in den ungewöhnlichsten Momenten findet. Zum Beispiel bei dem Panda-Gestaltwandler und Bodyguard Shen Li – denn der ist genau der richtige Panda, um einer Frau, die schon viel gesehen hat, etwas Neues beizubringen.

€ 13,00 [D], € 13,40 [A]
Erschienen am 02.07.2019
Übersetzt von: Michaela Link
464 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-28201-7
€ 10,99 [D], € 10,99 [A]
Erschienen am 04.06.2019
Übersetzt von: Michaela Link
464 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99381-4

Leseprobe zu „Honey Badgers“

Prolog

„Meine Schwestern sollen kommen!“

Der General schaute auf das elfjährige Kind hinab, das ihn und seine Soldaten anschrie.

Er wusste nicht, was passiert war. Sie war zu Anfang so eine liebenswürdige Bereicherung gewesen. Ruhig. Bescheiden. Sie hatte sich nicht zur Wehr gesetzt, als sie sie abgeholt hatten. Nur ihre Schwestern. Dem seltsamen Haufen von Leuten, die in einer kleinen Häusergruppe mitten in Wisconsin wohnten, war es kaum möglich gewesen, die beiden älteren Mädchen zurückzuhalten.

Eigentlich hatten sie gar nicht wie richtige Schwestern [...]

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Prolog

„Meine Schwestern sollen kommen!“

Der General schaute auf das elfjährige Kind hinab, das ihn und seine Soldaten anschrie.

Er wusste nicht, was passiert war. Sie war zu Anfang so eine liebenswürdige Bereicherung gewesen. Ruhig. Bescheiden. Sie hatte sich nicht zur Wehr gesetzt, als sie sie abgeholt hatten. Nur ihre Schwestern. Dem seltsamen Haufen von Leuten, die in einer kleinen Häusergruppe mitten in Wisconsin wohnten, war es kaum möglich gewesen, die beiden älteren Mädchen zurückzuhalten.

Eigentlich hatten sie gar nicht wie richtige Schwestern ausgesehen. Eine war schwarz und hochgewachsen, die andere eine zierliche Asiatin mit kräftigen Schultern – er hatte angenommen, dass sie Turnerin war. Die Tochter seiner Schwester hatte auch solche Schultern und sie würde zur Sommerolympiade fahren.

Am liebsten hätte er den beiden Mädchen die Nummer eines Musterungsoffiziers gegeben. Jeder, der so unnachgiebig kämpfte, sollte eine Karriere beim Militär in Betracht ziehen.

Ihre kleine Schwester hatte sich jedoch nicht gewehrt. Sie hatte nur den Kopf gesenkt, sich einen Rucksack voller Notizbücher geschnappt und dann war sie seinen Männern nach draußen zum Wagen gefolgt. Während der ersten beiden Wochen war sie ruhig geblieben.

Dann hatte sich etwas verändert. Sie hatte sich verändert. Und zwar drastisch. Einer der Psychiater, die sie mit der Aufgabe betraut hatten, die Gefühle des Kindes zu überwachen, meinte, sie leide an „Depressionen“ und brauche Medikamente.

Zuerst hatte der General nichts von Medikamenten wissen wollen. Einem elf Jahre alten Mädchen Medikamente zu geben, war seiner Einschätzung nach völlig unangemessen, und niemand wollte schließlich die Funktionsweise des Gehirns dieses Wunderkindes beeinträchtigen. Er hatte angenommen, dass sie lediglich etwas Disziplin brauchte. Sie musste in ihm die Vaterfigur sehen, die sie nie gehabt hatte. Also war er zu ihr gegangen und hatte versucht, sie in ein Gespräch zu verwickeln.

Das hatte nicht geholfen. Sie hatte ihn bloß mit säuerlicher Miene angeschaut, bis sie – nach einer Woche, in der er sie regelmäßig besucht hatte – plötzlich ein schweres Laborinstrument aus Metall nach ihm geworfen hatte. Beinahe hätte sie ihn am Kopf erwischt, doch er war rechtzeitig in die Hocke gegangen. Dann hatte sie zu schreien begonnen: „Meine Schwestern sollen kommen!“, und seither hatte sie nicht mehr damit aufgehört.

Ganz gleich, was sie zu ihr sagten oder womit sie sie zu bestechen versuchten, sie wollte es nicht hören. Sie wollte, dass ihre Schwestern kamen, und das anscheinend sofort.

Trotz seiner besten Absichten hatte er dem Psychiater schließlich nachgegeben und sich von seinen Vorgesetzten die Zustimmung geholt, dem Mädchen Medikamente zu verabreichen.

Vor dem Labor wartete in diesem Moment medizinisches Personal mit einer Spritze mit dem Medikament, das sie ausgewählt hatten, weil das Fräulein ihnen seine Tabletten ins Gesicht spuckte, wenn sie versuchten, sie dazu zu zwingen, diese einzunehmen.

Der General versuchte es noch einmal: »Also, Miss Stasiuk …«

Sie schlug mit der Hand auf die Granittheke. „MacKilligan. Ich bin eine MacKilligan!“, schrie sie. „Und meine Schwestern sollen kommen!“

„Ich habe es versucht“, sagte er zu ihr, bevor er einen Schritt nach hinten machte. „Schwester?“

Die Privatkrankenschwester des Psychiaters kam mit einem Edelstahltablett herein, auf dem eine aufgezogene Spritze lag.

Sobald das Kind die Spritze sah, bekam es richtig Angst. Seine Augen weiteten sich und es wich zurück, bis es gegen den Labortisch hinter sich stieß.

„Bleiben Sie weg von mir“, wimmerte das Mädchen. „Bleiben Sie weg von mir.“

»Es ist alles gut, Miss Sta… ähm … MacKilligan«, redete er besänftigend auf sie ein. „Wir wollen nur, dass Sie sich besser fühlen. Habe ich recht, Schwester?“

Die Krankenschwester nickte und trat vor. „So ist es.“

Das Mädchen starrte die Krankenschwester eindringlich an, bevor sie sie unvermittelt beschuldigte: „Sie versuchen, mich umzubringen.“

Die Feststellung wurde ruhig, aber so entschieden vorgebracht, dass alle im Raum erstarrten und sie ansahen.

„Was?“, fragte der General.

„Sie versuchen, mich umzubringen“, wiederholte sie.

Der General blinzelte schockiert. »Natürlich tun wir das nicht. Miss MacKilligan …«

„Sie wollen meinen Tod! Sie arbeiten für die andere Seite!“

„Welche andere Seite? Wovon redest du? Niemand versucht, dich umzubringen. Wir versuchen nur, dir zu helfen!“

Das Gesicht der kleinen Schlange war rot und sie ballte die Hände zu festen kleinen Fäusten. Alle Muskeln ihres Körpers waren angespannt, als sie kreischte: „Sie versuchen, mich uuuuuumzubringen!“

Ihre Stimme war so laut, dass es dem General vorkam, als würden die Fenster im Labor klirren, doch er war sich sicher, dass das lediglich seine Fantasie war, die unter solch seltsamen Umständen Amok lief.

„Niemand versucht, dich umzubringen!“, überschrie er das Gebrüll des Kindes. „Wir haben diesen ganzen Stützpunkt für dich gebaut. Also beruhig dich und lass dir deine Medizin geben!“

Die Krankenschwester stand jetzt neben ihm und rief mit einem Seufzen nach zwei Pflegern. Die Männer kamen herein, gingen zu dem Mädchen und versuchten, es an den Armen zu packen und festzuhalten. Jetzt sah der General den Widerstand, den er nicht gesehen hatte, als sie sie hergebracht hatten.

Wie ein wirbelnder Derwisch in Panik trat und schlug das Kind um sich, sprang von den Männern weg und schrie wild, bevor es flüchtete.

„Haltet sie fest!“, befahl die Krankenschwester, und die Pfleger jagten dem Kind durch das große Labor hinterher. Aber wann immer sie in seine Nähe kamen, duckte es sich unter ihren Beinen hindurch, sprang über ihre greifenden Hände hinweg oder warf irgendetwas nach ihnen, sodass es ihnen immer wieder entwischte.

Der General verdrehte die Augen und nickte einem seiner Männer zu. Der Soldat schloss die Tür und schnitt dem Kind den Fluchtweg ab. Der General gab zwei anderen Männern ein Zeichen.

Mit präzisen Bewegungen näherten die Soldaten sich dem Mädchen. Einer riss das Kind hoch und drückte es sich mit dem Rücken an die Brust.

„Wenn Sie so freundlich wären“, forderte der General die Krankenschwester auf.

Sie stellte das Tablett auf einen Labortisch und zog die Kappe von der Injektionsnadel. Dann ging sie auf das Kind zu.

Zappelnd und schreiend tat das Mädchen sein Bestes, sich gegen den Mann zu wehren, der es umklammerte, während ein anderer Soldat ihm den den Arm festhielt. Doch die ausgebildeten Männer bezähmten das Mädchen mühelos, ohne ihm Schaden zuzufügen.

Dankbar, dass dieses Desaster fast vorüber war, stieß der General den Atem aus und ließ den Blick durch den Raum wandern. In diesem Moment wurde ein Metallgitter in der Decke von einem in einem Turnschuh steckenden Fuß weggetreten, sodass es einem Pfleger auf den Kopf krachte und ihn mit einer ernsten Kopfverletzung zu Boden gehen ließ.

Die asiatische Halbschwester des Wunderkindes sprang aus dem Schacht auf den Boden. Die andere Schwester folgte ihr. Sobald ihre Füße auf dem Boden aufkamen, packte sie den zweiten Pfleger und schleuderte ihn mit erstaunlicher Leichtigkeit quer durch den Raum, während das andere Mädchen auf den Soldaten zustürmte, der ihre Schwester festhielt. Als sie sich ihm näherte, hob sie plötzlich einen Fuß und stemmte ihn gegen den Labortisch. Sie stieß sich in Richtung des anderen Laborarbeitsplatzes ab, drückte den anderen Fuß gegen den Granit und warf sich auf den Soldaten.

Sie schlang ihren Körper um dessen Kopf, doch der Soldat ließ seine Gefangene nicht los. Der zweite Soldat ging auf die älteste Schwester zu, aber sie packte seinen ausgestreckten Arm und schwang ihn gegen den Labortisch. Dann legte sie ihm einen Arm um den Hals und drückte ihn mit dem Gesicht nach unten auf den Tisch. Sie hob ein Bein, trat kräftig gegen den Unterschenkel des Soldaten und brach ihm das Knie. Sein Schrei hallte durch den Raum.

Der General seufzte verärgert. Wenn dieser Auftrag abgewickelt war, hatte er sich eine Medaille verdient. Denn das hier war verdammt noch mal lächerlich!

Der Soldat weiter vorn im Raum riss die Tür auf und schrie den Männern, die im Gang Wache standen, zu: „Ich brauche Hilfe hier drin!“ Sie kamen mit gezogenen Pistolen hereingelaufen, doch sobald sie im Raum waren, blieben sie stehen und senkten sofort ihre Waffen.

Der General wusste nicht, warum, bis er den kalten Lauf eines Revolvers an der Schläfe spürte.

„Lassen Sie meine Schwester gehen, oder ich blase diesem Hurensohn das Gehirn weg“, verlangte die Älteste gelassen und ohne Panik in der Stimme, die man bei ihrer kleinen Schwester heraushörte.

Es war ein trauriger Tag, an dem ausgebildetes Militär nicht mit drei kleinen Mädchen fertigwurde, von denen die Älteste noch keine achtzehn war.

Der Soldat, um dessen Kopf sich noch immer die mittlere Schwester gewickelt hatte, ließ das kleine Mädchen los. Stevie MacKilligan trat von ihm weg und strich sich das blonde Haar aus dem Gesicht.

Dann richtete sie ihren Blick auf die Krankenschwester, die immer noch die Spritze in der Hand hielt.

„Sie waren ja wirklich wild darauf, mir das da zu verabreichen“, sagte sie.

„Es ist nur etwas, das dir helfen soll“, beteuerte die Krankenschwester sanft und vernünftig. „Damit du ruhig bleibst.“

„Wirklich?“ Das Kind riss der Schwester die Spritze weg. „Dann versuchen Sie es doch selbst mal.“

Das psychotische kleine Miststück stellte sich auf die Zehenspitzen, rammte der Krankenschwester die Spritze in den Hals und drückte den Kolben herunter, sobald die Nadel ins Fleisch drang.

Kreischend fiel die Krankenschwester gegen den Labortisch. Der General konnte es verstehen, denn das tat mit Sicherheit weh.

Dann kreischte die Krankenschwester jedoch weiter, fiel zu Boden und rollte sich auf den Rücken, und plötzlich hatte sie Schaum vorm Mund und ihr ganzer Körper verfiel in heftige Zuckungen.

Bis sie aufhörte. Mit allem.

Bewegen, atmen … leben.

Der General schaute langsam von der toten Krankenschwester zu dem Mädchen.

Mit selbstgefälliger Miene verkündete es: „Ich hab Ihnen doch gesagt, dass sie mich umbringen wollte.“

 

Charles Taylor ignorierte die Klagen der Wölfinnen in seinem Rudel. Sie wollten, dass er die Cops rief. Das FBI. Das Weiße Haus. Irgendjemanden! „Tu etwas!“, hatten sie verlangt, um die kleine Stevie zurückzubekommen.

Aber Charles wusste es besser.

Manche Dinge mussten sich in ihrer eigenen Zeit entwickeln. Und das hier war eine dieser Zeiten.

Genau zweieinhalb Wochen, nachdem die US-Regierung auf Rudelterritorium aufgetaucht war, waren seine Enkelin und ihre Halbschwester verschwunden.

Und Charles wusste, wohin sie gegangen waren: ihre kleine Schwester zurückholen.

Seine Enkelin und ihre Halbschwestern waren nicht wie andere Kinder. Sie waren auch nicht wie die Welpen des Rudels. Also hatte er sie die Sache selbst regeln lassen, statt einzugreifen.

Während die Frauen des Rudels sich ans Telefon hängten und versuchten, an Informationen heranzukommen, hatten seine Enkelin und ihre Halbschwester sich in ihren Zimmern verbarrikadiert und waren still geworden. Sehr still.

Es war etwas so Beunruhigendes, dass Charles seinem Rudel befohlen hatte, sich zurückzuhalten. Mit dem aufzuhören, was sie gerade taten, was immer es war. Sie hatten gedacht, er hätte die Kleine aufgegeben, weil sie nicht seine leibliche Enkelin war, aber das war weit gefehlt. Er hatte einfach gelernt, dass ein Wolf sich manchmal unter den Bäumen verstecken musste, bis Gras über eine Sache gewachsen war.

So überlebte man.

Eine Limousine mit zwei Militärfahrzeugen davor und dahinter bog in seine Straße ein.

Er saß auf der Veranda und schnitzte gerade ein kleines Einhorn aus einem Holzklotz, den er im Garten gefunden hatte. Er rührte sich nicht von der Stelle, bis die Limousine vor seinem Haus anhielt.

Er stand auf und klopfte sich die Holzspäne von der Jeans und dem Jimi-Hendrix-T-Shirt.

Die Tür der Limousine wurde geöffnet und seine Enkelin stieg aus. Sie hatte so große Ähnlichkeit mit ihrer Mutter, dass ihm das Herz wehtat, aber das erzählte er ihr nicht. Sie hatte schon genug Sorgen.

Das mittlere Mädchen folgte. Sie hatte eine blutige Nase und ein blaues Auge. Vielleicht hatte sie es sich zugezogen, als sie mit ein paar Militärtypen in eine Rauferei geraten war, doch irgendetwas sagte Charles, dass sie es von ihrer älteren Schwester hatte. Dieser kleine Honigdachs bedeutete nichts als Ärger und war sehr schwer zu kontrollieren.

Und dann kam endlich die Jüngste. Sie hatte ihren großen Rucksack auf den Schultern und musste rennen, um mit ihren größeren Schwestern Schritt zu halten.

„Pop“, sagte seine Enkelin, als sie vorbeiging.

„Pop-Pop“, sagte die kleine Asiatin.

„Hallo Großvater“, sagte die Jüngste.

„Willkommen zurück.“

Sie hielt inne, um ihn anzulächeln, und er erwiderte ihr Lächeln. Sie hatte einmal geweint, als er ihr Lächeln nicht erwidert hatte, daher lächelte er immer zurück. Wirklich immer.

Er drückte ihr das Einhorn in die Hand und sie grinste. „Wunderschön“, murmelte sie und studierte es, bevor sie im Haus verschwand.

Noch bevor er sich wieder umdrehte, wusste er, dass zehn Schritte von ihm entfernt ein Wolf stand.

Charles ließ sich Zeit und schaute über seine Schulter, bis er jemandem in die Augen sah, der ein Van Holtz sein musste. Nur ein alter Van Holtz, aber Charles’ Rudel hatte die Van-Holtz-Wölfe immer gemieden.

„Was?“, fragte Charles.

„Edgar Van Holtz.“

„Das interessiert mich nicht.“

Er feixte. „Sollte es aber. Ich bin der Grund, warum deine Enkelin und ihre Schwester wieder bei deinem Rudel sind und nicht in irgendeinem Armeestützpunkt in strengem Gewahrsam. Sie haben einigen Schaden angerichtet. Viele Leute finden, dass zumindest gegen die Älteste Anklage erhoben werden sollte.“

Jetzt feixte Charles. „Bitte. Als könnten die eine von ihnen festhalten.“

Van Holtz nickte grinsend. „Gutes Argument.“ Er schaute zu der Tür, hinter der die drei Mädchen verschwunden waren. »Mein Vorschlag …«

„Um den ich nicht gebeten habe.“

„Du kriegst ihn trotzdem. Lass die Kleinste an die Öffentlichkeit gehen. Wie damals, als sie noch auf Musik stand. Aber jetzt auf naturwissenschaftlichem Gebiet.“ Er reichte Charles einen Ordner. „Gib den hier der Ältesten. Bring Stevie dazu, sich für diese naturwissenschaftlichen Wettbewerbe und speziellen Stipendien einzuschreiben. Das wird ihren Namen bekannt machen.“

„Und was bewirken? Dass sie zu einer noch größeren Zielscheibe wird?“

„Unsere Regierung ist nicht in der Lage, sie sich einfach zu schnappen, ohne dass jeder Nachrichtendienst des Universums sich ihnen an die Fersen heftet und sich fragt, was aus Stevie MacKilligan geworden ist. Und andere Regierungen werden es mit den USA zu tun bekommen, wenn sie versuchen, sie sich noch einmal zu greifen.“

„Noch einmal?“

„Als man herausfand, dass sie auf dem Stützpunkt zu gut bewacht wurde, haben ausländische Interessen Agenten hingeschickt, um sie zu erledigen.“

Charles’ zorniges Stirnrunzeln war so grimmig, dass Van Holtz die Hände hob. „Immer mit der Ruhe. Das wurde geregelt.“

„Von euch? Oder von meinen Mädchen?“

Dieses Feixen. „Viel Glück, Provinzwolf“, wünschte ihm Van Holtz und kehrte zu seiner Limo zurück. „Bei den drei Mädchen wirst du es brauchen.“

Charles grinste höhnisch angesichts des maßgeschneiderten Anzugs, der an dem Mann herunterhing. Er hasste snobistische Wölfe.

Seine älteste Enkelin kam aus dem Haus, trat neben ihn und sie sahen zu, wie die Wagen abfuhren.

„Geht es allen gut?“, fragte er.

„Jepp.“

Er reichte ihr den Ordner mit den Informationen, den der Wolf für sie dagelassen hatte.

„Was ist das?“, fragte sie.

„Wettbewerbe, Stipendien, solche Sachen. Du musst deine Schwester dazu bringen, da mitzumachen.“

„Wegen des Geldes?“

„Für ihre Sicherheit. Damit ihr Name da draußen bekannt wird. Damit sie bekannt wird. Wir wollen nicht, dass irgendjemand das noch einmal tut.“

Seine Enkelin nickte. „Ich werde mich darum kümmern.“

Das wusste er. Sie kümmerte sich immer um alles. Die Last der Welt ruhte auf ihren Schultern.

„Hör mal“, sagte er und drehte sich zu ihr um, sodass sie einander gegenüberstanden. „Tu, was immer du tun musst, um deine Schwester zu beschützen. Ich gebe dir volle Rückendeckung.“

»Das weiß ich. Ich bin nur …«

Die Schreie geschwisterlicher Zwistigkeiten drangen aus dem Inneren des Hauses und seine älteste Enkelin schloss die Augen und stieß einen mächtigen Seufzer aus. Sie hasste es, wenn ihre Schwestern sich stritten, aber Charles machte das nicht so viel aus. Es war das einzig Normale an den Dreien.

Sie drehte sich um, um ins Haus zu gehen, hielt jedoch lange genug inne, um sich auf die Zehenspitzen zu stellen und ihn auf die Wange zu küssen.

Ohne ein Wort entfernte sie sich und er wandte sich wieder dem Garten zu und starrte geradeaus. Er hörte, wie die vordere Fliegengittertür geöffnet wurde, dann blaffte seine älteste Enkelin: »Max! Mach sofort den Knoten aus Stevies Zunge! Es ist mir egal, was sie zu dir gesagt hat – hey! Das bedeutet nicht, dass du sie an der Kehle packen sollst! Lass sofort Stevies Hals los. In dieser Sekunde, oder ich schwöre bei allem, was heilig ist …«

Charles lächelte. Obwohl er wusste, dass er das nicht tun sollte. Er sollte ihr Verhalten nicht gutheißen, aber wie konnte er das nicht niedlich finden?

Über G. A. Aiken

Biografie

G. A. Aiken ist New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie lebt an der Westküste der USA und genießt dort das sonnige Wetter, das gute Essen und die Aussicht auf attraktive Strandbesucher. Ihre erfolgreichen Erotic-Fantasy-Reihen um die Drachenwandler, „Lions“, „Honey Badgers“, „Wolf Diaries“ und »Call...

Kommentare zum Buch
Die Honigdachse treiben wieder ihr Unwesen
Ascora am 06.07.2019

Es handelt sich um den zweiten Band der Honigdachs-Serie von G.A. Aiken. Der Honigdachs gilt im Tierreich als ausgesprochen aggressiv und furchtlos und schlägt selbst deutlich größere und stärkere Raubtieren wie Raubkatzen oder Bären in die Flucht. Mit dieser Tierrasse erschuf G.A. Aiken sehr ungewöhnliche Gestaltwandler, vor allem wenn sie, wie in diesem Fall auch noch Hybride – sprich Mischlinge sind. Dieser Band setzt die Geschichte der drei MacKilligan-Schwestern fort: Charlie ein Honigdachs-Wolf- Mischling (die Hauptprotagonistin von Honigsüß & Bitterböse), Max einem reinen Honigdachs und eben Stevie, ein Honigdachs-Tiger-Mischling, alle drei auf ihre ganz besondere Weise ungewöhnlich, durchgeknallt und dennoch faszinierend. Stevie, ist anders, paranoid, depressiv, manisch, schreckhaft, ängstlich und ein Genie in Naturwissenschaften und Musik. Und sie ist gefährlich, noch mehr wenn sie ihre tierische Form annimmt. Da sie und ihre Schwestern sich in New York und bei den Bären wohl fühlen, versucht sich Stevie zusammen zu reißen und ihre Hybrid-Seite unter Kontrolle zu halten und ihre Ängste zu bekämpfen, was gar nicht so einfach ist. Ein Ruhepol in ihrem Leben bildet der Große Panda Gestaltwandler Shen, der schnell mehr für sie wird als ein Bodyguard. Auch mit den niedlichen Pandabären wählt Aiken eine ungewöhnliche Rasse für ihre Gestaltwandler, aber einen gelungenen Gegenpart zu den Honigdachsen. Der Schreibstil ist äußerst mitreißend und flüssig. Die Ereignisse folgen so schnell aufeinander, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Da die verschiedenen Charaktere und vor allem ihre Wandler spezifischen Eigenheiten bereits aus dem ersten Teil bekannt sind, findet man sich schnell in die Geschichte ein – ich würde aber unbedingt empfehlen den ersten Teil auch zuerst zu lesen. Gerade das Zusammenspiel der drei tollkühnen, verrückten und doch wie Pech und Schwefel zusammenhaltenden Schwestern und das Aufeinandertreffen der unterschiedlichsten Rassen sorgt für einige dramatische und echt witzige Szenen. Auch die natürlichen Vorlieben und Abneigungen der jeweiligen Tierrassen der Wandler werden berücksichtigt und sorgen für Konfliktpotential, ebenso wie der gesamte Clan der Honigdachse, die alle zu einer Beerdigung zusammen kommen. In sich ist die Geschichte von Stevie und Shen abgeschlossen, ich persönlich bin aber schon sehr gespannt wie es mit Max weitergeht und ob dann alle Probleme der Schwestern aus dem Weg geräumt werden.   Eine sehr gelungene Fortsetzung mit einer spannenden und sexy Story aus der Welt der doch sehr ungewöhnlichen Gestaltwandler, mit äußerst amüsanten und wirklich lustigen Szenen.

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