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CaravalCaravalCaraval

Caraval

Roman

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Caraval — Inhalt

Scarlett Dragna fürchtet sich vor ihrem Vater, dem grausamen Governor der Insel Trisda. Sie träumt davon, ihrem Dasein zu entfliehen und Caraval zu besuchen, wo ein verzaubertes Spiel stattfindet. Doch ihr Wunsch erscheint unerreichbar – bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zu Caraval ermöglichen. Aber ist Caraval wirklich das, was Scarlett sich erhofft hat? Sobald das Spiel beginnt, kommen Scarlett Zweifel. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte und verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt ...

Erschienen am 20.03.2017
Übersetzer: Diana Bürgel
400 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-492-70416-8
Erscheint am 01.06.2018
Übersetzer: Diana Bürgel
400 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-28167-6
Erschienen am 07.03.2017
Übersetzer: Diana Bürgel
400 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-96578-1

Leseprobe zu »Caraval«

1. Kapitel

 

Es dauerte sieben Jahre, bis sie den richtigen Brief schrieb.

50. Jahr, Elantinische Dynastie

Lieber Mister Caraval-Master,
ich heiße Scarlett, aber ich schreibe diesen Brief für meine Schwester Tella. Sie hat bald Geburtstag und sie möchte Euch und Eure wunderbaren ­Caraval-Darsteller so gerne sehen. Ihr Geburtstag ist der siebenunddreißigste Tag der Wachstums­jahreszeit, und es wäre der allerschönste aller Geburts­tage, wenn Ihr kommen könntet.
Sehr hoffnungsvoll
Scarlett von der Eroberten Insel Trisda

 


51. Jahr, Elantinische Dynastie

Lieber [...]

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1. Kapitel

 

Es dauerte sieben Jahre, bis sie den richtigen Brief schrieb.

50. Jahr, Elantinische Dynastie

Lieber Mister Caraval-Master,
ich heiße Scarlett, aber ich schreibe diesen Brief für meine Schwester Tella. Sie hat bald Geburtstag und sie möchte Euch und Eure wunderbaren ­Caraval-Darsteller so gerne sehen. Ihr Geburtstag ist der siebenunddreißigste Tag der Wachstums­jahreszeit, und es wäre der allerschönste aller Geburts­tage, wenn Ihr kommen könntet.
Sehr hoffnungsvoll
Scarlett von der Eroberten Insel Trisda

 


51. Jahr, Elantinische Dynastie

Lieber Mister Caraval-Master,
ich bin es wieder, Scarlett. Habt Ihr meinen ­letzten Brief bekommen ? Meine Schwester sagt, dass sie dieses Jahr schon zu alt zum Geburtstagfeiern ist, aber ich glaube, sie ist nur traurig, weil Ihr nicht nach Trisda gekommen seid. In dieser Wachstumsjahreszeit wird sie zehn und ich werde elf. Sie gibt es nicht zu, aber sie würde Euch und Eure wunderbaren Caraval-Darsteller immer noch gerne sehen.
Sehr hoffnungsvoll
Scarlett von der Eroberten Insel Trisda

 


52. Jahr, Elantinische Dynastie

Lieber Caraval-Master Legend,
es tut mir leid, dass ich Euren Namen in meinen anderen Briefen falsch geschrieben habe. Ich
hoffe, das ist nicht der Grund, warum Ihr nicht nach Trisda gekommen seid. Ich wollte Eure ­fantastischen Caraval-Darsteller nicht nur wegen des Geburtstags meiner Schwester hierherholen,
ich würde sie auch sehr gerne sehen.
Es tut mir leid, dass dieser Brief so kurz ist. Mein Vater wird sauer, wenn er mich dabei erwischt, wie ich Euch schreibe.
Sehr hoffnungsvoll
Scarlett von der Eroberten Insel Trisda

 


52. Jahr, Elantinische Dynastie

Lieber Caraval-Master Legend,
ich habe es gerade erst gehört und ich wollte
Euch mein Beileid aussprechen. Ich weiß, dass Ihr
kein Mörder seid, auch wenn Ihr nie auf einen meiner Briefe geantwortet habt oder nach Trisda gekommen seid. Ich bin sehr traurig darüber, dass Ihr eine Weile nicht auf Reisen gehen werdet.
Mit den freundlichsten Grüßen
Scarlett von der Eroberten Insel Trisda


55. Jahr, Elantinische Dynastie

Lieber Master Legend,
erinnert Ihr Euch noch an mich ? Scarlett von
der Eroberten Insel Trisda ? Ich weiß, es ist schon ein paar Jahre her, seit ich Euch das letzte Mal ­geschrieben habe. Wie ich höre, tretet Ihr mit ­Euren Darstellern wieder auf. Meine Schwester ­erzählte mir, dass Ihr niemals zweimal zum
selben Ort reist, doch seit Eurem Besuch vor ­fünfzig Jahren hat sich hier viel verändert, und ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass es ­jemanden gibt, der Eure Vorstellung noch lieber ­sehen möchte als ich.

Sehr hoffnungsvoll
Scarlett

 

56. Jahr, Elantinische Dynastie

Lieber Master Legend,
ich habe gehört, dass Ihr letztes Jahr das Südreich besucht und dem Himmel eine andere Farbe ge­geben habt. Ist das wahr ? Meine Schwester und
ich haben sogar versucht, zu Eurem Auftritt zu kommen, aber wir dürfen Trisda nicht verlassen. Manchmal glaube ich, dass ich nie über die Er­oberten Inseln hinauskommen werde. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mir so sehr wünsche, dass Ihr mit Euren Darstellern hierherkommt. Wahrscheinlich ist es zwecklos, Euch noch einmal darum zu bitten, aber ich hoffe trotzdem, dass Ihr einen Besuch hier vielleicht in Erwägung zieht.
Sehr hoffnungsvoll
Scarlett von der Eroberten Insel Trisda

 


57. Jahr, Elantinische Dynastie

Lieber Master Legend,
dies hier ist mein letzter Brief. Ich werde bald ­heiraten, also ist es vermutlich das Beste, wenn Ihr mit Euren Darstellern dieses Jahr nicht nach Trisda kommt.
Scarlett Dragna

 


57. Jahr, Elantinische Dynastie

Liebe Scarlett Dragna von der Eroberten Insel Trisda,
herzlichen Glückwunsch zu Eurer baldigen Hochzeit. Es tut mir leid, dass ich meine Darsteller nicht nach Trisda bringen kann. Wir werden ­dieses Jahr nicht reisen. Unsere nächste ­Vorstellung findet nur für geladene Gäste
statt, aber ich würde mich freuen, Euch und ­Euren ­Verlobten kennenzulernen, wenn Ihr eine ­Möglichkeit finden könnt, Eure Insel zu ver-
lassen und zu uns zu kommen. Bitte nehmt mein ­beigefügtes Geschenk an.

Aus der Feder von Caraval-Master Legend

 

 

2. Kapitel

 

Scarletts Gefühle strahlten sogar noch bunter als sonst. Das drängende Rot glühender Kohlen. Das eifrige Grün frisch keimenden Grases. Das ungestüme Gelb der Federn eines flatternden Vogels.
Er hatte endlich zurückgeschrieben.
Sie las den Brief ein weiteres Mal. Dann noch einmal. Und noch einmal. Ihre Augen folgten jedem der scharfen Tintenstriche, jeder wächsernen Windung des Silberwappens von Caraval : eine Sonne mit einem Stern darin, in dem wiederum eine Träne zu sehen war. Dasselbe Siegel war als Wasserzeichen auf den beiliegenden Papierstücken abgebildet.
Dies hier war kein Scherz.
» Donatella ! « Scarlett eilte auf der Suche nach ihrer jüngeren Schwester die Stufen zum Fasslager hinab. Die ver­trauten Gerüche nach Melasse und Eichenholz stiegen ihr in die Nase, doch ihre verflixte Schwester war nirgends zu ­sehen.
» Tella – wo bist du ? « Öllampen tauchten die Rumflaschen und mehrere frisch gefüllte Holzfässer in bernsteinfarbenes Licht. Als sie sich zwischen den Fässern hindurchschlängelte, hörte Scarlett ein Stöhnen, gefolgt von schwerem Atmen. Vielleicht hatte Tella nach dem jüngsten Streit mit ihrem Vater ein bisschen zu viel getrunken und schlief irgendwo auf dem Boden. » Dona… «
Der Rest des Wortes blieb ihr im Hals stecken.
» Hallo, Scar. «
Tella schenkte Scarlett ein träges Lächeln, weiße Zähne blitzten zwischen geschwollenen Lippen hervor. Ihre honigblonden Locken waren zerzaust und ihr Schultertuch war zu Boden gefallen. Was Scarlett jedoch die Sprache verschlug, war der Anblick des jungen Seemanns, der die Arme um Tellas Taille geschlungen hatte. » Habe ich euch etwa unter­brochen ? «
» Wir können jederzeit weitermachen. « Der Seemann sprach mit dem singenden Tonfall des Südreiches, es klang viel weicher als der scharfe Zungenschlag des Meridian­reiches, an den Scarlett gewöhnt war.
Tella kicherte, hatte aber wenigstens den Anstand, ganz leicht zu erröten. » Scar, du kennst doch Julian, oder ? «
» Schön, dich zu sehen, Scarlett. « Julian lächelte, kühl und verführerisch wie ein schattiger Ort an einem heißen Tag.
Scarlett wusste, dass sie höflicherweise irgendetwas wie » Freut mich auch « sagen sollte, aber sie konnte nur an seine Hände denken, die weiterhin Tellas immergrünblaue Röcke umfassten und mit den Stofffalten ihrer Turnüre spielten, als wäre Tella ein Geschenk, das er nur allzu gerne auspacken wollte.
Julian war erst seit etwa einem Monat auf Trisda. Als er von seinem Schiff geschlendert war, groß und gut aussehend mit seiner goldbraunen Haut, hatte er die Aufmerksamkeit aller Frauen erregt. Sogar Scarlett hatte sich kurz nach ihm umgedreht, aber sie war nicht so dumm gewesen, länger hinzusehen.
» Tella, es macht dir doch nichts aus, mal kurz mitzukommen ? « Es gelang ihr, Julian höflich zuzunicken, aber sobald sie und ihre Schwester genug Fässer zwischen sich und ihn gebracht hatten und außer Hörweite waren, zischte sie : » Was machst du denn da ? «
» Scar, du heiratest bald. Da sollte man wohl annehmen, dass du weißt, was Männer und Frauen miteinander machen. « Spielerisch knuffte Tella ihre Schwester gegen die Schulter.
» Das meine ich nicht. Du weißt, was passiert, wenn Vater dich erwischt. «
» Und deshalb habe ich auch nicht vor, mich erwischen zu lassen. «
» Bitte mach keine Witze. «
» Mache ich nicht. Wenn Vater uns erwischt, finde ich schon eine Möglichkeit, dir die Schuld in die Schuhe zu schieben. « Tella lächelte hart. » Aber du wolltest doch bestimmt über etwas anderes reden. « Ihr Blick senkte sich auf den Brief in Scarletts Händen.
Der trübe Schein der Laternen fing sich in den metallisch verzierten Rändern des Papiers und ließ sie golden schimmern, in der Farbe der Magie und der Wünsche und Verheißungen. Die Adresse auf dem Umschlag leuchtete im gleichen Glanz auf.
Miss Scarlett Dragna
Wohnhaft im Beichtstuhl der Priester
Trisda
Eroberte Inseln des Meridianreiches
Tellas Blick wurde scharf, als sie die leuchtende Schrift sah. Scarletts Schwester mochte schöne Dinge. Wie den jungen Mann, der noch immer hinter den Fässern auf sie war­tete. Oft, wenn Scarlett irgendein hübsches Stück vermisste, fand sie es versteckt im Zimmer ihrer jüngeren Schwester.
Aber Tella griff nicht nach dem Brief. Sie ließ ihre Hände, wo sie waren, als wollte sie damit nichts zu tun haben. » Noch ein Brief vom Grafen. « Sie spuckte den Titel aus, als verbärge sich dahinter der Teufel.
Scarlett überlegte, ob sie ihren Verlobten verteidigen sollte, aber ihre Schwester hatte ihr bereits sehr deutlich zu ver­stehen gegeben, was sie von ihrer Verlobung hielt. Es machte keinen Unterschied, dass arrangierte Ehen im Meridianreich sehr in Mode waren oder dass der Graf seit Monaten treu die freundlichsten Briefe an Scarlett schrieb. Tella weigerte sich zu verstehen, wie Scarlett einen Mann heiraten konnte, den sie noch nie zuvor gesehen hatte. Doch einen völlig Un­bekannten zu heiraten, machte Scarlett weit weniger Angst als die Vorstellung, auf Trisda bleiben zu müssen.
» Und ? «, drängte Tella. » Verrätst du mir jetzt, was es
ist ? «
» Der Brief ist nicht vom Grafen. « Scarlett sprach leise, damit Tellas Seemannsfreund sie nicht hörte. » Er kommt vom Master von Caraval. «
» Er hat dir zurückgeschrieben ? « Tella schnappte sich den Brief. » Bei Gottes Zähnen ! «
» Schhh ! « Scarlett drängte ihre Schwester gegen die Fässer. » Jemand könnte dich hören. «
» Darf ich das jetzt etwa nicht feiern ? « Tella zog die drei Papierstücke hervor, die der Einladung beilagen. Das Lampenlicht fiel auf die Wasserzeichen. Einen Augenblick lang leuchteten sie golden auf wie die Ränder des Umschlags, dann wurde ein gefährlich blutiges Scharlachrot daraus.
» Siehst du das ? « Tella schnappte nach Luft, als silberne Buchstaben auf der Seite erschienen, sich träge wanden und schließlich Wörter formten : Eine Zugelassene : Donatella Dragna von den Eroberten Inseln.
Auf dem zweiten Papierstück erschien Scarletts Name.
Auf dem dritten stand nur Ein Zugelassener. Wie bei den anderen Einladungen war darunter der Name einer Insel zu lesen, von der sie noch nie gehört hatte : Isla de los Sueños.
Scarlett nahm an, dass die namenlose Einladung für ihren Verlobten bestimmt war, und einen Moment lang stellte sie sich vor, wie romantisch es wäre, Caraval mit ihm zusammen zu erleben, sobald sie erst einmal verheiratet wären.
» Oh, schau mal, da steht ja noch mehr. « Tella kiekste, als weitere Wörter auf den Karten erschienen.
Zur einmaligen Verwendung, um Zutritt zu Caraval zu erhalten.
Die Haupttore schließen um Mitternacht, am dreizehnten Tag der Wachstumsjahreszeit, im siebenundfünfzigsten Jahr der Elantinischen Dynastie. Wer zu einem späteren Zeitpunkt eintrifft, wird nicht am Spiel teilnehmen und den diesjährigen Preis in Form eines Wunsches nicht gewinnen können.
» Das ist ja schon in drei Tagen «, sagte Scarlett und die strahlenden Farben, die sie gerade noch empfunden hatte, verwandelten sich in die üblichen Grautöne der Enttäuschung. Sie hätte es besser wissen müssen, als auch nur für einen Augenblick zu glauben, dass dies hier tatsächlich wahr werden könnte. Vielleicht, wenn Caraval in drei Monaten stattfinden würde oder auch in drei Wochen – irgendwann nach ihrer Hochzeit. Scarletts Vater hatte um das genaue ­Datum ihrer Vermählung ein großes Geheimnis gemacht, aber sie wusste, dass es jedenfalls noch nicht in den kommenden drei Tagen so weit sein würde. Und die Insel davor zu verlassen, war unmöglich – und viel zu gefährlich.
» Aber schau doch mal, was es dieses Jahr für einen Preis gibt «, beharrte Tella. » Einen Wunsch. «
» Ich dachte, du glaubst nicht an Wünsche. «
» Und ich dachte, du würdest dich mehr über das hier ­freuen «, konterte Tella. » Du weißt schon, dass andere Leute töten würden, um die hier in die Finger zu bekommen ? «
» Hast du auch den Teil gelesen, in dem steht, dass wir die Insel verlassen müssen ? « Ganz gleich, wie sehr sich Scarlett wünschte, bei Caraval dabei zu sein – ihre Hochzeit war noch wichtiger. » Um in drei Tagen dort zu sein, müssten wir wahrscheinlich schon morgen abreisen. «
» Warum, glaubst du, bin ich so aufgeregt ? « Das Glänzen in Tellas Augen wurde immer heller. Wenn sie glücklich war, begann die ganze Welt zu schimmern und Scarlett wollte mit ihrer Schwester gemeinsam strahlen und zu allem Ja ­sagen, was sich Tella wünschte. Aber Scarlett wusste allzu gut, wie tückisch es war, seine Hoffnungen auf etwas so Trüge­risches wie einen Wunsch zu setzen.
Scarlett verlieh ihrer Stimme Schärfe. Sie verabscheute sich selbst dafür, dass sie die Freude ihrer Schwester zer­stören musste, aber besser sie als jemand, der noch weit Schlimmeres tun würde. » Hast du dich hier unten am Rum zu schaffen gemacht ? Oder hast du vergessen, was Vater getan hat, als wir das letzte Mal versucht haben, Trisda zu verlassen ? «
Tella zuckte zurück. Einen Augenblick lang blitzte ihre Verletzlichkeit auf, die sie so hart zu verbergen versuchte. Dann verwandelte sich ihre Miene jedoch ebenso schnell wieder. Ihre rosa Lippen formten ein Lächeln und sie wirkte nicht mehr verstört, sondern vielmehr unzerstörbar. » Das war vor zwei Jahren. Jetzt sind wir schlauer. «
» Wir haben aber auch mehr zu verlieren «, widersprach Scarlett.
Für Tella war es leichter, das beiseitezuwischen, was das letzte Mal geschehen war, als sie versucht hatten, Caraval zu besuchen. Scarlett hatte ihrer Schwester nie alles erzählt, was ihr Vater damals getan hatte, um sie zu bestrafen. Sie hatte nicht gewollt, dass Tella mit so viel Angst leben musste ; dass sie sich permanent umsah ; dass sie erfuhr, dass es Schlim­meres gab als die üblichen Strafen eines Vaters.
» Erzähl mir nicht, dass du nur Angst hast, das hier könnte deiner Hochzeit in die Quere kommen. « Tella verstärkte den Griff um die Karten.
» Hör auf. « Scarlett zog sie ihrer Schwester aus der Hand. » Du zerknickst sie noch. «
» Und du hast meine Frage nicht beantwortet, Scarlett. Geht es hier um deine Hochzeit ? «
» Natürlich nicht. Es geht darum, dass wir morgen nun mal nicht von dieser Insel herunterkommen können. Wir wissen ja nicht einmal, wo dieser Ort ist. Ich habe noch nie von der Isla de los Sueños gehört, aber ich weiß, dass sie nicht zu den Eroberten Inseln gehört. «
» Ich weiß, wo sie liegt. « Julian trat hinter den Rumfässern neben den Schwestern hervor und lächelte sie strahlend an, was wohl bedeuten sollte, dass er sich nicht dafür entschuldigen würde, ihre private Unterhaltung belauscht zu ­haben.
» Das hier geht dich nichts an. « Scarlett scheuchte ihn mit einer Handbewegung fort.
Julian sah sie so merkwürdig an, als hätte ihn noch nie zuvor ein Mädchen weggeschickt. » Ich will euch doch nur helfen. Ihr habt noch nie von dieser Insel gehört, weil sie nicht Teil des Meridianreichs ist. Sie wird von keinem der fünf Reiche regiert. Die Isla de los Sueños ist Legends Privat­insel, und sie liegt nur etwa eine Zweitagesreise von hier entfernt. Wenn ihr dorthin möchtet, kann ich euch auf mein Schiff schmuggeln, für einen gewissen Preis. « Julians Blick ruhte auf der dritten Karte. Seine hellbraunen Augen wurden von dichten Wimpern umkränzt ; dieser Blick war wie geschaffen dafür, Mädchen dazu zu bringen, ihre Röcke zu raffen und ihm die Arme zu öffnen.
Tellas Bemerkung, manche Menschen würden für diese Karten töten, hallte in Scarletts Gedanken wider. Julian mochte ein einnehmendes Gesicht haben, doch er hatte auch einen Südreichakzent und jeder wusste, was für ein gesetz­loser Ort das Südreich war.
» Nein «, antwortete Scarlett. » Es ist zu gefährlich, wenn man uns fasst. «
» Alles, was wir tun, ist gefährlich «, kommentierte Tella. » Wir stecken auch ganz schön in Schwierigkeiten, wenn wir hier unten mit einem Jungen erwischt werden. «
Julian wirkte beleidigt, weil sie ihn einen Jungen genannt hatte, aber bevor er etwas sagen konnte, fuhr Tella schon fort : » Nichts, was wir tun, ist ungefährlich. Aber es ist das Risiko wert. Du hast dein ganzes Leben auf das hier gewartet, du hast es dir bei jeder Sternschnuppe gewünscht, bei jedem neuen Schiff im Hafen darum gebetet, dass es das magische Schiff der geheimnisvollen Caraval-Darsteller ist. Du willst es doch sogar noch mehr als ich. «
Was auch immer ihr über Caraval gehört habt, es kommt der Wirklichkeit nicht einmal nahe. Es ist mehr als nur ein Spiel oder eine Vorstellung. Es ist das, was der Magie in dieser Welt am nächsten kommt. Die Worte ihrer Großmutter tanzten in Scarletts Kopf, während sie die Karten in ihrer Hand betrachtete. Die Geschichten über Caraval, die sie als kleines Mädchen so geliebt hatte, waren ihr noch nie realer erschienen als in diesem Augenblick. Mit Scarletts stärksten Gefühlen waren immer Farben verbunden und für einen Moment flammte goldrutengelbe Sehnsucht in ihr auf. Ganz kurz malte sie sich aus, wie es wohl wäre, zu Legends Privatinsel zu reisen, das Spiel zu spielen und den Wunsch zu gewinnen. Freiheit. Eigene Entscheidungen. Wunder. Magie.
Eine schöne, lächerliche Vorstellung.
Und es war am besten, wenn es so blieb. Wünsche waren auch nicht wirklicher als Einhörner. Als kleines Mädchen hatte Scarlett die Geschichten ihrer Großmutter über die Magie von Caraval geglaubt, doch sie war erwachsen geworden und hatte diese Märchen hinter sich gelassen. Sie hatte nie einen Beweis gesehen, dass es Magie tatsächlich gab. Und nun kam es ihr sehr viel wahrscheinlicher vor, dass die Geschichten ihrer Großmutter nichts weiter waren als die Übertreibungen einer alten Frau.
Ein Teil von ihr wollte die Pracht von Caraval immer noch erleben, aber sie wusste es besser. Magie würde ihr Leben nicht ändern. Der einzige Mensch, der ihr und ihrer Schwester ein neues Leben schenken konnte, war Scarletts Verlobter, der Graf.
Jetzt, da sie nicht mehr dem Licht der Lampen ausgesetzt waren, verschwand die Schrift auf den Karten wieder und sie sahen beinahe ganz gewöhnlich aus. » Tella, es geht nicht. Es ist zu gefährlich. Wenn wir versuchen, die Insel zu ver­lassen … « Scarlett verstummte, als ein Knarren von der Treppe zum Fasslager erklang. Es folgten schwere Stiefelschritte. Von mindestens drei Männern.
Scarlett warf ihrer Schwester einen panischen Blick zu.
Tella fluchte und gab Julian mit einer Handbewegung zu verstehen, dass er sich verstecken sollte.
» Oh, verschwinde nicht meinetwegen. « Governor Dragna hatte den Fuß der Treppe erreicht, der scharfe Geruch seines schwer parfümierten Anzugs verdarb den würzigen Duft des Fassraums.
Rasch schob Scarlett die Karten in die Tasche ihres Kleides.
Drei Wachen folgten ihrem Vater auf dem Fuß.
» Ich glaube, wir sind uns noch nicht begegnet. « Ohne seine Tochter zu beachten, reichte Governor Dragna Julian die Hand. Er trug seine pflaumenvioletten Handschuhe. Sie hatten die Farbe von dunklen Blutergüssen, die Farbe der Macht.
Aber wenigstens trug er die Handschuhe noch. Governor Dragna mochte es, ein Bild der Zivilisiertheit zu bieten. Er kleidete sich gerne tadellos in einen maßgeschneiderten schwarzen Gehrock und eine gestreifte violette Weste. Er war Mitte vierzig, aber er war nicht fett geworden wie andere Männer. Der neuesten Mode entsprechend trug er sein blondes Haar mit einer schwarzen Schleife zu einem ordentlichen Pferdeschwanz zurückgebunden, seine Augenbrauen waren in Form gezupft und er trug einen dunkelblonden Spitzbart.
Julian war größer, doch der Governor brachte es trotzdem fertig, auf ihn hinabzublicken. Scarlett sah, wie ihr Vater die geflickte braune Jacke des Seemanns musterte, seine lockere Hose, die in abgewetzten kniehohen Stiefeln steckte.
Es sagte viel über Julians Selbstbewusstsein aus, dass er dem Governor ohne Zögern die eigene, bloße Hand ent­gegenstreckte. » Schön, Euch kennenzulernen, Sir. Julian Marrero. «
» Governor Marcello Dragna. « Die Männer schüttelten ­einander die Hände. Julian wollte den Griff lösen, aber der Governor hielt ihn fest. » Julian, du kommst wohl nicht von dieser Insel ? «
Dieses Mal zögerte Julian doch. » Nein, Sir. Ich bin Seemann. Erster Maat der El Beso Dorado. «
» Dann bist du also nur auf der Durchreise. « Der Governor lächelte. » Wir mögen Seeleute hier. Sie tun der Wirtschaft gut. Sie zahlen gut, um hier anlegen zu dürfen, und während ihres Besuchs geben sie noch mehr Geld aus. Und jetzt sag mir, was hältst du von meinem Rum ? « Mit der freien Hand machte er eine Geste, die den ganzen Raum einschloss. » Ich nehme an, das war es, was du hier unten gekostet hast ? «
Als Julian nicht sofort antwortete, drückte der Governor fester zu. » Hat er dir nicht zugesagt ? «
» Nein, Sir «, antwortete Julian. » Ich meine, doch, Sir «, korrigierte er sich hastig. » Alles, was ich gekostet habe, war sehr gut. «
» Gilt das auch für meine Töchter ? «
Scarlett erstarrte.
» Ich rieche an deinem Atem, dass du keinen Rum getrunken hast «, fuhr Governor Dragna fort. » Und ich weiß, dass du nicht hier unten bist, um Karten zu spielen oder Gebete zu sprechen. Also sag mir, welche meiner Töchter hast du gekostet ? «
» Oh, nein, Sir. Das habt Ihr falsch verstanden. « Julian schüttelte den Kopf und hatte die Augen aufgerissen, als könnte er etwas so Unehrenhaftes niemals tun.
» Es war Scarlett «, platzte Tella heraus. » Ich bin hier he­runtergekommen und habe die beiden zusammen erwischt. «
Nein. Scarlett verfluchte ihre törichte Schwester. » Vater, sie lügt. Tella war es, nicht ich. Und ich habe sie erwischt. «
Tella wurde rot. » Scarlett, lüg nicht. Du machst es nur schlimmer. «
» Ich lüge nicht ! Vater, es war Tella. Glaubst du wirklich, ich würde so etwas tun, ein paar Wochen vor meiner Hochzeit ? «
» Vater, hör nicht auf sie «, fiel ihr Tella ins Wort. » Ich habe sie flüstern hören, dass sie hofft, es könnte ihr helfen, weil sie wegen der Hochzeit so nervös ist. «
» Das ist schon wieder gelogen … «
» Das reicht ! « Der Governor sah Julian an, dessen gebräunte Hand noch immer fest im Griff des parfümierten pflaumenvioletten Handschuhs steckte. » Meine Töchter ­haben die schlechte Angewohnheit, unaufrichtig zu sein, aber ich bin sicher, du wirst dich entgegenkommender verhalten. Und jetzt sag mir, junger Mann, mit welcher meiner Töchter warst du hier unten ? «
» Ich glaube, hier liegt ein Fehler vor … «
» Ich mache keine Fehler «, unterbrach ihn der Governor. » Ich gebe dir noch eine Chance, mir die Wahrheit zu sagen, sonst … « Die Wachen traten einen Schritt vor.
Julians Blick huschte zu Tella.
Sie schüttelte ruckartig den Kopf und formte mit den Lippen das Wort : Scarlett.
Scarlett versuchte, Julian auf sich aufmerksam zu machen, ihm zu verstehen zu geben, dass er einen Fehler machte, aber sie sah die Entschlossenheit im Gesicht des Seemanns, als er antwortete : » Es war Scarlett. «
Dummer Junge. Er glaubte zweifellos, dass er Tella einen Gefallen tat, doch genau das Gegenteil war der Fall.
Der Governor ließ Julian los und streifte sich die Handschuhe ab. » Ich habe dich gewarnt «, sagte er zu Scarlett. » Du weißt, was passiert, wenn du dich mir widersetzt. «
» Vater, bitte, es war nur ein ganz kurzer Kuss. « Scarlett versuchte, sich vor Tella zu stellen, aber eine der Wachen zog sie zurück, packte ihre Ellbogen und drückte ihr grob die Arme auf den Rücken, während sie darum kämpfte, ihre Schwester zu beschützen. Denn es war nicht Scarlett, die für dieses Vergehen bestraft werden würde. Jedes Mal, wenn Scarlett oder ihre Schwester ihrem Vater nicht gehorchten, tat der Governor der jeweils anderen etwas Schlimmes an, um die Übeltäterin zu bestrafen.
An der rechten Hand trug der Governor zwei große ­Ringe, einen rechteckigen Amethyst und einen spitzen lila Diamanten. Er drehte sie beide nach innen, hob dann die Hand und schlug Tella ins Gesicht.
» Nicht ! Es ist meine Schuld ! «, schrie Scarlett – ein Fehler. Sie hätte es besser wissen müssen.
Ihr Vater schlug Tella noch einmal. » Für die Lüge «, sagte er. Der zweite Schlag war noch härter als der erste. Tellas Knie knickten ein und etwas Rotes rann ihre Wange hinab.
Zufrieden trat der Governor zurück. Er wischte sich die blutige Hand an der Weste einer seiner Wachleute ab. Dann wandte er sich Scarlett zu. Irgendwie kam es ihr vor, als wäre er plötzlich größer, während sie selbst geschrumpft war. Es gab nichts, womit ihr Vater ihr mehr wehtun konnte, als wenn er ihre Schwester vor ihren Augen schlug. » Enttäusche mich nicht noch einmal. «
» Es tut mir leid, Vater. Ich habe einen dummen Fehler gemacht. « Sie hatte noch nichts an diesem Morgen so ehrlich gemeint. Sie mochte vielleicht nicht diejenige sein, die Julian gekostet hatte, aber sie hatte es wieder einmal nicht geschafft, ihre Schwester zu beschützen. » Es wird nicht wieder vorkommen. «
» Ich hoffe, du meinst es ernst. « Damit streifte sich der Governor die Handschuhe wieder über und zog einen ge­falteten Umschlag aus der Tasche seines Gehrocks. » Ich ­sollte dir das hier wohl nicht geben, aber vielleicht erinnert es dich ja an alles, was du verlieren könntest. Deine Hochzeit findet in zehn Tagen statt, Ende der kommenden Woche, am Zwanzigsten. Sollte irgendetwas dazwischenkommen, wird mehr bluten als nur das Gesicht deiner Schwester. «







Stephanie Garber

Über Stephanie Garber

Biografie

Stephanie Garber ist New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie wuchs in Kalifornien auf, wo sie oft mit Anne Shirley, Jo March und anderen Romanfiguren mit ungezügelter Vorstellungskraft verglichen wurde. Neben ihrer Arbeit als Autorin ist sie Lehrkraft für Kreatives Schreiben und träumt von ihren...

Pressestimmen

friedelchen.blogspot.de

»Ein bezaubernd magisches Debüt, das süchtig nach mehr macht.«

Südhessen Woche

»Stephanie Garber hat einen spannenden Fantasythriller für junge Erwachsene geschrieben. Wer Verwirrspiele im Stil von Filmen wie ›Wild things‹ oder ›The Game‹ mag, wird das Buch lieben.«

captain-fantastic.de

»Durch den Wettbewerbs-Charakter ist die Geschichte sehr spannend zu lesen. Mit vielen originellen Ideen ist das Buch für (Märchen-)Fantasyliebhaber äußerst unterhaltsam.«

literaturmarkt.info

»Ein Fantasyerlebnis von einsamer Spitzenklasse.«

zeilenliebe.wordpress.com

»Wo es anderen Büchern an Eigenständigkeit und Innovationen fehlt, besitzt ›Caraval‹ gleich eine riesige Portion von beidem. An keiner Stelle des Buches, wusste ich, was wirklich passiert, was Realität und was ein Element des Spiels ist. (…) Hut ab vor dieser Leistung, liebe Frau Garber!«

Hamburger Morgenpost

»›Caraval‹ ist ein zauberhaftes, vor Magie und Fantasie sprühendes Buch, das den Leser mit jeder Seite in seinen Bann zieht.«

ruby-celtic-testet.blogspot.de

»Ich habe gehofft, gebangt, gelitten, geweint und mit klopfendem Herzen darauf gewartet wie es schlussendlich für alle ausgehen wird. Dieses Buch wird definitiv ein großes Highlight in diesem Jahr, denn es überrascht auf ganzer Linie und entführt die Leser in eine kunterbunte, gefühlvolle und zum Greifen nahe Welt der Illusion.«

selenas-kreativlabor.blogspot.de

»Ein wenig hat es etwas von Alice im Wunderland – vieles ist wirklich etwas abgedreht, aber atemberaubend und wunderschön.«

vanessasbuecherecke.wordpress.com

»Caraval entführt den Leser in ein verzaubertes Spiel, bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick wirkt. Wer sich einmal wie Alice im Wunderland fühlen möchte, sollte sich Caraval auf keinen Fall entgehen lassen. Für mich eines der Lesehighlights des Jahres!«

the-bookthief.blogspot.de

»Caraval ist ein mystisches, fantasievolles Abenteuer voller Skurrilität und Magie das mich verzaubert hat!«

buchsichten.de

»Bei der Ausgestaltung von ›Caraval‹ hat die Autorin ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und eine ungewöhnliche, interessante Welt geschaffen. Ich hatte große Lust darauf, sie zu erkunden und freute mich über jeden Streifzug, bei dem Scarlett wieder neue, unglaubliche Dinge sieht. […] Während des Finales, das mich die Luft anhalten ließ, fallen schließlich alle Puzzlestücke an ihren Platz und ließen mich erkennen, wie genial diese Geschichte angelegt ist.«

bookstheessenceoflife.wordpress.com

»Stephanie Garber ist nicht ohne Grund gleich auf den Bestsellerlisten gelandet. ›Caraval‹ ist ein Spektakel, ein Eintauchen in eine mystische und verworrene Welt voller skurriler Dinge, düster, tragisch und schockierend!!! […] Ich war sprachlos und hätte nicht einmal ansatzweise damit gerechnet, wie alles ausgeht.«

hisandherbooks.de

»Kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, übte der wundervoll malerische und doch sogleich leichte Schreibstil der Autorin einen Sog auf mich aus, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte. […] Die magische Welt von ›Caraval‹ hat mich absolut fasziniert, die Rätsel und nicht zuletzt die sehr gut integrierte Lovestory konnten ebenso überzeugen.«

Sabaa Tahir, Autorin des SPIEGEL-Bestsellers »Elias & Laia«

»Mit ›Caraval‹ zeichnet Stephanie Garber eine bezaubernde Geschichte über zwei Schwestern, Liebe und Verrat. Genau wie ihre Figuren verlor ich mich in der gefährlichen, verzauberten Welt, die sie geschaffen hat – und wollte nie mehr zurückkommen.«

Renee Ahdieh, Autorin von »Zorn und Morgenröte«

»Verzaubernd und geheimnisvoll – Stephanie Garbers ›Caraval‹ ist eine wunderschön geschriebene Geschichte voller prächtiger Details.«

Kiersten White, Autorin der »Lebe lieber übersinnlich«-Trilogie

»In einem Buch, in dem nichts so ist, wie es scheint, ist eins sicher: ›Caraval‹ ist das dunkle, verzauberte Abenteuer, nach dem du gesucht hast!«

Marie Rutkoski, Autorin von »Die Kronos Geheimnisse«

»Eine originelle, entzückende Geschichte, die mehrere Asse im Ärmel versteckt.«

Jodi Meadows, Autorin der »Meer der Seelen«-Trilogie

»Mitreißend, düster und magisch – ›Caraval‹ steht auf Messers Schneide zwischen Fantasie und Realität. Schon nach wenigen Seiten ließ ich mich in das perfekte Labyrinth der Handlung fallen. Stephanie Garber bezaubert nicht nur – sie bringt mich dazu, ihre Geschichte zu glauben.«

Kirkus Reviews

»Caraval verzaubert die Sinne: Wunderschön und angsteinflößend, in sinnlicher Prosa beschrieben – die Leser werden sich wünschen, diese Veranstaltung selbst besuchen zu können.«

Publishers Weekly

»Faszinierende Figuren, ein fantasievolles Setting und ein bewegender Schreibstil ergeben eine fesselnde Geschichte über Liebe, Verlust, Aufopferung und Hoffnung.«

Kommentare zum Buch

Mein Buchhighlight!
Sophie am 21.08.2017

Das Cover und der Klappentext versprachen mir Magie, Spannung und Rätsel. Genau diese Kombination hat mein Interesse geweckt, denn ich wollte mich gerne ein bisschen in die Irre führen lassen und habe gleichzeitig geglaubt, ich könne Realität und Spiel auseinander halten. Weit gefehlt.   In dieser Hinsicht war ich genauso naiv, wie die Protagonistin Scarlett, dessen Naivität in mir viel Nerven gekostet hat. Auch ihre Angst vor Risiken machte sie zu einem scheinbar unpassenden Charakter für ein Spiel wie Caraval. Nur ihre Liebe zu ihrer Schwester machte es für sie möglich, das Spiel zu spielen und machte aus ihr einen anderen Menschen. Im Laufe des Buches wurde sie mir sympathischer, als sie begann, immer mehr Risiken einzugehen und zu leben. Aus sich herauskommen und die Fesseln abzulegen, die sie sich zum Teil selbst auferlegt hatte. Besonders merkt man die Veränderung an der Beziehung zwischen Julian und Scarlett. Ironischerweise war Scarlett außer sich, als sie ihre Schwester mit ihm erwischt hat und nun geht ihre Beziehung langsam bergauf. Aber meistens bleibt diese im Hintergrund, weil Scarlett und Julian ein ungleiches Paar sind. Erst nachdem sich auch Julian ein wenig mehr erzählt, nimmt sie Fahrt auf.   Während mir Scarlett mit ihrer Naivität den letzten Nerv geraubt hat, war mir Donatella mit ihrem wilden Charakter sympathischer. Trotzdem wirkte sie verwöhnt und sehr Ich-bezogen, weil man nur die Sicht von Scarlett kennenlernt und am Ende merkt man, dass sie ihre Schwester nicht ganz so gut kennt. Da habe ich fast geheult, als ihr selbstloser Plan aufgedeckt wurde. Zuerst habe ich gedacht, dass Julian nur eine Randfigur ist, denn er war nicht näher beschrieben worden, außer seinem Aussehen. Zu meiner Überraschung war er eine Hauptfigur, die auch weiterhin gewollt geheimnisvoll blieb, was mich irritiert hat. Dadurch, dass man einfach kaum Informationen über seine Vergangenheit und Gefühle hatte, war er unberechenbar und undurchschaubar. Seine anfängliche Arroganz ging mir gegen den Strich, aber wenn er sich um Scarlett bemüht hat, wurde es besser.   Am Besten fand ich Caraval selbst. Ich musste richtig lachen, als ich am Ende merkte, wie sehr ich auf den Arm genommen worden war. Die vielen Illusionen und falschen und richtigen Hinweise haben es schwer gemacht, alles zu durchschauen. Man wird am Anfang des Spieles darauf hingewiesen, dass vieles nicht so ist, wie es scheint und trotzdem habe ich die spannende Erfahrung gemacht, dass man sich zu sehr auf die eigene Erfahrung verlässt. Die ganzen Rätsel lösen zu wollen hatte einen unglaublichen Spannungsfaktor. Caravals buntes und vielfältiges Angebot haben in mir den kindlichen Wunsch geweckt, auch dorthin gehen zu wollen. Ein bisschen habe ich mich an Alice im Wunderland erinnert gefühlt, obwohl Caraval weitaus mehr für jung gebliebene Erwachsene ist.   Der Gipfel der Mysterien ist Legend, der Spielmacher. Während der Geschichte werden dem Leser mehr Informationen über ihn offenbart, die aber trotzdem noch viele Geheimnisse offen lassen.   Das Ende war der krönende Abschluss des Buches. Es war eine Welle von Überraschungen, die mich schmunzeln lies und ich konnte nicht mehr aufhören, von dem Buch zu schwärmen. Besonders als es auf einmal psychotisch wurde, was irgendwie überraschend war. Aber hier kamen auch viele magische Elemente ins Spiel, wie man es von Zauberern erwarten würde. Es macht Lust auf mehr, denn es hat noch nicht alle Fragen beantwortet.

Einfach nur WOW. Die Geschichte hat wirklich alles was sie braucht und viel mehr.
My Book & Serie & Movie Blog am 02.07.2017

Zusammenfassung: Scarlett sehnte sich schon immer danach, das Festival Caraval zu besuchen. Es verspricht die magische Erfüllung von Wünschen, Abenteuern und Freiheit. Doch Scarletts Vater verbietet seinen Töchtern, die Heimat zu verlassen. Caraval erscheint unerreichbar - bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zum Festival ermöglichen. Scarlett fühlt sich am Ziel ihrer Träume. Aber als sie Caraval betritt, beginnt sie zu zweifeln. Etwas Dunkles und Geheimnisvolles umgibt diese Welt. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt ...       Meine Meinung: Ich habe das Hörbuch gehört. Die Sprecherin Marie Bierstedt hat sehr gut erzählt. Sie hat bei einigen Hörstellen sehr gut betont.   Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet geworden von der Autorin. Die Hauptcharaktere sind die Scarlett und ihre kleine Schwester Donatella und der vermeintliche Seefahrer Julian. Die Schwestern Scarlett und Donatella bekommen eines Tages eine Einladung zur den Spiel Caraval. Scarlett hat noch Bedenke über die Einladung aber ihre Schwester Donatella könnte gleich losziehen ohne nach zu denken. Weil sie möchte von ihren bösen Vater weg. Donatella kann durch Julian Hilfe ihren große Schwester Scarlett zum Spiel Caraval bringen.   Im Spiel Caraval ist nichts wirklich so wie es scheint. Das Spiel hält manche Überraschung und Wendungen für einen bereit.       Stephanie Garber: Liebt Disneyland, denn sie hat das Gefühl, dort könnten all die magischen Geschichten, die sie so gerne ersinnt, zum Leben erwachen. Neben ihrer Arbeitet als Autorin ist sie Lehrkraft für Kreatives Schreiben an einem College in Kalifornien. "Caravale", ihr erster Roman, ist am 20.03.2017 weltweit erschienen. Und es wird auch noch besser. Weil es wird derzeit in Hollywood verfilmt.     Mein Fazit: Einfach nur WOW. Die Geschichte hat wirklich alles was sie braucht und viel mehr.

Es ist nur ein Spiel
Tine_1980 am 22.04.2017

Scarlett Dragna lebt mit ihrer Schwester in ständiger Angst vor ihrem Vater, dem grausamen Governor der Insel Trisda. So gerne würde sie in die Welt von Caraval abtauchen, in dem ein bezauberndes Spiel stattfindet. Nach vielen Briefen an Legend, dem Spielemeister von Caraval, kommt endlich die erhoffte Einladung. Sie wird von ihrer Schwester und dem geheimnisvollen Julian entführt und ermöglicht diesem so den Eintritt zu Caraval. Doch ist dort wirklich alles so magisch und wo endet die Realität und wo beginnt die Fantasie? Dann verschwindet ihre Schwester und Scarlett lernt die Welt rund um das Spiel Caraval besser kennen und kommt nach und nach hinter das Geheimnis.   Taucht ein in die Spielewelt von Caraval, in der sich Räume verändern, man in finsteren Tunneln verrückt werden kann und man nicht weiß, was wirklich Realität und was Fantasie ist. Das Cover finde ich wunderschön. Tolle Farben, einfach, aber auch ein totaler Eyecatcher. Manchmal ist weniger mehr und das kann man hier im positiven Sinne sehen. Der Klappentext macht Lust in dieses Buch einzutauchen, in die zauberhafte Welt zu verschwinden und bei der Suche nach Tella dabei zu sein. Wird das Buch ja auch überall hochgelobt und die Rezessionen sind fast immer positiv, da muss man sich doch sein eigenes Bild machen. Teils ist es der Autorin super gelungen, mich nach Caraval zu entführen. Denn die Beschreibungen waren bildgewaltig, malerisch und wunderschön. Andererseits war es mir zu verworren und skurril. Hier hat man sich ab und an ein bisschen in Alice im Wunderland versetzt gefühlt. Die Welt rund um Caraval war mystisch und ungewöhnlich, aber dies soll auch so sein. Denn man muss dort aufpassen, dass man sich nicht zu sehr verliert, was nicht immer leicht ist. Ganz oft war ich da gesessen und habe überlegt, ob das nun wirklich passiert oder mir die Fantasie einen Streich spielt. Das Buch bringt einem immer wieder neue Bilder und setzt so ein Kopfkino der besonderen Art frei. Die Charaktere waren mir nicht immer sympathisch. Scarlett war mir teilweise zu naiv und kindlich dargestellt und hat mich so auch etwas genervt. Mit der Zeit ändert sie sich zum Positiven, denn sie zeigt eine gewisse Cleverness, Mut und Ehrgeiz ihre Schwester zu retten und Legend zu besiegen. Julian konnte ich nicht immer einordnen, so war es für mich nicht immer leicht ihn zu mögen. Ab der zweiten Hälfte fiel es mir leichter und es machte auch Spaß zu sehen, was er aus Scarlett heraus holt. Tella mochte ich zu Beginn überhaupt nicht. Sie kam mir so Ich-Bezogen und verwöhnt vor. Erst zum Ende habe ich meine Meinung ihr Gegenüber geändert.   Der Schreibstil war toll zu lesen. Flüssig, bewegend und malerisch wurde die Welt Caraval beschrieben, so dass man keine Probleme hatte, es sich vorzustellen.   Wer Bücher liebt, die in einer fantasievollen, skurrilen Art und Weise verzaubern, sollte hier zugreifen. Mich konnte das Buch meist mitreißen, doch war es mir teils auch zu verworren. Es ist eine magische Geschichte, die gekonnt Realität und Fantasie vermischt.

Ich habe gehofft, gebangt, gelitten, geweint und mit klopfendem Herzen darauf gewartet wie es schlussendlich ausgeht.
Ruby am 02.04.2017

Bei dieser Geschichte weiß ich gar nicht so genau wo ich eigentlich anfangen soll. Sie hat mich wahrlich regelrecht geflashed. Von der ersten bis zur letzten Seite wird man an die Entwicklung gefesselt, sodass man keine Möglichkeit hat sich dieser Magie von Caraval zu entziehen.   Die Autorin schafft es eine ganz bezaubernde Schreibweise an den Tag zu legen. Ich konnte die Charaktere wahrnehmen, die Entwicklungen hautnah verfolgen und sie hat es tatsächlich geschafft, dass ich die Umgebungen, Taten und Dinge fühlen, gedanklich anfassen und schmecken konnte. Es war einfach bezaubernd die Seiten zu bereisen, die Gefühle in Farben einzusortieren und so ein regelrechtes Einsaugen in die Geschichte zu erleben.   Scarlett ist eine starke, liebenswürdige, opferbereite und unglaublich gefühlvolle Persönlichkeit. Ich mochte sie von Beginn an, auch weil sie nicht nur an sich selber denkt sondern auch für Ihre Schwester da sein möchte. Sie hat ihren eigenen Kopf, lässt sich nicht alles gefallen und denkt dennoch immer einen Schritt voraus um mögliche Gefahren und unschöne Dinge zu umgehen.   Julian ist ein geheimnisvoller, hilfsbereiter, liebenswerter und gleichzeitig auch schwer zu durchschauender Charakter. Ich mochte ihn von Anfang an, einfach weil er nicht sofort in eine Schublade gesteckt werden konnte. Er hatte seine autoritären Phasen und dennoch hat man immer das Gefühl gehabt, dass er nicht nur versucht das Spiel zu gewinnen sondern tatsächlich auch Scarlett zu helfen.   Ich habe mir von diesem Buch unglaublich viel erwartet, einfach weil die Beschreibung mir so viel versprochen hat und ich kann sagen, dass meine Erwartungen vollends ausgefüllt wurden. Die Autorin beweist mit ihrer Geschichte unglaubliches Geschick darin mit Worten umzugehen, als auch eine stetige Spannung aufzubauen.   Innerhalb der Geschichte weiß man als Leser oftmals genauso wie Scarlett nicht was echt und was gestellt ist. Wem kann man vertrauen, welche Gefühle sind echt und ist man nicht selber schon verrückt geworden. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass ich allem auf der Spur wäre und das Spiel durchschaut hätte. Doch schnell musste ich auch lernen, dass Caraval ein Spiel der besonderen Art ist, welche mit den eigenen Gedanken, Hoffnungen und Wahrnehmungen jongliert.   Die Autorin hat es geschafft ein Buch zu schreiben, welches den Leser von der ersten Seite in seinen Bann zieht und stetig auf der Spannungsgerade nach oben folgen lässt. Es passieren so viele Unvorhersehbare, überraschende, total irritierende und dennoch immer passende Situationen dass ich regelrecht am Buch geklebt habe.   Gerade zum Ende hin war ich zusammen mit Scarlett vollkommen am Ende meiner Kräfte, war verwirrt, verängstigt und wusste einfach nicht wo mir der Kopf steht. Der Showdown ist phänomenal, total überraschend und lässt mich mit einem sehr guten Gefühl dieses Buch beenden mit der kleinen Hoffnung darauf dass dies noch nicht das Ende einer Welt voller Illusion ist.   Mein Gesamtfazit:   Mit „Caraval“ hat Stephanie Garber eine Welt der Illusion, Verwirrung und Angst geschaffen die mich total begeistert und überzeugt hat. Als Leser konnte ich ebenfalls nicht zwischen der Realität und der Fantasie unterscheiden, sodass ich zusammen mit Scarlett ins Kalte Wasser geworfen wurde.   Ich habe gehofft, gebangt, gelitten, geweint und mit klopfendem Herzen darauf gewartet wie es schlussendlich für alle ausgehen wird.   Dieses Buch wird definitiv ein großes Highlight in diesem Jahr, denn es überrascht auf ganzer Linie und entführt die Leser in eine kunterbunte, gefühlvolle und zum Greifen nahe Welt der Illusion.

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