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Bound to YouBound to You

Bound to You

Providence

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Bound to You — Inhalt

Als die junge Studentin Nina nach der Beerdigung ihres Vaters den attraktiven Jared kennenlernt, scheint zum ersten mal seit Langem Licht in ihr trauerndes Herz. Doch war ihre Begegnung wirklich Zufall? Jared scheint alles über sie zu wissen – mehr als ihre besten Freunde, vielleicht sogar mehr als sie selbst. Aber Jared ist nicht das einzige, und auch nicht das gefährlichste Rätsel, das Nina lösen muss. Auf der Suche nach der Wahrheit über den Tod ihres Vaters gerät Nina zwischen die Fronten eines Krieges, der älter ist als die Menschheit ...

Erschienen am 02.05.2016
Übersetzer: Frauke Meier
464 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-28077-8
Erschienen am 13.10.2014
Übersetzer: Frauke Meier
464 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-96848-5

Leseprobe zu »Bound to You«

Kapitel 1: Verloren und gefunden

 

Die durchschnittliche Tochter respektiert ihren Vater. Sie mag ihn als ihren Helden ansehen oder ihn auf ein so hohes Podest stellen, dass kein anderes Liebesobjekt je mit ihm konkurrieren könnte. Für mich jedoch verdiente mein Vater mehr als Respekt oder Loyalität oder auch Liebe. Ich empfand Verehrung für ihn. Er war größer als Superman; er war Gott.

Eine meiner frühesten Erinnerungen drehte sich um zwei Männer, die ängstlich im Büro meines Vaters kauerten, während er Worte sprach, die ich nicht verstand. Sein Urteil [...]

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Kapitel 1: Verloren und gefunden

 

Die durchschnittliche Tochter respektiert ihren Vater. Sie mag ihn als ihren Helden ansehen oder ihn auf ein so hohes Podest stellen, dass kein anderes Liebesobjekt je mit ihm konkurrieren könnte. Für mich jedoch verdiente mein Vater mehr als Respekt oder Loyalität oder auch Liebe. Ich empfand Verehrung für ihn. Er war größer als Superman; er war Gott.

Eine meiner frühesten Erinnerungen drehte sich um zwei Männer, die ängstlich im Büro meines Vaters kauerten, während er Worte sprach, die ich nicht verstand. Sein Urteil war stets endgültig und unanfechtbar. Niemand, nicht einmal der Tod konnte ihm etwas anhaben.

Als ich an diesem 14. Dezember ans Telefon ging, fand diese Realität ein abruptes Ende.

»Nina«, sagte meine Mutter seufzend, »ihm bleibt nicht mehr viel Zeit. Du solltest sofort herkommen.«

Meine Hände zitterten so sehr, dass ich aufpassen musste, das Telefon nicht zu Boden fallen zu lassen. Während der letzten paar Wochen, in denen ich einen schrecklichen Anruf nach dem anderen erhalten hatte, hatte ich mich gefühlt, als wäre ich in einem anderen Universum gelandet. Der erste Anruf kam von einer Krankenschwester in einem Hospital, die mich über den Verkehrsunfall meines Vaters in Kenntnis setzte. Meine Nummer war die Letzte, die mein Vater auf seinem Mobiltelefon gewählt hatte, weshalb mir die entsetzliche Aufgabe zufiel, die Neuigkeit meiner Mutter zu überbringen. Die Berichte der letzten Tage hatten nicht von Besserung gehandelt, und sie waren mehr und mehr von sachten Aufforderungen abgelöst worden, mich auf das Unausweichliche vorzubereiten. Nun war ich dankbar dafür, dass ich nicht mehr die Überbringerin der Nachrichten sein musste, sondern nur noch Empfängerin war.

Es fühlte sich so sonderbar an, den Raum zu durchqueren und mir Schlüssel und Mantel zu schnappen, Tätigkeiten, die viel zu banal erschienen, um den Anfang des Weges zu kennzeichnen, an dessen Ende ich mich von meinem Vater würde verabschieden müssen. Auf dem Weg zum Wagen trauerte ich um mein gewöhnliches Leben, das nun so weit entfernt schien, und ich hörte nicht damit auf, bis ich den Schlüssel im Zündschloss umdrehte.

Mein Vater hatte es bis an die Spitze der Schifffahrtsindustrie geschafft, die er mit eiserner Faust beherrscht hatte, aber ich kannte seine sanfte Seite. Er war der Mann, der wichtige Besprechungen verließ, um meine belanglosen Anrufe anzunehmen, der meine Kratzer gesundküsste und Märchen umformulierte, sodass am Ende stets die Prinzessin den Prinzen rettete. Und nun lag er hilflos in seinem Bett, welkte dahin in dem großen Schlafzimmer, das er mit meiner Mutter teilte.

Agatha, unsere Haushälterin, empfing mich an der Tür. »Deine Mutter erwartet dich schon, Liebes. Du gehst am besten gleich hinauf.«

Sie nahm mir meinen Mantel ab, und als ich die Treppe hinaufstieg, fühlte ich, wie der Kloß in meiner Kehle mit jedem Schritt größer wurde.

Seine Privatschwester schob sich an mir vorbei, als ich das Zimmer betrat, und ich zuckte regelrecht zusammen, als ich ihn sah. Sein Gesicht war eingefallen und von einem dünnen Schweißfilm überzogen, und sein sonst so sauber rasiertes Kinn war dunkel von den Barthaaren, die seine trockenen Lippen umwucherten. Meine Mutter murmelte tröstende Worte, während sich seine Brust unter mühsamen Atemzügen hob und senkte. Das gedämpfte Piepen und Summen der Pumpen und Überwachungsmonitore bildete die Hintergrundmusik meines schlimmsten Albtraums.

Wie bei all den anderen Besuchen, die ich meinem Vater nach seinem Unfall abgestattet hatte, verwandelten sich meine Beine auch jetzt in Wurzeln, die sich durch meine Schuhsohlen tief in den hölzernen Boden gruben. Ich konnte nicht mehr vor oder zurück.

Meine Mutter blickte mit ermatteten, kummervollen Augen auf. »Nina«, rief sie verhalten, »komm her.«

Ihre Hand hob sich und winkte mich heran, aber meine Füße wollten sich nicht rühren. Sie seufzte verständnisvoll und kam zu mir, den Arm immer noch ausgestreckt. Ich konnte mich nicht vom Anblick meines Vaters und von seinem schwachen Atem lösen, als sie die Finger um meine Schultern schloss und mich sanft voranschob, und nach einigen widerstrebenden Schritten blieb ich erneut stehen.

»Ich weiß«, flüsterte sie.

Die Schuhsohlen millimeterweise vom Boden schälend, ließ ich mich von ihr zum Bett führen. Mein Instinkt verlangte von mir, dass ich ihm half, aber das Einzige, was noch zu tun blieb, war, darauf zu warten, dass sein Leiden endete.

»Jack, Liebling«, wandte sich meine Mutter in besänftigendem Ton an meinen Vater. »Nina ist hier.«

Als ich sah, wie er um Atem rang, beugte ich mich vor und flüsterte ihm ins Ohr: »Ich bin hier, Daddy.«

Sein Atem setzte für einen Moment aus, und er murmelte tonlose Worte.

»Nicht sprechen. Ruh dich einfach aus.« Meine zitternden Finger griffen nach seiner Hand. »Ich bleibe bei dir.«

»Cynthia?« Thomas Rosen, der Freund und Anwalt meines Vaters, wartete in der hinteren Ecke des Raums. Mom warf noch einen gepeinigten Blick auf meinen Vater, drückte mich dann für einen Moment an sich und ging stumm zu Thomas. Als sie miteinander sprachen, wurden ihre Stimmen zu einem summenden Strom, nicht lauter als die Maschinen, an die mein Vater angeschlossen war.

Wieder holte er mühsam Luft, während ich ihm sanft das graumelierte Haar von der feuchten Stirn strich. »Niii…« Er schluckte. »Nina.«

Mein Blick wanderte zu meiner Mutter, die sich leise unterhielt, und ich suchte in ihrem Gesicht nach einem Zeichen der Hoffnung, doch als ich die Sorge in ihren Augen wahrnahm, schaute ich wieder meinen Vater an und bereitete mich auf den Abschied vor.

»Daddy«, fing ich an, doch dann fehlten mir die Worte. Meine Lider senkten sich herab, als der Wunsch, sein Leiden zu lindern, mich überwältigen wollte. Stockend verließ der Atem meine Brust, ehe ich es noch einmal versuchte. »Ich sollte dir sagen, dass es okay ist … dass du nicht meinetwegen bleiben musst, aber das kann ich nicht.«

Sein Atem wurde langsamer. Er hörte mir zu.

»Ich will nicht die sein, die dich gehen lässt, Daddy. Ich will, dass es dir besser geht, aber ich weiß, dass du müde bist, und wenn du lieber schlafen möchtest, dann … ist das in Ordnung für mich.« Seine Mundwinkel bebten, als sie versuchten, sich aufwärtszubiegen.

Meine Lippen lächelten, doch um sie herum zerfiel mein ganzes Gesicht. »Du wirst mir fehlen, Daddy. Ich werde dich so vermissen.« Ich schnappte nach Luft, und er auch, aber dieses Mal war es anders. Da war kein Kampf mehr in ihm.

Wieder sah ich mich zu meiner Mutter um, die mich mit trüben, feuchten Augen beobachtete. Dad atmete noch einmal tief ein und langsam wieder aus. Das Leben endete, als das letzte bisschen Sauerstoff seine Lunge verließ. Das Geräusch erinnerte mich an einen Reifen, der Luft verlor, langsam und ebenmäßig, bis nichts mehr übrig war. Sein Körper entspannte sich, und sein Blick wurde leer und ausdruckslos.

Die Schwester brachte den Dauerton des Herzmonitors zum Schweigen, während ich das friedvolle Gesicht musterte. Die Erkenntnis, dass mein Vater wirklich tot war, spülte in Wogen über mich hinweg. In mir verkrampfte sich alles, und meine Arme und Beine fühlten sich fremd an, als würden sie nicht mehr zu mir gehören. Ich nickte, lächelte sogar, ignorierte die Tränen, die mir über die Wangen liefen. Er hatte auf meine Worte vertraut und losgelassen.

Thomas berührte meine Schulter und trat ans Kopfende des Betts. Dann beugte er sich vor, legte die Hände über die Augen meines Vaters und flüsterte wohlklingende Worte auf Hebräisch. Ich beugte mich über die Brust meines Vaters und umarmte ihn. Zum ersten Mal in meinem Leben erwiderte er meine Umarmung nicht.

Den Blick gesenkt, betrachtete ich die Todesanzeige des Beerdigungsinstituts. Durch Gedankenstriche getrennt standen auf der Vorderseite in eleganten Lettern Geburts- und Todesdatum meines Vaters. Als mir bewusst wurde, dass dieses bisschen Tinte für sein ganzes Leben stehen sollte, verzog ich gepeinigt das Gesicht.

Das Papier glitt in die Innentasche meines Mantels, gerade in dem Moment, in dem sich der Bus mit einem wässrigen Rauschen auf der nassen Straße näherte und direkt vor mir hielt.

Die Tür öffnete sich, aber ich blickte nicht einmal auf. Keine aussteigenden Pendler waren zu hören. Meine Nachbarn hatten wenig Bedarf für öffentliche Verkehrsmittel, besonders nicht so spät am Abend. Diejenigen, die sie benutzten, gehörten alle zum Personal der kolossalen Residenzen der Umgebung.

»Miss?«

Der Busfahrer räusperte sich, um meine Aufmerksamkeit zu wecken, und als ich immer noch nicht reagierte, schloss er die Tür. Die Druckluftbremse löste sich, und der Bus entfernte sich langsam vom Rinnstein. Ich versuchte, nicht an den Tag zu denken, der gerade erst zu Ende ging, aber mein Kopf war voll davon.

Wie damals als Kind suchte ich Trost und wiegte mich vor und zurück. Der warme Pfirsichton hatte meine Finger längst verlassen, und nun erinnerten sie mich an die gefalteten Hände meines Vaters in seinem Sarg.

Kalte Luft füllte meine Lungen, und meine Brust verkrampfte sich, ergab sich schließlich dem Schluchzen, das sich einen Weg an die Oberfläche erkämpfte. Noch vor wenigen Momenten hatte ich geglaubt, ich hätte keine Tränen mehr, und nun fragte ich mich, wie viel ich noch würde erdulden müssen, ehe mein Körper endlich zu erschöpft wäre, um noch länger zu weinen.

»Kalte Nacht, was?«

Ich schniefte und warf einen ärgerlichen Blick auf den Mann, der sich auf den freien Platz neben mir gesetzt hatte. Ich hatte ihn gar nicht kommen gehört. Er hauchte in seine Hände, rieb sie und bedachte mich mit einem beruhigenden Grinsen.

»Sieht so aus«, antwortete ich.

Er schaute auf seine Armbanduhr und seufzte. »Verdammt«, murmelte er beinahe tonlos. »Schätze, wir haben den letzten Bus verpasst.«

Er zog ein Telefon aus der Tasche seiner schwarzen Motorradjacke und wählte. Gleich darauf meldete er sich freundlich und bestellte ein Taxi.

»Wollen Sie mitfahren?«

Unwillkürlich misstrauisch, blickte ich ihn an. Seine blaugrauen Augen wurden schmaler, als er in Anbetracht meines Gesichtsausdrucks eine Braue hochzog. Ich muss ausgesehen haben wie eine Irre, und vermutlich überdachte er sein Angebot nun noch einmal.

Plötzlich wurde mir bewusst, wie sich der Winter unbehaglich einen Weg durch meinen Mantel bahnte, in meine Haut sickerte und sich in meine Knochen bohrte, und ich verschränkte die Arme vor der Brust. Ich musste zurück zur Uni; ich hatte immer noch eine Hausarbeit zu schreiben.

»Ja, gern. Danke.«, sagte ich mit zitternder Stimme.

Nach einem Moment peinlichen Schweigens, ergriff der Mann erneut das Wort: »Arbeiten Sie hier in der Gegend?«

»Nein.« Mir war nicht ganz wohl dabei, das Gespräch fortzusetzen, aber zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass ich neugierig war. »Und Sie?«

»Ja.«

Wie sonderbar. Er sah nicht nach einem Dienstboten aus. Aus dem Augenwinkel betrachtete ich seine Uhr. Definitiv kein Dienstbote.

»Was machen Sie?«

Er antwortete nicht sofort. »Ich … befasse mich mit privaten Sicherheitsdienstleistungen.« Er nickte, als wäre er mit seiner Wortwahl zufrieden.

»Ich bin Studentin«, verriet ich ihm, bemüht, das dumme Beben in meiner Stimme zu unterdrücken.

Er starrte mich mit einer Miene an, die ich nicht recht deuten konnte, ehe er den Blick wieder nach vorn richtete. Er war älter als ich, aber höchstens fünf oder sechs Jahre. Ich fragte mich, ob er wusste, wer ich war. Da war eine Spur von Vertrautheit in seinen Augen, die ich aber nicht so ganz einordnen konnte.

Sein Mobiltelefon vibrierte, und er klappte es erneut auf, um eine SMS zu lesen. Offenbar bemüht, ein Gefühl zu verbergen, klappte er es wieder zu und steckte es ein, ohne zu antworten, und danach sagte er kein Wort mehr, bis das Taxi eintraf.

»Wohin?«, fragte der Fahrer mit kehliger Stimme.

»Brown University«, bat ich. »Bitte.«

»Aha. Ist das das einzige Ziel?«

»Nein«, entgegnete mein unerwarteter Begleiter.

Mir fiel auf, dass er darauf bedacht schien, seine Adresse nicht zu nennen, und das kam mir seltsam vor. Aber vielleicht war es das gar nicht; vielleicht war ich auf ihn einfach neugieriger, als ich mir eingestehen mochte. Ich war überrascht, dass ich überhaupt für irgendetwas empfänglich war, und froh über die unvermeidliche Ablenkung, die ich diesem Fremden verdankte.

»Ich bin übrigens Jared.« Grinsend streckte er seine Hand nach meiner aus.

»Nina.«

»Wow, Ihre Hände sind eiskalt!«, bemerkte er und schloss auch die andere Hand um meine.

Ich zog meine Hand weg, aber nicht, ohne seinen auffallend warmen Griff wahrzunehmen. Für einen Moment musterte ich ihn, lauschte auf innere Stimmen, die mich vor Gefahr warnen könnten, doch das einzige Gefühl, das sich regte, war Neugier.

Ihm wurde offenbar bewusst, dass er zu weit gegangen war, und er entschuldigte sich mit einem schwachen Lächeln. Ich strich mein Haar hinter die Ohren und starrte zum Fenster hinaus. Draußen peitschte der Wind, fegte die sich sammelnden Flocken über die Straße, sodass sie wie weiße Schlangen vor uns hersausten. Der Anblick brachte mich zum Schaudern, und ich wickelte mich fester in meinen Mantel.

»Brown, ja?«, fragte Jared. Wieder vibrierte sein Mobiltelefon, und er öffnete es noch einmal.

Ich nickte. »Brown.« Er sah mich immer noch fragend an, also fügte ich hinzu: »Betriebswirtschaft im Hauptfach.«

Die Verdrossenheit, die ihm der unerwünschte Anrufer offenbar bereitet hatte, schmolz dahin, als sich unsere Blicke trafen. Wie es schien, hatte er gerade erst erkannt, dass ich geweint hatte.

»Alles in Ordnung?«

Ich senkte den Blick und fummelte an meinen Fingernägeln herum. »Wir haben heute meinen Vater beerdigt.« Mir fiel auf, dass ich keine Ahnung hatte, warum ich derart persönliche Informationen mit einem Fremden teilte.

»Sie haben ihm nahegestanden«, sagte Jared, und das war eher eine Feststellung als eine Frage.

Ich wartete auf den absehbaren mitleidigen Blick, aber da war nichts, und die Erleichterung darüber entlockte mir ein Lächeln, das sich wiederum zu einem einseitigen Grinsen steigerte. Nun erst fiel mir sein hübsches Gesicht auf. Es war sogar mehr als nur hübsch, nun, da ich genauer hinsah. Er war ziemlich attraktiv, wirklich …

»Wo genau wollen Sie hin?«, quäkte der Taxifahrer. Ich löste den Blick von Jared und deutete in die Richtung, in der sich mein Wohnheim befand. »East Andrews Hall.«

Das Taxi hielt, und Jared stieg automatisch aus. Kaum war seine Tür zu, öffnete sich meine.

»Danke«, sagte ich.

»Es war schön, Sie kennengelernt zu haben, Nina.« In seinem Ton lag eine gewisse Bestimmtheit, die über bloße Höflichkeit oder auch Ernsthaftigkeit deutlich hinausging. Er sprach die Worte mit Überzeugung.

Ich nickte und tat einen Schritt auf mein Wohnheim zu. Er blieb noch kurz stehen und lächelte mir einmal mehr zu, und ich fühlte mich zum ersten Mal seit Wochen nicht einfach nur leer. Dann stieg er wieder ein, und ich sah zu, wie das Taxi abfuhr, ehe ich mich in den Wind drehte und zur Andrews marschierte.

Zurück in meinem Zimmer fiel mir im Spiegel mein Erscheinungsbild auf, und ich keuchte erschrocken. Guter Gott, kein Wunder, dass Jared sich genötigt gefühlt hatte, mir zur Seite zu stehen! Ich sah aus wie eine obdachlose, verzweifelte Cracksüchtige auf Entzug! Mit der Bürste zerrte ich an meinem blonden Bob, kämmte meinen Pony stramm zurück und klemmte ihn fest. Dann trat ich ans Waschbecken und schrubbte mir den verschmierten Mascara und das fleckige Make-up von der Haut.

Stirnrunzelnd zog ich mein Mobiltelefon aus der Tasche und drückte die Schnellwahltaste, um meine Mutter anzurufen.

»Nina?«, sagte sie sofort.

»Bin zu Hause, Mom.«

Sie seufzte. »Gut. Du weißt, ich mag es nicht, wenn du den Bus nimmst. Robert hätte dich fahren können. Nimm zwei von den Pillen, die ich dir heute gegeben habe, ja? Die helfen dir zu schlafen.«

Ich verdrehte die Augen. Meine Mutter – ein wandelnder Werbeprospekt der Apotheken von Providence.

»Ich werde wahrscheinlich in dem Moment einschlafen, in dem mein Kopf das Kissen berührt.« Nicht die reine Wahrheit, aber es würde reichen, um meine persönliche Pharmazeutin in Schach zu halten.

»Okay, Liebling. Schlaf gut.«

Mein Zimmer kam mir kleiner vor. Die weißen Wände auf meiner Seite waren erbärmlich kahl. Getrieben von dem Gefühl, beobachtet zu werden, lugte ich quer durch den Raum zu meiner Zimmergenossin hinüber. Ihre Seite des Raums ging beinahe unter in Teddybärenpostern und Mannschaftsfarben. Meine Dekoration bestand aus einem Schmuckrahmen auf dem Nachttischchen, in dem ein Bild steckte, das meine Eltern und mich bei der Abschlussfeier der Highschool vor ein paar Monaten zeigte.

»Wie geht es deiner Mom?«, fragte Beth unter ihrer babyrosafarbenen Decke.

»Sie ist … traurig.«

»Und wie geht es dir?«

»Genauso«, gestand ich seufzend. Mein bestimmter Ton schien Beth zu entspannen, denn als ich meinen Pyjama anzog, hörte ich sie ebenmäßig atmen.

 

Jamie McGuire

Über Jamie McGuire

Biografie

Jamie McGuire ist in Tulsa, Oklahoma, aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in der Nähe ihrer Heimatstadt. Ihr erster Roman, »Beautiful Disaster«, war ein internationaler Erfolg, an den sich weitere New-York-Times-Bestseller anschlossen.

Kommentare zum Buch

Auftakt einer neuen Fantasyreihe!
Michelle von All you need is a lovely book am 24.05.2016

„Bound to you: Providence“ ist eine weitere Reihe von Jamie McGuire. Hierbei handelt es sich um den ersten Band und damit um den Auftakt einer neuen Fantasytrilogie.   Taschenbuch: 464 Seiten Verlag: Piper Taschenbuch (2. Mai 2016) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3492280773 Preis Taschenbuch: 9,99€ Preis eBook: 9,99€ Vom Hersteller empfohlenes Alter: 17 - 18 Jahre Originaltitel: Providence   Klappentext Als die junge Studentin Nina nach der Beerdigung ihres Vaters den attraktiven Jared kennenlernt, scheint zum ersten mal seit Langem Licht in ihr trauerndes Herz. Doch war ihre Begegnung wirklich Zufall? Jared scheint alles über sie zu wissen – mehr als ihre besten Freunde, vielleicht sogar mehr als sie selbst. Aber Jared ist nicht das einzige, und auch nicht das gefährlichste Rätsel, das Nina lösen muss. Auf der Suche nach der Wahrheit über den Tod ihres Vaters gerät Nina zwischen die Fronten eines Krieges, der älter ist als die Menschheit …   Meinung Der Schreibstil der Autorin ist gut und flüssig zu lesen. Es gibt keine Probleme bei der Verständlichkeit. Die Charaktere werden bildhaft und detailreich beschrieben.   Das Taschenbuch hat einen neuen Look bekommen. Es jetzt nicht mehr weiß mit zwei Personen vorn drauf, sondern grau-blau mit einem Spiegel und Flügeln. Dies finde ich, passt auch super zur Story.   Nachdem ich den ersten Band der Beautiful-Reihe von ihr gelesen habe und mehr als enttäuscht war, wollte ich dieser Reihe doch eine Chnace geben. Sozusagen die zweite Chance für die Autorin. Diesmal ist es aber kein New adult Roman, sondern geht eher in die Fantasyrichtung.   Es ist der Auftakt einer Fantasy-Trilogie und behandelt im ersten Band vordergründig die Liebesgeschichte zwischen Nina und Jared. Jared taucht immer dann auf, wenn Nina ihn gerade dringend braucht. So ist es auch nach dem Tod ihres Vaters. Nina und Jared sind Gegensätze, die sich anziehen und perfekt ergänzen.   Oft ist Nina zu gutgläubig und naiv und sieht die bösen Dinge nicht direkt. Jared ist dagegen ein Pessimist, der sich über alles und jeden Sorgen macht. Gemeinsam sind sie perfekt und können das Leben genießen.   Der Fantasyanteil ist hier noch nicht ganz so groß. Die Thematik Himmel und Hölle/ Engel und Dämon, ist nichts Neues, aber Jamie McGuire bringt es erfrischend rüber. Ich kann also festhalten, dass diese Reihe besser ist, als die Maddox-Reihe.   Eine super Mischung aus Action, Liebe, Fantasy, aber auch Humor sammelt sich zu einem großen Ganzen. Der Einstieg war sehr gut. Man hat viele Vermutungen wohin es geht. Einige davon bewahrheiten sich, andere nicht. Wenn man das Cover aber richtig betrachtet bzw. studiert, weiß man ja schon, auf was die Geschichte hinausläuft.   Insgesamt ist das Buch wirklich super. Das Ende hat mich zufrieden und gespannt auf den zweiten Band zurück gelassen. Dort scheint es dann auch etwas mehr Fantasyelemente zu geben. Nur ein kleiner Abzug hinsichtlich des Endes, muss ich machen. Dieses kam mir einfach zu schnell.   Fazit   Mit diesem Auftakt der Trilogie konnte mich Jamie McGuire in ihren Bann ziehen. Die Liebesgeschichte vermischt mit den paranormalen Elementen konnte mich überzeugen. Die anderen Bände werde ich bestimmt auch noch lesen. Ich kann das Buch also wirklich empfehlen!

Toller Auftakt einer neuen Reihe
Colette von skjoonsbuecher am 27.01.2016

Nina hat gerade ihren Vater verloren. Als sie zurück an ihre Uni kommt lernt sie den gutaussehenden Jared kennen, der plötzlich immer überall dort auftaucht, wo sie sich gerade aufhält. Nina und Jared verstehen sich von Anfang an richtig gut und ehe sich beide versehen, haben sie sich ineinander verliebt. Doch warum weiß Jared so viel über Nina und warum ist Ninas Mutter gegen die Beziehung? Als Jared ihr sein Geheimnis anvertraut, ahnt sie noch nicht, was bald alles passieren wird....   Ich habe im Vorhinein schon viele eher kritische Stimmen zu diesem Buch gelesen und war so dementsprechend doch sehr gespannt, wie mir dieses Buch nun gefallen würde. Und was soll ich sagen? Ich bin echt positiv überrascht. In "Providence" lernen wir die junge Studentin Nina kennen, die gerade erst ihren Vater verloren hat und noch sehr darunter leidet. Ihr Leben wird aber relativ schnell wieder etwas besser, als sie den jungen und ziemlich gutaussehenden Jared kennen lernt, der irgendwie überall auftaucht, wo sie ist.   Ich muss schon sagen, mir hat die Geschichte rund um Jared und Nina super gut gefallen hat. Nina fand ich super sympathisch und Jared ist auch ein toller Mann.Die Liebesgeschichte der beiden wird echt schön erzählt, ohne langweilig zu werden. Dies war mein allererstes Buch der amerikanischen Bestsellerautorin Jamie McGuire, die ja besonders mit ihrem Roman "Beautiful Disaster" sehr bekannt wurde. Und ich weiß jetzt schon, es wird definitiv nicht mein letztes Buch von ihr gewesen sein! Sie schafft es eine Geschichte spannend zu             erzählen, liebenswürdige Charaktere zu schaffen und trotzdem nicht zu kitschig zu werden. Ich fand die Geschichte richtig spannend und es passiert doch einiges, womit man so zu Beginn nicht unbedingt gerechnet hätte. Aber ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt und werde mit großer Sicherheit auch noch die zwei Folgebände lesen. Starke vier von fünf Sternchen!

Sehr langatmig
Kat am 13.09.2015

Bound to you - Providence Aus dem Amerikanischen von Frauke Meier Originaltitel: Providence Buchserie: Bound to you #1 Autor/in: Jamie McGuire Genre: Contemporary, Romantasy Ausgabe: Klappenbroschur, eBook Seiten: 464 Verlag: ivi ISBN: 978-3-492-70326-0 Quelle: www.piper.de   Klappentext: Die junge Studentin Nina vesucht gerade mit dem Tod ihres Vaters klarzukommen, als sie an einer Bushaltestelle ihren Traumtypen Jared kennenlernt. Doch war ihr Begegnung wirklich Zufall? Jarded scheint alles über sie zu wissen - mehr als ihre besten Freunde, vielleicht sogar mehr als sie selbst. Aber Jared ist nicht der einzige, und auch nicht das gefährlichste Rätsel, das Nina lösen muss. Auf der Suche nach der Wahrheit über den Tod ihres Vaters gerät Nina zwischen die Fronten eines Krieges, der älter als die Menschheit selbst.   Meine Meinung: Nach dem ich die 'Beautiful'-Reihe der Autorin gelesen habe und sie geliebt und gefeiert habe wollt ich unbedingt ein weiteres Buch von ihr lesen. 'Bound to you' hat mich ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht. Mir kam die Geschichte am Anfang sehr kalt und gefühlslos rüber. Es hat sich auch ziemlich in die Länge gezogen und habe auch beinahe das Buch abgebrochen. Dann kam jedoch dieser gewisse Wendepunkt bei dem die Geschichte ihr Spannung aufgenommen hat.   In Nina hab ich mich anfangs sehr gut identifizieren können und konnte ihre Art und ihre Entscheidung nachvollziehen. Aber nach einer Weile war es für mich schwierig ihre Handlungen und Gedanken nachzuvollziehen. Sie lassen sie leider jünger wirken als sie ist.   Jared hingegen war sehr interessant. Er wirkt wie ein typischer Bad-Boy aber dieser Eindruck verebbt im Laufe des Buches immer mehr nach, sodass er ein paar Sympathiepunkte erntet. Man merkt das Jared sehr viele Geheimnisse in sich trägt und möchte auch diese herausfinden.   Im großem und ganzen gefiel mir 'Bound to you - Providence' nicht. Die Story an sich war total genial aber sie wurde schlecht umgesetzt. Was jedoch gut gelungen ist, ist der Nebencharakter Ryan. Er ging an manchen Stellen ziemlich auf die Nerven aber er ist einfach nur goldig und süß! Was er für eine Rolle jedoch trägt, das müsst ihr selber herausfinden.   Jamie McGuires Schreibstil war bei diesem Buch und wie bei jedes ihrer anderen Bücher sehr flüssig und locker. Leider konnte sie mich mit diesem Buch nicht fesseln, was ich sehr schade finde.   Fazit: Die Charaktere waren ziemlich blass, kalt und gefühlslos. Im Grunde genommen könnte dieses Buch echt gut werden jedoch wurde sie wie oben schon gesagt nicht richtig umbesetzt worden. Etwa in der Mitte des Buches wurde es auch langatmig und ich war kurz davor es abzubrechen. Applaus das ich es nicht getan habe! :-D Ich bin mir noch ziemlich unsicher ob ich die restlichen 2 Bände der Reihe noch lesen werde. Mal schauen wie es sich entwickelt.   erhält 2 von 5 Äffchen   Vielen Dank an den ivi-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplar!

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