8 Tipps zur Zyklusstrategie
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8 Tipps,

wie der Zyklus das Leben leichter macht

Montag, 27. April 2015 von Ohl, Sabeth, Dignös, Eva


Frauen können von ihrem Zyklus profitieren. Für die Herausforderungen des Alltags, im Job, für ihre persönlichen Erfolge. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Hormone nicht nur den Eisprung steuern, sondern auch das Verhalten beeinflussen.

Fazit: Wer seinen Zyklus kennt, ist klar im Vorteil.

1. Effektiver trainieren

Die Zyklushormone trainieren mit: Vor dem Eisprung ist Krafttraining besonders wirkungsvoll, die Muskeln wachsen schneller. Denn Östrogen fördert den Aufbau von Eiweiß – und genau das ist es, was ein Muskel braucht, um an Kraft zuzulegen. Nach dem Eisprung dagegen ist Ausdauertraining sinnvoll. Jetzt kurbelt nämlich Progesteron den Stoffwechsel an und damit auch die Fettverbrennung. Und wie ist es mit Sport während der “Tage”? Medizinisch kein Problem und deshalb vor allem eine Frage des persönlichen Wohlbefindens. Jogging oder Couch - machen Sie das, was Ihnen gut tut.

2. Klüger shoppen   

Besonders um den Eisprung herum, in unserer fruchtbaren Phase, neigen wir dazu, mehr Geld auszugeben für Kleider, Kosmetik und Accessoires – für all die schönen schmückenden Dinge, die uns noch schöner aussehen lassen. Dahinter steckt ganz profan die Evolution, der Wunsch, sich fortzupflanzen. Wir  wollen in dieser Zeit Blicke potenzieller Partner auf uns lenken und uns vom Feld der Wettbewerberinnen absetzen. Einkaufen an den fruchtbaren Tagen – schlecht für den Kontostand. Die kluge Frau shoppt antizyklisch. Dann also, wenn der Eisprung wieder vorbei ist.

3. Motivierter abnehmen    

Einmal im Monat ist es soweit, da zieht uns der Kühlschrank magisch an. Dann nämlich, wenn wir uns in Richtung unserer “Tage“ bewegen. Wenn es theoretisch sein könnte, dass wir schwanger sind. Unsere Biologie erwartet jetzt von uns: Reserven anlegen für den Nachwuchs. Süß und fettig muss es sein. Energiereich. Wenn wir jetzt entscheiden, eine Diät zu machen, kann das nicht gutgehen. Zu viel innerer Widerstand. Frauen, die ihre Diät nach den “Tagen“ starten, könnten im Vorteil sein: Auf dem Weg zum Eisprung, der Zeit, wenn es – evolutionsbiologisch gesehen – auf Partnersuche geht, achten sie unbewusst mehr auf ihre Figur. Essen eher Salat als Pizza. Eine Diät könnte jetzt eher zum Ziel führen als in anderen Phasen des Zyklus.

4. Überzeugender verhandeln   

Rund um den Eisprung fahren Frauen die Ellenbogen aus. Selbst gut dastehen und Konkurrentinnen blass aussehen lassen - darum geht es jetzt. Evolutionsgeschichtlich gesehen dient das der Vermehrung: Das Weibchen will beim besten Männchen landen. Doch warum nicht solche Mechanismen auch im Job nutzen? Und Verhandlungen genau auf diese Tage legen, in denen wir besonders durchsetzungsstark sind? Aber Achtung: Wir sind Männern in dieser Phase deutlich zugewandter und sie uns auch. Lassen Sie sich nicht mit Komplimenten einwickeln -  und dann doch wieder Aufgaben aufs Auge drücken, die Sie eigentlich gar nicht übernehmen wollten.

5. Attraktiver rüberkommen    

Es gibt ihn, den richtigen Zeitpunkt fürs Bewerbungsfoto. Dann nämlich, wenn unsere Haut frisch und rein wirkt, gesünder aussieht. Weil sie unter dem Einfluss des weiblichen Superhormons Östrogen besser durchblutet wird und weil sich Wasser einlagert. Rund um den Eisprung also kann sich die Gesichtsform leicht verändern, das Gesicht weicher und runder aussehen. Und vielleicht ist da noch ein Funkeln in den Augen ... Besonders wenn wir fruchtbar sind, strahlen wir etwas Besonders aus – was sich offenbar auch auf Fotos wiederfindet.

6. Erfolgreicher flirten     

Männervorlieben schwanken mit dem Zyklus. Rund um den Eisprung haben tatsächlich die Machos bessere Karten, auch wenn wir eigentlich wissen, dass sie nicht gerade zu den zuverlässigsten Vertretern ihres Geschlechts gehören. Aber sie sehen doch so gut aus - und versprechen deshalb gute Gene für starken, fitten Nachwuchs. An den übrigen Tagen dagegen bekommen die softeren und zuverlässigeren Typen ihre Chance. Blöd nur, dass wir, wenn die Hormone wieder kitzeln, manchmal vergessen, wie gut wir es mit ihnen haben. Deshalb könnte vor dem Date ein Blick in den Zykluskalender lohnen. Und wir sollten uns Gedanken machen, was wir eigentlich wollen: eine kurze Affäre oder den Partner und Familienvater fürs Leben.

7. Cleverer streiten   

Musste das jetzt sein? Ein blöder Streit um Kleinigkeiten und schon ist der ganze Abend gelaufen. Nein, natürlich hätte es nicht sein müssen, weil uns die herumliegenden Socken sonst ja auch nicht so aufregen. Aber immer dann, wenn die Hormone ihren Tiefstand erreichen, kurz vor der Periode, sind wir einfach stärker auf Nörgelei, auf Streit gebürstet. Das lässt sich auch mit Zykluskalender oft nicht verhindern - aber wenn wir wissen, woran’s liegt, können wir es unserem Partner oder unseren Kinder wenigstens erklären. Oder eine Methode finden, diesen inneren Unzufriedenheits-Rappel abzubauen, bevor es zum Krach kommt. Durch Sport zum Beispiel.

8. Souveräner in Schale werfen  

Was ziehe ich heute nur an? Wenn es morgens mal wieder länger dauert, haben wir ab sofort eine gute Entschuldigung: Es liegt an den Hormonen! Denn während wir in der Mitte des Zyklus lieber in den Spiegel schauen, eher denken “Wow!“ und uns ruckzuck für ein Outfit entscheiden, tun wir uns an den unfruchtbaren Tagen schon schwerer. Wir nörgeln an uns herum, fühlen uns eher unwohl in unserer zweiten Haut, probieren dies, probieren das – und finden uns in fast jeder Klamotte einfach nur schrecklich. Und die Zeit läuft, der Job ruft ... Wenn wir an diesen Tagen morgens genug Zeit einplanen und eine Tasse Kaffee mehr, kommen wir vielleicht gelassener zu einem Kompromiss.


aus: Sabeth Ohl + Eva Dignös»Die Zyklusstrategie«

Blick ins Buch
Die ZyklusstrategieDie Zyklusstrategie

Weibliche Power-Potenziale erkennen und Tag für Tag nutzen

Welchen Einfluss hat der Zyklus einer Frau auf Denken und Fühlen, auf Leistungsfähigkeit, Partnerwahl oder Kaufentscheidungen? Wann kann er beflügeln - zum Beispiel im Job? Und wie können Frauen Stärken aus den schwächeren Tagen ziehen? Könnte ihnen eine persönliche Zyklusstrategie helfen? Und wie ist das bei Frauen, die hormonell verhüten? Die beiden Autorinnen Sabeth Ohl und Eva Dignös werfen in ihrem Buch »Die Zyklusstrategie« einen neuen und positiven Blick auf den weiblichen Zyklus und zeigen, dass er weit mehr ist als ein lästiges wiederkehrendes Ereignis. Sie haben Studien ausgewertet, mit führenden Wissenschaftlern gesprochen – und natürlich mit vielen Frauen. Dabei verlieren die Autorinnen nicht aus den Augen, dass jeder Zyklus einzigartig ist. Sie wollen nicht vorschreiben, wie sich eine Frau in den verschiedenen Phasen ihres Zyklus fühlen muss, wie sie sich zu verhalten hat. Sie möchten zeigen, was alles möglich sein kann. Herausgekommen ist ein unterhaltsames Sachbuch, das zeigt, wie Frauen die Stärken ihres Zyklus erkennen und bewusst nutzen können.
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EINFÜHRUNG

 

Den Zyklus nutzen? Von ihm profitieren? Für die Heraus­forderungen des Alltags, für die Karriere, den Erfolg? So ein Blödsinn! Das ist doch verrückt!
Ist es das, was Sie gerade denken?
Weil Sie nicht als Hormonbündel gelten möchten. Weil es Sie unendlich nervt, wenn sich zwei Kollegen mit wissendem Blick zuwispern: » Die hat doch bestimmt gerade ihre Tage. «
Und weil Sie damit nicht alleine sind. Den meisten Frauen, die wir kennen, fallen spontan jede Menge Geschichten ein. Über Tränen im Streitgespräch mit dem Chef, Tampons, die ( natürlich immer vor Publikum ) aus der Tasche purzeln, über Pillen und ihre Nebenwirkungen. Oder stressigen Sex nach Terminkalender. Geschichten also zu PMS, Blutung, Verhütung und Kinderkriegen, ungefähr in dieser Reihenfolge. Vor allem aber: negative Geschichten. Sie sehen den Zyklus als Hindernis und Bürde. Schließlich sorgt das Auf und Ab der Hormone für miese Laune, für Sentimentalität und Verletzlichkeit zum falschen Zeitpunkt, für Bauchweh, Pickel, Bad Hair Days und Heulanfälle.
Klar: ohne Zyklus keine Kinder. Aber es gibt viele Monate im Leben einer Frau, in denen Nachwuchs kein Thema ist, und es gibt viele Frauen, für die Nachwuchs nie ein Thema sein wird. Zeiten also, in denen der Zyklus eher als Belastung und nicht als Gewinn empfunden wird. Dabei, und das wissen nur die wenigsten Frauen, können wir ganz einfach den Spieß umdrehen – und von unserem Zyklus profitieren. Ja, tatsächlich, Forschungsergebnisse zeigen: Auch wenn wir besonders gut sind, kann das an den Hormonen liegen.
Und vor allem daran, wie wir sie uns zunutze machen.
Aber dafür müssen wir nicht nur unsere starken Tage ­genau kennen. Wir müssen auch wissen, wie wir Stärken aus den vermeintlich schwachen Tagen ziehen. Müssen lernen herauszufinden, in welcher Phase wir uns im Moment befinden. Warum wir gerade, denn das ist kein Zufall, so sind, wie wir sind. Und welche Strategie im Moment die beste ist: schweigen – oder reden. Durch Zurückhaltung gewinnen – oder erfolgreich auftrumpfen.
Denn auch auf andere wirken wir niemals gleich. Jeden Tag senden wir unbewusst Signale aus, die Kollegen, Freundinnen, Partner, Fremde ebenso unbewusst wahrnehmen. Und zwar immer anders: Stehen unsere Hormone günstig, machen wir nicht nur mehr aus uns, sehen wir besser aus. Sondern andere trauen uns auch mehr zu.
Was Frauen Monat für Monat spüren, beschäftigt zunehmend auch die Wissenschaft. Seit einigen Jahren ist der weibliche Zyklus nicht mehr nur ein Thema für Gynäkologen. Auch Psychologen, Evolutionsbiologen, Marketingexperten oder Hirnforscher interessieren sich dafür, ob und wie die Hormone unser Verhalten beeinflussen. In den letzten Jahren sind dazu jede Menge Studien erschienen. Wir haben mit ­einigen der Wissenschaftler gesprochen. Freuen Sie sich auf interessante Interviews, und erfahren Sie, warum sich Werbestrategen für den Zyklus interessieren, was die Pille mit russischem Roulette zu tun hat und warum Männer beim ­Anblick einer schönen Frau die Ärmel hochkrempeln.
So amüsant das klingen mag: Der Blick auf den Zyklus ist und bleibt eine heikle Sache. Wer will schon, dass Entscheidungen, die man trifft, die Art und Weise, wie man sich anderen gegenüber verhält, nur noch als Resultat einer bestimmten Hormonkonstellation gewertet werden? Die Frau als Sklavin ihrer Eierstöcke – bitte seien Sie sich sicher: Das ist das Letzte, was wir Autorinnen wollen.
Andererseits erleben wir selbst immer wieder, dass gewisse Tage anders sind als andere. Dass wir im Rückblick doch den einen oder anderen Termin hätten anders legen sollen. Dass wir manchmal zu anderen so fies sind, dass wir uns selbst kaum wiedererkennen, und manchmal so selbstbewusst, dass uns alles gelingt. Wir erleben uns ja täglich selbst im Umgang mit anderen, in der Bewertung von Freundinnen und Kolleginnen. Nicht zuletzt haben wir beide miteinander unsere Erfahrungen gemacht, in der Zusammen­arbeit als Chefinnen. Vielleicht konnten wir dieses Buch nur gemeinsam schreiben, weil wir an verschiedenen Redaktions­standorten arbeiteten, also beruflich immer eine Fernbeziehung hatten.
Als Leiterinnen weiblich dominierter Teams kennen wir schnelle Wetterwechsel in der Stimmung. Wir wissen um die besonderen klimatischen Bedingungen in Konferenzen, Budgetverhandlungen und Personalgesprächen unter weiblichen und männlichen Vorgesetzten.
Nicht selten aber haben wir uns geärgert, dass wir am falschen Tag am falschen Ort waren, obwohl wir es – mit einer Zyklusstrategie – hätten besser wissen können, denn viele Termine bestimmt man selbst. Die Beschäftigung mit dem Thema half uns zu erkennen, wann uns die Hormone im Weg stehen. Und wann sie uns pushen.
Verantwortlich dafür sind keine individuellen Gefühls­lagen, sondern richtiggehende Regeln. Gesetzmäßigkeiten, die nicht nur für uns gelten, sondern für die meisten Frauen. Also auch für Sie.
Das ist einer von vielen Gründen, warum für die Wissenschaftler, mit denen wir für dieses Buch sprachen, das Thema Zyklus so ungemein spannend ist. Auch vielen der Frauen, mit denen wir im Zuge unserer Recherche Gespräche führten, war das so noch nicht bewusst. Wir baten sie, uns zu ­erzählen, wie sie sich im Verlauf ihres Zyklus erleben, ob sie gewisse Regelmäßigkeiten entdecken, wie sie mit bestimmten Tagen umgehen – und was sie überhaupt davon halten, den Zyklus zum Thema zu machen. Denn so richtig viel spricht man normalerweise ja nicht darüber. Das hat mit Kulturgeschichte zu tun, aber auch mit persönlicher Sozialisation: Welchen Stellenwert der Zyklus für uns hat, hängt davon ab, wie unsere Mütter und Großmütter mit dem Thema umgingen. Wurde darüber gesprochen? Durfte man als Mädchen Fragen stellen, und wurden sie beantwortet? Wie eine Frau zu ihrem Zyklus steht, hängt aber auch davon ab, welche Erwartungen sie an sich selbst stellt.
Natürlich haben wir auch mit Männern gesprochen. Und wir wissen: Wir werden eine mehr oder weniger geheime männliche Leserschaft haben.
Dieses Buch will den Blick für eine neue Sichtweise öffnen. Der Zyklus und sein Einfluss auf unser Denken, Fühlen und Handeln, das kann für uns Frauen ein Baustein unserer persönlichen Erfolgsstrategie sein. Doch dazu müssen wir zunächst wissen, was die Zyklushormone mit unserem Körper anstellen. Wie diese Botenstoffe arbeiten, wie sie den Kreislauf von Eireifung und Menstruation steuern und wo sie dabei im Körper wirken. Wie sie uns beeinflussen: unseren Orientierungssinn oder unsere Art und Weise, Geld zu investieren. Unsere Konkurrenzbereitschaft, für welchen Mann wir uns entscheiden, und womöglich auch, welchen Politiker wir wählen. Und natürlich, was und wie wir einkaufen. Wir haben jetzt eine sehr gute Entschuldigung, wenn wir morgens mal wieder mehr Zeit vor dem Kleiderschrank und im Bad verbringen müssen. Aber wir geben auch Antworten auf die Frage: Haben wir Einflussmöglichkeiten, und wenn ja, welche?
Und wir erzählen, was sich in unserem Leben auf einmal alles ändern kann, wenn wir die Pille nehmen – oder absetzen. Wenn wir unbeschwert Sexualität genießen, unsere Karriere planen – oder unsere Familie. Mit hormonellen Verhütungsmethoden haben wir heute alle Möglichkeiten.
Frauen, die die Pille nehmen, werden möglicherweise manche Tage anders erleben als Frauen mit natürlichem ­Zyklus. Das hat, wie der natürliche Zyklus auch, seine Vor- und Nachteile. Erfahren Sie in den folgenden Kapiteln mehr darüber, wie die künstlich hergestellten Hormone den Zyklus beeinflussen und damit auch unsere Männervorlieben, unsere Lust und unsere Launen.
Leider konnten wir in unserem Buch lesbische Frauen nicht berücksichtigen, weil es kaum wissenschaftliche ­Arbeiten zum Thema Zyklus und Homosexualität gibt. Das liegt unter anderem daran, dass für Zyklusstudien meist heterosexuelle Frauen gesucht werden. Forscher reduzieren ihre Probanden häufig auf den Durchschnitt. So können sie Gemeinsam­keiten und Unterschiede zum Beispiel in Verhaltensweisen besser identifizieren, einen Mittelwert finden. Einen Trend abbilden.
Lassen Sie sich überraschen, was die Forscher so ans Licht bringen. Sie werden bei manchen Erkenntnissen lachend ­rufen: » Ja, das ist doch bei mir genauso! « Und Sie werden an anderen Stellen empört sagen: » Ich doch nicht! « Ob Sie sich wiedererkennen oder nicht: Die Ergebnisse wissenschaft­licher Studien treffen keine Aussagen über Individuen, lassen sich nicht eins zu eins auf jede von uns übertragen. Sie spiegeln ebenjenen Trend wider. Wenn Sie also sagen: » Ich doch nicht! «, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Sie haben entweder intensiv funktionierende Abwehrmechanismen. Oder Sie haben recht.
Vielleicht macht dieses Buch etwas mit Ihnen. Vielleicht werden Sie eine neue Sicht auf sich selbst und Ihren Zyklus bekommen. Werden besser kommunizieren. Dinge anders anpacken. Beziehungen im Job und im Privaten entspannter gestalten. Als Frau zufriedener und erfolgreicher arbeiten. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen.
PS: Einige von uns Frauen sind überzeugt, dass immer nur die anderen schuld sind, wenn sie mal wieder gereizt und missgestimmt sind. Nach dem Motto: » Hormone! Doch nicht bei mir! Das ist was für Schwache … « Das geht Ihnen auch so? Na immerhin – Sie haben sich dieses Buch besorgt. Lesen Sie ruhig weiter. Es muss ja niemand erfahren … ;– )

 

 

Teil I
MILLIARDENFACH EINZIGARTIG:
DER WEIBLICHE ZYKLUS

Kapitel 1
Ohne Hormone geht es nicht
Die Taktgeber des Zyklus


Einmal rundherum. Und dann wieder von vorn. Frauen ­drehen sich im Kreis. Immer und immer wieder. Oder sagen wir besser: Ihre Biologie dreht sich, ihr Hormonkarussell. Im Schnitt rund 400-mal in ihrem Leben machen verschiedene Cocktails an Zyklushormonen die Runde durch unseren Körper.
» Meine Hormone bringen mich um «, denken wir, wenn uns das prämenstruelle Syndrom ( PMS ) an den Tagen vor den » Tagen « das Wasser in die Augen treibt, nur weil der Chef eine kritische Bemerkung gemacht hat. » Hormon-huhn «, denken wir, wenn die beste Freundin am Mädels-stammtisch mal wieder kein gutes Haar an denen lässt, die nicht dabei sind. » Das sind die Hormone «, sagen wir resi­gnativ-achselzuckend, wenn die pubertierende Tochter uns die Zimmertür vor der Nase zuknallt. Hormone – das klingt nach » unberechenbar «, nach » nicht zu steuern « und ein bisschen immer auch nach » Triebe, Lust und Liebe «.
Dass der Zyklus mehr als drei Jahrzehnte eines Frauen­lebens prägt, ist in der Natur des Frauseins angelegt. Und doch sind es erst wenige Generationen von Frauen, die den Monatszyklus in dieser Regelmäßigkeit erleben, wie wir es heute tun. Schlicht aufgrund der Tatsache, dass Frauen früher häufiger schwanger waren oder ein Kind stillten und in dieser Zeit keinen Eisprung erlebten und somit auch keine Blutung.
Heutzutage, so könnte man glatt sagen, ist er die Regel.
Und zugleich ist der Zyklus so individuell, wie wir Frauen es nur sein können. Ein Thema, bei dem jede mitreden kann und doch nur weiß, was sie selbst erlebt. Da gibt es die Pragmatikerinnen: » Ist halt so. Blöd nur, wenn’s im Urlaub losgeht, kurz bevor ich in den Pool springe. « Es gibt die gut ­Organisierten, die immer Berge von Notfalltampons in der Tasche haben und entsprechend große Taschen. Und die ­Zicken, die ihrer Umwelt und vor allem sich selber das Leben schwermachen.
Bei manchen Vertreterinnen unseres Geschlechts lässt sich das Wohlbefinden nur mit großen Mengen an Schokolade wiederherstellen, was wiederum auf die Dauer zu anderem Unwohlsein führt. Und es gibt viele, die Monat für ­Monat Schmerzen aus der Hölle haben und doch kaum ­jemanden finden, der sie versteht. Weil jede das anders erlebt. Das gilt auch für die Begleitumstände. Manche Frau hasst es zu bluten – » ich empfinde mich als ungepflegt « – und fühlt sich endlich frei, wenn dann mit der Hormonspirale die Blutung ausbleibt. Und dann gibt es natürlich die­jenigen, die froh sind, wenn in der Pilleneinnahmepause die Menstruation kommt, » weil ich dann weiß, dass alles in Ordnung ist «. Eine Umfrage ergab: Ein Drittel aller Frauen hätte am liebsten gar keine Menstruation, ein Drittel fände sie alle drei Monate gut erträglich, ein Drittel kommt mit ­ihrem normalen Zyklus gut zurecht.
Merken Sie was? Wenn wir über unseren Zyklus sprechen, reden wir eigentlich nur über die Menstruation. Was in den übrigen drei Wochen passiert, ist vielleicht noch interessant, wenn wir schwanger werden wollen oder eben nicht. Dieser Zeitraum ist ja auch vergleichsweise unspektakulär, wenn nicht sogar so unauffällig, dass man ihn oft kaum als Phase wahrnimmt, in der mit unserem Körper etwas geschieht. ­Dabei sind in dieser Zeit unsere Hormone genauso aktiv. Mindestens.
Sehen wir uns diesen Zyklus einmal etwas genauer an. Und haben Sie keine Angst: Wir umarmen jetzt nicht den Mond, trommeln nicht unsere Fruchtbarkeit, treffen nicht die rote Lola. Wir gucken nur ganz nüchtern, was sich da in unserem Körper abspielt. Das ist nämlich faszinierend genug. Hormone in Höchstform sind wie ein ganzes Uhrwerk an Zahnrädchen, die ziemlich genial ineinandergreifen. Die 28 Tage, die gemeinhin als Dauer eines Zyklus angegeben werden und denen er den Namen » Monatszyklus « verdankt, sind übrigens nicht mehr als ein statistischer Durchschnittswert. 80 Prozent aller weiblichen Zyklen spielen sich in 25 bis 35 Tagen ab. Zeitlich variabel ist vor allem die erste Zyklushälfte bis zum Eisprung. Das gilt nicht nur von Frau zu Frau, sondern auch innerhalb eines Frauenlebens. In einem Zyklus kann der Eisprung am 10. Tag stattfinden, im nächsten ist es vielleicht erst an Tag 15 so weit.
Die Voraussetzungen sind bereits geschaffen, wenn ein Mädchen zur Welt kommt. Mehrere 100 000 Eizellen trägt es in seinen Eierstöcken. 400 bis 500 davon werden im Laufe eines Frauenlebens heranreifen. Auch sonst ist alles schon da: Eileiter, Gebärmutter, Eierstöcke. Die nehmen mit ­Beginn der Pubertät die Hormonproduktion auf. Der Busen wächst, die Schamhaare sprießen, aus dem Mädchen wird optisch allmählich eine Frau. Irgendwann zwischen dem zehnten und vierzehnten Geburtstag erleben die meisten ihre erste Periode, in den folgenden Jahren stellt sich allmählich ein regelmäßiger Zyklus ein. Das Gefühlskarussell, das viele Mädchen – und ihre Eltern – in diesen Jahren erleben, ist dabei wie ein vorweggenommener Hinweis auf das Hormonkarussell, das wir eingangs erwähnten und das jetzt in Gang kommt. Was genau den Schalter umlegt und den Zy­klus startet, der Frauen fruchtbar macht, weiß die Hormonforschung bislang nicht. Die Gene spielen eine Rolle. Auch die Lebensumstände; die Periode setzt heute drei Jahre früher ein als vor 100 Jahren, was auch mit der besseren Ernährung zu tun hat.
Das soll jetzt kein Biologieunterricht werden, aber ein ­wenig in die Details gehen wir noch. Frauen wüssten erstaunlich wenig über ihren Zyklus, konstatierten Wissenschaftler der Yale University nach der Auswertung einer ­Umfrage unter 1000 Frauen in den USA zwischen 18 und 40. Sie hatten unter anderem wissen wollen: Wann sind die fruchtbaren Tage? Wann sollte man Sex haben, wenn man schwanger werden will? 40 Prozent der Frauen kannten ­ihren Ovulationszyklus nicht. Einem Viertel der Befragten war nicht klar, dass der Zyklus in der Länge sehr variieren kann. Und nur zehn Prozent wussten, dass man Sex eher vor als nach dem Eisprung haben sollte, wenn man ein Kind zeugen möchte.
Doch ein Karussell, auf das wir 400-mal in unserem Frauen­leben aufspringen, lohnt einen näheren Blick. Denn es geht hier nicht um abstrakte physikalische und chemische Formeln – es geht um Ihren Körper. Und es gilt auch hier: Wissen ist Macht. Und der Zyklus, das ist viel mehr als nur eine lästige Blutung.
Auch wenn es in der Natur eines Kreises, eines Zyklus, liegt, dass er keinen Anfang und kein Ende hat: Tag eins ­eines jeden Zyklus ist der erste Tag der Menstruation, denn irgend­wo muss man ja beginnen. Die Regie führt dabei der Hypothalamus, eine kleine, aber machtvolle Schaltzentrale im Gehirn, die unter anderem unser komplexes Hormon­system steuert. Er gibt den Startschuss, indem er einen Boten­stoff mit dem etwas sperrigen Namen Gonatropin-­Releasing-Hormon ( GnRH ) produziert. Er ist an die wenige Zentimeter entfernt positionierte Hypophyse, die Hirn­anhangdrüse, adressiert und stößt dort die Produktion des ­follikelstimulierenden Hormons ( FSH ) an. FSH macht sich auf den Weg zu den Eierstöcken und lässt dort ein gutes ­Dutzend Eibläschen heranreifen, die Follikel. Sie schützen die Eizellen und produzieren wiederum selbst ein Hormon aus der wichtigen Familie der Östrogene, das Östradiol.
10 bis 16 Tage dauert diese sogenannte Follikelphase. Die Östradiolkonzentration steigt dabei kontinuierlich an. Das hat Folgen: Die Gebärmutter macht sich unter Östrogen­einfluss für die Aufnahme einer befruchteten Eizelle bereit und öffnet ihre Pforten für den Samen. Die Schleimhaut in der Gebärmutter wächst, der Schleimpfropf im Gebärmutterhals verflüssigt sich. Denn – wir verlieren es leicht aus dem Blick – eigentliches Ziel des Zyklus ist die Fortpflanzung.
Ist alles bereit – was die Hormonzentrale aufgrund des stark gestiegenen Östradiolspiegels registriert –, schüttet die Hypophyse ein weiteres wichtiges Zyklushormon in hoher Konzentration aus, das luteinisierende Hormon ( LH ). Ein Follikel wächst nun stärker als die anderen, füllt sich mit Flüssigkeit und wird zwischenzeitlich zur größten Zelle des Körpers. Die darin befindliche Eizelle reift so weit heran, dass sie befruchtet werden könnte. LH lässt schließlich das Eibläschen platzen, die Eizelle springt in den Eileiter und ­begibt sich zwölf bis 24 Stunden lang auf Wanderschaft ­Richtung Gebärmutter, der Dinge harrend, die kommen ­mögen – und wenn das Sex ist, kann alles passieren. Manche Frau spürt ihren Eisprung als leichten Schmerz, aber wer nichts merkt, hat auch nichts falsch gemacht. Wann genau das Ei springt, lässt sich nicht vorhersagen – der Zeitpunkt kann von Zyklus zu Zyklus schwanken. Sich bei der Verhütung auf Durchschnittswerte aus vergangenen Zyklen zu verlassen ist deshalb extrem riskant.
Der leere Follikel verwandelt sich in den Gelbkörper, der nicht nur so heißt, sondern auch so aussieht – ein kleiner ­gelber Punkt im Eierstock. Er gibt der nächsten Zyklusphase ihren Namen, der Gelbkörper- oder Lutealphase. Neben dem Östradiol, das nach wie vor, allerdings in nicht mehr ganz so hoher Konzentration produziert wird, ist nun ein zweites Zyklushormon wichtig: Der Gelbkörper stellt Progesteron her. Dieses sorgt dafür, dass keine weiteren Eizellen heranreifen, und setzt stattdessen die Bauarbeiten in der Gebärmutter fort. Die Schleimhaut lagert Nährstoffe ein und verdichtet sich, um eine befruchtete Eizelle besser halten zu können. Die Körpertemperatur steigt dabei um einige Zehntelgrad an. Wer wissen möchte, wann er einen Eisprung hatte, kann das mit einem regelmäßigen Temperaturcheck am Morgen ganz gut nachvollziehen.
Wird nun die Eizelle im Eileiter befruchtet, macht sie es sich in der Gebärmutter bequem. Das Schwangerschafts­hormon hCG lässt den Gelbkörper die Progesteronproduktion weiter hochfahren, ein Teil der Schleimhaut wächst ­dadurch zur Plazenta, dem Mutterkuchen, heran. Was danach so alles passiert, bis hin zur Geburt, der Einschulung, dem Pferde­geburtstag mit 30 Freundinnen und dem dringenden Wunsch nach einem eigenen Handy mit Spiderman drauf, darauf müssen wir an dieser Stelle nicht groß weiter eingehen.
Wird die Eizelle nicht befruchtet, tut der Gelbkörper alles, um sich überflüssig zu machen, und zerfällt. Die Progesteron­ausschüttung wird ebenso zurückgefahren wie die Produktion von Östradiol. Sämtliche für eine Schwangerschaft getroffenen Vorkehrungen werden rückgängig gemacht – die Menstruation beginnt, und der Zyklus startet von vorn.
Dafür muss die Schleimhaut weg, die wie eine weiche ­Tapete die Gebärmutter auskleidet, als Nest für die befruchtete Eizelle, das nicht benötigt wird. Eine Art monatliche Grundrenovierung des Kinderzimmers. Das kann wehtun, weil beim Ablösen der Tapete das Gewebshormon Prosta­glandin für Schmerzen sorgt. Außerdem hemmt der vor der Menstruation stark gesunkene Östrogenspiegel die Endorphinausschüttung, das macht schmerzempfindlicher.
Nüchtern betrachtet, ist es nicht viel mit Schleimhaut­resten gemischtes Blut, das Frauen bei der Menstruation verlieren. 30 bis 80 Milliliter der vier bis fünf Liter, die im Körper zirkulieren, ein Kaffeetässchen voll. Und doch kann es sich nach so viel mehr anfühlen. Womit wir wieder bei der Diskrepanz zwischen Fakten und Wahrnehmung wären. Und bei der Frage, warum wir überhaupt so viel davon mitkriegen, wenn ein paar Hormone irgendwo zwischen Gehirn, Eierstöcken und Gebärmutter unterwegs sind.
Warum zieht es dann im Busen? Warum bekomme ich ­Pickel? Fühle mich dick und bin mies drauf, kurz bevor die Tage losgehen? Und könnte Bäume ausreißen, wenn alles wieder vorbei ist? Die Hormone beschränken ihre Aktivität eben nicht auf den Unterleib. Sie sind zwar höchst sorgfältig adressiert. Doch die Rezeptoren, die diese Adresse lesen ­können, sitzen nicht nur auf den Organen, die mit der Fortpflanzung zu tun haben. Es gibt sie überall im Körper.
Sie fassen sich jetzt schon an den Kopf? – » Na klasse, die Frau als Ganzkörperhormonbündel, das kann doch wohl nicht wahr sein! « Das hatten Sie sich von diesem Buch anders erwartet?
Keine Sorge. Niemand schnürt Sie zu einem willenlosen Bündel. Hormone sind nur einer von vielen Faktoren, die unser Befinden ausmachen. Aber sie sind ein Faktor, der ­Power hat – und das natürlich nicht nur in Bezug auf den Zyklus. Hormone steuern so essenzielle Vorgänge wie das Gefühl für Hunger und Durst, das Empfinden von Hitze und Kälte. Sie treiben den Stoffwechsel an, regulieren den Blutzuckerspiegel, können gute Gefühle erzeugen und tiefe Traurigkeit. Sich damit ein bisschen auszukennen kann nicht schaden, wenn man all das für sich nutzen will – und das wollen Sie doch, oder?
Also bleiben Sie dran. Im nächsten Kapitel begeben wir uns auf eine kurze Tour durch die Chemiefabrik unseres Körpers.

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