Dirk von Gehlen | Interview
Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich

Ein Land namens »Internet«

Mein Bild vom Internet

Dirk von Gehlen - ausgewiesener Experte für Medienwandel und digitale Innovation

 

Die Aufgabe ist quasi unlösbar. „Machen Sie bitten ein Foto vom Internet!“ Einen Ort fotografieren, an dem wir alle ständig sind, den man aber nicht greifen kann. Wie soll das gehen?

Ich bin froh, dass sich Menschen dieser Aufgabe gestellt haben und unter #meinbildvominternet Fotos gepostet haben. Für mich sind sie alle Gewinner, weil sie sich mit der Frage befasst haben: Welches Bild vom Internet habe ich eigentlich?

Es ist so schnell und so selbstverständlich Bestandteil unseres Lebens geworden (Sie lesen diesen Text immerhin gerade auf einer Website), dass es uns häufig gar nicht mehr richtig auffällt. Dabei ist es – meiner Meinung nach – eine der bedeutsamsten Erfindungen unsere Zeit: eine, die es zu verteidigen lohnt.

Packliste für eine Reise ins Internet

Ich habe mich beim Verfassen der »Gebrauchsanweisung für das Internet« intensiver mit diesem ortlosen Ort „Internet“ befasst und festgestellt: Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass das Internet einfach so da ist. Damit es ein demokratischer Raum bleibt, muss man sich engagieren. Das kann auf unterschiedlichen Ebene geschehen. Ein wichtiger Schritt wäre, sich über das eigene Bild vom Internet bewusst zu werden – und darüber zu reden. Auch und gerade mit denen, die sich im Internet vielleicht noch nicht so Zuhause fühlen.

Und wenn man sich dann auf den Weg macht, diesen ortlosen Ort zu besuchen, sollte man sich vorbereiten. Auch davon handelt die »Gebrauchsanweisung für das Internet«, an deren Ende es eine Packliste mit den zehn Dingen gibt, die man mitnehmen sollte, wenn man sich auf den Weg ins Internet macht. Im Buch ist sie ausführlicher beschrieben, hier zur Übersicht:

 

1.      Eine große Tasche, die viel Platz bietet (man muss ständig hinzulernen)

2.      Badezeug (um im digitalen Ozean wirklich schwimmen zu können)

3.      Eine gesunde Portion Skepsis (es ist oft nicht so, wie es scheint)

4.      Einen USB-Stick (weil Back-ups wichtig sind)

5.      Eine Zahnbürste (hilft immer und erinnert an Passwortsicherheit)

6.      Einen Avatar (als Symbol für die digitale Identität)

7.      Ein Ladekabel (der Handy-Akku macht nicht so lange mit)

8.      Einen Bibliotheksausweis (weil digitale Kompetenzen Informationskompetenzen sind)

9.      Einen Programmier-Sprachführer (weil man nicht selbst programmieren können, aber Grundbegriffe verstehen muss)

10.    Gelassenheit (weil zwar alles wahnsinnig schnell wirkt, aber sehr lange dauert).

»Stellen Sie sich vor, es gäbe das Netz der Netze von heute auf morgen nicht mehr. Wie erklären Sie sich dieses Gefühl des Verlusts? Ist es Ihnen der Beweis dafür, dass das Internet viel zu bedeutsam geworden ist und womöglich sogar abhängig macht? Oder folgen Sie mir in der Einschätzung, dass dieses Gefühl der Beweis dafür ist, wie großartig und historisch bedeutsam das Internet als Erfindung ist?«

Die Jurorin

Bettina Feldweg, Programm Leitung Malik 

 

Toll, dass das Internet so unterschiedliche Bilder und Assoziationen hervorruft.

Für unseren Wettbewerb finde ich die am stärksten, die die Vision des Internets als einen Ort teilen und dazu kreative, positive Vorstellungen entwickeln.

Das Video, das ma_la_la_ma einreicht, ist kreativ und toll: Das Internet als See, der mal glatt, sanft und beruhigend sein kann, mal stürmisch, riskant und mit Untiefen. Man glaubt dieses Gewässer gut zu kennen und entdeckt doch jedes Mal neue Facetten. Eine Überfahrt ist immer ein Erlebnis; langweilig wird es nie. Jedenfalls hilft dabei die Packliste, die Dirk von Gehlen in der »Gebrauchsanweisung für das Internet« zusammengestellt hat. Und manchmal muss man einfach ins kalte Wasser springen!

Roboter, die auf konkrete Bedürfnisse individuell eingehen, sind ein super spannendes Thema: Wie sehr können sie Gefühle und Empathie zeigen und soziale Kompetenz entwickeln? Werden durch sie mehr Arbeitsplätze abgeschafft, als neue entstehen? Dabei ist die Idee von curlyhead_reads so positiv: Roboter nicht als Bedrohung, sondern als Unterstützung für Menschen in sozialen Berufen. Als klare, sinnhafte Zukunftsperspektive sehr sympathisch.

Der Dino mit Partyhütchen von herr_strahlemann ist originell und echt lustig. Wenn das Navi in der Wüste den Geist aufgibt und der Dino deswegen in die Kakteen stolpert und danach erst mal nichts mehr geht …: Nur gut, dass der Dino gelassen bleibt. Mit einer entspannten Haltung dem Neuen gegenüber. Dazu passt auch die »Gebrauchsanweisung für das Internet«, die Mut macht, sich der eigenen Überforderung zu stellen und sich aufs Internet einzulassen.

Gebrauchsanweisung für das InternetGebrauchsanweisung für das Internet
Wir besuchen es täglich, und doch wissen die meisten erstaunlich wenig über diesen Ort, den die Kanzlerin das »Neuland« nannte. Man spricht dort einen eigenen Dialekt, der sich in Abkürzungen, Emojis und Slang ausdrückt; es gibt Ureinwohner und Neuankömmlinge. Welche Kniffe und Verhaltensformen sollte man kennen? Welche Bräuche, Gepflogenheiten, potenziellen Fettnäpfchen auf dem Schirm haben und welche Randbezirke (Darknet!) meiden? Und wie entdeckt man verborgene Schönheiten? Dirk von Gehlen nähert sich dem Internet als einem Land. Fundiert und unterhaltsam beleuchtet er dessen kurze Geschichte, stellt eine Typologie der Bewohner vor, auf die man im Netz garantiert trifft. Gibt Tipps für Einsteiger, alte Hasen und Verfechter des Analogen. 


Landkarte für einen ortlosen Ort : Wieso man fürs Internet eine Gebrauchsanweisung braucht ( gerade wenn man glaubt, Bescheid zu wissen ) tl ;dr :

Um das Netz zu verstehen, muss man bereit sein, es zu nutzen. Denn das Internet ist ein Spiegel der Gesellschaft. Sein Wert hängt also auch davon ab, aus welcher Perspektive wir es betrachten – und ob ( und wie ) wir uns daran beteiligen. Dabei kann es hilfreich sein, nicht den Blick der Vergangenheit, sondern den von Kindern einzunehmen : Für sie ist das Internet nämlich keine neuartige Erfindung, sondern selbstverständlicher Bestandteil des Alltags.  

Wir starren auf ein Tortenstück. Wer das Symbol für kabelloses Internet nicht kennt ( Sie sehen es in Wolkenform auf dem Cover ), dem könnte man den Viertelkreis mit den vier Linien vielleicht am besten als ein Tortenstück beschreiben, bei dem Schokoladenguss und heller Teig sich kunstvoll abwechseln. Mein Sohn und ich sitzen vor einem Computer und beobachten gespannt, wie dieser versucht, sich mit dem WLAN zu verbinden. » Klappt’s jetzt ? «, fragt mein Sohn ungeduldig. Wir sind im Familienurlaub in Irland und hoffen gerade, in unserem kleinen Ferienhaus eine Verbindung zum Internet herstellen zu können. Unten an der Rezeption der Ferienanlage war der Empfang tadellos, aber unser Häuschen liegt gut dreihundert Meter entfernt. Nah genug, um eine Ahnung von Internet zu vermitteln, aber zu weit weg, um den Rechner zu verbinden – und dann im Web die Sportschau zu gucken. Es ist ein Samstag in den Sommerferien, wir sind von einer Wanderung zurück und würden jetzt gern die Spielzusammenfassungen der Bundesliga anschauen, deren neue Spielzeit gerade begonnen hat. Aber für mehr als ein Flackern des WLAN-Symbols reicht die Verbindung nicht aus. Das Tortenstück müsste fett leuchten und dürfte nicht ständig blinken. Wir kommen nicht rein. » Es klappt nicht «, sage ich. Der Siebenjährige schaut mich enttäuscht an. » Schade «, sagt er tapfer. Und dann fragt er nach kurzem Nachdenken : » Warum fahren wir eigentlich in ein Haus in den Urlaub, in dem es nicht mal Internet gibt ? «

Die Frage ist bestechend einfach. Aus seiner Perspektive ist das Internet keine neuartige Erfindung, über deren Folgen man gesellschaftliche Debatten führt. Für ihn ist das Internet kein Neuland, als das Bundeskanzlerin Angela Merkel es 2013 beschrieben hat, sondern selbstverständlicher Bestandteil der Welt. Auf die Idee, dass der übergroße TV-Bildschirm im ersten Stock des Ferienhauses eine Hilfe wäre, um die Sportschau zu gucken, kommt mein Sohn gar nicht erst. Es würde auch in der Tat nichts nutzen, denn dieses Gerät empfängt nur irisches Fernsehen. Was ihm ebenfalls nicht in den Sinn käme : dass wir die Sportschau im Internet hier in Irland gar nicht schauen könnten, weil die Sportrechte-Vermarkter es so eingerichtet haben, dass die Sportschau nur von Computern aus geschaut werden kann, die sich aus Deutschland mit dem Internet verbinden – obwohl doch genau das der Zauber an diesem Internet ist : dass man es von jedem Ort der Welt aus nutzen kann. Aber über das sogenannte Geoblocking und seine technischen und juristischen Implikationen wird noch zu reden sein …

Für die Generation der heutigen Grundschulkinder ist das Internet so selbstverständlich wie elektrischer Strom, Licht und zum Beispiel ein Föhn. Die Kinder wachsen damit auf, dass man an jedem Ort mittels GPS den eigenen Standort ermitteln und in einer digitalen Karte den Weg nachfragen kann. Sie sind daran gewöhnt, dass man zum Beispiel in Dublin genauso verfolgen kann, was gerade in Köln passiert, wie man dies in Auckland oder Berlin tun kann. Sie kennen Computer als Mittel, um sich mit der Welt zu verbinden und sich diese dadurch zu erschließen.

Es ist sicher kein Zufall, dass irgendjemand im Internet die auf den Psychologen Abraham Maslow zurückgehende Pyramide der menschlichen Bedürfnisse vor ein paar Jahren um die Ebenen » Internet « und » Akku fürs Handy « ergänzt hat. Im ursprünglichen Modell bilden die Grund- und Existenzbedürfnisse wie Luft, Wasser und Nahrung die Basis, es folgen ( spitz nach oben zulaufend ) Sicherheit und Geborgenheit, soziale und individuelle Bedürfnisse wie jenes nach Anerkennung und Selbstverwirklichung. Nun sind an der Basis WLAN und Akku als existenzielle Grundbedürfnisse dazugekommen.
Die Generation der heutigen Grundschulkinder wird sich nie an ein verklärtes » Früher « erinnert fühlen, wenn diese Technik mal nicht funktioniert. Sie wird dann nicht an einen Urlaub denken, in dem man Zeit ( angeblich ) mit Brettspielen bei Kerzenschein verbrachte. Aus ihrer Perspektive ist die Tatsache, dass man Ferien an einem Ort verbringt, dem eine sehr grundlegende Infrastruktur fehlt, unverständlich.

Die Erwartung, die in dieser Geschichte zum Ausdruck kommt, stelle ich aus drei Gründen an den Beginn dieses Buches, das uns in eine Welt führt, die sich ständig wandelt. Zum einen hat mir mein fragender Sohn damals die Augen dafür geöffnet, wie weit die Lücke zwischen den Generationen in Bezug auf das Internet eigentlich klafft. Wie ratlos würde es ihn erst machen, würde er erfahren, dass es Menschen gibt, die sehr viel Geld dafür ausgeben, Ferien ohne das Internet zu verbringen ? Und wie ratlos wäre umgekehrt ein Anbieter von diesen » Digital Detox « genannten Ferien, müsste er sein Angebot einer Grundschulklasse erklären, die gerne Fußball anschauen will ?

Zum Zweiten hat die Frage bei mir zu einem Perspektivwechsel und zu einer Haltungsänderung geführt, zu der ich auch Sie einladen möchte : Stellen Sie sich vor, es gäbe das Netz der Netze von heute auf morgen nicht mehr ; keine Mails mehr, keine Serien und kein Fußball-Stream, kein Chat, kein sofortiger Zugriff auf weltweites Wissen und auch keine Urlaubsfotos in sozialen Netzwerken. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick reizvoll, wäre aber in Wahrheit ein unbestreitbarer zivilisatorischer Verlust. Und jetzt kommt die entscheidende Frage : Wie erklären Sie sich dieses Gefühl des Verlusts ? Ist es Ihnen der Beweis dafür, dass das Internet viel zu bedeutsam geworden ist und womöglich sogar abhängig macht ? Oder folgen Sie mir in der Einschätzung, dass dieses Gefühl der Beweis dafür ist, wie großartig und historisch bedeutsam das Internet als Erfindung ist ?

Der dritte Grund für meine Einstiegsgeschichte liegt genau in der Groß- und Einzigartigkeit dieser Erfindung : Das Internet ist ein selbstverständlicher und so tief verankerter Bestandteil unseres Lebens geworden – ohne dass die Generation derjenigen, die gerade nicht ( mehr ) zur Schule geht, überhaupt bemerkt oder verstanden hätte, was es ist. Deshalb habe ich diese Gebrauchsanweisung geschrieben. Um mich selbst, aber auch Sie als Leserinnen und Leser und uns als Gesellschaft daran zu erinnern, dass das Internet ein Instrument der Aufklärung sein kann. Die Idee, Computer ohne zentrale Vermittlungsstelle sehr ausfallsicher direkt miteinander zu verbinden und dabei einen Austausch zwischen ganz unterschiedlichen Systemen zu ermöglichen, ist ein großer Fortschritt. Die Überwindung von Sprach- und Landesgrenzen, die Verbindung von Menschen und der Zugang zu Wissen sind begrüßenswerte Entwicklungen, die durch das Internet erst möglich wurden. Wir sollten uns darüber bewusst sein, dass das Internet ein Geschenk ist, wie es die Kulturkritikerin Virginia Heffernan einmal gesagt hat.

Diese Gebrauchsanweisung hilft Ihnen dabei, dieses Geschenk auszupacken und seinen besonderen Zauber etwas besser zu verstehen. Damit soll nicht verschwiegen werden, dass das Internet große Probleme zutage fördert und uns vor schwere gesellschaftliche Herausforderungen stellt. Diese Gebrauchsanweisung legt deshalb auch die Entwicklungen offen, die den Grundideen der Verbindungs-Pioniere zuwiderlaufen, und spart auch die Herausforderungen nicht aus, vor die uns das Internet stellt. Sie stellt aber keine Regeln auf, wie man sich zu verhalten habe ( wie auch ? ). Sie hilft Ihnen vielmehr, vom Mitfahrer zum Fahrer zu werden. Mit diesem Bild ( das auf den New Yorker Autor Douglas Rushkoff zurückgeht ) lässt sich unser Erkenntnisinteresse am Internet vermutlich am besten fassen : Sie sollten sich nicht mehr nur mit einem Auto durch die Stadt fahren lassen, sondern aussteigen, die Motorhaube des Fahrzeugs öffnen und verstehen, wie der Motor funktioniert. Und vielleicht werden Sie sich danach nicht wieder nur auf die Rückbank setzen, sondern auf dem Fahrersitz Platz nehmen und selbst aktiv werden. Sie müssen den Motor nicht selbst reparieren können. Sie sollten aber in der Lage sein, seine Funktionsweise zu verstehen. Sie sollten wissen, wie und warum man tankt, und am Ende sogar selbst fahren und einparken können. Denn dann können Sie auch bestimmen, wo es hingeht – und sind nicht auf das angewiesen, was diejenigen sagen, die am Lenkrad sitzen.

Doch bevor wir in dieses unbekannte Land und zu diesem ortlosen Ort aufbrechen, öffnen wir kurz die Motorhaube und halten zuerst einmal fest, dass die häufig synonym gebrauchten Begriffe » Internet « und » Web « nicht dasselbe meinen, sondern aufsteigend zu verstehen sind : Das Internet ist die greifbare Infrastruktur, die das Netzwerk der Netzwerke zwischen den unzähligen Geräten weltweit herstellt. Das World Wide Web ist ein sogenannter Dienst, der auf diese Infrastruktur zurückgreift. Es liegt eine Ebene höher, wo sich auch Dienste wie Mail oder FTP befinden.

Vielleicht stellen wir uns das Internet für unsere gemeinsame Reise tatsächlich als einen neuen Kontinent vor, den es zu erkunden gilt. Dabei werden auch diejenigen Entdeckungen machen, die schon häufiger dort waren. Denn diese Gebrauchsanweisung verzichtet bewusst darauf, besondere Sehenswürdigkeiten aufzuzählen. Bücher dieser Art waren vor allem in der Frühphase des Internets populär und versprachen, zum Beispiel die besten Webadressen eines Landes oder zu einem bestimmten Thema zu bündeln. Und die Angebote, die sich dieser Bewegung entziehen, sind – so Kritiker dieser Bücher – eher Dokumentationen dessen, was im Internet möglich ist, als das wirkliche Erleben, das Antrieb für diese Gebrauchsanweisung ist : Um das Netz zu verstehen, muss man bereit sein, es zu nutzen. Dass dabei Dokumentationen durchaus hilfreich sein können, beweist ein Buch, das man heute nur noch antiquarisch und auf Englisch erwerben kann. Es stammt aus den Anfangstagen des Web und trägt den Titel Whole Internet Users Guide – was man als Gebrauchsanweisung für das ganze Internet  übersetzen kann und was damals vermutlich sogar auch stimmte, uns heute aber dennoch etwas merkwürdig erscheint.

Der Versuch, in Buchform auf Papier festzuhalten, was in Pixeln ständig in Bewegung ist, entspricht aber nicht der Haltung, mit der dieses Buch auf das Internet blickt. Denn das, was unter einer Webadresse angegeben ist, kann an einem Tag ganz anders aussehen als am nächsten.

Denn das ist das Besondere am Digitalen : Es ist nie in dem Sinn fertig, in dem zum Beispiel Bücher aus Papier oder gedruckte Zeitungen abgeschlossen und unveränderlich sind. Das Digitale kann ständig verändert und neu ausgespielt werden. Es ist stets in Bewegung. Das gilt auch für das Internet selbst. Wollte man das Netzwerk denn als physischen Ort, als Raum, verstehen, müsste man sagen : Wir kennen seine Ausmaße noch gar nicht. Es ist ein Kontinent, dessen Enden uns unbekannt sind, weil er ständig wächst und in Bewegung ist. Und damit sind nicht nur die Inhalte gemeint, sondern auch das enorme Tempo, in dem sich im digitalen Bereich technische Entwicklungen vollziehen. Sodass wir heute nicht sagen können, ob das, was wir als Internet nutzen, auch noch für weitere Generationen in dieser Form sichtbar sein wird. Wir werden andere Geräte haben, um ins Internet zu kommen, und es auf ganz neue Weise nutzen.

Daraus ergeben sich drei Schlussfolgerungen für diese Gebrauchsanweisung für das Internet : Sie ist erstens – dessen bin ich mir bewusst – ein eigentlich unmögliches Unterfangen. Denn sie ist ein Papierbuch über das Digitale und steckt damit in der gleichen Falle wie die angesprochenen Webadressbücher. Zum Zweiten ist sie eine Einführung in die technischen Grundlagen der Infrastruktur Internet und der Anwendungen wie dem World Wide Web, die auf ihr basieren. Sie ist dabei aber kein technisches Buch, sondern ein gesellschaftliches. Und folgt dabei der Einschätzung, die Tim Berners-Lee – einer der Väter des World Wide Web – mal so zusammenfasste : » Das Web ist eher ein gesellschaftliches als ein technisches Produkt. Ich wollte die Zusammenarbeit erleichtern – und nicht ein technisches Spielzeug entwickeln. Das höchste Ziel des Webs ist Unterstützung und Verbesserung einer netzartigen Lebensform.«

Und zum Dritten ist diese Gebrauchsanweisung stets im Bewusstsein ihrer Zeitlichkeit geschrieben. Sie will nicht die aktuellsten Trends beschreiben, sondern die zugrunde liegenden Prinzipien und Mechanismen – allerdings stets im Wissen darum, dass neue technologische Anwendungen auch diese verändern können. Dennoch bin ich der Meinung, dass es Ideen und Entwicklungen gibt, die langfristig Bedeutung haben und die man kennen sollte, um diesen ortlosen Ort zu verstehen.

Eine hat mit dem Riss zu tun, der diesen Ort teilt. Wohl selten hat eine Erfindung, deren wichtigstes Ziel die Verbindung ist, so sehr zu Trennung und Unterscheidung geführt. Denn natürlich ist das Internet ein Instrument, das Beziehungen aufbaut, Grenzen überwindet und Menschen sowie Maschinen in Kontakt bringt. Im Umgang ist das Internet aber auch zu einer großen Distinktionsmaschine geworden. » Gehörst du dazu oder nicht ? « ist zu einer so entscheidenden Frage geworden, dass man lange Zeit zwischen eingeborenen und eingewanderten Bewohnern des » Kontinents « Internet differenzierte. Diese Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants geht auf den New Yorker Autor und Lehrer Marc Prensky zurück, der sie 2001 erstmals nutzte. Sie bleibt auch Jahre nach ihrer ersten Erwähnung bedeutsam, sie beschreibt weiterhin einen gesellschaftlichen Graben, an dessen Tiefe man ermessen kann, wie bedeutsam die Veränderungen sind, die durch das Internet angestoßen wurden.

Aber genau deshalb braucht es eine Gebrauchsanweisung für das Internet – und zwar für Menschen auf beiden Seiten des digitalen Grabens. Er muss mindestens überbrückt werden. Diese Gebrauchsanweisung will ihren Teil dazu beitragen und das Internet verständlicher und vielleicht auch zugänglicher machen. Es ist wert- und sinnvoll, diesen ortlosen Ort zu besuchen, sich zu verbinden und teilzunehmen. Und zwar am wenigsten aus rein persönlichen oder gar Bequemlichkeitsgründen – sondern aus Gründen der zivilgesellschaftlichen Teilhabe. Öffentlichkeit bedeutet eben zunehmend auch Teilnahme am Internet, und öffentlicher Diskurs ist zunehmend auch digitaler Diskurs. Um diesen geht es hier – und um die Bereitschaft, mitzumachen, sich einzubringen und nicht nur am Seitenrand zu stehen und schlau daherzureden. Denn das Internet ist » zum Spiegel unserer globalen Gesellschaften geworden «, stellt Vint G. Cerf ( genannt Vint ) in einem Beitrag zur Zukunft des Web fest. Cerf gilt als einer der Erfinder des Internets, gemeinsam mit Bob Kahn hat er das TCP/IP-Protokoll erfunden ( von dem im Kapitel über die Grundstrukturen des Internets ausführlich die Rede sein wird ), und vor allem gilt er als Vater des Wortes » Internet «. Immerhin benutzte er in einem Aufsatz, den er mit Yogen Dalal und Carl Sunshin veröffentlichte, erstmals das Wort » Internetworking «. Das war 1974 – ein Jahr bevor ich geboren wurde. Ich kann mich an keine Erfindung erinnern, die in meinem Leben für derart großen gesellschaftlichen Wandel gesorgt hat. Und das innerhalb so kurzer Zeit. Schließlich ist das Internet menschheitsgeschichtlich noch sehr jung.

Im Jahr 2018 bat die englische Ausgabe des Magazins Wired Cerf um einen Ausblick auf das Internet der Zukunft. Darin vergleicht er das Internet mit einem Spiegel der Gesellschaft. Er schreibt : » Manche Menschen sind nicht einverstanden mit dem, was sie in diesem Spiegel sehen, und machen den Fehler zu glauben, sie müssten den Spiegel reparieren, um die Probleme zu beheben, die sie in ihm sehen. « Das hält er für falsch. Ihm geht es vielmehr darum, gesellschaftliche Debatten darüber zu führen, wie das Internet das Zusammenleben verändert – und wie Gesellschaften politisch, juristisch und nicht nur technologisch auf die neuen Herausforderungen reagieren. » Wie «, fragt er, » können wir die Fähigkeit zum kritischen Denken in der Bevölkerung befördern ? Und ist kritisches Denken ausreichend, um den digitalen sauren Regen abzuwehren, der den Ozean der nützlichen Online-Informationen zu vergiften droht ? «[ii] Um das herauszufinden, fordert er die Leserinnen und Leser auf, auch die vermeintlich dunklen Seiten des Internets anzugehen.

Und anders als meine Familie damals im Urlaub in Irland können Sie das ja auch tun : Sie haben nämlich Internet. Nutzen Sie es, gestalten Sie es !


Internet-Premiere24 : Zwei Dutzend » Erste Male « im Internet tl ;dr :

Das Internet hat nicht einen Geburtstag. Es ist eher eine Folge von sehr unterschiedlichen Geburtstagen. Manche dieser Jubiläen sind von eher geringer Bedeutung, aber auch sie verweisen auf etwas, was später einmal wichtig werden sollte. Wenn man sich aber wirklich für einen zentralen Moment interessiert, sollte man sich an einen Oktobertag im Jahr 1969 erinnern, als über das sogenannte Arpanet erstmals eine Verbindung hergestellt wurde.

Wir waren müde. Daran erinnere ich mich noch sehr genau. Wir waren müde, und draußen war es früh dunkel geworden. Es dämmerte, als der Archivar die kleine Gruppe Journalistenschüler in Empfang nahm. Er führte uns in sein Reich, das aus langen Gängen voller Regale bestand. Eine Leuchtstoffröhre flackerte und erhellte die Kammer am Ende des Ganges, in der er uns an einen Computer führte. Meine Journalistenschulklasse war zu Besuch in einem Verlagsarchiv in München. Es war ein Winternachmittag Mitte der 1990er-Jahre – und mein erster Kontakt mit dem Internet. Ob es tatsächlich der erste war, kann ich wie viele Menschen meiner Generation nicht mit Gewissheit sagen ; ich weiß aber, dass ich historisch erst sehr spät den Zauber der weltweiten Vernetzung begriff. Dass ich so lang brauchte, hat womöglich auch mit jenem Archivar zu tun, der uns sehr eloquent und freundlich in die Grundideen des Archivwesens eingeführt hatte und uns einschärfte, stets großen Wert auf Quellen zu legen und deshalb unbedingt ein Handarchiv zu führen, also Zeitungsausschnitte und Dokumente immer gut aufzubewahren. Anschließend schaltete er den Computer ein und bereitete uns im Schein der Leuchtstoffröhre auf das vor, was uns erwartete : Das hier, erklärte er, während er auf ein mir damals unbekanntes Programmbild klickte, sei das Internet. Das Internet sei maximal eine lustige Spielerei, sagte er voller Überzeugung, aber für unsere Arbeit vermutlich kaum von Bedeutung. Für Werbung sehe er dort vielleicht eine Zukunft, aber wir müssten uns davon nicht verrückt machen lassen. Dann surfte er zum Beweis die Website einer Brauerei an, die dort für ihre Produkte warb. Wir waren, wie gesagt, schon müde und verabschiedeten uns recht bald – aus einem aus heutiger Perspektive erstaunlichen Termin. Er illustriert sehr anschaulich, dass man mit Prognosen sehr leicht sehr bedeutsam falschliegen kann. Das ging nicht nur dem Archivar von damals so, auch dem Microsoft-Gründer Bill Gates, der heute eben wegen der digitalen Revolution zu den reichsten Menschen der Welt zählt, wird die Vorhersage zugeschrieben, er glaube nicht an den Erfolg des Internets.

Die wohl berühmteste Fehleinschätzung in Bezug auf die Bedeutung digitaler Technologien stammt von einem, der sich damit eigentlich gut auskennt : Der Autor und frühe Nutzer des Webs, Clifford Stoll, schrieb 1995, er sehe absolut keine Zukunft für das Internet. Es sei vielmehr ein Hype, der sich schon bald erledigt haben werde[iii]. Fünfzehn Jahre später bat ein Web-Magazin ihn um einen Artikel zum Thema. Stoll nahm seine falsche Prognose darin sportlich und schloss den Text mit der Einschätzung : » Heute habe ich mir angewöhnt, immer wenn ich denke, ich wüsste, wie eine Sache läuft, mich zu zügeln und mir selbst zu sagen : › Könnte auch falsch sein, Cliff … ‹ «[iv]

Umgekehrt gibt es aber auch sehr frühe und sehr exakte Prognosen. Das berühmteste Beispiel lieferte in einem TV-Interview aus dem Jahr 1999 der Musiker David Bowie, der prognostizierte, das Internet werde unvorstellbare Veränderungen für das Verhältnis von Produzenten und Konsumenten haben – auch und vor allem in der Welt von Kunst und Kultur.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Kontakt mit dem Internet erinnern ? Oder wissen Sie auch nicht mehr so genau, wann Sie zum ersten Mal online gingen oder an wen Sie Ihre erste E-Mail schrieben ? Da geht es Ihnen kaum anders als dem Internet selbst. Es gibt keinen Feiertag, an dem man der Geburt des Internets gedenkt. Das Internet ist eine Folge von zahlreichen Geburten. Offensichtlich wurde dies, als im Jahr 2016 bei zahlreichen Nutzern im Facebook-Feed der sogenannte Internaut-Day als Geburtsstunde des Web angezeigt wurde. Facebook datierte den 23. August 1991 zum Startdatum des World Wide Web und zeigte dies seinen Nutzern auf deren Startseite an – was definitiv so nicht stimmt. Denn die Entstehung des Web erstreckt sich über mehrere Daten : Am 12. März 1989 stellte Tim Berners-Lee erstmals seine Idee zu einem Internetdienst namens World Wide Web vor, die erste Website ging am 20. Dezember 1990 online, und am 6. August 1991 wurde das Web der breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Doch alle diese Daten beziehen sich nicht auf das Internet, sondern auf das Web. Also auf einen Internetdienst, der auf der Infrastruktur des Internets aufsetzt. Die Geschichte des Internets ist noch weniger auf eine Geburtsstunde zu datieren, in der eine Tür geöffnet oder ein Absperrband feierlich durchschnitten wurde.

Hinzu kommt, dass vielen Menschen der Unterschied zwischen Web und Internet gar nicht bewusst ist und sie deshalb von Facebook im August 2016 leicht in die Irre zu leiten waren. Aber selbst die Betreiber der Website howoldistheinter.net setzen beide Begriffe gleich. Sie zeigen zwar als Antwort auf ihre Titelfrage : » Wie alt ist das Internet ? « die Anzahl an Tagen an ( der Wert liegt derzeit bei über 10 000 Tagen ), beziehen diese aber auf den März 1989 – also auf die Vorstellung der Idee des World Wide Web – und nicht auf das Internet als zugrunde liegende Infrastruktur.

Eben weil es so viele aufeinander aufbauende Geburtsstunden gibt, die allesamt das Internet und all seine Dienste in der heutigen Form erst möglich gemacht haben, habe ich zwei Dutzend » Erste Male « herausgesucht. In Anspielung auf die im Netz gern genutzten Namen mit einer 24 im Titel habe ich diese Liste als » Internet-Premiere24 « überschrieben. Diese Zahl beschreibt die durch das Netz ermöglichte Verfügbarkeit rund um die Uhr. Anders als lokale Geschäfte sind die Angebote im Internet rund um die Uhr zugänglich. Dem tragen einige Anbieter durch das Hinzufügen einer 24 im Namen Rechnung – so zum Beispiel bei der Scout-Gruppe, zu der u. a. das Wohnungsportal Immoscout24 und das Freundschaftsangebot Friendscout24 zählen.

Alle 24 Premieren vermischen bedeutsame historische Daten mit kleinen Anekdoten, die eher der Kategorie » Unnützes Wissen « entstammen. Sie haben aber allesamt einen gewissen Weitererzählwert – und geben einen ersten Einblick in die Geschichte des Internets. Auch dass sie hier stichpunktartig als Liste erscheinen, soll auf einen zentralen Aspekt des Webs hinweisen : Seine inhaltliche Struktur basiert auf der Sammlung einzelner Aspekte, die nicht in einer linearen Folge aufeinander aufgebaut, sondern netzartig miteinander verbunden sind. Johann Wolfgang von Goethe ist weit vor der Erfindung des Internets zu der Einschätzung gelangt : » Das Wichtigste sind die Bezüge. Sie sind alles.«[v] Durch das Web hat diese Beobachtung enorm an Bedeutung gewonnen; Bezüge heißen hier Links.

1. Das erste Wort, das übers Internet übertragen wurde, war gar kein Wort. Als der Student Charley Kline an der University of California in Los Angeles das Wort » Login « über den Internetvorläufer Arpanet nach Stanford übertragen wollte, brach die Verbindung nach dem » O « ab. Das war im Oktober 1969. Das erste Wort, das übertragen wurde, lautete also » Lo «. Nicht zu verwechseln mit der Abkürzung lol, die im digitalen Dialekt lautes Auflachen ausdrückt. Die Pioniere des Netzes wählten eine andere semantische Einordnung – und zwar die englische Formulierung aus dem 18. Jahrhundert : Lo wie in » lo and behold «, was man als » Sehe und staune ! « übersetzen kann. Der Filmemacher Werner Herzog hat seinen Film Wovon träumt das Internet ? deshalb im englischen Original auch Lo and Behold genannt.

2. Zwei Jahre nach dem Login-Versuch von Los Angeles wurde in Cambridge die erste E-Mail verschickt – von Raymond Tomlinson, den alle nur Ray nannten. Das war im Jahr 1971, und Tomlinson arbeitete für die Firma » Bolt Beranek and Newman « in der Nähe von Boston. Was in der Mail stand, daran konnte sich der 2016 verstorbene Informatiker nicht erinnern. Sicher ist jedoch, dass er damals erstmals das @-Zeichen einsetzte.

3.Die erste Mail, die in Deutschland verschickt wurde, kam dreizehn Jahre später in Karlsruhe an. Empfänger waren im August 1984 die Karlsruher Informatiker Michael Rotert und Werner Zorn. Der Inhalt lautete : » This is your official welcome to CSNET «, stammte von einer Kollegin und begrüßte Deutschland im Computer Science Network, in dem die wissenschaftlichen Ursprünge des Internets organisiert waren.

4.Das erste Glasfaserkabel, das Europa und Nordamerika miteinander verband, ging im Jahr 1988 in Betrieb. Es handelte sich um das sogenannte TAT-8, das auf dem Meeresboden durch den Nordatlantik führte. Diese Route wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts für Kommunikationsverbindungen genutzt. Das TAT-8 war bis 2002 auf dieser Strecke im Einsatz. Die Abkürzung steht für Transatlantisches Tiefseekabel. Seit 2001 ist das TAT-14 in Betrieb, das in Nordamerika startet und in der ostfriesischen Küstenstadt Norden europäischen Boden erreicht.

5. Die britische Königin Elizabeth II. verschickte ihre erste E-Mail bereits im Jahr 1976. Damals besaß sie keinen privaten Mail-Account, sondern drückte im Rahmen eines Truppenbesuchs an einem Militärrechner auf den » Senden «-Button. 28 Jahre später schlug sie Tim Berners-Lee, einen der Väter des World Wide Web, zum Ritter.

6. Die erste Website, die eingerichtet wurde, kann man heute noch unter http ://info.cern.ch/hypertext/WWW/TheProject.html aufrufen. Sie stammt von Tim Berners-Lee. Er baute sie am 20. Dezember 1991. Zum 20. Geburtstag seiner Idee stellte das CERN ( Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire ), dem Berners-Lee das WWW entwickelte, die Website wieder online.

7. Das erste Bild, das jemals ins World Wide Web geladen wurde, zeigt vier Mitarbeiterinnen des Schweizerischen CERN-Instituts. Diese hatten im Jahr 1992 mit ihrer gemeinsamen Band » Les Horribles Cernettes « einen Auftritt. Ein Mitarbeiter des CERN fotografierte sie dabei und lud das Bild am folgenden Tag ins Web.

8. Das erste Video, das jemals auf YouTube geladen wurde, ist nur 19 Sekunden kurz und stammt aus dem Zoo von San Diego. Zu sehen ist Jawed Karim, einer der Mitgründer der Video-Plattform, der vor dem Elefantengehege steht.

9. Das erste Buch, das je über Amazon verkauft wurde, heißt Fluid Concepts and Creative Analogies : Computer Models of the Fundamental Mechanisms of Thought und wurde von Douglas Hofstadter geschrieben. Anfangs wurden über Amazon ausschließlich Bücher verkauft. Jeff Bezos, der heute zu den reichsten Menschen der Welt gehört, gründete Amazon in seiner Garage in Bellevue in der Nähe von Seattle. Mittlerweile kann man bei der Firma, deren Logo einen schwungvollen Pfeil von A bis Z zeigt, nicht nur nahezu alle verfügbaren Produkte erwerben, sie bietet mit ihrem Amazon Web Service (aws) auch sogenannte Cloud-Lösungen an, stellt Firmen und Privatpersonen also Speicherplatz zur Verfügung.

10. Seit dem 6. November 1986 gibt es die Endung .de für Domain-Namen. Damals wurde die sogenannte Top-Level-Domain für Deutschland eingetragen. Die ersten drei Domains mit der Endung .de waren uni-dortmund.de, uni-paderborn.de und uka.de ( für Universität Karlsruhe ). Mittlerweile gibt es über 16 Millionen .de-Domains, die heute von der Denic verwaltet werden. Laut Presseinformation der Denic aus dem Jahr 2016 nimmt Deutschland damit Platz drei der Top-Level-Domains ein, hinter .com ( 127,3 Millionen ) und .cn für China ( 19,5 Millionen ).

11. Der erste Song einer bekannten Band, der im Jahr 1994 übers Internet geladen wurde, stammte von Aerosmith. Er trägt den Titel » Head First « und brauchte mit damaligen Datenraten über eine Stunde zum Download. Der Song wurde dabei noch nicht im heute üblichen MP3-Format komprimiert. Dieser Name für ISO MPEG Audio Layer 3 wurde erst im Jahr 1995 am Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen durch eine interne Abstimmung festgelegt.

12.
Die erste Aktie des deutschen Karrierenetzwerks openBC wurde im Winter 2006 zu einem Preis von 30 Euro gehandelt. Das Netzwerk, das 2003 gestartet war, ging 2006 an die Börse. Um Missverständnisse im englischsprachigen Ausland zu vermeiden, änderte die Firma fortan ihren Namen in Xing. Im Winter 2012 übernahm das Münchner Verlagshaus Hubert Burda Digital die Mehrheit der Xing-Anteile – damals stand die Xing-Aktie bei 44 Euro.

13.Der erste Hashtag, der jemals verwendet wurde, lautete #barcamp und stammt aus einem Tweet des Nutzers Chris Messina, der darin vorschlug, das Rautezeichen künftig zu nutzen, um Menschen in Gruppen zu bestimmten Themen zu versammeln. Die Idee setzte sich durch – nicht nur auf Twitter. Der Hashtag ist mittlerweile zu einem bedeutsamen Symbol auf anderen Plattformen und auch außerhalb des Netzes geworden.

14. Die Frage » Tere, kas sa kuuled mind ? « ist estnisch und lautet auf Deutsch : » Hallo, kannst du mich hören ? « Sie ist der erste Satz, der jemals mithilfe des Videotelefonie-Dienstes Skype übertragen wurde. Skype startete offiziell im Herbst 2003. Der Name leitet sich von der ursprünglichen Idee » Skyper « ab, eine Abkürzung für » Sky peer to peer « ( zu Deutsch etwa : »Himmel im Austausch unter Gleichen «). Entwickelt wurde Skype von den Gründern der Filesharing-Plattform KaZaa, dem Schweden Niklas Zennström und dem Dänen Janus Friis. Die Esten Ahti Heinla, Priit Kasesalu und Jaan Tallinn haben die Software für Skype geschrieben. Und einer von ihnen soll im April 2003 den ersten Satz gesagt haben, der jemals geskypt wurde.

15.Das erste Werbebanner, das jemals online gezeigt wurde, erscheint im Oktober 1994 auf der Website hotwire.com. Es zeigte in regenbogenfarbener Schrift auf schwarzem Grund die Frage : » Haben Sie jemals mit Ihrer Maus genau hier geklickt ? « ( Have you ever clicked your mouse right here ? ) Dahinter folgte ein Pfeil nach rechts und der Satz : » Sie werden es tun. « ( You will. ) Die Werbung war im Auftrag des Telekommunikationsanbieters AT&T geschaltet worden.

16. Auf Seite sieben der gedruckten Ausgabe der New York Times erscheint am 22. Januar 1996 ein dreispaltiger Artikel mit der Überschrift : » New York Times Introduces a Web Site «. Darin erklärt Peter H. Lewis, dass seine Zeitung ab sofort unter der Adresse nytimes.com im Internet ist. Damit war sie im Vergleich zu anderen Zeitungen früh dran, aber sicher nicht die erste Zeitung im Netz. Laut eigenen Angaben war die erste deutsche Zeitung im Web die taz. Diese schrieb schon am 12. Mai 1995 : » Als erste überregionale Tageszeitung kann man die taz im weltweiten Computerverbund Internet lesen. «

17. Die ersten drei Facebook-Nutzer waren keine Menschen. Jedenfalls wurden die ersten drei der sogenannten ID-Nummern, die in dem sozialen Netzwerk Menschen zugeordnet sind, für Test-Accounts angelegt. Der Nutzer mit der ID-Nummer 4 ist Mark Zuckerberg.

18.Der erste Artikel auf Wikipedia lässt sich nicht mehr zweifelsfrei feststellen. Denn im Rahmen einer Umstellung der genutzten Software in der Frühphase der Enzyklopädie gingen einige alte Textversionen verloren. Details gibt es in Wikipedia unter dem Titel » Wikipedias ältester Artikel « ( Wikipedias oldest article ).

19.Der erste Name der Suchmaschine Google lautete BackRub. So jedenfalls hieß der erste Web-Crawler, den Sergey Brin und Larry Page Mitte der 1990er-Jahre in Stanford entwickelten. Mittlerweile ist die Suchmaschine Teil des » Alphabet « genannten Konzerns, in dem auch zahlreiche weitere Unternehmensteile organisiert sind.

20. » One Dance « hat als erster Song die Marke von einer Milliarde Streams auf Spotify gebrochen. Das Lied stammt vom US-Hiphopper Drake und erreichte die Zahl von einer Milliarde Abrufe im Dezember 2016. Der in Schweden gegründete Dienst startete im Oktober 2008 in Skandinavien, Großbritannien, Frankreich und Spanien. Aber auch dort konnte man das Angebot erst einmal nur auf Einladung nutzen. In Deutschland begann Spotify im März 2012. Das Streaming-Angebot ist eine Antwort auf die Tauschbörsen, wo in den Nullerjahren sehr viele MP3s getauscht wurden, ohne dass Künstler und Plattenfirmen dafür entlohnt wurden. Nutzerinnen und Nutzer können Spotifty kostenlos mit Werbung oder werbefrei gegen Bezahlung nutzen. Über die Entlohnung der Künstler durch Spotify und andere Streamingdienste gibt es immer wieder Streit – weil auch dort nur sehr geringe Summen für die Musiker übrig bleiben.

21.Die erste sogenannte Webcam, die Bilder ins Internet übertrug, stand in Cambridge und zeigte eine Kaffeemaschine. Da es sich nicht um ein statisches Bild handelte, sondern etwa drei Mal pro Minute ein Update erstellt wurde, konnte man verfolgen, wie die Maschine benutzt wird – in einem grauen Bild, das nur 128 x 128 Pixel groß war.

22.Das erste Bild, das jemals auf Instagram geladen wurde, zeigt die Hündin Dolly – fotografiert von ihrem Besitzer und Instagram-Gründer Kevin Systrom. Drei Monate bevor der Dienst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, knipste er sie in Mexiko. Im Fotodienst Flickr, der 2004 gegründet und im Jahr 2005 von Yahoo gekauft wurde, ist die erste jemals hochgeladene Datei gar kein Foto, sondern eine Fläche mit den Worten » Test Image «.

23.Das erste Produkt, das jemals über das Auktionshaus eBay verkauft wurde, war kaputt. So geht jedenfalls die Legende, die Gründer Pierre Omidyar erzählt. Der Mann, der für weniger als 15 Dollar im Jahr 1995 auf der damals noch AuctionWeb genannten Seite einen kaputten Laserpointer kaufte, sagte Omidyar später, dass er kaputte Laserpointer sammle.

24. Wann das erste Mal jemand im Web gesurft ist, lässt sich nicht genau datieren. Es gibt aber einen recht eindeutigen Beweis dafür, wer den Begriff des Surfens erstmals verwendet hat. Es war die Autorin Jean Armour Polly, die 1992 einen Artikel über das Internet verfassen sollte. Als sie einen Titel für den Text suchte, fiel ihr Blick zufällig auf ein Mauspad mit dem Bild eines Surfers, das sie zu der Überschrift » Information Surfer « inspirierte. [i]

Tim Berners-Lee und Mark Fischetti : Der Web-Report. Der Schöpfer des World Wide Web über das grenzenlose Potential des Internets, Berlin 1999 [ii] Vint Cerf, zitiert nach : http ://www.wired.co.uk/article/is-the-internet-broken-how-to-fix-it [iii] Clifford Stoll : Why the web won’t be nirvana, Newsweek, 26.2.1995 [iv] Clifford Stoll : boingboing.net/2010/02/26/curmudgeony-essay-on.html [v] zitiert nach Dirk von Gehlen : Meta – das Ende des Durchschnitts, Berlin 2017

Bist du sicher?

Weshalb der Shruggie ein Mittel gegen die Angstpolitik sein kann

 

Vielleicht kann man den Zustand der Welt am besten mit diesem kleinen Bild auf meinem Smartphone beschreiben. Ich habe die Einstellungen in meinem Instagram-Profil geändert und erhalte jetzt eine Rückmeldung von dem Programm, die aus der scheinbar einfachen Frage besteht „Bist Du sicher?“ Bin ich sicher? Kann man das in dieser komplexen Welt überhaupt noch sein: sicher?  Ich halte einen Moment inne und betrachte die Antwort-Optionen, die aus diesem Dialogfeld ein Symbol für den Zustand der Welt machen. Denn dort steht nur „Ja, ich bin mir sicher“ und „Abbrechen“. Anders formuliert: Hier geht es nur für diejenigen weiter, die sich sicher sind. Nur die kommen durch, die der Meinung sind, es verstanden und zumindest recht zu haben. Für alle anderen bleibt nur „Abbrechen“.

 

Schon klar, das Dialogfeld ist als Bestätigung in der App gedacht, aber als Bild ist es eben so viel mehr: Es ist das perfekte Symbol für das Dilemma, in dem sich immer mehr Menschen befinden, die sich nicht mehr sicher sind. Aus unterschiedlichen Gründen fühlen sie sich überfordert – von der gefühlten Beschleunigung, von den Veränderungen oder vom Fremden. Sie sind unsicher – und klicken aus diesem Gefühl auf „Abbrechen“. Was in ihrem Fall bedeutet: Sie wollen zurück. Zurück in eine alte Währung, zurück in den eigenen Nationalstaat aber vor allem zurück in die Zeit, als sie selber jung und sich noch sicher waren.

 

Die Vergangenheit ist in vielen gesellschaftlichen Debatten zum Maßstab des Handelns geworden. Das Neue, das Fremde, das Verstörende hat kein besonders gutes Image; das Bewahren und Abwehren bestimmen die Debatte. Der Grund liegt an dem oben zitierten Dialogfeld. Wenn es für die, die unsicher sind, keine andere Option als „Abbrechen“ gibt, dann führt deren Überforderung fast zwangsläufig zur Rückbesinnung und zum Ausstieg aus einer Debatte des Gestaltens.

 

Ich glaube, wir müssen uns eine andere Option erlauben. Ein Feld, das heißen könnte: „Ich bin mir nicht sicher, aber das ist kein Problem. Ich probiere es aus und lerne“. Ein solches Feld könnte auch mit dem schulterzuckenden Emoticon des Shruggie illustriert sein. Denn er steht meiner Meinung nach für diese Haltung, die ich Kulturpragmatismus nenne. Eine Sicht auf die Welt, die sich zwischen die sicheren Prognosen der Pessimisten und Optimisten setzt und den Wert der Zukunft nicht als geben versteht, sondern abhängig von unserem Zutun.

 

Diese Haltung fehlt nicht nur in dem Dialogfeld auf meinem Smartphone. Sie würde auch weltweit helfen – all den Menschen, die sich Angst machen lassen von den Überforderungs- und Untergangsszenarien, die häufig von denen bedient werden, die damit nur den Boden bereiten wollen für ihre eigenen, einfachen Lösungen. Denn in einer Welt der Angst und der Sorge sind Menschen viel empfänglicher für die vereinfachende Weltsicht der Populisten. Der Shruggie stellt sich dieser Angstpolitik in den Weg und plädiert für einen offenen Pluralismus, der immer wieder fragt: „Was, wenn das Gegenteil richtig wäre?“

 

Auf diese Weise stimuliert der Shruggie die Unsicherheit sogar. Denn sie ist für ihn kein Problem, sondern der Ausgangspunkt für einen Perspektivwechsel, der nötig ist, um Neues zu entdecken. Denn die beste Antwort auf die Frage „Bist Du sicher?“ lautet in Wahrheit: ¯\_(ツ)_/¯

Fünf Fragen an Dirk von Gehlen, Autor des Buchs „Das Pragmatismus-Prinzip“

 

Ein Schulterzucken als angemessene Haltung zur Welt? Ist das nicht ein wenig resignativ?

Überhaupt nicht. Das Schulterzucken, das das Shruggie genannte Emoticon zeigt, ist eine fröhliche, der Welt zugewandte Haltung. Der Shruggie ist nicht nur eine Vermenschlichung von Schriftzeichen (das bedeutet Emoticon), der Shruggie ist auch ein Menschenfreund. Deshalb ist er auch nicht resigniert oder gar zynisch. Er ist auf der Seite der Menschen und will sie von dem permanenten Druck entlasten, immer alles verstehen und erklären zu müssen. Vielleicht ist die Welt viel zu komplex geworden, um einen Masterplan und einen vollständigen Überblick zu haben.

 

Das ist aber doch ziemlich schade, war die Idee von Philosophie nicht mal, die Welt zu erklären?

Vielleicht können wir uns die Welt viel besser erklären, wenn wir den Aspekt der Ratlosigkeit zulassen, wenn wir akzeptieren, dass wir im Moment keine einfache Antwort auf all die großen Fragen haben. Das ist schwierig, denn es kann Angst machen, diese Überforderung anzuerkennen. Der Shruggie ist aber davon überzeugt, dass diese Ratlosigkeit die Voraussetzung ist, um überhaupt auf neue Ideen zu kommen. Der Autor Christoph Kucklick nennt das „Überforderungsbewältigungskompetenz“, der Shruggie meint das gleiche – braucht aber weniger Zeichen ¯\_(ツ)_/¯

 

Sascha Lobo hat Ihr Buch als die „erste Emoji-Philosophie überhaupt“ bezeichnet. Was meint er damit?

Die Idee hinter dem Buch „Das Pragmatismus-Prinzip“ ist es, mit dem Shruggie eine Lebenshaltung zu entwickeln, die sich den Herausforderungen der digitalen Welt stellt. Irgendwer hat mal geschrieben, der Shruggie stehe für das Standard-Internet-Gefühl. Das fand ich spannend – und habe es ausformuliert. Dabei habe ich den Shruggie in zahlreichen philosophischen Schulen (allen voran im kritischen Rationalismus von Karl Popper und im philosophischen Pragmatismus von Henri James) wiedergefunden, aber auch in modernen Ansätzen der Arbeitsorganisation (New Work, Scrum) und Denkrichtungen wie Design Thinking oder Effectuation. Das habe ich zusammengeführt und herausgekommen ist ein Appell zu mehr Pluralismus und Offenheit – der Shruggie fragt stets: Was wenn das Gegenteil richtig wäre?

 

Sie listen – so der Untertitel – zehn Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen auf. Warum?

Ich habe den Eindruck, dass das Fremde, das Verstörende und Neue derzeit kein besonders gutes Image haben. Wir leben in einer Zeit, in der das Bewahrende und das Verteidigen einen höheren Stellenwert hat als die Gestaltung einer offenen Zukunft. Das kann man an vielen Stellen weltpolitisch aber auch im direkten privaten Umgang beobachten: Das Aufkommen der rechtspopulistischen Parteien in Europa, der Wahlsieg Trumps oder auch der Brexit basieren allesamt auf einer Sehnsucht nach einer vermeintlich besseren Vergangenheit. Es gibt aber auch in liberaleren Kreisen eine vergleichbare Rückbesinnung wenn es z.B. um den Umgang mit Smartphones in der Schule geht. Wir neigen allesamt dazu, das für normal zu halten, was wir erlebt haben als wir jung waren. Wenn es sich ändert, reagieren wir abwehrend. Aber Veränderung ist das Grundprinzip der Menschheit. Ich wünsche mir – gemeinsam mit dem Shruggie – einen hoffnungsvolleren Blick auf die Zukunft.

 

Plädieren Sie für mehr Optimismus?

Ich plädiere für eine Haltung, die ich Kulturpramatismus nenne und die zwischen den festgefahrenen Positionen von Optimisten und Pessimisten steht. Meiner Einschätzung nach geht es nicht darum, Zukunftsprognosen oder Drohkulissen zu entwerfen. Es geht darum, sich zu engagieren und sich für diejenige Zukunft einzusetzen, die man gerne haben möchte. Zukunft ist kein Schicksal, sondern ein gestaltbarer, offener Raum. Die Schriftstellerin Rebecca Solnit hat diese Haltung mal in die Aufforderung gegossen: „Embrace the Unknown“, Umarme das Unbekannte. Denn das ist das Wesen der Zukunft: sie ist unbekannt. Es kommt auf unser Zutun an, sie im Sinne eines menschlichen Lebens zu gestalten.

 

 

Blick ins Buch
Das Pragmatismus-PrinzipDas Pragmatismus-Prinzip

10 Gründe für einen gelassenen Umgang mit dem Neuen

Das Pragmatismus-Prinzip hilft, Entwicklungen der Zukunft besser einzuschätzen - und schützt davor, auf Hypes und Panikmache hereinzufallen Die Menschheit ist im 21. Jahrhundert angekommen, und keiner kennt sich mehr so richtig aus. Gut so, sagt Dirk von Gehlen, und nimmt all jenen den Wind aus den Segeln, die mit einfachen Antworten auf die immer komplexere Gegenwart reagieren. Denn Ratlosigkeit ist kein Problem, sondern der erste Schritt zu einer Lösung. Ein Buch für alle, die wissen wollen, wie man den Pessimismus mit Pragmatismus schlägt, warum es sinnvoll ist, täglich Fehler zu machen und wie Bill Gates doch noch Milliardär werden konnte, obwohl er einst sagte: „Das Internet ist nur ein Hype.“
Hardcover
€ 20,00
E-Book
€ 16,99
€ 20,00 inkl. MwSt.
In den Warenkorb
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen
€ 16,99 inkl. MwSt.
In den Warenkorb
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Vorwort

 

Darf ich mich vorstellen? Man nennt mich den Shruggie.  

Mein Name kommt vom englischen Wort für »mit den Schultern zucken« (to shrug). Meine Schultern sind ursprünglich Schriftzeichen des japanischen Katakana-Alphabets. Irgendjemand im Internet kam irgendwann auf die Idee, sie neu zusammenzusetzen, sodass sie ein lächelndes Schulterzucken zeigen. Das Ergebnis bin ich: ein fröhliches, gelassenes und ein wenig ratloses Emoticon.

Ich bin nicht nur eine Vermenschlichung von Schriftzeichen (denn das bedeutet der Begriff Emoticon), ich bin auch ein Menschenfreund. Zynismus ist mir fremd. Ich stehe für Offenheit, Toleranz und die weltweite Verbindung über Sprach-, Kultur- und Religionsgrenzen hinweg. Denn ohne diese Verbindung gäbe es mich gar nicht. Deshalb lächle ich.

Ich gehöre niemandem, schon gar nicht dem Autor dieses Buchs. Ich entstamme dem Internet und der digitalen Kultur. Irgendjemand schrieb einmal, ich sei das perfekte Symbol für das Gefühl, online zu sein. Keine Ahnung, ob das stimmt. Aber meine Herkunft aus dem Internet hat mich Gleichmut gelehrt und gelassene Toleranz. Das vorliegende Buch ist ebenfalls ein Plädoyer für gelassene Toleranz. Sein Autor nennt diese Haltung »Das Pragmatismus-Prinzip« – und illustriert sie mit meinem fröhlichen, aber eben auch pragmatischen Schulterzucken, um zu zeigen, dass man vor dem Neuen, dem Fremden und Unklaren und auch vor der eigenen Überforderung keine Angst haben sollte. Denn sich zu sorgen löst keine Probleme.

Auch wenn ich verstehe, dass Sie es vielleicht albern finden, ein Buch, das in seinem Titel auf eine philosophische Denkrichtung Bezug nimmt, mit einem Emoticon-Cover zu versehen, möchte ich Sie trotzdem dazu einladen, sich auf seine Idee und den Shruggie als Mittler einzulassen. Denn es gibt weitaus absurdere Prinzip-Bücher. Glauben Sie nicht? Um das Prinzip der Prinzip-Bücher zu illustrieren, habe ich im Anhang meine 125 Lieblingstitel aufgelistet – und das ist nur eine Auswahl. Es scheint also ein Bedürfnis zu geben, sich Dinge mal prinzipiell vorzustellen. Und wenn nun dieses Buch mit mir erläutert, warum es womöglich besser wäre, aus Prinzip auf Prinzipien zu verzichten und pragmatisch zu werden, dann finde ich das gar nicht falsch – sondern schön paradox.

Denn das ist der wichtigste Unterschied zu all den anderen Büchern des Prinzip-Prinzips: dass dieses hier keinen Masterplan präsentiert und das Fehlen eines solchen sogar nicht als Problem, sondern als Ausgangspunkt für eine offene Gesellschaft beschreibt. Im Widerspruch zu all den anderen Prinzip-Büchern lautet die Aussage des Pragmatismus-Prinzips: Im Umgang mit dem Unübersichtlichen helfen gerade keine prinzipiellen Herangehensweisen, keine vorgefertigten immer gleichen Regeln, sondern die Bereitschaft, sich auf das einzulassen, was alle immer vermeiden wollen: die Ratlosigkeit und die daraus resultierende Überforderung. Ich verstehe »Das Pragmatismus-Prinzip« in diesem Sinne als Ratgeber zur Ratlosigkeit. Wir müssen lernen, Widersprüche, pragmatische Paradoxien, besser auszuhalten; Doppeldeutigkeiten zu akzeptieren, nicht dem ersten Eindruck zu trauen. Denn wäre alles nur eindeutig, dann könnte man in mir kein Emoticon erkennen und schon gar kein Symbol für eine Lebenshaltung. Ich wäre sehr einfach und sehr eindeutig nur eine unsinnige Ansammlung von Schriftzeichen. Zum Glück – nicht nur für mich – ist »einfach« und »eindeutig« vorbei ;-)

Deshalb sollten Sie auch nicht dem ersten Eindruck trauen, der Ihnen vielleicht nahelegt, ein Emoticon auf dem Buchcover verspreche einen albernen Inhalt. Dieses Buch ist unterhaltsam, aber nicht unfundiert. Es stellt die Idee des Shruggie in die Reihe des Pragmatismus, der Ende des 19. Jahrhunderts von den amerikanischen Philosophen William James und Charles Sanders Peirce begründet wurde und neues Interesse verdient. Der Begriff leitet sich vom griechischen pragma ab, was Handlung bedeutet – und auch für dieses Buch gilt: Es ist sehr pragmatisch, also handlungsorientiert.

Geben Sie sich aber auch bitte nicht der Vermutung hin, mein Schulterzucken als Ausdruck eines distanzierten Zynikers zu sehen. Mein Schulterzucken ist nicht resigniert oder boshaft. Mein Schulterzucken ist im besten Sinne irritierend gemeint: Es lädt im Geist des kritischen Rationalismus ein zu der unaufhörlichen Frage: Stimmt das denn?

Damit dies auch in diesem Buch gelingt und das Pragmatismus-Prinzip auch wirklich so fröhlich ratlos bleibt, wie ich mich fühle, habe ich darum gebeten, dieses Vorwort zu schreiben, und mir erlaubt, am Ende eines jeden Kapitels eine kurze Zusammenfassung anzufügen. Menschen, die viel online sind, kennen die Abkürzung tl;dr, was für too long; didn’t read steht (»zu lang; hab’s nicht gelesen«). Unter diesem Titel finden Sie meine Zusammenfassung – und wenn Sie wollen, können Sie natürlich auch die Teile vorher ganz pragmatisch überspringen. 

 

Aber, bitte, bleiben Sie aufmerksam: Seien Sie sich auch dann nicht zu sicher, bleiben Sie skeptisch. Das einzige Prinzip, dem ich trauen würde, ist jenes des pragmatischen Zweifels: Denn vielleicht stimmt ja auch das Gegenteil.

Aber keine Sorge: Das ist keine alberne Idee von mir – und nicht mal dieses Buchs allein. Unter dem Oberbegriff »Pragmatismus-Prinzip« bündelt es Ideen, die schon existieren und die gegenwärtig immer wichtiger werden. Aspekte aus der agilen Software-Entwicklung, aus dem Design Thinking und der modernen Unternehmensführung (New Work) fügt es in eine Denktradition ein, die bei den Erfindern des amerikanischen Pragmatismus im 19. Jahrhundert begann und bis zum kritischen Rationalismus des Philosophen Karl Popper reicht. Der eröffnete im Jahr 1985 einen Vortrag mit der Vorbemerkung an sein Publikum, die auch vor die Lektüre dieses Buchs passt: »Glauben Sie mir, bitte, kein Wort! Ich weiß, das ist zu viel verlangt, denn ich will ja nur die Wahrheit sagen, so gut ich sie kenne. Aber ich warne Sie: Ich weiß nichts; oder fast nichts. Wir alle wissen nichts oder fast nichts. Das ist, wie ich vermute, eine Grundtatsache unseres Lebens. Wir wissen nichts, wir können nur vermuten: Wir raten.«

Da ich noch recht jung bin – das Internet und die digitale Vernetzung sind, wie gesagt, meine Eltern –, mag ich diese Frische in Poppers Denken, und ich freue mich über die Würdigung auf dem Buchumschlag. Das ist noch nicht oft vorgekommen, dass ich so prominent vorgestellt wurde. Es soll im Gegenteil sogar noch Menschen geben, die mich gar nicht kennen. Das könnte sich jetzt ändern – und das freut mich. Gerade diese Menschen möchte ich motivieren, sich gelassen(er) dem Neuen zuzuwenden. Denn ich finde stimmig, was die Hirnforscher Ernst Pöppel und Beatrice Wagner in ihrem Buch Traut euch zu denken über unser Verhältnis zum Unbekannten geschrieben haben: »Prinzipiell haben wir zwei Möglichkeiten, auf etwas Neues zu reagieren. Einmal können wir uns zu einem geschlossenen System machen, nichts nach außen kommunizieren und nichts in uns hineinlassen. Das allerdings gelingt in der Perfektion nur in der Theorie, etwa im zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, ein physikalisch interessantes Konstrukt.« Das mir persönlich aber unpraktikabel erscheint, weshalb ich die Alternative mag: »Die zweite Möglichkeit besteht darin, auf das nicht Verstandene, das Unbekannte hinzuschauen und daraus etwas Neues entstehen zu lassen.« Diese Variante erscheint mir sympathischer. Denn: »Lebensprozesse sind auf offene Systeme angelegt, der beste Beweis ist die Evolution, ein beständiges Weiterentwickeln und Anpassen an neue Lebensumstände.«

Deshalb glaube ich auch nicht, dass der Weg in eine vermeintlich bessere Vergangenheit sinnvoll sein kann. Das mag damit zusammenhängen, dass ich noch so jung bin, aber ich lasse mich nicht irremachen von denen, die Panik verbreiten, weil die Welt angeblich so kompliziert geworden ist. Sie wollen damit nicht selten das Gefühl eines Ausnahmezustands erzeugen, den sie mit einfachen Antworten (zu ihren Gunsten) beenden wollen.

Selbst wenn die Welt, in der wir jetzt leben (und als Kind des Internets kenne ich, ehrlich gesagt, gar keine andere), unübersichtlicher ist als jemals zuvor: Ich glaube nicht, dass dies nur ein Problem ist – und schon gar kein Ausnahmezustand. Ich nehme es ganz pragmatisch hin, dass es nahezu unmöglich geworden ist, sich sehr sicher zu sein. In diesem Buch wird das »das Ende der einfachen Antworten« genannt. Für die passende Haltung dazu wird der Begriff Kulturpragmatismus eingeführt. Dieser Kulturpragmatismus basiert auf dem philosophischen Pragmatismus und stellt einen Gegenentwurf zum grassierenden Kulturpessimismus dar. Der Kulturpragmatismus zeichnet sich dagegen dadurch aus, dass er zunächst versucht, Entwicklung zu verstehen (auch wenn man sich dabei nicht sicher ist), und erst danach anfängt, sie zu bewerten. Das finde ich recht stimmig. Denn für Hypes, aber auch für Hektik habe ich persönlich meist nur ein distanziertes Schulterzucken übrig. Und all diejenigen, die mit einfachen Antworten Stimmung machen, sind mir suspekt. Ich traue ihnen nicht.

Dabei stehe ich den Menschen grundsätzlich freundlich gegenüber. Ich wünsche mir, dass sie sich von dem Druck befreien können, ständig eine Lösung finden zu müssen oder – noch schlimmer – zu wollen. Ich glaube, sie sollten sich häufiger erlauben, keine Antwort zu haben. Denn unter uns: Ahnungslosigkeit ist gar nicht schlimm. Vielleicht ist sie sogar die Voraussetzung, um Antworten für etwas wirklich Neues zu finden. Daran glaube ich nämlich insgeheim: dass es den Menschen gelingt, etwas Neues und auch Gutes hervorzubringen. Ich glaube daran, dass die Zukunft – gerade wegen der Unsicherheit – zum Guten gestaltbar ist. Deshalb habe ich auch nichts dagegen, dem Pragmatismus-Prinzip ein Gesicht zu geben.

Zwischen den klaren Prognosen der Fortschritts-Euphoriker (alles wird gut) und der Kulturpessimisten (früher war alles besser) stehen die Vertreter des Pragmatismus-Prinzips für eine Haltung, die Hoffnung auf eine gestaltbare Zukunft zum Ausdruck bringt. Kinder und junge Menschen teilen diese Haltung. Auch deshalb traue ich ihnen zu, Herausforderungen zu meistern, die für weniger hoffnungsfrohe und manchmal ältere Menschen in erster Linie unlösbare Probleme darstellen – und manchmal sogar den Nachweis für den Niedergang der Kultur. Aber selbst wenn man einen solchen angstvollen Blick auf die Zukunft hat, bietet das Pragmatismus-Prinzip einen Zugang: über ein Zitat des Philosophen Karl Popper, der als 92-jähriger in seinem Buch Alles Leben ist Problemlösen die Aufgabe formulierte: »Wir müssen dafür leben, dass es unseren Enkeln womöglich noch besser geht als uns – und nicht bloß wirtschaftlich.«

Aber das Pragmatismus-Prinzip bewegt sich nicht nur in großen weltpolitischen Fragen und philosophischen Traditionen, sondern auch im täglichen Miteinander. Meine fröhliche Gelassenheit findet sich auch in Konzepten wie der Gewaltfreien Kommunikation (GFK). Auch sie setzt auf den Mechanismus »Beobachten ohne zu bewerten«, der meinem Schulterzucken zugrunde liegt. Dabei geht es darum, die Beweggründe und Bedürfnisse des anderen zu erkennen. Wie kommt sie oder er darauf, eine Sache so oder so zu sehen? Wer sich diese Frage stellt, ist auf dem Weg zu einem empathischeren und damit pragmatischeren Blick auf sein direktes Umfeld, aber auch auf die Welt. Ich glaube, dass ein solcher Blick nicht schadet – übrigens auch nicht in Bezug auf dieses Buch.

Dieses Buch findet Spuren von mir in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen, es zeigt, wie ich in der Arbeitswelt an Bedeutung gewinne und sogar in der Politik. Und ich glaube, der Autor tut dies, weil er sich einen empathischeren und auch freundlicheren Blick auf die Welt wünscht. Dabei ist er so sehr in der digitalisierten Gegenwart verwurzelt, dass er die ironischen Brechungen und Paradoxien nicht nur beschreibt, sondern schon im Vorwort in die Tat umsetzt, indem er mich zu Wort kommen lässt – und mir am Kapitelende jeweils Zusammenfassungen zugesteht. Zusammen mit mir will er ein fröhlicheres Gegenbild zu den düsteren Zukunftsszenarien zeichnen, die seiner Einschätzung nach aufgrund der permanenten Veränderungen in allen Lebensbereichen an Macht gewinnen. Der Autor und Journalist Christoph Kucklick nennt die Fähigkeit, die man dafür benötigt, Überforderungsbewältigungskompetenz. Ein schönes Wort, auch wenn es 35 Zeichen hat, ich habe nur 11 – und meine das Gleiche.

Dieses Buch versteht sich als Trainingsanleitung für den Möglichkeitssinn des Menschen. Der Begriff stammt von Robert Musil, er begegnet uns in seinem Roman Der Mann ohne Eigenschaften. Und Möglichkeitssinn beschreibt am besten, was ich den Leser*innen am dringlichsten wünsche: eine Offenheit für das, was möglich sein kann. Einen geweiteten Blick, eine neue Perspektive auf all das, was man schon zu wissen glaubt. In Umkehrung des Déjà-vu, das eine neue Situation beschreibt, die sehr bekannt wirkt, kann man diesen neuen Blick als Vujà-dé beschreiben: Als neuen Blick auf das, was bekannt ist. Um diesen Möglichkeitssinn zu trainieren, braucht es die Fähigkeit zum Schulterzucken und Andersdenken. Diese Fähigkeit versuche ich in der ständigen Frage »Und wenn das Gegenteil richtig wäre?« zum Ausdruck zu bringen.

Darin manifestiert sich – so argumentiert das Buch – eine durch und durch pluralistische Grundhaltung zum Leben. Denn der Möglichkeitssinn lässt einen auch erspüren, dass es mehr gibt als die eigene Meinung. Er lässt uns die andere Meinung aushalten – und bewahrt uns davor, einzig mit dem eigenen Rechthaben zufrieden zu sein. In diesem Sinn kann das berühmte Zitat von Rosa Luxemburg erweitert werden: »Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.« Das bleibt richtig, es lässt sich aber als Übung für den eigenen Möglichkeitssinn modifizieren: »Freiheit ist immer die Freiheit zum Andersdenken.« Um das Andersdenken zu üben, will dieses Buch den Blick verändern – und seine Leserinnen und Leser ermutigen, andere Perspektiven einzunehmen. Warum sieht mein politischer Gegenpart die Welt so, wie er es tut? Wie kommt meine Partnerin darauf, eine Situation so einzuschätzen? Und: Was sind die Argumente, die gegen meine Sicht sprechen?

Wer in der Lage ist, diese Fragen zu stellen, und damit zur Selbstreflexion, lebt eine pluralistische Grundhaltung, die mir sehr sympathisch ist – und ein Abwehrmechanismus gegen einfache Antworten.

Dieses Buch will der Hoffnung auf eine menschliche Zukunft ein Gesicht geben – und zwar meins. Dafür sammelt es zehn Gründe, warum wir alle zusammen gelassen nach vorne blicken können. Obwohl der Autor in der Innovationsabteilung der Süddeutschen Zeitung arbeitet, geht es ihm beim Neuen nicht nur um technische Erfindungen wie das Smartphone, das vielen als permanenter Störenfried missfällt – und das sie deshalb zum Symbol negativer gesellschaftlicher Entwicklungen schlechthin erhoben haben. Es geht ihm auch um den Umgang mit anderen Kulturen, mit fremden Sichtweisen und Lebensweisen sowie um irritierende Perspektiven. Und am Ende behauptet er sogar, dass Ratlosigkeit nicht nur unproblematisch, sondern gar erstrebenswert ist.

Das finde ich gut – gerade weil es so schön ironisch ist, Planlosigkeit zu planen. Das erinnert mich an das Paradox, das der Autor Paul Arden (Egal, was du denkst, denk das Gegenteil) einmal mit einem Schild illustriert hat, auf dem in Blindenschrift steht: »Bitte nicht berühren.« Dass dort etwas steht, merkt man allerdings erst, wenn man den Braille-Schriftzug berührt – und selbst dann können es Sehende meist immer noch nicht lesen.

Das passt zu mir. Deshalb verstehe ich dieses Buch mit mir auf dem Titel in genau diesem Sinn als Ratgeber zur Ratlosigkeit!

 

tl;dr Die Shruggie-Zusammenfassung des Vorworts

Weil der Shruggie verhindern will, dass sich Autor und Leser*innen zu sicher sind in ihren Ansichten, fasst er am Ende eines jeden Kapitels diese zusammen!