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Dirty DancerDirty Dancer

Dirty Dancer

Roman

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Dirty Dancer — Inhalt

Er ist charismatisch, attraktiv und unglaublich selbstverliebt – und Seattles Antwort auf Magic Mike. Keane Morgan, genannt »Dirty Dancer«, ist es gewohnt, dass die Frauen ihm zu Füßen liegen. Nur die süße Maddy Milliken lässt sich von seinem Muskelspiel nicht beeindrucken, auch wenn sie zugeben muss, dass Keane überaus charmant und witzig sein kann. Trotzdem ist er definitiv nicht ihr Typ, und Maddy will sich sowieso ganz auf ihr Studium konzentrieren. Doch während eines gemeinsamen Roadtrips nach Los Angeles legt Keane sich mächtig ins Zeug, um sie vom Gegenteil zu überzeugen.

€ 12,99 [D], € 13,40 [A]
Erschienen am 02.10.2018
Übersetzt von: Christina Kagerer
496 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-06118-6
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 04.09.2018
Übersetzt von: Christina Kagerer
496 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99225-1

Leseprobe zu »Dirty Dancer«

Prolog
Er beugt sich von hinten über die Frau, packt ein Büschel ihrer dunklen Haare und dringt noch einmal tief in sie ein, während er mich direkt ansieht.
Und das war’s. Es ist um mich geschehen.
Ich muss ihn haben.
Es ist mir egal, was ich gestern Abend gesagt habe. Und sein blöder Bruder ist mir auch egal. Eigentlich ist mir alles egal – ich interessiere mich nur für mich selbst und das, was ich will.
Und ich will ihn.
Ich will ihn küssen. Ich will Sex mit ihm haben. Und es dann gleich noch mal tun. Ich will ihn berühren und küssen und jeden Zentimeter [...]

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Prolog
Er beugt sich von hinten über die Frau, packt ein Büschel ihrer dunklen Haare und dringt noch einmal tief in sie ein, während er mich direkt ansieht.
Und das war’s. Es ist um mich geschehen.
Ich muss ihn haben.
Es ist mir egal, was ich gestern Abend gesagt habe. Und sein blöder Bruder ist mir auch egal. Eigentlich ist mir alles egal – ich interessiere mich nur für mich selbst und das, was ich will.
Und ich will ihn.
Ich will ihn küssen. Ich will Sex mit ihm haben. Und es dann gleich noch mal tun. Ich will ihn berühren und küssen und jeden Zentimeter seines wundervollen Körpers mit der Zunge und meinen Lippen erkunden und es dann gleich noch mal tun. Und ich will, dass er mich berührt – jeden Winkel meines Körpers. Ich will, dass er mich wieder und wieder zum Höhepunkt bringt.
Was auch immer wir gestern gesagt haben oder wie sehr er mein Herz brechen wird, wenn das Verlangen verflogen ist: In diesem Moment will ich ihn mehr, als ich je einen Mann gewollt habe.
Und ich schwöre bei Gott, ich werde ihn bekommen.
Und zwar genau jetzt.


Maddy
Freitag, 19:42 Uhr
Mein Handy vibriert, und ich wende den Blick von dem Video ab, das ich gerade bearbeite. Meine große Schwester Hannah ruft an – die einzige Person auf der Welt, für die ich meine Arbeit jederzeit unterbrechen würde.
»Hey, Banana«, sage ich.
»Hey, Süße. Was machst du gerade?«
»Nichts Bestimmtes. Du weißt schon, Crack rauchen, Sex mit einem Unterwäschemodel haben – was man halt an einem Freitagabend so tut. Und damit wärme ich mich nur für morgen Abend auf, da steht Heroin und ein Gangbang auf dem Programm.«
»Ich nehme an, du bearbeitest gerade ein Video?«
»Ja. Die Braut vom letzten Wochenende will ihrer Oma am Sonntag zu deren siebzigsten Geburtstag das fertige Video zeigen. Anscheinend konnte die Oma nicht zur Hochzeit nach Seattle kommen, und ich arbeite jetzt rund um die Uhr, um es rechtzeitig für sie fertig zu bekommen.«
»Du bist wirklich zu gut für diese Welt, Maddy.«
»Überhaupt nicht. Ich kann mir nichts Aufregenderes an einem Freitagabend vorstellen, als ein Hochzeitsvideo zu bearbeiten. Na schön, einen Gangbang vielleicht, aber das Video kommt gleich danach.«
»Ach, weißt du, Gangbangs werden total überbewertet. War man bei ein paar dabei, verlieren sie auch ihren Reiz.«
»Gut zu wissen.«
»Also, Schwesterherz. Ich wollte eigentlich nur fragen, ob du dein Flugticket schon gekauft hast.«
»Nein. Ich hatte immer noch gehofft, dass du mir vielleicht doch einen Stellplatz für mein Auto in deiner Tiefgarage besorgen kannst. Reines Wunschdenken, ich weiß.«
»Vielleicht auch nicht«, sagt Hannah und klingt plötzlich ganz aufgeregt. »Lass einen Ölwechsel machen und neue Reifen aufziehen, Schwesterherz. Du kannst dein Auto nach L.A. fahren.«
Ich gebe einen Freudenschrei von mir. »Wirklich?!« Diese Nachricht schickt der liebe Gott persönlich. Ich kann im kommenden Semester an den Wochenenden Hochzeitsvideos drehen und mir so ein paar Kröten dazuverdienen. »Vielen, vielen Dank, Hannah.«
»Gern geschehen.«
»Wie hast du das geschafft, verdammt?«
»Schwesternmagie.«
»Moment mal.« Ein mulmiges Gefühl überkommt mich. Hannah hat mir mal erzählt, dass die Mieter in ihrem Haus ungefähr vierhundert Dollar im Monat für einen Garagenplatz zahlen, weil das Gebäude so nah an der Uni liegt. »Wenn der Stellplatz mehr als fünfzig Dollar im Monat kostet, kann ich mir das nicht leisten«, sage ich. »Die Studiengebühren für das erste Trimester haben ein Riesenloch in meinen Geldbeutel gefressen, und ich muss mir ja auch noch Bücher kaufen.«
»Nein, nein. Der Stellplatz kostet dich überhaupt nichts. So wie bei J. Lo die Liebe nichts kostet.« Hannah fängt an, lautstark den Refrain von Jennifer Lopez’ »Love Don’t Cost a Thing« zu singen und ersetzt dabei das Wort »Love« durch »Stellplatz«.
»Oho«, sage ich und halte das Handy von meinem Ohr weg. »Mir platzt gleich das Trommelfell. Kannst du mich das nächste Mal bitte vorwarnen, wenn du spontan einen auf J. Lo machst?«
»Okay, Vorwarnung: Ich werde gleich einen auf J. Lo machen.« Jetzt kreischt sie vergnügt »Jenny from the Block«, »Let’s Get Loud« und »Waiting for Tonight« ins Telefon.
Ich kann mir ein Kichern nicht verkneifen. Meine Schwester ist wirklich einmalig.
»Okay, ich bin jetzt fertig mit J. Lo«, sagt Hannah und holt tief Luft. »Was wolltest du sagen?«
»Sei mal eine Minute ernst, Banana. Wie viel wird dieser Stellplatz kosten? Wir beide wissen – dank unserer lieben, glücklosen Mutter –, dass absolut nichts umsonst ist. Nicht einmal J. Los Liebe. Hat Ben Affleck die ›Bennifer‹-Ära nicht sogar als Tiefpunkt seines Lebens bezeichnet? Er würde also bestimmt bestätigen, dass Jennys Liebe ihn sehr wohl etwas gekostet hat. Nämlich seine Seele.«
Hannah schnaubt. »Vergiss Ben. Er kann nicht ›Jenny from the Block‹ für seine gepeinigte Seele verantwortlich machen. Wenn die mächtige Jennifer Garner ihn nicht retten konnte, dann ist er ganz offensichtlich nicht zu retten.«
»Hannah, jetzt bleib doch bitte mal bei der Sache. Wenn du vorhast, mir den Platz zu bezahlen, dann nehme ich das nicht an. Du lässt mich schon mietfrei bei dir wohnen.«
»Ich zahle nichts für den Platz.«
»Okay, hat Henn es geschafft, dass Reed ihm irgendeinen Gefallen tut? Denn mir ist auch nicht wohl dabei, wenn Henn …«
»Hör mir zu, Linda«, unterbricht mich Hannah mitten im Satz. Damit bezieht sie sich auf ein Video, das gerade im Internet kursiert und von dem sie regelrecht besessen ist. Darin nennt ein altkluger kleiner Junge seine Mutter immer bei ihrem Vornamen (Linda) und befiehlt ihr, »ihm zuzuhören«. »Dieser Stellplatz ist ein Geschenk des Himmels, ganz einfach – total umsonst. Zumindest wird er dich kein Geld kosten. Nichts ist komplett umsonst.«
»Ha! Ich wusste es. Du hast deine kleine Schwester als Sexsklavin verkauft, stimmt’s?«
»Natürlich. Wie sonst hätte ich dir einen Tiefgaragenplatz besorgen können, der nur ein paar Straßen vom Campus entfernt liegt, ohne dass du dafür einen Haufen Kohle zahlen musst? Aber du wirst deine sexuellen Dienste nur allzu gerne zur Verfügung stellen, wenn du siehst, von welchem Typen du den Stellplatz bekommst. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass du mir danken wirst.«
»Ohhh … Jetzt hast du meine volle Aufmerksamkeit, Linda. Ist er heiß?«
»Verdammt heiß.«
»Aber finde ich ihn auch heiß? Denn du verstehst darunter irgendeinen Nerd mit schwarzem Umhang, der Magic spielt.«
»Nicht Magic, ich steh zurzeit voll auf World of Warcraft.«
»O mein Gott, Hannah, du bist ein hoffnungsloser Fall.«
Meine Schwester kichert. »Glaub mir, Mr Tiefgaragenplatz ist in jedermanns Vorstellung heiß. In meiner, in deiner, in J. Los, in Moms – na ja, vielleicht nicht in Moms Vorstellung. Er ist nämlich kein Loser.«
Wir müssen beide lachen.
»Erzähl mir mehr von Mr Tiefgaragenplatz«, sage ich. »Ich muss zugeben, ich bin etwas skeptisch.«
Meine Skepsis ist mehr als begründet. Meine Schwester und ich haben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein heißer Typ ist. Hannah hatte schon immer eine Schwäche für seltsame Computerfreaks wie ihren Freund Henn. Ich hingegen stehe eher auf künstlerische James-Dean-Typen (Typen, die mich immer nur als Kumpel betrachten, noch bevor ich überhaupt zwei Worte mit ihnen wechseln kann).
»Hm, lass mich mal überlegen«, sagt Hannah und spannt mich absichtlich auf die Folter. »Also, Mr Tiefgaragenplatz spielt in einer Band.«
»Was?«, rufe ich erstaunt.
Hannah kichert. »Dachte ich mir doch, dass ich dich damit beeindrucken kann.«
»Welches Instrument spielt er?«
»Gitarre. Ach ja, und er ist der Leadsänger.«
»Heilige Mutter Gottes!«
»Und er schreibt alle Texte selbst.«
»O Mann.«
»Und die Texte sind tiefgründig und ernst.«
Ich schnappe nach Luft.
»Aber da ist noch was. Rate mal, warum er seinen Stellplatz nicht braucht?«
»Ich habe nicht die geringste Ahnung«, flüstere ich.
»Weil er Motorrad fährt«, sagt Hannah und bestätigt damit meine Vermutung.
»Ich werd verrückt!«
Hannah lacht.
»Okay«, sage ich. »Ich bin ganz Ohr.«
»Und zu guter Letzt wohnt er auch noch direkt gegenüber von mir. Ihr zwei werdet also praktisch Zimmernachbarn sein.«
Ich fasse mir an die Brust und schnappe nach Luft. »Das wird ja immer besser – und gefährlicher.«
Hannah muss wieder lachen.
»Hannah, Spaß beiseite. Das wird richtig, richtig böse für mich enden«, sage ich verzweifelt. »Ich tue mir jetzt schon leid, weil mir etwas Schlimmes passieren wird.«
Hannah schnaubt. »Warum bist du immer so negativ? Du musst positiv denken. Visualisiere, was du willst, und dann lass es wahr werden.«
»Banana, ich bin eine sehr positive Person, und das weißt du. Aber ich bin auch realistisch.«
»Komm schon, Linda, hör mir zu«, sagt Hannah. »Wie oft habe ich es dir schon gesagt? Neue Stadt, neue Uni, neue Maddy. Das ist jetzt dein Mantra. Du bist nicht mehr schüchtern und introvertiert. Du bist jetzt eine Männer verschlingende Göttin, Baby.«
Ich atme laut aus. Meine Schwester kann mir so oft erzählen, wie sie will, dass ich mich in eine Art Femme fatale verwandeln werde, wir beide wissen trotzdem, was passieren wird: Ich werde mich in diesen Rockstar verlieben, er wird mir den Kopf tätscheln und sagen: Hey, Kleine, lass uns Freunde sein! So läuft es immer bei mir, wenn ich einen Kerl sexuell attraktiv finde.
Nicht dass scharfe Kerle mich nicht mögen würden, das tun sie schon. So wie sie eben kleine Kätzchen und Homer Simpson und Waffeleis mögen. »Du bist große Klasse, Maddy!«, haben zum Beispiel die Jungs in meiner Klasse gesagt. Aber aus irgendeinem Grund hat noch nie ein heißer Typ das Bedürfnis gehabt, mit mir ins Bett zu gehen, wenn er mich besser kennengelernt hat.
Über die Jahre hinweg wollten ein paar Jungs zwar schon mehr von mir als bloß Freundschaft (und bei drei von ihnen habe ich das auch zugelassen, darunter mein erster fester Freund Justin). Aber wenn ich ehrlich bin, haben mich die Typen, mit denen ich ausgegangen bin, nie wirklich angemacht (abgesehen von Justin).
»Komm schon«, sagt Hannah. »Sag es für mich: neue Stadt, neue Uni, neue Maddy.«
Ich verdrehe die Augen, tue aber, was meine Schwester von mir verlangt.
»Ausgezeichnet, Linda«, sagt Hannah zufrieden. »Du bist nicht mehr die süße, brave Madelyn, die sich an alle Regeln hält. Ab jetzt bist du jede Minute eines jeden Tages die Mad Maddy, die allen den Kopf verdreht – und zwar nicht nur durch deine Kamera.«
»Ja genau. Ich bin Mad Maddy«, pruste ich. »Weißt du, was ich mir gerade vorgestellt habe, als du gesagt hast, dass Mr Oberscharf direkt gegenüber von dir wohnt? Ich hatte eine Vision: Ich klopfe nachts um drei in meinem Schlafanzug an seiner Tür und halte einen Teller mit Keksen in der Hand. Dann sage ich: Hi, Nachbar! Ich habe dich Gitarre spielen gehört und dachte, du hättest vielleicht gerne ein paar selbst gebackene Kekse, um deine Kreativität zu beflügeln?«
Hannah lacht.
»Bitte, Hannah, lass nicht zu, dass ich diesem supercoolen Rockstar um drei Uhr morgens selbst gebackene Kekse bringe. Leg mich in Ketten oder drohe mir notfalls damit, ihm meine Stepptanzvideos zu zeigen.«
»Ach, jetzt hör aber auf. Deine Stepptanzvideos sind hinreißend.«
»Die, auf denen ich sechs bin, vielleicht. Aber die, auf denen ich dreizehn bin, mit Zahnspange und verstrubbeltem Haar? Eher nicht.«
»Sie sind alle hinreißend, Maddy. Du warst schon immer süß. Zuckersüß.«
»Mhm. Erinnerst du dich daran, als ich zu ›Born in the USA‹ getanzt habe?«, frage ich.
»Hast du dazu diesen rot-weiß-blauen Hut getragen?«
»Genau.«
Hannah lacht laut auf. »Ja, da hast du wirklich wie eine tanzende Katze auf Meth ausgesehen.«
Ich muss auch lachen, sie hat absolut recht.
»Maddy, du bist der Wahnsinn«, sagt Hannah. »Also gut, wenn du dich Hals über Kopf in Dax verliebst, dann werde ich drastische Maßnahmen ergreifen.«
»Sein Name ist Dax?«
»Ja. Dax Morgan. Er ist Kat Morgans kleiner Bruder. Ich meine natürlich, Kat Faradays kleiner Bruder. Das vergesse ich immer.«
»Ach«, sage ich, und plötzlich ergibt alles einen Sinn. »Warum hast du nicht gesagt, dass er Kats kleiner Bruder ist? Jetzt verstehe ich auch, warum ich diesen Stellplatz umsonst bekomme.«
Hannah hat ihre gute Freundin Kat Morgan vor ein paar Jahren kennengelernt, sie haben zusammen bei einer PR-Firma in Seattle gearbeitet. Seitdem erzählt mir Hannah ständig die lustigsten Geschichten über Kat. Hannah hat schließlich ihren Job gekündigt und ist nach L.A. gezogen, um mit ihrem Freund Henn zusammen zu sein (kurz bevor Kat geheiratet und ein Baby bekommen hat), aber die beiden stehen sich immer noch sehr nahe. Vor allem weil Kats Mann Josh ein sehr guter Freund von Hannahs Freund Henn ist.
»Wow«, sage ich. »Wenn Dax nur halb so attraktiv ist wie seine Schwester, dann muss er umwerfend aussehen.«
»Er ist absolut hässlich.«
Ich muss lachen.
»Also ehrlich gesagt, sehen sich Kat und Dax verdammt ähnlich. Die Familie nennt sie die Wonder Twins.«
»Wenn diese Familie zwei solcher Exemplare zu bieten hat, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.«
»Nein, es gibt fünf von ihnen. Kat hat vier Brüder – ich habe sie bei Kats Hochzeit auf Hawaii kennengelernt. Und jeder Einzelne von ihnen ist einfach unglaublich. Aber Dax sieht wirklich aus wie Kats Zwillingsbruder.«
»O mein Gott. Meine Eierstöcke fangen an zu vibrieren.«
Hannah kichert.
»Geht Dax auch auf die UCLA?«, frage ich. »Hat Reed ihm auch ein günstiges Apartment besorgt?«
Das ist eine gerechtfertigte Frage. Hannahs Apartmentkomplex liegt nur ein paar Blocks vom Campus entfernt – weshalb ich nächste Woche bei ihr einziehe –, und fast alle Mieter in dem Gebäude sind Studenten. Und da der dritte Musketier von Henn und Josh ein Musikmogul namens Reed Rivers ist, der dieses Wohngebäude besitzt, wäre es nur logisch, wenn Kats Bruder einen Superdeal für ein Apartment bekommen hätte. Schließlich hat auch die Freundin seines besten Freundes einen solchen Deal bekommen.
»Nein, Dax ist kein Student«, sagt Hannah. »Er ist nach L.A. gezogen, weil seine Band einen Vertrag bei River Records unterschrieben hat.«
»Wow. Ich freue mich für ihn.«
»Ja, oder? Das ist Wahnsinn. Und Reed bringt seine neuen Bands gerne in seinem Wohngebäude unter, wenn sie ihr Debütalbum aufnehmen.«
»Krass. Dax muss sich wahnsinnig freuen.«
»Ja. Aber ich glaube auch, dass er total nervös ist.«
»Das kann ich mir vorstellen. Er steht bestimmt unter einem wahnsinnigen Druck. Hat Dax gesagt, was er für den Stellplatz haben will? Abgesehen von meinem Körper natürlich?«
»Er hat gemeint, dass du vielleicht eine Art Promo-Video für seine Band drehen könntest.«
»Das will er als Bezahlung?«, keuche ich.
»Hat er gesagt, ja.«
»Das würde ich wahnsinnig gerne machen.« Ich lege meine Finger auf die Tastatur meines Laptops. »Also gut, ich bin im Google-Modus, Süße. Er wird D-A-X geschrieben?«
»Ja. Dax Morgan. Und seine Band heißt 22 Goats.«
»22 Goats? Ist das dein Ernst?«
»Frag mich nicht. Ich habe keine Ahnung, warum sie so heißen.«
Ich tippe auf der Tastatur rum, und schon tauchen Fotos, Videos und Links auf. »O hallo!«, sage ich und starre auf die wunderbare Erscheinung, die meinen Computerbildschirm ziert. »Wow. Dax ist wirklich die männliche Version von Kat.«
»Hab ich doch gesagt.«
»Und er ist tatsächlich jedermanns Vorstellung von heiß«, füge ich noch hinzu.
»Wie ich sagte. Er ist der Wahnsinn. Wie all die Morgan-Kinder. Sie sind allesamt Wunder der Natur. Atemberaubend. Göttlich. Unfassbar.«
»Er ist wirklich ein Leckerbissen.« Ich klicke auf ein Video, in dem Dax und seine Band eine Rockballade in einem vollen Club spielen. »Und er scheint so viel Spaß zu haben, wenn er singt«, flüstere ich und bin wie elektrisiert. »Banana, ich drehe durch, und ich habe den Kerl noch nicht einmal persönlich getroffen.«
»Ja, ich weiß. Jede Bewohnerin des Hauses hat sich schon den Hals verrenkt, seit Dax eingezogen ist. Der Kerl wird jedes Mal, wenn er das Haus verlässt, von Teenager-Mädels belagert.«
Wir müssen beide lachen.
»Ich muss mir gerade vorstellen, wie Dax mit schleimiger gelber Schmiere beworfen wird«, sage ich. »So wie Pelzträger mit roter Farbe beschmissen werden.«
»Absolut«, sagt Hannah und lacht.
»Wie alt ist er?«, frage ich.
»Einundzwanzig, glaube ich. Er hat gesagt, er wäre im ersten Semester an der UCLA, wenn er nicht alles für die Musik aufgegeben hätte.«
Ich schaue mir noch eine Weile die Videos von Dax und seiner Band an und staune über sein Charisma und sein Talent. Dann hole ich tief Luft und sage: »Okay, genug Stalking und Groupie-Getue für heute Abend. Ich muss dieses Video für den Geburtstag der Großmutter noch fertig kriegen. Danke noch mal, dass du diesen Tiefgaragenplatz für mich klargemacht hast, Schwesterherz. Du bist die beste Schwester der Welt.«
»Kein Problem, Süße. Das habe ich gern gemacht. Aber jetzt, da du wirklich mit dem Auto herkommst, mache ich mir doch Sorgen, dass du ganz alleine fährst.«
Ich schnaube verächtlich. »Du musst dir keine Sorgen machen.«
»Gibt es denn niemanden, der mit dir fahren könnte? Wenn du jemanden findest, dann zahle ich ihm das Flugticket zurück nach Seattle.«
»Ach, Banana. Du bist so süß. Aber es ist wirklich in Ordnung.«
»Im Ernst, gibt es niemanden, den du fragen kannst? Ich würde mich wirklich besser fühlen, wenn du nicht alleine fährst.«
Ich denke nach, aber mir fällt niemand ein, der mich begleiten könnte. »In Washington hat das Semester schon angefangen«, sage ich.
»Wie wäre es denn mit Mom?«
»Nein, sie besucht nächste Woche ihren Freund in Louisville.«
»Mom hat einen neuen Freund in Louisville?«
»Smith.«
»Smith? Ist das sein Vor- oder Nachname?«
»Ich glaube, sein Vorname. Ich bin mir aber nicht sicher. Sie nennt ihn immer nur Smith.«
»Was ist denn mit diesem Brook passiert?«
»Brooks. Mit ›s‹. Er ist Vergangenheit.«
»Ich dachte, er wäre Moms Ritter in der schimmernden Rüstung?«
»Ja, aber der Ritter war auch spielsüchtig und hat sich Pornos angeschaut.«
»Der Nächste, bitte!«, ruft Hannah, und wir müssen beide lachen. Auch wenn es eigentlich nicht zum Lachen ist, wie Hannahs Freund Henn sagen würde.
»Wenn du dir Sorgen um jemanden machen willst, der alleine Auto fährt, dann solltest du dir um Mom Sorgen machen«, sage ich. »Sie trifft diesen Smith zum ersten Mal, nachdem sie einen Monat lang lauter Liebesmails von ihm bekommen hat. Und sie miteinander telefoniert haben.«
»›Liebe auf den ersten Blick‹-Mails?«, fragt Hannah.
»Natürlich.«
»Wir sollten Mom in diese neue Errungenschaft namens Facetime einweihen«, sagt Hannah. »Das würde ihr Leben verändern.« Sie seufzt laut auf. »Ich hoffe, dieser Smith ist endlich mal ein netter Kerl.«
»Das hoffe ich auch«, sage ich.
»Wenn nicht, dann wird sie es schon merken«, sagt Hannah. »Mom ist ein großes Mädchen.«
»Ja, genau wie ich«, sage ich. »Du musst dir keine Sorgen machen, wenn ich alleine fahre.«
»Nein, du bist kein großes Mädchen. Du bist meine kleine Schwester Madelyn, und das wirst du auch immer bleiben. Hey, ich sollte einfach zu dir fliegen, und wir fahren dann zusammen hierher. Wir könnten die ganze Fahrt über Spiele aus unserer Jugend spielen.«
»Hann, du hast mir erst gestern erzählt, wie viel Arbeit du im Moment hast. Du kannst dir nicht freinehmen, um für mich Babysitter zu spielen. Du versuchst immer noch, alle bei deiner neuen Arbeit dazu zu bringen, dich zu lieben, schon vergessen?«
Hannah seufzt laut auf und bestätigt damit, wie sehr sie sich wünscht, in ihrem neuen Job Anerkennung zu finden. Schließlich war es schon immer ihr Traum, in der PR-Abteilung eines großen Filmstudios zu arbeiten.
»Wenn ich während der Fahrt müde werde«, versichere ich ihr, »halte ich beim nächstbesten Motel. Sobald wir aufgelegt haben, werde ich mir mögliche Zwischenstopps im Internet raussuchen. Und ich werde mein Handy griffbereit haben, wie immer, wenn ich fahre. Aber es wird weit genug wegliegen, dass es mich nicht ablenken kann.«
»Ich mache mir nicht nur Sorgen, weil du alleine fährst. Ich mache mir auch Sorgen, weil du eine einundzwanzigjährige alleinreisende Frau bist. Wer weiß, was für ein Verrückter dir an einer Tankstelle auflauert und dich bedrängt?«
»Mein Gott, Hannah.«
»Ich sag’s ja nur. Man kann nie vorsichtig genug sein.«
»Ich weiß.«
Hannah holt tief Luft, offensichtlich ist sie sehr besorgt.
Das ist natürlich nichts Neues für mich. Meine Schwester hat mich schon immer beschützt. Seit wir klein waren. Und dieser Beschützerinstinkt wurde noch stärker, als ich vor drei Jahren einen Autounfall hatte. Ich bin mit einem gebrochenen Schlüsselbein und Knöchel, einer Gehirnerschütterung, einer gequetschten Lunge und ein paar weiteren Verletzungen an Körper, Herz und an der Seele davongekommen, aber beide Fahrer – mein Freund Justin und ein Vater von vier Kindern, der anscheinend gerade auf sein Handy geschaut hat – sind noch am Unfallort gestorben.
»Okay, ich muss auflegen«, sage ich. »Aber schick mir auf jeden Fall Dax’ Telefonnummer. Ich werde ihn anrufen und mit ihm die Einzelheiten für meine Arbeit als Sexsklavin besprechen.«
»Das mache ich. Ich hab dich lieb, Schwesterherz.«
»Ich dich auch, Banana. Und vielen Dank noch mal.«


Maddy
»Dax«, antwortet eine männliche Stimme.
O Gott, seine Stimme ist so sexy wie der ganze Rest von ihm. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein, weil ich mir sieben Youtube-Videos nacheinander von ihm angesehen habe, bevor ich zum Telefon gegriffen habe.
»Äh, hi, Dax?«, sage ich. »Hier ist Madelyn Milliken?« O Mann, meine Stimme verrät meine Nervosität. »Hannahs Schwester?«, fahre ich fort.
»Ah ja. Hi.«
»Meine Schwester hat mir gesagt, dass ich dich wegen dem Tiefgaragenstellplatz anrufen soll?« Mist, warum beende ich denn jeden Satz mit einem Fragezeichen? Ich hasse es, wenn ich das tue. Ich hole tief Luft. »Meine Schwester hat gesagt, ich soll dich anrufen?« Verdammt, ich habe es schon wieder getan.
»Ja, Hannah hat mir erzählt, dass du dein Auto brauchst, damit du an den Wochenenden arbeiten kannst.«
»Ja, die Studiengebühren und die Sachen für die Uni sind ganz schön teuer?« Scheiße. Schon wieder mit Fragezeichen.
»Also, du kannst meinen Stellplatz gerne haben«, sagt Dax. »Ich habe ein Motorrad und brauche den Platz nicht, der zu unserem Apartment gehört.«
»Danke?« Verdammt. »Danke?« Verdammt noch mal! »Danke!«
»Gern geschehen«, ruft Dax und imitiert dabei meinen enthusiastischen Tonfall. »Freut mich, dass ich helfen kann. Kat erzählt mir immer, wie sehr sie Hannah Banana Montana Milliken liebt, also ist Hannahs Schwester auch für mich so etwas wie eine Schwester.«
Das gibt’s doch nicht. Das ist selbst für mich ein neuer Rekord. »Vielen Dank, Dax!«, sage ich betont fröhlich und versuche, mir die Enttäuschung darüber, dass er mich schon jetzt als kleine Schwester betrachtet, nicht anhören zu lassen.
»Du wechselst also an die UCLA?«, sagt Dax und scheint meine Enttäuschung nicht bemerkt zu haben.
»Ja?«, antworte ich.
»Wo warst du vorher?«
»U Dub?«
»Ich habe bis letztes Jahr an der Seattle University Musik studiert.«
»Ja?«
»Hab aufgehört, als die Band einen Plattenvertrag bekommen hat.«
»Gratuliere übrigens dazu.« Puh, kein Fragezeichen dieses Mal.
»Danke. Hannah hat gesagt, dass du Film studierst – und dass du letztens einen Preis bei einem Filmfestival gewonnen hast?«
»Ja?«, sage ich. Verdammt, da ist es wieder. »Ja«, korrigiere ich mich selbst. »Das habe ich.«
Dax hält inne und wartet anscheinend darauf, dass ich mehr darüber erzähle. Aber da kann er lange warten, denn meine Zunge fühlt sich an, als hätte jemand einen Knoten reingemacht.
»Cool«, sagt Dax schließlich. »Ich habe mir gedacht, wenn es in Ordnung für dich ist … also, meine Band könnte eine Art Promo-Video gebrauchen. Du weißt schon, etwas, womit wir uns der Welt vorstellen, wenn das Album rauskommt. Es sollte vielleicht ein bisschen was auf der Bühne und ein bisschen was backstage zu sehen sein? Nicht zu lange oder zu aufwendig, etwas Einfaches. Ich hoffe zwar, dass das Plattenlabel auch etwas in der Art macht, aber ich möchte mich nicht darauf verlassen, verstehst du? Außerdem kann eine Band, die neu rauskommt, heutzutage jede noch so kleine Hilfe gebrauchen. Auch wenn sie bei einem krassen Label unter Vertrag steht.« Dax holt tief Luft, und ich spüre, wie sehr er unter Druck steht.
»Ich würde dir sehr gerne helfen, Dax«, säusle ich. »Ich liebe Musik und Musiker über alles.« Hilfe. Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade gesagt habe. Ich räuspere mich. »Sag mir, wie ich dir helfen kann, und ich werde es tun. Wie du schon gesagt hast, wir sind ja praktisch eine Familie, oder?« Ich würde am liebsten im Erdboden versinken.
»Cool«, sagt Dax und klingt ganz aufgeregt. »Wollen wir darüber reden, wenn du nach L.A. kommst?«
»Klar.«
»Wann kommst du denn?«
»Ähm, wahrscheinlich fahre ich in vier oder fünf Tagen los. Ich muss noch ein paar Sachen packen und einige Dinge erledigen. Für die Fahrt brauche ich wahrscheinlich zwei oder drei Tage, je nach Wetter und Verkehr.« Ich räuspere mich erneut. »Aber ja, wenn ich da bin, dann stelle ich dir gerne meine Dienste zur Verfügung.« Verdammt, habe ich gerade wirklich gesagt, »ich stelle dir gerne meine Dienste zur Verfügung«? Ich klinge wie jemand vom Kundenservice. »Ich habe dann ungefähr noch eine Woche, bis die Kurse losgehen. Da könnten wir das Video vielleicht drehen?«
»Wunderbar.«
»Das Schneiden dauert dann aber bestimmt ein bisschen. Mein Stundenplan ist ziemlich voll, und ich habe an den Wochenenden jede Menge Hochzeiten, die ich filmen muss – dank deinem Stellplatz.«
»Kein Problem. Wir haben sechs Monate, bis das Album rauskommt.«
»Okay, das ist gut.«
»Ich freue mich wirklich, Maddy. Danke. Hannah hat gesagt, du bist eine ausgezeichnete Filmemacherin.«
»Hat sie das? Na ja, ich weiß nicht. Ich liebe einfach das visuelle Geschichtenerzählen. Ich habe das Gefühl, manchmal sehe ich Verbindungen und Themen, die andere Menschen nicht sehen?«
»Genau das denke ich über das Liederschreiben: Verbindungen, Themen, Geschichten. Genau das Gleiche.«
»Wow. Cool.« Ich will noch mehr sagen, aber die Worte kommen mir nicht über die Lippen. Ich spüre, wie meine Wangen rot werden.
»Also gut, Maddy«, sagt Dax fröhlich. »Ich muss gleich ins Studio.«
»Auf geht’s«, sage ich und zucke im selben Moment zusammen. So forsch bin ich sonst nie. »Und danke noch mal für den Stellplatz, Dax. Das hat mir wirklich das Leben gerettet.«
»Gern geschehen. Okay, wir hören uns, Mad Maddy.«
Hannah hat ihm das erzählt? Ich werde sie umbringen.
»Bis dann …?«, antworte ich. Max Dax? Tex Dax? Verdammt, mir fällt nichts Cleveres zu seinem Namen ein.
Oh, er hat schon aufgelegt. Zum Glück.
Ich lege das Handy weg und schlage mir mit der Hand gegen die Stirn. Warum zerbrösele ich immer wie Fetakäse, wenn ich mit Jungs rede, zu denen ich mich hingezogen fühle? Wie zum Teufel schaffen es andere Mädchen, in solchen Situationen clever, sexy und witzig zu sein? »Ich stelle dir gerne meine Dienste zur Verfügung.« Herrje.
Wie eine Schildkröte, die sich in ihren Panzer zurückzieht, mache ich mich wieder an das, was meine Stimmung immer hebt: das Bearbeiten von Videos.
Zwanzig Minuten später klingelt mein Handy. O mein Gott, auf dem Display erscheint Dax’ Nummer.
»Hallo?«, sage ich mit klopfendem Herzen.
»Hi«, sagt Dax. »Hier ist Dax – Dax Morgan.«
Ich muss grinsen. Als ob ich einen anderen Dax kennen würde. »Hi?«, sage ich.
»Ich bin gerade rübergegangen und habe Hannah von unserer Unterhaltung erzählt, und anscheinend gibt es da außer dem Video noch einen Gefallen, den du mir im Gegenzug für den Stellplatz tun könntest. Tut mir leid.«
»Oh. Okay. Klar.« Ich spüre ein freudiges Kribbeln am ganzen Körper. »Was kann ich noch für dich tun?«
Dax holt tief Luft. »Also, ich habe einen Bruder. Keane. Er will mich in L.A. besuchen – ich glaube, er ist von einer großen Talentagentur eingeladen worden oder so. Egal. Würdest du Keane in deinem Auto mitnehmen? Ich weiß, das ist ein großer Gefallen, aber er würde dir auch die Hälfte des Benzingeldes zahlen.«
»Natürlich«, sage ich, ohne zu zögern, und verziehe sogleich das Gesicht. Was zum Teufel mache ich da? Ich will nicht knapp zweitausend Kilometer mit einem komplett Fremden in meiner Schrottkarre fahren. »Klingt gut«, füge ich betont locker hinzu und mache mir dabei fast in die Hose.
Dax seufzt offensichtlich erleichtert auf. »Prima. Ich sag ihm, dass du ihn mitnimmst, und gebe ihm deine Nummer, damit ihr euch absprechen könnt.«
»Toll.«
»Also dann«, sagt Dax. »Ich muss noch etwas essen, bevor ich ins Studio gehe.«
»Okay. Und danke noch mal für den Stellplatz.«
»Kein Ding. Bis bald. Mach’s gut.«
Sobald ich aufgelegt habe, bereue ich, dass ich so einfach Ja gesagt habe. Ich will nicht zwei ganze Tage mit einem Kerl im Auto verbringen, den ich nicht kenne. Ich bin schrecklich, wenn es darum geht, neue Menschen kennenzulernen. Verdammt, ich hatte mich wirklich darauf gefreut, mich während der Autofahrt mental auf die großen Veränderungen in meinem Leben vorzubereiten.
Ich seufze laut und vergrabe das Gesicht in meinen Händen.


Keane
Freitag, 22:07 Uhr
Ich parke mein Auto vor einem großen Haus in Bellevue und werfe einen Blick auf meine Uhr. Irgendwie habe ich es geschafft, zwanzig Minuten zu früh zu diesem Auftritt zu kommen – ziemlich beeindruckend, wenn man bedenkt, dass ich noch vor zehn Stunden ein menschliches Häufchen Elend gewesen bin.
Ich schaue auf meinem Handy nach, ob ich bei der richtigen Adresse bin, und sehe jede Menge ungelesene Textnachrichten und Instagram-Benachrichtigungen. Anscheinend habe ich die alle bekommen, während ich meinen Rausch von letzter Nacht ausgeschlafen habe. Scheiße, ich habe bei der Geburtstagsparty meiner Agentin gestern Abend wohl mehr Leuten meine Nummer gegeben, als ich dachte.
Desinteressiert scrolle ich durch die ungelesenen Nachrichten, bis ich eine von meinem jüngeren Bruder Dax entdecke:
Yo, Peen Star. Ruf mich sofort an. Du musst mir einen Gefallen tun, Mann. Es ist wichtig. Danke.
Ich tippe eine kurze Antwort:
Yo, Rockstar. Ich muss gleich arbeiten und die Fantasien von ein paar glücklichen Frauen erfüllen (wie üblich). Heute Abend ist BPH ein gut ausgestatteter Polizist, und die Junggesellin ist Amerikas heißeste Braut.
Ich füge noch einen Polizisten, eine Braut und ein Smiley, das Tränen lacht, hinzu.
Ich ruf dich morgen an. Vielleicht auch am Sonntag. Spätestens am Montag, okay? (Du weißt ja, es ist harte Arbeit, DER WAHR GEWORDENE TRAUM ALLER FRAUEN zu sein). Peace, Bro.
Natürlich habe ich es nicht eilig, meinen kleinen Bruder zurückzurufen, obwohl ich ihn wirklich liebe. Kleiner Tipp: Wenn man will, dass Keane Morgan einen schnell zurückruft, dann sollte man ihm keine Nachricht schicken, in der steht: »Du musst mir einen Gefallen tun, Mann.«
Ich schaue wieder auf die Uhr. Noch achtzehn Minuten, bis die Show anfangen soll.
Ich scrolle weiter durch meine Nachrichten und entdecke zwei von meinem älteren Bruder Ryan, beide von gestern:
Hey, Peen. Ich hab zwei Tickets für das Spiel der Mariners am Donnerstagabend, falls du und deine Hübsche sie haben wollt. Ihr zwei könntet euch einen romantischen Abend im Stadion machen. Sieht so aus, als würde ich mir am Donnerstag mit Kum Shot und dem ganzen Faraday-Clan Muse anschauen. Lambo hat uns Backstage-Pässe besorgt (weil er der weise und mächtige Joshua Faraday ist, Baby!). Soll ich dir was gestehen? Ich liebe meinen Schwager mehr als jeden meiner richtigen Brüder, dich eingeschlossen. Sorry, Peenie, aber ich kann nichts dafür. PS: Wackle nicht zu doll mit dem Hintern, Magic Mike. Wir wollen ja nicht, dass sich bei dir was lockert.
So macht man das. Keane Morgan soll einen zurückrufen? Dann bietet man ihm am besten kostenlose Tickets für ein Baseballspiel an. Daxy sollte sich hieran wirklich ein Beispiel nehmen.
Bevor ich meinem älteren Bruder sage, dass ich die zwei Karten auf jeden Fall haben will, lese ich noch seine zweite Nachricht, die er dreißig Minuten nach der ersten abgeschickt hat:
Hey, PEENelope Cruz!, schreibt Ryan. Mom sagt, du sollst sie anrufen. Sie hat dir vor zwei Tagen eine Mailboxnachricht hinterlassen und dir erzählt, dass sie was für dich hat (Lasagne, du Bastard!). Aber du hast sie nicht zurückgerufen. Haha! Sieht so aus, als wäre dein Verlust mein Gewinn, Arschloch! Mmmmhhh … die Lasagne war vorzüglich!
Mit einem Mal hat sich meine gute Stimmung wegen der zwei Baseballtickets in Luft aufgelöst. Wütend tippe ich eine Antwort:
FUCK YOU, du stehlender, betrügender Mistkerl! Z und ich sind noch im Wachstum! Wir hätten diese Lasagne dringend nötig gehabt, Mann! Du hättest mich unterstützen und Mom sagen sollen, dass sie mir das Essen einfrieren soll. Stattdessen klaust du es mir einfach, du Vollidiot! Lach du nur, mein Hübscher. Ich werde mich einfach bei Mom einschleimen und sie darum bitten, mir eine ganze Auflaufform voll Lasagne zu machen. Und dazu noch einen Topf Chili. So, das hast du jetzt davon. Und das Ganze sollte nicht allzu schwer werden, weil Mom mich nämlich am liebsten hat.
Ich füge noch einen ausgestreckten Mittelfinger hinzu und schicke die Nachricht ab.
Verdammt noch mal. Ich könnte niemals ohne die Extrawürste, die Mom mir brät, leben, und Ryan weiß das genau. Ich bin der Einzige von uns fünf, der nicht einmal Wasser kochen kann. Moms Kochkünste halten mich über Wasser. Mistkerl.
Schnell schreibe ich Ryan eine zweite Nachricht:
Du bist jetzt offiziell mein Feind, Bro. Also pass lieber gut auf dich auf.
Ich füge einen Dolch und ein Augenpaar hinzu.
Ach, und sag Mom bitte, dass sie mich nicht anrufen, sondern mir schreiben soll. Ich habe ihr schon tausendmal gesagt, dass ich meine Mailbox nie abhöre, weil mir ausschließlich Mom und mein Vermieter draufsprechen. Ach, und sag Jizz, dass ich zutiefst verletzt bin, weil sie mich nicht gefragt hat, ob ich mit ihnen auf das Muse-Konzert gehen will. Wozu hat man eine Schwester, die einen Millionär mit berühmten Freunden geheiratet hat, wenn sie ihren neu gewonnenen Reichtum und ihre Beziehungen nicht dafür benutzt, ihrem LIEBLINGSBRUDER Backstage-Pässe für Muse zu besorgen? Sag Kat, dass mich das ganz und gar nicht erfreut. Sag ihr, dass sie sich einiges einfallen lassen muss, um das wiedergutzumachen. So.
Ich füge noch ein Mikrofon hinzu – das offizielle Zeichen der Morgan-Geschwister, wenn man gerade eine Ansage gemacht hat.
»O scheiße«, sage ich laut, als mir die zwei Baseballtickets wieder einfallen.
Ich schreibe Ryan eine dritte Nachricht:
Ach ja, das hätte ich fast vergessen! Klar will ich die Baseballtickets, Bro! Danke, Captain! Du bist der Beste! (Davon abgesehen, bist du natürlich trotzdem ein stehlender, betrügender Mistkerl.) Lass die Karten auf deiner Küchentheke liegen. Ich komm dann die Woche mal vorbei und hol sie mir ab. Ähm … ja. Ich habe deinen Schlüssel immer noch. Ich habe gelogen, als ich dir letztens erzählt habe, dass ich ihn wieder zurück in die Schublade gelegt habe. Ach, komm schon, mein Hübscher – sei nicht böse auf deinen Lieblingsbruder. Wir wissen doch beide, dass ich dich das nächste Mal, wenn wir uns sehen, nur mit meinen Grübchen anlächeln muss, und du wirst vergessen, dass du jemals sauer auf mich gewesen bist. Also sei doch gar nicht erst wütend. Danke noch mal, ich hab dich am liebsten von allen, Rum Cake!
Und noch ein Herz dazu.
Nachdem ich Ryan die Nachricht geschickt habe, schreibe ich meiner Schwester Kat:
Hey, Kum Shot. Danke auch, dass du mich zum Muse-Konzert am Donnerstag eingeladen hast. Das wird ein Riesenspaß! Oh, nein, stimmt ja. DU HAST MICH GAR NICHT EINGELADEN! Weil du eine dumme KUH bist!
Ich füge einen Mittelfinger hinzu.
Grüß Lambo von mir und umarme die kleine Gracie von ihrem Lieblingsonkel. Ich liebe euch alle (auch wenn du eine dumme Kuh bist).
Und auch hier noch ein Herz.
Ich schaue wieder auf die Uhr. Immer noch zehn Minuten, bis sich Officer Ball Peen Hammer zum Dienst melden muss. Verdammt, warum bin ich nur so früh hierhergekommen? Ich hasse es, zu warten.
Ich scrolle weiter durch die unzähligen Nachrichten auf meinem Handy. Ah, da ist eine von meinem ältesten Bruder Colby: Hey, Arschloch. Ruf mich an. Ich habe dir vor drei Tagen auf die Mailbox gesprochen, und du hast nicht zurückgerufen.
Das ignoriere ich. Colby weiß genau, dass er mir keine Nachrichten hinterlassen soll – also ist es seine eigene Schuld, wenn ich ihn nicht zurückrufe. Gelöscht.
Dann eine Nachricht von meiner Agentin Melissa. Ihr antworte ich immer, egal, was gerade los ist.
Hey, Keane, schreibt Melissa. Danke, dass du gestern zu meiner Geburtstagsparty gekommen bist! Deine Show war der Wahnsinn! Smiley mit roten Wangen. Gute Neuigkeiten: Eine neue Klientin hat speziell nach BPH für eine Privatshow morgen Abend gefragt. Sie hat deinen Auftritt im Hot Spot letzten Monat gesehen, und anscheinend hast du einen ziemlich guten Eindruck bei ihr hinterlassen. Sie ist wohl frisch geschieden und feiert das mit einer Party, also nehme ich an, dass es heiß hergehen wird. Ich habe ihr gesagt, dass du diesen Samstag wieder im HS auftrittst, aber sie wollte dir doppelt so viel zahlen wie der Club. Ich habe gesagt, sie müsste dreimal so viel zahlen, plus hundert Dollar extra als garantiertes Trinkgeld (meine zwanzig Prozent schon abgezogen). Und sie war einverstanden. Verdammt, bin ich gut. Also, wenn du den Auftritt willst, schicke ich Brent oder Felipe anstelle von dir ins HS. Aber das muss ich sofort wissen. Wenn ich bis Mitternacht nichts von dir gehört habe, wird dich Brent bei der geilen Geschiedenen vertreten. LG, Melissa.
Ich schnaube laut auf, obwohl mich in meinem Auto niemand hören kann, und schreibe ihr zurück:
Schon klar, Mel, du schickst BRENT zu der geilen Geschiedenen! Diese Frau fragt speziell nach BPH, und du willst ihr den kleinen Cowboy geben? Die arme Frau wäre maßlos enttäuscht. Aber tu mir bitte einen Gefallen und mach ihr klar, dass der legendäre BALL PEEN HAMMER sie nicht hämmern wird, okay? Es ist eigentlich nicht meine Aufgabe, den Frauen zu erklären, dass ich nicht dafür bezahlt werde, mit ihnen ins Bett zu gehen, Mel. Für mich ist es immer blöd, das anzusprechen. Also erledige deinen Job und sag den Kundinnen bei der Buchung, dass ich kein Callboy bin. Bitte, Mel. Wenn eine potenzielle Kundin mich nicht will, weil ich ein Profi bin, dann werden mich fünf andere genau deswegen wollen. Also, ja, wenn diese Geschiedene jemanden mit Talent haben will, der aussieht wie ein griechischer Gott und an dessen Show sie sich zurückerinnern kann, wann immer sie mit einem alten Kerl mit Bierbauch, Haaren auf dem Rücken und dramatisch niedrigem Testosteronspiegel schläft – dann soll sie mich kriegen, verdammt. BPH wird da sein, Baby. Aber wenn diese frisch Geschiedene ihre neu gewonnene Freiheit mit irgendeinem Callboy feiern will, der seinen Schwanz nicht in der Hose lassen kann, dann schick bitte Brent. Peace.
Ich füge noch ein Herz hinzu, damit Melissa weiß, dass ich sie gern habe, obwohl ich ihr gerade den Marsch geblasen habe.
Ich werfe wieder einen Blick auf die Uhr. Immer noch fünf Minuten bis zur Show. Mein Gott, ist etwa die Zeit stehen geblieben? Ich scrolle weiter durch meine Nachrichten, um mir die Zeit zu vertreiben, da fällt mir eine Nachricht von einer unbekannten Nummer ins Auge:
Hey, Keane! Ich bin’s, Jade von Melissas Party. Ich habe deine Nummer von Samantha bekommen. Vielleicht können wir uns mal treffen? Ruf mich an! Dahinter ein zwinkernder Smiley und ein Kussmund.
Also, zuerst einmal erinnere ich mich nicht an eine Jade von gestern Abend. Und außerdem mag ich Samantha nicht. Sie ist Z gegenüber immer total unverschämt. Und Bros gehen nun mal vor, Baby. Gelöscht.
Noch ein paar unwichtige Nachrichten, bis eine weitere meine Aufmerksamkeit erregt:
Hallo! Ich bin Madelyn Milliken, Hannahs Schwester. Bitte schreib mir oder ruf mich an, wenn es dir passt, damit wir was für nächste Woche ausmachen können. Ich bin zeitlich ziemlich flexibel. Ich freu mich schon auf diesen Trip mit dir!
Ich schaue mir die Nachricht einen Moment lang an und versuche zu verstehen, was sie bedeuten soll. Was für ein Trip? Ist das irgendein Codewort, das mit Drogen zu tun hat? Ich feiere zwar ab und zu wirklich gerne, aber ich bin noch lange kein Junkie oder Dealer. Oder denkt sie, dass ich wirklich irgendwo mit ihr hinfahre? Ha! Was soll das denn? Und warum sollte es mich interessieren, dass sie eine Schwester hat, die Hannah heißt?
Moment.
Plötzlich tut sich was in meinem Hinterstübchen. Hannah Milliken. Dieser Name kommt mir irgendwie bekannt vor. Ich starre an das Dach meines Wagens und denke angestrengt nach. Nein. Fehlalarm. Es fällt mir nicht ein. Sorry, Madelyn Milliken, wer auch immer du sein magst: Kein Peen für dich. Gelöscht.
Ich werfe wieder einen Blick auf die Uhrzeit. Jawohl, es ist Showtime, Baby.
Ich nehme meinen Hut vom Beifahrersitz, setze mir eine Sonnenbrille auf und betrachte mich im Rückspiegel. Verdammt, was bin ich nur für ein gut aussehender Mistkerl. In dieser Verkleidung sehe ich einfach fantastisch aus. Genial.


Keane
Ich hole meinen tragbaren Lautsprecher mit eingebautem Discolicht aus dem Kofferraum und gehe auf das riesige Haus zu. Die Handschellen an meinem Gürtel klimpern leicht, und ich habe ein Grinsen auf den Lippen. Mann, ich liebe mein Leben.
»Oh, Hallo«, sagt eine Brünette in den Dreißigern, als sie die Haustür öffnet, und verschlingt mich förmlich mit ihrem Blick. Hinter ihr ertönen quietschende und lachende Frauenstimmen, die sich in meinen geschulten Ohren sehr betrunken und ausgelassen anhören. Aus den Boxen dringt laute Musik. Gerade läuft der Song »Crash« vom Hip-Hop-Megastar 2Real, der zufällig der größte Star des neuen Plattenlabels von meinem kleinen Bruder ist (verdammt, bin ich stolz auf meinen kleinen Rockstar-Bruder).
»Ma’am«, sage ich zu der Brünetten im Türrahmen, spreize meine Beine etwas und strecke ihr mein bestes Stück leicht entgegen.
Diese Geste war natürlich volle Absicht.
Hey, verdreh deine Augen nicht so, Puppe. Das steht dir nicht. Es ist mein Job, dafür zu sorgen, dass die Frauen mich wollen, Süße – und ich bin verdammt gut in meinem Job. Ich schlafe zwar nicht beruflich mit Frauen, aber es ist mein Beruf, dass sie mit mir schlafen wollen. Und das bedeutet, dass ich bei jedem Auftritt von Anfang an mein Bestes tue, um den Frauen das zu geben, was sie sich insgeheim wünschen: einen Alphamann. Genau, Baby. Mit jeder Geste und jeder Bewegung stelle ich sicher, dass die Ladys wissen, dass ich ein Kerl bin, der ihre von Natur aus unterwürfigen Ärsche ins gelobte Land bringen wird, wenn sie je in den Genuss meiner Talente kommen sollten.
Mach dir nicht gleich ins Höschen, Baby. Wenn ich sage, dass Frauen von Natur aus unterwürfig sind, dann spreche ich von Sex, okay? Ich weiß natürlich, dass Frauen ganze Länder und Unternehmen führen und auch sonst tausend Dinge rocken. Du kennst meine Mutter und meine Schwester nicht. Ich weiß das. Aber wenn es um Sex geht, sehnen sich Frauen aus biologischen und physiologischen und noch jede Menge anderen -ologischen Gründen nach absoluter Dominanz. Ich rede nicht von Hundehalsbändern, Peitschen und Ketten – auch wenn ich nichts dagegen habe, wenn eine Frau darauf steht –, ich rede von etwas viel, viel Fundamentalerem. Ich rede von der einfachen Tatsache, dass jede Frau, ob sie es nun zugibt oder nicht, und egal, wie unabhängig und dominant sie außerhalb ihres Schlafzimmers auch sein mag, sich insgeheim einen Mann wünscht, der ihr in ihrem Schlafzimmer zeigt, wo der Hammer hängt.
Ach, du willst mir widersprechen? Na klar. Ich kann es kaum erwarten, deine Ansichten zu hören. Vielleicht bei einer Tasse Tee und Keksen? Ich sag dir was, Baby: Wir unterhalten uns, gleich nachdem ich die fünfhundert Dollar oder mehr gezählt habe, die mir die geilen Frauen auf diesem Junggesellinnenabschied in meinen Slip stecken werden – nur Millimeter von meinem besten Stück entfernt.
Ja, genau, ich verdiene ungefähr fünfhundert Dollar Trinkgeld pro Abend. Jeder andere in diesem Geschäft bekommt höchstens zweihundertfünfzig – wenn er Glück hat. Du fragst dich, wie ich das anstelle? Liegt es daran, dass ich so verdammt gut aussehe? Denn das tue ich – ich bin hübscher als deine Schwester. Aber das ist eine Grundvoraussetzung in diesem Business. Du musst gut aussehen, um einen guten Agenten zu bekommen, der dir die Jobs klarmacht. Liegt es an meinen heißen Tanzbewegungen? Denn heiß sind sie auf jeden Fall. Es ist bestimmt auch nicht von Nachteil, dass ich geile Frauen liebend gern zum Kreischen bringe. Das liebe ich wirklich. Aber all das ist nicht der Grund, warum ich doppelt so viel Trinkgeld bekomme wie die anderen Kerle.
Du willst wissen, was mein Geheimnis ist? Na gut, ich verrate es dir, aber nur, weil du so hübsch und süß bist: Ich bin fantastisch im Bett, und das sehen die Frauen mir einfach an der Nasenspitze an.
Du weißt doch, dass Hunde ein Erdbeben wittern können, bevor es passiert. Genauso ist es mit meiner sexuellen Erhabenheit. Meine Dominanz im Schlafzimmer (oder wo auch immer es mich überkommt) ist das Erdbeben, und die Frauen sind meine geilen kleinen Weibchen.
Hey. Wow. Ganz ruhig.
Hör auf, schon wieder die Augen zu verdrehen, Baby.
Ich verwende das Wort »Weibchen« nur, um »weibliche Hunde« zu beschreiben. So etwas würde ich zu Frauen nie sagen. Immer mit der Ruhe.
Wie dem auch sei, es ist die reine Wahrheit – kein Bluff, keine Übertreibung. Einfach gute alte Plausibilität. (O Mann, wenn Z hier wäre, würde er jetzt mit mir einschlagen.) Unterm Strich gesagt: Ich bin ein Sexgott.
Du glaubst mir nicht?
Das solltest du aber.
Ich bin vielleicht noch ein Baby, mit meinen dreiundzwanzig Jahren, aber ich bin auch ein Morgan-Bruder. Und glaub mir, wir Morgan-Brüder wissen, wie man mit einer Frau schläft. Mein ganzes Leben lang haben mich meine älteren Brüder mit Informationen versorgt, haben mir erzählt, was sie selbst herausgefunden haben, haben mir Links zu den besten Blogs und den besten Videos geschickt. Vor allem mein älterer Bruder Ryan ist ein Held auf diesem Gebiet. Der Kerl ist ein wahrer Sex-Guru, das schwöre ich dir. Aber mein ältester Bruder Colby, der Grand Cheese der Morgan-Brüder, ist auch nicht ohne, wenn es um Sex geht.
Jetzt versteh mich bitte nicht falsch. Meine Brüder schicken mir keine selbst gedrehten Videos, in denen sie gerade bei der Sache sind. Und wir locken die Frauen auch nicht in irgendeine Höhle der Morgan-Brüder. Wir sind ganz normale Männer, die gerne und oft Sex haben. Nicht allzu ausgefallenen Sex, soweit ich weiß. Wir versorgen uns einfach mit Informationen, um uns gegenseitig zu helfen. Und deshalb kenne ich mit meinen zarten dreiundzwanzig Jahren auch schon alle möglichen Tricks, wie man Frauen zum Höhepunkt bringt. Zum Beispiel das kleine Manöver, das wir Morgan-Brüder »die sichere Sache« nennen.
Du verdrehst immer noch die Augen, Puppe? Du hast ja keine Ahnung.
Du willst wissen, was »die sichere Sache« ist? Tja, da kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Wenn du nicht mehr ständig mit den Augen rollst, dann verrate ich es dir vielleicht. Zunächst musst du nur wissen, dass es das nächste Level ist, Baby. Eine Sache, die Frauen süchtig macht und die man einem Kerl an der Nasenspitze ansehen kann – und in meinem Job heißt das viele Dollarscheine für mich und feuchte Höschen für die geilen Ladys.
Die kurvige Brünette im Türrahmen schaut mich bereits an, als würde sie sich jeden Moment auf mich stürzen wollen.
»Gibt es ein Problem, Officer?«, fragt sie schüchtern und streckt mir grinsend ihre Brust entgegen.
»Ja, Ma’am«, sage ich und grinse zurück. »Ein großes Problem.« Bei dem Wort »groß« deute ich leicht auf meinen Schritt.
Meine neue Freundin lacht sexy auf und lehnt sich an den Türrahmen. »O mein Gott. Wow.«
»Befindet sich eine gewisse Allison Mendocino in diesem Haus, Ma’am?« Ich streiche mir mit der freien Hand über die Brust, genau an der Stelle, an der meine falsche Dienstmarke steckt, lasse meine Muskeln spielen und spreize die Beine noch etwas mehr, damit die Beule in meiner Hose in den Mittelpunkt rückt.
»Ja, Allison ist drinnen. Heilige Scheiße, sie wird ausflippen, wenn sie dich sieht. Du bist absolut …« Die Frau beißt sich auf die Unterlippe und sucht nach den richtigen Worten. »Knusprig.«
Oh, das ist neu. Das gefällt mir. »Danke«, sage ich. »Lieb von dir.«
»Das sage ich nicht aus Nettigkeit. Du bist ein absoluter Leckerbissen, Officer …« Sie beugt sich nach vorne, um einen Blick auf meine Marke zu werfen. »Hammer.« Sie kichert. »Officer Hammer? O mein Gott.«
»Mein vollständiger Name lautet: Officer Ball Peen Hammer«, sage ich und grinse sie breit an. Dabei enthülle ich meine Grübchen. »Wie heißt du, Süße?«
»Francesca.«
»Oh, ein hübscher Name. Hi, Francesca.« Ich schüttle ihre Hand. »Es ist mir ein Vergnügen, dich kennenzulernen.«
Was ich gerade getan habe, war Absicht. Ich habe ihren Namen und das Wort »Vergnügen« in einem Satz verwendet. Kleiner Tipp am Rande: Wenn man eine Frau kennenlernt und sie ins Bett kriegen will (oder wenn man sie wie in meinem Fall dazu bringen will, mit einem ins Bett gehen zu wollen), dann sollte man ziemlich schnell ihren Namen sagen, und zwar selbstbewusst und mit maskuliner Stimme. Warum? Weil die Frau dann das Gefühl hat, dass man einen Anspruch auf sie erhebt – so zeigt man seine sexuelle Dominanz. Und wenn man dann noch ihren Namen mit dem Wort »Vergnügen« in Verbindung bringt, sendet man eine unterschwellige Botschaft mitten ins Lustzentrum ihres Gehirns – und das wiederum bedeutet, man hat den Fisch an der Angel. So einfach ist das.
Francesca gibt einen aufgeregten Laut von sich und packt mich an der Hand. »Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite.«
»Ach, du bist wirklich süß, Francesca. Es ist mir so ein Vergnügen, dich kennenzulernen. Wirklich ein großes Vergnügen, Francesca.«
Francesca sieht aus, als würde sie hier und jetzt mit mir schlafen wollen. »Tut mir leid, aber ich kann einfach nicht aufhören, dir Komplimente zu machen«, haucht sie und hält immer noch meine Hand fest. Sie geht einen Schritt auf mich zu, unsere Körper sind jetzt dicht beieinander. »Verzeih mir. Ich höre gleich damit auf, das schwöre ich. Aber du bist einfach perfekt. Wirklich. Ich muss dich die ganze Zeit anstarren.«
Ich grinse sie an. »Ach, Frankie. Darf ich dich Frankie nennen? Danke. Es ist mir so ein Vergnügen!«
Ich würde es nie laut aussprechen, weil ich weiß, dass Frauen auf Männer stehen, die wenigstens so tun, als wären sie bescheiden (zumindest außerhalb des Schlafzimmers). Aber die Wahrheit ist: Würde ich jedes Mal einen Dollar kriegen, wenn mich eine Frau aus heiterem Himmel anmacht und mir sagt, dass sie praktisch alles tun würde, um eine himmlische Nacht mit mir verbringen zu dürfen, dann wäre ich längst Millionär. Und ich rede hier nicht nur von Frauen in Bars oder bei meinen Auftritten, sondern auch von den Freundinnen meiner Mom und von Frauen, die im Supermarkt an der Kasse stehen. Blödsinn, ich wäre schon Billionär. Wahrscheinlich sogar Trillionär.
Meine neue Bewunderin beugt sich vor und gewährt mir einen Blick auf ihre Kurven. »Würdest du deine Sonnenbrille vielleicht kurz abnehmen?«, fragt sie. Sie wirft einen Blick hinter sich ins Innere des Hauses. »Ich will nur kurz deine Augen sehen, bevor ich dich da reinbringe und den hungrigen Wölfinnen zum Fraß vorwerfe.« Sie beißt sich auf den Finger, und ihr protziger Ehering funkelt im schummrigen Licht der Eingangstür.
»Aber natürlich, Francesca.« Ich schiebe meine Sonnenbrille auf die Nasenspitze und schaue ihr direkt in die Augen – und sie keucht laut auf. Ich zwinkere ihr zu, grinse sie an und verstecke meine Augen dann wieder hinter der verspiegelten Brille.
»Wow. Deine Augen sind atemberaubend«, haucht sie. »Ich glaube, du bist der attraktivste Mann, den ich jemals gesehen habe.«
Pling. Und noch ein Dollar auf meinem Bankkonto. »Danke«, sage ich. »Tust du mir einen Gefallen, wenn wir da gleich reingehen, Frankie? Würdest du die Musik und das Licht ausmachen?« Ich deute auf meine Lautsprecherboxen. »Ich habe hier alles, was ich für meine Show für euch Hübschen brauche.«
»Natürlich«, sagt Francesca. »Sind Sie bereit, einzutreten, Officer Hammer?«
»Und wie ich das bin. Und mein Hammer ist es auch.« Wieder grinse ich sie an.
Sie lacht laut auf. »Folg mir, Süßer.«
»Mit größtem Vergnügen, Frankie.«
Ich folge ihr durch die Eingangstür in das große Haus und bewundere ihren runden Arsch.
Wir biegen um eine Ecke, und mir offenbart sich ein vertrauter und fantastischer Anblick: lauter Frauen, die es anscheinend kaum noch erwarten können, den Spaß ihres Lebens zu haben. Eine von ihnen (ganz offensichtlich die Braut) sitzt in der Mitte der Couch und trägt eine funkelnde Tiara und eine Schärpe, auf der in großen glitzernden Buchstaben geschrieben steht: ICH LIEBE SCHWÄNZE!
Das lässt mich unwillkürlich grinsen. Normalerweise tragen die Bräute auf den Junggesellinnenabschieden, bei denen ich auftrete, Schärpen mit Sprüchen wie: »Zukünftige Frau soundso« oder »bald verheiratet«. Sieht so aus, als wäre das hier eine besonders feierwütige Truppe.
»Hey, Laaaaaadys!«, ruft Francesca ihren Freundinnen zu und lenkt ihre Aufmerksamkeit auf uns. Im Bruchteil einer Sekunde verwandelt sich der Raum in einen riesigen Molotowcocktail aus Östrogen. Der Wahnsinn.

Lauren Rowe

Über Lauren Rowe

Biografie

Lauren Rowe ist das Pseudonym einer amerikanischen Bestsellerautorin und Singer-Songwriterin, die sich für »The Club« ein Alter Ego zugelegt hat, damit sie sich beim Schreiben dieser heißen Liebesgeschichten nicht zurückhalten muss. Lauren lebt zusammen mit ihrer Familie in San Diego, Kalifornien,...

Medien zu »Dirty Dancer«

Weitere Titel der Serie »True Lovers«

Spin-off der The Club-Reihe von Lauren Rowe. Vier Stand-alones über die Morgan-Brüder, die in der The Club-Reihe von Lauren Rowe eingeführt wurden. Die Bücher können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.

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