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Wir sind hier für die Stille Wir sind hier für die Stille - eBook-Ausgabe

Dorothee Riese
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Roman

— Nominiert für den Literaturpreis Fulda 2024

„nicht nur ein faszinierender Roman über Fremdsein und Identität, Armut und Ausgrenzung [...]. Es ist auch ein ungewöhnlicher Coming-of-Age-Roman. Ein starkes Debüt.“ - Der Tagesspiegel

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Wir sind hier für die Stille — Inhalt

Über eine außergewöhnliche Jugend am Fuße der Karpaten

Die Geschichte einer Kindheit als soziales Experiment: Anfang der 1990er Jahre wandert die fast sechsjährige Judith mit ihren Eltern von Deutschland nach Rumänien aus. Ihr Ziel ist ein abgelegenes Dorf in Transsilvanien am Rande der Karpaten. Judith soll in einer ursprünglichen, vom Kapitalismus freien Gemeinschaft aufwachsen. Mit wachem Blick erkundet sie den Ort, seine Menschen, Geschichte und Sprache. Bald wird sie zur Wahlenkelin der alten Siebenbürger Sächsin Lizitanti. Und sie lernt Irina kennen, die mit ihrer Ziege im Milchauto mitfährt. Irina ist eine Romni. Judith möchte das auch sein, Irina aber lehnt das kategorisch ab. Bald stellt der Widerspruch zwischen mitgebrachter Utopie und vorgefundener Realität die Familie vor immer größere Probleme.

„Ist Fremdsein eine unüberwindbare Grenze – auch wenn man den Alltag miteinander teilt? Mit Dorothee Riese betritt eine Autorin die literarische Bühne, der es gelingt, mit den Mitteln der Sprache das, was hinter der Sprache liegt, spürbar zu machen.“ Jenny Erpenbeck

€ 22,00 [D], € 22,70 [A]
Erschienen am 29.02.2024
240 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
EAN 978-3-8270-1493-1
Download Cover
€ 18,99 [D], € 18,99 [A]
Erschienen am 29.02.2024
240 Seiten
EAN 978-3-8270-8083-7
Download Cover
„In gewisser Weise könnte so eine Geschichte auch hier bei uns passieren. Und passiert garantiert auch. Und sorgt dafür, dass Kinder früh schon lernen, wie sehr sich Gesellschaften an Grenzen und Vorurteilen festhalten, die eigentlich keinen Sinn ergeben.“
Leipziger Zeitung online
„Dorothee Riese stellt uns ihre Figuren von mehreren Seiten vor. Keine ist nur böse und rachsüchtig, keine nur edel und hilfreich (…) Manchmal muss man zurückblättern, um sich Angedeutetes zu vergegenwärtigen. Das Rätseln lohnt sich.“
MDR Kultur „Unter Büchern“
„Ein dichter, farbiger Roman, der die Grenzen auslotet zwischen West- und Osteuropa, zwischen Anspruch und Wirklichkeit, und der immer wieder von jenen Missverständnissen auf beiden Seiten erzählt, die nicht allein aus mangelnden Sprachkenntnissen entstehen. (…) Ein vielschichtiger und besonderer Debütroman!“
BR24 „Neues vom Buchmarkt“
Dorothee Riese

Über Dorothee Riese

Biografie

Dorothee Riese, geboren 1989 bei Göttingen und in Rumänien aufgewachsen, studierte Internationale Literaturen, Slawistik und Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas in Tübingen, Moskau, Frankfurt (Oder) und im südsibirischen Barnaul. Zum Studium des literarischen Schreibens kam sie nach...

INTERVIEW mit Dorothee Riese

Wie sind Sie zum Stoff von deinem Debütroman „Wir sind hier für die Stille“ gekommen?
Meine Eltern sind Anfang der 1990er mit mir aus Deutschland in ein kleines Dorf in Rumänien ausgewandert. Ausgangspunkt für das Buch waren meine Erinnerungen an diese Zeit und die für mich als junge Erwachsene drängende Frage, warum ich dieses Dorf und dieses Land wieder verlassen habe, warum meine Zugehörigkeit zu diesem Dorf so flüchtig war. Ich habe mit Erinnerungsfragmenten angefangen und dann versucht, das herauszuarbeiten, was mir an ihnen wesentlich erschien. Aus all den Erfahrungen und Begegnungen habe ich die Figuren Judith und Irina entwickelt.

Sie suchen nach einer Freundschaft, die wegen der sozialen Konstellation unmöglich wird, in ihr sind Verschmelzung und Verrat immer nah beieinander. Ganz zentral war auch die Suche nach einer Sprache. Der Ort meines Sprechen- und Schreibenlernens waren das siebenbürgische Dorf, die rumänische Schule, die postsozialistische Kleinstadt. Daher musste ich dort nach der Sprache suchen. Während des Suchens begriff ich aber, dass das Unbehagen am Deutschsein und an der deutschen Sprache Teil meines Schreibens und Erzählens sein müssen, da dieses Unbehagen einer der Beweggründe für das Auswandern meiner Eltern war.

Das Dorf im Roman, Sarmizegetusa, ist stark von sozialen Hierarchien geprägt. Welchen Platz nehmen Judith und ihre Familie in diesem Geflecht ein?
Judith und ihre Eltern leben in prekären Verhältnissen. Die Eltern kommen aus beengten, kleinbürgerlichen Familien, lehnen die Idee eines sozialen Aufstiegs ab und leben bereits in Deutschland als Aussteiger. Im Moment ihres Ankommens im siebenbürgischen Dorf haben sie trotz ihrer Eigenheiten, allein aufgrund ihrer deutschen Herkunft, plötzlich einen hohen sozialen Status. Sie tun ungewöhnliche Dinge und werden dennoch von allen im Dorf respektiert. Der Vater läuft barfuß, die Mutter geht nicht in die für sie vorgesehene Kirche, sie lassen ihr Kind frei durchs Dorf stromern. Aber als die Eltern versuchen, Judith inmitten von Kindern aufwachsen zu lassen, die am Rande des Dorfes in armen Verhältnissen leben, und damit die soziale Hierarchie im Dorf umkehren und althergebrachte Konstellationen in Frage stellen, werden die Leute im Dorf misstrauisch.

Judith spürt, dass sie zwar von allen als etwas Besonderes behandelt wird, aber doch fremd bleibt – und müht sich, „eine von dort“ zu werden. Ihre Vorteile und Privilegien stehen ihr dabei zwar im Weg, doch weiß sie sie, ausgestattet mit einem starken Willen, für sich zu nutzen, um sich eine gute Position in der Gesellschaft zu erkämpfen. 

Sie haben Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas studiert und beschäftigen sich beruflich mit dem geografischen und kulturellen Raum, in dem Ihr Roman spielt. Wie war während des Schreibprozesses das Verhältnis zwischen Ihrer persönlichen Erinnerung und Ihrem kulturwissenschaftlichen Blick auf die Region Siebenbürgen?

Grundstein meiner wissenschaftlichen Ausbildung ist die vergleichende Literaturwissenschaft, also die Literaturwissenschaft, die sich mit der Begegnung von Texten und literarischen Motiven aus verschiedenen Sprachen und Kulturen beschäftigt. Auch in dieser Begegnung wirken Machtverhältnisse, werden soziale Konstellationen sichtbar. Wir haben im Studium auch die Frage diskutiert, welche Rolle der koloniale Diskurs im Verhältnis zum und im östlichen Europa gespielt hat. Das war eine Frage, die bei mir auf eine Vielzahl von Erfahrungen gestoßen ist. Mir wurde schmerzhaft bewusst, dass ich mit meiner Biographie selber Teil dieses kolonialen Geflechts war und bin. Davon ausgehend habe ich mich mit Rassismus gegenüber Roma in Alltag, Literatur und Kultur beschäftigt, aber auch mit der Geschichte und Kultur der Roma. Ich durfte ein Praktikum bei einer Roma-Menschenrechtsorganisation in Bukarest machen, Teil davon war, dass ich ins Dorf fuhr und einige Dörfler*innen in Oral-History-Interviews befragte. Das ist der Rahmen, in dem „Wir sind hier für die Stille“ entstanden ist. 

Wenn ich mir meine Biographie als Schichtung von Erfahrungen und Sprechweisen vorstelle, liegt der Stoff für „Wir sind hier für die Stille“ eine Schicht unterhalb der später dazu gekommenen Wissenschaft. Es ist ein radikal persönliches Buch. Ich habe angefangen mit Erinnerungsfragmenten. Ich habe sie zu einer Erzählung voller Lücken zusammengesetzt, immer im Spannungsfeld zwischen Zufall und großer Erzählung. Dabei hat das Buch mit dem Forschen gemeinsam, dass die Bewegung des Zusammensetzens drängenden Fragen folgt: Warum kann Judith nicht einheimisch werden? Warum kann Irina nicht aufsteigen? Warum will und kann Judith Irina gar nicht richtig sehen? 

Veranstaltung
Lesung und Gespräch
Dienstag, 18. Juni 2024 in Lüneburg
Zeit:
19:30 Uhr
Ort:
Heinrich-Heine-Haus,
Am Ochsenmarkt 1a
21335 Lüneburg

Debütabend mit Anne Rabe ("Die Möglichkeit von Glück")

Moderation: Martina Sulner

Im Kalender speichern
Lesung und Gespräch
Sonntag, 23. Juni 2024 in Wiesbaden
Zeit:
16:30 Uhr
Ort:
Burg Sonnenberg, Burggarten, Wiesbaden
Im Kalender speichern
Pressestimmen
Leipziger Zeitung online

„In gewisser Weise könnte so eine Geschichte auch hier bei uns passieren. Und passiert garantiert auch. Und sorgt dafür, dass Kinder früh schon lernen, wie sehr sich Gesellschaften an Grenzen und Vorurteilen festhalten, die eigentlich keinen Sinn ergeben.“

MDR Kultur „Unter Büchern“

„Dorothee Riese stellt uns ihre Figuren von mehreren Seiten vor. Keine ist nur böse und rachsüchtig, keine nur edel und hilfreich (…) Manchmal muss man zurückblättern, um sich Angedeutetes zu vergegenwärtigen. Das Rätseln lohnt sich.“

BR24 „Neues vom Buchmarkt“

„Ein dichter, farbiger Roman, der die Grenzen auslotet zwischen West- und Osteuropa, zwischen Anspruch und Wirklichkeit, und der immer wieder von jenen Missverständnissen auf beiden Seiten erzählt, die nicht allein aus mangelnden Sprachkenntnissen entstehen. (…) Ein vielschichtiger und besonderer Debütroman!“

WDR 3 „Gutenbergs Welt“

„Man bekommt (...) einen literarischen Einblick in eine vollständig fremde und für uns ferne Welt.“

Bodo – Das Straßenmagazin

„ein berührender, wunderbar erzählter Roman über das Dazugehören.“

SWR Kultur - lesenswert

„Sprachlich geschickt verdichtet Riese aus der engen Perspektive des Kindes heraus die ethnischen Konflikte in Sarmizegetusa. [… ] Und hat auf diese Weise einen ungewöhnlichen Bildungsroman geschrieben.“

Der Tagesspiegel

„nicht nur ein faszinierender Roman über Fremdsein und Identität, Armut und Ausgrenzung [...]. Es ist auch ein ungewöhnlicher Coming-of-Age-Roman. Ein starkes Debüt.“

F.A.Z Bücher-Podcast

„Was für ein Buch!“

carpegusta-literatur.de

„Vom Entwurzeltsein, der daraus folgenden Ohmacht und der Leere zeugt dieser tiefgründige Roman, der gerade in der jetzigen Zeit so wichtig ist, weil er trotz Brisanz unaufgeregt den Finger in die Wunde legt und die inneren Kämpfe vieler Menschen auf einfühlsame Weise reflektiert.“

detekor.fm

„›Wir sind hier für die Stille‹ ist ein Roman mit fließenden Übergängen, zwischen Erinnerungsfragmenten, Fiktion und wissenschaftlichem Interesse.“

OstContact. Das Außenwirtschaftsmagazin

„Ein spannender Roman für alle, die einen Ausschnitt aus der alltäglichen Kindheit einer für rumänische Verhältnisse ungewöhnlichen Familie suchen und ein faszinierender Roman für alle, die einen ungefilterten Blick auf die schönen und hässlichen Begegnungen werfen wollen, die eine weiterhin stark diskriminierte Minderheit in ihrer Umwelt erlebt. Es ist aber auch eine absolute Kaufempfehlung für alle, die sich für die täglichen Reibungspunkte zwischen verschiedenen Kulturen interessieren, die unbemerkt in aller Stille geschehen.“

(A) ORF - Ö1 Ex libris

„Man spürt (...) auf jeder Seite, dass es ihr nicht darum ging, endlich ihre selbsterlebte Geschichte loszuwerden, sondern dass sie ihr als Material für den Roman gedient hat, der sehr genau komponiert ist.“

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