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Trust in MeTrust in Me

Trust in Me

Roman

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Trust in Me — Inhalt

Cameron Hamilton bekommt alles, was er will. Vor allem, wenn es um Frauen geht. Nur Avery scheint gegen seine blauen Augen und den jungenhaften Charme immun zu sein. Er kann die Körbe, die sie ihm bisher gegeben hat, schon längst nicht mehr zählen. Trotzdem bekommt er sie einfach nicht mehr aus dem Kopf. Diese unwiderstehliche Mischung aus Verletzlichkeit und Verführung … Avery Morgansten ist für ihn ein Rätsel – ein wunderschönes Rätsel, das er vorhat zu lösen.

€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 14.07.2014
Übersetzt von: Vanessa Lamatsch
304 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-30572-3
€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 14.07.2014
Übersetzt von: Vanessa Lamatsch
304 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96717-4

Leseprobe zu »Trust in Me«

Kapitel 1

Jase Winstead war ein grausamer Mistkerl.

Den Arsch-tronomiekurs zu besuchen war wirklich das Letzte, was ich um neun Uhr morgens tun wollte, besonders, nachdem der Kurs mich ständig an das erste Mal erinnerte, als ich Astronomie bei Drage belegt hatte. Und warum ich im ersten Jahr plötzlich und überhastet verschwunden war. Jase’ fiese SMS darüber, dass Kurse vor zwölf Uhr mittags schlecht für die Gesundheit waren, konnte ich nun wirklich gar nicht gebrauchen.

Wenn man bedachte, dass ich vielleicht – keine Ahnung – zwei Stunden geschlafen [...]

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Kapitel 1

Jase Winstead war ein grausamer Mistkerl.

Den Arsch-tronomiekurs zu besuchen war wirklich das Letzte, was ich um neun Uhr morgens tun wollte, besonders, nachdem der Kurs mich ständig an das erste Mal erinnerte, als ich Astronomie bei Drage belegt hatte. Und warum ich im ersten Jahr plötzlich und überhastet verschwunden war. Jase’ fiese SMS darüber, dass Kurse vor zwölf Uhr mittags schlecht für die Gesundheit waren, konnte ich nun wirklich gar nicht gebrauchen.

Wenn man bedachte, dass ich vielleicht – keine Ahnung – zwei Stunden geschlafen hatte und immer noch den Geschmack von Tequila und anderen Dingen, an die ich nicht mal denken wollte, auf der Zunge hatte, würde ich heute kein Paradebeispiel dafür sein, wie man den ersten Tag des Wintersemesters erfolgreich hinter sich brachte.

Ich beobachtete, wie die Tür zum Kursraum zufiel, dann starrte ich wieder auf mein Handy. Jase konnte es einfach nicht lassen:

Schwänz einfach. Ich habe Bier. X-Box. FIFA ’13.

Verdammt. Das klang wirklich verlockend. Ollie hatte am letzten Wochenende unsere eigene X-Box während des brutalen Showdowns von Call of Duty zerstört.

Und ich war sowieso schon ein paar Minuten zu spät dran.

Astronomiekurs oder Fußball auf der X-Box? Keine allzu schwere Entscheidung.

Ich traf meinen Entschluss, drehte mich um und wollte gerade Jase antworten, als die Doppeltür vor mir aufgerissen wurde, als würde ein Tornado durchs Treppenhaus fegen. Ich riss den Kopf gerade noch rechtzeitig hoch, um etwas Kleines, Rotes direkt auf mich zurasen zu sehen.

Ein Zusammenstoß ließ sich nicht mehr verhindern.

Das zierliche Mädchen knallte direkt gegen mich, wurde zurückgeworfen und wedelte dann mit den Armen wie eine Ertrinkende. Die Tasche, die aussah, als würde sie mehr als ihre Besitzerin wiegen, riss sie aus dem Gleichgewicht.

Aus reinem Instinkt warf ich mich nach vorne, ließ meinen Rucksack fallen und schlang einen Arm um ihre Hüfte. Ihre Collegetasche allerdings flog in die eine, der Inhalt in die andere Richtung. Das Mädchen schwankte immer noch wie einer dieser aufblasbaren Boxsäcke. Ich packte sie fester, um sie zu stabilisieren, bevor sie sich selbst ernsthaften Schaden zufügte. Sie richtete sich auf. Rostrote Haare flogen nach vorne und trafen mich im Gesicht. Der Geruch nach Beeren gepaart mit anderen leckeren Sachen erfüllte meine Nase.

Heiliger Dreck, ich war gerade von jemandem gerammt worden, der der Comicfigur Strawberry Shortcake zum Verwechseln ähnlich sah.

Ich lachte leise, bevor ich mein Handy in die Hosentasche schob. Ich wollte gerade loslassen, da merkte ich, wie das Mädchen sich kaum rührte. Jeder Muskel ihres Körpers wurde steinhart. Sie war schon vorher winzig gewesen – sie reichte mir bis kaum an die Schulter –, doch jetzt schien sie noch kleiner zu werden und in sich zusammenzusacken. Hatte sie sich verletzt?

Und hatte sie Shepherd irgendwie mit einer nahegelegenen Mittelschule verwechselt?

»Hoppla«, sagte ich. »Alles okay, Süße?«

Eine halbe Minute lang bekam ich keine Antwort. Langsam machte ich mir wirklich Sorgen. Dann atmete sie tief durch, sodass ihre Brust gegen mich gedrückt wurde. Ich erschrak ein wenig, als ich ihre Kurven spürte. Sie ging definitiv nicht mehr auf die Mittelschule, außer sie waren dort inzwischen viel weiterentwickelt als zu meiner Zeit. Und falls dem so war, war ich verdammt neidisch auf die Jungs dort.

Okay. Jetzt fühlte ich mich, als hätte ich dringend eine kalte Dusche nötig, und das beunruhigte mich.

War ich noch von gestern Abend betrunken? Wahrscheinlich schon.

»Hey«, versuchte ich es noch mal, diesmal sanfter. »Geht es dir gut?« Als sie immer noch nicht antwortete, legte ich ihr zwei Finger unters Kinn. Ihre Haut war kühl und samtig. Sanft hob ich ihren Kopf, während ich mich fragte, ob es wohl möglich war, dass jemand in Ohnmacht fiel und dabei trotzdem auf den Beinen blieb. Ich hatte den Mund schon geöffnet, um die Frage noch einmal zu stellen, doch die Worte blieben irgendwo zwischen meinem Hirn und meinem Mund stecken.

Ich blinzelte, weil ich wie ein totaler Trottel glaubte, dass das vielleicht etwas an dem Bild vor meinen Augen ändern würde. Nicht, dass ich wollte, dass sich das, was ich sah, veränderte, aber verdammt …

Welcher Kerl hatte keine Schwäche für Rotschöpfe?

Dieses Mädchen hübsch zu nennen wäre ihr nicht gerecht geworden. Ihre Augen waren groß, ein schönes, warmes Whiskybraun. Sommersprossen lachten auf ihrer Nase neben den schön geformten Wangenknochen. Ihre Lippen waren voll und kirschrot. Das war die Art von Lippen, die Art von Mund, die einen Mann zu Fall bringen konnten und würden …

»Lass. Mich. Los.«

Dieser harte Ton, begleitet von mühsam kontrollierter Panik, brachte mich dazu, sofort die Arme zu senken und meiner Gesundheit zuliebe einen Schritt zurückzutreten.

Kaum hatte ich sie losgelassen, schwankte sie ein wenig. Fast hätte ich wieder den Arm ausgestreckt, doch ich mochte meine Eier. Eines Tages würde ich vielleicht Kinder haben wollen. Ich hatte so ein Gefühl, dass das nicht mehr infrage käme, sollte ich sie jetzt noch mal anfassen.

Sie keuchte angestrengt, schob sich die Strähnen aus dem Gesicht und zog sich vorsichtig von ihrer Tasche zurück. Dichte, rötliche Wimpern hoben sich. Für einen Moment bewegte sich keiner von uns, dann glitt ihr Blick über mein Gesicht und von dort nach unten. Die Schnecke checkte mich ungeniert ab.

Vielleicht waren meine Eier doch nicht in Gefahr.

Ein hübscher Rotton erschien auf ihren Wangen. »Es tut mir leid. Ich hatte es eilig, in meinen Kurs zu kommen. Ich bin spät dran und …«

Ich grinste, als ich mich hinkniete und anfing, ihre auf dem Boden verstreuten Sachen aufzusammeln. Wie ein Mädchen so viele verdammte Stifte haben konnte, ging über meinen Verstand. Blau. Purpur. Schwarz. Rot. Orange. Was zur Hölle? Wer schrieb schon mit einem orangefarbenen Stift?

Sie schloss sich mir an und schnappte sich den Rest ihrer Stifte, während sie den Kopf so drehte, dass ihr rotbraunes Haar ihr Gesicht verbarg. »Du musst mir nicht helfen.«

»Kein Problem.« Ich griff nach einem Stück Papier, das sich als ihr Stundenplan entpuppte. Ein schneller Blick auf die Kurse verriet mir, dass sie ein Erstsemester war. »Astronomiegrundkurs? Da will ich auch hin.«

Jase und Bier und FIFA ’13 würden warten müssen.

»Du verspätest dich.« Sie versteckte sich immer noch hinter ihren Haaren. »Es tut mir wirklich leid.«

Nachdem ich den letzten Block eingesammelt und in ihre Tasche geschoben hatte, stand ich auf. Dann gab ich ihr die Tasche zurück, in der Hoffnung, dass sie jetzt aufschauen würde. Keine Ahnung warum – nennt mich Muttersöhnchen –, aber ich mochte es, wenn meine Mädchen lächelten. Es gefiel mir nicht, wenn sie kurz vor dem Heulen waren. »Ist okay.« Mein Grinsen wurde breiter. »Ich bin es gewöhnt, dass Mädchen sich mir an den Hals werfen.« Sie hob ihr Kinn ein kleines Stück. »Aber dass sie mir jetzt schon auf den Rücken springen, ist neu. Hat mir irgendwie gefallen.«

Sie riss den Kopf hoch, und all diese Haare glitten nach hinten. »Ich habe weder versucht, auf deinen Rücken zu springen, noch habe ich mich dir an den Hals geworfen.«

»Hast du nicht?« Mein Handy vibrierte in meiner Hosentasche. Ich ignorierte es. »Was für eine Schande. Falls es so gewesen wäre, hätte das diesen Tag zum besten Semesterbeginn aller Zeiten gemacht.«

Sie musterte mich mit an die Brust gedrückter Tasche, während ich meinen Blick auf das Papier senkte, das ich in der Hand hielt. »Avery Morgansten?«

»Woher kennst du meinen Namen?«, blaffte sie.

Was für ein reizbares kleines Ding. »Er steht auf deinem Stundenplan.«

»Oh.« Sie schob sich einige Strähnen hinter das Ohr. Ihre Hand zitterte ein wenig, als sie nach dem Stundenplan griff.

Als ich klein war, hatte meine Mom immer behauptet, dass ich eine Schwäche für die Schwachen hatte. Verletzte Tauben. Dreibeinige Hunde. Dünne Ferkel. Meine Schwester war genauso. Wir hatten einen sechsten Sinn, wenn es darum ging, die Außenseiter aufzuspüren. Ich wusste eigentlich so gut wie nichts über dieses Mädel, aber sie war offensichtlich neu an der Uni, offensichtlich fühlte sie sich nicht wohl, und offensichtlich hatte sie einen schlechten Tag in den Start gehabt. Sie tat mir leid.

»Ich heiße Cameron Hamilton«, erklärte ich ihr. »Aber alle nennen mich Cam.«

Sie bewegte die Lippen, als wiederhole sie meinen Namen. Mir gefiel, wie sie dabei aussah. »Danke noch mal, Cam.«

Ich beugte mich vor, griff nach meinem Rucksack und warf ihn mir über eine Schulter. Dann schob ich mir die Haare aus meinem Gesicht und setzte das Lächeln auf, das gewöhnlich dafür sorgte, dass ich bekam, was ich wollte. »Na, dann lass uns mal unseren großen Auftritt starten.«

Ich hatte schon die Tür zum Astronomiekurs erreicht, als mir auffiel, dass sie sich kein Stück bewegt hatte. Ich sah über die Schulter zurück und runzelte die Stirn, als sie langsam zurückwich. »Du läufst in die falsche Richtung, Süße.«

»Ich kann nicht«, krächzte sie.

»Was kannst du nicht?« Ich drehte mich zu ihr um.

Avery suchte für einen Moment meinen Blick, dann wirbelte sie herum und rannte davon. Ihre Tasche schlug gegen ihre Hüfte, während ihre Haare hinter ihr herwehten wie ein Cape. Die Puppe rannte weg. Sie rannte tatsächlich weg. Ich war völlig verblüfft. Dann rief ich ihren Namen, um sie aufzuhalten, aber sie drehte sich nicht mehr nach mir um.

Was zur Hölle war gerade passiert?

Die Tür hinter mir öffnete sich, und eine tiefe Stimme rief mit leichtem Akzent: »Mr. Hamilton, wollen Sie sich uns heute noch anschließen?«

Mist. Ich schloss die Augen.

»Oder haben Sie vor, die verbleibende Zeit über im Flur zu stehen?«, fragte Professor Drage.

Seufzend drehte ich mich um. »Natürlich nehme ich an Ihrem Kurs teil.«

»Natürlich«, wiederholte der Professor und streckte mir einen Stapel gehefteter Papiere entgegen. »Der Lehrplan.«

Ich nahm einen, dann dachte ich kurz nach und griff noch einmal zu. Nur für den Fall, dass Avery Morgansten noch einmal auftauchte.

Jase lehnte an der Ladefläche meines Trucks, eine Hand in die braunen Haare geschoben, um sie von seiner vor Schweiß glitzernden Stirn zurückzuhalten. »Es ist heiß wie die Hölle.«

Für Ende August war es tatsächlich drückend heiß, eine unangenehme feuchte Hitze. Nicht einmal der Schatten, den die großen Eichen um den Parkplatz gegenüber von White Hall warfen, brachte Erleichterung. Ich fürchtete mich jetzt schon davor, die Tür zu meinem aufgeheizten Auto zu öffnen.

»Die wahrsten Worte, die du je gesprochen hast.« Ollie blinzelte in Richtung Bäume. »Es ist so heiß, dass man sich im Grunde nur noch ausziehen kann.«

Ich sah ihn an. »Du bist schon nackt genug, Mann.«

Ollie sah grinsend an sich selbst herunter. Kein T-Shirt. Tiefhängende Shorts. Flip-Flops. Sonst nichts. »Du weißt verdammt gut, dass ich um einiges nackter sein kann.«

Unglücklicherweise stimmte das. Wir teilten uns seit drei Jahren eine Vierzimmerwohnung in University Heights. Kaum eine Woche nachdem wir zusammengezogen waren, hatte Ollie jeden Anstand über Bord geworfen. Ich hatte die Weichteile dieses Kerls öfter gesehen, als ich mir eingestehen wollte. Er würde im Frühjahr seinen Abschluss machen, so wie es bei mir eigentlich auch der Fall sein sollte. Ich würde den Idioten vermissen.

»Strafzettel.« Jase nickte in Richtung meiner Windschutzscheibe.

Ich seufzte, als ich seinem Blick folgte. Ein cremefarbenes Stück Papier klemmte ordentlich unter einem Scheibenwischer. Dieser Parkplatz war eigentlich für Angestellte der Uni reserviert, aber aufgrund der schwierigen Parksituation in dieser Gegend schnappte ich mir jede Lücke, die ich erwischen konnte. »Ich werde ihn in meine Sammlung aufnehmen.«

»Die bereits riesig ist.« Ollie zog einen Haargummi von seinem Handgelenk und band sich seine schulterlangen Haare zu einem Pferdeschwanz zurück. »Also, heute Abend Party bei uns?«

Meine Augenbrauen wanderten nach oben. »Häh?«

Jase grinste und verschränkte die Arme vor der Brust.

»Es ist eine Semestereröffnungsparty.« Ollie streckte sich, bis sein Rücken knackte, und gähnte herzhaft. »Nur ein kleines Get-together.«

»Oh Gott.«

Jase’ Grinsen wurde breiter. Ich wollte es ihm aus dem Gesicht prügeln. Das letzte Mal, als Ollie ein »kleines Get-together« anberaumt hatte, hatte es in unserem Apartment nur noch Stehplätze gegeben. Kann schon sein, dass auch die Polizei aufgetaucht war.

»Wir bestellen Pizza. Ich muss …« Ollie stoppte mitten im Satz und drehte sich nach einer kurvenreichen Brünetten um, die an uns vorbeiging. Einen Augenblick später hatte er uns bereits stehen gelassen, und sein Arm lag um die Schultern des Mädchens. »Hey, du, na …«

Die Brünette kicherte und schlang ihren Arm um Ollies Hüfte.

Ich drehte mich um und hob die Hände. »Was zum Teufel …?«

»Hoffnungsloser Fall.« Jase verdrehte die Augen. »Wenn es um Mädchen geht, hat dieser Kerl Augen im Hinterkopf.«

»Wie wahr.«

»Wie er es schafft, regelmäßig flachgelegt zu werden, geht über meinen Verstand.«

»Das ist eines der großen Geheimnisse des Lebens.« Ich stiefelte zu meinem Truck, schnappte mir den Strafzettel und öffnete dann die Fahrertür. Heiße Luft stieg mir ins Gesicht. »Verdammt.«

Jase drehte sich zu mir um. »Was war heute los? Du hast nicht auf meine SMS geantwortet. Ich dachte, FIFA würde dich ködern.«

»Oh, hast du mich vermisst?« Ich zog mein T-Shirt aus, rollte es zusammen und warf es auf den Beifahrersitz.

»Vielleicht.«

Lachend schnappte ich mir meine Kappe vom Sitz und setzte sie mir auf den Kopf, um die Sonne besser auszuhalten. »Ich wusste gar nicht, dass wir miteinander ausgehen.«

»Jetzt hast du meine Gefühle verletzt.«

»Wenn wir das nächste Mal unterwegs sind, gebe ich dir einen aus.«

»Läuft. Ich bin leicht zu haben.«

Ich grinste. »Das weiß ich nur zu gut.«

Jase lachte und ließ seine Arme über die Begrenzung der Ladefläche hängen. Sein lockeres Lächeln verblasste, als er eine Sonnenbrille auf seine Nase schob. Ich kannte diesen Ausdruck. Er verhieß nie etwas Gutes. Nur wenige Leute wussten, wie beschissen das Leben zeitweise für Jase gelaufen war. Es fiel leicht, das Gegenteil anzunehmen, immerhin war Jase immer derjenige, an den man sich wenden konnte, wenn man das eigene Leben auf die Reihe kriegen wollte. Das galt auch für mich.

Ich schaltete die Klimaanlage an, schlug die Tür zu und ging zu Jase an die Seite des Trucks. Das Metall lag heiß an meinen Unterarmen, als ich mich vorlehnte, um meine Unterschenkel zu dehnen. »Was ist los?«

Eine dunkle Augenbraue erschien über dem Rand der Sonnenbrille. »Willst du ins Fitnessstudio oder irgendwas?«

»Das war mein Plan.« Ich wechselte das Bein, um die Verspannung im anderen Bein zu lösen. »Willst du mitkommen?«

»Nee«, sagte er. »Ich muss auf der Farm vorbeischauen. Ein bisschen nach dem Rechten sehen.«

»Wie geht es Jack?«

Ein breites Lächeln erschien auf Jase’ Gesicht, so strahlend, dass eine junge Professorin, die gerade am Truck vorbeilief, kurz ins Stolpern geriet. »Es geht ihm prima«, sagte er so glücklich, wie er immer klang, wenn er von seinem Bruder sprach. »Gestern hat er mir erklärt, dass er Chuck Norris werden will, wenn er mal groß ist.«

Ich lachte. »Damit kann man wenig falsch machen.«

»Stimmt.« Jase drehte den Kopf und musterte mich über die Sonnenbrille hinweg. »Wie läuft es bei dir?«

»Gut.« Ich stieß mich ab und löste meine Arme vom Auto. »Warum fragst du?«

Jase hob eine Schulter. »Nur so.«

An manchen Tagen machte mich diese Bemerkung sauer. An anderen Tagen war es okay. Gut für Jase, dass heute so ein Tag war, wo es einfach an mir abprallte. »Auf keinen Fall treibt mich bald jemand in die Enge, bis ich ›für immer‹ schweige. Also alles prima.«

»Schön zu hören.« Grinsend zog Jase sich zurück, dann wandte er den Kopf in die Richtung, in der die junge Professorin verschwunden war. »Party bei dir, richtig?«

»Warum nicht?« Ich ging zur Fahrertür. »Ich bin sicher, der halbe Campus wird da sein.«

»Stimmt.« Jase drehte sich um. »Bis später.«

Ich kletterte in den kühlen Innenraum meines Autos und fuhr vom Parkplatz. Ich musste meinen faulen Hintern zum Fitnessstudio auf dem westlichen Campus schaffen, aber irgendwie zog es mich auch auf meine Couch für ein Nickerchen.

Ich bog am Stoppschild links ab und passierte gerade in dem Moment die Reihenhäuser, als ein Football aus einer der Türen flog und einen Kerl am Hinterkopf traf. Lachend griff ich …

Etwas Rotes erregte meine Aufmerksamkeit.

Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Oh mein Gott. Ich kniff die Augen zusammen und fixierte meinen Blick. War das etwa Shortcake?

Für einen Moment verdeckte ein Baum mir die Sicht, dann erschien sie wieder. Die Sonne glitzerte auf dem breiten Armband um ihr Handgelenk.

Zur Hölle ja, sie war es.

Meine nächste Handlung fand ohne jegliches Nachdenken statt. Mit einem breiten Grinsen drehte ich meine Kappe mit dem Schirm nach hinten, bevor ich scharf nach rechts abbog, um die Straße zu blockieren.

Avery trat auf den Gehweg zurück. Ihre großen Augen wurden noch größer. Als ich das Beifahrerfenster herunterfahren ließ, sah sie ziemlich geschockt aus.

Ich grinste, froh zu sehen, dass Shortcake ihren ersten Tag an der Uni überlebt hatte. »Avery Morgansten, so treffen wir uns wieder.«

Sie sah sich um, als vermutete sie, dass ich mit jemand anderem sprach. »Cameron Hamilton … Hi.«

Ich lehnte mich vor, wobei ich einen Arm lässig über das Lenkrad legte. Sie sah verdammt süß aus, wie sie da stand und an ihrem Armband herumspielte. »Wir müssen damit aufhören, uns so zu treffen.«

Während sie sich eher unbeholfen auf ihre pralle Unterlippe biss und von einem Bein auf das andere trat, wanderte Shortcakes Blick nach unten und verharrte auf meinem Tattoo. Vielleicht lag es daran, dass ich eine jüngere Schwester hatte, aber ich wollte unbedingt, dass es ihr gut ging. Doch scheinbar kämpfte ich da auf verlorenem Posten.

»Du rennst gegen mich, ich überfahre dich fast«, führte ich aus. »Es ist, als wäre eine Katastrophe zwischen uns schon vorprogrammiert.«

Schweigen.

Noch ein Versuch. »Wo willst du hin?«

»Zu meinem Auto«, sagte sie und bewies damit, dass sie reden konnte. »Meine Parkuhr läuft bald ab.« Sie verlagerte ihr Gewicht. »Also …«

»Na, dann spring rein, Süße. Ich kann dich mitnehmen.«

Sie starrte mich an, als hätte ich sie aufgefordert, freiwillig in den Wagen ihres Kidnappers einzusteigen. »Nein. Ist okay. Ich stehe direkt auf dem Hügel. Wirklich nicht nötig.«

»Kein Problem. Ist ja wohl das Mindeste, was ich tun kann, nachdem ich dich fast umgefahren hätte.«

»Danke, aber …«

»Hey! Cam!« Kevin tauchte aus dem verdammten Nichts auf und joggte an Avery vorbei. »Was hast du vor, Mann?«

Seltsam irritiert hielt ich meinen Blick auf Shortcake gerichtet, während ich dem Drang widerstand, den Kerl mit meinem Truck aus dem Weg zu räumen. »Nichts, Kevin. Ich versuche hier nur, mich zu unterhalten.«

Avery hob ihre Hand, wackelte mit den Fingern und sprang um Kevin und meinen Truck herum. Mein Blick folgte ihr, während Kevin ohne Unterlass über irgendwas redete, was mich einen Scheiß interessierte.

»Mist«, murmelte ich und ließ mich in den Sitz zurückfallen.

Avery lief schon wieder weg.

Und ich verspürte das seltsame Bedürfnis, sie zu jagen.

J. Lynn

Über J. Lynn

Biografie

J. Lynn ist das Pseudonym der amerikanischen Bestseller-Autorin Jennifer L. Armentrout. Sie schrieb international sehr erfolgreiche Young-Adult-Romane, bevor sie sich mit ihren New-Adult-Romanen, beginnend mit »Wait for You«, endgültig an die Spitze der Bestsellerlisten schrieb. Sie lebt in...

Weitere Titel der Serie »Wait for You«

Wenn Liebe so einfach wäre ... In J. Lynns Reihe geht es um junge Männer und Frauen, die erst zusammen kommen können, wenn sie die Schatten ihrer Vergangenheit und inneren Dämonen hinter sich lassen können.

Kommentare zum Buch

Diese Reihe macht süchtig! (REZENSION||TRUST IN ME~J.LYNN
Sophia (https://sophiasbooks.blogspot.de/) am 21.07.2016

 Nachdem ich die anderen beiden Teile der Wait for you-Reihe bereits verschlungen habe, durfte der dritte Teil natürlich auch nicht fehlen. Ich hatte mich gefreut, den ersten Teil noch einmal aus der Sicht von Cam zu lesen, da er mir einfach unglaublich gut gefällt. Trotzdem war ich schon etwas skeptisch, ob mich der Teil ebenfalls so in seinen Bann reißen konnte, da ja nichts Neues an Handlungen vorkommt, dachte ich. Auch wegen der Dialogwiederholung dachte ich, dass es etwas langweilig werden könnte.   TITEL ♦ Ich finde der Titel hat sich schon unheimlich passend angehört. Die Worte "Vertraue mir" hörten sich schon sehr schön an, und man wusste direkt, dass die Worte von Cam kamen, da wir ja aus "Wait for you" schon die Beziehung von Cameron und Avery kannten, und Avery ihm manchmal nicht alles erzählte, oder ihm nicht richtig vertraute.   COVER ♦Das Cover spricht mich leider nicht so sehr an, da ich es etwas dunkel gehalten finde, und wir nur einen jungen Mann zu sehen bekommen, welcher wohl Cam darstellen soll, und an der Seite ein paar Umrisse von Avery. Die Personen entsprechen schon meinen Vorstellungen, trotzdem hätte ich mir hierbei etwas mehr Details gewünscht.   IDEE ♦Die Idee von J.Lynn, die Geschichte von den Beiden noch aus Cam's Sicht zu erzählen, fand ich gar nicht schlecht, aber ich war wie gesagt etwas skeptisch, ob sich das lohnen würde. Aber ich muss ehrlich sagen, dass es hierbei definitiv sinnvoll war, denn über Cameron erfahren wir nicht das Meiste in Wait for you. Hier bekommt man aber einen guten Einblick in seine Gefühlswelt, und erfährt noch viel mehr über ihn und seine Beziehung zu seiner Schwester, welche keine allzu große Rolle hier spielte, aber deshalb wurde ja der zweite Teil aus ihrer Sicht erzählt. (Eine Rezension dazu findet ihr hier.)     UMSETZUNG ♦Was soll ich noch zur Umsetzung sagen... J.Lynn hat ihre wundervollen Ideen mal wieder perfekt umgesetzt! Cameron, der Hauptprotagonist hat nie großes Interesse an Beziehungen mit anderen Frauen gehabt, bis er Avery Morganstan begegnet. Gleich an ihrem ersten Tag am College rennt sie volle Kanne in Cam hinein. Nach ihrer ersten Begegnung begegnen sie sich immer öfter, und Cam versucht sie mit der Zeit zu erobern, aber Avery lässt nicht locker. Er bittet sie immer wieder um Dates, aber Avery lehnt gewollt ab. Doch sie löst etwas in ihm aus, was bisher kein anderes Mädchen tat. Er merkt auch, dass Avery ihm etwas Schlimmes verheimlicht, und er versucht, hinter ihr Geheimnis zu kommen. Auch gibt es einige Situationen, die in dem vorherigen Band nicht vorkamen, wie die Gespräche zwischen Jase und Cam, oder mit Ollie. Es war trotzdem etwas Neues und super spannend.   SCHREIBSTIL ♦Der Schreibstil der Autorin hat sich keinesfalls verändert, und ist immer noch hinreißend. Sie weiß einfach, wie man jemanden in den Bann zieht, denn sie findet immer wieder die richtigen Worte. Es ist immer ein absolutes Vergnügen, ein Werk von ihr zu lesen.   CHARAKTERE ♦Cam war mir bereits schon im ersten Band ans Herz gewachsen, da er einfach so charmant und witzig ist, dass man ihn einfach gernhaben muss, aber jetzt liebe ich ihn noch mehr. Er ist mir so sympathisch und hat einen wirklich tollen Charakter, auch wenn vielleicht ein bisschen zu viel Ego vorliegt. Auch Avery mochte ich immer noch total gern. Wir wussten, dass sie etwas schüchtern und unerfahren ist, und deshalb an manchen Stellen etwas anders reagiert, als man es erwarten würde.   AUTORIN ♦ J.Lynn ist das Pseudonym der US-amerikanischen Autorin Jennifer L. Armentrout, die 1980 in West Virginia geboren wurde und heute mit ihrem Ehemann und ihrem Hund Loki zusammen lebt. Der Wunsch, Autorin zu werden, entstand in den Mathestunden ihrer Schulzeit, als sie anfing Kurzgeschichten zu schreiben, anstatt zu rechnen. Heute ist sie eine bekannte Jugendbuch- und Fantasyautorin, die es mit einigen Romanen auf die New-Yorker-Bestseller-Liste schaffte. Unter ihrem Pseudonym gelang ihr der Durchbruch mit New-Adult-Romanen.   GESAMTEINDRUCK ♦Falls ihr immer noch Bedenken habt, dass euch dieser Roman nicht begeistern könnte, kann ich euch beruhigen, denn er wird euch auf jeden Fall begeistern können! Das Buch ist genauso toll wie das Erste, und ein absolutes MUSS für alle Fans der Reihe. Die Charaktere sind nur außergewöhnlich, und ich kann euch die Geschichte wärmstens empfehlen, wenn ihr Cam genauso in euer Herz geschlossen habt, wie ich. Ich habe wieder einmal festgestellt, dass diese Reihe süchtig macht!

Trust in Me-Eine Liebe die aus vollem Herzen kommt...
Leslie von LeFaBook am 05.08.2014

Inhalt:   Mit blauen Augen und einem charmanten Lächeln, liegt dir die Welt der Frauen zu Füßen. Nach dieser Dives erlebt auch Cam die Zeiten des College. Doch als ein kupferroter Wirbelwind im wahrsten Sinne des Wortes in sein Leben stürzt, bleibt die Welt kurz stehen. Avery, dass Mädchen mit dem kupferhaar scheint gegen seinen ganz besonderen Charme immun zu sein und was anfangs Freundschaft ist entwickelt sich schon bald zur Leidenschaft aus vollem Herzen! Leider läuft nicht alles im Leben nach Plan, schon gar nicht die Sache mit der Liebe...die Vergangenheit scheint in Averys Leben eine große und tragende Rolle zu spielen, was verbirgt sie düsteres, dass sie so sichtbar umgibt ? Ein verletzliches Rätsel, bestehend aus Verletzlichkeit&Verführung, dass Cam unbedingt lösen möchte....   Aus dem Buch:   Ihre Augen waren geheimnisvolle Seen. Unsere Blicke trafen sich, und etwas sprang zwischen uns über - ein Funke, den ich förmlich sehen konnte. Ich ließ den Kopf gegen die Lehne meines Sitzes fallen und grinste. (S.83)   Meine Meinung:   Mittlerweile dürfte es den neugierigen Reisenden unter euch sicherlich aufgefallen sein, ich liebe sämtliche Bücher des New-Adult Genres und könnte diese nahezu verschlingen...J.Lynn konnte mich mit ihrer Wait for you-Reihe absolut begeistern und ihr neuestes Buch aus der Sicht des charmanten Cams ist grandios und ein muss für alle Fans der Autorin!   Ich muss gestehen, dass ich selten bis kaum aus der Sicht eines Männlichen Protagonisten lese, doch dieses mal musste ich einfach zum Buch greifen und wurde auch nicht enttäuscht. Wir lernen den jungen Studenten Cam kennen, der vor Selbsbewusstsein nur so strotz. Auf den ersten Blick wirkt er auf manche wie der Player schlechthin, aber wie es so oft bei Dingen im Leben ist, verbirgt sich im Innern der Hülle mehr, als auf einen Blick sichtbar ist. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr erfahren wir, wer hinter der perfekten Fassade steckt...ein junger Mensch, vom Leben gezeichnet, der mit einem riesengroßen Beschützer-Herz ausgestattet ist...und liebt dieser Mensch, dann mit ganzer Seele! Die Beschreibung von Cam und seiner Gefühls-und Gedankenwelt wurde von J.Lynn wunderbar dargestellt, ich war beeindruckt und berührt und habe mich wirklich in diesen Protagonisten verliebt^^ Die Liebesgeschichte im Buch könnte aus dem echten Leben sein, langsame Fortschritte, immer stärker werdende Gefühle-je mehr die Zeit ins Lande zieht und dies macht das ganz auch so real, die Zeit, die es im Buch braucht, bis aus Verliebtheit, wirkliche und bedingslose Liebe wird. Erwachsen sind die Entscheidung, die getroffen werden und erschütternd, die Ereignisse aus der Vergangenheit, mit denen die Charaktere zu kämpfen haben. Selbstfindung und Akzeptanz spielen eine Rolle und auch Freundschaft trägt zum fortlaufen des Geschehens bei! Avery ist süß, schüchtern und unerfahren, macht sie das nicht absolut menschlich? Ich finde ja! Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren und war von diesem Charakter, dem Gegenstück von Cam, einfach nur angetan. Der Schreibstil, mit seinen lebhaften Dialogen begeistert von Anfang bis Ende und ich war so gespannt wie alles ausgeht, obwohl ich schon die Sicht von Avery im Buch Wait for you und dessen Ende gelesen habe. Dies ist auch ein Punkt den ich erwähnen muss...auch wenn man Wait for you gelesen hat, hat die Autorin ein Händchen dafür bewiesen, aus bekanntem, neues zu machen und die Spannung aufrecht zu erhalten. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und ehe ich mich versah, war schon das Ende gekommen...   Ich musste lachen und habe aus vollstem Herzen mitgefühlt und gelitten!   Schöne Fortsetzung bzw. Ergänzung zu Wait for you, die ich begeistert verschlunge habe... 

Tolle Geschichte und Cams Sichtweise bringt nocheinmal viel Spannung mit rein
Julia Gutenberg am 14.07.2014

Cover:   Wieder einmal ein wunderschönes Cover. Es ist hell, freundlich und sowohl die Farbe als auch die Schriftart des Buchtitels gefällt mir sehr gut. Die beiden Personen auf dem Cover strahlen Zuneigung aus und wirken glücklich.     Meinung:   Schon der erste Teil der Geschichte "Wait for you" hat mir sehr gut gefallen. Es ist interessant das Buch nochmal zu lesen, diesmal jedoch aus der Sicht von Cam.   Cam ist ein lustiger junger Mann. Er ist ziemlich von sich selbst überzeugt aber so wie er das rüber bringt wirkt es überhaupt nicht negativ. Er versucht mit seiner Art nur Avery zum lächeln zu bringen, was er doch so gerne an ihr sieht. Mein Grinsen wurde breiter. >>Ich bin es gewöhnt, dass Mädchen sich mir an den Hals werfen.<< Sie hob ihr Kinn ein kleines Stück. >>Aber dass sie mir jetzt schon auf den Rücken springen, ist neu. Hat mir irgendwie gefallen.<<   In "Wait for you" war mir Cam schon von Anfang an sympathisch, jedoch war ich mir zu Beginn nicht sicher, ob er wirklich Interesse an Avery hat, dass nicht nur darauf beruht, sie einmal ins Bett zu kriegen. Dieses Gefühl wird aber direkt zu Anfang dieses Buches aus dem Weg geräumt, den man hat gemerkt, dass Cam von Anfang an ganz hin und weg von Avery war.   Cam hat in seiner Vergangenheit einen Fehler begangen, er ist gewalttätig geworden. Für ihn war es eine Last nicht zu wissen wie Avery reagieren würde, wenn er ihr berichtet, was er damals getan hat. Doch Averys Reaktion fand ich toll und auch ich kann ihn verstehen. Er ist ein Mensch, der diejenigen beschützt die ihm wichtig sind. Gewalt ist keine Lösung aber Cam hat eine Strafe bekommen die meiner Meinung nach auch angemessen ist, ich bin sogar froh, dass er nicht ins Gefängnis gekommen ist, denn seine Gedanken alles vertreiben zu wollen was Avery Kummer bereitet war einfach rührend. Er ist ein toller Mann, den wohl jede Frau gerne an ihrer Seite hätte.   In dem Kapitel, in dem Cam mit Jase zu sich nach Hause gefahren ist, gab es eine Szene aus der ich nicht ganz schlau geworden bin. Cam's Schwester ist in Jase verliebt und sie schleicht in ihr Zimmer was Cam schon ein wenig stutzig macht und direkt danach geht er zu Jase um mit ihm zu reden, doch er wundert sich, warum dieser ihm nicht einmal in die Augen gesehen hat. Jetzt frage ich mich, ist zwischen seiner Schwester und Jase etwas vorgefallen? Eine Antwort darauf gibt es im Buch nicht.   Das Buch hat mir sehr gefallen, doch ich bin froh, dass ich "Wait for you" vorher gelesen habe, denn viele Kleinigkeiten gerade zum Ende wurden ausgelassen, die für die Geschichte doch recht spannend waren. So erfährt man hier nicht, was die Mutter von Avery gesagt hat, als diese endlich bereit war sich ihren Eltern zu stellen und auch was genau zwischen dem Mädchen und Avery passiert ist, als sie diese aufgesucht hat.     Charaktere:   Avery ist freundlich und sehr sympathisch, doch ein Erlebnis aus ihrer Vergangenheit hindert sie daran ein unbeschwertes Leben zu führen, bis sie Cam trifft der es nach und nach schafft in ihr innerstes vorzudringen.   Cam hat in seiner Vergangenheit einen Fehler gemacht, doch er ist ein toller Mensch der versucht diejenigen zu beschützen die ihm wichtig sind. Auch nachdem er von Averys Geheimnis erfahren hat, ist er sehr einfühlsam und drängt sie zu nichts.     Schreibstil:   Der Schreibstil von J.Lynn ist einfach klasse. Sie schreibt sehr bildhaft und flüssig. Ihre Bücher sind voller Spannung, Abenteuer und Gefühle und dennoch kann man sie auch leicht zwischendurch lesen. Obwohl ich die Geschichte und den Verlauf schon durch "Wait for you" kenne, hat mich die Autorin mit der Sicht von Cam in ihren Sog gezogen und ich habe es in nicht einmal 12 Stunden ausgelesen gehabt. Natürlich gibt es viele Bücher, in denen die Sichtweise wechselt, doch die Idee eine Geschichte in zwei Büchern und zwei Sichtweisen zu schreiben finde ich toll, so habe ich noch einiges mehr über Cam erfahren, was aus der Sicht von Avery nicht ganz so deutlich hervorgegangen ist.

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