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Fall with MeFall with Me

Fall with Me

Roman

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Fall with Me — Inhalt

Roxy Ark war schon immer unsterblich in Reece Anders verliebt. Als es nach Jahren der Schwärmerei endlich zu einer unvergesslichen Nacht mit dem sonst so anständigen jungen Polizisten kommt, hofft Roxy, dass Reece sie ebenso will wie sie ihn. Will er aber nicht. Mit gebrochenem Herzen versucht Roxy daraufhin, ihm möglichst aus dem Weg zu gehen – bis jemand sie bedroht und Reece der Einzige ist, der sie retten kann.

€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 11.05.2015
Übersetzt von: Vanessa Lamatsch
352 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-30708-6
€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 11.05.2015
Übersetzt von: Vanessa Lamatsch
352 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96978-9

Leseprobe zu »Fall with Me«

Kapitel 1

Gerade einmal zehn Minuten nachdem ich mich in einen der üppig gepolsterten Sessel im sonnendurchfluteten Wartezimmer hatte fallen lassen, schoben sich abgewetzte weiße Turnschuhe in mein Blickfeld. Ich hatte eingehend den Holzboden betrachtet und darüber nachgedacht, dass sich mit privaten Pflegeheimen offenbar eine hübsche Stange Geld verdienen ließ, wenn sie sich einen derart feudalen dunklen Parkettboden leisten konnten.

Andererseits hatten Charlie Clarks Eltern für die Langzeitpflege ihres einzigen Sohnes auch keine Kosten gescheut, [...]

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Kapitel 1

Gerade einmal zehn Minuten nachdem ich mich in einen der üppig gepolsterten Sessel im sonnendurchfluteten Wartezimmer hatte fallen lassen, schoben sich abgewetzte weiße Turnschuhe in mein Blickfeld. Ich hatte eingehend den Holzboden betrachtet und darüber nachgedacht, dass sich mit privaten Pflegeheimen offenbar eine hübsche Stange Geld verdienen ließ, wenn sie sich einen derart feudalen dunklen Parkettboden leisten konnten.

Andererseits hatten Charlie Clarks Eltern für die Langzeitpflege ihres einzigen Sohnes auch keine Kosten gescheut, sondern ihn in der besten Einrichtung Philadelphias untergebracht. Die Summe, die sie dafür jährlich aufbrachten, musste astronomisch hoch sein – auf jeden Fall mehr, als ich mit meinem Job als Barkeeperin im Mona’s und den gelegentlichen Webdesign-Aufträgen verdiente.

Vermutlich dachten sie, das mache es wett, dass sie Charlie nur einmal im Jahr für vielleicht zwanzig Minuten besuchten. Es gab bestimmt bessere, großherzigere Menschen als mich auf der Welt, denn es fiel mir schwer, das Brennen der Irritation in meiner Kehle zu ignorieren, das entstand, wann immer ich an Charlies Eltern dachte. Jetzt hob ich den Blick zu dem gastfreundlichen Lächeln, das sich die Krankenschwester ins Gesicht gekleistert hatte. Ich blinzelte, weil ich das kupferfarbene Haar und die haselnussbraunen Augen heute zum allerersten Mal sah.

Sie war offensichtlich neu.

Noch immer lächelnd, ließ sie ihren Blick einen Moment länger als üblich auf meinem Haar ruhen. Dabei war meine Frisur keineswegs sonderlich ausgeflippt. Ich hatte mir lediglich vor ein paar Tagen eine purpurne Strähne gefärbt, trotzdem sah ich vermutlich ein bisschen zerzaust aus, weil ich sie zu einem nachlässigen Knoten frisiert hatte. Ich hatte gestern den Schlussdienst in der Bar gemacht, was bedeutete, dass ich erst nach drei Uhr morgens nach Hause gekommen war. Es war schon anstrengend genug gewesen, auch nur aufzustehen, mir die Zähne zu putzen und mir das Gesicht zu waschen, bevor ich in die Stadt fuhr.

»Roxanne Ark?«, fragte sie, als sie vor mir stehen blieb und die Hände vor dem Körper verschränkte.

Der Klang meines vollen Namens ließ mich erstarren. Meine Eltern waren echt schräge Vögel. Vermutlich hatten sie in den Achtzigerjahren Koks geschnupft oder irgendwas. Ich war nach dem Song »Roxanne« benannt, während meine Brüder Gordon und Thomas hießen – zwei der bürgerlichen Vornamen von Sting.

»Ja«, sagte ich und griff nach dem Stoffbeutel, den ich mitgebracht hatte.

Das Lächeln der Pflegerin strahlte weiter, als sie auf die geschlossene Doppeltür zeigte. »Schwester Venter ist heute nicht hier, aber sie hat mir gesagt, dass Sie jeden Freitagmittag kommen, also ist Charlie bereit.«

»O nein, geht es ihr gut?« Sorge stieg in mir auf. In den letzten sechs Jahren meiner Besuche hier hatte ich mich mit Schwester Venter angefreundet. Daher wusste ich auch, dass ihr jüngster Sohn im Oktober endlich heiraten würde und ihre Zweitälteste ihr letzten Monat das erste Enkelkind geschenkt hatte.

»Sie hat sich eine Sommergrippe eingefangen«, erklärte die Schwester. »Eigentlich wollte sie heute wieder zum Dienst kommen, aber wir waren alle der Meinung, dass sie sich lieber übers Wochenende auskurieren sollte.« Die Schwester trat zur Seite, als ich aufstand. »Sie hat mir erzählt, dass Sie Charlie gerne vorlesen.«

Ich nickte und packte meine Tasche fester.

Vor der Doppeltür blieb sie stehen, nahm ihr Namensschild vom Revers ihres Kittels und fuhr damit über einen Sensor an der Wand. Es klickte, dann schob sie die Tür auf. »In den letzten Tagen ging es ihm einigermaßen, wenn auch nicht so gut, wie wir es uns wünschen würden«, fuhr sie fort, als wir in den breiten, weiß gestrichenen Flur mit den schmucklosen Wänden traten. Dieser Flur hatte keine Persönlichkeit. Gar keine Ausstrahlung. »Aber heute Morgen ist er früh aufgewacht.«

Meine neongrünen Flipflops klapperten über den Boden, wohingegen die Turnschuhe der Krankenschwester praktisch keinerlei Geräusch verursachten. Wir gingen den Flur entlang, der zum Gemeinschaftsraum führte. Charlie war dort nie gern gewesen, was so seltsam war, denn früher … vor seiner Verletzung … war er ein sehr geselliger Mensch gewesen.

Und nicht nur das.

Charlies Zimmer lag am Ende eines weiteren Korridors in einem Trakt, der speziell darauf ausgerichtet war, einen schönen Ausblick über den grünen Park und das therapeutische Schwimmbad zu bieten, das Charlie allerdings nie genutzt hatte. Schon früher war er kein großer Schwimmer gewesen, aber jedes Mal, wenn ich dieses verdammte Schwimmbad sah, wollte ich auf irgendetwas einschlagen. Ich hatte keine Ahnung, warum. Vielleicht weil wir anderen etwas für selbstverständlich nahmen – die Fähigkeit, eigenständig zu schwimmen – oder weil Wasser ein grenzenloses Gefühl ausstrahlte, während Charlies Zukunft inzwischen engen Grenzen unterlag.

Die Krankenschwester blieb vor der geschlossenen Tür stehen. »Sie wissen ja, wie es läuft, wenn Sie wieder gehen wollen.«

Das wusste ich – ich musste mich bei der Schwesternstation abmelden; vermutlich wollten sie nur sichergehen, dass ich nicht versuchte, Charlie heimlich rauszuschmuggeln oder so. Mit einem freundlichen Nicken in meine Richtung wirbelte die Krankenschwester auf dem Absatz herum und ging mit schnellen Schritten den Weg zurück, den wir gekommen waren.

Einen Moment lang starrte ich auf die Tür, atmete tief ein und dann langsam wieder aus. Das musste ich jedes Mal tun, bevor ich Charlie besuchte. Es war der einzige Weg, diesen scheußlichen Knoten aus Gefühlen – all die Enttäuschung, Wut und Trauer – zu verdrängen, bevor ich den Raum betrat. Charlie sollte nichts davon mitbekommen. Manchmal gelang es mir nicht, trotzdem versuchte ich es jedes Mal aufs Neue.

Erst als ich sicher war, lächeln zu können, ohne vollkommen irre zu wirken, öffnete ich die Tür. Und wie jeden Freitag in den letzten sechs Jahren traf mich Charlies Anblick wie ein Schlag in die Magengrube.

Er saß auf einem Sessel vor dem großen Panoramafenster – in seinem Sessel, einem dieser runden Rattandinger mit einem leuchtend blauen Kissen. Dieser war ein Geschenk zu seinem sechzehnten Geburtstag gewesen, wenige Monate bevor sich sein Leben so abrupt verändert hatte.

Charlie sah nicht auf, als ich den Raum betrat und die Tür hinter mir schloss. Das tat er nie.

Das Zimmer war ganz nett, ziemlich geräumig, mit einem Bett, das eine der Schwestern ordentlich gemacht hatte, einem Schreibtisch, den Charlie nie benutzte, und einem Fernseher, den ich in sechs Jahren nicht ein Mal angeschaltet gesehen hatte.

Er wirkte schrecklich dünn, fast mager. Schwester Venter hatte mir erzählt, dass sie ihn kaum dazu brachten, drei volle Mahlzeiten am Tag zu essen. Und auch die Umstellung auf fünf kleinere Mahlzeiten hatte nicht funktioniert. Vor einem Jahr hatten sie ihn sogar über eine Magensonde ernähren müssen. Die Angst von damals saß immer noch tief, denn damals hatte ich geglaubt, ich würde ihn verlieren.

Sein blondes Haar war am Morgen gewaschen, aber nicht gestylt worden. Früher hatte er einen kunstvoll zerzausten Look getragen, der ihm super gestanden hatte, doch mittlerweile war sein Haar ein gutes Stück kürzer. Er trug ein weißes Hemd und eine graue Trainingshose, die nicht einmal ansatzweise cool aussah. Nein, die hier hatte Gummibündchen an den Knöcheln. Gott, wenn er das wüsste, würde er einen Anfall kriegen, und zwar zu Recht, weil Charlie … na ja, Stil und Geschmack und all das waren ihm immer wichtig gewesen.

Ich ging zu dem zweiten Rattansessel mit dem passenden blauen Kissen, den ich vor drei Jahren gekauft hatte, und räusperte mich. »Hey, Charlie.«

Er sah nicht auf.

Ich spürte keine Enttäuschung. Na ja, da war schon dieses »Das ist nicht fair«-Gefühl, doch ich wurde nicht von einer neuerlichen Woge des Entsetzens überrollt. Denn so war es immer.

Ich setzte mich und stellte meine Tasche neben mir auf den Boden. Aus der Nähe wirkte Charlie älter als zweiundzwanzig – viel älter. Das Gesicht war ausgezehrt, die Haut wirkte blass, und dunkle Ringe lagen unter seinen einst so lebhaften grünen Augen.

Ich atmete ein weiteres Mal tief durch. »Heute ist es lächerlich heiß dort draußen, also lach mich bitte nicht aus, weil ich kurze Hosen anhabe.« Früher hätte er mich gezwungen, mich umzuziehen, bevor er sich mit mir in der Öffentlichkeit gezeigt hätte. »Die Wetterfee hat gemeint, dass wir am Wochenende Rekordtemperaturen kriegen werden.«

Charlie blinzelte langsam.

»Und auch ein paar fiese Stürme.« Ich verschränkte die Finger im Schoß und betete, dass Charlie mich anschaute. Manchmal tat er das; bei meinen letzten drei Besuchen jedoch nicht, und das jagte mir eine Höllenangst ein. Denn als er mich das letzte Mal so lange ignoriert hatte, hatte er kurz darauf einen schrecklichen Krampfanfall erlitten. Diese zwei Dinge hatten nichts miteinander zu tun, trotzdem fühlte ich, wie mein Magen sich verkrampfte; vor allem, weil Schwester Venter mir erklärt hatte, dass Patienten mit durch stumpfe Gewalteinwirkung verursachten Hirnverletzungen zu Krampfanfällen neigten. »Du weißt ja noch, dass ich Stürme mag, oder?«

Keine Antwort.

»Na ja, es sei denn, die Stürme wachsen sich zu Tornados aus«, fügte ich hinzu. »Aber da wir hier in Philly sind, wird es wohl kaum dazu kommen.«

Wieder blinzelte er langsam.

»Oh! Heute Abend haben wir im Mona’s eine geschlossene Gesellschaft«, plapperte ich weiter. Ich war mir nicht sicher, ob ich ihm schon davon erzählt hatte. Nicht, dass es eine Rolle gespielt hatte. »Eine Privatparty.« Ich hielt inne und holte tief Luft.

Charlie starrte immer noch aus dem Fenster.

»Ich glaube, dir würde das Mona’s gefallen. Es ist zwar ein bisschen heruntergekommen, aber auf eine schräge, flippige Art. Aber das habe ich dir ja schon erzählt. Ich weiß nicht, aber ich wünschte mir …« Mit geschürzten Lippen sah ich zu, wie er die Schultern hob und einen tiefen Seufzer ausstieß. »Ich wünsche mir viele Dinge«, endete ich flüsternd.

Charlie fing an, sich vor- und zurückzuwiegen, in einem sanften Rhythmus, der mich an die Wellen des Meeres denken ließ.

Für einen Moment kämpfte ich gegen den Drang, den ganzen Frust, der sich in mir aufbaute, einfach herauszuschreien. Charlie hatte früher geredet wie ein Wasserfall. Die Lehrer in unserer Grundschule hatten ihm den Spitznamen Plappermaul gegeben, und er hatte darüber gelacht – o Gott, er hatte ein wunderbares Lachen gehabt, ansteckend und ehrlich.

Aber er hatte seit Jahren nicht mehr gelacht.

Ich schloss die Augen, um meine aufsteigenden heißen Tränen zurückzuhalten, während ich mich am liebsten auf den Boden geworfen und mit den Fäusten auf den Boden getrommelt hätte. Es war alles so unfair! Charlie sollte gesund sein und dort draußen herumlaufen, seinen Collegeabschluss in der Tasche haben und mit einem heißen Kerl zusammen sein, der ihn liebte. Er sollte sich mit mir und meiner aktuellen Flamme zu einem Viererdate treffen und längst seinen ersten Roman veröffentlicht haben, wovon er immer geträumt hatte. Und zwischen uns wäre alles wie immer. Beste Freunde – unzertrennlich. Er würde mich in der Bar besuchen und mir sagen, dass ich endlich mein Leben auf die Reihe kriegen müsse, wenn ich einen Tritt in den Hintern brauchte.

Charlie sollte leben. Denn das – was auch immer das hier sein sollte – war alles, aber kein Leben.

Stattdessen hatte ein beschissener Abend, eine Handvoll dämlicher Worte und ein verdammter Stein alles zerstört.

Ich öffnete meine Augen wieder, in der Hoffnung, dass Charlie mich ansah. Doch das tat er nicht. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich wieder zusammenzureißen. Ich zog ein gefaltetes Aquarell aus meiner Tasche. »Das habe ich für dich gemalt.« Meine Stimme klang heiser, trotzdem fuhr ich fort. »Weißt du noch, als wir fünfzehn waren und meine Eltern uns mit nach Gettysburg genommen haben? Du hast Devil’s Den geliebt, also habe ich es für dich gemalt.«

Ich hielt es ihm hin, auch wenn er es nicht anschaute. Stundenlang hatte ich diese Woche damit zugebracht, die sandfarbenen Felsen über den grünen Wiesen zu zeichnen und die richtigen Farben für den Stein und das Geröll dazwischen zu finden. Die Schatten waren am schwierigsten gewesen, weil ich Wasserfarben verwendet hatte, aber letztendlich war das Gemälde ziemlich cool geworden.

Ich trat mit dem Bild zu der Wand gegenüber von Charlies Bett, nahm eine Reißzwecke und hängte es neben die anderen Bilder. Für jede Woche, in der ich ihn besucht hatte, gab es ein Bild. Dreihundertzwölf Exemplare.

Ich ließ meinen Blick über die Wände gleiten. Meine Lieblingsbilder waren die Porträts, die ich von ihm gemalt hatte – Bilder von Charlie und mir zusammen, als wir noch jünger waren. Langsam ging mir der Platz aus. Wir würden demnächst auf die Decke ausweichen müssen. Doch nichts an diesen Wänden zeigte die Gegenwart oder die Zukunft. Es war eine Galerie der Erinnerungen.

Ich ging zurück zu meinem Sessel, zog das Buch heraus, das ich ihm gerade vorlas – Bis(s) zur Mittagsstunde. Wir hatten uns den ersten Film zusammen angeschaut, und fast hätten wir es sogar noch in den zweiten geschafft. Ich schlug es an der Stelle auf, wo ich das letzte Mal aufgehört hatte. Ich war überzeugt davon, dass Charlie zum Team Jacob gehört hätte. Emo-Vampire wären definitiv nicht sein Ding gewesen. Und obwohl es das vierte Mal war, dass ich ihm dieses Buch vorlas, schien er es immer noch zu mögen.

Zumindest redete ich mir das ein.

Während der ganzen Stunde, die ich mit ihm verbrachte, sah er mich kein einziges Mal an. Schließlich packte ich meine Sachen zusammen. Mein Herz lag so schwer in meiner Brust wie dieser Stein, der alles verändert hatte. Ich beugte mich vor, bis ich seinem Gesicht ganz nahe war. »Schau mich an, Charlie.« Ich wartete eine Sekunde, während meine Kehle immer enger wurde. »Bitte.«

Doch Charlie blinzelte nur und wiegte sich weiter. Vor und zurück. Das war alles, obwohl ich volle fünf Minuten auf eine Reaktion wartete – irgendeine Reaktion. Doch nichts geschah. Mit feuchten Augen drückte ich ihm einen Kuss auf die kühle Wange und richtete mich auf. »Wir sehen uns nächsten Freitag, okay?«

Ich tat so, als hätte er mir geantwortet. Nur so konnte ich diesen Raum verlassen und die Tür hinter mir schließen. Ich meldete mich bei den Schwestern ab, trat in den brennenden Sonnenschein und kramte meine Sonnenbrille aus dem Beutel. Die Hitze fühlte sich auf meiner kühlen Haut wunderbar an, doch mein Inneres konnte sie nicht wärmen. So fühlte ich mich immer, wenn ich Charlie besucht hatte, und daran würde sich auch nichts ändern, bis ich meine Schicht im Mona’s antrat.

Fluchend machte ich mich auf den Weg in den hinteren Teil des Parkplatzes zu meinem Wagen.

Glühende Hitze stieg vom Asphalt auf, und ich fragte mich sofort, welche Farben ich mischen müsste, um diesen Effekt auf Leinwand einzufangen. Schließlich entdeckte ich meinen treuen VW Jetta. Jeder Gedanke an Farben verschwand aus meinem Kopf. Mein Magen machte einen Sprung, und fast wäre ich über meine eigenen Füße gestolpert. Neben meinem Auto stand ein hübscher, praktisch neuer Truck.

Ich kannte diesen schwarzen Truck.

Ich hatte ihn sogar einmal gefahren.

O Mann.

Meine Füße verweigerten den Dienst. Abrupt blieb ich stehen.

Der Fluch meines Lebens war hier – seltsamerweise war es derselbe Mann, der regelmäßig eine Starrolle in meinen Fantasien übernahm, selbst in den schmutzigen – besonders in den schmutzigen.

Reece Anders war hier, und ich hatte keine Ahnung, ob ich ihn in die Eier treten oder lieber küssen wollte.

 

Kapitel 2

Die Fahrertür schwang auf, und mein Herz – dieses elende, verräterische Miststück – machte einen Sprung, als ein langes Bein in Jeans erschien, zusammen mit einem Flipflop mit dunklem Lederband. Wieso musste ich gerade auf Typen stehen, die sich trauten, Flipflops zu tragen? Aber … o Mann, ich fand wirklich, dass der Look zusammen mit verblassten Jeans total sexy rüberkam. Das zweite Bein erschien, gefolgt von seinem Oberkörper – ich erhaschte einen Blick auf ein ausgebleichtes Metallica-Shirt, unter dem ein Streifen eines Wahnsinnssixpacks hervorblitzte. Das Shirt klebte förmlich an seinem Körper, sodass sich gewissermaßen jeder einzelne Muskel abzeichnete, während sich die Ärmel über seinem Bizeps spannten.

Mein Blick wanderte weiter, über seine breiten Schultern – Schultern, die ohne Weiteres das Gewicht der Welt tragen könnten, was sie auch bereits getan hatten – zu seinem Gesicht mit der schwarzen Sonnenbrille. O Mann!

Wahnsinn!

In Freizeitklamotten sah Reece fantastisch aus, in seiner Polizeiuniform steigerte sich das Ganze zu »superheiß«, und nackt – nun ja, in diesem Zustand konnte der Typ einen visuellen Orgasmus auslösen.

Und ich hatte ihn nackt gesehen. Na ja, sozusagen. Okay, ich hatte sein Teil gesehen, und es war wirklich begeisterungswürdig.

Reece war ein klassisch attraktiver Mann, mit einer Knochenstruktur, bei deren Anblick meine Finger automatisch nach einem Zeichenstift greifen wollten – hohe Wangenknochen, volle Lippen und ein markantes Kinn, von dem andere nur träumen konnten. Außerdem war er Polizist – Freund und Helfer, was ebenfalls superheiß war.

Unglücklicherweise hasste ich ihn auch. Zumindest meistens. Manchmal. So ziemlich jedes Mal, wenn ich seinen heißen Körper sah und anfing, mich nach ihm zu verzehren. Genau dann hasste ich ihn.

Und jetzt gerade reagierten meine Intimteile heftig auf Reece, was bedeutete, dass ich ihn in diesem Moment wieder mal nicht ausstehen konnte. Ich umfasste meine Tasche fester und schob die Hüfte vor, so wie ich es bei Katie gesehen hatte, einer … etwas schrägen Freundin von mir, die das immer tat, wenn sie drauf und dran war, wieder mal jemandem eins vor den Latz zu knallen.

»Was machst du denn hier?«, fragte ich und spürte sofort, wie mich ein kalter Schauder überlief – trotz der Bullenhitze. Ich hatte seit über elf Monaten nicht mit Reece gesprochen. Na ja, wenn man die Worte Verpiss dich nicht mitrechnete, die ich ihm in dieser Zeit … keine Ahnung … vierhundertmal entgegengeschleudert hatte. Aber die zählten eigentlich nicht.

Dunkle Brauen erschienen über dem Rand seiner Sonnenbrille, dann lachte er leise, als hätte ich den Witz des Jahrtausends gerissen. »Wie wäre es, wenn du mich zuerst anständig begrüßt?«

Wäre ich nicht so perplex gewesen, hätte ich ihm eine Salve der wüstesten Flüche an den Kopf geknallt. Ich hatte ihm eine vollkommen berechtigte Frage gestellt. Soweit ich wusste, war Reece in den sechs Jahren, seit ich Charlie besuchte, nie hier gewesen. Aber ein Anflug von Schuldgefühlen und meine gute Erziehung gewannen die Oberhand. »Hi«, presste ich hervor.

Er schürzte seine wohlgeformten Lippen und schwieg, während ich die Augen hinter meiner Sonnenbrille zusammenkniff. »Hallo … Officer Anders?«

Er legte den Kopf schief. »Im Moment bin ich nicht im Dienst, Roxy.«

O Mann, allein wie er meinen Namen aussprach. Roxy. Mit einem rollenden R. Ich hatte keine Ahnung, wie er das schaffte, aber ich spürte, wie das Blut durch einige Teile meines Körpers rauschte, wo ich es im Moment definitiv nicht gebrauchen konnte.

Er schwieg weiter. »Hallo …«, begann ich. »Reece.« Am liebsten hätte ich mich selbst dafür geohrfeigt, weil ich mich auf sein Spielchen einließ.

Seine Mundwinkel verzogen sich zu einem Lächeln, das mir verriet, dass er stolz war. Und das sollte er auch sein. Mich dazu zu bringen, seinen Namen auszusprechen, war eine echte Leistung. Hätte ich Kekse dabeigehabt, hätte ich ihm jetzt zur Belohnung einen ins Gesicht geschoben. »War das so schwer?«, fragte er.

»Ja, war es. Ein Teil meiner Seele ist dabei abgestorben.«

Zu meiner Verblüffung lachte er. »Deine Seele ist eine Sommerwiese voller Regenbogen und Hundewelpen, Süße.«

Ich schnaubte. »Falsch. Meine Seele ist erfüllt von Dunkelheit und unendlicher Leere.«

»Unendliche Leere?« Wieder lachte er und fuhr sich mit der Hand durch die dunkelbraunen Haare, die er an den Seiten rasiert hatte, oben hingegen für einen Polizisten ziemlich lang trug. »Wenn das stimmt, war es zumindest nicht immer so.« Sein lässiges, halbwegs – okay, umwerfend – charmantes Grinsen verflog, und er presste die Lippen aufeinander. »Allerdings, das war nicht immer so.«

Mir stockte der Atem. Reece und ich … wir kannten uns schon sehr lange. Zu Beginn meiner Highschoolzeit war er bereits im dritten Jahr und auch damals schon der Schwarm aller Mädchen gewesen. Ich war bis über beide Ohren in ihn verknallt gewesen, hatte Herzchen mit seinem Namen in meinen Schulblock gekritzelt – meine ältesten und leider auch schwächsten Werke – und mich über jedes Lächeln, jeden Blick in meine Richtung gefreut. Aufgrund meines Alters hatte ich mich kaum in denselben Kreisen bewegt wie er, aber er war trotzdem immer freundlich zu mir gewesen.

Wahrscheinlich, weil er mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder in das Haus neben uns eingezogen war.

Jedenfalls war er immer nett zu Charlie und mir gewesen. Mit achtzehn war er zu den Marines gegangen, und ich war am Boden zerstört gewesen, weil ich mir eingeredet hatte, dass wir heiraten und einen Stall voller Kinder in die Welt setzen würden. Die Jahre seiner Abwesenheit waren hart gewesen, und ich würde niemals den Tag vergessen, als Mom mich anrief, um mir zu sagen, dass er im Krieg verwundet worden war. Mein Herzschlag hatte ausgesetzt, und ich war vor Angst wie gelähmt gewesen, selbst dann noch, als man uns versichert hatte, dass er wieder gesund werden würde. Als er endlich nach Hause kam, war ich nicht mehr minderjährig, und wir wurden tatsächlich Freunde. Enge Freunde. Ich war während der schlimmsten Zeit seines Lebens für ihn da gewesen. In diesen schrecklichen Nächten, als er sich mit Alkohol betäubt hatte oder so launisch geworden war, dass er an einen Löwen im Käfig erinnerte, der jeden biss, der sich ihm nähern wollte – jeden außer mir. Doch dann hatte eine Nacht mit zu viel Whisky alles zerstört.

Jahrelang hatte ich von Reece geträumt, obwohl er immer unerreichbar gewesen war. Und ganz egal, was in dieser Nacht geschehen war, würden wir trotzdem niemals zusammenkommen.

»Wieso zum Teufel reden wir über meine Seele?«

»Du hast damit angefangen.«

Ich öffnete den Mund, um zu widersprechen, aber er hatte ja recht. Und das war irgendwie seltsam. Ich spürte einen feinen Schweißfilm auf meiner Stirn. »Warum bist du hier?«

Mit zwei langen Schritten stand er vor mir. Ich krümmte die Zehen in meinen Flipflops und widerstand dem Drang, herumzuwirbeln und davonzulaufen. Reece war groß, fast eins neunzig, während ich ohne Weiteres als Zwerg im Zauberer von Oz auftreten könnte. »Wegen Henry Williams.«

Schlagartig waren die Probleme zwischen uns vergessen, ebenso wie der Helligkeitsgrad meiner Seele. Ich starrte ihn an. »Was?«

»Er wurde aus dem Gefängnis entlassen, Roxy.«

Der Schweißfilm auf meiner Stirn schien zu gefrieren. »Ich … weiß ich. Er ist schon seit ein paar Monaten raus. Ich habe die Bewährungsanhörungen verfolgt. Ich …«

»Ich weiß«, sagte er leise, aber eindringlich, und mein Magen verkrampfte sich. »Aber du warst nicht bei seiner letzten Anhörung … der, nach der er entlassen wurde.«

Ich schüttelte den Kopf, obwohl es eigentlich keine Frage war. Ich war bei der vorhergehenden Anhörung gewesen, doch es war mir immer noch schwergefallen, Henry Williams’ Anblick zu ertragen. Allerdings war mir klar geworden, dass er gute Chancen hatte, beim nächsten Anlauf auf Bewährung entlassen zu werden. Und genau so war es gekommen. Es hieß, Henry hätte während der Haft Gott gefunden oder irgendwas. Schön für ihn.

Was allerdings nichts daran änderte, was er getan hatte.

Reece nahm seine Sonnenbrille ab und richtete seine strahlend blauen Augen auf mich. »Ich war dort.«

Überrascht wich ich zurück und wollte etwas sagen, fand jedoch keine Worte. Das hatte ich nicht gewusst. Mir war nicht einmal der Gedanke gekommen, dass er das tun könnte. Und ich hatte keine Ahnung, warum er das tun sollte.

Er sah mir unverwandt in die Augen. »Er hat darum gebeten …«

»Nein«, stieß ich hervor. »Ich weiß, was er wollte. Ich habe gehört, was er tun will, sobald er auf freiem Fuß ist, und ich sage Nein. In tausend Jahren nicht. Außerdem ist es nicht Sache des Gerichts, so etwas zu erlauben.«

Reece’ Miene wurde sanft, und so etwas wie Mitleid erschien in seinen Augen. »Ich weiß, Süße. Aber dir ist auch klar, dass du in diesem Punkt genauso wenig zu sagen hast.« Er zögerte kurz. »Er möchte Wiedergutmachung leisten, Roxy.«

Hilflos ballte ich die Faust. »Was er getan hat, kann er nicht wiedergutmachen.«

»Das sehe ich genauso.«

Ich brauchte einen Moment, bis ich begriff. Es war, als tue sich der Erdboden unter meinen Füßen auf. »Nein«, flüsterte ich, während mein Magen sich verkrampfte. »Bitte sag mir, dass Charlies Eltern ihm nicht die Erlaubnis dazu gegeben haben. Bitte.«

Ein Muskel an seinem markanten Kinn zuckte. »Ich wünschte, ich könnte, aber genau das haben sie getan. Heute Morgen. Sein Bewährungshelfer hat es mir gesagt.«

Meine Brust wurde eng, und ich wandte mich ab, damit er nicht sah, wie sehr mich die Worte trafen. Ich konnte es nicht glauben. Mein Hirn weigerte sich schlichtweg anzuerkennen, dass Charlies Eltern diesem … diesem Mistkerl die Erlaubnis gegeben hatten, ihren Sohn zu besuchen. Das war herzlos und grausam und falsch. Nur wegen dieses homophoben Arschlochs war Charlie in diesem Pflegeheim. Mein Magen zog sich noch fester zusammen, sodass ich allmählich Angst hatte, mich gleich übergeben zu müssen.

Reece legte seine Hand auf meine Schulter. Ich zuckte zusammen, schob sie aber nicht weg. Diese Berührung … irgendwie verankerte sie mich in der Realität. Ein winziger Teil von mir war dankbar, gleichzeitig erinnerte es mich auch daran, wie es einmal zwischen uns gewesen war. »Ich hielt es für besser, wenn ich es dir gleich sage, damit du weißt, was Sache ist.«

Ich schloss fest die Augen »Danke«, krächzte ich.

»Das ist noch nicht alles. Er möchte auch mit dir sprechen«, fuhr er fort, ohne die Hand von meiner Schulter zu lösen.

Ich zuckte zurück, sodass seine Hand den Halt an meiner Schulter verlor, dann drehte ich mich wieder zu ihm um. »Nein. Ich will ihn nicht sehen.« Plötzlich stieg wieder diese Nacht vor meinem inneren Auge auf. Alles hatte ganz harmlos angefangen. Ein paar Scherze, Hänseleien. Und auf einmal war die Situation komplett außer Kontrolle geraten. »Auf keinen Fall.«

»Du musst das nicht tun.« Reece trat abermals auf mich zu und streckte die Hand aus, ließ sie jedoch wieder sinken. »Aber du solltest es wissen. Ich werde seinem Bewährungshelfer sagen, dass Henry sich von dir fernhalten soll. Sonst …«

Ich hörte kaum noch hin – registrierte weder das »Sonst« noch die Drohung, die in seiner tiefen Stimme mitschwang. Mein Herz raste, und plötzlich wollte ich nur noch weg, allein sein, um das alles zu verarbeiten. Meine Stofftasche wie einen Schild vor die Brust gepresst, schob ich mich an ihm vorbei. »Ich … ich muss weg.«

»Roxy!«

Ich trat um die Motorhaube meines Wagens, doch er war schneller. Er trat vor mich, die Sonnenbrille immer noch in der Hand, und blickte mich aus seinen strahlend blauen Augen an.

Er legte die Hände auf meine Schultern, und es war, als hätte ich meine Finger in eine Steckdose gesteckt. Trotz der Nachricht, die er mir gerade überbracht hatte, spürte ich seine Berührung in jeder Zelle meines Körpers. Ich hatte keine Ahnung, ob er es ebenfalls spürte. »Was mit Charlie passiert ist«, sagte er leise, »war nicht deine Schuld, Roxy.«

Abrupt riss ich mich von ihm los. Diesmal hielt er mich nicht auf, als ich die Tür öffnete und mich auf den Fahrersitz warf. Meine Brust hob und senkte sich in schweren Atemzügen.

Reece blieb noch einige Sekunden vor der Motorhaube stehen. Für einen Augenblick dachte ich, er würde ebenfalls einsteigen, doch dann schüttelte er den Kopf und setzte seine Sonnenbrille wieder auf. Ich sah, wie er sich umdrehte und mit großen Schritten zu seinem Truck zurückkehrte.

»Verdammte Scheiße«, stieß ich hervor und legte meine zitternden Finger um das Steuer. Ich wusste nicht, was schlimmer war: dass Charlie auch heute nicht auf mich reagiert hatte, dass Henry Williams ihn würde besuchen dürfen oder die Frage, ob Reece recht hatte.

Ob ich tatsächlich keine Schuld daran trug, was mit Charlie geschehen war.

J. Lynn

Über J. Lynn

Biografie

J. Lynn ist das Pseudonym der amerikanischen Bestseller-Autorin Jennifer L. Armentrout. Sie schrieb international sehr erfolgreiche Young-Adult-Romane, bevor sie sich mit ihren New-Adult-Romanen, beginnend mit »Wait for You«, endgültig an die Spitze der Bestsellerlisten schrieb. Sie lebt in...

Weitere Titel der Serie »Wait for You«

Wenn Liebe so einfach wäre ... In J. Lynns Reihe geht es um junge Männer und Frauen, die erst zusammen kommen können, wenn sie die Schatten ihrer Vergangenheit und inneren Dämonen hinter sich lassen können.

Kommentare zum Buch

Wieder super!
Lenas Welt der Bücher am 22.05.2016

Meine Meinung: Im vierten Teil der Reihe geht es weiter mit Callas Freundin und Jaxs Kollegin Roxy, die beiden kennt man aus "Stay with me" und sollte man vorher gelesen haben. Man versteht die Geschichte zwar auch so, aber man könnte gespoilert werden, was die Beziehung der Charaktere untereinander angeht. Der Anfang des Buches ist hier anders, als bei den anderen Teilen, da das ganze ziemlich beklemmend anfängt. Roxy ist bei einem alten Freund, der nach einem schweren Unfall in der Langzeitpflege ist. Ein schwieriges und sehr emotionales Thema, dass die Autorin hier aufgreift. Aber keine Sorge, dass Buch nimmt die Züge wieder an, die die Bücher von J. Lynn ausmachen. Die Charaktere mochte ich unheimlich gerne. Vor allem Roxy fand ich super! Sie mochte ich schon in "Stay with me" super gerne und bin echt froh, dass sei ein eigenes Buch bekommen hat. Mit ihr konnte ich mich sehr gut identifizieren, da sie eine Frau aus dem Alltag ist. Reece mochte ich zu Beginn nicht so wirklich, ich wurde mit ihm nicht warm. Im Lauf der Geschichte änderte sich das und ich mochte ihn immer mehr. Wie man das schon von den vorherigen Teilen geht, ist die Geschichte keine reine Liebesgeschichte. Auch hier hat J.Lynn wieder Spannung mit rein gebracht, die hier sogar ein bisschen gruselig wurde. Sie hat sich hier ein extremes Thema rausgesucht, gerade für Frauen. Der Schreibstil der Autorin ist wieder klasse. Sie entführt den Leser und sorgt dafür, dass man das Buch nicht weg legen kann.   Fazit: "Fall with me" ist wieder ein super Buch aus der Reihe. Vor allem die Protagonistin Roxy mochte ich hier unheimlich gerne. Das Buch ist wieder erotisch, spannend, emotional und einfach super. Das Thema das hier behandelt wird ist wieder nicht ohne, hebt sich aber so von anderen Büchern des Genres ab. Wieder eine klare Leseempfehlung von mir!

Eine weiter hinreißende Liebesgeschichte
Kat Nguyen am 22.09.2015

Fall with me Aus dem Amerikanischen von Vanessa Lamatsch Originaltitel: Fall with me Buchserie: Wait for you #5 Autor/in: J. Lynn Genre: Contemporary Ausgabe: Taschenbuch, eBook Seiten: 352 Originalverlag: Avon Verlag: Piper ISBN: 978-3-492-30708-6 Preis: [D]9,99€ [A]10,30€ [CHF]13,90 sFr Quelle: www.piper.de   Klappentext: Auch Fallen fühlt sich an wie Fliegen - zumindest für einen kurzen Augenblick ...   Roxy Ark war schon immer unsterblich in Reece Anders verliebt. Als es nach Jahren Schwärmerei endlich zu einer unvergesslichen Nacht mit dem sonst so anständigen jungen Polizisten kommt, hofft Roxy, dass Reece sie ebenso will wie sie ihn. Will er aber nicht. Mit gebrochenem Herzen versucht Roxy draufhin, ihm möglichst aus dem Weg zu gehen - bis jemand sie bdroht und Reece der Einzige ist, der ihr noch helfen kann.   Meine Meinung: Jennifer L. Armenstrout aka J.Lynn ist meine Queen! Mit 'Fall with me' hat sie mich wieder in ihre sexy New-Adult Storys gezogen.   Aus der Sicht von Roxanne 'Roxy' wird diese Geschichte erzählt und bringt die Gefühle von ihr deutlich zu Schau. Roxy ist ein ziemlich symphathischer Mensch jedoch ist sie auch reizbar. Das Ereignis das im Buch geschieht hat sie sehr geprägt. Jedoch gibt's es noch Reece, der auch nach dem schlimmen Ereignis hinter ihr steht und sie unterstützt. Reece ist das komplette Gegenteil von Roxy. Er weiß genau was er will und will dann dafür auch kämpfen.   Neben der romantischen Geschichte gibst es noch eine überraschend spannende - eine Art - Romantic-Thrill - Geschichte nebenbei. Der Leser selbst merkt schnell das Roxy in Gefahr schwebt, das bemerkt sie selber aber erst etwas später. Warum sie in Gefahr schwebt müsst ihr selber herausfinden.   In 'Fall with me' findet man bekannte Gesichter: Avery und Cam, die immer noch süß harmonieren, Tess und Jase, Brit und Ollie und natürlich Calla und Jax. Alle Charaktere sind auf ihrem richtigen Platz und sind immer noch toll wie in den Büchern die davor erschienen sind.   Das Cover finde ich klasse! Es stellt zwei Meschen dar die sich fast küssen und es soll wie ich denke Roxy & Reece darstellen wobei man die männliche Coverperson kaum sieht. Jedoch sieht man auf dem amerikanischen Cover ein Pärchen das die beiden Protagonisten darstellen soll. Zur Amerikanischen Aufmachung einmal hier klicken.   Der Schreibstil war wie immer sehr locker und lässt sich flüssig und schnell lesen, was man bei J. Lynn nicht anders zu erwarten hat. Ihr Schreibstil ist so leicht, halbwegs noch jugendtauglich und dazu ist er so humorvoll.   Fazit: J. Lynn verzaubert wie immer einfach jeden Leser ihrer Bücher. 'Fall with me' ist eine tolle Unterhaltung für aufregende Lesestunden. Bei Roxy und Reece (auch bei allen anderen Paaren) stimmt einfach die Chemie. Ihre Liebesgeschichte ist sehr spannend, gefühlsvoll und ein bisschen dramatisch jedoch auch sehr hinreißend. Von mir ist es wie jedes andere Buch von ihr eine Empfehlung an alle #newadultopfer.   erhält 5 von 5 Äffchen   Vielen Dank an den Piper-Verlag für die BEreitstellung des Rezensionexemplares!

Folgeband
Victoria am 18.09.2015

Liebe Miri, wir freuen uns, dass dir "Fall with Me" so gut gefallen hat. Der Folgeband wird voraussichtlich am 1. Februar 2016 erscheinen. Liebe Grüße Victoria vom Piper Verlag

Fall whit me
Miri am 17.09.2015

Hab das Buch gelesen. Super super super! Gibt es ne Fortsetzung bitte bittey

Absolutes Must-Read!
colette am 14.06.2015

Worum gehts?   Roxy schwärmt seit ihrer Jugend für Reece. Jahrelang waren beide nur gute Freunde und mehr ist nie zwischen ihnen passiert. Bis vor elf Monaten eine Nacht alles zwischen den beiden veränderte! Reece bereut die Nacht mit seiner Freundin aus Kindheitstagen und seitdem gehen sich Roxy und Reece aus dem Weg. Besonders Roxy leidet sehr unter der Situation! Als eines Tages ein alter Bekannter auftaucht und mit Roxy reden will, ist Reece es, der den Kontakt zu Roxy wiederherstellt...     Meinung   J.Lynn ist momentan neben Samantha Young einfach meine absolute Lieblingsautorin! Nachdem ich vor wenigen Tagen den vierten Band der Wait for You-Reihe gelesen habe musste ich nun auch schnell den mittlerweile fünften Band lesen und ich habe auch diesen Band fast inhaliert! Der Schreibstil ist relativ locker und flüssig geschrieben, sodass man der Geschichte spannend folgt. In diesem Buch steht die junge Roxy im Vordergrund. Sie kennen wir bereits als Nebenfigur aus "Stay with Me"Mit Roxy haben wir hier eine erwachsenere (sie ist 22) Protagonistin, als in den Bänden zuvor. Überhaupt ist die ganze Geschichte viel erwachsener und behandelt so auch Themen die vor allem Erwachsene betreffen ...Reece ist schon wie die ganzen anderen Jungs von J.Lynn wiedermal ein Traummann! Er ist süß, freundlich zu allen, kümmert sich liebevoll um seine Traumfrau und sieht zudem noch verdammt gut aus! Mal ehrlich, welche Frau würde sich einen solchen Freund nicht wünschen?? ;-) Die Liebesgeschichte von Roxy und Reece wurde ja schon in "Stay with Me" etwas angedeutet und nun erleben wir hier auch ihre Lovestory hautnah! Und ich sag's euch, ihr dürft diese Geschichte nicht verpassen! Sie ist sooo schön! Ich hab das Buch ja an einem Tag regelrecht verschlungen!! Neben der Liebesgeschichte gibt's auch noch ein paar Krimi Elemente. Und es gibt ein Wiedersehen mit Avery, Tess & Calla sowie deren Männer ! So erfährt man ganz nebenbei was sie bei denen so tut :)     Fazit   Für Fans von wunderschönen & mireißenden Liebesgeschichte ein wirkliches Highlight!Fans von J.Lynn müssen das Buch sowieso lesen! :-)Bin schon jetzt sehr gespannt auf den 6.Teil!5 von 5 Sternchen!!!!

Ein Buch, dass man liebt und nie wieder hergibt
Blonderschatten's Welt der Bücher am 31.05.2015

Cover:   Die Cover der Reihe finde ich ausnahmslos schön und doch finde ich jedes neue Cover noch einen Deut besser. Augen sagen viel aus, in ihnen kann man Gefühle lesen, dass ist hier allerdings gar nicht nötig. Die Lippen der Frau schimmern in einem schönen Himbeer-Rosa und zeigen ein lustvolles Lächeln, während die Lippen des Mannes voller Zuneigung mit den anderen verschmelzen möchte.     Meinung:   Roxy wollte ihren besten Freund Charlie verteidigen und hat so, im wahrsten Sinne des Wortes, einen Stein zum Rollen gebracht, der sie sechs Jahre lang verfolgt. Die Rückblicke auf das Geschehnis und ebenso die Auswirkungen dessen auf die Zukunft, die Roxy jeden Freitag vor Augen hat, haben mich sehr berührt. Wie schnell das Leben vorbei sein kann, wird dem Leser auf traurige Weise vor Augen geführt. Selbst Dinge, die nicht als Waffe erscheinen, können einen starken Einfluss ausüben. Manchmal scheint der Tod der bessere Weg zu sein. Es ist schwer jemanden zu verlieren den man liebt, aber noch schwieriger mit anzusehen, wie dieser über Jahre ein Schatten seiner selbst ist. Charlies Eltern haben ich in dem Buch zwar nicht kennen gelernt, doch meine Meinung zu ihnen ist nicht sehr hoch. Gerade als ihr Sohn sie am meisten braucht, schotten sie sich von ihm ab und vermitteln so den Außenstehenden, dass sie sich für ihn schämen. Bemerkenswert ist es da, dass die 22-jährige Roxy mehr Verantwortungsbewusstsein zeigt, als die eigene Familie. Auch die Entscheidung dieser, den Verantwortlichen für Charlies Zustand in seine nähe zu lassen, fand ich untragbar. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Menschen wie Charlie zwar nicht mehr auf viele Reize reagieren (können), jedoch sehr viel wahrnehmen - sowohl positives als auch negatives.   Trotzdem konnte ich unmöglich mit dieser Lüge weiterleben, obwohl ich bezweifel, dass Reece den Unterschied merken würde. Das wäre falsch und feige gewesen, und ich besaß schließlich ein Rückgrat. Ich musste es nur erst finden.   Mit Reece hatte Roxy einen tollen Freund an ihrer Seite, bis eine Nacht zwischen ihnen alles geändert hat. Lügen ist für Reece ein schwer zu verzeihender Fehler, doch hätte ich wahrscheinlich nicht anders reagiert als Roxy. Sie war verletzt und viel Interpretationsspielraum hat seine Äußerung vor elf Monaten auch nicht gelassen. Das sich die beiden nach einigen Reibereien dann doch wieder annähern hat mich gefreut, denn eins ist offensichtlich, zusammen sind sie ein tolles Team.   >>[...] Das war sehr aufmerksam von dir.<< >>So bin ich nun mal, Mr. Aufmerksam.<< >>Aber auch Mr. Arrogant.<< >>Ich nenne das einen runder Charakter.<< Ich schnaubte wenig damenhaft. >>Träum weiter.<<   Die Vorkommnisse in Roxys Haus waren sehr gut dargestellt. Als Leser war mir bewusst, dass nicht sie für die kleinen Unstimmigkeiten verantwortlich war, während sie ihre vermeintlichen Handlungen angezweifelt hat. Das sie sogar die Vermutung anstellt, dass ein Geist bei ihr im Haus sein Unwesen treibt fand ich süß und hat gut zu ihren Wesenszügen gepasst ohne sie verrückt wirken zu lassen. Ebenso der Wendepunkt zwischen den ungewöhnlichen, Angst einflößenden aber noch harmlosen Dingen die im Haus vor sich gehen zu dem Part, dass der Eindringling zur Gefahr wird, wurde eindrucksvoll veranschaulicht. Während für den Leser schon zu Beginn der Geschichte klar wird, wie es der Unbekannte immer wieder unbemerkt ins Roxys Haus schafft, stehen die Charaktere hier relativ lange auf dem Schlauch. Dies hat die Spannung jedoch nicht abebben lassen, denn so wusste ich, im Gegensatz zu den Charakteren, dass selbst die Sicherheitsmaßnahmen nichts bringen und Roxy so schnell nicht in Sicherheit sein würde. Mit jeder Menge Gänsehaut habe ich mit Roxy gefürchtet und gelitten.   Roxys Einstellung zu Henry kann ich ihr wirklich nicht verübeln. Doch in der Wut und dem Hass, der sich seit dem Zeitpunkt vor sechs Jahren in ihr ausgebreitet hat, sind ihr viele Sachen nur noch schleierhaft in Erinnerung. Ohne Henrys Verhalten rechtfertigen zu wollen, hat er damals seiner Wut freien Lauf gelassen und selbst Roxy hat hier mehrfach erfahren, wie leicht man außer Kontrolle geraten kann. Das ein Stein so großen Schaden anrichtet, dass vermutet keiner. Es war ein Schock für alle Beteiligten und am meisten darunter zu leiden hatte Charlie. Henry will nicht, dass ihm verziehen wird. Er möchte mit sich selbst ins reine kommen und Wiedergutmachung leisten. Genau so wenig wie Henry es erwartet, dass ihm seine Tat verziehen wird, so wenig erwarte ich von Roxy, dass sie ihm verzeihen kann. Auch Henry hat seit damals viel verloren und ein Fehler - so schwer er auch wiegen mag -macht einem noch nicht zu einem schlechten Menschen.   Wer ist der Eindringling, der für Roxy zu einer immer größeren Gefahr wird? Ist es, wie sie, vermutet Henry? Vielleicht auch der gekränkte Dean? Der Nachbar, dem sie lange keine Beachtung geschenkt hat? Oder vielleicht jemand doch ganz anderes?   Charaktere:   Roxy wird von Schuldgefühlen geplagt. Sie kann ein normales Leben führen, während ihr bester Freund nur noch der Schatten seiner selbst ist. Um Charlie am Leben zu erhalten, beginnt sie seine Träume zu leben und ihr eigenes Glück zu vernachlässigen. Erst mit Reece scheint wieder Glück Einzug in ihr Leben zu nehmen, wäre da nicht die Gefahr die sie ständig in ihrem Haus heimsucht.   Reece musste in seinem Leben schon oft schwere Entscheidungen treffen die ihm auch im Nachhinein schlaflose Nächte bereiten. Als Polizist trägt er jede Menge Verantwortung und veranschaulicht damit einen eindrucksvollen Wesenszug, Anderen, unter Einsatz des eigenen Lebens, zu helfen. Roxy bedeutet ihm viel, doch liegt es gleichzeitig an ihm um seine Liebe zu kämpfen und sie vor einem unbekanntem Feind zu schützen.     Schreibstil:   Die Bücher von J. Lynn sind einmalig. Jedes Buch ist etwas besonders, welches ich nie wieder hergeben würde und immer wenn ich denke, dass kann selbst die Autorin nicht mehr toppen, erscheint ein weiteres Werk von ihr, was eben dies schafft. Roxy und Reece habe ich in dem Buch schnell lieb gewonnen. Die Autorin verleiht ihren Charakteren Ecken und Kanten, die sie gerade so liebenswert erscheinen lassen. Der 6. Band lässt zwar noch etwas auf sich warten, aber die Vorfreude ist groß =3

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