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Die Perserinnen

Sanam Mahloudji
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Roman

Hardcover (24,00 €) E-Book (19,99 €)
€ 24,00 inkl. MwSt. Erscheint am: 31.05.2024 In den Warenkorb
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Die Perserinnen — Inhalt

Flucht aus dem Iran und der Kampf um Identität und Anerkennung

Seit 1979, mit dem Sturz des Schahs, sind die Töchter der hochgestellten iranischen Familie Valiat im amerikanischen Exil. Nur ihre Mutter, die noch immer Heimat, Tradition und Stolz verkörpert, blieb damals in Iran. Als bei dem alljährlichen Familientreffen in Aspen die Dinge aus dem Ruder laufen und die exaltierte Shirin erst gegen Kaution wieder aus der Arrestzelle entlassen wird, verändert sich etwas in den Frauen, jede muss sich schmerzlichen Fragen stellen: Wie sie zu ihren persischen Wurzeln steht. Und wer sie in Zukunft sein will. Die Exil-Iranerin Sanam Mahloudji legt ihren ersten Roman vor. Elegant, politisch, voller absurder Komik erzählt sie eine außergewöhnliche Familiengeschichte, die internationales Aufsehen erregen wird.

€ 24,00 [D], € 24,70 [A]
Erscheint am 31.05.2024
Übersetzt von: Katharina Martl
352 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
EAN 978-3-492-07226-7
Download Cover
€ 19,99 [D], € 19,99 [A]
Erscheint am 31.05.2024
Übersetzt von: Katharina Martl
352 Seiten, WMePub
EAN 978-3-492-60688-2
Download Cover
Sanam Mahloudji

Über Sanam Mahloudji

Biografie

Sanam Mahloudji wurde 1977 in Teheran geboren und wuchs in Los Angeles auf, nachdem sie mit ihrer Familie während der iranischen Revolution in die USA geflohen war. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in London. Bevor sie sich dem Schreiben zuwandte, arbeitete Sanam Mahloudji als Juristin...

Zu den Hintergründen des Romans

Der Titel Die Perserinnen ist mit einem leichten Augenzwinkern gewählt. Denn der Roman entspricht nicht unbedingt den gängigen Erwartungen an eine iranische Familiensaga. Weder geht es in meinem Text um die Revolution – zumindest nicht im eigentlichen Sinne –, noch um Safran, Granatäpfel oder persische Poesie.

Vielmehr erzähle ich einfach von fünf Menschen aus einer früher einmal bedeutenden iranischen Familie. Von Frauen aus drei Generationen. Nachdem ein Skandal um eine dieser Frauen die Familie in eine existentielle Krise stürzt, stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll. Wie erzählt man eine Geschichte, die vielleicht gar nicht erzählt werden will, und deren Hüterinnen sich mit dem Ende einer Dynastie und Ära konfrontiert sehen?

Kreuz und quer durch Raum und Zeit, in die Jahre 1941 bis 2006, nach Teheran, Los Angeles, New York und Aspen, entführt der aus fünf Perspektiven erzählte Text seine Leser. Sie finden sich in Waxingstudios wieder, in Vorstadtvillen, auf Underground-Techno-Partys und in einem noblen Skigebiet, werden Zeugen einer Liebesgeschichte, einer Coming-of-age-Story, eines Generationenkonflikts, lesen eine Persiflage auf die reiche Gesellschaft, einen Abgesang auf eine Lebensart, eine Sinnsuche – und allem voran eine Familiengeschichte. Selbstinszenierung und Schmerz liegen in diesem Roman stets nah beieinander – er ist witzig, spitz, ernst, schlau, traurig, radikal, intim, lebensnah und herzzerreißend. Bei allem literarischen Anspruch scheut sich Die Perserinnen nicht davor, seine Leser zum Lachen zu bringen und leiden zu lassen. 

Am Anfang stand die Lektüre einer Erzählung in einem Literaturmagazin, in der sich Amerikaner arabischer Herkunft auf verschiedenste amüsante Arten daneben benahmen. Sie tranken, nahmen Drogen und begingen Verbrechen. Trotz meines eigenen Hintergrunds hatte ich noch nie über iranische Figuren geschrieben, und mir wurde bewusst, dass daran auch eine tradierte und unhinterfragte Vorstellung schuld war, was iranische Geschichten ausmachte – nämlich Granatäpfel, prächtige Gärten und exotische Gewürze. Die Erzählung ermutigte mich, iranische Figuren so zu konzipieren, wie ich sie schreiben und lesen wollte. Und ich wollte zeigen, dass man Menschen kritisch sehen und trotzdem lieben kann. 

Ich schrieb eine eigene Kurzgeschichte, „Auntie Shirin“, die schließlich zum ersten Kapitel meines Romans wurde. Shirin als Figur ging mir sehr leicht von der Hand. Sie ist eine dieser lauten, extravaganten, mitunter schwierigen Frauen, die jede Situation an sich reißen. Von Anfang an hatte ich eine Stimme und ein Bild im Kopf. Shirin ist wütend, hat zu allem eine Meinung und keine Hemmungen, sie auch zu äußern Die Erzählung entstand, kurz nachdem Trump zum Präsidenten gewählt worden war. Ich hatte eine riesige Wut auf Amerika und fragte mich, was das Schlimmste war, was einer Person wie Shirin zustoßen konnte.

Welches Ereignis hätte das Potenzial, sie und die Menschen um sie herum für immer zu verändern? Die übrigen Figuren entstanden dann um diesen Zwischenfall herum. Außerdem spukte da noch das Bild einer Frau mit Sonnenbrille in meinem Kopf herum, die ihre Kinder mit dem Cabrio von der Schule abholt und auf dem Rücksitz zwängt. Sie war eine Version meiner Großmutter, die vielleicht das Leben führte, das ich mir für sie gewünscht hätte. So entstand Elizabeth. 

Eine Zeitlang bezweifelte ich, ob ich, die ich mich nicht gerade für eine authentische Iranerin hielt, überhaupt ein Buch über Iraner schreiben konnte. Diese Unsicherheit machte mich nur noch wütender. Schließlich lag es nur am soziopolitischen und von mir unbeeinflussbaren Weltgeschehen, dass ich mich so von meiner Vergangenheit und Geschichte entfremdet hatte. 2017 zog ich mit meiner Familie nach London, und ich glaube, das verschaffte mir die nötige physische und emotionale Distanz, um dieses Buch schreiben zu können. Damals begriff ich, dass ich genau wie die Millionen von anderen Menschen bin, die tausende Kilometer und Generationen von ihrer Vergangenheit getrennt sind – und dennoch Geschichten ihrer Herkunft konstruieren. Diese Konstrukte sind wichtig. Sie sind es wert, erzählt zu werden.

Eine Mischung aus historischen Tatsachen, Fantasien, einem kosmischen Gefühl, zusammengesetzt aus aufgeschnappten, halb verstandenen Geschichten – daraus setzt sich unsere Vergangenheit zusammen, und die Geschichten, die wir weitertragen. Bita ist der Typ Iranerin, als den ich mich selbst sehe. In ihr habe ich meine Angst davor, nicht authentisch genug zu sein, hinterfragt. Vielleicht habe ich durch sie sogar mit meinen Zweifeln Frieden geschlossen. Ich weiß nur, dass das Schreiben des Romans mich mir selbst nähergebracht hat. Ich kann den Iran genauso wenig in mich hineinimplementieren, wie ich die USA aus mir herausschneiden kann.   

Weil Die Perserinnen ein Familiendrama ist, liegt es natürlich nahe, auch über meine eigene Familie zu sprechen. Gleichzeitig will ich nicht zu viel von mir selbst in die Diskussion um dieses Buch einbringen – denn obwohl mir diese Figuren alle sehr ans Herz gewachsen sind, sind sie nicht meine echte Familie. Der Roman erzählt eine fiktive Geschichte. Wie so viele Familien, die große Umwälzungen erleben mussten, spricht auch meine nur wenig über ihre Vergangenheit.

Das spezifische Leid meiner Familie lässt sich für mich nur schwer fiktionalisieren. Und obwohl auch uns die Revolution auseinandergerissen hat, bin ich selbst nicht mit einem Koffer voll faszinierender Geschichten aufgewachsen. Besonders auf die wirklich belastenden fehlt mir der Zugriff. Und doch habe ich etwas geerbt. Die Herausforderung bestand darin herauszufinden, was. Welche Geschichten will ich erzählen, weil ich so bin wie ich bin und weil ich herkomme, wo ich herkomme? Warum habe ich Heimweh nach einem Ort, an den ich mich gar nicht erinnere? Warum wäre ich bereit, so gut wie alles aufzugeben, um dorthin zurückzukehren? 

Diesen Text im Herbst 2022, während der größten Aufstände im Iran seit der Revolution von 1979, zu überarbeiten, war eine überaus emotionale Erfahrung, und obwohl ich keinen Roman über die Revolution geschrieben habe, kann ich ihr wohl doch nicht entkommen. 

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