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Die kleine SouvenirverkäuferinDie kleine Souvenirverkäuferin

Die kleine Souvenirverkäuferin

Roman

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Die kleine Souvenirverkäuferin — Inhalt

Kann man sich verlieben, wenn einen Welten trennen? Und warum kann man sich manchmal nicht lieben, wenn doch alles zu passen scheint? Könnte es Julien doch nur gelingen, Cleas Gefühle zu erwidern. Gemeinsam arbeiten die beiden Ärzte daran, den Ausbruch einer Epidemie in Hanoi zu verhindern. Aber obwohl sie das perfekte Paar wären, muss Julien immerzu an eine junge Vietnamesin denken, der er manchmal am See des zurückgegebenen Schwertes begegnet …

€ 11,00 [D], € 11,40 [A]
Erschienen am 16.07.2013
Übersetzer: Ralf Pannowitsch
320 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-30293-7
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 18.04.2012
Übersetzer: Ralf Pannowitsch
320 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-95518-8

Leseprobe zu »Die kleine Souvenirverkäuferin«

Schon in den ersten Unterrichtsstunden hatte Julien diesen Hauch von Spannung zwischen Hoa – Blume auf Vietnamesisch – und sich gespürt. Immerhin waren sie zwei junge Menschen, die ganz nahe beieinander an dem großen Tisch mit den geschnitzten Drachenfüßen saßen, ganz allein in diesem weiträumigen, von Fluren und Treppenhäusern durchzogenen Haus. Es wäre so einfach gewesen, seine Hand auf die der jungen Frau zu legen. Und wenn ihre Köpfe einander nahe kamen, weil sich beide über das Heft beugten, um Juliens Rechtschreibfehler zu korrigieren, hätte er [...]

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Schon in den ersten Unterrichtsstunden hatte Julien diesen Hauch von Spannung zwischen Hoa – Blume auf Vietnamesisch – und sich gespürt. Immerhin waren sie zwei junge Menschen, die ganz nahe beieinander an dem großen Tisch mit den geschnitzten Drachenfüßen saßen, ganz allein in diesem weiträumigen, von Fluren und Treppenhäusern durchzogenen Haus. Es wäre so einfach gewesen, seine Hand auf die der jungen Frau zu legen. Und wenn ihre Köpfe einander nahe kamen, weil sich beide über das Heft beugten, um Juliens Rechtschreibfehler zu korrigieren, hätte er sich ihr zuwenden und sie küssen können. Um ein wenig Distanz zu schaffen, nannte er sie innerlich Mademoiselle Fleur, wie um ihr in ihrer Rolle als Lehrerin mehr Strenge zu verleihen. Sie kam ihm dabei durch eine gewisse Steifheit entgegen.
»Màu Xanh!«, sagte sie mit strenger Stimme.
»Grün?«
»Ja«, sagte sie.
»Aber heißt Màu Xanh nicht eigentlich blau?«
»Das auch«, meinte sie leicht verlegen, als hätte Julien gerade den Finger auf eine Unzulänglichkeit ihrer Muttersprache gelegt.
»Also haben Sie das gleiche Wort für Grün und Blau – aber es sind doch zwei verschiedene Farben!«
»Das ist nicht so einfach …«
Ein Satz, den er seit seiner Ankunft in Hanoi oft gehört hatte. Sobald man dachte, man hätte etwas begriffen, stellte man gleich wieder fest, dass es nicht so einfach war.
»Wenn man ›blau‹ sagen will, sagt man zum Beispiel Màu Xanh tròi … tròi wie der Himmel. Und das bedeutet dann ›himmelblau‹«, erklärte Mademoiselle Fleur in einem Ton, der keine Widerrede zuließ.
»Ach so«, sagte Julien und notierte sich den Ausdruck sorgfältig in seinem Schulheft.
Wie viele junge Menschen, die in ein anderes Land kommen, hatte er die besten Absichten, dessen Bewohner zu verstehen und natürlich auch die Landessprache zu lernen. Aber auch das war nicht so einfach: Nach ein paar Dutzend Unterrichtsstunden glaubten Sie, Fortschritte gemacht zu haben, aber dann mussten Sie feststellen, dass abgesehen vom Lehrer oder vielleicht noch Ihrer Freundin kein Mensch Ihr Vietnamesisch verstand … Übrigens hatte Julien keine vietnamesische Freundin, denn es wäre ihm ein bisschen schamlos und banal vorgekommen, ein Land auf diese Weise zu entdecken, und überhaupt wäre es ihm niemals eingefallen, ein Abenteuer mit einer jungen Frau zu wagen, in die er sich nicht vorher verliebt hatte. Das war eine romantische Sichtweise, die er für sich behielt, denn er glaubte, sich damit lächerlich zu machen.
Ihm war dabei nicht bewusst, dass er anziehend genug war, um auf diesem Gebiet alles andere als lächerlich zu wirken, und dass seine ungewöhnliche Ernsthaftigkeit ihn im Gegenteil noch attraktiver gemacht hätte.
Und so unternahm er nichts, was die unsichtbare Mauer zwischen Mademoiselle Fleur und ihm hätte einreißen können. Er spürte, dass auch sie auf die große Liebe wartete, und die fände sie nicht bei ihm, einem Mann aus dem Westen, der in einer Familie, in der die Töchter auf die Universität gingen, nicht willkommen gewesen wäre. Wenn sie jetzt übereinander hergefallen wären, hätte das nur geheißen, dass sie der Heißblütigkeit der Jugend nachgegeben hätten und der Wärme dieser schwülen Nachmittage, an denen sich die Gewitterwolken über Hanoi zusammenschoben, ohne sich je zu entladen.
Der Unterricht ging weiter – er versuchte, den Unterschied zwischen tŕăng, der Farbe Weiß, und trăng, dem Mond, herauszuhören. Wie bei jedem Wort änderte eine winzige Verschiebung des Lautes die Bedeutung. Geschrieben sah man es durch die verschiedenen Akzente, aber beim Hören … Bei alledem gratulierte Julien sich trotzdem dazu, in dieser fremdartigen und wunderbaren Umgebung zu leben, die so ganz anders war als das Alltagsuniversum seiner Kindheit und Jugend. Während sich seine Kommilitonen gerade damit abmühten, in ihrer Provinzstadt eine Praxis aufzubauen oder eine Stelle im Krankenhaus zu finden, lernte er eine ungewöhnliche Fremdsprache mit einer jungen Frau, die seinen Freundinnen ganz unähnlich war, und das Ganze in einer ehemaligen Kaiserstadt, die noch die nostalgische Pracht der Kolonialzeit ausstrahlte und gleichzeitig zu einem der letzten Freilichtmuseen des Kommunismus geworden war. Das Leben begann interessant zu werden.

 

Das stimmte zwar alles, aber Julien wusste auch, dass er sich mit diesem Gedanken selbst tröstete. In Paris war seine Karriere als Arzt und Nachwuchswissenschaftler an jenem Tag beendet gewesen, als er sich geweigert hatte, »Ja« zu etwas zu sagen, was sein Chef von ihm verlangt hatte. Alle waren darüber erstaunt gewesen, denn Julien galt nicht gerade als halsstarriger junger Mann. Aber er war eben von einer Mutter erzogen worden, die Mathematiklehrerin gewesen war und ihm den Respekt vor der Wissenschaft beigebracht hatte, und von einem Vater, der als Richter gearbeitet und ihn die Achtung vor der Wahrheit gelehrt hatte. Und so war es für ihn indiskutabel gewesen, in einer Studie die Forschungsergebnisse ein wenig aufzuhübschen, selbst wenn sie keine so große Bedeutung hatte und in keiner internationalen Fachzeitschrift erscheinen sollte. Man hatte lediglich zeigen wollen, dass ein neuer gerinnungshemmender Wirkstoff weniger Nebenwirkungen hatte als die anderen, was allerdings nicht stimmte und nur nachgewiesen werden konnte, wenn man ein paar störende Fakten unter den Tisch fallen ließ. Der Pharmakonzern, der das neue Medikament herstellte, war ein wichtiger Geldgeber für die Forschung in Juliens Abteilung.
Natürlich war niemand laut geworden; sein Chef hatte gelächelt, als würde ihn die Dickköpfigkeit eines ansonsten sehr begabten jungen Mannes amüsieren, und er hatte den Artikel über die Studie einem anderen Mitarbeiter anvertraut. Aber ein paar Monate später war die Julien versprochene Stelle an den folgsameren Kollegen gegangen. Er hatte mit anderen Wissenschaftlern gesprochen, allesamt Konkurrenten seines Chefs, aber die hatten bereits ihre liebe Not damit, die eigenen Schüler unterzubringen.
Eine Universitätslaufbahn und damit auch die Forschung waren ihm also versperrt. Alles andere – sich als Arzt niederzulassen, für die Pharmaindustrie zu arbeiten oder sich mit einem Krankenhausposten ohne Forschungsaufgaben zu begnügen – wäre ihm wie eine Niederlage vorgekommen. Deshalb war er lieber zu neuen Ufern aufgebrochen, die ihn seine alten Vorhaben vergessen lassen würden: beispielsweise Botschaftsarzt.
Und so kam es, dass er an diesem Tag Mademoiselle Fleur zuhörte, deren Augen hinter der schrägen Lidfalte glänzten und die ihm gerade die phonetischen Feinheiten einer Sprache erklärte, die einem außerhalb ihres Heimatlandes absolut nichts nützte.

 

Hätte er sich mit Mademoiselle Fleurs Augen sehen können, dann hätte er einen ernsthaft wirkenden jungen Mann erblickt, der klare, beinahe unschuldig scheinende Augen hatte, was umso interessanter war, als diese aus einem länglichen, männlichen Gesicht herausschauten. Es war das Gesicht eines Sportlers oder jungen Offiziers, das gut zu seinem schlanken und muskulösen Körper passte, zu einem Körper, dem man allerdings anmerkte, dass er noch nie im Krieg gewesen war, sondern höchstens am späten Nachmittag mit anderen jungen Leuten aus den eigenen Kreisen Tennis gespielt hatte. Mademoiselle Fleur fühlte sich angezogen von diesem großen Körper, der ihrem Körper so nah war, und von seinem sanften Blick, aber zugleich spürte sie die weichherzige Freundlichkeit eines Mannes, der noch nie hatte kämpfen müssen und weit entfernt war von dem männlich-herben Revolutionärsideal ihres Landes, und in diesem Punkt kam ihr dieser junge Mann wie etwas sehr Fremdes vor in ihrer Welt.

 

Der Unterricht war zu Ende. Er begleitete Mademoiselle Fleur zwei Stockwerke hinab bis ins Erdgeschoss, wo sie ihr Fahrrad hinter dem Gitter am Eingang sicher abgestellt hatte. Das riesige Haus war von der Botschaft gemietet worden, um mehrere Mitarbeiter zu beherbergen, aber durch das unvorhersehbare Wechselspiel von Absagen und Ernennungen hatte Julien das Vergnügen, es allein zu bewohnen. Als sie den Salon im ersten Stock durchquerten, blieb Mademoiselle Fleur einen Augenblick vor dem riesigen Spiegel mit dem geschnitzten Rosenholzrahmen stehen – die Eigentümer des Hauses, eine Familie von Militärs, hatten eine Vorliebe für altmodisches Mobiliar –, um sich von Kopf bis Fuß zu betrachten. Julien hatte schon mitbekommen, dass Mademoiselle Fleur sich mit einer anderen Studentin und einer Mäuseschar ein kleines Zimmer teilte und dass sie wohl selten Gelegenheit bekam, sich ganz im Spiegel zu sehen. Sie zog ihre Jacke zurecht, die aus einer Art genopptem Kunstleder war, wie man es wohl nur in den früheren Ostblockstaaten herzustellen verstanden hatte. Dann warf sie mit einer raschen Kopfbewegung die Haare zurück und folgte Julien mit zufriedenem Blick. Sie war hübsch in ihrer Schlankheit und mit den schmalen Hand- und Fußgelenken, wie sie hier häufig waren – das Erbe von Hungerszeiten über viele Generationen hinweg in einem Reisdelta, das seine Bevölkerung noch nie ausreichend hatte ernähren können. Ganz zu schweigen von zwei Kriegen und zwanzig Jahren stalinistisch geprägter Wirtschaftspolitik, die das Land endgültig zugrunde gerichtet hatte und von der man sich gerade erst zu verabschieden begann, mit zehnjähriger Verspätung nach dem chinesischen Beispiel.
»Also dann, bis Montag!«
»Ja, bis Montag. Fahren Sie vorsichtig mit Ihrem Rad!«
»Ich bin das doch gewohnt«, sagte sie mit jenem Anflug von Stolz, der sie nie verließ.
Julien blickte ihr hinterher, wie sie in ganz aufrechter Haltung mit dem Rad davonflitzte. Ihre Haare flatterten im Wind, als sie durch die enge Passage fuhr, die zum See des Zurückgegebenen Schwertes führte. Er konnte ihren Stolz verstehen. Sie kam aus einer Kleinstadt im Delta, deren Namen er sich nicht merken konnte, und weil sie so eine gute Schülerin gewesen war, hatte sie an einer renommierten Universität der Hauptstadt französische Literatur studieren dürfen. Aber auch dies war bestimmt nicht immer so einfach.

 

Nun verließ auch Julien das Haus; gleich war es Zeit für seine Sprechstunde in der Botschaft. Er war der einzige Arzt für die Franzosen in Hanoi, für alle Ausgewanderten und Touristen. Diese Gemeinde war ein großes Dorf, und bei seiner Arbeit fühlte sich Julien oft an die Praxisvertretungen erinnert, die er früher gemacht hatte, nur dass seine Patienten hier im Schnitt jünger waren. Nach seinem kurzen Ausflug in die Forschung und der Arbeit in angesehenen Kliniken bereitete es ihm durchaus wieder Vergnügen, Menschen mit ganz normalen Krankheiten zu behandeln, Kinder mit Fieber zu untersuchen und ihre besorgten Mütter zu beruhigen.
An der Einmündung der Gasse in die breite Allee erwiderte die alte Dame, die dort den ganzen Tag auf ihrem Klappstuhl saß, kaum merklich seinen Gruß. Sie hatte einen kleinen, fahrbaren Verkaufsstand, an dem es Suppe, getrocknete Tintenfische und verschiedene Getränke, darunter eine unbekannte Sorte Mineralwasser in Glasflaschen, gab. Außerdem Zigaretten, die man bei ihr auch einzeln kaufen konnte. Auf Juliens vietnamesischen oder französischen Gruß hatte sie stets nur mit einem leichten Nicken geantwortet. Er war sich sicher, dass sie Französisch verstand; immerhin musste sie als Mädchen noch die Kolonialzeit erlebt haben. Aber vielleicht war ihr die kaum vergangene Epoche noch zu präsent, als es verboten war, das Wort an einen Ausländer zu richten, jedenfalls außerhalb behördlich genehmigter Geschäftsbeziehungen, bei denen ein Beamter vom Innenministerium zugegen sein musste. Zuerst hatte Julien gedacht, dass ihm die alte Dame misstraute, aber auch das war bestimmt nicht so einfach.

 

Er konnte zu Fuß in die Botschaft gehen, und für ihn war dieser Spaziergang einer der angenehmsten Momente des Tages. Zunächst musste er am See des Zurückgegebenen Schwertes entlanggehen, der das Herz der Stadt bildete. Mit einem Blick grüßte Julien stets die kleine, vom Zahn der Zeit angenagte Steinpagode, die aus dem Wasser emporragte wie der Glockenturm einer untergegangenen Kathedrale. Als Julien den See und seine friedlichen Ufer zum ersten Mal gesehen hatte, die bröckelnden Fassaden aus der Kolonialzeit, die ihn umgaben, den rosa gepflasterten Spazierweg, der sich unter dem Blätterdach der hundertjährigen Bäume dahinschlängelte, die vietnamesischen Familien, die sich in ihrem Schatten ausruhten – im Laufe der Zeit hatte er Flammenbäume, Akazien, Tamarinden, Seemandel- und Frangipanibäume zu erkennen gelernt –, da hatte er sich gesagt, dass er nirgendwo anders auf der Welt leben wollte.

 

Unter ihrem kegelförmigen Hut sah die junge Frau den französischen Arzt aus dem Haus treten und in die Ba-Trieu-Straße einbiegen. Er war ihr schon oft aufgefallen, wenn er am Ufer des Sees spazieren ging, und doch hatte sie es noch nie gewagt, sich ihm zu nähern, um ihm ihre Postkarten, Stadtpläne, T-Shirts mit der vietnamesischen Flagge oder Sonnenbrillen made in China anzubieten – all den Tinnef, den sie in einer großen schwarzen Kunstledertasche herumtrug und an die wenigen vorbeikommenden Touristen loszuwerden versuchte. Mit dieser Tasche war ihre Mutter zum Einkaufen auf den Markt gegangen – früher, als sie noch dazu imstande gewesen war. Inzwischen redete sie mit den Geistern und wachte mitten in der Nacht laut lachend auf. Man musste sie immer im Haus halten, damit sie den Nachbarn keine Beleidigungen entgegenschrie. Sie war verrückt geworden. Wahrscheinlich hatte ein Geist von ihr Besitz ergriffen, oder ein böser Windhauch hatte sie getroffen. Das wenige Geld, das die junge Frau an den Touristen verdiente, reichte gerade für die Zeremonien mit einem Wunderheiler oder einem buddhistischen Mönch. Bis jetzt hatten sie allerdings nicht das bewirkt, was die Familie sich so sehr erhoffte – wieder eine sanftmütige Mutter zu haben und eine liebende Ehefrau. Stattdessen stieß sie ihren Mann von sich, als wäre er ein Fremder.
Die junge Frau war erst zwanzig, aber das älteste Kind der Familie; ihr folgten eine fünfzehnjährige Schwester Liân, dann kam ihr Bruder Binh und dann noch zwei kleine Schwestern, alle noch zu jung, um etwas zum Lebensunterhalt beizutragen. Der Vater rackerte sich tagsüber im Kalkwerk ab, und abends kratzte er mit anderen die Kohlereste in den frisch entladenen Frachtkähnen am Fluss zusammen. Dieser Kohlengrus wurde mit Torf gemischt und getrocknet, und dann machten sie daraus Koksbällchen, die er noch vor Tagesanbruch weiterverkaufte, damit die Polizei nichts davon mitbekam, denn dieser kleine Handel war illegal.
Es war ihr aufgefallen, dass ihr Vater in letzter Zeit immer dünner und erschöpfter wurde. Heute musste sie unbedingt etwas verkaufen, denn die Familie hatte Schulden gemacht, um eine berühmte Wunderheilerin aus der Region Ba Vi bezahlen zu können. Ihre Mutter hatte auf dem Kopf einen Korb tragen müssen, in dem Räucherstäbchen brannten, die man zwischen die Opfergaben gesteckt hatte. Auch wenn der Erfolg dieser Zeremonie noch auf sich warten ließ, waren die Schulden schon zu lange unbeglichen; die Zinsen wuchsen, und mit ihnen täglich die Beunruhigung.
Aber der junge Arzt war kein Tourist. Sie wusste, dass er in der französischen Botschaft arbeitete. Irgendwie war es ihr peinlich, mit ihrer Ware auf ihn zuzugehen und an ihm Geld für Heilmethoden zu verdienen, die so weit entfernt waren von der Medizin der Leute aus dem Westen.
Wegen der Mutter hatten sie auch vietnamesische Ärzte konsultiert, die im Westen ausgebildet worden waren oder wenigstens doch in Russland, das ja gleich neben dem Westen lag, aber die kleinen Pillen, die man ihr verschrieb (zu einem zugegebenermaßen etwas niedrigeren Preis als die Behandlungen der Wunderheiler), hatten nichts anderes bewirkt, als dass sie ihre Mutter lethargisch machten. Sie schrie dann nicht mehr herum, schlief jedoch den ganzen Tag, und wenn sie einmal aufwachte, schien sie nichts mehr wiederzuerkennen und wandelte wie eine lebende Tote ums Haus herum, wobei sie die Spötteleien oder die Verwünschungen der Nachbarn auf sich zog.
Um die düsteren Gedanken zu vertreiben, setzte die junge Händlerin sich im Schatten einer Trauerweide auf eine Bank, stellte die Tasche, die ihr schwer zu werden begann, auf den Boden und nahm den kegelförmigen Hut ab (auf die Touristen hatte es immer eine günstige Wirkung, wenn sie das hübsche dreieckige Gesicht einer jungen Asiatin unter dem traditionellen Kegelhut sahen). Dann blickte sie auf den See und die Pagode. Sie schaute gern aufs Wasser, denn seine stille Oberfläche erinnerte sie an den See ihrer Heimatstadt, hundert Kilometer von Hanoi entfernt. Zur Zeit der Franzosen war das ein wichtiger Ort gewesen – mit großen Baumwollfabriken, einer Kathedrale und einem jahrhundertealten Ruf, gebildete Männer und Frauen von starkem Charakter hervorzubringen. Heute jedoch ließ man ihn links liegen, und so war er im schmerzlichen Schlummer der Armut versunken.
Durch die glorreiche Vergangenheit ihrer Stadt hatte die junge Frau allerdings einen christlichen zweiten Vornamen – Maria – und konnte lesen und schreiben, weil sie zwei Jahre auf eine Ordensschule gegangen war (nur dort nahm man Kinder aus den ärmsten Familien auf). Und hatte abends vor dem Einschlafen die Angewohnheit, die Jungfrau Maria um die Heilung ihrer Mutter zu bitten.

 

Der See geriet Julien aus dem Blickfeld, als er in die Avenue Ba Trieu einbog – die Straße der Dame Trieu, die vor ein paar Jahrhunderten, als sie so alt gewesen war wie Mademoiselle Fleur heute, vom Rücken eines Elefanten aus eine Armee befehligt hatte, um das Land von den chinesischen Besatzern zu befreien. Als ihre Truppen schließlich besiegt worden waren, hatte sie sich selbst getötet, um nicht lebend in Feindeshand zu fallen. Die meisten Straßen der Stadt trugen die Namen von Helden oder Generälen, die gegen das Reich der Mitte gekämpft hatten, den großen Nachbarn, der über Jahrhunderte hinweg immer wieder versucht hatte, das Land zu versklaven. Das Kriegerische, das davon zurückgeblieben war, spürte Julien noch im Blick von Mademoiselle Fleur, wenn er sie auf die Widersprüchlichkeiten in ihrer Sprache aufmerksam machte
Es war Mitte Dezember, und die letzten Wochen waren so angenehm wie selten gewesen – mit einem blauen Himmel und endlich etwas kühleren Nächten. Aber wie ein Feind, den man schon besiegt glaubte, unternahm die Hitze heute einen letzten unerwarteten Angriff, und obwohl die Sonne dunstverschleiert war, zwang sie Julien doch, in den Schatten der Bäume zu gehen, an denen überall Fahrräder lehnten. Die Straße war voll von jenen Leuten, deren Anblick ihm inzwischen vertraut war, ohne dass er sie deshalb verstanden hätte: auf den staubigen Gehwegen überall spielende Kinder, die ihn als einzige direkt ansahen und ihm ein wagemutiges Hello zuwarfen, Fahrradschlauchflicker mit ihren wassergefüllten Schüsseln, Verkaufsstände, die von einer ganzen Familie betrieben wurden, wobei die Großmutter auf ihrem Stuhl döste, die Mutter ihre Kunden bediente und der Hosenmatz in den Armen einer jugendlichen Tante lag. Außer in den alten Verwaltungsgebäuden war jetzt in jedem Haus ein Geschäft untergebracht, und all diese Läden waren auch so etwas wie zur Straße hin offene Wohnzimmer, aus denen man Julien nachschaute, denn er war einer der wenigen Ausländer in dieser Stadt. Im Vorübergehen hatte er manchmal das Wort bac si, Doktor, aufgeschnappt. Offenbar wussten also alle, wer er war, und das kam ihm nicht ungelegen. Ärzte genossen weltweit ein hohes Ansehen und erst recht in einem armen Land, in dem Bildung einen großen Stellenwert hatte. Auch die Polizisten des Viertels in ihrer zur Straße hin offenen Wache wussten es. Julien sah sie jeden Tag mit höchster Konzentration Dame spielen; die Mützen hatten sie neben das Spielbrett gelegt, und das lebhafte Treiben auf der Straße schien sie überhaupt nicht zu stören. Die ganze Allee ähnelte einem großen Dorf oder vielmehr einer Abfolge von kleinen Dorfplätzen, die Julien unter den nur scheinbar gleichgültigen Blicken der Einwohner überquerte.
Eine sehr schöne junge Frau im traditionellen Seidenkleid kam mit dem Rad aus einer Seitengasse geschossen und streifte ihn; auf dem Gepäckträger saß ein kleiner Junge in weißem Hemd und mit dem roten Halstuch der Pioniere. Sie lenkte ihr Gefährt geschickt über den Gehweg und wurde dann Teil des leisen Stroms der Radfahrer, wobei die Zipfel ihres Kleides im Wind flatterten – eine geflügelte Göttin, wie man sie auf einem Propagandaplakat hätte zeigen können. Ein betagter Vietnamese, der seine Wasserpfeife aus Bambus auf der Schwelle seines Hauses rauchte, hatte Juliens Blicke bemerkt und lächelte ihm zu.
Julien fühlte Verlegenheit in sich aufsteigen; er zeigte nicht gern, wie leicht entflammbar sein junges Herz war. Und doch lächelte er zurück.

 

Man musste kein Arzt sein, um zu erkennen, dass Schwester Marie-Angélique kurz davor zu sein schien, zu ihrem Schöpfer zurückzukehren.
Ihr kleiner, runder Kopf war ins Kissen eingesunken, graue Haare umgaben ihr Gesicht wie ein Glorienschein, und mit geschlossenen Augen sog sie mühsam den Sauerstoff ein, der ihr aus einer riesigen angerosteten Metallflasche mit kyrillischer Aufschrift in die Nasenlöcher strömte. Ein Schweißfilm glänzte auf ihrem Gesicht, sie schien zu schlafen; bei jedem Ausatmen hob sich ihre Oberlippe ein wenig und brachte einen leisen Pfeiflaut hervor, was die Patientin beinahe kindlich wirken ließ. Julien fragte sich, ob es nicht ihr letzter Schlaf war und ob hinter diesen schon so friedlichen Zügen noch ein Bewusstsein zuckte.
»Sie ist gestern Abend angekommen«, sagte Professor Ðăng in fast akzentfreiem Französisch.
Der Professor hatte seine Sprachkenntnisse vervollkommnet, als er ein junger Mann gewesen war und im Pariser Viertel Saint-Germain-des-Prés gelebt hatte. Seine Eltern, die aus begüterten französischsprachigen Familien stammten, waren nach der Niederlage der Franzosen und der Etablierung des kommunistischen Staates aus Hanoi geflüchtet und hatten sich in Saigon niedergelassen. Bald aber brodelte es zwischen dem von den Amerikanern unterstützten Regime in Saigon und dem vom Ostblock unterstützten Regime in Hanoi, und so hatten sie Ðă .ng zum Medizinstudium nach Paris geschickt, damit er dem drohenden Krieg entrinnen konnte. Verlorene Liebesmühe, denn kaum hatte der junge Ðă .ng seinen Doktor gemacht (es war die Zeit, als seine Kommilitonen im Quartier Latin Pflastersteine warfen), hatte er sich zum Entsetzen seiner Angehörigen der Partei von Onkel Ho und den Revolutionstruppen angeschlossen, den Erzfeinden seiner Eltern. Als Freiwilliger war er in den Dschungel gegangen, an den Ho-Chi-Minh-Pfad, und hatte dort im amerikanischen Bombenhagel Tag und Nacht verwundete Soldaten gepflegt, von denen die meisten am Ende aber trotzdem gestorben waren.
Ðă .ng wurde noch immer ganz wehmütig bei dem Gedanken an Frankreich, und vielleicht hatte er aus jenen Jahren auch die Gewohnheit beibehalten, seine inzwischen weißen Haare lang zu tragen, wodurch er eher einem Pariser Künstler ähnelte als einem Professor der Medizin.
»Ich freue mich, dass Sie gekommen sind«, sagte er lächelnd zu Julien.
Trotz des Hierarchiegefälles, des großen Altersunterschieds und der politischen Differenzen, die sie hätten trennen können (immerhin war Professor Ðă .ng Chefarzt im größten
Krankenhaus der Stadt und damit zwangsläufig auch hoher Parteifunktionär), machte es ihm stets Vergnügen, Julien zu sehen. Nach einem seiner Besuche hatte er ihn sogar in die Krankenhauskantine eingeladen – ein außerordentliches Ereignis, das alle Gespräche des Personals hatte verstummen lassen, als sie den Raum betreten hatten. Aber heute war Julien im Dienst; man hatte ihn in seiner Eigenschaft als Botschaftsarzt gerufen, und begleitet wurde er vom Gesundheitsattaché Brunet, der ebenfalls Arzt war und eine Laufbahn beim Militär hinter sich hatte. Brunet, ein kräftiger Kerl, wirkte noch benebelt von seiner üblichen nächtlichen Sauftour.
Schwester Marie-Angélique war Französin und in Vietnam nur zu Besuch. Julien studierte gerade auf der Tafel über dem Bett, welche Medikamente man ihr mit der Infusion verabreichte, als sich die Augen der Schwester plötzlich öffneten. Sie waren so blau wie der Himmel in der Normandie. Als sie Julien und Brunet sah, lächelte sie.
»Wie nett … von Ihnen«, flüsterte sie.
»Machen Sie sich keine Sorgen, Schwester«, sagte Brunet mit fester Stimme und beugte sich zu ihr hinunter. »Wir werden uns um Sie kümmern!«
Brunets militärische Vergangenheit ließ sich durch seine Mischung aus Steifheit und Vertraulichkeit nicht verleugnen. Er war bekannt für sein Interesse am Nachtleben der Stadt, das allerdings nicht sehr abwechslungsreich war. Geschützt von seinem Diplomatenpass, stürzte er sich ins Abenteuer, und dem Botschafter wurde jedes Mal übel, wenn ihm zu Ohren kam, welche neuen Eskapaden sich sein Mitarbeiter in den finsteren Gassen geleistet hatte.
»Können wir bitte mal die Röntgenbilder sehen?«, fragte Julien.
»Selbstverständlich«, erwiderte Ðăng.
Und mit einer einzigen Geste setzte er die Wachschwester, die bisher reglos wie eine Statue dagestanden hatte, in Bewegung. Ihre Haare steckten unter einer altmodischen Schwesternhaube. Mit ihrer langen bleichen Hand zog sie die Röntgenaufnahmen aus der Krankenakte. Julien tat nun das, wovon man an allen medizinischen Fakultäten der Welt ausdrücklich abrät: Er hielt die Bilder vor das Fenster, um sie sich anzusehen. Durch die hellen Zonen, die von Schwester Marie-Angéliques dünnen Rippen und von ihren kindlichen Schulterblättern gebildet wurden, sah er das Blattwerk eines Frangipanibaumes und den grau gewordenen Himmel. Aber man brauchte kein gutes Licht, um festzustellen, wie schlimm es um sie stand: Die Lungen sahen wie mit Wolken verhangen aus, und stellenweise waren sie genauso weiß wie die Rippen. Die Schwester würde schon bald ein Beatmungsgerät brauchen, und hier hatte man nur die Wahl zwischen einer Maschine aus sowjetischen Zeiten und einer etwas neueren aus China. Es sei denn, sie hatten damals eine großzügige Spende aus der DDR bekommen, dem einstigen Bruderland, das in der Qualität seiner Fabrikate unübertroffen war.
»Wir lassen sie ausfliegen«, sagte Brunet. »Sie muss auf eine technisch besser ausgestattete Intensivstation.«ng blickten sich an; sie waren beide betroffen über Brunets undiplomatische Art. Julien wusste, dass Professor Ðă .ng sie nicht nur hatte kommen lassen, weil es der offizielle Weg war, sondern auch, weil er nicht wollte, dass eine französische Nonne in einem vietnamesischen Krankenhaus starb. Ihm war vollkommen klar, dass sie in ihrem Zustand rasch ein Beatmungsgerät brauchte und dass er weder über die besten Apparate verfügte noch über Reanimationsteams wie ein reiches Krankenhaus im Westen. Und anders als manche seiner Kollegen behauptete er auch nicht, dass nichts auf der Welt dem glorreichen vietnamesischen Gesundheitssystem gleichkomme. Gerade deshalb aber hätte der Professor ein wenig mehr Rücksichtnahme verdient gehabt und nicht die Grobheit eines Brunet, der Ðă .ngs Einschätzung der Lage oder die Qualität seiner Klinik öffentlich anzuzweifeln schien. Julien und Ðă
Julien las die Wirkung der Worte Brunets auf den Gesichtern der Wachschwester und Doktor Minhs, des jungen bebrillten Arztes, der gerade mit hinzugekommen war.
Steif wie ein Soldat und in abgehacktem Englisch resümierte Doktor Minh die Ergebnisse der klinischen Untersuchung – Fieber, ratternde und röchelnde Töne bei der Auskultation – und die bisherige Behandlung. Man hatte vor allem Antibiotika und Kortikoide eingesetzt, die offenbar aber nicht angeschlagen hatten. Die bakteriologischen Untersuchungen hatten bislang nichts erbracht, und das Blutbild sprach für eine Virusinfektion. Die Schwester war aus einem kleinen Hotel in der Innenstadt hierhergebracht worden, aber sie hatte gerade eine Reise in den Norden hinter sich. Dort hatte sie ein Waisenhaus besucht, das von vietnamesischen Ordensgenossinnen geführt wurde, denn die Mitglieder ihrer Kongregation gab es auf der ganzen Welt.
»Sie hat halt eine schwere Grippe«, sagte Brunet.
Jedes Jahr starben auf der Welt tatsächlich Millionen Menschen an Grippe. Aber meistens erlagen sie nicht dem Virus selbst, sondern der zusätzlichen Infektion durch einen banalen Krankheitskeim, der ihrem geschwächten Organismus den Rest gab. Schwester Marie-Angéliques Lunge sah allerdings nicht so aus, als habe sie ein banaler Keim befallen.
Plötzlich durchfuhr Julien eine beunruhigende Idee.
»Falls dies keine bakterielle Sekundärinfektion ist …«, sagte er.
Er fing Ðă .ngs Blick auf und spürte, dass der Professor im selben Moment dasselbe gedacht hatte.
»… sondern die Auswirkungen des Virus selbst sind, sollten wir die Patientin vielleicht isolieren?«
»Isolieren?«, fragte Brunet, dessen breite Hand noch immer auf der zerbrechlichen Schulter der Schwester ruhte.

François Lelord

Über François Lelord

Biografie

François Lelord, geboren 1953, studierte Medizin und Psychologie und wurde Psychiater, schloss jedoch seine Praxis, um sich und seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten. Er lebt in Paris und Bangkok.

Medien zu »Die kleine Souvenirverkäuferin«


Pressestimmen

Neues Deutschland

»Der französische Autor hat hier zugleich eine neue Qualität seines Schaffens erreicht, denn er erzählt nicht nur vom Zauber einer zarten Liebe, sondern auch von den Rätseln eines fernen Landes: Vietnam.«

Bücherschau

»Zeitgeschichtlich interessant und lesenswert!«

Emotion

»Eine ebenso zarte wie klug erzählte Romanze – und eine Liebeserklärung an Lelords exotische Wahlheimat.«

Frau im Spiegel

»Ein liebevoll-kritischer Blick auf Lelords Wahlheimat.«

Recklinghäuser Zeitung

»Dieser Roman ist eine Liebeserklärung Lelords an das Land seines Herzens, einfühlsam, leicht und locker, aber niemals kitschig geschrieben, spürt man aus jeder Zeile seine Kennerschaft.«

buch aktuell

»Auf leichte und dezente Art, wie nebenbei, erhält der Leser Einblicke in die tragische Geschichte Vietnams wie auch in seine Sitten und Gebräuche.«

Von Frau zu Frau

»Eine wunderschöne Liebesgeschichte.«

Kommentare zum Buch

Hanoi, die Atmosphäre der Stadt
Alfredo Schwitzer am 18.02.2016

Hanoi, die Atmosphäre der Stadt erlebt man in diesem Roman, die Liebe, so eine zarte Liebe wie man im Leben nur einmal erlebt, kann man nie wieder löschen, wie ein Traum der sich immer wiederholt. Ich hatte diese einmalige Chance, Sensation, sie begleitet mich noch heute.   Ein Buch das man lesen muss.

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