"Wir verstehen unser Buch als eine Anstiftung zum Unanständigsein."
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„Wir verstehen unser Buch als eine Anstiftung zum Unanständigsein.“

Interview mit den beiden Autoren über ihr Buch und „unangreifbare Helden, die in Sachen Moral immer eine Nummer größer sind als man selbst.“

Dienstag, 06. Mai 2014 von


Man könnte glatt annehmen, Sie hätten was gegen Vegetarier?

Um Himmels Willen, ganz im Gegenteil! Besonders gern haben wir jene Vegetarier, die warten, bis der Kellner das Steak an den Tisch gebracht hat, um dann von hinten zu fragen, ob man eigentlich schon mal auf einem Schlachthof war.
Und wer könnte nicht stundenlang zuhören, wenn ein Vegetarier erzählt, dass es ihm viel besser geht, seitdem er „aus Überzeugung“ kein Fleisch mehr isst? 
Die Haut, der Sex, alles besser.
Daher dachten wir, es sei an der Zeit, ihm ein Buch zu widmen.

Dem Vegetarier?

Nein, dem besseren Menschen. Dem verantwortungsbewussten, anständigen und unangreifbaren Helden, der in Sachen Moral immer eine Nummer größer ist als man selbst.
Und dieser moralische Überflieger begegnet einem eben nicht nur beim Essen, sondern im Grunde überall. 
Im Zug nach Köln oder in der Sauna des Fitnessstudios könnte man auf ihn stoßen.
Mit ziemlicher Sicherheit begegnet man ihm auf Facebook, im Kindergarten des Sohnes und im BIO-Markt um die Ecke.


Woran kann man ihn denn erkennen, diesen Supermenschen? Was zeichnet ihn aus?

Ein wichtiges Merkmal ist fraglos, dass er strikt gegen alles Schlechte und für alles Gute ist. In nahezu jeder Lebenslage, zu jedem Zeitpunkt.
Er weiß, dass man Bücher liest und nicht vor der Glotze hängt. Und wenn, dann gibt´s natürlich Arte und niemals RTL.
Er findet Fitness-Studios primitiv und hält die Joggingrunde durch den Park für etwas Schöngeistiges.
An Frauen liebt er deren Hände, Grübchen und innere Werte, natürlich niemals ihre Brüste.
Er kämpft für Tiere und schimpft auf Menschen.
Gegen Politiker, Manager, Konzerne, Massenmedien und „die da oben“ zu poltern, hat er perfekt drauf.
Aber er ist nicht nur der moralischste Mensch, den Sie je gesehen haben, sondern auch der exklusivste.
Sein Mittagessen heißt schon lange Business-Lunch, sein Stadtteil ist niemals out und er mag Musiker, von denen Sie noch nie gehört haben.
Man kann zweifellos sagen, es hagelt Bewunderung, Schulterklopfen, Applaus und Facebook-Likes, wo immer unser Held geht und steht.


Sie mögen ihn offensichtlich nicht besonders?

Na ja, jemand, der uns so gerne zeigt, was er richtig und was wir falsch machen, sammelt nicht gerade Sympathiepunkte.
Außerdem werden wir das verdammte Gefühl nicht los, dass bei unserem Supermenschen nicht nur die Welt, sondern das eigene Ego gleich mit gerettet werden soll.
Andererseits ist es schon bewundernswert, mit welcher Chuzpe er jede Kleinigkeit zum Politikum aufbauscht:
Seinen Bolivien-Urlaub, seinen Lieblings-Fußballverein, das Holzspielzeug seines Kindes und den Kakao-Anteil in seiner Schokolade. 
Alles ist ein „Statement“.
Das hat in jedem Fall einen hohen Unterhaltungswert.


Unterhaltungswert schön und gut, aber aus Ihrer Sicht ist das wohl nicht nachahmenswert? 

Nun, wer alles immer richtig macht kriegt zwar viel Applaus, wird aber auf Dauer ziemlich denk-bequem und kann unheimlich auf die Nerven gehen. 
Nachahmung ist also nur empfohlen wenn sie auf gar keinen Fall mehr auf Partys eingeladen werden wollen.
Wir sind tatsächlich davon überzeugt, dass es uns gut tun würde, den Wettlauf um die Krone des besten Menschen ein wenig auszubremsen und einfach mal etwas entspannter das Leben zu genießen.


Das heißt was im Klartext? Soll der Mensch wieder schlechter werden?

Exakt. Und damit wird er automatisch besser, da er sich nicht ständig so anstrengen muss.
Wir verstehen unser Buch als eine Anstiftung zum Unanständigsein. 
Eine Aufforderung zu mehr Kante, in der Hoffnung, dass eine neue Entspanntheit Einzug hält.
Vielleicht trinken Sie einfach mal wieder einen Kaffee, in dem nur Kaffee drin ist und der auch einfach Kaffee heißt. Mit echter Milch. 
Sie dürfen ihrem Kind ruhig einen Namen geben, der sich problemlos aussprechen lässt und sogar ein ganzes Wochenende faul auf der Couch liegen, Chips essen und Wetten, dass?! schauen. 
Selbst ihr Essen wird Ihnen völlig unfotografiert und ungepostet schmecken.
Cola mit Zucker, das Schnitzel mit Fleisch, den Smalltalk mit Flirt, das Bier mit Alkohol. Und dann, wenn Sie alle Disziplin vergessen haben, kommt er von ganz alleine zurück: der gesunde Menschenverstand, der uns zeigt, was richtig und was falsch ist.


Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg
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Warum man sich nicht jeden Spaß verderben lassen sollte

Fast-Food essen, Faulenzen, Trash-Fernsehen gucken – alle tun es, aber keiner gibt es gerne zu. Denn irgendwo steht immer ein Empörungsbeauftragter, der uns ein schlechtes Gewissen macht, weil wir am Wochenende schon wieder kein Tierheim gerettet, nebenbei einen Dreitausender bestiegen und eine Vernissage mit Benefizaktion besucht haben. Auch der gekaufte Geburtstagskuchen wird von ihnen missbilligend betrachtet und die Urlaubspläne sowieso. Aber keine Panik! Statt auf die schlechtgelaunten Tugendwächter zu hören, sollte man lieber unkorrekt das Leben genießen! Von Altglasrecycling bis Zumba tanzen verraten die Autoren in 55 unkorrekten Geschichten, wie man anständig unanständig ist.
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