Tobias Schlegl Interview
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Tobias Schlegl über seinen Einsatz als Notfallsanitäter

Die aufrüttelnde Geschichte eines jungen Notfallsanitäters

Helden im Einsatz

In seinem Debütroman erzählt Moderator Tobias Schlegl die Geschichte des jungen Notfallsanitäters Kim, der droht, an seinem Job kaputtzugehen. Das Besondere daran: Die Rettungseinsätze im Roman beruhen auf realen Erfahrungen, die der Autor während seiner dreijährigen Ausbildung zum Notfallsanitäter gemacht hat.

Tobias Schlegl zur Entstehung seines Buches Schockraum

Dieses Buch war nicht geplant. Als ich vor vier Jahren die Moderation des ZDF-Kulturmagazins aspekte aufgegeben habe, um die dreijährige Ausbildung und das Staatsexamen zum Notfallsanitäter zu machen, wies ich alle Verlagsangebote weit von mir.

Doch im Laufe der Zeit habe ich gemerkt: Es ist viel passiert. Zu viel. Ich habe zu viel gesehen und erlebt als Sanitäter. Das musste ich verarbeiten und ich wollte davon erzählen. Meine Kolleg*innen wollten, dass ich davon erzähle, von ihnen erzähle.

Dass ich die Chance ergreife und ihr Sprachrohr bin. Dass ich berichte, wie es ist im Rettungsdienst, was wir daran lieben und womit wir kämpfen – fernab aller Anekdotensammlungen und Vorabendserien-Klischees.

So ist mein Roman entstanden. „Schockraum“ gewährt Einblicke in diesen wichtigen Beruf, die sonst uns Mitarbeitern vorbehalten sind. Es geht um den Wachenalltag und um Einsätze, klar, aber auch um Ängste und Schwierigkeiten. Was bedeutet es, täglich Schwerverletzten und Schwerkranken zu helfen?

Was macht das mit einem? Es kann enden wie bei meinem Protagonisten Kim.

Er leidet an einer unbehandelten posttraumatischen Belastungsstörung, die ihn innerlich auffrisst, sein Leben auf den Kopf stellt und wegen der er sogar das Wohl seiner Patienten gefährdet. Kims Geschichte ist nicht meine Geschichte. Aber es gibt diese Kollegen, die mit ihren Eindrücken allein gelassen werden.

Für mich ist „Schockraum“ außerdem ein politisches Buch. Es wirft ein Schlaglicht auf Missstände im Rettungsdienst. Dabei geht es nicht um die medialen Diskussionen über Rettungsgassen und Pöbeleien gegen Rettungskräfte. Es sind die Arbeitsbedingungen, die den Menschen in diesem Bereich zu schaffen machen. Bedingungen, die die Politik ändern könnte und muss, damit die Notfallversorgung auch in Zukunft flächendeckend funktioniert und nicht – man muss es befürchten – komplett gegen die Wand fährt.

Ich hege die Hoffnung, dass der Roman etwas verändern, etwas verbessern kann. Dass er zumindest ein Bewusstsein schafft und damit eine Debatte anstößt.

Nicht zuletzt erzählt „Schockraum“ aber einfach eine packende Geschichte. Eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, im Schatten der Einsätze zwischen Leben und Tod.

„Dieses Buch aus dem Hamburger Blaulichtmilieu nimmt einen mit: in den Rettungswagen und in die Gedankenwelt der Hilfskräfte. Fundiert, empathisch, systemrelevant.“ 


Eckart von Hirschhausen

Was hat Sie dazu bewogen, Ihren Job als Moderator aufzugeben und Notfallsanitäter zu werden?

Meine innere Stimme. Ich wollte nicht mehr über interessante Menschen nur berichten. Ich wollte selbst etwas machen, etwas Relevantes und Sinnvolles. Die Sehnsucht danach wurde immer größer. So groß, dass ich sie nicht mehr ignorieren konnte. Und als Notfallsanitäter kann man ganz konkret helfen und manchmal sogar Menschen retten. Für mich gibt es nichts Sinnvolleres.

 

Welches Erlebnis als Sanitäter hat Sie besonders bewegt / erschüttert?

In meiner dreijährigen Ausbildung gab es viele Momente, die sich eingebrannt haben. Zum Beispiel, als ich eine ältere Dame mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ins Hospiz gefahren habe. Medizinisch war das gar nicht so anspruchsvoll, aber ich wusste, dass diese Patientin jetzt nur noch zwei Wochen zu leben hat. Die Fahrt in meinem Rettungswagen war sozusagen ihr letzter Road-Trip. Als sie dann meine Hand griff und zudrückte, hat mich das tief bewegt. Es müssen nicht immer die blutigen Fälle sein, deren Bilder man nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

 

Wieviel Tobias Schlegl steckt in der Romanfigur Kim?

Es steckt schon einiges von mir in Kim. Er hat einen ähnlichen Lebensweg. Auch er hat traumatische Dinge erlebt. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied: Mir wurde geholfen, diese Erfahrungen zu verarbeiten. Kim nicht. Er muss mit einer Belastungsstörung leben. Genau da setzt der Roman an. Kim funktioniert nicht mehr. Und die Leserinnen und Leser können ihm auf seinem Leidensweg folgen.

 

Was muss sich in unserem Gesundheitssystem ändern?

Leider so einiges. Die Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst müssen - ähnlich wie in der Pflege - dringend verbessert werden, denn ansonsten wird die Personalnot immer größer. Nur wenige halten diesen Job eine lange Zeit durch. Und der Roman zeigt: Gerade die psychischen Belastungen im Rettungsdienst werden allzu häufig vergessen und vernachlässigt.

 

Für wen haben Sie dieses Buch geschrieben? Wer soll es lesen?

Jede*r, der/die in die Blaulicht-Welt eintauchen will, ist herzlich eingeladen. Das ist ja das Großartige an Literatur: Dass sie einem die Chance bietet, in völlig fremde Welten einzutauchen. Und das Gebiet Rettungsdienst ist literarisch so gut wie unbearbeitet. Gleichzeitig ist der Roman für alle etwas, die eine emotionale und packende Geschichte suchen. Die Protagonisten Luzi, Kim und Benny wachsen einem so sehr ans Herz, dass man sie nicht mehr gehen lassen will. Versprochen.

Blick ins Buch
SchockraumSchockraum

Roman

Irgendetwas stimmt nicht im Leben von Notfallsanitäter Kim. Zwischen Nachtschichten und Zwölf-Stunden-Diensten fühlt er sich wie betäubt, ist ängstlich und macht Fehler. Seine Beziehung zu Marie geht in die Brüche. Erst mit der Zeit wird Kim klar, dass all die Probleme mit einem traumatischen Einsatz zu tun haben. Als sein bester Freund Benny ihn auf einen Roadtrip ans Meer mitnimmt, bietet sich Kim ein unverhoffter Ausweg. Und er spürt, dass er sich endlich seinen Ängsten stellen muss …Mitreißend und temporeich erzählt Tobias Schlegl von einem, der in einem überlebenswichtigen Beruf plötzlich selbst ums Überleben kämpft. Dabei entsteht eine Geschichte von großer Tiefe und Empathie und zugleich ein aufrüttelndes Bild von den schwierigen Arbeitsbedingungen in unserem Gesundheitssystem. „Dieses Buch hat mehr Adrenalin und Geschwindigkeit als alle Teile von ›The Fast and the Furious‹ zusammen. Nach dem Lesen wird sich das Singen der Sirenen auf den Rettungswagen für immer verändern. Endlich haben diese Helden des Alltags ihr eigenes Buch.“ – Thees Uhlmann„Sowas will ich lesen.“ – Bela B Felsenheimer„Dieses Buch aus dem Hamburger Blaulichtmilieu nimmt einen mit: in den Rettungswagen und in die Gedankenwelt der Hilfskräfte. Fundiert, empathisch, systemrelevant.“ – Eckart von Hirschhausen
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