
Die Bücher von Tobias Schlegl
„Das hat jemand geschrieben, der weiß, was er schreibt.“ rbb über „Schockraum“
Jakobsweg: Mama, ich und 713 Kilometer
Tobias Schlegl erzählt von neu gewonnener Verbundenheit, der Aufarbeitung von Trauer, dem Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit – und von Nächten in hellhörigen Schlafsälen mit geteilter Bettdecke. Dabei zeigt er, wie wichtig und beglückend es sein kann, als Erwachsener Zeit mit den eigenen Eltern zu verbringen.
Helden im Einsatz
In seinen Romanen „Schockraum“ und „Strom“ erzählt Moderator Tobias Schlegl über die Situation im Gesundheitswesen. Das Besondere daran: Sie sind inspiriert von eigenen Erfahrungen, die der Autor als Notfallsanitäter gemacht hat.
„Echte Helden tragen keine Capes, sondern Crocs. ... Ein berührender Roman, ein Zeitzeugnis." Ronja von Rönne
"In meiner Ausbildung zum Notfallsanitäter habe ich viele Stunden im Krankenhaus gearbeitet, auch auf der Geriatrie mit Schwerpunkt Demenz – eine eindrückliche Zeit. Unberechenbare Patient:innen, die meisten liebenswürdig, einige aggressiv.
Ein herausfordernder Bereich, der häufig übersehen wird. Deshalb wollte ich ein Schlaglicht darauf werfen. Auf verschiedenen Ebenen ging es mir auch um die Frage, wann ein Leben lebenswert ist – und ob man sich von außen anmaßen darf, das zu bewerten."
Was hat Sie dazu bewogen, Ihren Job als Moderator aufzugeben und Notfallsanitäter zu werden?
Meine innere Stimme. Ich wollte nicht mehr über interessante Menschen nur berichten. Ich wollte selbst etwas machen, etwas Relevantes und Sinnvolles. Die Sehnsucht danach wurde immer größer. So groß, dass ich sie nicht mehr ignorieren konnte. Und als Notfallsanitäter kann man ganz konkret helfen und manchmal sogar Menschen retten. Für mich gibt es nichts Sinnvolleres.
Welches Erlebnis als Sanitäter hat Sie besonders bewegt / erschüttert?
In meiner dreijährigen Ausbildung gab es viele Momente, die sich eingebrannt haben. Zum Beispiel, als ich eine ältere Dame mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ins Hospiz gefahren habe. Medizinisch war das gar nicht so anspruchsvoll, aber ich wusste, dass diese Patientin jetzt nur noch zwei Wochen zu leben hat. Die Fahrt in meinem Rettungswagen war sozusagen ihr letzter Road-Trip. Als sie dann meine Hand griff und zudrückte, hat mich das tief bewegt. Es müssen nicht immer die blutigen Fälle sein, deren Bilder man nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Was muss sich in unserem Gesundheitssystem ändern?
Leider so einiges. Die Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst müssen - ähnlich wie in der Pflege - dringend verbessert werden, denn ansonsten wird die Personalnot immer größer. Nur wenige halten diesen Job eine lange Zeit durch. Und meine Romane zeigen: Gerade die psychischen Belastungen werden allzu häufig vergessen und vernachlässigt.
Für wen haben Sie dieses Buch geschrieben? Wer soll es lesen?
Jede*r, der/die in die Blaulicht-Welt eintauchen will, ist herzlich eingeladen. Das ist ja das Großartige an Literatur: Dass sie einem die Chance bietet, in völlig fremde Welten einzutauchen.
Tobias Schlegl zur Entstehung seines Buches Schockraum
Dieses Buch war nicht geplant. Als ich vor vier Jahren die Moderation des ZDF-Kulturmagazins aspekte aufgegeben habe, um die dreijährige Ausbildung und das Staatsexamen zum Notfallsanitäter zu machen, wies ich alle Verlagsangebote weit von mir.
Doch im Laufe der Zeit habe ich gemerkt: Es ist viel passiert. Zu viel. Ich habe zu viel gesehen und erlebt als Sanitäter. Das musste ich verarbeiten und ich wollte davon erzählen. Meine Kolleg*innen wollten, dass ich davon erzähle, von ihnen erzähle.
Dass ich die Chance ergreife und ihr Sprachrohr bin. Dass ich berichte, wie es ist im Rettungsdienst, was wir daran lieben und womit wir kämpfen – fernab aller Anekdotensammlungen und Vorabendserien-Klischees.
So ist mein Roman entstanden. „Schockraum“ gewährt Einblicke in diesen wichtigen Beruf, die sonst uns Mitarbeitern vorbehalten sind. Es geht um den Wachenalltag und um Einsätze, klar, aber auch um Ängste und Schwierigkeiten. Was bedeutet es, täglich Schwerverletzten und Schwerkranken zu helfen?
Was macht das mit einem? Es kann enden wie bei meinem Protagonisten Kim.
Er leidet an einer unbehandelten posttraumatischen Belastungsstörung, die ihn innerlich auffrisst, sein Leben auf den Kopf stellt und wegen der er sogar das Wohl seiner Patienten gefährdet. Kims Geschichte ist nicht meine Geschichte. Aber es gibt diese Kollegen, die mit ihren Eindrücken allein gelassen werden.
Für mich ist „Schockraum“ außerdem ein politisches Buch. Es wirft ein Schlaglicht auf Missstände im Rettungsdienst. Dabei geht es nicht um die medialen Diskussionen über Rettungsgassen und Pöbeleien gegen Rettungskräfte. Es sind die Arbeitsbedingungen, die den Menschen in diesem Bereich zu schaffen machen. Bedingungen, die die Politik ändern könnte und muss, damit die Notfallversorgung auch in Zukunft flächendeckend funktioniert und nicht – man muss es befürchten – komplett gegen die Wand fährt.
Ich hege die Hoffnung, dass der Roman etwas verändern, etwas verbessern kann. Dass er zumindest ein Bewusstsein schafft und damit eine Debatte anstößt.
Nicht zuletzt erzählt „Schockraum“ aber einfach eine packende Geschichte. Eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, im Schatten der Einsätze zwischen Leben und Tod.
„Dieses Buch aus dem Hamburger Blaulichtmilieu nimmt einen mit: in den Rettungswagen und in die Gedankenwelt der Hilfskräfte. Fundiert, empathisch, systemrelevant.“
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Hallo Tobias! Ich habe schon mehrere Bücher von Menschen, die den Camino gegangen sind, gelesen. Aber Ihr Buch habe ich am Nachmittag erhalten und hatte es ca um 18.30 Uhr ausgelesen, in einem durch! Dieses Buch ist so interessant und leicht lesbar geschrieben und hat mich zutiefst berührt!!! Ich habe auch 2 erwachsene Söhne - ich kann Ihre Mutter nur beglückwünschen, zu so einem aussergewöhnlichen, mutigen, warmherzigen und tapferen Sohn... Danke von Herzen! Mit lieben Grüßen, Marlies Kaufmann