Kambouri Interview
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Notruf einer Polizistin

Tania Kambouri im Interview

Donnerstag, 27. Juli 2017 von Piper Verlag / Tania Kambouri


Das Buch der Polizistin jetzt im Taschenbuch

Wir wollen ja alle immerzu politisch korrekt bleiben und bloß nichts Falsches sagen. Mir ist aber ein offenes Visier lieber als Scheinheiligkeit.«


Mit dieser aufrichtigen Haltung, die mitunter schmerzhaft ist und an Tabus kratzt, erreichte Tania Kambouri innerhalb weniger Monate mehr als 150.000 Leserinnen und Leser. Aus erster Hand berichtet die Polizistin, die in einem sozialen Brennpunkt Deutschlands Streife fährt, von ihren erschütternden Erfahrungen, von der zunehmenden Respektlosigkeit und wachsenden Gewalt und von ihren Schwierigkeiten im Umgang vor allem mit männlichen Migranten. Hier verrät sie, warum sie das Buch geschrieben hat und was sich seit Erscheinen Ihres Buches verändert hat.
 

»Fast zwei Jahre sind mittlerweile seit der Erstausgabe dieses Buches vergangen. Zwei Jahre, in denen sich in mancher Hinsicht unglaublich viel getan hat – in manch anderer Hinsicht aber auch viel zu wenig.

Die größte Veränderung im Hinblick auf das Thema dieses Buches war natürlich die Flüchtlingskrise, deren Ausmaß und Konsequenzen damals noch nicht absehbar war, weshalb sie im Buch nur eine kurze Erwähnung fand. Darauf möchte ich nun in einem neuen Nachwort für die Taschenbuchausgabe eingehen.

Auch das Thema Terrorgefahr wird dabei eine Rolle spielen, denn spätestens seit den Anschlägen von Ansbach, Würzburg und Berlin im vergangenen Jahr ist dieses auch bei uns in Deutschland angekommen.

Außerdem möchte ich darüber berichten, was ich in den vergangenen zwei Jahren erlebt habe, insbesondere über meine Erfahrungen mit der Presse und dem Politikbetrieb sowie das überwiegend positive Feedback aus der Bevölkerung.

Doch unabhängig von den aktuellen Entwicklungen lässt sich vorab festhalten: Die grundsätzlichen Aussagen und die exemplarischen Fallbeispiele haben nichts von ihrer Aktualität verloren. Noch immer gibt es Anlass für den Notruf einer Polizistin – ich bin sogar fest davon überzeugt, es gibt ihn mehr denn je.«
 

Tania Kambouri, Bochum im Mai 2017. Aus dem Vorwort zum Taschenbuch »Deutschland im Blaulicht«.


 

Was hat Sie dazu veranlasst, ein Buch darüber zu schreiben, was Sie als Polizistin auf Streife erleben?
 

Ich hatte mir aufgrund der vielen positiven Reaktionen auf meinen Leserbrief Gedanken darüber gemacht. Ich sprach auch mit meiner Familie und mit Freunden über die Idee, verwarf sie jedoch wieder, da sie mir zu unrealistisch erschien.
Bis ich eines Tages eine Anfrage zu einem Buchprojekt vom Piper Verlag erhielt.
Ich sah die Chance, die Probleme klar zu benennen, die unsere Gesellschaft zunehmend belasten. Die Entwicklungen, die ich wahrnehme, beunruhigen mich mehr und mehr.



Wie gehen Sie damit um, wenn Sie zu einem Tatort gerufen werden und die Betroffenen nur mit einem männlichen Polizisten sprechen wollen?


Generell gilt, dass die Bürger sich mit jenen Beamten abfinden müssen, die vor Ort eintreffen. Möchte jemand nicht mit einer Frau sprechen, erläutern wir ihm diesen Sachverhalt.
In Ausnahmefällen können wir jedoch entscheiden, einem anwesenden männlichen Kollegen die Gesprächsführung zu überlassen, wenn so ein Einsatz unkomplizierter bewältigt werden kann. Will zum Beispiel eine demenzkranke ältere Dame partout nicht mit einer Polizeibeamtin sprechen, übernimmt eben ein Kollege das Gespräch.
Auch andersherum ist ein Tausch sinnvoll, wenn etwa ein obdachloser Randalierer im Gespräch mit einem Polizisten immer aggressiver wird, sich aber einer Polizistin gegenüber ruhig verhält.
Leider kommt es bei unseren Einsätzen inzwischen häufig vor, dass Menschen aus muslimisch geprägten Ländern – und hier vor allem Männer – grundsätzlich das Gespräch mit einer Frau verweigern.



Haben Sie den Eindruck, dass bei Ihrer täglichen Arbeit Respektlosigkeit und Aggressivität zugenommen haben?
 

Ein ganz klares Ja, und zwar sowohl gegenüber Polizisten als auch ganz normalen Bürgern.
Beamte im Einsatz erfahren immer häufiger psychische und physische Gewalt, und bedauerlicherweise zeigt unsere Erfahrung, dass diese vermehrt von Migranten ausgeht.



Was muss die Politik, die Gesellschaft ändern?
 

Die Fakten müssen ganz klar angesprochen werden, ohne Diskriminierung und Vorurteile, jedoch auch ohne Verheimlichung und Schönrednerei.
Wir müssen akzeptieren, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund hier leben werden. Die meisten sind bestens integriert, doch jenen, die es nicht sind und die uns immer mehr Probleme bereiten, müssen klare Grenzen gesetzt werden.
Wenn wir diese Schwierigkeiten weiterhin unter den Teppich kehren, wird sich unsere Gesellschaft spalten, und zwar in Deutsche und integrierte Migranten und in jene Migranten, die in einer Parallelgesellschaft leben und ganz bewusst die hiesigen Werte, Normen und Gesetze missachten. So lässt sich kein friedliches Miteinander gestalten.



Was sollte bei der Integration besser gelingen?
 

Es gibt schon viele Integrationsmöglichkeiten in Deutschland, wenn auch in Bezug auf Erziehung, Bildung und Prävention noch so einiges verbessert werden kann. Ist jedoch kein Integrationswille vorhanden ist, laufen alle Hilfsangebote ins Leere.
Ergeben sich daraus erhebliche Nachteile für die gesamte Gesellschaft, führt kein Weg an Sanktionen vorbei.



Für wen haben Sie das Buch geschrieben?
 

Ich möchte, dass die Bürger dieses Landes erfahren, was auf den Straßen vor sich geht.
Ob mein Buch Veränderungen dahingehend bewirken kann, wie wir mit dem Problem umgehen, weiß ich nicht. Aber ich möchte zumindest versuchen, einen Anstoß in die richtige Richtung zu geben. Für alle, die miteinander in Frieden – und nicht gegeneinander – in Deutschland leben wollen.

Warum wir das Integrationsproblem nicht auf der Straße lösen können.


Der türkischstämmige Mann, der die Polizei um Hilfe gerufen hatte, war empört: Was wollte diese »Bullenschlampe« von ihm? Von einer Frau lasse er sich erst mal gar nichts sagen. Die Einsatzleitstelle solle gefälligst männliche Polizisten schicken. Männer arbeiten schließlich auch besser … Alltag in Deutschland?

Respektlosigkeiten und Beleidigungen dieser Art erfahren Polizisten im Einsatz immer öfter. Körperliche Übergriffe sind längst keine Seltenheit mehr. Als Polizistin und Frau griechischer Abstammung ist Tania Kambouri den Angriffen auf der Straße gleich dreifach ausgesetzt. Jetzt setzt sie sich zur Wehr: »Ich will den Finger in die Wunde legen, auch wenn mir bewusst ist, wie explosiv das Thema ist.«

»Ein authentischer Bericht aus dem Polizeialltag.«
Arnold Plickert, Gewerkschaft der Polizei, Nordrhein-Westfalen
 

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Deutschland im BlaulichtDeutschland im Blaulicht

Notruf einer Polizistin

»Wir wollen ja alle immerzu politisch korrekt bleiben und bloß nichts Falsches sagen. Mir ist aber ein offenes Visier lieber als Scheinheiligkeit.« – Mit dieser aufrichtigen Haltung, die mitunter schmerzhaft ist und an Tabus kratzt, erreichte Tania Kambouri innerhalb weniger Monate mehr als 150.000 Leserinnen und Leser. Aus erster Hand berichtet die Polizistin, die in einem sozialen Brennpunkt Deutschlands Streife fährt, von ihren erschütternden Erfahrungen, von der zunehmenden Respektlosigkeit und wachsenden Gewalt und von ihren Schwierigkeiten im Umgang vor allem mit männlichen Migranten.
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Vorbemerkung zur Taschenbuchausgabe

 

 

Fast zwei Jahre sind mittlerweile seit der Erstausgabe dieses Buches vergangen. Zwei Jahre, in denen sich in mancher Hinsicht unglaublich viel getan hat – in manch anderer Hinsicht aber auch viel zu wenig.

Die größte Veränderung im Hinblick auf das Thema dieses Buches war natürlich die Flüchtlingskrise, deren Ausmaß und Konsequenzen damals noch nicht absehbar war, weshalb sie im Buch nur eine kurze Erwähnung fand. Darauf möchte ich nun in einem neuen Nachwort für diese Taschenbuchausgabe am Ende des Buches eingehen. Auch das Thema Terrorgefahr wird dabei eine Rolle spielen, denn spätestens seit den Anschlägen von Ansbach, Würzburg und Berlin im vergangenen Jahr ist dieses auch bei uns in Deutschland angekommen. Außerdem möchte ich darüber berichten, was ich in den vergangenen zwei Jahren erlebt habe, insbesondere über meine Erfahrungen mit der Presse und dem Politikbetrieb sowie das überwiegend positive Feedback aus der Bevölkerung.

Doch unabhängig von den aktuellen Entwicklungen lässt sich vorab festhalten: Die grundsätzlichen Aussagen und die exemplarischen Fallbeispiele haben nichts von ihrer Aktualität verloren. Noch immer gibt es Anlass für den Notruf einer Polizistin – ich bin sogar fest davon überzeugt, es gibt ihn mehr denn je.

 

Tania Kambouri, Bochum im Mai 2017

 

 

Vorwort

 

 

Die Leitstelle schickte meine Kollegin und mich nach ­Bochum-Hamme. Als Kind habe ich viel Zeit in dieser Gegend verbracht, habe Freunde zum Spielen getroffen – heute gehe ich dort nur noch hin, wenn ich muss. Kleine alteingesessene Läden wurden nach und nach geschlossen, das Viertel ging im Lauf der Jahre immer weiter den Bach runter, und jeder, der die Möglichkeit dazu hatte, zog in bessere Stadtteile oder gleich ganz weg. Keine besonders ein­ladende Gegend im Bezirk Bochum-Mitte. Bereits in meiner Kindheit wohnte hier eine Vielzahl von Ausländern, überwiegend Türken. Natürlich gab es unter uns Kindern hin und wieder auch mal Gerangel, und einmal wurde ich dort sogar von einer Bande türkischer Kinder auf meinem Fahrrad angegangen, damals ein Einzelfall. Aber so weit dachte ich bei unserem Einsatz gar nicht, das sind Erinnerungen, die beim Schreiben auftauchen. Wenn ich heute in diesen Stadtteil komme, geht es oft um Schlimmeres.

Ein Mann hatte den Notruf gewählt und um Hilfe gebeten. Er habe irgendwelche Personen auf einem Balkon wiedererkannt, es blieb allerdings unklar, was genau sie gemacht haben sollten oder was der Anrufer ihnen vorwarf. Und ehrlich gesagt, haben wir auch nicht herausgefunden, wie und wobei wir dem Mann hätten helfen können. Er ­erwartete uns bereits, als wir in die kleine Straße bogen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite hielten. Als er uns sah, winkte er und wurde sofort laut: »Warum parkt ihr da drüben? Ich bin hier. Kommt endlich her.« Der Mann war zweifelsfrei sehr aufgebracht, und es dauerte nicht lange, bis meine Kollegin und ich feststellten, dass er nicht etwa wütend war, weil ihm Schlimmes widerfahren wäre, sondern weil die Polizei so unverschämt war, ihm zwei Frauen zu schicken. Er war, wie sich herausstellte, ein türkischer Mitbürger.

Ich sagte ihm, dass er etwas höflicher mit uns Polizisten sprechen solle, wenn er unsere Hilfe in Anspruch nehmen wolle. Seine Antwort: »Geht weg, ich brauche eure Hilfe nicht!«

Es ist in solchen Fällen immer schwierig abzuwägen, wo im Rahmen der geforderten Verhältnismäßigkeit unserer Maßnahmen eine Grenze überschritten wird – doch in ­diesem Fall war es eindeutig: Der Mann wollte uns nicht sagen, warum er die Polizei gerufen hatte, er reagierte nicht auf unsere Fragen. Also fuhren wir zunächst weiter, hielten uns aber in der Nähe auf, falls er es sich noch einmal ­anders überlegen sollte und die Angelegenheit eventuell doch wichtiger war als das Ärgernis zweier Frauen in Uniform. Kaum hatte ich der Leitstelle den Vorfall gemeldet, rief der Mann dort ein zweites Mal an und verlangte, dass männ­liche Polizisten zu ihm geschickt werden sollten. Die würden besser arbeiten.

Die Leitstelle hielt Rücksprache mit uns, und wir waren uns einig, dass meine Kollegin und ich erneut zu ihm ­fahren würden. Wir waren uns auch einig, dass wir den Einsatz beenden würden, falls sich der Mann weiterhin weigern sollte, sich von zwei Frauen helfen zu lassen. Die Polizei zu rufen ist kein Wunschkonzert. Wenn jemand das anders sieht, zählt auch Aufklärungsarbeit zu unseren Aufgaben. Wieder am Einsatzort fragte ich ihn also in ruhigem Ton, ob wir jetzt vernünftig miteinander reden könnten. Und was geschah? Er schrie uns an, was das jetzt schon wieder solle, er hätte Männer verlangt.

Wir zögerten keine Sekunde und fuhren davon. Einsatz­ende.

 

Mir ist bewusst, dass diese Szene für einen Außenstehenden, der keine Einblicke in die tägliche Polizeiarbeit hat und die Vorgeschichte dieses Einsatzes nicht kennt, auf den ersten Blick befremdlich wirken kann: der arme hilfesuchende türkische Mitbürger und die herzlose, vielleicht sogar rassistische deutsche Polizei. In Wahrheit frustrieren uns genau solche Einsätze wahrscheinlich mehr als die »Hilfesuchenden«, die sich in ihrem archaischen Weltbild nur ein weiteres Mal bestätigt sehen. Es sind Einsätze wie dieser, die immer mehr zum Normalfall für mich werden. Dabei sind sie alles andere als normal – sie überschreiten mehr als eine Grenze: kein ­Re­spekt vor Frauen, kein Respekt vor der Polizei, kein Re­spekt vor dem Staat, in dem wir leben. Waren es vor Jahren noch Einzelfälle, die Kopfschütteln und Empörung bei mir und meinen Kollegen auslösten, werden sie heute zur Kenntnis genommen wie der Wetterbericht. Trauriger Alltag, nicht nur in Bochum.

Der geschilderte Fall ist bei Weitem nicht der schlimmste, sondern lediglich guter Durchschnitt. Ich habe ihn bewusst ausgewählt, denn es geht mir hier nicht um die spektakulärsten Kriminalfälle meiner Karriere, sondern um das, was ich jeden Tag im Dienst (und auch privat) erlebe und beobachte, was ich erleben und beobachten muss. Ich muss Sie vorwarnen: Es ist kein schönes Bild, das sich da abzeichnet. Es ist beunruhigend – im besten Fall –, teilweise ist es auch beängstigend. Und ich befürchte, es wird nicht besser. Von alleine erst recht nicht.

Nicht umsonst heißt dieses Buch Deutschland im Blaulicht – Notruf einer Polizistin: Die Zunahme von Respekt­losigkeit und Aggressivität in unseren Städten ist mehr als auffällig. Und man kommt nicht um die Feststellung herum, dass sich straffällige Personen mit Migrationshintergrund, vor allem junge Männer aus muslimisch geprägten Ländern, dabei besonders hervortun. Das soll keine Pauschalverurteilung sein und schon gar keine rassistische Vorverurteilung aufgrund der Herkunft oder des Glaubens, aber es ist schlichtweg eine Tatsache, dass manche Bevölkerungsgruppen bei bestimmten Verhaltensmerkmalen und Straftaten auffallend überrepräsentiert sind. Es wird in diesem Buch deshalb viel um Menschen gehen, die ihre ­familiären Wurzeln in der Türkei und im Nahen Osten ­haben und vorwiegend muslimisch geprägt sind. Auch Osteuropäer und Sinti und Roma werden eine Rolle spielen. Natürlich begehen auch Bürger ohne Migrationshintergrund Straftaten. Die erste Frage lautet jedoch immer, warum es zu einer Straftat kam und wie man sie in Zukunft verhindern kann. Und wenn der Migrationshintergrund bei der Beantwortung dieser Fragen von Bedeutung ist, wird er erwähnt. Dann darf er meiner Meinung nach auch nicht verschwiegen oder kleingeredet werden.

Respektlosigkeit und Aggressivität nehmen nicht einfach nur zu, ich behaupte sogar, das archaische Recht des Stärkeren wird immer mehr zur Realität auf unseren Straßen. Es gibt Ecken in Bochum, in die fahren wir als Polizei bei manchen Einsätzen, insbesondere zu bestimmten Tages­­zeiten, nicht mehr mit einem einzelnen Wagen – vorausgesetzt, die Kapazitäten lassen es überhaupt zu. Oft begeben wir uns selbst in Gefahr, weil wir mit zu wenigen Einsatzfahrzeugen eintreffen. Viele meiner Kollegen haben schon abgestochene Autoreifen und noch schlimmere Attacken bis hin zum Schusswaffengebrauch erlebt.

Und was für Bochum gilt, gilt für viele andere deutsche Großstädte natürlich in gleicher Weise. Die Berichte von Kollegen bestätigen das regelmäßig. Und da seit Jahren ­immer mehr Menschen die ländlichen Gegenden verlassen und die Städte wachsen und wachsen, zeigen uns unsere Großstädte schon heute die wichtigsten Schwachpunkte von morgen. Und zwar nicht nur bei Energieverbrauch, ­Infrastruktur und Mobilität, sondern vor allem auch beim Thema Integration.

Mein Anliegen ist es daher, auf Missstände hinzuweisen, die mir als Polizistin und auch ganz normale Bürgerin seit Jahren immer stärker auffallen, die mich stören und ­beunruhigen. Dabei werde ich den Finger in so manche Wunde legen (müssen), auch wenn mir bewusst ist, dass der Grat manchmal schmal ist, gerade bei diesem Thema: Viele meiner deutschen Kollegen bestätigen mir, dass sie sich oft nicht trauen, das Verhalten von Menschen mit ­Mi­grationshintergrund in der Öffentlichkeit zu kritisieren. Sehr schnell würde einem das als Fremdenfeindlichkeit oder Islamophobie ausgelegt, gerade in Deutschland. Dann schweigt man lieber. Es geht mir aber wie gesagt nicht um Provokation, schon gar nicht um das Schüren von Ressentiments oder die pauschale Verurteilung einzelner Bevölkerungsgruppen. Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, und ich bin Griechin, habe die doppelte Staatsbürgerschaft. Mit Ausländerfeindlichkeit und Rassismus habe ich nichts am Hut. Das ist das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann – ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe es selbst schon erlebt, von verschiedenen Seiten.

Das Thema liegt mir deshalb besonders am Herzen – es geht mir nicht um meine Person, es geht mir um die Sache. Und da ich als Frau, als Polizistin und mit meinem grie­chischen Migrationshintergrund drei Perspektiven vereine und dadurch Einblicke habe, die vielen anderen Bürgern verwehrt sind, sehe ich mich fast schon in der Pflicht, das Thema zur Sprache zu bringen. Nicht zuletzt, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass viele meiner Mitmenschen sich gar nicht bewusst sind, was um sie ­herum alles passiert. Als Polizistin sehe ich immer wieder Dinge, die sich viele Mitbürger nicht vorstellen können. Gerade für pro­blematische Entwicklungen kann die Polizei mit ihren Erfahrungen in Problembereichen wie ein Seismograf funk­tionieren. Wir erkennen oftmals frühzeitig, was für große Teile der Bevölkerung noch nicht zu erahnen ist. Meine Erkenntnisse, gerade in Bezug auf das drängende Thema der Integration, möchte ich deshalb in diesem Buch mit der ­Öffentlichkeit teilen.

Manche Dinge kann die normale Bevölkerung nicht ­sehen – andere will sie nicht sehen. Da dieses Wegsehen ein Teil des Problems ist, werde ich mich nicht nur mit den Migranten, sondern auch mit Politik, Justiz und Polizei und der Gesellschaft als Ganzes beschäftigen. Keiner darf länger die Augen davor verschließen: Es ist nicht das Problem von »denen«, ganz gleich, wer damit gemeint sein soll.

Es sind mittlerweile nicht mehr nur einzelne Vorkommnisse, die mir und meinen Kollegen Sorge bereiten. Dann wäre die Frage der Schuld wahrscheinlich auch schnell ­geklärt. Nein, es ist eine breitere, eine grundlegendere ­Entwicklung zu erkennen, die sich auf die gesamte Ge­sellschaft auswirkt. Ich lehne mich nicht aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass sich Parallelgesellschaften mit festen Strukturen herausgebildet haben, die bereits heute nicht mehr einfach aufzulösen sind. Wir haben – als Gesellschaft, als Polizei, als Justiz, nicht zuletzt die Politik – so lange tatenlos zugeschaut, dass uns heute teilweise gar nichts anderes mehr übrig bleibt, als tatenlos zuzuschauen, wenn wir nicht schnell und konsequent handeln. Der eingangs ­geschilderte Fall ist nur ein Beispiel von vielen. Traurig, aber wahr: Sogar als Polizistin muss ich erleben, dass wir in ­bestimmten Situationen immer hilfloser werden. Auch von diesen werde ich offen und ehrlich berichten.

Zwei Entwicklungen fallen in den letzten Jahren besonders auf. Zum einen, dass unsere Klientel immer jünger wird – das Problem wächst sich also nicht aus, im Gegenteil: Es verfestigt und verbreitet sich. Zum anderen muss man feststellen, dass die Schwierigkeiten nicht nur zahlenmäßig zunehmen, sondern auch in ihrer Intensität. War der eingangs erwähnte Einsatz fast noch ein harmloser Fall von ­Respektlosigkeit, entladen sich viele Spannungen zunehmend heftig – nach meinen persönlichen Erfahrungen vor allem bei straffälligen Personen aus dem muslimischen Kulturkreis. Jederzeit drohen Situationen zu eskalieren, selbst bei kleinsten Anlässen, meist absolut unvorhersehbar.

Klar, das gehört doch alles zum Beruf der Polizistin dazu, könnte man einwenden. Aber die Missstände sind über die letzten Jahre stellenweise so massiv geworden, dass es höchste Zeit wird, etwas zu ändern. Es wird sogar höchste Zeit, einiges Grundlegendes zu ändern. Falls wir das unterlassen, uns stattdessen noch länger von Sozial­romantikern und Kulturrelativisten blenden lassen oder die Probleme weiterhin nur halbherzig angehen, steht unsere Gesellschaft vor einer inneren Zerreißprobe. Das ist weder polemisch noch populistisch zu verstehen, schließlich sind die Spannungen zwischen Migranten, Flüchtlingen und Einheimischen eine der größten sozialen und politischen Herausforderungen weltweit, gerade wenn auch noch religiöse Weltanschauungen ins Spiel kommen.

Es ist ein globales Phänomen, das sich natürlich auch bei uns abzeichnet, schließlich sind wir seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland. Ich sehe (nicht zuletzt aufgrund meines eigenen Migrationshintergrunds) die große Dimen­sion des Themas, aber als ganz normale Polizistin und Bürgerin in Deutschland beschäftigt mich natürlich vor allem, wie es sich direkt vor unserer Haustür äußert. Deshalb richtet sich dieses Buch als Appell an alle, die in diesem Land leben: Mitbürger und Migranten, Politiker und Polizisten, Richter und Lehrer, Eltern und Kinder, Journalisten und Medienvertreter, Arbeitnehmer und Arbeitslose, Gläubige und Atheisten, kurz: die ganze Gesellschaft und die Gesellschaft als Ganzes. Es hat keinen Zweck, immer nur den Schwarzen Peter an die nächste Gruppe weiterzu­geben (»Die Migranten sind schuld«, »Die Polizei ist schuld«, »Die Politik ist schuld« etc.).

Natürlich ist mein Blick geprägt von meinen Erlebnissen als Polizistin, insbesondere seit ich als Streifenpolizistin im Ruhrgebiet arbeite. Es ist nicht nur die am dichtesten besiedelte Region, hier leben deutschlandweit auch die meisten Migranten. Was ich dort Tag für Tag an Pöbeleien, Beleidigungen und kriminellem Verhalten erlebe – gegenüber uniformierten Beamten, gegenüber Frauen und ganz allgemein –, hat ein Ausmaß angenommen, das ich nicht länger akzeptieren kann und will.

Es geht also zunächst um eine allgemeine Respektlosigkeit, die aus meiner Sicht vielerorts um sich greift. Aber ­daraus erwachsen Folgen, die die Gesellschaft als Ganzes betreffen. Und deshalb geht es in einem weiteren Schritt um die Missachtung von Grundgesetz und Menschenrechten, um in jeder Hinsicht autarke Parallelstrukturen, um abhandengekommenen Integrationswillen, aber auch um Wegschauen, Verdrängen, Ignorieren und um Hilflosigkeit. Ich will, dass wir etwas dagegen unternehmen, weil es sonst nur noch schlimmer wird. Es ist nicht mein Anliegen, einfach nur zu jammern und meinen Frust abzubauen. Im Gegenteil: Ich möchte dazu beitragen, ein für viele beängstigendes Problem klar anzusprechen, Ursachen zu benennen und zu einer gemeinsamen Lösung zum Besten aller beizutragen.

 

Ich habe mir genau aus diesem Grund schon einmal Luft verschafft, indem ich einen Leserbrief an die Deutsche ­Polizei, die Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei, geschrieben habe. Das war im Oktober 2013, erschienen ist der Brief dann in der Novemberausgabe (im Wortlaut im Anhang zu finden) – also etwa zwei Jahre vor Erscheinen dieses Buches. Das Feedback war gewaltig, mein Postfach quoll buchstäblich über, die Reaktionen meiner Kollegen von der Nordseeküste bis zum Alpenrand waren zu 99 Prozent positiv, die Erleichterung war förmlich zu spüren: Endlich redet mal jemand Tacheles. Denn viele meiner deutschen Kollegen trauen sich nicht, zum Thema »straffällige Personen mit Migrationshintergrund« klar Stellung zu beziehen oder überhaupt etwas zu äußern, aus Angst davor, in die rechte Ecke gestellt und als Rassist abgestempelt zu werden. Die political correctness ist hierbei ohne Zweifel zu einer Fußfessel geworden – nicht nur für Polizisten, aber für die offensichtlich in besonderem Maße.

Umso erleichterter waren viele meiner Kollegen, dass es mir als Griechin möglich war, den Finger in die Wunde zu legen, ohne in den Verdacht zu geraten, ausländerfeind­liches Gedankengut verbreiten zu wollen. Denn das Thema »straffällige Personen mit Migrationshintergrund« ist nicht nur bei der Polizei, sondern in der ganzen Gesellschaft, in Politik und Medien nicht erst seit Pegida oder den Anschlägen von Paris und Kopenhagen ein Pulverfass.

Dabei geht es mir nicht nur um tragische Extremfälle wie den Selbstjustiz-Doppelmord, der direkt vor dem Landgericht in Frankfurt am Main unter Afghanen verübt wurde, den halb totgeschlagenen Rentner in München, der in der U-Bahn zwei junge Männer (einen Griechen und ­einen Türken) auf das Rauchverbot hinwies, oder den Tod von Tuğçe auf dem McDonald’s-Parkplatz in Offenbach, die allesamt ein großes mediales Interesse fanden. Mir geht es auch nicht um die Bedrohung durch Anschläge ­irgendwelcher Extremisten, seien sie islamistisch, links­radikal oder rechtsradikal verblendet wie der NSU. Mir geht es vor allem um die vielen großen und kleinen Taten, bei denen die meisten von uns einfach wegschauen, weil wir nichts damit zu tun haben wollen. Die sind es, die den letzten Rest an Gemeinschaftsgefühl immer weiter untergraben, mehr noch als die vergleichsweise seltenen Gewalt­exzesse. In deren Folge flammt zumindest kurzzeitig die Debatte um Zivilcourage, Solidarität und Nächstenliebe auf. Das ist nicht zynisch ­gemeint: Jedes einzelne Opfer ist ein viel zu hoher Preis für die viel zu kurzen Momente des Innehaltens. Bevor alles weitergeht wie gehabt.

Ich wurde infolge meines Leserbriefs von der Polizei­gewerkschaft zu einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Landesdelegiertentags in Dortmund eingeladen. Dort konnte ich Anfang April 2014 unter anderem neben meinem obersten Dienstherrn, NRW-Innenminister Ralf Jäger, dem Düsseldorfer Polizeipräsidenten, Norbert Wesseler, und dem Landes- und stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert, meine kritische Sichtweise und meine Erfahrungen zum Thema »Gewalt gegen Polizisten« zum Ausdruck bringen – an höchster Stelle sozusagen. Jetzt wurde ich auch von den Medien wesentlich mehr wahrgenommen als noch beim Erscheinen meines Briefs ein knappes halbes Jahr zuvor. Fast alle überregionalen und etliche regionale Zeitungen berichteten über meinen »Brandbrief«, auch im Fernsehen, zum Beispiel bei hart aber fair, wurde ich erwähnt. Für ­öffentliches Interesse war jedenfalls gesorgt. Unter Überschriften wie »Hilferuf einer Polizistin«, »Bruder oder Verräter« oder »Wir verlieren Macht und Respekt« wurde über meinen Brief und die 450 Kollegen, die mir bei der Podiumsdiskussion lautstark applaudierten, berichtet. Innenminister Jäger sagte seine Unterstützung zu und drückte angesichts der von mir geschilderten Zustände sein Bedauern aus: »Ich verstehe die Kollegin gut.« Und wieder dieselbe Reaktion wie schon bei Erscheinen meines Leserbriefs, zahlreiche Kollegen gratulierten mir zu meinem Auftritt: »Endlich sagt es mal jemand laut.«

So falsch kann ich mit meinem »Aufschrei« also nicht gelegen haben. Ich erfuhr auch vonseiten meiner Vorgesetzten, von der Dienstgruppenleiterin über den Inspek­tionsleiter bis hin zur Bochumer Polizeipräsidentin, Unterstützung für mein Anliegen. Selbstverständlich war das nicht, da mein Leserbrief mit niemandem vorher abgesprochen war. Und angesichts des Wirbels, den ich verursacht hatte, war ich optimistisch, damit eine Veränderung zum Guten angestoßen zu haben.

Bei aller Geduld für Änderungsprozesse, die natürlich niemals von heute auf morgen über die Bühne gehen, musste ich allerdings feststellen: Es hat sich bis heute nichts geändert. Null. Viel Rauch … um nichts!

Doch so schnell gebe ich nicht auf. Nein, ich werde mich nicht mit einem »Kann man nichts machen« ins Heer der Resignierten einreihen. Stattdessen versuche ich mit diesem Buch jetzt noch einmal, etwas zu bewegen, und bin dankbar, dass mir der Piper Verlag die Gelegenheit dazu gibt. Nicht zuletzt die vielen positiven Zuschriften meiner Kollegen haben mich darin bestärkt, diesen Schritt zu ­wagen. Denn leider kommt man um den Eindruck nicht herum: Viele Polizisten stehen kurz davor, aufzugeben, zermürbt vom Kampf um (mehr) Respekt. Ich bin der ­Meinung, dass wir uns nicht (mehr) alles bieten lassen sollten – nicht nur als Polizisten, sondern vor allem als ­Gesellschaft. Das wäre ein fatales Zeichen an alle Einwohner ­unseres Landes.

 

Ich könnte wetten, dass bei Ihnen direkt ein paar Schub­laden aufgegangen sind, als Sie die ersten Zeilen dieses Vorworts gelesen haben: Frau, Migrationshintergrund, Polizei … klar, das machen wir alle. Im Wust an Informationen, die permanent auf uns einprasseln, versuchen wir irgendwie Schritt zu halten, und unser Hirn kramt, ohne dass wir es großartig steuern würden, in seinem großen Speicher nach vergleichbaren Erinnerungen, Erlebnissen, Bildern. Wir ordnen Menschen, Aussagen, Ereignisse reflexartig ein – gerade als Polizistin, die täglich schnelle Entscheidungen treffen muss, ist mir das mehr als vertraut. Und deshalb weiß ich auch, dass sich die ersten Schubladen bei Ihnen bereits öffneten, bevor Sie dieses Vorwort überhaupt aufgeschlagen haben: das Foto auf dem Cover, der Titel, der Untertitel, mein Name, das Thema …

So natürlich und hilfreich Schubladen und Automatismen einerseits sein können (gerade wenn es brenzlig wird, in Polizeideutsch: wenn »Gefahr im Verzug« ist), so gefährlich sind Klischees, Vorurteile, unhinterfragte Meinungen andererseits, weil sie Denken verhindern können, wo es angebracht wäre. Mir ist bewusst, dass ich mit Aussagen wie »straffällige Personen mit Migrationshintergrund sind ein großes Problem in Deutschland« ein heikles Thema ­anspreche. Nicht erst seit der Sarrazin-Debatte um einen Schwachsinn wie die angebliche Vererbbarkeit von Intelligenz ist klar, dass einem so etwas schnell um die Ohren fliegen kann. Ich habe es mir deshalb lange und gründlich überlegt, ob ich den erneuten Schritt an die Öffentlichkeit tatsächlich wagen soll – und das, obwohl ich keinerlei Zweifel an der Richtigkeit meiner Beobachtungen und Forderungen habe. Wenn es manchem Migranten schon nicht passt, einer Frau in Uniform gegenüberzutreten, wie mag der dann reagieren, wenn diese Frau auch noch ihre kri­tische Meinung in ­einem Buch äußert? Ganz zu schwei­gen von den sozial­romantischen Anhängern eines unkri­tischen Multikulti, die beim ersten Anflug von Bedenken bereits Islamophobie und Fremdenhass wittern.

Dieser Gefahren bin ich mir also bewusst und hoffe sehr darauf, dass mein Buch nicht als Verbreitung von Klischees oder gar Vorurteilen gegen Muslime, Migranten und Männer missverstanden wird. Nur weil ich keine Angst vor den Konsequenzen habe wie so viele, die lieber kuschen, als unbequeme Wahrheiten auszusprechen, lasse ich mich nicht von Bewegungen wie Pegida oder Parteien wie der AfD vereinnahmen. Es geht mir darum, Missstände anzusprechen, und zwar klar und unverblümt, so, wie ich sie jeden Tag erlebe. Es geht mir darum, Täter und Schuldige zu benennen, um zumindest in Zukunft weitere ­Opfer zu vermeiden. Das ist vielleicht im ersten Moment unbequem – für viele Beteiligte. Aber ich bin davon überzeugt, dass es sich auszahlen wird – für alle. Je länger wir warten, je länger wir schweigen, desto mehr gibt es zu ­reparieren.

Kommentare

1. Deutschland im Blaulicht
Kilthau am 11.10.2015

Ein Lob an die Autorin die den Mut aufgebracht hat dieses Buch zuschreiben.
Gleichzeitig finde ich es aber auch beschämend das eine Deutsch/Griechin uns Deutschen
es vormachen muss nicht immer den Mund zuhalten. Zum ersten mal habe ich ein Buch an
einem Stück gelesen. Die Autorin würde ich gerne mal Persönlichen kennen lerne und mal
einen Tag beim Streifendienst mit Ihr miterleben.

2. Respekt
s.hanny am 11.10.2015

Liebe Frau Kambouri, ich habe gestern in 3sat die Sendung 'Menschen bei Maischberger' gesehen und heute den Artikel auf Welt Online gelesen.
Es ist bedrückend zu lesen und zu hören, was Sie erleben. Ich finde Ihren Weg, ein Buch über Ihre Erfahrungen zu schreiben und sich der Debatte zu stellen, sehr mutig und respektvoll.
Meiner Meinung nach sollten sich gut integrierte Deutsche wie Sie zum Thema Flüchtlinge und Migration mehr zu Wort melden und auch mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen gehört werden. Das vermisse ich in der aktuellen Debatte in Fernsehen, Print- und Onlinemedien. Insofern sind Sie ein gutes Vorbild und haben meines Erachtens einen Anstoß aus Ihrem beruflichen Umfeld gegeben.
Alles Gute, S. Hanny

3. Mein Nachbar ist Polizist und ich bin froh darüber
Wolfgang L. am 12.10.2015

Sehr verehrte Frau Kambouri, Differenzierung ist das Zauberwort da bin ich mir sicher. Es ist so, das jeder Mensch in diesem Land so leben können sollte, wie es in einer Demokratie möglich ist. Jetzt will ich mich nicht anbiedern, wenn ich sage, dass ich Migrant bin. Zwar Österreicher, aber eben kein Deutscher. Und, ich bin in Braunau am Inn geboren. Zwar kein richtiger Braunauer, denn mein Vater ist Kärntner Slowene gewesen. Der Grund weshalb ich das hier schreibe ist: " Ich bin froh, in einem Rechtsstaat zu leben. Ich will keine Parallelgesellschaft haben. Ich will kein Rechter und auch kein Linker sein. Was ich sein will und das lebe ich auch ist Demokrat!!! Wie froh ich bin in diesem Rechtsstaat zu leben kann ich nur immer wiederholen. Für mich sind alle Menschen mit den gleichen Rechten und Pflichten in diesem unserem Deutschland zu sehen. Keiner hat das Recht andere zu beleidigen, herabzuwürdigen, zu bedrängen, zu verletzen oder gar zu töten. DER ANFANG IST MANGELNDE EMPATHIE; MANGELNDES SELBSTWERTGEFÜHL; VERANTWORTUNG AUF ANDERE ABSCHIEBEN USW. USF. Schubladendenken ist der Anfang vom Ende. Und genau das habe ich in der Leseprobe immer wieder gesehen, dass Sie betonen: Ich bin Griechin, und ich bin Polizistin, ich bin eine Frau. Und ich will es nicht akzeptieren, das dies ALLES EINE ROLLE SPIELT WENN ICH MEINEN BERUF AUSÜBE!!! Sehr verehrte Frau Kambouri, HERZLICHEN DANK FÜR IHRE KLAREN WORTE; IHREN STANDPUNKT DEN SIE ÖFFENTLICH VERTRETEN UM MENSCHEN ZUM NACHDENKEN ZU BRINGEN. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen die dasselbe wollen und wünschen; wie sie und sich artikulieren, direkt zum FRIEDEN UND VERSTÄNDNIS IN UNSERER DEMOKRATIE BEITRAGEN!!! Ich bin einer davon. Danke für ihr Engagement und ihr Courage. Freundliche Grüße Wolfgang L.

4. Absolut lesenswert!
Frank C. am 16.10.2015

Ein "must read"! In einem Rutsch durchgelesen! Die Islamische Parallelgesellschaft, dazu die Islamische Strafjustiz davon berichtet sie in ihren Tagebuchgeschichten wertfrei- leider schreibt die Autorin nichts von dem Staatsvertrag mit den verschiedenen Islamverbänden. Die Salafisten werden vom VS beobachtet, haben aber einen Staatsvertrag erhalten und werden nun von der "Streifenpolizei" z.B. beim Missionieren am Hamburger Jungfernstieg vor "bösen Islamkritikern" beschützt. Der Islam ist dev. Verfassungsfeindlich (sonst würde der VS die verschiedenen Gruppen nicht beobachten), Frauenfeindlich und vieles mehr und wurde durch den Staatsvertrag über das Grundgesetz gestellt. Laut BKA wurden 13 % aller Ehrenmörder frei gesprochen- weil Moslems Ehre haben. Das mittlerweile sogar Salafisten in der Polizei „angekommen sind“ wurde auch nicht im Buch beleuchtet oder das in Ballungszentren Salafistische Polizisten ihren Gebetsteppich mit auf Tour nehmen und beim Ramadan so schwach sind das sie nicht mehr aus dem Peterwagen aussteigen wenn Ärger angesagt ist sehr zum Ärger der Kollegen……Warum werden Polizeianwärter im Zeitalter der Toleranz und Freiheit nicht gefragt 1: Ob sie Schiit oder Sunnit sind-2: Ob Sie 5 mal am Tag beten MÜSSEN 3: Das Freitagsgebet einhalten 4: Die Frau so sehen wie im Koran beschrieben 5: Israel so sehen wie im Koran beschrieben. Islamisten werden bei der Polizei überhaupt nicht in Statistiken aufgeführt sie werden einfach unter „Migrantenhintergrund“ geführt wie alle anderen Nichtdeutschen auch. Wenn die Polizei diese Parallelgesellschaft in sich aufbaut- weil sie ansonsten nicht mehr genug Polizeianwärter bekommt, hat das Folgen für die Gesellschaft. ("Der Bürger in Uniform"- oder "Der Salafist in Uniform") Auch innerhalb der Polizei gibt es schon Spannungen zwischen Kollegen mit Kurdischen Wurzeln und solchen mit türkischen Wurzeln. Die Polizei grenzt sich NICHT gegen Radikale ab. So wundert es einen nicht wenn man immer häufiger Polizisten mit Salafistenbärten sieht die Frauen nicht mehr die Hand reichen. Der Islam ist bei der Polizei angekommen und wegen deren Mentalität im Oktober 2015 DER Gewinn für die Polizeiarbeit!
(In vielen westlichen Staaten gibt es wegen der wachsenden Salafistischen Mittelschicht Islamische Polizeieinheiten weil die neuen Bürger nicht von Ungläubigen "bedient werden wollen. In USA Texas und schon lange in England wurde die Scharia eingesetzt! Ich empfehle jedem Bürger die islamischen Staatsverträge zu lesen. "Notruf einer Polizistin" ist bei mir angekommen und ich werde Werbung für das Buch machen. Frank C.

5. Endlich mal jemand mit Mut, Hochachtung Frau Kambouri
Wolfgang Poppitz am 19.10.2015

Wie 17 Millionen andere Deutsche habe ich einen Großteil meines Lebens jenseits des innerdeutschen Zaunes verbringen müssen. Die wirkliche Polizei des Volkes ist aber die in der Bundesrepublik. Ich kenne einige Polizisten sowohl vom Bund als auch vom Land. Alles schätzenswerte Menschen. Ich habe mehrfach Sorgen in deren Gesichtern gesehen. Laut beklagt hat sich keiner. Was will Politik und Justiz diesen Bürgern in Uniform noch alles antun. Ihnen verehrte Frau Kambouri ein großes Danke.
Ihnen und allen Ihren Kollegen viel Kraft für Ihre weitere Arbeit. Danke und symbolisch einen Strauß Blumen.

6. Efcharisto, Tania!
Aurelia K. am 21.10.2015

Liebe Tania Kambouri, auch ich habe einen griechischen Migrationshintergrund und auch ich arbeite in einem Bereich im öffentlichen Dienst, in dem man sich zunehmend von der Politik nicht ernst genommen fühlt: im Jobcenter einer Großstadt in NRW. (= Arbeit ganz unten an der Front unter einem bisweilen unerträglichen Leistungs- und Anforderungsdruck (der sich in den nächsten Monaten aufgrund der Flüchtlingsproblematik ins nicht mehr Messbare steigern wird), die Folgen sind zu oft: Burn-Out, Depressionen, etc..

Wir arbeiten offensichtlich überwiegend mit exakt der gleichen Klientel (integrationsunwillige Muslime mit immer häufiger deutscher Staatsangehörigkeit) mit dem Unterschied, dass die ‚Kunden‘ von uns etwas wollen:
Der (deutsche) Staat hat gefälligst die Pflicht, Hartz IV zu zahlen, man kennt seine Rechte bestens. Die ‚Kunden‘ leben größtenteils in ghettoähnlichen Stadtteilen, in die sich kaum ein normaler Bürger nach Einbruch der Dunkelheit wagt, sie sprechen trotz deutschem Pass kaum unsere Sprache.
Es ist unfassbar, mit welcher Frechheit sich auf der einen Seite die integrationsunwilligen Muslime an meinem Schreibtisch aufführen („ich rede nicht mit deutschen Frauen!“), und mit welcher Ignoranz auf der anderen Seite die kuschelsozialen Multi-Kulti-Vertreter so tun, als sei ein solches Verhalten nicht existent, sondern das Hirngespinst von Nazi-Gedanken.

Vielen, vielen Dank jedenfalls für Ihren Mut, dieses Buch zu veröffentlichen, und für Ihre klaren, offenen Worte, die vor allem auch unsere Politiker lesen sollten! So sehr ich auch hoffe, dass es irgendetwas bewirkt/verbessert, so sehr befürchte ich auch, dass sich leider rein gar nichts verändern wird.

7. Meine Hochachtung für ihren Mut, ihre Courage, und für die Offenheit
Dietmar Galinsky am 23.10.2015

Sehr geehrte Frau Kommissarin Tania Kambouri,

ich möchte ihnen meine Hochachtung aussprechen für ihren Mut, ihre Courage und für die Offenheit wie sie über das Thema schreiben. Endlich wird mal das, und das von einer Polizeibeamtin, an- und ausgesprochen was ich als Bochumer Bürger genauso empfinde.

Wir leben am Rande dessen, dass wir deutsche Christen uns den Islam Gläubigen anschließen, bald sogar unterwerfen müssen. Und wenn wir das mal im Klartext ansprechen oder nur mal so am Rande mal darüber reden, werden wir sofort als Nazi und Rassisten abgestempelt.

Das sind wir aber nicht! Das geht so nicht!

Dem Beitrag von „Kilthau“ am 11.10.2015

Zitat: „Ein Lob an die Autorin die den Mut aufgebracht hat dieses Buch zu schreiben.
Gleichzeitig finde ich es aber auch beschämend das eine Deutsch/Griechin uns Deutschen
es vormachen muss nicht immer den Mund zu halten.“ Zitat Ende.

dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Vielen, vielen Dank für Ihr offenes Buch.

8. Integrationsfördernd oder integrationsfeindlich?
Torsten S. am 28.10.2015

Sehr geehrte Frau Kambouri,

ich würde gerne, im inhaltlichen Kontext Ihres Buches, im Wesentlichen auf die Äußerungen aus Ihren beiden letzten TV-Auftritten und Ihren Ausführungen im Interview von dieser Seite eingehen.

Zunächst möchte im Rahmen der Thematik Integration festhalten, dass es für empathische Menschen, die für ein gutes und friedliches Miteinander einstehen, zu denen ich mich zähle, bei der Bewertung von Äusserungen zu dieser Thematik nur die Maxime geben kann, integrationsfördernde Ausführungen zu unterstützen. Bei allen anderen inhaltlichen Tendenzen, ganz egal aus welchen Motiven, dessen Bewertung ich im konkreten Fall bewusst offen lasse, da es gelinde gesagt, mehr als offensichtlich scheint, behalte ich mir vor, diese zumindest zu kritisieren.

Angemerkt sei zudem: Denen, die etwas positiv bewerten, nur aus dem Grund, weil ein "Positivbeispiel" die vermeintlichen Negativbeispiele aus unserer Gesellschaft kritisiert, denen sei gesagt, dass dies alleine schon eine Form von Rassismus darstellt. Konkret: Wenn ein in Deutschland integrierter Mensch anderen Migranten Fehlverhalten attestiert und andere Menschen dies per se als richtig und gut empfinden, dann wird damit indirekt diese Person (die Kritik übt ) nicht als Teil der Gesellschaft gesehen und ihr implizit jede inhaltliche Meinung zugebilligt. Das ist nichts anderes als, wenn man es so nennen möchte, positiver Rassismus. Das nur vorweg.

Nun zur meiner eigentlichen Kritik:

Frau Kambouri, wenn Sie über Ihre Erfahrungen in Polizei-Einsätzen in Bochum berichten, dann können Sie das natürlich gerne tun, gar keine Frage. Leider vermitteln Sie mir den Eindruck, als wollten sie Ihre subjektiv gewonnen Eindrücke dafür nutzen, ein allgemeingültiges schlechtes Bild über die Integrationsbereitschaft von Migranten in Deutschland zu zeichnen. Das ist auf so vielen Ebenen falsch und unsauber und hat zudem, wie ich finde, eine noch über das Strukturelle und Argumentatorische hinausgehende, verheerende inhaltliche Wirkung auf die Integration als Solches, dass ich dafür komprimiert kaum sachliche Worte finden kann. Es erweckt in mir aber, bei allem Respekt, den Eindruck, als wolle ein Goldfisch, ausgehend von seinen Alltagsproblemen im Goldfischglas, über das Schlechte in den Weiten der Ozeane referieren.
Ein Sinnbild Ihrer verqueren inhaltlichen Einstellung zu dieser Thematik ist Ihre Reaktion auf den bei Markus Lanz gezeigten Facebook-Post der Polizei Vorpommern-Greifswald (In diesem Post wird zugleich belehrend und augenzwinkernd darauf hingewiesen, dass, obwohl mehr als 2000 Flüchtlinge in der Region aufgenommen wurden, die Anzahl der Straftaten durch die Flüchtlinge nicht gestiegen sei). Eine tolle, wenn auch gewiss kleine, Aktion wie ich finde, die in der Debatte wohl mehr zur Integrationsförderung beigetragen hat, als Sie es mit Ihren Ausführungen vermutlich jemals schaffen werden, obwohl Sie ein für die Gesellschaft an sich positives Beispiel gelungener Integration darstellen. Das ist das traurige Paradoxon an Ihrer Geschichte.

Fast hätte ich es vergessen: Ihre Reaktion bei Markus Lanz auf den Post, noch den Applaus des Publikums abwartend und ich zitiere: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“

Mit freundlichen Grüßen
Torsten S.

9. Nichts sagender Txt von Torsten S.
Dietmar Galinsky am 29.10.2015

Schade finde ich an dieser Stelle, die reine Platzverschwendung für viel >nichtssagenden< Text von Torsten S. zu seinem Thema „Integrationsfördernd oder integrationsfeindlich?“

Aber das muss keiner verstehen! Weil wer so viel voll die Ahnung hat und es nicht täglich am eigenen Leibe erlebt, weil er zum ersten keine Frau ist, zum zweiten nicht in dem Beruf arbeitet, zum dritten scheinbar doch nicht die Ahnung für das Thema hat. Aber dann aus reinem Schreibdrang einen so unnützen Text verfasst, dem sollte man eine unnütze Troll-Plattform irgendwo anbieten. Aber nicht hier.

Ich für meinen Teil habe kein Wort von dem verstanden, was er geschrieben hat. Darum verstehe ich nicht, warum man seiner Meinung zu diesem Thema Gewicht geben sollte.

Was hat Vater immer gesagt: „Junge, wenn du keine Ahnung hast, halte dich raus und wenn du etwas nicht richtig verstanden hast, frage mich.“

10. Die Geister die man rief, wie wird man sie wieder los?
S. Martin am 17.11.2015

Dietmar Galinsky aus Bochum? Man benutze eine Suchmaschine und gebe den Namen und den Ort ein und siehe da, man erfährt wessen Geistes Kind der Mann ist und welcher Partei er nahesteht. Ich hoffe nicht, das es im Sinne der Autorin und des Verlages ist von solchen Leuten wie Dietmar Galinsky aus Bochum vereinnahmt zu werden. Aber geschehen ist es, diese Leute rufen jetzt: Frau Kambouri bestätigt, was wir immer schon sagen...

11. Innere Wandlung
heinrich-valentin tögel am 17.11.2015

Liebe Frau Kambouri,

auch ich habe nach der Lektüre Ihres Buchs das Bedürfnis gespürt, Ihnen ein Lob für spannende Ihre Oral-History kundzutun. Meine Vorschreiber haben es fast bis zur Erschöpfung plausibler dargelegt, warum man Ihre tagtägliche Mutprobe auf der Straße bewundern muss.
Mir erstreckte sich nach der Lektüre eine andere Dimension: es stellte sich ein nüchterner Blick auf die Uniformierte ein, die zu häufig als Nachfolger der alter wilheminischer Garde geschildert worden sind.
Vielleicht trugen zu diesem ein wenig einseitigen Blick Ereignisse wie im Hamburg bei, vielleicht las ich zu oft kritische Stellungnahmen der GdP über den Corp-Geist innerhalb mancher Einheiten.
Und wie überall sind schwarze Schafe mit am Bord.
Nicht dem lieben Gott sei nun dank für diese sichtbare Wandlung der "Ordnungskräfte" zu verdanken, sondern der Anerkennung der lebendigen ideologiefreien Lebensart auch durch die Polizei selbst.

Keine semantische Kritik, eher einen Hinweis an die Lektorin: in mehreren Textpassagen erlebte das Adverb/Adjektiv n a t ü r l i c h eine etwas inflationäre Vermehrungsrate und wirkte somit etwas aufgesetzt.
Ansonsten haben Sie ein Tempo vorgelegt, das für einen "Laien" bemerkenswert flüssig empfunden wurde.

Zum Schluß Ihr langer Reigen an Danksagung. Zunächst fragte ich mich, geht es nicht etwas allgemein, letztendlich siegte jedoch meine Einsicht, aber warum nicht: alle diejenigen, die Ihnen zu diesem Mutwerk geholfen haben sollen mit auf die Bühne!

Rein persönlich wünsche ich Ihnen ein gelassenes privates Leben. Hoffe sehr für Sie, zumindest im Kreise Ihrer Familie finden Sie die notwenige Contenance und mönchische Kontemplation (ohne sie wären Sie ein Kandidat für Burn-out).
Verdient haben Sie es allemal.

Liebe Grüße und schönen Dank!
Heinrich-Valentin Tögel

12. Eine Stimme aus der realen Welt - allemal interessanter und relevanter als das ständige Geseiere der ewigen Besserwisser
W. Bauer am 28.12.2015

Ich bin wieder etwas zuversichtlicher nach der Lektüre Ihres Buches, Frau Kambouri. Warum? Weil sich hier jemand aus der Deckung hervor traut und aus eigener Erfahrung die heile Welt der ewigen Gutmenschen in Zweifel zieht.
Es geht hier nicht um politisches Kalkül und Vereinnamung von wem aus immer: Es ist einfach real Erlebtes und jede Umdeutung Ihrer geschilderten Erfahrungen eine unzulässige, aber typisch für unsere Besserwisser, Interpretation in deren Sinn, die es einfach nicht ertragen können, mal etwas so stehen zu lassen, wie es erfahren wurde.
Meinen Respekt und meine Achtung haben Menschen wie Sie für mich nicht erst seid heute. Leider werden es immer weniger - und das macht mich wiederum nicht wirklich zuversichtlicher, wenn ich mir hier das Morgen vorstelle.... :-(

13. Danke Frau Kambouri
Sandra am 29.12.2015

Danke, dass Sie damit an die Öffentlichkeit treten. Es ist traurig, was sich hier entwickelt hat und dass Richter oft zu liberal urteilen. Man staunt, wie sehr Polizisten bei uns beschimpft werden, was sie sich anhören müssen. Man steht fassungslos daneben, ist verängstigt, fühlt sich hilflos.
Ich habe lange in USA gelebt, sowas würde sich dort niemand auch nur ansatzweise erlauben! Dort haben die Menschen noch Respekt vor der Exekutive.

14. Motivation für die letzten Dienstjahre
Rolf Tyra, Göttingen am 06.01.2016

Liebe Kollegin Tania, für mich geht in Niedersachsen in 2,5 Jahren nach dann 44 Dienstjahren eine Berufsleben zu Ende. Bis zum Schluss versehe ich hoffentlich auf der Straße meinen Dienst und, so Gott will, gesund und munter. Ich muss sagen, dass mir Dein Buch eine neue Motivation gegeben hat, obwohl ich auch zu denen gehörte, die schon fast resigniert hatten. Schade, dass wir alle das nicht so aussprechen können, was Du geschildert hast. In unserem Board (Blue Knights), wir Dein Buch sehr positiv bewertet. Ich kann Dir nur viel Kraft wünschen, lass Dich nicht einschüchtern, Dir einen Maulkorb verpassen oder noch Schlimmeres seitens des Sesselfraktion. Gerade die jüngsten Ereignisse in Köln und Hamburg zeigen, wie recht Du hast. Alles Gute!

15. Polizei - vom Freund und Helfer zum Prügelknaben der Nation
anna reffgen am 06.01.2016

Aus der Sendung "Fragen an den Autor" (SR2) ist mir Ihr Buch bekannt. Danke für Ihre Zivilcourage!
Im persönlichen Bekanntenkreis habe ich 3 Polizeibedienstete an der Basis, die mir Ähnliches berichten. Meine eigene Erfahrung auf einer Dienststelle, nachdem mir von (wahrscheinlich "illegalen") Migranten (arabisch sprechend) ein unscheinbarer Rucksack mit wertvollem Inhalt (Profi-Kamera, Adressbuch etc.) trickreich geraubt worden war:
"Wir können Ihre Anzeige aufnehmen, mehr ist uns nicht möglich, unsere Kräfte sind anderweitig gebunden" Punkt.
Angesichts der Debatte um die Kölner Silvesternacht fällt mir dies wieder ein. Da ich selber lange genug im Öffentlichen Dienst war, weiß ich warum viele, zu viele Kollegen schweigen, man will nicht als "Nestbeschmutzer" gelten oder sonst wie aus dem Rahmen fallen. Auch die eigene Gewerkschaft relativiert viel, getreten wird wohl auch dort immer nur nach unten, wie auch anders. Frau hat es da doppelt schwer, und dreifach, wenn noch so etwas wie Machismus/ dazu kommt. Ich frage mich nur: Warum verbünden sich Ihre Kollegen nicht mehr, um an die Öffentlichkeit zu gehen? Nur der "Karriere"/der regelmäßigen Beurteilungen wegen? Was glauben Sie, weswegen wird nicht ausreichend Statistik zu diesen Fällen geführt?

Übrigens: ohne Polizist zu sein, wurde ich schon mehrfach von Männern mit eindeutigem Hintergrund im einfachsten Fall vom Gehweg abgedrängt, die Treppe hinunter gestoßen, oder wenn ich eine große Tür mühevoll mit meinen Rheumahänden geöffnet habe, werde ich zu Seite gedrängt, damit sich drei Marokkaner, die ich zufällig von weitem kenne, vor mir durch die Tür drängen - und das auf dem Uni-Campus!
Ich möchte Sie ermutigen, weiterhin den Mund aufzumachen, auch wenn Sie für Wahrheiten zerrissen und möglicherweise in eine "rechte Ecke" gesteckt werden. Mir ging es in anderen Zusammenhängen ähnlich. Aber das was langsam in Sachen Köln und anderer Städte ins Öffentliche Licht dringt, lässt den einen oder anderen Zweifler zumindest nachdenklich werden.
So schlimm das für die Betroffenen dort ist - auf einmal zeigen die sonst in Sachen Migration so weichzeichnenden Medien Interesse am Thema.
Alles Gute!

16. Köln HBF, Silvester 2015
Torsten Lorenz am 07.01.2016

Ich hatte gerade das Buch gelesen und war danach etwas nachdenklich. Dann kamen die Meldungen zu den Ereignissen aus Köln. ...,

17. Blaulicht
Dr. Schumacher Johannes am 19.01.2016

Ein lesenswertes und gut geschriebenes Buch zu einem der wichtigsten Probleme Deutschlands. Eine erfreuliche Ergänzung zu den Büchern von Frau Kirstin Heißig und Herrn Buschkowsky in Berlin. Von den 13 Bücher der Bibliografie habe ich längst 8 gelesen und weiß nicht nur dadurch gut Bescheid. Bemerkungen: Die Autorin nennt sich einige Male "... mit Migrantenhintergrund", und "Griechin" einmal sogar "Außländerin", aber sie ist doch Deutsche von Geburt an! Natürlich darf sie sich auch als Griechin fühlen. Leider irrt sie, wenn sie darlegt, dass es keine Islamisierung gibt. Doch wir leben mit einer schleichenden Islamisierung, die unsere Politit nicht erkennen will. Aus Ignoranz! Frau Kambouri an sich hat ausführlich zu dieser Erkenntnis beigetragen. Herzlich Dank. Mit Bewunderung und Respekt. JS

18. Verkehrskontrolle
Autofreier am 19.01.2016

Sehr geehrte Frau Kambouri,

in der Stuttgarter Zeitung nannten sie als typisches Beispiel für Respektlosigkeit das Verhalten bei Verkehrskontrollen. Dem möchte ich dahingehend zustimmen, als dass bei Anhalteaufforderung gegenüber Pkw-Führenden diese typischerweise reflexhaft den Teil der Straße, der gemeinhin als Gehweg identifiziert wird, befahren und schließlich beparken und die Polizei dies nicht beanstandet. Ich hoffe, Sie widersetzen sich dieser Form der doppelten Respektlosigkeit gegenüber zu Fuß Gehenden. Dies würde es übrigens auch ordnungsrechtlich evt. erleichtern, herbeitelefonierten Verwandte zu verwarnen, wenn die sich auf der "Fahrbahn" tummeln.

19. Selber inkonsequent
Peter.Oe am 08.02.2016

Sehr geehrte Frau Kambouri,

ich kann Ihre Argumente und Forderungen aus eigener beruflicher Erfahrung nachvollziehen. Es ist mutig, dass Sie Ihre Erfahrungen und Einstellungen veröffentlichen. Viele Bürger können das berufliche Risiko wahscheinlich nicht nachempfinden. Gerade deshalb möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie -laut eigenen Angaben- in einer Lage inkonsequent und entgegen Ihrer Forderungen gehandelt haben. Ich meine die auf Seite 125 beschriebene Verkehrskontrolle.

Aus westlicher Sicht gibt es kaum etwas, was den fehlenden Integrationswillen, Radikalismus oder antiwestliche Einstellungen so repräsentiert wie die Vollverschleierung. Der Grundrechtseingriff bei vollverschleierten Personen kann spätestens seit 2014 durch die allgemeine sicherheitspolitische Lage gerechtfertigt werden. Wenn sich die Fahrzeugführerin zudem der Personenkontrolle entzieht, indem sie den Schleier nicht anhebt, so fallen mir spontan mehrere konkrete Rechtsgrundlagen ein, weshalb ich auch die anderen vollverschleierten Personen kontrollieren dürfte. Die Verhältnismäßigkeit wird dadurch gewahrt, dass Frauen möglichst durch Frauen kontrolliert werden. Personenkontrollen können in solchen Fällen auch mit Zwang durchgeführt werden. Das ist meistent verhältmäßig. Ich kenne Fälle vergleichbare Situationen, wo die Personen nicht verschleiert waren und der Zwang gerechtfertigt war. Viele Kollegen trauen sich nur aus Angst vor Gegenanzeigen und fehlendem Rückhalt durch Vorgesetzte nicht, in solchen Fällen durchzugreifen.

Eigentlich neige ich dazu Lagen nicht zu beurteilen, bei denen ich selber nicht dabei war. 124 Seiten Erfahrungsbericht über Missstände, mangelnden Respekt, Integrationsunwillen und Ursachen in muslimischer Prägung in Verbindung mit Forderungen nach Konsequenz und Durchsetzungsvermögen werden aber ab absurdum geführt, durch die auf Seite 125 beschriebene Kontrolle.

Kollegiale Grüße

20. Danke Frau Kambouri
Ingrid Schrobang-Fair am 26.02.2016

Liebe Frau Kambouri,

ich habe Ihr Buch fast in einem Zug durchgelesen und Sie sprechen mir aus der Seele. Ich bin eine alte Frau,
die in Spanien mit ihrem englischen Ehemann lebt. Ich bin Deutsche. In den 80er Jahren lebte ich mit meinem
ersten Mann in Schwelm bei Wuppertal. Wir waren gut befreundet mit einem deutschen Polizisten, der mit einer
Jugoslawin verheiratet war. (Damals hieß es noch Jugoslawien)
Dieser Polizist, Wolfgang, hat uns damals schon oft erzählt, wie respektlos schon kleine Kinder sein können. Da kommt ein 12jähriger auf die Wache und guckt provozierend und sagt: Ihr könnt mir gar nichts, ich bin erst 12. Das waren die
Anfänge..... Wir waren mit einem weiteren Paar befreundet, beide aus dem heutigen Kroatien. Die sagten schon damals,
dass unsere Kuscheljustiz uns noch große Probleme bereiten könnte. Die hatten recht.
Und inzwischen ist es eskaliert, wie Sie es in Ihrem Buch beschreiben.
Wo soll das alles noch hinführen? Ich habe inzwischen die Hoffnung aufgegeben, aber ich bin froh, dass es noch junge Leute gibt, die weiterkämpfen.
Außerdem denke ich, dass es besser wäre, die Polizei besser aufzurüsten, personell und mit Ausstattung, als die schwäbische "Schwarze Null" zu bevorzugen. Da ist an der falschen Stelle gespart.

Ich wünsche Ihnen, dass Ihr Buch Gehör findet!
Mit lieben Grüßen aus Málaga,
Ingrid Schrobang-Fair

21. Deutschland im Blaulicht
Dr. Alfred Brummer am 25.12.2016

Liebe Frau Kambouri !
Beim Lesen Ihres Buches verspürte ich eine Art Seelenverwandschaft mit Ihnen. Ich habe lange nachgedacht, was ich zu Ihrem Buch kommentieren sollte: Ich will es kurz machen: Ich bin stolz, mit Ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft teilen zu dürfen. Obwohl das Buch zwangsläufig sehr ernst ist, musste ich an einer Stelle zum Schluss schmunzeln: Als Sie mich als Bio Deutschen bezeichneten. In meinem Kopf war zuerst das Bild eines Biotönnchens, danach habe ich es ntürlich sofort kapiert.
Grüsse aus Simmern in Rheinland Pfalz
Ihr Bio Deutscher

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