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Hold On Tight – Dewayne und Sienna Hold On Tight – Dewayne und Sienna

Hold On Tight – Dewayne und Sienna

Roman

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Hold On Tight – Dewayne und Sienna — Inhalt

Sienna wollte niemals nach Sea Breeze zurückkehren. Der Schmerz sitzt noch immer zu tief. Als sie vor sechs Jahren ihre große Liebe Dustin verlor, brach eine Welt für sie zusammen. Doch längst darf sie nicht mehr nur an sich alleine denken, und sie kann sich glücklich schätzen, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben. Trotzdem versucht sie, Dustins Familie aus dem Weg zu gehen, die Sienna verstoßen hat, als sie sie am dringendsten gebraucht hätte. Sie meidet jeden Kontakt, bis Dustins Bruder Dewayne vor ihrer Haustür steht und alte Gefühle entfacht, von denen sie dachte, sie für immer begraben zu haben.

€ 8,99 [D], € 9,30 [A]
Erschienen am 09.11.2015
Übersetzt von: Nicole Hölsken
288 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-30809-0
€ 7,99 [D], € 7,99 [A]
Erschienen am 09.11.2015
Übersetzt von: Nicole Hölsken
288 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-97122-5

Leseprobe zu »Hold On Tight – Dewayne und Sienna «

Prolog

Mach sie weiter auf«, keuchte mir Dustin ins Ohr, während er mein linkes Knie gegen den ledernen Rücksitz seines Autos schob. Ich hatte gedacht, dass wir es mittlerweile draufhätten, aber manchmal wollte er es dann doch wieder anders haben. Also musste ich mich anpassen. Bei dem ganzen Hin und Her einen kühlen Kopf zu bewahren war gar nicht so einfach.

Anfangs hatte es ziemlich wehgetan. Jetzt war es zum Glück nur noch etwas unangenehm. Aber ich liebte Dustin über alles, und er wollte nun mal Sex. Also gab ich ihm, was er wollte. Das bedeutete [...]

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Prolog

Mach sie weiter auf«, keuchte mir Dustin ins Ohr, während er mein linkes Knie gegen den ledernen Rücksitz seines Autos schob. Ich hatte gedacht, dass wir es mittlerweile draufhätten, aber manchmal wollte er es dann doch wieder anders haben. Also musste ich mich anpassen. Bei dem ganzen Hin und Her einen kühlen Kopf zu bewahren war gar nicht so einfach.

Anfangs hatte es ziemlich wehgetan. Jetzt war es zum Glück nur noch etwas unangenehm. Aber ich liebte Dustin über alles, und er wollte nun mal Sex. Also gab ich ihm, was er wollte. Das bedeutete dann, dass er mir ein paarmal die Woche ein bisschen zu heftig in die Brustwarzen kniff, mit mir schlief, und das war’s. Aber es war mir die Sache wert, weil ich ihm dadurch wieder näher sein konnte. In letzter Zeit hatte ich den Eindruck, dass wir uns immer weiter voneinander entfernten. Durch den Sex entspannte sich die Lage, denn immer wenn wir miteinander schliefen, klappte es danach wieder zwischen uns.

»So?«, fragte ich und hob die Beine, um sie auf die Lehne seines Rücksitzes zu legen.

»Fuck, ja! Genau so, Baby. Genau so. Du bist so verdammt eng. Es ist fast unmöglich, in dich einzudringen.«

Da konnte ich ihm nur zustimmen. Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum es immer so unangenehm war. Vielleicht hätte irgendwas sein Hineingleiten erleichtern müssen.

»Fuck, aaaah, ja! Gott, Baby, so gut! AAAAAH!«, stöhnte er laut, warf den Kopf in den Nacken und verdrehte die Augen.

Das bedeutete, dass es vorbei war. Er war fertig. Gott sei Dank.

Als er sich von mir herunterrollte, setzte ich mich lieber schnell auf – nur für den Fall, dass er gleich noch mal anfangen wollte, denn ich hatte wirklich keine Lust auf eine zweite Runde.

»Du weißt schon, dass wir eines Tages heiraten werden, oder?«, fragte Dustin, während er mir half, meinen Rock glatt zu streichen, und mir mein Höschen gab.

Ja, das wusste ich, und das wünschte ich mir auch. Er war schon immer mein bester Freund gewesen, mein ganzes Leben lang, und als aus unserer Beziehung plötzlich mehr wurde, hatte es niemanden überrascht. Ich habe Dustin Falco vom ersten Augenblick an geliebt, also war es nur natürlich, wie sich das zwischen uns weiterentwickelt hatte – auch wenn ich nicht so genau wusste, ob ich das mit dem Sex wirklich wollte. Aber unsere Beziehung hatte sich in den vergangenen beiden Jahren einfach so verändert.

Vielleicht war es aber auch nur Dustin, der sich in den letzten beiden Jahren verändert hat. Manchmal erkannte ich ihn gar nicht wieder. Er war nicht mehr der nette Junge von gegenüber, der unbekümmerte und zuverlässige Freund, den ich immer geliebt hatte. Er war plötzlich der rekordbrechende Basketballstar Dustin Falco, der Trainern und Scouts schon in seinem ersten Jahr an der Highschool ins Auge gefallen war. Die Mädels himmelten ihn an, die Jungs wollten sein wie er. Er badete in der allgemeinen Bewunderung. Er wusste, dass er etwas Besonderes war, und er hielt damit nicht gerade hinterm Berg.

Aber ich liebte ihn. Also akzeptierte ich seine Veränderung. Zumindest gab ich mein Bestes. Auch wenn das bedeutete, dass er nur Zeit für mich hatte, wenn er Sex wollte. Ansonsten war er damit beschäftigt, Basketball zu spielen – und mit seinen Freunden auf Sauftour zu gehen, was mir natürlich gar nicht gefiel. Ich hatte einfach keinen Bock auf die Partys, die er besuchte. Ich hatte ihn zweimal begleitet, und er war so sturzbetrunken gewesen, dass ich allein hatte nach Hause gehen müssen. Wenn ich nicht pünktlich wieder zu Hause war, würde ich von meinen Eltern Hausarrest bekommen.

Sie vertrauten Dustin, aber sie hatten keine Ahnung, wer er wirklich war. Nicht mehr. Meine Eltern hätten mich nie auf diese Partys gelassen. Ich musste immer viel früher zu Hause sein als alle anderen. Das frustrierte Dustin, aber er versicherte mir stets, dass es schon in Ordnung ging, dass er sich schon damit arrangieren würde.

»Du sagst schon wieder nichts, Babe. Das heißt, dass was im Busch ist. Was hab ich diesmal gemacht?«, fragte Dustin, als ich mir das Höschen wieder anzog.

»Nichts. Ich bin nur in Gedanken. Alles okay«, versicherte ich ihm. Das tat ich immer: Ich sorgte dafür, dass er glücklich und sorglos sein konnte.

Er beugte sich vor und berührte meine Wange. Der sanfte Ausdruck seiner Augen erinnerte mich an den Jungen, in den ich mich vor Jahren verliebt hatte. »Du gehörst mir, Sienna Roy. Du bist mein Ein und Alles. Das weißt du doch, oder?«

Ich nickte. Das sagte er mir seit unserem ersten Kuss. Ein erster Kuss, der vielleicht nicht stattgefunden hätte, wenn Dustins älterer Bruder, Dewayne, mir nicht seine Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Damit meine ich keineswegs die Art von Aufmerksamkeit. Ich war ja auch gar nicht in seinem Alter. Dewayne war in unserem ersten Jahr an der Highschool schon im Hauptstudium. Er und seine Kumpels waren die Anführer der Schule. Sie gehörte ihnen.

An unserem ersten Highschool-Tag hatte Dustin mich allein gelassen, um mit der Basketballmannschaft und den älteren Typen abzuhängen, die ganz wild darauf waren, ihn einzunorden. Ich war das Mädchen, das wegen seiner strengen Eltern nicht allzu viele Leute kannte. Aber Dewayne entdeckte mich an diesem Tag im Flur der Schule. Er half mir, alles zu überstehen. In meiner ersten Mittagspause in der großen Mensa saß Dustin bei seinen neuen Freunden und hatte mich nicht dazugebeten. Der ganze Ort schüchterte mich tierisch ein, also suchte ich mir ein Plätzchen unter einem Baum draußen, um mein Mittagessen zu verzehren. Allein. Bis Dewayne Falco mich sah und sich neben mich setzte. So ging es eine ganze Weile. Aber je mehr Aufmerksamkeit er mir schenkte, desto mehr schenkte mir auch Dustin. Und bald war ich mit Dustin zusammen.

»Ich liebe dich, Baby. Du bist mein Mädchen. Ich kriege eine Krise, wenn wir uns beeilen müssen und ich dich nicht bei Kerzenschein im Bett nehmen kann. Denn das hättest du verdient. Das wünsche ich mir für dich. Aber momentan müssen wir immer noch um deine Eltern herumschleichen. Eines Tages bist du frei. Dann beobachten sie nicht mehr jeden unserer Schritte.«

Ich nickte. Er hatte recht. Eines Tages würde ich aufs College gehen, und die überängstlichen Augen meines Vaters hätten mich nicht länger im Visier. Er müsste mich meine eigenen Entscheidungen treffen lassen.

»Ich liebe dich auch«, antwortete ich also.

Er grinste und beugte sich vor, um mich zu küssen. Es war ein sanfter Kuss. Nach dem Sex behandelte mich Dustin wie einen Schatz. Er wollte nicht, dass ich daran zweifelte, wie viel ich ihm bedeutete. Diese wenigen Augenblicke machten alles wieder wett. Denn in Wahrheit mochte ich keinen Sex. Er war unangenehm und schmerzhaft, und mir wollte einfach nicht einleuchten, warum Mädchen ihn so sehr genossen. Der Ausdruck auf Dustins Gesicht, wenn er gekommen war, sagte mir, dass es für ihn einfach fantastisch war. Aber dieses Gefühl war mir fremd. Abgesehen davon, dass ich mich freute, wenn es ihm Lust bereitete, scheute ich davor zurück.

»Du musst in einer Viertelstunde wieder zurück sein«, sagte Dustin. Das war unser allabendliches Ritual. Er fuhr mich nach Hause, dann ging er noch auf eine Party oder zu einem Basketballspiel. Es tat mir weh, wenn ich mir vorstellte, dass er mit anderen Mädchen zusammen war, trank und bis in den Morgen feierte. Ich hatte ihm mal gesagt, dass ich mir Sorgen machte, er würde es irgendwann leid sein, sich an die Regeln meiner Eltern zu halten, und sich von mir trennen. Er hatte mir versichert, dass er mich liebte, nur mich. Immer.

»Fuck!«

Mein Kopf wirbelte herum, ich war von seinem Ausbruch überrascht, sah, wie er sein benutztes Kondom in die Höhe hielt. Das Sperma, das da ordentlich drin sein sollte, benetzte auch den äußeren Teil des Latex.

»Das verdammte Kondom ist gerissen«, fluchte er, bevor er es aus dem Fenster warf.

»Das ist jetzt schon das zweite Mal bei den Dingern aus der Schachtel, die ich letzte Woche gekauft habe. Ich muss wohl mal die Marke wechseln«, grummelte er.

»Ich wusste ja gar nicht, dass es gerissen war«, sagte ich und versuchte, mich daran zu erinnern, wie es letzte Woche auf Dustins Autorücksitz gewesen war.

Er wurde blass, doch dann zuckte er die Achseln. »Ich wollte dich nicht beunruhigen. Ich war eben sauer, und dann hab ich’s vergessen. Aber es passiert wirklich zum zweiten Mal. Ich kaufe uns neue. Mach dir keine Sorgen«, sagte er augenzwinkernd, zog seine Jeans hoch und knöpfte sie zu.

»Komm, ich bringe dich heim.« Er öffnete die Tür und stieg aus, dann streckte er mir die Hand entgegen, um mir rauszuhelfen. Draußen nahm er mich in die Arme und atmete tief ein. »Ich weiß nicht, was ich ohne dich täte, Sienna. Ich liebe dich so sehr. Du bist die Mitte meines Lebens. Du erdest mich und sorgst dafür, dass ich mich konzentrieren kann. Und ich kann dir immer vertrauen.«

Das war der Dustin, den ich kannte. Mein bester Freund. Der Kerl von gegenüber, den ich schon mein Leben lang kannte. Nicht die beliebte Sportskanone, die auf Partys immer zu viel trank.

Ich reckte mich auf die Zehenspitzen und küsste ihn, und er musste sich trotzdem noch zu mir herunterbeugen, damit ich an seine Lippen kam. Dustin war jetzt schon bestimmt fünf Zentimeter größer als sein älterer Bruder. Die Falco-Jungs waren nun mal groß. Aber Dewayne hatte breitere Schultern und war so muskulös, dass er wirklich wie ein Mann aussah. Dustin aber war noch ein Junge. Aber er war mein Junge.

Trotzdem hielt mich das nicht davon ab, Dewayne zu beobachten, wann immer ich es konnte. Wenn er draußen sein Auto wusch, stand ich in meinem Zimmer hinter den Vorhängen und beobachtete ihn. Immer wenn ich insgeheim einen Blick auf ihn werfen konnte, tat ich es.

An jenem Tag, als Dewayne sich beim Mittagessen neben mich gesetzt hatte, war er zu meinem Helden geworden. Er hatte mich gerettet. Und das war seitdem nicht nur einmal vorgekommen. Diesen Typen, der überlebensgroß zu sein schien, immer bei mir zu haben, machte etwas mit meinem Herzen, über das ich keine Kontrolle hatte. Obwohl ich versuchte, nichts für ihn zu empfinden, konnte ich es nicht verhindern.

Ich liebte Dustin Falco, aber seinen älteren Bruder betete ich förmlich an, eine Tatsache, die ich nur mir selbst eingestehen konnte. Er war so gut aussehend, dass ein Mädchen ihn einfach nicht ignorieren konnte.

Nachdem ich mich an diesem Abend ins Bett verkrümelt hatte, überließ ich mich wieder mal meinen Dewayne-Träumereien (denn das war die einzige Zeit, in der ich mir gestattete, meinen Freund im Geiste mit seinem älteren Bruder zu betrügen). Da hörte ich das Martinshorn, nein, es waren gleich mehrere. In Sea Breeze hört man dieses Geräusch nicht allzu häufig. Die Stadt ist klein, und nur selten haben Krankenwagen, Polizeiautos oder Feuerwehrautos Anlass, alle in die gleiche Richtung zu fahren. Doch je lauter sie wurden, umso klarer erkannte ich, wie ernst es war. Ich stieg also aus dem Bett, ging zum Fenster und sah auf die Straße hinaus. Ich konnte sie hören, aber nicht sehen. Ich wusste nur, dass sie ganz in der Nähe waren.

Der Lärm ließ nicht nach, sondern wurde immer lauter, je mehr Notfallfahrzeuge sich näherten. Ich wickelte mich in meine Decke und setzte mich wartend aufs Fensterbrett. Bei dem Lärm hätte ich sowieso nicht schlafen können, und ich beschloss, ein Gebet für die Betroffenen zu sprechen. Meine Eltern hatten mich sehr religiös erzogen, und ich glaubte an die Kraft des Gebets.

Als ich gerade die Augen schloss, öffnete sich meine Schlafzimmertür, und ich sah meine Mutter dort stehen – das Gesicht bleich vor Schreck. War Dad zu Hause? Ich stand auf. Voller plötzlicher Furcht sah ich sie an. »Was ist los, Mom?«, fragte ich. »Ist Daddy da? Ist er doch, oder?«

Sie nickte. »Wir sind alle zu Hause«, sagte sie, legte dann die Hand auf ihr Herz und holte tief Luft. »Das ist es nicht …« Sie blieb stehen und schloss die Augen. Ich ließ die Decke zu Boden fallen und ging auf sie zu. Sie machte mir Angst.

»Mom, sag mir, was los ist«, bat ich.

Sie sah mich an, ihre Augen waren voller Tränen. »Es ist Dustin, Schatz.«

»Dustin?«, fragte ich, blieb stehen und stützte mich irgendwo mit der Hand ab, um nicht umzufallen.

Sie nickte. »Dein Dad wurde gerade vom Pastor angerufen. Er ist jetzt auf dem Weg zu den Falcos. Dustin ist mit dem Auto gegen einen Baum geprallt.« Ihre Stimme versagte.
Er ist mit dem Auto gegen einen Baum geprallt? Wie konnte das passieren? Ich war doch noch vor zwei Stunden mit ihm zusammen gewesen. »Aber geht es ihm gut?«, fragte ich, während die Martinshörner mich weiter verspotteten. Mit all den Notfallfahrzeugen da draußen konnte es ihm schließlich kaum gut gehen.

Mom schüttelte den Kopf. »Nein, Sienna. Es geht ihm nicht gut. Er ist … er ist tot, Schatz.«

 

1. Kapitel

Sienna

Sechs Jahre später …

Ich hätte nie gedacht, dass ich je wieder nach Sea Breeze, Alabama, zurückkehren würde. Als meine Eltern meine Koffer gepackt und mich nach Fort Worth in Texas geschickt hatten, um dort bei der Schwester meiner Mutter zu leben, die ich kaum kannte, hatte man mir erzählt, dass ich nach Hause zurückkommen konnte, wenn das Baby auf der Welt war. Was man mir nicht gesagt hatte, war, dass mein Baby nicht mitkommen sollte.

Ich warf einen Blick auf Micah, der auf dem Rücksitz des Autos schlief, seine Darth-Vader-Actionfigur fest umklammert. Unser Leben war nicht leicht gewesen, aber wir hatten einander gehabt. Um keinen Preis der Welt hätte ich die Zeit zurückdrehen und es anders machen wollen. Micah war mein Leben. Er hatte mich geheilt, als ich eigentlich sicher gewesen war, dass nichts mich je heilen konnte.

Weil ich Micah behalten hatte, hatten mich meine streng religiösen Eltern verstoßen. Meine Tante war nicht gerade der liebevollste Mensch auf der Welt, aber mit der Entscheidung meiner Eltern war sie nicht einverstanden gewesen. Ich hatte arbeiten gehen und selbst für meinen Lebensunterhalt aufkommen müssen, aber zumindest hatte sie uns ein Dach über dem Kopf gegeben.

So hatte ich keine Wahl gehabt: Ich hatte aufs Abi verzichten und mich mit der mittleren Reife begnügen müssen. Meine Tante Cathy war die Direktorin der örtlichen Highschool und half mir, ein Stipendium für die Berufsschule zu bekommen. Als Micah dann achtzehn Monate alt war, meldete ich mich an der Fachschule für Kosmetik an. Noch vor seinem dritten Geburtstag hatte ich meinen Abschluss als Kosmetikerin in der Tasche.
Ich würde nie gutmachen können, was meine Tante für mich getan hatte.

Micah und ich zogen erst vergangenes Jahr aus und mieteten uns endlich unsere eigene Wohnung. Ich traf mich nicht mit Männern, denn im Umgang mit meinem Sohn vertraute ich niemandem. Außerdem hatte ich Skrupel, einen Babysitter zu bezahlen, wenn wir das Geld doch für viel wichtigere Dinge benötigten wie Miete, Betreuung und Essen. Trotzdem gab es immer mal wieder einen, der mit mir flirtete oder mich daten wollte. Janell, die Besitzerin des Kosmetiksalons, in dem ich arbeitete, behauptete, dass die Männer alle glaubten, ich spiele die Unberührbare. Dadurch waren sie noch beharrlicher.

Aber in Wahrheit fühlte ich mich manchmal ziemlich einsam. Doch dann sah ich Micah lächeln. Er erinnerte mich an seinen Vater und daran, dass ich zehn Jahre in meinem Leben jemanden gehabt hatte, der zu mir gehörte. Einen sehr besonderen Menschen. Und jetzt hatte ich Micah. Mehr brauchte ich nicht.

Als mich meine Mutter vor zwei Monaten angerufen hatte, um mir vom Herzanfall meines Vaters zu berichten, wusste ich nicht so recht, was ich fühlen sollte. Er hatte Micah nicht kennengelernt, und jetzt war es zu spät. Meine Mutter hatte sich mit dem Geld aus Dads Lebensversicherung in ein Altersheim in Florida eingekauft. Ihr Haus hatte sie Micah und mir überlassen.

Nicht ein einziges Mal entschuldigte sie sich dafür, dass sie mich im Stich gelassen hatte, als ich sie am meisten gebraucht hätte, oder dass sie sich von ihrem einzigen Enkel abgewandt hatte. Aber die Tatsache, dass sie uns das Haus überlassen hatte, bedeutete schon etwas. Ich hoffte nur, dass sie eines Tages erkannte, was ihr entgangen war, weil sie ihn nie kennengelernt hatte.

Janell hatte mir geholfen, indem sie mir ein hervorragendes Arbeitszeugnis ausgestellt hatte, und so hatte ich es geschafft, in einem der ersten Salons in Sea Breeze eine Stelle zu finden. Dadurch verdiente ich nicht nur mehr Geld, ich musste auch keine Miete mehr zahlen. Unser Leben würde in Sea Breeze besser sein. Micah würde in der kleinen Küstenstadt aufwachsen, die ich liebte.

Meine einzige Sorge und der einzige Grund, warum ich fast nicht wieder zurück nach Hause gezogen wäre, war die Vorstellung, dass die Falcos Micah sehen würden. Als mir klar wurde, dass meine Eltern nicht vorgehabt hatten, meinen Sohn aufzunehmen, hatte ich Tabby Falco, Dus­tins Mutter, einen Brief geschrieben.

Sie hatte nie geantwortet.

In Micahs erstem Lebensjahr schrieb ich unzählige Briefe und legte Bilder von ihm bei. Er sah seinem Vater so ähnlich. Sie sollten sehen, dass Dustin nicht vollkommen verloren war. Er hatte uns einen Teil von sich selbst hinterlassen.

Sie antwortete nicht ein einziges Mal.

Manchmal war ich nah dran, sie anzurufen, aber wenn sie schon auf meine Briefe nicht antworteten, dann wollten sie auch nicht mit mir reden. Sie wollten Micah nicht haben. Das hatte mich fast noch mehr verletzt als die Tatsache, dass meine eigenen Eltern ihn ablehnten. Ich hatte die Falcos gehasst, weil sie uns so böswillig im Stich gelassen hatten. Aber dann hatte ich gelernt loszulassen. Weiterzumachen. Mit meinem Leben glücklich zu sein. Mit meinem wunderschönen kleinen Jungen.

»Mom? Wo sind wir?«, fragte eine verschlafene, zarte Stimme vom Rücksitz meines zwölf Jahre alten Honda Civic.

»Wir sind zu Hause. In unserem neuen Heim«, antwortete ich und fuhr in die Einfahrt des Hauses, das früher mein Zuhause gewesen war und es nun bald wieder sein würde.

»Unser neues Haus?«, fragte er mit aufgeregter Stimme und rutschte auf seinem Sitz hin und her, um besser sehen zu können.

»Ja, Schatz. Unser neues Haus. Wollen wir reingehen und es uns ansehen?«, fragte ich und stieg aus. Es war ein Zweitürer, deshalb musste ich meinen Sitz nach vorn klappen, damit er herausklettern konnte.

»Wohnen hier auch noch andere?«, fragte er und blickte mit großen Augen an dem Holzhaus empor.

»Nur wir, Süßer. Und du hast sogar dein eigenes Zimmer. Meins ist genau gegenüber.«
»Wow«, rief er, und seine Augen leuchteten vor Begeisterung. Sogar bei meiner Tante Cathy hatten Micah und ich uns immer ein Zimmer geteilt. Und als wir in die Wohnung gezogen waren, hatten wir uns angesichts der Betreuungskosten auch nicht mehr als ein Einzimmer­apartment leisten können. Dieses Haus hatte zwar nur sechzig Quadratmeter, war aber die bisher größte Wohnung, die wir beide nur für uns hatten.

»Na komm, wir schauen uns mal dein neues Zimmer an. Vielleicht müssen wir es ja streichen. Keine Ahnung, welche Farbe die Wände jetzt haben«, sagte ich zu ihm. Als ich zum letzten Mal in meinem alten Zimmer gewesen war, waren die Wände pinkfarben gewesen. Micah war fest überzeugt, dass Pink nur was für Mädchen war, und wollte nichts damit zu tun haben.

Ich zog den Schlüssel aus der Tasche, den meine Mutter mir mit dem Brief und der Besitzurkunde zusammen zugeschickt hatte, holte tief Luft und schloss die Tür auf. Ich trat einen Schritt zurück und bedeutete Micah einzutreten. »Schau es dir an.«

Er grinste übers ganze Gesicht, als er ins Haus lief, und jauchzte, als er sah, wie groß das Wohnzimmer war. Dann drehte er sich um und lief den kleinen Flur hinab. Ich blieb an der Tür stehen, konnte das Haus gegenüber nicht länger ignorieren, wandte mich um und sah es an. Den Truck in der Auffahrt kannte ich nicht, aber es war ja auch schon sechs Jahre her. Sicher wohnten die Falcos immer noch dort. Meine Mutter hatte zumindest nicht erwähnt, dass sie umgezogen waren.

Ich fragte mich, ob sie mit Micah sprechen würden, wenn er im Garten vor dem Haus spielte. Oder würden sie ihn auch weiterhin ignorieren, wie sie es seit seiner Geburt getan hatten? Ich würde ihm nicht erzählen, wer sie waren. Ich hatte ihm auch von meinen Eltern nichts gesagt. Er wusste nicht, dass das hier mein Elternhaus war. Er wusste nicht, dass er Großeltern hatte. Im Kindergarten hatte man ihn gebeten, von seinen Großeltern zu erzählen, und als er Tante Cathy erwähnt hatte, hatte er sie eben Tante genannt. Die anderen Kinder hatten ihn verspottet, weil eine Tante nun mal keine Oma war. Er war durcheinander und traurig, weil er nicht wusste, wer seine Großeltern waren.
Als er nach seinem Vater gefragt hatte, hatte ich ihm erklärt, dass Gott seinen Vater bei sich haben wollte, weil er ein so toller Mensch gewesen war, deshalb hatte er ihn zu sich in den Himmel geholt, bevor Micah auf die Welt kam.

Damit hatte sich Micah zufriedengegeben. Es genügte ihm zu wissen, dass seine Mommy ihn bedingungslos lieb­­te und dass wir eine Familie waren. Erst war es schlimm für ihn gewesen, als er mitbekam, dass andere Kids große Familien hatten, aber dann hatte er sich wieder beruhigt, weil ihm auf einmal klar wurde, dass jede Familie anders war.
»Mom! Mom!«, rief Micah jetzt aufgeregt. »Es gibt ein blaues Zimmer. Ein richtig cooles blaues Zimmer! Da sind sogar Spielsachen drin!«

Spielsachen? Ich schloss die Tür hinter mir und ging den Flur hinunter. Als ich den Raum betrat, der früher mir gehört hatte, blieb ich stehen und sah mich erstaunt um. Er war tatsächlich blau gestrichen worden. Ein leuch­tendes, fröhliches Blau. Darin standen ein großes Bett und eine passende Kommode aus Holz. Auf dem Bett lag eine blaue Tagesdecke mit orangefarbenen Basketbällen, und in der Mitte lag ein Kissen in Form eines Basketballs. Unter dem Fenster stand eine offene Spielzeugtruhe mit Piratenschwertern, einem Baseballschläger und Handschuhen dazu, einem großen roten Feuerwehrauto und etwas, das nach einer großen Legokiste aussah. In der gegenüberliegenden Ecke stand ein Indoor-Basketball-Korb, und auf dem Boden darunter lag ein Ball.

Über dem Bett stand MICAH.

»Meinst du, dass die Leute, die früher hier gelebt haben, das für mich gemacht haben? Oder müssen wir das alles zurückgeben?«, fragte er mit hoffnungsvollem Gesicht. »Und schau mal, Mom, da steht sogar mein Name an der Wand.«

Tränen brannten mir in den Augen, und ich musste schwer schlucken, als ich das Zimmer sah. Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Das hatte ich nicht erwartet, aber ich hatte ja auch nicht erwartet, dass mir meine Mutter dieses Haus geben würde. Ein weißer Briefumschlag fiel mir ins Auge. Er lehnte an der Wand auf der Kommode, und drauf standen Sienna, Micah.

Ich ging hinüber, wischte mir eine Träne ab und versuchte, mein Gesicht von meinem aufmerksam dreinblickenden Fünfjährigen abzuwenden. Der Umschlag war verschlossen.

Ich ließ also einen Finger daruntergleiten und öffnete ihn.

Sienna,
das hier ist jetzt dein Zuhause. Es kann die Vergangenheit oder die Jahre, in denen ich nicht für dich da war, obwohl du mich brauchtest, nicht wiedergutmachen. Aber mehr kann ich dir im Augenblick nicht geben. Ich will mir damit keineswegs deine Vergebung erkaufen. Dieses Zimmer habe ich nicht nur für Micah, sondern auch für mich selbst hergerichtet. Ich hätte ihm immer gern Spiel­sachen gekauft. Weihnachtsgeschenke und Geburtstags­geschenke und Geschenke einfach nur, weil er mein Enkel ist. Aber das konnte ich nicht. Nicht, solange ich mit deinem Vater zusammenlebte.

Ich werde nicht schlecht von deinem Vater sprechen – darum geht es hier nicht. Ich habe ihn geliebt. Er war ein guter Mann, aber er war auch sehr stolz, und das musste ich nun einmal respektieren. Ich glaube fest daran, dass er alles anders machen würde, wenn er noch einmal die Gelegenheit dazu hätte. Und ich finde es furchtbar, dass er unseren Enkel nie kennengelernt hat.

Bitte sag Micah, dass dieses Zimmer ihm gehört und mit Liebe von jemandem geschaffen wurde, der hofft, ihn eines Tages kennenzulernen. Natürlich nur, wenn du dazu bereit bist. Ich bitte dich einfach nur darum, in deinem Herzen nach Vergebung für mich zu suchen. Ich will zu eurem Leben dazugehören.

Meine Adresse und Telefonnummer findest du unten. Wenn du mir einen Brief schreiben oder mich anrufen willst, würde ich mich freuen. Oder vielleicht schickst du mir ein paar Fotos von Micah. Dank deiner Tante Cathy habe ich ein ganzes Album voller Fotos von ihm. Er ist ein hübscher Junge, aber das ist seine Mutter schließlich auch.
Ich liebe dich – immer,

Mom

»Mom, warum weinst du?«, fragte Micah und zupfte am Saum meiner Shorts.
Ich faltete den Brief zusammen und steckte ihn in meine Hosentasche. Dann beugte ich mich zu ihm herunter und sah ihn an.

Er streckte die Hand aus und wischte mir mit seinen kleinen Fingern das Gesicht ab. »Ist schon in Ordnung, wenn wir hier nicht wohnen können. Hauptsache, ich bin mit dir zusammen«, sagte er. Er schaute so traurig drein, dass mir das Herz schmerzte.

Dieses Haus war so schön, dass er es kaum fassen konnte. Ich packte seine Hände und drückte sie fest. »Das hier ist jetzt unser Zuhause. Die Person, die es uns geschenkt hat, hat all das nur für dich getan. Ich weine vor Glück, nicht vor Trauer«, erklärte ich ihm. Ich konnte ihm einfach noch nichts von seiner Großmutter erzählen. Ich fühlte mich dem Gedanken, sie ihm vorzustellen, noch nicht so recht gewachsen. Im Augenblick war das alles einfach noch zu schmerzhaft. Aber ihre Worte und dieses Zimmer bedeuteten mir viel. Es machte die Tatsache, dass sie den Kontakt zu mir abgebrochen hatte, nicht wieder gut, aber das Wissen, dass sie Micah genug liebte, um das hier für ihn zu tun, trug dazu bei, dass ich es für möglich hielt, sie wieder in unser Leben zu lassen.

»Ich darf das hier also behalten? Alles?«, fragte er und sah sich mit großen, staunenden Augen wieder im Zimmer um.

»Ja. Das alles gehört dir. Nur dir. Du hast jetzt dein eigenes Zimmer. Dein eigenes Bett. Sogar deinen eigenen Schrank.«

Micah ging zu seinem Bett hinüber und strich mit der Hand über die Tagesdecke. Er wusste, was ein Basketball war. Ich hatte ihm von meinem ersten Gehalt einen gekauft. Ich wollte, dass er diesen Teil seines Vaters hatte. »Hat der Mensch, der das für mich getan hat, gewusst, dass mein Daddy der beste Basketballspieler auf der ganzen Welt war?«, fragte er und sah mich an.

Ich nickte und verkniff mir ein Lächeln.

»Hier werden wir bestimmt glücklich sein, Mom«, sagte er mit ernster Stimme und wandte sich dann seiner Spielzeugkiste zu. Ich beobachtete ihn ein paar Minuten, wie er die Dinge erforschte, die meine Mutter für ihn besorgt hatte. Dann schlüpfte ich aus dem Zimmer, um mir den Rest des Hauses anzusehen.

Mit dem Brief, mit dem sie mir den Hausschlüssel und die Besitzurkunde geschickt hatte, hatte sie mir mitgeteilt, dass sie die Möbel hier zurücklassen würde. Ihr jetziges Apartment war möbliert. Ich wusste nicht so genau, wie mir dabei zumute sein würde, im Bett meiner Eltern zu schlafen, aber ich selbst hatte sowieso nur eine Matratze, und die hatten wir in Texas gelassen.

Voller Anspannung öffnete ich die Tür zum Elternschlafzimmer. Doch dann wurde ich von Erleichterung überwältigt. Hier standen mein altes Bett, meine Kommode und mein Toilettentisch. Sogar mein alter Schreibtisch. Sie hatte alles umgeräumt, weil sie wusste, dass ich ihre Möbel nicht würde haben wollen. Die Tagesdecke war die gleiche, die auf meinem Bett gelegen hatte, als ich vor sechs Jahren gegangen war. Blassrosa mit großen Gänseblümchen darauf.

Ich war daheim.

Abbi Glines

Über Abbi Glines

Biografie

»Seit ich ein kleines Mädchen war, habe ich immer schon Geschichten geschrieben. In meinem Kopf entsteht eine Idee, und ich schreibe sie auf.«

 

Bevor Abbi Glines mit ihren »New Adult«-Romanen der internationale Durchbruch gelang, schrieb sie bereits zahlreiche Fantasy- und Jugendbücher. Viele...

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Bei Piper erschienen sind: - Sea Breeze - Rosemare Beach - Vincent Boys - Field Party

Kommentare zum Buch

eine weitere tolle Story
Vanessa Ostiadal am 18.12.2015

*zum Cover* Geheimnisvoll und vertraut. Stimmig in Farbe und Einteilung und typisch Abbi Glines. ... *zum Inhalt* Sienna, die vor einigen Jahren aus Sea Breeze verschwunden ist, muss nun an den Ort zurück kehren, den sie mit viel Schmerz verbindet. Den dort hat sie ihre Liebe Dustin verloren. Sie versucht so weit es geht seiner Familie aus dem zu gehen, doch das ändert sich als plötzlich Dusitns Bruder, Dewayne, vor der Tür steht und in ihr Gefühle erweckt, die sie niemals erwartet hätte...   *mein Fazit* ich liebe jeden Teil der Sea Breeze Serie und auch dieser hat mich wiedermal überzeugt. Abbi hat einen tollen und angenehmen Schreibstil, auch wenn in der dt. Übersetzung viele Wortwiederholungen vorkommen, kann das Buch fließend gelesen werden. Die Geschichte der beiden Protas fesselt einen. Manche Szenen sind mir zu sprunghaft. Und toll ist es auch, bereits bekannte Protas wieder zu lesen und neues über sie zu erfahren. Bin gespannt auf den nächsten Teil „smile“-Emoticon

Eine berührende Geschichte
Isabelle P. am 13.12.2015

Klappentext: Sienna wollte niemals nach Sea Breeze zurückkehren. Der Schmerz sitzt noch immer zu tief. Als sie vor sechs Jahren ihre große Liebe Dustin verlor, brach eine Welt für sie zusammen. Doch längst darf sie nicht mehr nur an sich alleine denken, denn sie kann sich glücklich schätzen, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben. Trotzdem versucht sie, Dustins Familie aus dem Weg zu gehen, die Sienna verstoßen hat, als sie sie am dringendsten gebraucht hätte. Sie meidet jeden Kontakt, bis Dustins Bruder Dewayne vor ihrer Haustür steht und alte Gefühle entfacht, von denen sie dachte, sie für immer begraben zu haben.     Meine Meinung: „Hold on Tight“ ist eine berührende Geschichte, welche den Leser mitreist. Sienna ist eine unglaubliche Frau und hatte es nicht leicht im Leben. Dwayne dagegen hat seit dem Tot seines Bruders versucht seinen Schmerz mit Alkohol und Frauen zu betäuben. Durch die vielen Rückblicke konnte ich Sienna und Dwayne besser verstehen und vieles wurde dadurch auch klarer. Durch viele neue Informationen und Wendungen wurde die Handlung nie langweilig. Ich habe mit Sienna und mit Dwayne mitgefiebert. Die Beiden sind mir im Laufe der Handlung immer weiter ans Herz gewachsen. Ich bin von Abbi Glines Lesestil begeistert. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und empfehle es allen Romantikern und Abbi Glines Fans weiter.     ACHTUNG SPOILER!!! Sienna´s Sohn Micah ist ein kleiner Sonnenschein, denn man einfach lieb haben muss. Ich finde, das Sienna bei Micah´s Erziehung alles richtig gemacht hat. Der Kleine beschützt seine Mama und versucht, ihr alles recht zu machen. Sienna und Micah sind ein unschlagbares Team.

Eine Verbindung auf vielen Ebenen
Blonderschatten's Welt der Bücher am 03.12.2015

Cover:   Ein Traum in weiß, der den Zusammenhalt des Pärchens aufgrund ihrer Händchen haltenden Geste untermauert. Eben diese hat bei mir schon vor dem lesen eine Vermutung wachgerufen, die sich zwar nicht in dem Sinne bestätigt hat, aber auf das gleiche hinaus läuft. Nachdem ich die Protagonisten kennen lernen durfte, steht diese Haltung für mich im Gleichklang für ihre gemeinsame Verbindung zu Dustin. Allein dieses Cover, erzählt schon sehr viel von der Geschichte. Ein wahrer Hingucker.     Meinung:   Dustin war immer - und ist es nach wie vor - das Bindeglied zwischen Sienna und Dewayne.   Dustin und Dewayne sind Geschwister, doch unterscheiden sie sich in ihrem Verhalten gewaltig. Augenscheinlich ist es leicht zu sagen, dass Dustin besser an Siennas Seite passt, doch trügt dieses Bild oft, da es ebenso auf die inneren Werte ankommt, die viele verborgen halten, zum Wohle eines anderen. Ebenso wie Dustin die Verbindung der beiden geebnet hat, so ist er auch immer die Hemmschwelle, die keiner der beiden überschreiten möchte.   Die Verbindung der Protagonisten, geht jedoch weit über den Bruder und Freund hinaus, denn schon sechs Jahre vor der Zeit in der das Buch hauptsächlich spielt, haben sich Gefühle angebandelt, die niemals an Intensität verloren haben.   >>[...] Ich bin seine einzige Familie. Ich bin die Einzige, die ihn wollte und liebte. [...]<<   Ihre gemeinsame Geschichte verbindet und trennt sie gleichermaßen und auch wenn Dustin nicht mehr da ist, hat er ein Teil von sich hinterlassen. Sienna musste immer kämpfen, denn mit ihrer Familie hat sie es nicht leicht und nach dem Tod ihrer ersten großen Liebe musste sie sich schnell zusammen reißen um Verantwortung zu tragen.   Eine Verantwortung, die sie sechs Jahre später der Familie Falco enthüllt und auch dadurch einen Wandel des Lebensstils bei Dewayne bewirkt.   >>Er ist ein guter Mann. Er weiß es nur nicht. Er zweifelt an sich. Aber mein Junge ist besser, als die Polizei erlaubt. Hatte immer schon ein Herz aus Gold. Man muss ihn nur mal aufwecken, damit er das auch selbst sieht..<<   Sienna und Dewayne haben den Verlust eines geliebten Menschen noch nicht verwunden. Bei Dewayne hatte es zur Folge, dass er emotionalen Bindungen strikt aus dem Weg gegangen ist, denn das würde bedeuten sich verletzbar zu machen. Ein Gefühl, das er nie wieder erleben möchte. Doch durch das Bindeglied muss auch er feststellen, dass er sich dadurch verwehrt, was er schon so lange begehrt.   Die anfängliche Distanz der beiden kann ich sehr gut nachvollziehen, da man natürlich nicht einfach abschütteln kann, was in der Vergangenheit passiert ist, ebenso wenig, wie das Gefühl jemanden zu betrügen. Doch bin ich mir auch sicher, dass Dustin gewollt hätte, dass die Menschen die er geliebt hat, ihr Leben genießen, Liebe schenken und empfinden und zwar mit genau dem Menschen, der diese Gefühle in ihnen hervorruft, zumal er auch nicht derjenige war, für den ihn Sienna immer gehalten hat. Seine Unehrlichkeit erschwert ihnen vieles. Wird die Liebe ihren Weg finden?     Charaktere:   Sienna musste schnell erwachsen werden und Verantwortung tragen, um jemanden den nötigen Halt zu geben, den sie von ihrer Familie nicht erhalten hat. Mit einem Schlag hat sie alles verloren und musste doch immer achtsam sein. Erst als sie den Schritt ins ungewisse wagt, scheint sich ihr Blatt wieder einer besseren Zeit zuzuwenden, wäre da nicht ihre gemeinsame Geschichte mit Dewayne.   Dewayne hat eine Mauer um sich errichtet, die seit sechs Jahren währt. Diesen Schutzschild, hält er eisern aufrecht um alle Emotionen und die damit einhergehende Verletzlichkeit von sich abzuschotten. Diese Rechnung hat er aber ohne Sienna gemacht, die alte Gefühle in ihm wachrüttelt und diese um ein vielfaches verstärkt.       Schreibstil:   Abbi Glines Bücher sind für mich immer wieder ein "nach Hause kommen". Diese Geschichte bringt zwei wundervolle Protagonisten hervor und lässt uns auch weiterhin den Weg der vorherigen Charaktere verfolgen. Durch den herrschenden Zusammenhalt dieser immer größer werdenden Familie, von denen jeder im Leben sein eigenes Päckchen zu tragen hatte, entwickelt sich für jeden von ihnen etwas Gutes. Nicht nur die Charaktere selbst, auch ich als Leser wurde aufgefangen und das Gefühl von Hoffnung und Zuversicht, in welcher Lebenslage auch immer, springt immer wieder auf mich über.   Die optimale Bandbreite der Gefühle, erfahren wir hier nicht nur durch die Sichtweisen von Sienna und Dewayne, sondern ebenso durch die Rückblicke in ihre Jugend. Durch die sprachliche Ausarbeitung wird das alltägliche Geschehen auch hier wieder zu einer lebhaften und interessanten Reise.   Noch schwerer als die Hürden, die wir von anderen in den Weg gelegt bekommen, sind die, die wir uns selbst auferlegen. Die Autorin lässt ihre Charaktere immer um die Liebe kämpfen, doch selten stecken sie in einem so großen Zwiespalt. Diese Geschichte geht an Herz und Nieren und beflügelt gleichzeitig mit einer Intensität lange währender Gefühle, die nichts an Intensität verloren hat, sondern stetig mit ihren Charakteren wächst.

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