Helmut Schmidt und der Scheißkrieg

Die Biografie 1918 bis 1945

€ 8,99 inkl. MwSt.

Helmut Schmidt und die Tragödie der Pflicht.

Die Tragik, pflichtbewusst und mit vollem Einsatz für die falsche Sache gekämpft zu haben, begleitet Helmut Schmidt noch heute. Doch auch wenn er immer vom »Scheißkrieg« spricht, so blieb er sein Leben lang vom Soldatischen fasziniert, waren Pflichterfüllung und Disziplin für ihn prägend. Aber was hat Helmut Schmidt wirklich gesehen und gewusst? Der Altkanzler selber gab der Autorin die Erlaubnis, seine Wehrmachtsakte und seine persönlichen Unterlagen auszuwerten. So erforscht Sabine Pamperrien Details, die bislang im Verborgenen blieben, sie erzählt, wie die Nazis nach dem Jungen aus der progressiven, demokratischen Lichtwark-Schule griffen oder wie der Abiturient zum vorzüglichen Soldaten und dekorierten Offizier in Hitlers Wehrmacht wurde. Ein unverzichtbares Buch für alle, die verstehen wollen, wie aus dem bedeutenden Politiker derjenige wurde, der er heute ist.

 

  • € 8,99 [D], € 8,99 [A]
  • Erschienen am 08.12.2014
  • 352 Seiten , WMEPUB
  • ISBN: 978-3-492-96780-8
 
 

Leseprobe zu »Helmut Schmidt und der Scheißkrieg«

Vorwort


» Mörder aus Feuerteufel-Tatort spielt Helmut Schmidt «, titelte das Hamburger Abendblatt im Jahr 2013 vorwurfsvoll. Gerade war bekannt geworden, dass der Schauspieler Bernhard Schütz in den Spielszenen einer Fernsehdokumentation über das Leben Helmut Schmidts den » coolsten lebenden Deutschen « in seinen mittleren Jahren darstellen würde. Sollte das heißen, dass Darsteller von Mördern für die Verkörperung einer lebenden Le­­gende wie Helmut Schmidt nicht geeignet sind ?
Dass mit Bernhard Schütz ein Star deutscher Theater die Rolle übernahm, war die eigentliche Nachricht. Als [...]

mehr

Sabine Pamperrien

Sabine Pamperrien

Sabine Pamperrien studierte Rechtswissenschaft, Geschichte und Literaturwissenschaft. Nach Stationen beim ZDF und in Printmedien arbeitet sie als freiberufliche Journalistin und Rezensentin für Deutschlandfunk, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Das Parlament, Der Freitag und zahlreiche mehr ...

Rezensionen und Pressestimmen

Rhein Neckar Zeitung


»Sabine Pamperrien hat ein unverzichtbares Buch für alle geschrieben, die verstehen wollen, wie aus Helmut Schmidt (und anderen seiner Generation) das wurde, was er heute ist.«   

Westfalen-Blatt


»Die Tragödie der Pflicht, ideales Geschenk für alle, die verstehen wollen, wie Menschen werden wie sie sind.«   

FAZ


»Die Autorin hat nach den Regeln der Historikerzunft geforscht, geprüft und geschrieben. Ihre Methode ist ebenso einfach wie überzeugend und angemessen: Sie konzentriert sich auf den jungen Helmut Schmidt der Jahre 1918 bis 1945. Sie konfrontiert Selbstaussagen des Altkanzlers mit bereits bekannten und vor allem bislang unbekannten – von ihr neu ermittelten – Akten und Fakten.«   

DIE ZEIT


»Die Analyse ist kritisch, aber nicht moralisierend. Sabine Pamperrien hat ein lesenswertes, gut recherchiertes Buch geschrieben, das die Perspektive auf Helmut Schmidts Biografie bis 1945 schärft.«   

Radio Bremen


»Die Autorin ergänzt die Geschichte der Jugendjahre Schmidts um wichtige Facetten. Helmut Schmidts Lack – als in der Nazizeit ganz und gar unbescholtener und ansonsten gradliniger und aufrichtiger Mensch – wird erheblich angekratzt.«   

Kommentare zum Buch
1. Als Junger Mensch...
MpunktLpunkt am 08.01.2015 - 17:51:44

..der gerade sein Geschichtsstudium abgeschlossen hatte, freute ich mich über das Buch, das meine Eltern mir zu Weihnachten verehrten. Beim lesen jedoch wurde meine Stimmung mehr und mehr betrübt. Die Verurteilung Helmut Schmidts stand offenbar schon vorher fest. die halbentschuldigende Aussage, die Autorin "werfe ihm ja nichts vor" wird auf jeder einzelnen Seite ad absurdum geführt. Dabei werden Urteile über den Ex-Kanzler im besonderen, aber auch indirekt über andere Zeitgenossen abgegeben, welche vom Podest heutiger Moralvorstellungen und dem Wissen der Nachgeborenen gefällt werden. An der Menge der Anwürfe könnte man fast meinen, er hätte schon als Lichtwarkschüler die Möglichkeit und "Pflicht" gehabt, das NS-Regime im alleingang zu stoppen. Dass bei alledem immer wieder davon die rede ist, dass Helmut Schmidt dieses oder auch jenes nicht einfach bemerken hätte KÖNNEN, sondern bemerken hätte MÜSSEN entlarvt das Buch schlussendlich als vorverurteilend und tendentiös. Als ich dann bemerkte, dass es ausgerechnet aus der Feder einer Historikerin stammt, hinterließ dies bei mir einen besonders fahlen Nachgeschmack...Am Nimbus des Altkanzlers und seines Lebenswerks wird dieses Buch dennoch zum Glück vorüberziehen ohne Schaden zu verursachen. Er selbst würde es vermutlich mit einem humorvollen Zweizeiler oder einem seiner Bonmonts zu den Akten legen.

2. Die Causalitäten sind hier so komplex, dass 10 Bände nicht ausreichen würden...
Jasmin am 16.12.2014 - 12:57:16

Die Causalitäten sind hier so komplex, dass 10 Bände nicht ausreichen würden...um die Zwickmühlen, in die ein Mensch, der zum Soldat und Helfer des Wahnsinns gemacht wurde, darzustellen. Das Wort "Scheißkrieg" dürfte daher als Elixier des Buches ausreichend sein - weitere Ausführungen, die auf Befürworten oder dagegenhalten einer Person, die von Kettenhunden gezwungen wurde, zu funktionieren, erscheinen als sinnlos. Verlgeiche bitte hier mit Heinz Rühmann anstellen. Dann dürfte klar sein, das das was nach außen tritt, etwas anderes als Intentionen sind. Man musste falsch spielen, sonst konnte man auch als Gegner nicht mehr wirken.

3. Was soll das ewige Wühlen
Carl Georg Otto am 04.12.2014 - 14:37:11

Es macht sich gut, in dem Leben von Menschen zu wühlen, die das Pech hatten, zur Nazizeit zu leben und da womöglich noch Verantwortung zu tragen. Besonders wenn es sich um berühmte Zeitgenossen handelt und man so als Autor seinen Marktwert steigern kann. Aktive Teilnehmer dieser Zeit sind heute, egal ob Täter, Opfer, Mitläufer oder "normale Zeitgenossen" weit in den 80ern und damit schwer im Greisenalter. Finden kann man da immer etwas, wenn man etwas finden möchte ..und das, was man finden möchte. Helmut Schmidt wird sich hierzu sowieso nicht äussern. In Hamburg wird , egal was behauptet wird, Helmut Schmidt noch viel Jahre weiter verehrt. Die Stadt hat ihm einfach zu viel zu verdanken. 1962 war er es, der uns vor einer noch größeren Katastrophe bewahrt hat. Aber vielleich bekommt ja ein neuer Forscher heraus, das Schmidt damals die Deiche angebohrt hat um später als Held zu gelten.

4. Hereingefallen
Hanns Schneider am 01.12.2014 - 15:05:12

Wie kann man nur eine Beurteilung aus der Nazi-Zeit für bare Münze nehmen? Sie war häufig ein Schutzschirm, um vor Nachstellungen der Gestapo zu schützen. Diese unkritische Übernahme stellt der Autorin und Historikern ein schlechtes Zeugnis aus.

5. Helmut Schmidt und der Scheißkrieg
Kurt Henke am 01.12.2014 - 10:57:49

Sehr geehrte Frau Pamperrien,   ich glaube, obwohl ich das Buch nicht gelesen habe und schon gar nicht kaufen und lesen werde, jedoch aus der Presse vorab schon verstanden habe, handelt es sich bei diesem Buch um das Ranhängen an einen weltbekannten Namen, um auf sich selbst aus der Bremer Provinz aufmerksam zu machen und natürlich auch Geld zu machen.   Mit Aufklärung über Helmut Schmidt kann es ja nun wirklich nichts zu tun haben, da alles aber auch alles über ihn von1938 bis 1945 hinlänglich bekannt war und ist, und somit ihr Buch wohl nur Unterhaltungswert haben soll.   oder wie verstehen Sie ihr Buch ? 

6. Helmut Schmidt und der scheiß Krieg
Dietmar Philipp (Jahrgang 1947) am 30.11.2014 - 10:32:46

Guten Tag, ich beschäftige mich u.a. mit Geschichte -auch der NS-Zeit, habe selbst den Tot eines 1944 abgeschossenen Flugzeugführers aus der eigenen Familie recherchiert und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass wohl Personen, die keine Kriegsverbrechen begangen haben und sich in der nachfolgenden Zeit als Demokraten erwiesen haben, nicht im Nachgang zu verurteilen sind! Dies gilt auch für die regierende Deutsche Persönlichkeit Helmut Schmidt. Er hat sich Zwischenzeitlich so hohe Verdienste in der Demokratie erworben, dass man ihm gar nicht genug würdigen kann, allein seine Rettungsaktionen beim Hamburger Hochwasser sprechen Bände. Somit ist es für mich, 70 Jahre nach dem Krieg, direkt entwürdigend die Person Helmut Schmidt so darzustellen. Vielleicht spielt hier auch die krampfhafte Suche nach "Schreibstoff" mit Geldverdienen eine Rolle, was normalerweise total abzulehnen ist. Mit freundlichen Grüßen, Dietmar Philipp, Auerbach, 30.11.2014

Kommentieren Sie diesen Beitrag:

(wird nicht angezeigt)

Das könnte Ihnen auch gefallen

404 Seite Email