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Welche Grenzen brauchen wir?
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Beschreibung
Kein anderes Thema hat die europäische Politik in den letzten Jahren so beeinflusst wie die Debatte um Geflüchtete, Asyl und Migration. Dabei wird die Diskussion dominiert von Schlagworten, falschen Tatsachenbehauptungen und Scheinlösungen.
Gerald Knaus erklärt in seinem Buch, worum es tatsächlich geht, und zeigt, dass humane Grenzen möglich sind. Der Migrationsexperte, dessen Analysen Regierungen in ganz Europa beeinflusst haben, erläutert, welche Grundsatzprobleme wir dafür lösen müssten und wie aus abstrakten Prinzipien mehrheitsfähige umsetzbare Politik werden kann. Er erklärt außerdem,…
Kein anderes Thema hat die europäische Politik in den letzten Jahren so beeinflusst wie die Debatte um Geflüchtete, Asyl und Migration. Dabei wird die Diskussion dominiert von Schlagworten, falschen Tatsachenbehauptungen und Scheinlösungen.
Gerald Knaus erklärt in seinem Buch, worum es tatsächlich geht, und zeigt, dass humane Grenzen möglich sind. Der Migrationsexperte, dessen Analysen Regierungen in ganz Europa beeinflusst haben, erläutert, welche Grundsatzprobleme wir dafür lösen müssten und wie aus abstrakten Prinzipien mehrheitsfähige umsetzbare Politik werden kann. Er erklärt außerdem, warum das vielen Gesellschaften schwer fällt und selbst viele Bürger mit widersprüchlichen Emotionen ringen - hier Empathie, da Angst vor Kontrollverlust – und wie eine Politik, die Fakten und Emotionen ernst nimmt, möglich wird.
- „Gerald Knaus hätte die Lösung.“ Der Tagesspiegel
- „Kann dieser Mann das EU-Türkei-Migrationsabkommen retten?“ Foreign Policy
Über Gerald Knaus
Aus „Welche Grenzen brauchen wir?“
Warum dieses Buch?
2019 kamen insgesamt etwa 100 000 Menschen irregulär über das Mittelmeer in die Europäische Union. Das sind im Durchschnitt 280 Menschen am Tag. Sind das zu viele? Werden es bald sehr viel mehr sein? Soll man sie stoppen, und welche Maßnahmen sind dabei erlaubt? Wer hat das Recht oder die Pflicht, dies zu entscheiden? Es sind diese Fragen, die in diesem Buch beantwortet werden sollen.
Die Zeit drängt, denn an den Außengrenzen Europas herrscht heute ein Ausnahmezustand. Es gibt Gesetze, die festlegen, was Grenzbeamte an Grenzen tun müssen und [...]
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Was macht eine erfolgreiche Asyl- und Migrationspolitik aus?
Erfolgreiche Politik muss Lösungen präsentieren, die Mehrheiten überzeugen. Nicht irgendwann, sondern jetzt; nicht irgendwo, sondern an allen Außengrenzen der EU, vom westlichen Mittelmeer bis zur Ägäis, vor Lampedusa wie in den Bergen des Balkans. Es muss darum gehen, Bewegungsfreiheit und Sicherheit, Freiheit und Kontrolle zu verbinden.
Welche Herausforderungen sehen Sie in Europa aktuell?
Populistische Bewegungen in ganz Europa versuchen seit 2015 jede Wahl zu einem Plebiszit über Migration zu machen, zu einer Abstimmung über die Unfähigkeit europäischer Eliten, Masseneinwanderung und „Islamisierung“ zu stoppen. Ihr Ziel ist die grundlegende Veränderung der Europäischen Union. Mögliche Vertragsverletzungsverfahren, um etwa die Rechtsstaatlichkeit in Mitgliedsstaaten wie Polen oder Ungarn zu schützen, werden als Bevormundung zurückgewiesen. In der Flüchtlingspolitik soll sich die ganze EU an Ungarn orientieren. Die Ankündigung des ungarischen Premierministers Viktor Orban im September 2015, das „Zeitalter der universellen Menschenrechte“ sei nun zu Ende, soll sich auch in der Außenpolitik der Union niederschlagen. Dabei war die Grundlage der moralischen Neugründung Westeuropas nach dem Zweiten Weltkrieg die Ausrichtung staatlicher Politik an der Würde jedes Einzelnen.
Doch selbst der Kern des internationalen Flüchtlingsschutzes wird regelmäßig verletzt: das Verbot, Menschen zurückzustoßen, die an Grenzen aufgegriffen werden. Es droht das Ende einer Ära, die vor 70 Jahren mit der Annahme der Europäischen Menschenrechtskonvention im Jahr 1950 und der Genfer Flüchtlingskonvention 1951 begann. Und wenn das oberste Gericht der EU feststellt, dass es in Polen eine venezolanische Justiz gibt, in der jeder Richter vom Justizminister eingeschüchtert werden kann, berührt das die Systemfrage. In der EU teilen Demokratien Souveränität auf der Grundlage gemeinsamer Grundwerte. Diese müssen wir auch verteidigen.
„Dieses Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die davon überzeugt sind, dass es möglich sein muss, an Europas Grenzen Kontrolle mit Respekt für Menschenwürde zu verbinden. Es ist für jene, die der Gedanke an fast 18 000 Männer, Frauen und Kinder, die in nur fünf Jahren im Mittelmeer ertrunken sind, und an Kinder, die im Winter in Zelten auf einer Insel in der Ägäis frieren, nicht loslässt. Es ist für Europäerinnen und Europäer, die sich ein Grenzregime wünschen, das Kontrolle mit Menschlichkeit verbindet und dabei den Kern der Genfer Flüchtlingskonvention verteidigt: das Gebot der Nichtzurückweisung von Schutzsuchenden. Und die gleichzeitig ernst nehmen, dass man in Demokratien Mehrheiten erringen und verteidigen sowie in der EU andere Staaten mit Argumenten überzeugen muss, um Politik gestalten zu können.“ Gerald Knaus
Warum dieses Buch?
Europas Grenzrevolution
Unmenschliche Grenzen
Der Optiker und die Ertrinkenden
Die Schweizer Grenze und Refoulement
Die Mauer und tödliche Gewalt
Die Verdammten von Papua-Neuguinea
Wer ist unser Nächster?
Empathie und der „Stamm am anderen Ufer“ Der General und das volle Boot
Die Retter im Südchinesischen Meer
Die guten Australier
Die Paten aus dem Norden
Der Sinn von Asyl
Die europäische Flüchtlingskonvention
Asyl als Farce
Schnelle Verfahren und sichere Herkunftsstaaten Nürnberg und Asyl in der Welt
Unser Plan für die Ägäis
„Merkel ist schuld“ und andere Illusionen
Sinnloser Tod, ratloses Europa
Die Einigung mit der Türkei
Das europäische Nauru
Afrikanische Lösungen
Apokalyptische Migrationsmythen
Migrationswunsch und Migrationsdruck
Ausnahmejahre im Mittelmeer
Die tödliche Wüste
Der Gambia-Plan
Abschieberealismus
Stacheldraht und Asylverfahren
Marokko als Partner
Europa als Leuchtturm
Erfolg und das Nächstmögliche
Null Tote im Mittelmeer
Acht Wochen für ein faires Asylverfahren – Lehren aus der Ägäis
Abschiebungsdiplomatie – Von der Karibik lernen
Patenschaften und Verteilung in Europa
Von Kanada lernen – Projekt 0,05
Ein Durchbruch mit Afrika
Dublin war nie das Problem
Es fehlte nicht an Grenzschützern
„Flüchtlinge in Not“ und die Zukunft des UNHCR
Legenden, die uns schaden, und Geschichten, die wir brauchen
Die Interessen einer humanitären Supermacht
Epilog: Meine Welt von gestern
Anmerkungen
Wer mehr erfahren will – Bücher
Danksagung
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