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Succession Game

Anika Beer
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Roman

„Komplex, fantasievoll und trotzdem vollkommen naheliegend. Ein futuristisches Escape Game, dem sich niemand wird entziehen können.“ - Jennifer Benkau, Schriftstellerin

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Succession Game — Inhalt

Dies ist dein erster Raum. Entkomme in 60 Minuten.

2054: Der Klimawandel ist weit fortgeschritten, die Menschen leben auf engstem, hoch technologisierten Raum. Augmented-Reality-Programme erfreuen sich großer Beliebtheit – allen voran das Escape-Room-Spiel „Succession Game“, das in den sozialen Medien von Millionen Fans gefeiert wird. Als die Privatdetektivin Clue als Kandidatin ausgewählt wird, sieht sie ihre Chance, den zwielichtigen Megakonzern hinter dem Spiel von innen aufzumischen. Doch kurz nach Beginn des Spiels stirbt ein Teilnehmer, und Clue begreift, welche Abgründe sich hinter den Kulissen von „Succession Game“ verbergen. Plötzlich muss sie selbst um ihr Leben fürchten.

Moderne, innovative Science-Fiction einer talentierten deutschen Autorin!

€ 17,00 [D], € 17,50 [A]
Erschienen am 29.09.2022
496 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-70588-2
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€ 5,99 [D], € 5,99 [A]
Erschienen am 29.09.2022
496 Seiten, WMePub
EAN 978-3-492-60254-9
Download Cover
Anika Beer

Über Anika Beer

Biografie

Anika Beer, Jahrgang 1983, ist Autorin, Lektorin und Neurobiologin. Die Arbeit an der Universität inspirierte sie, naturwissenschaftliche Themen wie Immunologie, Neuroinformatik oder Tissue Engineering zur Grundlage für ihre Romansettings zu machen. Als Lektorin und Autorin engagiert sie sich für...

„Liebe Anika Beer, was war die Inspiration zu „Succession Game“?

„Ich glaube, das ist etwas, das in ganz vielen von uns steckt:der Wunsch, selbst einmal Teil eines Games, einer Serie odereines Films zu sein. Ich persönlich bin seit meiner Kindheit fas-ziniert von der Idee, die Coolness, Moves und Skills von Game-HeldInnen selbst zu besitzen. Damals musste das alles noch inmeinem Kopf stattfinden. Aber mit der heutigen und zukünfti-gen AR- und VR-Technologie sind wir schon viel näher dran –daher war es gar keine Frage, dass ich ein Buch darüber schrei-ben musste!“

Werkstattbericht – Anika Beer über „Succession Game“

Ein Buch zu schreiben ist immer ein Erlebnis, und ich habe es in all den Jahren noch nie geschafft, dass der Weg vom Anfang bis zum Ende gerade verläuft. Aber kein anderes Buch hat mir so viel abverlangt, mich innerlich so umgekrempelt und mir neue Horizonte aufgespannt wie „Succession Game“. Es ist in vielerlei Hinsicht ein Buch der bold decisions, ein „Jetzt erst recht!“-Buch, irgendwie auch ein „In your face!“-Buch, aber vor allem ein „Wenn, dann richtig!“-Buch.Dabei stand am Anfang eigentlich nur die recht simple Idee eines Live-Action-Computerspiels na-mens SUCCESSION GAME: Die Teilnehmenden schlüpfen selbst in die Rolle einer Spielfigur, um in verschiedenen Rätsel- oder Aktionsspielen gegeneinander anzutreten, bis nur eine von ihnen übrig bleibt, um eine große Summe Geld zu gewinnen. Ich stellte mir vor, dass es ein cooler, actionreicher Unterhaltungsroman in einem leicht neofuturistisch angehauchten Setting werden würde. Aber kaum hatte ich mich hingesetzt, um mir über die Details Gedanken zu machen, wurde mir klar: Um diese Idee am effektvollsten umzusetzen, braucht es nicht nur besondere HeldInnen, sondern auch einen ganz besonderen Handlungsort, an dem das Spiel ausgetragen wird. Und einen düsteren Twist, der der Action einen tieferen Sinn gibt.
Nach reiflicher Überlegung fiel meine Wahl auf das Jahr 2054. Das ist die Zukunft, wenn auch keine allzu ferne. Daher finden sich in der Welt, durch die sich die ProtagonistInnen bewegen, viele der heute relevanten gesellschaftlichen Probleme wieder. Manche haben sich weiterentwickelt, manches hat sich verschärft, für manches wurden Lösungen gefunden. Und obwohl es natürlich Fiktion ist, soll es sich doch so realistisch wie möglich anfühlen, wenn ich zu projizieren versuche, wo wir in etwa 30 Jahrensein könnten. Was für Menschen leben dann hier in Zentraleuropa, und vor allem: Wie leben sie miteinander? Welche Herausforderungen stellt ihre Umwelt an sie, und wie sieht ein ganz normaler Alltag in dieser Zukunft aus?
Allgegenwärtig sind bei solchen Überlegungen natürlich der Klimawandel und seine Folgen. Der Sachbericht des IPCC zeichnet diesbezüglich ein düsteres Bild, und angesichts der aktuellen politischen Lage besteht wenig Grund zu Optimis-mus, dass wir dagegen noch etwas tun können oder werden. Umso wichtiger erscheint es also für einen Roman wie „Succession Game“, Modelle zu finden, wie die Gesellschaft damit umgehen könnte, wenn die Folgen noch deutlicher spürbar werden als sie es heute schon sind. Wie wir uns neu strukturieren, reagieren, uns anzupassen versuchen, wenn es immer weniger habitable Räume auf der Welt gibt und die günstiger gelegenen Regionen sich darauf einstellen müssen, unzählige Klimaflüchtlinge aufzunehmen.Mein erster Gedanke in diesem Zusammenhang war, dass größere Städte entstehen müssten und der Wohnraum darin neu verteilt würde, sodass sehr viel mehr Menschen auf sehr viel dichterem Raum leben können als bisher. Bei meinen Recherchen zu dem Thema, wie solche Megacitys organisiert und geplant werden könnten, stieß ich auf die Earthship-Architektur des US-amerikanischen Architekten Michael Reynolds. Earthships sind aus geupcyceltem Müll gebaut – beispielsweise aus Altglas oder dem Schrott abgewrackter Autos – und versorgen sich selbst über geschlossene Energie- und Wasser-versorgungskreisläufe. Davon inspiriert habe ich für „Succession Game“ die NeoEco-Zentralballungs-räume entworfen: Riesige Metropolen an den ehemaligen Standorten wichtiger Großstädte wie Berlin, Paris oder Helsinki, die nach den NeoEco-Architekturrichtlinien neu gestaltet, umgebaut und erweitert wurden, um das halbwegs emissionsarme und ressourcenschonende Zusammenleben von Milliarden Menschen zu ermöglichen. Aktuell feh-len zwar noch Daten dazu, ob sich eine Earthship-inspirierte Bauweise überhaupt für Hochhäuser eignen würde, aber ich habe optimistisch entschieden, dass innerhalb von 30 Jahren schon jemand herausfindet, wie das funktionieren kann.
Wie aber leben die Menschen nun in diesen Megastädten? Wie kommen sie mit der beschränkten Privatsphäre und den minimalisierten Rückzugsräumen zurecht – und mit der Ressourcenknappheit, die im Jahr 2054 deutlich spürbar sein dürfte? Wir befinden uns in einem Setting, in dem von den meisten Alltagsgegenständen nur noch das Nötigste produziert werden kann. In den NeoEco-Zentralballungsräumen wird der Wohnraum sehr streng reglementiert; die Menschen leben in winzigen, weitgehend nackten Kompartment-Zellen. Unnötige Gegenstände wie Dekoartikel oder Raumausstattung wie Tapete und Holzfußböden sind kaum noch erhältlich und für den Großteil der Bevölkerung völlig unerschwinglich. Ist es unter diesen Umständen überhaupt möglich, Alltag und Freizeit auch nur annähernd so zu gestalten, wie wir es heute gewohnt sind? Wie entsteht Individualität jenseits von urbanem DIY, wenn kaum Materialien zur Verfügung stehen?
Die Antwort: Augmented- und Virtual-Reality-Programme. In „Succession Game“ begleiten wir die Studierenden Yez und Hathaichanok durch ihr tägliches Leben im Zentralballungsraum Berlin und beobachten gemeinsam mit ihnen die Welt durch die Display-Gläser von Cyberbrillen. Diese Brillen sind im Jahr 2054 allgegenwärtig, weil sie eine einfache, effektive Methode darstellen, die reizarme Umwelt visuell aufzupeppen.Der Siegeszug der augmentierten Alltagsgestaltung geht allerdings noch weiter: Viele Medienformate, aber auch die immer wichtiger werdenden Sozialen Medien und vor allem Gameshows setzen zuneh-mend auf die AR/VR-Technologie. Und hier kommt endlich das titelgebende SUCCESSION GAME wieder ins Spiel: Als AR-Escape-Room-Abenteuer ist es absoluter Spitzenreiter der Branche und wird Staffel für Staffel von Millionen Fans verfolgt, so auch von Yez und Hathaichanok. SUCCESSION GAME bietet Realitätsflucht für alle, und den aus-gewählten Teilnehmenden sogar eine gänzlich neue, durch neurochemische Personality Former indu-zierte Identität als GameheldIn: Genau, was die von der reizarmen, durchgetakteten und einengenden Realität frustrierten Menschen brauchen. Denn wer träumt nicht davon, selbst HeldIn eines Actionspiels zu sein, mit außergewöhnlichen Fähigkeiten spannende Live-Escape-Rooms zu lösen und vielleicht nebenbei auch noch eine beachtliche Summe Geld zu gewinnen? SUCCESSION GAME ist so beliebt, weil es den fiktiven Ausbruch aus dem System zelebriert, Befreiung und Veränderung – eben das, was vielen Menschen in ihrem streng reglementierten Alltag abgeht.
Aber natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt, und SUCCESSION GAME wurde nicht aus selbstloser Liebe oder als therapeutischer Ansatz für Mensch und Gesellschaft entwickelt. Wo ein erfolgreiches Konzept ist, ist der Kapitalismus nicht weit. Gerade in einer Welt, in der die meisten Luxusgüter kaum noch handelbar sind und etliche Konzerne Insolvenz anmelden oder sich von den größeren Playern auf kaufen lassen müssen, gewinnen die wenigen unter ihnen, die sich auch in diesem Szenario noch halten können, mehr und mehr an Monopol und Einfluss. Medizin, Lebensmittel und ressourcenschonender Luxus (also vor allem digitaler, augmentierter Luxus) sind die absoluten Gewinner dieser futuristischen Industrie. Wer das anbieten kann, hat Geld und Macht – und die werden leider nicht immer zum Gesamtwohl der Bevölkerung eingesetzt. Auch der weltgrößte Medienkonzern dEEp Inc., der SUCCESSION GAME produziert, ist eng verbandelt mit der Regierung, die sich nicht nur sehr interessiert an seinen High-End-Augmentationstechno-logien zeigt, sondern auch an den neurochemischen Personality Formern, mit denen im Spiel die HeldInnen-Persönlichkeiten erzeugt werden. dEEp Inc. ist wie etliche andere Megakonzerne tief involviert in politische und auch militärische Entscheidungen und nimmt immensen Einfluss auf die Gesetzgebung – leider allzu oft nicht im Sinne des Allgemeinwohls, sondern allein zur persönlichen Bereicherung und weiterem Machtgewinn.
So viel Eigennutz und Bereicherung an der Bevölkerung braucht in einer ausgewogenen Geschichte natürlich einen Gegenpart. Und glücklicherweise gibt es auch in 30 Jahren noch die Menschen, die dagegen sind und sich weigern, das Diktat der Mächtigen einfach hinzunehmen. Ganz ähnlich wie das gesamte alltägliche Leben sich immer mehr ins Digitale verlagert, finden auch Rebellion und Anarchie zunehmend im Netz statt und richten sich vehement gegen die Megakonzerne, die die Politiknach ihren Interessen beeinflussen und Kapital aus der schwierigen Lebenssituation der meisten Menschen schlagen. So treffen wir in „Succession Game“ die Hackerin Lucille, die aus dem Libanon stammt und von dort aus mit Cyberangriffen gegen das unterdrückerische Regime vorgeht, und das IT-Genie Arc, der sich mit dEEp Inc. anlegt und versucht, SUCCESSION GAME zu zerstören.
Und dann ist da noch die Wissenschaft. Natürlich gibt es in der Science von „Succession Game“ sehr viel Fiction, aber Konzepte wie das Tissue Modelling in der Biotechnologie, oder drogeninduzierte Erinnerungsverfälschung in den kognitiven Neurowissenschaften sind heute schon aktuell, sie werden aktiv in der Forschung angewandt, und sie sind definitiv Grundlage genug, um darauf die beklemmendsten Konzepte zu entwickeln, wo diese Wissenschaft in Zukunft hinführen könnte. So werden in „Succession Game“ beispielsweise Teile der Haut entnommen, um sie, verbessert mit funktionalen Zellen anderer Tierarten, wieder einzusetzen. Die Chemikalien, die die Game-Personas in ihre Hosts implementieren, tun dies, indem sie mithilfe von Neurotransmittern das Gehirn stimulieren und falsche Erinnerungen bis hin zu einer Persönlichkeitsspaltung erzeugen. Das alles könnte bei einer entsprechenden Entwicklung der Forschung durchaus möglich sein – darüber schwebt allerdings immer die Frage: Sollte oder gar darf man etwas tun, nur weil man es kann? Es war mir wichtig, diesen Aspekt auch vor meinem eigenen Hintergrund als Neurobiologin stets kritisch zu hinterfragen, und ich hoffe, dass es auch den Lesenden Anreiz geben wird, die eigenen ethisch-moralischen Grenzen ein wenig auszuloten – denn die können individuell sehr unterschiedlich sein.

Noch wichtiger als das Setting sind mir aber die Figuren, die sich darin bewegen. „Succession Game“ hat einen Cast mit Personen recht unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft. Es gibt diejenigen, die in das Setting hineingeboren wurden, und die, die sich nachträglich daran anpassen mussten; solche, die davon profitieren, und andere, die dagegen ankämpfen müssen, um ihren Platz darin zu finden. Daraus resultiert, dass sie die Gegebenheiten auf recht unterschiedlichen Leveln als normal und selbstverständlich hinnehmen; dass sie unterschiedlich stark sensibilisiert sind und auch unterschiedlich achtsam mit ihrem Umfeld interagieren. Ein Konzernchef, der einer der größten Nutznießer des Systems ist, schert sich beispielsweise vermutlich viel weniger um genderneutrale Sprache als die nichtbinäre Person, deren tägliche Lebensrealität eng damit verwoben ist. Eine zentraleuropäische Studentin mit staatlicher Förderung nimmt das soziale Ungleichgewicht anders wahr als der in Armut geborene Hacker oder die libanesische Freiheitskämpferin. Wenn all diese Menschen-typen in einem spannungsgeladenen Umfeld wie dem SUCCESSION GAME aufeinandertreffen, erzeugt das viel Konflikt und Reibung, was der Dynamik der Geschichte natürlich zugutekommt.
Anders als beim Setting, das insgesamt ein recht dü-terer Ort ist, will ich bei den Menschen und ihrem Umgang miteinander aber auch positive Entwicklungen zeigen. Und zwar vor allem dadurch, dass die natürliche Diversität der Gesellschaft viel selbstverständlicher und respektvoller wahrgenommen wird als in der Gegenwart. Wir beginnen ja heutzutage erst, endlich zu sehen, wie vielfältig unsere Gesellschaft schon immer war, und dass diese Vielfalt in allen Lebensbereichen anerkannt, repräsentiert und gleichgestellt behandelt werden muss. Ich persönlich wünsche mir sehr, dass sich das in den kommenden Jahrzehnten in eine positive Richtung entwickelt, sei es in Bezug auf kulturelle und ethnische Diversität, auf Menschen mit Behinderungen oder neurodiversen Merkmalen, oder auch in Bezug auf sexuelle Orientierung oder Genderidentität. Deshalb habe ich es für meinen Roman auch bewusst so gewählt – als einen Weg, der noch nicht zu Ende ist, aber doch ein gutes Stück weiter, als wir es heute sind.
Das Ergebnis dieser Überlegungen ist ein bunter Cast, für dessen Authentizität ich so gründlich wie möglich recherchiert habe. Ich habe mit Angehörigen der jeweiligen Personengruppen gesprochen, Bücher gelesen und Dokumentationen gesehen. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Facetten der Lebensrealität, gerade von Menschen aus marginalisierten Personengruppen, die sich für mich von außen nicht nachvollziehen lassen. Und ich wollte unbedingt vermeiden, unbeabsichtigt diskrimi-nierende und möglicherweise verletzende Darstellungen dieser Personengruppen in meinen Text zu schreiben, der doch genau das Gegenteil bewirken soll. Aus diesem Grund arbeitet „Succession Game“ mit sogenanntem Sensitivity Reading – eine besondere Form des Lektorats, bei der das Augenmerk darauf liegt, ebensolche diskriminierende und verletzende Darstellungen zu vermeiden.
Ich empfinde diese Art der Textarbeit als enorm lehrreich und bereichernd – im Fall einer meiner ProtagonistInnen, Yez, sogar weit über das Inhaltliche hinaus. Yez ist nichtbinär, empfindet sich selbst also weder als männlich noch als weiblich, und nutzt daher sogenannte genderneutrale Neopronomen. Eine echte sprachliche Herausforderung – und die Wahl eines solchen Pronomens ist erst der Anfang, denn Sprache besteht ja nicht nur aus Pronomen. Es ist erstaunlich, wie viele geschlechtszuweisende Begriffe, Formen und Wendungen wir täglich verwenden, ohne darüber nachzudenken. Das allgegenwärtige generische Maskulinum ist nur das herausstechendste Beispiel dafür. Also entschloss ich mich, den Text komplett genderneutral zu schreiben – erwähnte ich, dass „Succession Game“ ein „Wenn, dann richtig!“-Buch ist?
Denn damit nicht genug: Ja, Sprache besteht nicht nur aus Pronomen, aber Interaktion besteht auch nicht nur aus Sprache, und wo ich nun schon einmal angefangen hatte, wollte ich den ganzen Weg gehen. Ich wollte, dass sich Diversität einerseits im achtsamen und möglichst gewaltfreien Gebrauch von Alltagssprache widerspiegelt; aber auch zeigen, dass es möglich ist, respektvoll miteinander umzugehen und sogar grob und rau im Ton zu sein, ohne einander durch -ismen und Mikroaggressionen zu verlet-zen. Ganz sicher habe ich zu dem Zeitpunkt, an dem das Buch erscheint, bereits wieder mehr dazugelernt und würde einige Dinge noch einmal anders machen, aber ich hoffe, dass es mir zumindest weitestgehend gelungen ist! Wunderbare Hilfe hatte ich jedenfalls von wunderbaren Menschen, die aus eigener Erfahrung genau wissen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie sich nicht länger marginalisiert, sondern geschätzt, gehört und würdevoll behandelt fühlen.
So ist „Succession Game“ am Ende weder eine Dystopie noch eine Utopie, vielleicht ein wenig von beidem, in jedem Fall aber eine Geschichte über Menschen, die es besser machen wollen. Und vor allem hoffe ich, dass es ein Buch ist, das die Lesenden da draußen auf die ein oder andere Weise erreichen und vielleicht sogar berühren kann. Wenn sie sich gehört, gesehen oder verstanden fühlen, wenn mein Buch es möglicherweise sogar schafft, Gedanken in unerwartete Richtungen zu lenken, wenn es etwas in den Lesenden bewegt – dann habe ich es richtig gemacht.

Also: Lassen Sie es uns zusammen besser machen. Sind Sie dabei?

– Anika Beer, im Februar 2022

Pressestimmen
Jennifer Benkau, Schriftstellerin

„Komplex, fantasievoll und trotzdem vollkommen naheliegend. Ein futuristisches Escape Game, dem sich niemand wird entziehen können.“

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