Patient ohne Verfügung

Patient ohne Verfügung

Das Geschäft mit dem Lebensende

Hardcover
E-Book

€ 22,00 inkl. MwSt.

Palliativmedizin und Hospizversorgung in Deutschland

In deutschen Kliniken wird operiert, katheterisiert, bestrahlt und beatmet, was die Gebührenordnung hergibt – bei 1.600 Euro Tagespauschale für stationäre Beatmung ein durchaus rentables Geschäft. Dr. Matthias Thöns berichtet aus seiner jahrelangen Erfahrung von zahlreichen Fällen, in denen alte, schwer Kranke mit den Mitteln der Apparatemedizin behandelt werden, obwohl kein Therapieerfolg mehr zu erwarten ist. Nicht Linderung von Leid und Schmerz, sondern finanzieller Profit steht im Fokus des Interesses vieler Ärzte und Kliniken, die honoriert werden, wenn sie möglichst viele und aufwendige Eingriffe durchführen. Thöns' Appell lautet deshalb: Wir müssen in den Ausbau der Palliativmedizin investieren, anstatt das Leiden alter Menschen durch Übertherapie qualvoll zu verlängern.

  • € 22,00 [D], € 22,70 [A]
  • Erschienen am 01.09.2016
  • 320 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
  • ISBN: 978-3-492-05776-9
 
 

Leseprobe zu »Patient ohne Verfügung«

Begleitwort von Karl Lauterbach

 

Wir können in Deutschland stolz sein auf ein solides Gesundheitswesen, das allen Bürgern eine sichere und zeitgemäße Versorgung garantiert. So steht medizinischer Fortschritt jedermann zur Verfügung, unabhängig vom Geldbeutel.

Wenn ich gefragt werde, wie man dieses Gesundheitssystem humaner gestalten könne, denke ich hauptsächlich an die Hospiz- und Palliativversorgung. Der Aspekt, wie das Lebensende von einem Menschen selbst erlebt wird, wie er auf das Lebensende vorbereitet wird, was er erwarten kann, wie Angehörige es erleben, wenn ein Mensch aus [...]

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Matthias Thöns

Matthias Thöns

Matthias Thöns, geboren 1967 in Witten, ist Anästhesist und seit 1998 als niedergelassener Palliativmediziner tätig. Er ist stellvertretender Sprecher der Landesvertretung NRW der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und war Sachverständiger im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags zur mehr ...

1 News Veröffentlicht am 18.07.2017 von Piper Verlag

Drei Piper-Bücher für »Wissensbücher des Jahres« nominiert

Die Zeitschrift »bild der wissenschaft« wählt jährlich die «Wissensbücher des Jahres«. In diesem Jahr stehen drei Piper-Bücher auf der Longlist.
1 Buchblog Veröffentlicht am 21.08.2016 von Piper Verlag / Matthias Thöns

Sterbende haben ein Recht auf Selbstbestimmung

Unheilbar Kranken ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen: Darum geht es in der Palliativmedizin. Doch nicht Linderung von Schmerz, sondern finanzieller Profit steht im Fokus des Interesses vieler Ärzte, so Palliativarzt Matthias Thöns. Sein Appell lautet deshalb: Wir müssen in den Ausbau der Palliativmedizin investieren, anstatt das Leiden alter Menschen durch Übertherapie qualvoll zu verlängern. Hier finden Sie auch ein Formular der Patientenverfügung zum Download.

Veranstaltungen

Lesung und Gespräch: Am Montag, 20. November 2017 in Bochum
Matthias Thöns spricht über »Patient ohne Verfügung« in Bochum
Zeit: 18:00 Uhr
Ort: BlueSquare (Ruhr-Universität Bochum), Kortumstraße 90 , 44787 Bochum
Gespräch: Am Mittwoch, 22. November 2017 in Torgau
Informationsveranstaltung mit Matthias Thöns u.a. in Torgau: »Krisensituationen am Lebensende«

Informationsveranstaltung über »Krisensituationen am Lebensende und welche Hilfen möglich sind«. Wir bitten um eine Anmeldung wegen begrenzter Platzzahl: hospiz@caritas-torgau.de

 

 

 

Zeit: 18:00 Uhr
Ort: Ökumenischer Ambulanter Hospizdienst , Wintergrüne 2 , 04860 Torgau
Vortrag: Am Donnerstag, 28. Juni 2018 in Schwerte
Matthias Thöns spricht über »Patient ohne Verfügung« in Schwerte

Veranstalter: Hospiz-Akademie Schwerte

Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Rohrmeisterei Schwerte, Ruhrstraße 20 , 58239 Schwerte

Rezensionen und Pressestimmen

Trust


»Jeder sollte das Buch gelesen haben.«   

Deutsches Ärzteblatt


»Das vorliegende Buch ist ein wichtiger beitrag. Mit großer Detailkenntnis schreibt Matthias Thöns vom ›Geschäft mit dem Lebensende‹, das mit ›Patient(en) ohne Verfügung‹ in den deutschen Kliniken gemacht wird. (...) Dem Buch ist eine weite Verbreitung, eine innerärztliche Diskussion und ihr folgende Veränderungen zu wünschen.«   

Badische Zeitung


»Thöns zeigt eindringlich, dass im Interesse schwer Kranker das allseitige Schweigen ein Ende haben muss.«   

Ärzte Zeitung


»Thöns hofft, dass sich angesichts der großen Resonanz auf das Buch auch die Politik bewegt.«   

Pforzheimer Zeitung


»Ein Arzt, der Klartext redet.«   

Westdeutsche Allgemeine


»Thöns kritisiert die seiner Meinung nach ausufernde Apparatemedizin, legt niederschmetternde Zahlen und Studien zur Geschäftsmacherei mit Apparatemedizin, Krebsbehandlungen und Operationen vor.«   

Focus


»Thöns empfiehlt, rechtzeitig eine möglichst konkrete Patientenverfügung zu verfassen und eine nahe Person mit einer Vollmacht auszustatten.«   

FAZ


»Hier verschafft Thöns dem Leser Einsichten in Bestechungsversuche, die bisher kaum bekannt wurden. So rechnen ihm findige Ernährungsberater vor, dass die Provisionen von Firmen für zwei bis drei Patienten, denen man die künstliche Ernährung mittels Magensonde andient, schon geeignet sind, eine Stelle für eine weitere Mitarbeiterin zu finanzieren, von persönlichen Annehmlichkeiten als Sahnehäubchen ganz abgesehen. Dass überall eine Menge Geld im Spiel ist, argwöhnen inzwischen viele, Thöns’ Beispiele beglaubigen, dass es nicht nur Verschwörungstheoretiker sind.«    

Carpe Vitam


»Dr. Matthias Thöns schildert in seinem Buch ›Patient ohne Verfügung‹ viele Leidensgeschichten und Beispiele einer palliativen Betreuung der Patienten und deren Angehörige. Er spricht aber auch klipp und klar die gängige Praxis der Lebensverlängerungen an, die in Wahrheit nur eine Leidensverlängerung sind.«   

MMW Fortschritte der Medizin


»In seinem Buch ›Patient ohne Verfürgung‹ schildert er drastische Fälle einer qualvollen Überversorgung. Von den Hausärzten erhofft er sich Unterstützung für sein Anliegen: Menschen vor Übertherapie zu bewahren und einen würdevollen Tod zu ermöglichen.«   

Hannoversche Allgemeine


»Ein Buch, das vor Augen führt, dass Sterben in Würde womöglich wichtiger ist als Leben um jeden Preis.«   

spass-am-buch.de


»›Patient ohne Verfügung‹, ist ein überaus ehrliches Buch, dass jeder lesen sollte, denn der Tod ist unausweichlich. Hier wird schonungslos aufgezeigt, welche sinnlosen Lebensverlängernde Maßnahmen durchgeführt werden, um den Profit in den Krankenhäusern zu steigern.«   

Der Tagesspiegel


»Ein im besten Sinn aufklärerisches und teilweise schockierendes Buch. (...) Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Lektüre dieses Sachbuchs ohne Folgen für das eigene Leben und Sterben bleibt.« Denis Scheck   

hpd.de - Humanistischer Pressedienst


»Bei der Lektüre eröffnet sich ein Inferno: Eine Vielzahl konkreter, vom Autor dokumentierter und sachlich geschilderter brutaler Beispiele zeigt verführte, belogene, geschädigte, finanziell und in der Lebensqualität beraubte und gefolterte (nach Selbsteinschätzung) Patienten, die beim Leser als potentiellem Patienten Entsetzen hervorrufen.«   

blog.liesdoch.de


»Es ist ein wichtiges Buch, das keinen unberührt lässt (...).«   

Deutschlandfunk Andruck


»Dieses Buch ist überfällig! Unbedingt lesen!«   

Sat1 NRW


»Weil die Vergütung im Gesundheitssystem diese Überbehandlung belohnt, sind immer mehr Schwerkranke betroffen. In seinem Buch ›Patient ohne Verfügung‹ hinterfragt Dr. Matthias Thöns genau das.«   

Gesundheitstipp


»Die Beispiele, die Thöns beschreibt, machen seine Anklage anschaulich: Sie berühren und machen auch wütend. Folgerichtig findet man am Ende dieses ausgezeichneten Buchs die Vorlage für eine Patientenverfügung.«   

ArztRecht


»Das vorliegende Buch ist ein wichtiger Beitrag in der Diskussion um das Problem der Übertherapie am Lebensende. (...) Insgesamt handelt es sich um ein Werk, das insbesondere Ärzten aber auch Juristen wichtige Impulse geben kann.«   

Bild der Wissenschaft


»Der Arzt schildert nicht nur das Schicksal der leidenden Menschen und die Gründe für Übertherapie. Er zeigt auch auf, wie man individuell und gesellschaftlich gegensteuern kann. Ein sehr lesenswertes Buch zu einem elementaren Thema, das oft verdrängt wird.«   

paracelsus-magazin.de


»Lesenswert und bedeutungsvoll für alle von uns.«   

Die Schwester Der Pfleger


»Palliativmediziner Dr. Matthias Thöns prangert dieses ›Geschäft mit dem Lebensende‹ an und appelliert an Pflegende, sich für das Patientenwohl stark zu machen.«   

Kölner Leben


»Das sehr verständlich formulierte Buch macht dem Leser Mut, den eigenen Willen klar zum Ausdruck zu bringen und zu bestimmen, wie und mit welchem medizinischen Ziel er behandelt werden will.«   

Kommentare zum Buch
1. Gute Erfahrung mit der Patientenverfügung
Barbara Schwarz am 13.01.2017 - 05:54:35

Mein Mann und ich haben 2014 beide eine mit ärztlicher Aufklärung verfasste Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht beim Notar erstellt. Mein Mann war mehrfach chronisch schwer krank. Es ging ihm immer schlechter - sein Leben bestand durchgehend aus Schmerzen im ganzen Körper. Ab März 2016 äußerte er immer wieder, er könne und wolle nicht mehr, er wolle "weg von der Welt", hatte keinen Lebenswillen mehr - ich konnte ihn auch nicht kurze Zeit mehr allein lassen, und ich hatte schon Hilfe für mich punkto Pflege angefangen zu organisieren. Oktober 2016 Sturz, 2. Hüfte gebrochen, und eine schwere Lungenentzündung führten innerhalb von viereinhalb Tagen zum Tod. Man hat ihn nicht gequält, die Patientenverfügung wurde akzeptiert, und er bekam lediglich ein Antobiotikum, das nicht mehr griff, und eine Sauerstoffmaske. Unsere Familie konnte ihn im Sterbeprozess begleiten, und ich war am letzten Tag rund um die Uhr bei ihm. Ich betrachte die Patientenverfügung als Segen. 1992 und 1999 starben beide Eltern im Krankenhaus - damals war von Patientenverfügung hier noch wenig bekannt - aber wir hatten in der Familie besprochen, wie meine Eltern sterben wollten - nämlich ohne künstliche Lebensverlängerung, wenn das Dasein mit schweren Krankheiten für die Patienten nicht mehr lebenswert ist. Ich habe beide Eltern begleitet und bei den Ärzten für Absetzen der Medikamente plädiert - und sie fanden das auch legitim und richtig. Wichtig ist, dass der moribunde Patient einen Vertreter hat, der dessen Wünsche bezüglich des Sterbens für ihn vertritt und durchsetzt. 

2. Veranstaltung mit Dr. Thöns in der Urania Berlin am 24.01.2017 18 Uhr
Frank Spade am 11.01.2017 - 11:25:39

Da sie hier fehlt, möcht ich auf diese Veranstaltung hinweisen: www.urania.de/das-geschaeft-mit-dem-lebensende-patient-ohne-verfuegung

3. Therapie ohne Ziel
Antje May am 28.09.2016 - 22:41:20

Endlich! Ein erfahrener, glaubwürdiger Palliativarzt benennt Fakten und Tatsachen aus dem Alltag der Intensivmedizin. Dort wo im Schichtdienst die Menschlichkeit mit Füßen getreten wird, wenn man dem Tod nicht ins Gesicht blicken mag. Dort, wo mit Hoffnungen auf Genesung, sämtliche Maßnahmen ergriffen werden, um dem Menschen augenscheinlich zu helfen. Im Zweifel für das Leben, selbst wenn Leid in grausamster Weise verlängert wird. Auch ich habe dies erfahren müssen und ein Buch darüber verfasst. "Mascha Du darfst sterben"der Titel. Vielen Dank Herr Thöns, für Ihren Einsatz und Mut! Jeder von uns wünscht sich einen menschenwürdigen Tod. Meine Erfahrungen haben Sie in Ihrem Buch bestätigt. 

4. Patient ohne Verfügung
Barbara Wenzlau am 13.09.2016 - 17:25:04

Großartig! Bin fast 76 und mich bewegt das Thema sehr! Habe meine Mutter auf ihrem letzten Weg begleitet. Drei Wochen vor ihrem Tod holte ich sie nach Hause. Morgens kam eine Pflegerin sie zu waschen anzuziehen und die Medikamente einzuteilen - die wir - meine Mutti und ich - gemeinsam in den Mülleimer warfen. Wozu braucht man im Sterbeprozess noch Tabletten - frage ich Sie? Was soll in dieser Situation helfen ... und den Sterbevorgang verlängern ist keine Hilfe! Als es dann soweit war, setzte ich mich an ihr Bett und betete laut - fügte an, dass sie es gut hat jetzt alle lieben Verstorbenen der Familie wiederzusehen und ich zählte sie alle auf. Deinen Mann, deinen Sohn, Bruder, Schwester und und und - das Loslassen muss angenehm für sie gewesen sein ... ich konnte es spüren. Zwei Nächte durfte sie noch in ihrer gewohnten Umgebung verweilen - es war Wochenende und für alle Beteiligten vollkommen okay. Diese Tatsache erleichtert die Trauerarbeit um ein vielfaches ... 

5. Eine Verfügung allein reicht nicht
Frank Spade am 09.08.2016 - 15:26:36

Eine Patientenverfügung zu haben kann einen in Sicherheit wiegen, aber viele Verfügungen greifen erst, wenn es schon zu spät ist. Allen voran die sog. christliche Patientenvorsorge, die erst zur Anwendung kommt, wenn der unmittelbare Sterbeprozeß oder das Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit erreicht ist. Weder Demenz, noch schwere Hirnschädigung sind damit abgedeckt, wie es 2004 vom BMJ unter Mitwirkung der Kirchen mal festgelegt worden war.   Das 2009 verabschiedete sog. Patientenverfügungsgesetz sieht dagegen vor, dass Festlegungen unabhängig von Art und Stadium einer Erkrankung zu respektieren sind. 2010 haben die Kirchen ihre eingeschränkte Patientenvorsorge veröffentlicht, die Caritas und Diakonie viele Kunden sichert. Aber auch die von vielen Anbietern genutzten Vorgaben des BMJ schränkt den Willen vieler Menschen stark ein, ohne dass dies offensichtlich sein muss.   Weitergehende Verfügungen bietet die Bundeszentralstelle Patientenverfügung an, die vor der Erstellung der Dokumente zudem kostenlos berät.   Doch mit der Verfügung allein ist es nicht getan. Es braucht auch Vertrauenspersonen, die deren Inhalt zur Kenntnis und Geltung bringen. Diese müssen mit entsprechenden Vollmachten ausgestattet sein. Wer das nicht hat, läuft Gefahr, dass die Vollmacht nicht bekannt wird und ein Amtsbetreuer bestellt wird, der den eigenen Willen nicht kennt.   Wenn es keine geeigneten Bevollmächtigten gibt, kann vorsorglich mit einem Betreuungsverein alles Wichtige abgesprochen werden. Dieser hat die Verfügung dann vorliegen und wird einem bei Bedarf einen ehrenamtlichen Betreuer zur Seite stellen. 

6. Höchste Zeit
Frank Spade am 06.08.2016 - 12:43:58

Dieses Buch wird dringend benötigt, um aufzuzeigen, dass wir unter einer flächendeckenden, ökonomisch motivierten Überversorgung leiden (Borasio). Wer daran verdient, sind neben Kliniken, die Pflegeeinrichtungen, z. B. von Diakonie und Caritas. Auch deshalb dürften die Kirchen sich für die Einführung des § 217 StGB stark gemacht haben. Wer keine Verfügung hat, kann sich bei der Erstellung der Dokumente von der Bundeszentralstelle Patientenverfügung des HVD undogmatisch helfen lassen und wird dazu sogar kostenlos beraten.

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