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Himmler privat

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Briefe eines Massenmörders

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Himmler privat — Inhalt

 

Als Heinrich Himmler und Marga Siegroth sich 1927 kennenlernen, ist die Zuneigung gegenseitig. Das Paar ist sich einig in seinem Antisemitismus (»das Judenpack«) wie in seinem Traum vom Landleben. Himmler, als Funktionär der NSDAP häufig »mit dem Chef« Hitler auf Reisen, rät seinem »Liebchen« aus der Ferne, den »Holunder als Mus einzumachen«; Marga berichtet ihrem Mann stolz, dass ihr Haus »Treffpunkt aller Nationalsozialisten« sei. Während Himmler nach 1933 zum mächtigsten Mann hinter Hitler aufsteigt und als Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei die »Endlösung der Judenfrage« organisiert, schickt er seiner »kleinen Frau«, die für das Rote Kreuz durch das besetzte Polen reist (»der unbeschreibliche Dreck«) »liebe Gedanken zum Muttertag«, brüstet sich mit der vielen »Arbeit« und legt Fotos von seinen Reisen zu den SS-Einsatzgruppen und Waffen-SS-Einheiten bei. Die Harmlosigkeit der Briefe ist nur scheinbar, hinter der kleinbürgerlichen Fassade werden die Gewalt und der Mangel an Empathie sichtbar, die auch das Privatleben der Himmlers prägten.

€ 20,99 [D], € 20,99 [A]
Erschienen am 10.02.2014
Herausgegeben von: Katrin Himmler, Michael Wildt
400 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96639-9

Leseprobe zu »Himmler privat«

Einleitung


I.

Unmittelbar nach Kriegsende, im Frühjahr 1945, traf ein U. S. Intelligence Officer in Gmund am Tegernsee auf zwei amerikanische G. I.s, die sich offensichtlich im »Haus Lindenfycht«, dem Privatdomizil Heinrich Himmlers, mit »Souvenirs« versorgt hatten. Der Offizier, ein Historiker, erkannte schnell, was die beiden mit sich trugen, und versuchte ihnen die Funde abzukaufen. Einer der beiden willigte ein, und so erwarb der Offizier ein Konvolut mit privaten Dokumenten der Familie Himmler, unter anderem die handschriftlichen Tagebücher des [...]

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Einleitung


I.

Unmittelbar nach Kriegsende, im Frühjahr 1945, traf ein U. S. Intelligence Officer in Gmund am Tegernsee auf zwei amerikanische G. I.s, die sich offensichtlich im »Haus Lindenfycht«, dem Privatdomizil Heinrich Himmlers, mit »Souvenirs« versorgt hatten. Der Offizier, ein Historiker, erkannte schnell, was die beiden mit sich trugen, und versuchte ihnen die Funde abzukaufen. Einer der beiden willigte ein, und so erwarb der Offizier ein Konvolut mit privaten Dokumenten der Familie Himmler, unter anderem die handschriftlichen Tagebücher des jungen Heinrich Himmler aus den Jahren 1914 bis 1922. Der andere G. I. indes mochte seine Schätze nicht verkaufen und zog weiter.

Der Offizier schickte die Tagebücher und die anderen Dokumente nach Hause und schenkte ihnen keine weitere Beachtung, bis er sich 1957 in einer Diskussion mit einem befreundeten deutsch-jüdischen Historiker, Werner Tom Angress, der Tagebücher erinnerte und sie diesem zur historischen Auswertung übergab. Gemeinsam mit einem jungen Kollegen, Bradley F. Smith, transkribierte Angress die Handschriften, und beide berichteten 1959 über den Fund in einem Aufsatz im Journal of Modern History.[1]

Es gibt auch andere Versionen dieser Geschichte, die letztlich unaufgeklärt bleiben muss, da die beiden G. I.s sicher nie mehr ermittelt werden können. Die Tagebücher wie die übrigen Dokumente übergab Angress später der Hoover Institution on War, Revolution and Peace der Stanford University in Kalifornien, die sie der Öffentlichkeit zugänglich machte. Jahrelang bildete diese »Himmler Collection«, darunter die Briefe von Marga Himmler an ihren Ehemann, eine Fundgrube für die Geschichtswissenschaft. Nach mehrjährigen Verhandlungen erwarb das Bundesarchiv in Koblenz Mitte der 90er-Jahre von der Hoover Institution die Originale, die nun als »Nachlass Himmler« aufbewahrt werden.

Anfang der 80er-Jahre tauchte in Israel eine weitere Sammlung von privaten Dokumenten der Familie Heinrich Himmlers auf, die offenkundig jene »Souvenirs« darstellten, die der zweite G. I. an sich genommen hatte. Dieses Material umfasst rund 200 auf Mikrofilmrollen aufgenommene Briefe Heinrich Himmlers an seine Frau aus den Jahren 1927 bis 1945 sowie die ebenso verfilmten Tagebücher von Marga Himmler von 1937 bis 1945, deren Originale heute im Besitz des United States Holocaust Memorial Museum in Washington sind. Außerdem befinden sich in der in Israel gefundenen Sammlung die Originale von Marga Himmlers NSDAP-Parteibuch, ihres Jugendtagebuchs von 1909 bis 1916, eines Kindheitstagebuchs über die Tochter Gudrun, des Poesiealbums der Tochter und deren Mädchentagebuch von 1941 bis zum April 1945, ferner von Büchern Margas mit Eintragungen zu Haushaltsausgaben, Weihnachtsgeschenken und Kochrezepten, von Zeugnissen und HJ-Urkunden des Pflegesohns Gerhard von der Ahé sowie zahlreiche private Fotos, teils lose, teils in einem Album.

Wie diese Materialien nach Israel gelangten, bleibt offen. Der langjährige Besitzer, ein Holocaustüberlebender, will sie in der einen Version Ende der 60er-Jahre auf einem Flohmarkt in Belgien, in einer anderen Version vom ehemaligen Sekretär des Himmlervertrauten Karl Wolff in Mexiko erworben haben, um sie dann jahrelang bei sich aufzubewahren. Ein israelischer Filmemacher soll vorgehabt haben, damit einen Film über Heinrich Himmler drehen, was aber aufgrund seines frühen Todes nicht zustande kam. Zeitweise war offenbar im Gespräch, die Dokumente dem Bundesarchiv in Koblenz zu verkaufen. Wohl deswegen nahm das Bundesarchiv 1982/83 eine umfangreiche Expertise einschließlich einer Materialprobe vor, um die Authentizität der Dokumente prüfen zu lassen, und kam zu dem Schluss, dass es sich zweifelsfrei um echte Dokumente handelt. Obwohl die Originalbriefe Himmlers nicht vorliegen, ließ sich sowohl aufgrund der Handschrift als auch hinsichtlich der zeitlichen wie inhaltlichen Verschränkung seiner Briefe mit denen Marga Himmlers eindeutig die Echtheit feststellen.[2]

Mittlerweile sind diese Materialien Eigentum der israelischen Dokumentarfilmerin Vanessa Lapa, die mit ihnen ihren Film Der Anständige drehte (Berlinale 2014) und damit zum ersten Mal diese bislang noch nicht gezeigten Dokumente der Öffentlichkeit vorstellte.[3]

Mit den beiden Quellensammlungen ist somit ein dichtes Korpus an privaten Dokumenten von Heinrich Himmler vorhanden, wie es das von keinem anderen Angehörigen der NS‑Führung gibt. Während Hitler bekanntlich weder Tagebücher noch private Aufzeichnungen hinterlassen hat, Hermann Göring, der als ranghöchster Nationalsozialist 1945/46 auf der Anklagebank in Nürnberg saß, nur in den amtlichen Dokumenten des Dritten Reiches eine schriftliche Spur hinterließ und Joseph Goebbels zwar ein megalomanisches Tagebuch geschrieben hat, das viele Tausend Blatt umfasst, aber in erster Linie seine politische Rolle als führender Nationalsozialist dokumentieren sollte und als Grundlage für spätere Veröffentlichungen gedacht war, ist Heinrich Himmler damit hinsichtlich seines Privatlebens der bestdokumentierte führende NS‑Täter.

Die hier erstmals veröffentlichten Briefe Heinrich Himmlers an seine Frau Marga und die Gegenbriefe seiner Frau ergänzen sich zu einem umfassenden Briefwechsel über den Zeitraum von ihrer ersten Begegnung 1927 bis zum Kriegsende 1945. Die frühen Briefe erscheinen zunächst äußerst banal; nichts deutet darauf hin, dass sich der Mensch Heinrich Himmler von 1927 später zu einem Massenmörder entwickeln würde: Zwei eher schlichte Menschen, ein Parteifunktionär der NSDAP und eine geschiedene Krankenschwester, lernen sich Ende der 20er-Jahre kennen und beteuern sich ihre Liebe in zahllosen Briefen; sie heiraten, bauen sich einen Selbstversorgerbetrieb auf dem Land auf, bekommen ein Kind, nehmen später noch ein Pflegekind bei sich auf. Während der Ehemann in den folgenden Jahren beruflich meist auf Reisen ist, bleibt die Frau zunächst zu Hause, versorgt Kind, Haus und die Landwirtschaft. Die Briefe werden im Laufe der Jahre nüchterner, der Mann macht Karriere, die Eheleute tauschen sich über alltägliche Sorgen aus, telefonieren fast täglich, auch als der Mann längst eine Geliebte und mit ihr weitere Kinder hat. Der Krieg erscheint in diesen Briefen nur schemenhaft; sie schreibt von den Bombennächten in Berlin, er von der »vielen Arbeit«, die er an der Ostfront zu tun hat. Als auch ihm klar wird, dass der Krieg verloren ist, schließt der Briefwechsel mit einem Abschiedsbrief von ihm ab.

So nichtssagend diese Skizze klingen mag, so wird doch beim genauen Hinsehen deutlich, wie viel diese alltägliche Korrespondenz zwischen Heinrich und Marga Himmler über ihre Wahrnehmungen, Selbstverständigungen und Weltanschauungen erkennen lässt. Diese Briefe sind keineswegs harmlos und banal. Selbst die Diskrepanz zwischen dem fast gänzlich verschwiegenen mörderischen Alltag und der in den Briefen beschworenen privaten Idylle verringert sich in dem Maße, wie Gewalt und mangelnde Empathie auch im kleinbürgerlichen Alltag der Himmlers sichtbar werden.

 

II.

Heinrich Himmler wurde am 7. Oktober 1900 in München als mittlerer Sohn des Gymnasiallehrers Gebhard Himmler und seiner Frau Anna geboren. Mit seinen Brüdern Gebhard und Ernst wuchs er in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Die Söhne erhielten eine umfassende humanistische Bildung, zugleich spielten Sekundärtugenden wie Gehorsam und Pflichterfüllung eine große Rolle in der Erziehung. Nachdem Heinrichs Wunsch, Offizier zu werden, mit dem Ende des Ersten Weltkriegs gescheitert war, studierte er Landwirtschaft und engagierte sich anschließend für die völkische, später als Redner für die nationalsozialistische »Bewegung«. Ab 1929 war er Reichsführer-SS und seit 1930 Reichstagsabgeordneter. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten unterstand ihm ab 1936 die gesamte deutsche Polizei, er war verantwortlich für Terror, Verfolgung und die Vernichtung der europäischen Juden. 1939 wurde er als »Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums« zuständig für die Planung gigantischer Umsiedlungs- und Mordpläne in Ost- wie Westeuropa. Zum Kriegsende avancierte er 1943 außerdem zum Innenminister des Deutschen Reiches und schließlich 1944 zum Chef des Ersatzheeres. Nach seiner Verhaftung nahm er sich am 23. Mai 1945 das Leben.

Marga Siegroth, geb. Boden, wurde am 9. September 1893 im pommerschen Goncerzewo (Goncarzewy) bei Bromberg (Bydgoszcz) als Tochter des Gutsbesitzers Hans Boden und seiner Frau Elfriede geboren und wuchs mit zwei Brüdern und drei Schwestern auf. Im Ersten Weltkrieg verlor sie ihren älteren Bruder, machte selbst eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete in Kriegslazaretten. 1920 heiratete sie und arbeitete nach dem Scheitern ihrer Ehe ab 1923 in einer Privatklinik in Berlin, in der sie dank ihres Vaters Teilhaberin war, als Oberschwester. Nach der Heirat mit Himmler trat sie 1928 in die NSDAP ein, gebar 1929 die einzige gemeinsame Tochter Gudrun und kümmerte sich ab 1933 zudem um ihrer beider Pflegesohn. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Marga Himmler als Oberführerin des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin und bereiste die besetzten Länder Europas. Nach Kriegsende wurde sie zusammen mit der Tochter interniert, lebte später in Bielefeld und bei der Tochter in München, wo sie am 25. August 1967 starb.

Heinrich Himmler und Marga Siegroth lernten sich am 18. September 1927 auf einer Zugfahrt zwischen Berchtesgaden und München kennen. Marga hatte in Berchtesgaden Urlaub gemacht, Heinrich sich aus beruflichen Gründen dort aufgehalten. Mit ihren blonden Haaren und blauen Augen entsprach sie äußerlich Himmlers Frauenideal, auch sonst waren sie sich in vieler Hinsicht einig: in ihrer Ablehnung der Demokratie und dem Hass auf »das System Berlin«, in ihrem Antisemitismus (»das Judenpack«) und ihrer Menschenverachtung (»was sind die Menschen falsch und schlecht«). Bald träumten sie gemeinsam vom Landleben – nicht nur weil sie Himmlers bescheidenes Parteigehalt durch einen Selbstversorgerbetrieb mit Tierhaltung und Gemüseanbau aufstocken wollten, sondern auch weil dies zur völkischen Idealisierung einer »Rückkehr zur Scholle« passte. Das »schöne, reine Heim«, das sie errichten wollten, sollte zugleich eine »sichere Burg« sein, mit der sie den »Schmutz« der Außenwelt fernzuhalten hofften.

Auffallend ist jedoch, was in diesen frühen Briefen fehlt: Weder Heinrich noch Marga zeigen ein echtes Interesse am jeweils anderen. Sie stellen keine Fragen zum Alltag, zur Familie, zur Vergangenheit oder den Sehnsüchten des anderen, in den Briefen werden manchmal »hochinteressante« Erlebnisse oder Gespräche erwähnt, ohne dass das »Interessante« daran je greifbar wird – kurz, es herrscht beiderseits ein völliger Mangel an Neugier und Empathie. Die gegenseitige Liebe wird in stereotypen Formeln und endlosen Redundanzen ausgedrückt, die zugleich mit maßlosen, egozentrischen Forderungen verknüpft werden (»Vergiß nicht, du gehörst dann nur noch mir«). Der tägliche Brief des anderen ist ihnen wichtiger als dessen immer gleicher Inhalt, es ist gerade diese Redundanz, die der Herstellung von Einvernehmen dient. Gelegentlich aufkommende Zweifel an dieser Einigkeit werden nicht zugelassen, da sie nicht in die enge Welt passen, in der sich beide bewegen (»wir müssen doch derselben Ansicht sein, es kann ja gar nicht anders sein«). Beide sind nicht in der Lage auszudrücken, worin ihre Zuneigung zueinander eigentlich begründet ist. Gefühle werden allenfalls in Form von Sentimentalitäten ausgedrückt (»so überreich beschenkt mit Liebe und Güte«), bei ihren seltenen Treffen vor der Heirat wappnen sie sich mit Rätselheften gegen drohende Langeweile.

In den Briefen wird deutlich, wie konsequent Himmler über all die Jahre entsprechend seiner weltanschaulichen Überzeugung lebte und handelte: Seit 1924 war es sein Ziel, der nationalsozialistischen »Bewegung« durch den unermüdlichen Einsatz als Redner und den konsequenten Aufbau von Strukturen und Netzwerken im gesamten Reich zum Erfolg zu verhelfen. Er war keineswegs nur der unbedeutende Sekretär einer Splitterpartei, der unter ständigen Geldnöten litt und erst nach 1933 plötzlich Karriere machte. Vielmehr zeigt sich, wie wichtig seine Position in der Partei und wie groß seine Nähe zu Hitler bereits in den 20er-Jahren war: Himmler organisierte die Rednerauftritte Hitlers und war häufig mit ihm auf Reisen (»bin mit dem Chef unterwegs«), er selbst war jahrelang Parteiredner, der als studierter Landwirt vor allem in den für die NSDAP so wichtigen ländlichen Gebieten agitierte. Nebenbei schuf er vor Ort mit den SA- und SS-Einheiten jene Strukturen und persönlichen Kontakte, auf die er sich nach 1933 beim Aufbau seines mächtigen Terrorapparates von SS, Polizei und Gestapo stützen konnte.

Er selbst bezeichnete seine Arbeit gern romantisierend als »Kampf« und stilisierte sich in den Briefen an Marga zum »Landsknecht«, wodurch er sich zugleich von der gewöhnlichen Büroarbeit »langweiliger Spießer« abzugrenzen suchte. Durch den langen Zeitraum des Briefwechsels und die frühe Erwähnung von Personen, die später zur Führungsriege des NS‑Regimes zählten, wird deutlich, in welchem Maß sich Himmler über all die Jahre unter seinesgleichen bewegte – und welch wichtige Rolle die Kontakte der »alten Kameraden« zueinander für ihre späteren Karrieren spielten. Himmlers Seilschaften in der »Bewegung« waren untrennbar mit seinem Privatleben verknüpft: Bereits vor der Heirat hatte er fast nur noch Umgang mit Gleichgesinnten; danach verwirklichte er mit der Rückkehr aufs Land auch privat das, was er in seinen Reden und durch die Mitgliedschaft beim völkischen Bund Artam propagierte.

Schon Jahre vor der »Machtergreifung« lebte das Ehepaar in einer Welt von Gleichgesinnten, mit denen sie die Verachtung der Demokratie und den Antisemitismus, den Glauben an den Sieg der nationalsozialistischen »Bewegung« durch fortgesetzten »Kampf« sowie die unerschütterliche Überzeugung von der eigenen Hybris teilten. Auch Marga Himmler war keineswegs eine unpolitische Ehefrau. Nach der Heirat trat sie umgehend in die von ihrem Mann gegründete Ortsgruppe der NSDAP in Waldtrudering bei München ein. Und schon bald berichtete Marga ihrem Mann stolz, dass ihr Haus »Treffpunkt aller Nationalsozialisten« am Ort sei.

Von zu Hause aus verfolgte Marga mit Interesse die politische Entwicklung (»was wäre ich einmal gerne bei all den großen Ereignissen dabei«), las ab 1928 regelmäßig das Parteiorgan, den Völkischen Beobachter, und fand sogar ihre Dienstmädchen über Inserate des rechten Hetzblatts. Einige Male gelang es ihr, Heinrich dazu zu überreden, sie auf seine Reisen mitzunehmen.

Die nüchterneren Briefe aus den ersten Ehejahren bestehen vor allem aus alltäglicher Berichterstattung, die kaum je über eine inhaltsleere Aufzählung von Fakten und Namen hinausgeht. Dennoch wird deutlich, dass Marga unter der häufigen Abwesenheit ihres Mannes litt. Himmler hatte nur selten Zeit, sich um ihren landwirtschaftlichen Betrieb zu kümmern. In seinen Briefen aus allen Ecken Deutschlands bedauerte er zwar seine Frau, die als Schwangere bzw. später mit dem kleinen Kind zu Hause all die schwere Arbeit allein verrichten musste. Aber zugleich wurde die Notwendigkeit seiner ständigen Abwesenheit immer unanfechtbarer – zumal er ab 1930 als Reichstagsabgeordneter nicht nur häufig in Berlin sein musste, sondern aufgrund der mit dem Mandat verbundenen kostenlosen Bahnfahrten von der Partei noch stärker als zuvor in die Rednertätigkeit eingebunden wurde.

Aus den Jahren zwischen 1933 und 1940 sind nur wenige Briefe von Marga und gar keine von Heinrich Himmler erhalten. In dieser Zeit machte er Karriere als Chef der deutschen Polizei, SS und Gestapo, die Familie erwarb das »Haus Lindenfycht« in Gmund und bezog einen Dienstsitz in Berlin, ab 1937 war dies die Dienstvilla »Dohnenstieg« in Berlin-Dahlem. Privates erfahren wir nur aus Margas Kindheitstagebuch, das sie über die Tochter Gudrun und den Pflegesohn Gerhard führte, sowie aus den nach dem Krieg aufgezeichneten Erinnerungen von Lydia Boden, Margas Schwester, die ab 1934 mit in Gmund lebte und die Kinder versorgte, wenn beide Eltern in Berlin waren. Während das Kindheitstagebuch 1936 endet, gibt ab 1937 Margas eigenes Tagebuch Auskunft über das neue gesellschaftliche Leben, das sie dem Aufstieg ihres Mannes verdankte und in vollen Zügen genoss, wenn sie etwa Einladungen zum Tee oder Bridge für die Damen der höheren Gesellschaft organisierte oder ihrerseits zu Dinners eingeladen war. Meist erfahren wir nicht mehr als die reinen Fakten: welche Personen bei welchem Ereignis anwesend waren, allenfalls noch, dass es »sehr nett« war. Neben all den Belanglosigkeiten und Margas bornierter Spießigkeit lässt sich an diesen Tagebüchern jedoch auch anderes ablesen: der Stolz auf die Nähe zur Macht (»es war nett, sich einmal in Ruhe mit dem Führer zu unterhalten«), die Überzeugung, berechtigterweise zu dieser neuen Elite zu gehören (»ich bin der festen Ansicht, dass ich mir den Platz an der Sonne selbst verdient habe«), und die Billigung der mitleidlosen Verfolgung derjenigen, die als »Feinde Deutschlands« galten, etwa wenn sie sich für »faule« Dienstboten wünscht: »warum kommen diese Leute nicht alle hinter Schloß und Riegel u. müßten arbeiten bis sie sterben«; oder wenn sie nach dem Pogrom vom 9. November 1938 ungeduldig schreibt: »Diese Judengeschichte, wann wird uns das Pack endlich verlassen, damit man auch seines Lebens froh wird.«

 

III.

Während des Zweiten Weltkriegs hielt sich Himmler kaum noch in Berlin oder München auf, sondern – ebenso wie andere Angehörige der NS‑Führung – überwiegend in Sonderzügen nahe den wechselnden Kriegsschauplätzen, die als Hauptquartiere fungierten. Während des Westfeldzugs war er im Frühjahr 1940 zwei Monate lang im Sonderzug unterwegs und den Rest des Jahres noch in Berlin, mit dem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion wurde die mobile Feldkommandostelle endgültig Himmlers Standort. Schon wenige Tage nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 nahm er im »Sonderzug Heinrich« Quartier, in der Nähe von Angerburg in Ostpreußen, wo sich Hitlers »Wolfsschanze« befand. Zur Jahresmitte 1942, als Hitler sein Hauptquartier in Winniza in der Ukraine errichtete, entstand zusätzlich eine weitere Feldkommandostelle bei Schitomir unter dem Decknamen »Hegewald«. Zwar kehrte Himmler auch in den folgenden Jahren immer wieder für kurze Zeit nach Berlin oder München zurück, aber sein Hauptaufenthaltsort befand sich nun im Osten.

Marga arbeitete mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wieder als Krankenschwester und hielt sich öfter viele Wochen am Stück in Berlin auf, denn, so ihre Überzeugung, »wenn alle Leute mithelfen, wird der Krieg ja bald vorbei sein«. Sie verrichtete keineswegs nur »unpolitische« weibliche Pflegetätigkeit, sondern hatte als DRK-Oberführerin die Aufsicht über zahlreiche Lazarette und bereiste gemeinsam mit anderen DRK-Funktionären die besetzten Länder Europas, um sich ein Bild von der Versorgung deutscher Soldaten, aber auch von der Umsiedlung der Volksdeutschen zu machen, die ihr Mann organisierte.

Ab 1941 sind wieder zahlreiche Briefe zwischen den Eheleuten erhalten, ab 1942 nur noch die von Heinrich Himmler, in denen er allerdings häufig die Briefe seiner Frau erwähnt. Während der Kriegsjahre telefonierte Himmler außerdem alle zwei bis drei Tage mit »Püppi«, seiner Tochter Gudrun, in Gmund und beinahe täglich mit Marga, wenn sie sich in Berlin aufhielt.

Entgegen der Annahme in der Forschungsliteratur, dass Heinrich Himmlers Ehe schon früh zerrüttet gewesen sei, beschränkte er sich also keineswegs darauf, nur den Kontakt zur Tochter in Gmund zu halten. Die Briefe und ergänzenden Dokumente zeigen weiterhin die Einigkeit der Himmlers in ihrem Antisemitismus und ihrem Rassismus (»die Pollacken«, »der unbeschreibliche Dreck«), in ihrem unbedingten Glauben an Hitler und in ihrer Kriegsbegeisterung (»Der Krieg geht herrlich vorwärts. Alles verdanken wir dem Führer«). Himmler war weiterhin besorgt um Margas Gesundheit, fand es wichtig, dass sie seine Redetexte las, schickte ihr Süßigkeiten, während sie ihm selbst gebackene Kekse an seine Einsatzorte im Osten sandte. Zwar war Margas Tätigkeit beim Roten Kreuz ständiger Gegenstand des Streits mit ihrem Mann, der sie lieber in Gmund bei der Tochter sah; sie setzte sich jedoch durch – »ohne Arbeit könnte ich im Kriege nicht sein«, erklärte sie.

Die Vertrautheit zwischen den Eheleuten änderte sich auch dann nicht, als Himmler an Weihnachten 1938 eine heimliche Liaison mit seiner Privatsekretärin, der zwölf Jahre jüngeren Hedwig Potthast, einging und mit ihr während des Krieges zwei Kinder bekam. Zwar klagte Marga bereits 1940, dass ihr Mann »keinen Abend mehr zu Hause« sei; zwar sind seine Briefe ab 1942 oft nur noch eilige Begleitbriefe, die er einem Adjutanten mitgab, über den er Marga auch mit Geschenken versorgte. Dennoch betrieb er erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand, um nicht nur die Tochter, sondern auch seine Frau mit Süßigkeiten, Blumensträußen und nützlichen Dingen wie Papier aller Art zu versorgen, die während des Krieges nur noch schwer zu beschaffen waren. Er fühlte sich seiner ersten Familie nach wie vor eng verbunden, etwa wenn er 1944 bedauerte, dass er Weihnachten erstmals nicht mit ihnen feiern konnte, oder wenn er sich mit Tochter und Ehefrau telefonisch verabredete, dass sie genau zur gleichen Zeit in der Feldkommandostelle, in Berlin und Gmund ihren »Julleuchter« anzünden sollten, damit sie »aneinander denken« und ihre Verbundenheit zueinander bekräftigen könnten.

Die vielen im Dienstkalender und im Taschenkalender vermerkten Kurzbesuche in Gmund und Berlin zeigen, dass er Gudrun und Marga während des Krieges nicht seltener sah als Hedwig Potthast und ihre gemeinsamen Kinder, die zunächst nahe der SS-Klinik Hohenlychen in Mecklenburg, später in Schönau bei Berchtesgaden lebten. Himmler hatte die Entscheidung, mit Hedwig Potthast Kinder zu haben, bereits 1939/40 getroffen – zur gleichen Zeit, als er mit seinem »Kinderzeugungsbefehl« auch öffentlich für die Zeugung unehelicher Kinder bzw. das Eingehen einer Zweitehe eintrat. Bei einer solchen »Friedelehe« sollte die erste Frau alle Rechte behalten. Himmler lebte also, soweit es seine Ämter und der Krieg möglich machten, das Konzept der zwei Familien, das er auch für seine SS propagierte, aus voller Überzeugung. Das Formelhafte der Liebesbeteuerungen, die Gefühlsarmut Himmlers, die bereits in den ersten Briefen an Marga deutlich wurde, findet sich auch in einem erhaltenen Brief an Hedwig Potthast. Nicht nur Inhalt und Stil sind den frühen Briefen an Marga zum Verwechseln ähnlich, die Schlussworte sind sogar identisch mit denen, die er 16 Jahre zuvor an seine Frau schrieb: »Ich küsse Deine lieben, guten Hände und Deinen süßen Mund.«

Marga fiel es – im Gegensatz zu anderen Ehefrauen in der NS‑Entourage wie etwa Gerda Bormann – schwer, sich mit einer »Nebenfrau« abzufinden. Ihren Unmut darüber deutete sie jedoch selbst in ihrem Tagebuch nur an (»was sonst noch passiert außerhalb des Krieges, darüber kann ich nicht schreiben«). Da sie von der NS‑Ideologie – und somit auch von der Dringlichkeit, Söhne »für Deutschland« zu zeugen – genauso überzeugt war wie Heinrich, konnte sie kaum Einwände gegen seine Entscheidung geltend machen. Andererseits empfand sie die Situation zweifellos als demütigend – nicht nur weil sie den Treuebruch als Verrat an der einst von beiden so idealisierten Ehe ansah, sondern auch weil sie selbst nach der schweren Geburt ihrer Tochter keine weiteren Kinder bekommen konnte.

Der mörderische Alltag Himmlers während der Kriegsjahre wird in den Briefen an seine Frau nur andeutungsweise erwähnt (»Die Kämpfe gerade auch für die SS sind sehr hart«). Mit Vorliebe unterstrich er, wie auch schon früher, sein riesiges »Arbeitspensum« (»die Arbeit ist sehr viel«) und schickte harmlose Fotos von seinen Kurzreisen entlang der Ostfront (»ein paar Bildchen von meiner letzten Fahrt nach Lublin–Lemberg–Dubno–Rowno–Luck lege ich bei«). Dass die von ihm in den Briefen erwähnten Reisen nicht nur mit seiner Aufgabe als Siedlungskommissar und den damit verbundenen Vertreibungs- und Umsiedlungsplänen zusammenhingen (»die Fahrt ins Baltikum war hochinteressant; es sind Riesenaufgaben«), sondern ihn auch regelmäßig zu den SS-Einheiten führten, die unmittelbar nach dem Überfall auf die Sowjetunion in Massenerschießungen jüdische Männer, Frauen und Kinder ermordeten (»Meine Reise geht jetzt nach Kowno–Riga–Wilna–Mitau–Dünaburg–Minsk«), oder ab 1941/42 zu den Vernichtungslagern (»Ich werde in den nächsten Tagen in Lublin, Zamosch, Auschwitz, Lemberg sein«), erschließt sich nur aus dem historischen Kontext.

Im letzten Kriegsjahr, als Himmler nicht nur Innenminister war, sondern auch noch Befehlshaber des Ersatzheeres und Heerführer einer Armee wurde, klagte er gegenüber seiner Frau über die immer größere Verantwortung, die »schwer« auf ihm laste. Dennoch präsentierte er sich bis zum Schluss gegenüber Marga als fröhlicher, optimistischer Mann voller Tatendrang, der trotz seines schlechten Gesundheitszustands – chronische Magenprobleme – »selbstlos« immer mehr Lasten schulterte, weil er sie als notwendigen »Dienst am deutschen Volk« verstand. Der Stolz seiner Frau über seine wachsende Verantwortung spiegelt sich in ihrem Tagebuch wider (»Wie herrlich, daß er zu so großen Aufgaben berufen ist und sie meistern kann«).

Hinweise auf seinen »unermüdlichen Fleiß« und die »Schwere« seiner Aufgaben finden sich immer öfter auch in Gudruns Tagebuch: »Das ganze Volk schaut auf ihn. Er hält sich immer so zurück tut sich nie hervor.« Die »große Verantwortung« des Vaters war offenbar nicht nur Gesprächsthema zwischen Mutter und Tochter, sondern auch in den Telefonaten zwischen Vater und Tochter. Die ständige Abwesenheit des Vaters machte ihn immer mehr zum fernen Helden für Gudrun, trotz ihres Kummers darüber war sie stolz auf ihn und darauf, die »Tochter des so bedeutenden Mannes« zu sein, von dessen wahrer Tätigkeit sie vermutlich kaum etwas wusste.

Doch wird hinter der kleinbürgerlichen Fassade eine Gewalt und Härte sichtbar, deren Ursprünge zum einen in der Schwarzen Pädagogik liegen, von der Heinrich und Marga ebenso wie ihre ganze Generation geprägt waren; zum anderen in der nationalsozialistischen Ideologie, die Gewalt, Härte und Mitleidlosigkeit in allen Bereichen des Lebens zu höchsten Tugenden erklärte. Die Härte gegenüber sich selbst »rechtfertigte« eine ebenso unerbittliche Haltung gegenüber anderen, auch und gerade den eigenen Kindern.

Gegenüber Gudrun wird diese Haltung vor allem in den Aufzeichnungen Margas über die ersten Jahre deutlich: in der rigiden Sauberkeitserziehung, in den Schlägen der Eltern bei Ungehorsam, dem strengen Umgang Heinrichs mit der kleinen Tochter (»dem Pappi gehorcht sie viel besser als mir«). Als der Pflegesohn Gerhard im Alter von vier Jahren zu ihnen kam, versprach sich Marga davon einen guten Einfluss auf ihre dreijährige Tochter: »Der Bub ist sehr gehorsam, hoffentlich lernt Püppi es auch bald.«

Die anfängliche Begeisterung über die Bravheit des Jungen ließ schon bald nach, da er regelmäßig Pflegeeltern, Lehrer und andere Autoritäten durch seine Streiche gegen sich aufbrachte. Gudrun hingegen, die in den frühen Jahren ihre Mutter noch angefleht hatte, dem Vater nichts davon zu erzählen, wenn sie etwas »angestellt« hatte, erfüllte die an sie gestellten Erwartungen offenbar zunehmend perfekt. Zwar war sie häufig krank und hatte schlechte Schulnoten, andererseits waren ihre Eltern stolz, dass Püppi schon »stundenlang beim Einkochen« half, dass sie Geschenke für Soldaten an der Front handarbeitete und die ideologisch korrekte Lektüre las, die der Vater seiner Frau und Tochter regelmäßig in Paketen mitschickte.

Das Verhalten der Pflegeeltern gegenüber Gerhard war weit weniger liebevoll und wurde mit zunehmendem Alter immer strenger – offenbar um ihn als Jungen auf seine zukünftige Soldatenrolle vorzubereiten. In den ergänzenden Dokumenten, den Tagebüchern und den persönlichen Erinnerungen des Pflegesohns, wird deutlich, dass er jahrelang Angst hatte vor den Besuchen Himmlers in Gmund, da dieser ihn mit brutalen Schlägen strafte – was nicht ausschloss, dass er manchmal friedlich mit dem Jungen angeln ging, wie dieser sich erinnerte: »Er konnte auch ein normaler Vater sein.« Marga Himmler ließ bald kein gutes Haar mehr an dem Jungen (»er lügt unbeschreiblich«), bezeichnete den Zehnjährigen als »Verbrechernatur«. Schließlich riet Himmler seiner Frau, die Briefe an den Sohn vorläufig nicht mehr mit »Mutter« zu unterschreiben – »sollte er sich bessern«, sei dies ja später vielleicht wieder möglich. Kurz vor Kriegsende schickte er Gerhard mit 16 Jahren zur SS-Ausbildung bei einer Panzerdivision, was dem Pflegesohn erstmals wieder die Anerkennung Margas einbrachte (»Er ist sehr mutig u. sehr gerne bei der SS.«).

So zeigt sich Himmler in seinen privaten Briefen eben nicht nur als sorgender Ehemann und Vater, sondern auch als unerbittlicher nationalsozialistischer Erzieher, worin er sich mit seiner Frau bis zum Schluss einig wusste. An beide Kinder wurden hohe Erwartungen gestellt, an den Jungen als zukünftigen Kämpfer noch weit stärker als an die Tochter. Gehorsam war oberstes Gebot, Fehlverhalten führte zu Strafen bis hin zu Liebesentzug – eine Form der Gewalt, die sich auf die Empathiefähigkeit zweifellos ebenso zerstörerisch auswirkt wie Schläge.

 

IV.

In diesen privaten Briefen wird Heinrich Himmler als Überzeugungstäter sichtbar. Sein Selbst musste nicht gespalten werden, Himmler war nicht zugleich Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Er trennte keineswegs seine Tätigkeit als SS-Chef und Exekutor der Vernichtungspolitik von seinem Privatleben ab, als müsse er den Massenmord verbergen. Er prahlte damit auch nicht gegenüber seiner Ehefrau, sondern verstand den Massenmord als notwendige Pflicht, die ihm auferlegt worden war und die er gewissenhaft zu erfüllen hatte.

Es gibt in seinen Briefen nicht den Anschein eines Zweifels, eines Gewissensbisses, den er seiner Frau mitgeteilt hätte. Vielmehr wusste er sich mit ihr einig in der »Richtigkeit« und »Notwendigkeit« seines Handelns. Marga hatte nicht nur von Beginn an seinen Antisemitismus und Rassismus geteilt, sondern nach der »Machtergreifung« auch die Verstoßung von Kommunisten, Juden, »Asozialen« aus der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft gutgeheißen. Die zunehmende Radikalisierung bei der Judenverfolgung, von der Vertreibung hin zur systematischen Ermordung, kann ihr angesichts der Nähe zur Macht kaum entgangen sein – selbst wenn ihr Mann nicht offen mit ihr darüber sprach. Auch in ihren Briefen sowie ihren privaten Aufzeichnungen finden sich keinerlei Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns.

Es ist nicht die »Banalität des Bösen«, die in diesen Briefen aufscheint. Himmler war keineswegs, wie Hannah Arendt fälschlicherweise in Adolf Eichmann zu erkennen glaubte, ein Rädchen in einem arbeitsteiligen, totalitären Getriebe, ein Mensch, der keine Vorstellung mehr davon zu entwickeln imstande war, was seine Tätigkeit anrichtete. Himmler wollte, was er tat, und er wollte dies gründlich, zuverlässig und »anständig« tun.

»Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte« – so lauteten Himmlers Kernsätze am 4. Oktober 1943 in der ersten seiner beiden berüchtigten Posener Reden. Den Massenmord beging er mit derselben selbstgewissen Moral, mit der er schon in frühen Jahren über die Lebensführung seiner Brüder und Freunde wachte, die eigenen Kinder erzog und sich mit seiner Frau in seinen Briefen einig wusste. Nicht psychische Deformation, sondern Überzeugung und »Anständigkeit«, wie Raphael Gross und Werner Konitzer zu Recht hervorgehoben haben, machten für Himmler selbst den Massenmord möglich, wenn er in seinen Augen nötig war.

Diese Deformierung der Normalität, die Gewalt, die sich in der Harmlosigkeit verbirgt, die Eiseskälte, die mit der vordergründigen Fürsorglichkeit einhergeht, und die unbeirrbare moralische Selbstgewissheit noch beim Massenmord geben diese Briefe zu erkennen. »Anständigkeit« und Pflichterfüllung, auch wenn damit die monströsesten Verbrechen begangen werden, waren die Leitlinien von Himmlers Handeln. Er selbst wollte Vorbild sein, als Ehemann ebenso wie als SS-Chef, als Familienvater ebenso wie als Exekutor der »Endlösung«. In diesen Briefen äußert sich die Unbeirrbarkeit eines deutschen Ehepaars, das von sich glaubt, an »großen Zeiten« teilzunehmen, und nicht zu erkennen in der Lage ist, dass es große Verbrechen sind. Mögen die Briefe heute zuweilen zum Lachen reizen, muss man sich im Grunde vor ihrer scheinbaren kleinbürgerlichen Normalität fürchten.

 

10.) Eilbrief

München, 30. 12. 27, 15h

Meine gute, kleine Frau!

Daß du bei aller »E[?]« ein unendlich liebes, gutes Wesen bist, habe ich immer schon gewußt. Dein Eilbrief hat es mir aber auf’s Neue gezeigt. Was möchte ich dich küssen für diesen Brief.

Inzwischen wirst du ja gesehen haben, daß ich gar kein so »garstiger« Dickkopp bin. Schau ich wahr ja nur so ehrlich dir einen Gedanken, der mir in einem Winkel meiner »schwarzen« Seele einmal auftauchte dir zu schreiben. Ich habe doch bestimmt gar nicht danach gehandelt u. dir doch mit Ausnahme des Weihnachtstages (25. 12.) jeden Tag einmal, das eine oder andere Mal zweimal geschrieben. Und glaube mir, ich muß ja jeden Tag mit meiner kleinen Frau plaudern, das kann ich doch selbst nicht anders u. ich will doch nicht, daß du dich auch nur einen Augenblick unnötig sorgst. Liebe, »böse«, brave Frau ich fühle mich gar nicht so schuldig, aber die Strafe ließe ich mir gerne jeden Tag gefallen, wenn es nur möglich wäre. Wenigstens wollen wir uns dann beide im Januar rächen.

Für den letzten Absatz deines Briefes möchte ich dich ganz besonders lieb haben, du Gute.

Daß du dich wegen meines Briefes gegrämt hast, tut mir herzlich leid. Liebes, liebes Dummchen, glaube es in meinen Briefen u. Worten zu dir wird nie etwas sein, worum du dich grämen müßtest; es mag manchmal etwas durch die Kürze u. Eile schlecht ausgedrückt sein, aber Grund zum Grämen ist es bestimmt keiner. Wie könnte ich dir wehe tun? Wird mein liebes Dummchen das lernen u. sich nie mehr über so etwas grämen; ich glaube schon, weil doch die kleine Frau weiß, wie lieb ich sie habe.

Nun noch ein wenig zu deinem Brief No. 6. ich fand ihn vor als ich heute Vormittag 10.30 von Passau heimkam. 10.45 kam dann der Eilbrief. Über deine Hanna mußte ich herzlich lachen. Das ist doch eine Rübe.

Wegen der Pelzweste. Geheizt war selbstverständlich, meistens sogar zu viel (Dampfheizung). Ich stelle sie sehr oft ab u. reiße die Fenster auf. Nein, meine alte Pelzweste, die ich hatte ich auch als Soldat immer im Quartier an, sozusagen als Hausrock u. das ist so eine alte Landsknechtgewohnheit; außerdem habe ich das Weiche des Pelzes sehr gern.

Sei mir bei deinem Bummel durch das vergötterte Berlin ein wenig vorsichtig. Manche Menschen beginnen Neujahr mit Alkoholüberfluß mit darauffolgender Schlägerei, bei der harmlose Gäste des öfteren etwas abbekommen.

Du schreibst, der Satz »Wir Landsknechte müßten eigentlich einsam u. verfemt bleiben« müßte eigentlich einen Nachsatz mit »aber« haben, das stimmt. Ich will ihn dir schreiben, daß du mich hier ganz verstehst. »aber ich bin das nicht geblieben u. weiß nun, weil ich mir das Grausige der Zukunft etwas denken kann, daß ich dem Liebsten, was ich hier auf Erden habe, früher oder später Sorge u. Leid bereiten werde. Glaube mir ich weiß, daß du jede Sorge u. jedes Opfer [um] der Liebe Willen gerne auf dich nimmst. Aber Liebe trägt gerne Sorge um das andere u. der schlimmste Gedanke für Liebe ist aber, zu wissen, daß das andere leidet u. sorgt um der Liebe willen. So denkst du u. so denke ich u. so meinte ich es.

Doch du hast Recht, weil wir einander wahrhaft lieben, werden wir jede Zukunft bestehen können, soweit sie innerhalb der Menschenkräfte liegt, du meine Frau.

Was vermissest du übrigens in meinen Briefen? Das mußt du mir schreiben, ich weiß es nicht.

Schicke mir bald deine lieben Bilder. Wie gut, daß der Brief von dem »bösen« Landsknecht erst hernach kam. (er ist immer der alte …)

Jetzt muß ich dir noch ein wenig erzählen. Gestern Morgen fuhr ich also mit Straßer von Landshut nach Passau; wir unterhielten uns sehr gut im Zug, wir sind ja langjährige Kampfgefährten u. Freunde. […]

Jetzt geht es wieder ins Büro. Abends fahre ich nach Schleißheim (12 km von München) u. besuche die Leute meiner ersten Sturmabt.[eilung] vom Jahr 1922. Nachts wieder zurück.

Nun werde ich gerade wieder antelephoniert; es wartet jemand auf mich.

Der Neujahrswunsch wird kurz. Was man sich Gutes u. Liebes denken u. wünschen kann, das wünsche ich dir. Du, meine, liebe, liebe Frau!

Ich küsse dich

dein Heini

 

10. W. 30. 31. 12. 27 Vormittags (Mü. 2. 1. 28, 19h)

Mein lieber, geliebter Dickschädel, mein guter, bester heute so gegen 11 Uhr kam Dein lieber Eilbrief. Mein lieber Dickkopp hat sich verschrieben es war erst Nummer 10. Du siehst bei mir steht prompt »erst«, eine undankbare Frau! Du sollst nicht immer so »böse« sein u. über das vergötterte Berlin herziehen. Es ist doch mein, guter Dickkopp. – Ich kann leider Deine Ansicht nicht ganz teilen, nämlich daß der schlimmste Gedanke für Liebe der ist, daß der andere leidet u. sorgt um der Liebe willen. Denn wenn ich nur leide um der Liebe willen, dann will ich es doch, dann gehört es doch zu mir, u. ist ein Teil meiner Liebe. Was ist denn sonst »Liebe«. Ich liebe etwas den Satz, »einen Augenblick gelebt im Paradiese ist nicht zu teuer bezahlt mit dem Tode.« […]

[…] Liebe ohne Leid u. Sorge kann ich mir eben nicht vorstellen. Ich habe wohl das Gefühl, dann ist es keine Liebe. Denn Liebe ist doch nur die bestimmte Gewißheit, alles opfern zu können, ohne daß auch nur einer von beiden Teilen es als »Opfer« empfinden könnte. Es ist eben die Liebe, die nur verlangt, daß sie eben so erwidert wird. Ja, darüber werden wir uns noch mündlich unterhalten. […]

Liegt denn jetzt Schnee bei euch! Ich will doch Schlitten fahren. Dafür mußt Du sorgen. Was soll ich sonst daunten ich komme doch nur um Schlitten zu fahren, auch will ich rodeln. – Heute hätte ich so lust zu Kampf u. spott. Du bist zwar nicht dagegen, aber doch mehr für Frieden. […]

Aber guter, lieber Heini ich habe Dir schon immer gesagt, ich kann nichts für meine krause Stirn, denn ich weiß es doch nicht. Heute ist sie bestimmt kraus.

Wenn Du schon Deine Pläne für die nächsten Wochen weißt, dann sei lieb u. schreibe sie. – Meine neue Mamsel erwartet mich. Ich küsse Dich.

Immer Deine Marga

 

Führer-Hauptquartier, 31. 8. 41

Meine liebe Mami!

War heute Mittag u. Nachmittag beim Führer u. ging mit ihm spazieren. Es geht ihm auch wieder recht gut. In einer ½ Stunde ist Abendessen u. so schreibe ich dir aus dem eigentlichen Führer-Hauptquartier. Es geht alles sehr gut. Überhaupt, wenn man bedenkt morgen, 1. 9., haben wir 2 Jahre Krieg, was haben wir alles erreicht!

Recht lieben Dank für deine beiden lieben Briefe vom 28. u. 29. 8. Mir geht es wirklich besser; ich kann ruhig sagen, richtig gut. Diese Sachen sind aber alle langweilig u. langwierig, u. im Osten haben wir eben damit zu rechnen. Freue mich, daß dein Besuch in deinem alten Lazarett so nett war u. daß es Kalkreuth so gut geht.

Den beigelegten Brief habe ich bekommen, das lasse ich gleich genau nachprüfen, u., wenn etwas fehlt, werde ich helfen. Hammerl u. Karl lasse ich gute Besserung wünschen.

Ich freue mich so für Euch, daß Ihr Euch in Rimini ein bißchen erholt. Ich würde sonst nicht viel herumfahren, aber Ravenna müßt Ihr Euch ansehen. Mußt Püppchen alles erzählen. Dort ist das Grabmal des Gotenkönigs Theoderichs des Großen, der in der Sage Dietrich von Bern heißt. Dieses Bern ist der deutsche Name für Verona, ebenso wie Ravenna Raben hieß. Das Grabmal ist eines der ältesten germanischen Bauwerke; ich habe es vor zwei Jahren durch das »Ahnenerbe« neu vermessen lassen. Theoderich liegt aber in dem Grabmal nicht mehr, wo er liegt, weiß man nicht. – Genießt das Meer u. die Sonne u. erholt Euch gut! Das Hotel depeschiert Ihr mir!

Und nun alle guten Wünsche u. viele herzliche Grüße u. Küsse

Dein Pappi.

Grüße Höfls schön!

 

Gmund 3. 9. 41 (Eingang F. H. Qu. 6. 9. 41)

Mein lieber Guter! Herzlichen Dank für den schönen Teppich, er hat mich sehr gefreut. Püppi hatte mich schon so gespannt gemacht. Nun fahren wir morgen, u. hoffen, daß wir herrliches Wetter erwischen werden. Wenn wir wieder zurück sind, hören wir ja, ob Du kommst, sonst fahre ich dann nach Berlin. Wir wollen ungefähr 10–12 Tage bleiben. Püppi soll am Montag den 22. dann wieder zur Schule gehen. H. Dr. Fahrenkamp hat so geschrieben. Püppi nimmt leider nicht zu sondern ab. –

Deine Mutter fand ich gar nicht so schlecht aussehend. Sie fühlt sich aber so matt. Das herrliche Wetter, welches heute ist u. hoffentlich bleibt, wird ihr sicher noch etwas helfen.

Herr Schnitzler kam u. brachte mir das Geld für die Reise. Ich hatte keine Ahnung wie viel Geld man f.[ür] die Reise bekommt. Wenn Püppi jetzt noch mal reist, muß sie einen eigenen Paß haben. H. Schnitzler sagte, es wäre das Einzige was beanstandet werde. Maria fährt auf Urlaub, die Mutter hat schreiben lassen, daß sie nicht wieder kommt, weil sie sie selber braucht. Maria behauptet zwar sie käme bestimmt wieder. Tannberger ist noch immer krank. Der Nachfolger von Otto heult u. will nicht bleiben, immer alleine u. so wenig Geld. Wir das h.[eißt] H. Schnitzler sieht sich nach einem neuen um. Wir haben herrliches Obst u. auch das Gemüse steht gut. Es soll doch alles erhalten werden. Anbei das Buch von Hanns Johst. Alles Gute u. bleibe bloß gesund. Es grüßt Dich her[z]lich mit vielen Küssen Deine M.

Gudrun schreibt in ihrem Tagebuch, dass sie am 4. September 1941 mit dem Zug nach Rimini gefahren seien, wo sie von SS-Oberführer Eugen Dollmann, Himmlers Verbindungsoffizier zu Mussolini, erwartet und »ins beste noch offene Hotel gefahren« worden seien. »Der Polizeichef von Rimini war natürlich auch da. [...] Dort kann natürlich niemand auch nur ein Wort deutsch außer dem Portier, Friedl spricht aber Italienisch Gott sei Dank.« Die Vormittage verbrachten sie am Strand, nachmittags besichtigten sie unter anderem das Geburtshaus Mussolinis, das Grab Dantes und, wie von Himmler empfohlen, das Mausoleum Theoderichs.

Bereits 1926 hatte Himmler in seiner Leseliste notiert: »Gelebt muß dieser Dietr. von Bern einmal haben, sonst hätte er sich dem Volk nicht so tief in das Herz gegraben.« Die Gleichsetzung des sagenhaften Dietrich von Bern mit dem Gotenkönig Theoderich war zwar jahrhundertelang beliebt, ist jedoch historisch äußerst fragwürdig. Im Juli 1938 hatte Himmler den italienischen Minister für nationale Erziehung, Giuseppe Bottai, erfolgreich um die Erlaubnis gebeten, das Grabmal Theoderichs in Ravenna durch einen Archäologen und einen Architekten des SS-»Ahnenerbes« neu vermessen zu lassen, da es »für Deutschland eines der ehrfurchtsvollsten Denkmäler aus der antiken Geschichte« sei. Himmlers Forscher glaubten, den »germanischen Charakter« des Bauwerkes nachweisen zu können, und ordneten es als »ältestes Werk deutscher Steinbaukunst« ein.

Marga und Gudrun mussten den Italienurlaub vorzeitig abbrechen, da Heinrich Himmlers Mutter Anna am 10. September 1941 starb. Gudrun schrieb bedauernd, dass sie zur Beerdigung nicht mitgehen durfte und dass sie nun gar keine Großeltern mehr habe.

 

[1] Werner Tom Angress (1920–2010) hat diese Geschichte immer wieder erzählt und in einer Fußnote zu seinem gemeinsam mit Bradley F. Smith verfassten Aufsatz: »Diaries of Heinrich Himmler’s Early Years« (The Journal of Modern History, Bd. 31, Nr. 3, September 1959) kurz skizziert. Zu Werner Tom Angress siehe dessen Publikation: … immer etwas abseits. Jugenderinnerungen eines jüdischen Berliners, 1920–1945, Berlin 2005.

[2] Gutachten des Bundesarchivs Koblenz, Gesch.-Z. III 2-4211/Himmler, Archivdirektor Dr. Josef Henke, vom 12. 3. 1984. In einem späteren Schreiben vom 18. 2. 1997 bestätigte Dr. Henke noch einmal »that the authenticity of the material preserved in Tel Aviv can be considered as reasonably beyond doubt«.

[3] Die Originaldokumente befinden sich in Tel Aviv und werden nach Fertigstellung des Films von Vanessa Lapa einem Archiv übergeben, damit sie dort archivalisch erfasst und der interessierten und wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

Medien zu »Himmler privat«


Pressestimmen

Münchner Merkur

»›Himmler privat‹ verstört nachhaltig und veranschaulicht zugleich, wie Recht Hannah Arendt 1963 mit ihrer Analyse der ›Banalität des Bösen‹ hatte.«

Neue Luzerner Zeitung (CH)

»Die Schilderungen von der Kriegsfront sind von geradezu erschreckender Harmlosigkeit.«

Saarbrücker Zeitung

»Die Echtheit der Schriftstücke ist von Wissenschaftlern bestätigt, die Banalität des Bösen erschreckt.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Man staunt - aber eher über die furchtbare Normalität.«

Stuttgarter Zeitung

»Die Geschichte der Nazizeit muss nicht umgeschrieben werden. Man erkennt vielmehr, wie nah das Böse uns auch heute noch sein könnte.«

Rheinische Post

»Es sind solche Briefe des Alltags und der kleinen familiären Sorgen, die die Täter des Massenmordes als Menschen beschreiben, die unter uns und vielleicht sogar Nachbarn waren. Und genau das ist es auch, was die Briefe an Marga so furchterregend macht.«

Inhaltsangabe

Einleitung

Aufbau der Edition  

Danksagung  

Briefe 1927–28 

»[…] von unserem Heim, unserer Burg, da wird alles Schmutzige ferngehalten.«

Heinrich Himmler am 15. Februar 1928

Briefe 1928–33 

»Die Versammlung war sehr gut, hernach stellte ich eine SS auf, dann noch ins Kaffee.«

Heinrich Himmler am 4. April 1930

Briefe 1933–39 

»Alles war sehr nett. Der Führer kam. […] Es war wunderbar mit ihm mal in kleinem Kreis am Tisch zu sitzen.«

Marga Himmler am 3. Mai 1938 im Tagebuch

Briefe 1939–45 

»[…] ein paar Bildchen von meiner letzten Fahrt nach Lublin–Lemberg–Dubno–Rowno–Luck lege ich bei.«

Heinrich Himmler am 25. Juli 1941

Epilog – Die Nachkriegszeit 

Anhang

Quellen und Literaturauswahl 

Abkürzungen 

Personenglossar 

Personenregister 

Bildnachweis

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