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Instinkt – 800 Kilometer zu Fuß durch die Wildnis AustraliensInstinkt – 800 Kilometer zu Fuß durch die Wildnis Australiens

Instinkt – 800 Kilometer zu Fuß durch die Wildnis Australiens

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Instinkt – 800 Kilometer zu Fuß durch die Wildnis Australiens — Inhalt

Ganz auf sich allein gestellt, wagt die Schweizerin Sarah Marquis 2015 eine spektakuläre Expedition: Zu Fuß durchquert sie die Kimberley, die abgelegenste und gefährlichste Region Australiens. Durch undurchdringliches Buschland, wilde Schluchten und tropischen Regenwald kämpft sie sich drei Monate lang 800 Kilometer von der Mündung des Berkeley River im Nordwesten des Landes Richtung Süden, mitten durch Krokodil-Land, zum Purnululu National Park. Sie muss sich auf ihre Kenntnisse der Natur verlassen, ernährt sich von selbst gefangenem Fisch und Früchten des Baobab-Baums. Sie setzt sich gegen Insekten und Schlangen zur Wehr, immer auf der Hut vor Krokodilen und giftigen Spinnen. Mit diesem Abenteuer hat sich Sarah Marquis einen lang gehegten Traum erfüllt: eine Wanderung, die noch verrückter und intensiver ist als alles, was sie bisher durchgestanden hat.

 

€ 15,00 [D], € 15,50 [A]
Erschienen am 03.07.2017
Übersetzt von: Bettina Müller Renzoni, Barbara Neeb
240 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-40623-9
€ 12,99 [D], € 12,99 [A]
Erschienen am 03.07.2017
Übersetzt von: Bettina Müller Renzoni, Barbara Neeb
240 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96715-0

Leseprobe zu »Instinkt – 800 Kilometer zu Fuß durch die Wildnis Australiens«

Vorwort
Eine alte Hindulegende erzählt, dass es einmal eine Zeit gab, in der alle Menschen Götter waren. Aber sie missbrauchten ihre göttliche Macht so sehr, dass Brahma beschloss, sie ihnen wegzunehmen und an einem Ort zu verstecken, an dem sie sie niemals wiederfinden würden. Das Problem war nun die Wahl eines geeigneten Verstecks. Und so wurden die Götter zu einem Ratstreffen zusammengerufen, um dieses Problem zu lösen.
Sie schlugen vor: »Lasst uns die Göttlichkeit des Menschen in der Erde vergraben.«
Aber Brahma erwiderte: »Nein, das reicht nicht, denn [...]

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Vorwort
Eine alte Hindulegende erzählt, dass es einmal eine Zeit gab, in der alle Menschen Götter waren. Aber sie missbrauchten ihre göttliche Macht so sehr, dass Brahma beschloss, sie ihnen wegzunehmen und an einem Ort zu verstecken, an dem sie sie niemals wiederfinden würden. Das Problem war nun die Wahl eines geeigneten Verstecks. Und so wurden die Götter zu einem Ratstreffen zusammengerufen, um dieses Problem zu lösen.
Sie schlugen vor: »Lasst uns die Göttlichkeit des Menschen in der Erde vergraben.«
Aber Brahma erwiderte: »Nein, das reicht nicht, denn der Mensch wird graben und sie wiederfinden.«
Da sagten die Götter: »Dann werfen wir die Göttlichkeit in den tiefsten Ozean.«
Aber Brahma entgegnete wieder: »Nein, früher oder später wird der Mensch die Tiefen aller Ozeane erforschen, und eines Tages wird er sie ganz sicher entdecken und wieder an die Oberfläche bringen.«
Verdutzt schlugen die Götter vor: »Dann bleibt nur noch der Himmel, ja, verstecken wir die Göttlichkeit des Menschen auf dem Mond.«
Aber Brahma lehnte auch das ab: »Nein. Eines Tages wird der Mensch den Himmel durchqueren, auf dem Mond landen und sie finden.«
So sagten die Götter schließlich: »Wir wissen nicht, wo wir sie verstecken sollen, denn weder auf der Erde noch im Meer oder im Himmel scheint es einen Ort zu geben, den der Mensch nicht eines Tages erreichen kann.«
Da erwiderte Brahma: »Wir werden Folgendes mit der Göttlichkeit des Menschen machen: Wir verstecken sie ganz tief in ihm selbst, denn das ist der einzige Ort, an dem er sie niemals suchen wird.«

Seit jener Zeit, so schließt die Legende, hat der Mensch die Erde umrundet, er ist geklettert, getaucht, gewandert und hat gegraben, er hat den Mond und den Himmel erforscht auf der Suche nach etwas, das sich in ihm selbst befindet.


Kapitel 1
SYNCHRONICITY
Ein Monat vor dem Aufbruch

Das Gesicht gegen das Fenster gepresst, starre ich nach unten: Von hier oben sieht die Landschaft aus wie eine Luftaufnahme des Amazonasgebiets, wo die breiten Wasserläufe sich wie türkisfarbene Schlangen durch wildes, unzugängliches Terrain winden. Das Flugzeug leitet akribisch den Sinkflug ein, einige Minuten später erkenne ich Einzelheiten; am Boden zeichnen sich immer deutlicher die Umrisse der majestätischen Baobabs ab, und mir läuft ein Schauder über den Rücken. Das Aufsetzen der Räder auf der Landebahn reißt mich aus meinen Gedanken … Ich bin angekommen.
Auf meinem Gesicht liegt das selige Lächeln der Vorfreude, ich bin aufgeregt, frei, glücklich und sehr bewegt, ich fühle mich wie eine Indiana Jones, die unbekanntes Gebiet betritt. Möge das Abenteuer beginnen.


Rückschlag
Ich steige aus dem Flugzeug und überquere das Rollfeld des winzigen Flughafens, um mein Gepäck zu holen. Als ich mein Telefon wieder einschalte, fängt es sofort an zu piepen. Ich lasse meinen Blick über die strahlenden Gesichter der Versammelten schweifen, die alle freudig auf ihren Besuch warten. Ich suche nach einem schwarzen Cowboyhut, dessen Träger sich bestimmt im Hintergrund hält. Ich kann ihn nicht entdecken, aber das beunruhigt mich nicht. Mit einem Auge beobachte ich, ob irgendwo unter den Koffern der Mitreisenden meine Expeditionsrucksäcke auftauchen. Unterdessen lese ich die SMS, die ich gerade auf meinem Handy erhalten habe: »Sorry darling, I’m not gonna make it – Sorry, Schätzchen, schaffe es nicht.« Sie kommt von dem Mann mit dem schwarzen Cowboyhut.
Um mich herum starren die Reisenden nur auf ihre Telefone, sie sehen nicht, wie sich mein Gesicht verfärbt. Ich bin puterrot vor Zorn. Ich sammle meine Ausrüstung zusammen und schwinge meine schweren Rucksäcke auf einen Gepäckwagen, als ob es einfaches Handgepäck wäre. Dann steuere ich den Schalter für Mietwagen an, aber es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass ich noch ein Fahrzeug bekomme: Wir haben Hauptsaison, und dieser abgelegene Ort befindet sich 820 Kilometer von Darwin, der nächsten Stadt, entfernt.
Die Dame von der Agentur schaut mich bestürzt an: »Alles in Ordnung mit Ihnen?« Ich erzähle ihr, dass man mich versetzt hat. »Ach, keine Sorge, ich werde eine Lösung finden.« Sie schiebt sich die Brille zurecht, dann stürzt sie sich in ihre Unterlagen und jongliert mit den Reservierungen, um mir für meinen »Aufenthalt« in Kununurra ein Auto zur Verfügung stellen zu können. Ich soll in ein paar Tagen wiederkommen, um das Auto gegen ein anderes einzutauschen. Egal! Ich nehme die Schlüssel, die sie mir reicht, und bedanke mich überschwänglich für ihre Flexibilität und Freundlichkeit. Dann gehe ich hinaus zum handtuchgroßen Parkplatz und schaue mich nach der »Pick up«-Zone um. Der Flughafen ist inzwischen menschenleer, die Freude und Euphorie, die die Ankunft eines Flugzeugs mit sich bringen, sind verflogen; es sind nur noch wenige Leute hier, die stumm ihre Autos beladen. Während ich über den Parkplatz laufe, strecke ich die Nase in die Luft und erkenne sofort die Gerüche des australischen Buschlands, was mich meinen Ärger vergessen lässt. Ich habe Glück, dass ich hier bin, denke ich.
Beim Überreichen der Autoschlüssel hat die Dame von der Agentur gesagt: »Gehen Sie einfach bis ans Ende des Parkplatzes, da ist es, Sie werden es erkennen.«
Ich bleibe stehen und starre auf das einzige Fahrzeug weit und breit. Es ist nicht zu übersehen: Die Karosserie ist kanariengelb lackiert. Ich muss laut loslachen, während ich mich frage, ob meine Rucksäcke da reinpassen werden.

Ein kleines gelbes Auto entfernt sich von dem winzigen Flughafen von Kununurra, hinten und seitlich ist die Sicht von großen Gepäckstücken versperrt. Vorne sitzt angegurtet ein stummer blauer Beifahrer … Er hat zwei Träger und an beiden Seiten die Aufschrift The North Face.
Ich beschließe, in der Stadt haltzumachen, um einen Kaffee zu trinken. In meinem Kopf kreisen immer wieder dieselben Worte: »Wieso ist er nicht gekommen?« Denn das ist nicht einfach irgendein Cowboy, der mir über den Weg gelaufen ist. Nein, das ist ein Mann, der mich unterstützt, mir am Ende meiner letzten Expedition geholfen und mich mit Lebensmitteln versorgt hat, als ich es am dringendsten brauchte. Er gehört zu den wenigen Menschen, für die das Wort mehr zählt als alles andere … Ein wahrer bushman.
Außerdem war die Planung in der Schweiz von Anfang an klar und eindeutig gewesen; alles war bis ins letzte Detail erwogen worden. Ich verstehe es nicht. Ich halte am Straßenrand an und rufe erneut – und wieder erfolglos – meinen Cowboy an. Bei unserem letzten Gespräch hatte ich eine winzige Veränderung in seiner Wortwahl wahrgenommen. Auf meine Nachfrage hatte er nur geantwortet: »Wenn ich nicht am Flugplatz bin, dann nur, weil ich tot bin.« Das hatte all meine Zweifel weggewischt.
Und jetzt ist er trotz allem quicklebendig … und wird in den nächsten Tagen mit wenig schmeichelhaften Worten in meinem Kopf bedacht werden.
Ich stoße schließlich die Tür meines Lieblingscafés in Kununurra auf und lasse mich auf das Sofa ganz hinten fallen. Mehrere Stunden werde ich hier sitzen bleiben, langsam meinen Caffè Latte schlürfen und verzweifelt nach einem Ausweg aus meiner misslichen Lage suchen.

Stumm und vom Jetlag und dem Adrenalin der jetzt wieder aufkeimenden Wut wie unter Drogen, mache ich mich auf zum Haus Nummer 105 an der River Farm Road, dem bed and breakfast, in dem ich reserviert habe. Zu meiner Rechten reihen sich Mangoplantagen und bilden eine grüne Mauer. Ich überquere den Bewässerungskanal, dann biege ich links in die River Farm Road ein. Ein paar Minuten später bin ich auf dem Weg, der zu einem wunderbar hinter Bougainvilleas und Palmen verborgenen Anwesen führt. Die Vegetation hat sich in ihrem Expansionsdrang anscheinend ein paar Freiheiten gegönnt. Die Nacht bricht schon herein, als ich mein »Zitronenmobil« in der Einfahrt zum Haus parke, in dem sich mein Bett für die Nacht befindet.
Plötzlich erscheint eine sportlich aussehende Dame um die fünfzig in einem sehr, sehr eleganten blassrosa Kleid, heißt mich willkommen und stellt sich vor. Es ist Judy, die Eigentümerin des bed and breakfast. Ihre dichten weißen Haare sind sorgfältig zu einem perfekt fallenden Bob geschnitten. Sie führt mich zu einem mit Liebe eingerichteten kleinen Nebengebäude, das für einige Tage das Hauptquartier meiner Expedition »Dropped into the wild corner« sein wird.

Nach einer kurzen und unruhigen Nacht bin ich bereit. Ich habe mich von meinen ursprünglichen Vorstellungen von meiner Expedition verabschiedet. Angesichts der neuen Faktenlage muss man eben zu Plan B greifen. Das heißt, ich muss noch einmal ganz von vorn beginnen, die Route ändern, andere Genehmigungen einholen, Kontakte auftun und im Busch meine Überlebenstechniken und Angelfertigkeiten trainieren … und dabei immer im Hinterkopf behalten, dass ich dafür genau dreißig Tage Zeit habe, so wie es im Programm vorgesehen war.
Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, Ruhe zu bewahren, wenn sich ein Problem abzeichnet, und mich erst einmal aufs Beobachten zu verlegen. In der Natur machen die Tiere es ja genauso: Sie verharren starr, solange das Raubtier sie bedroht. Kopflos einfach loszustürzen, bringt gar nichts. Ich werde mich daher so lange in meinen Lieblings-Coffeeshop setzen, wie es eben dauert … und auf das Zeichen warten, das mir den richtigen Weg weisen wird. Geduldig genieße ich einen Kaffee nach dem anderen … und beobachte.
Ich rufe mein Team in der Schweiz an, sie sind von der Nachricht reichlich geschockt. Wir hatten so viel Zeit investiert, um alles genau zu planen! Ich beende das Telefonat mit der Ankündigung, dass ich eine andere Strecke finden und mir neue Kontaktpersonen suchen werde, die mich unterstützen können, Einheimische, Leute, die dieses Land kennen. Meine Assistentin Jennie meint entsetzt am anderen Ende der Leitung: »Aber du kennst doch niemanden in Kununurra, wir haben dort keinerlei Kontakte, der Einzige, den du kanntest, war … er!«
»Mach dir keine Sorgen, ich rufe dich wieder an, wenn es etwas Neues gibt, okay?«
»Wo willst du denn anfangen und womit? Was ist dein Plan?«
»Noch einen Kaffee trinken … Bis bald.«
Ein leises, nervöses Auflachen ist zu hören, ehe sie antwortet. »Na dann, halt die Ohren steif und viel Glück!«

Am Abend fahre ich langsam zu meinem bed and breakfast zurück, mein Blick erhascht etwas von dem wunderbaren Lichtspiel der Dämmerung. Meine Augen sind weit geöffnet. Und das Blut in meinen Adern riecht bestimmt schon nach Koffein.
Ich habe das Problem hin und her gewendet. In diesem Monat der Eingewöhnung im Buschland hätte Mister Cowboy mich mit seinem Geländewagen logistisch unterstützen sowie seine Angelausrüstung, die Krabbenreusen, Netze usw. bereitstellen sollen, denn damit kennt er sich bestens aus. Ich werde also meine Überlebenstechniken allein durchgehen und testen müssen … Aber damit ist es nicht getan. Da es in diesem Teil der Welt ziemlich schwierig ist, sich als Frau Gehör zu verschaffen, war geplant, dass Mister Cowboy die verschiedenen Besitzer der Ländereien, die ich durchqueren will, beruhigte und dass wir sie zusammen aufsuchen würden. Es ist ja ein wenig so, als ob eine Australierin in die abgelegensten Regionen hoch oben im Wallis käme und dort den Bergführern erklären würde, dass sie vorhat, die Alpen im Winter über die höchsten Gipfel zu überqueren. Ich würde ihre Bedenken verstehen!

Am nächsten Morgen erscheint Judy mit kämpferischem Schritt, schnell und entschlossen, und lädt mich auf einen Willkommenstee ein. Gerne nehme ich an und folge ihr. Als wir an dem kleinen Tor vorbeikommen, das zu dem etwas tiefer gelegenen Fluss führt, entdecke ich ein riesiges Krokodil, das sich neben einer Plattform sonnt, die dort festgemacht ist.
Judy bemerkt mein Erstaunen. »Wenn die Regenzeit naht, kommt es schon mal vor, dass sie sich so weit heranwagen«, sagt sie und geht seelenruhig weiter zu ihrer großartigen Terrasse über dem Fluss.
Dieses unbedeutende Ereignis ruft mir in Sekundenschnelle in Erinnerung, wo ich mich eigentlich befinde. Ich bin quasi vor den Toren der Kimberleys, einer der feindseligsten Gegenden dieses Kontinents. Bei den Sorgen der letzten Tage hatte ich das beinahe vergessen. Wir setzen uns, aber Judy steht sofort voller Tatendrang wieder auf, um durch eine kleine Tür in die Küche zu verschwinden …
Ich bleibe nachdenklich zurück, fasziniert vom großartigen Schauspiel, das die Landschaft bietet; ich bin wie hypnotisiert von den Farben, den Gerüchen, den Geräuschen. Alles kommt mir vor wie eine perfekte Szene aus einem Hollywoodfilm.
Das Geräusch sich nähernder Schritte bringt mich in die Wirklichkeit zurück, und ich frage mich, ob ich Judy von meinem Vorhaben erzählen soll.
In der Vergangenheit ist es mir in unterschiedlichen Ländern schon mehrfach passiert, dass ich von der Polizei vorübergehend festgenommen wurde. So auch in Australien, als ich gerade die Nullarbor-Ebene im Süden durchqueren wollte. Die Behörden waren von jemandem alarmiert worden, dem ich von meinem Vorhaben erzählt hatte. Aus Angst, dass eine ausländische Frau aus Unwissenheit eine Dummheit begehen könnte, hatte man versucht, mir Steine in den Weg zu legen.
Ich bin also misstrauisch, zumal ich nicht erkennen kann, wie diese so gepflegte Frau Verständnis für meine Wandertour aufbringen, geschweige denn mir helfen könnte. Ich beschließe, alles einfach auf mich zukommen zu lassen …
Judy kehrt mit einem Teller ofenwarmer Kuchenstücke zurück. Eigentlich habe ich für solche Vergnügen gerade gar keinen Kopf, aber diese Brownies sind die perfekte Ablenkung für meine Sinne und die besten, die ich je gegessen habe.
Ich schiebe mir gerade den zweiten Brownie in den Mund, als meine Gastgeberin fragt: »Und was führt dich hierher in unser kleines Paradies?«
Ich sehe sie an. Pause … Diese großen offenen Augen. Zum Glück gewinne ich ein paar wertvolle Sekunden dank meines vollen Mundes. Dann beschließe ich, es einfach darauf ankommen zu lassen. Und so sage ich, um ganz vorsichtig eine Diskussion anzustoßen: »Eigentlich bin ich hier, um zu wandern.«
Sie schiebt ihren Stuhl zurück und richtet sich auf.
»Was? Das ist ja großartig, ich liebe wandern, ich bin gerade erst aus Europa zurückgekehrt, wo ich den ganzen Jakobsweg gewandert bin, das war eine unglaubliche Erfahrung!«
Zwei Sekunden Schweigen … Ich starre sie mit offenem Mund an, bringe kein Wort heraus, ich fasse es nicht: eine Wanderin!

Sarah Marquis

Über Sarah Marquis

Biografie

Sarah Marquis, geboren 1972 in einem 500-Seelen-Bergdorf im Schweizer Jura, unternimmt seit zwanzig Jahren extreme Touren durch vielfach einsame Gebiete auf der ganzen Welt. Mit siebzehn durchquerte sie Zentralanatolien auf einem Pferd, reiste nach Australien und Neuseeland, wo sie das Laufen für...

Pressestimmen

aviva-berlin.de

»Sarah Marquis hat ihren Weg gefunden, sich durch extreme Touren selbst nah zu kommen und ihr Leben und ihre Leidenschaft in ihren Reiseberichten zu transportieren. Mit ihrem persönlichen, teilweise tagebuchhaften Schreibstil, nimmt sie die Leser*innen weit mit hinaus in die einsame Natur und schafft es, sie an ihren Erlebnissen und Gedanken teilhaben zu lassen.«

momag Mostviertel Magazin

»Ein sehr packender, manchmal Gänsehaut machender, Reisebericht. Toll bebildert, spannend, abenteuerlich.«

Fragen und Antworten zu Sarah Marquis
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