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Der Geschmack von Laub und ErdeDer Geschmack von Laub und ErdeDer Geschmack von Laub und Erde

Der Geschmack von Laub und Erde

Wie ich versuchte, als Tier zu leben

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Der Geschmack von Laub und Erde — Inhalt

Was fühlt ein Tier, wie lebt es und wie nimmt es seine Umwelt wahr? Um das herauszufinden, tritt Charles Foster ein faszinierendes Experiment an. Er schlüpft in die Rolle von fünf verschiedenen Tierarten: Dachs, Otter, Fuchs, Rothirsch und Mauersegler. Er haust in einem Bau unter der Erde, schnappt mit den Zähnen nach Fischen in einem Fluss und durchstöbert Mülltonnen auf der Suche nach Nahrung. Er schärft seine Sinne, wird zum nachtaktiven Lebewesen, beschreibt wie ein Weinkenner die unterschiedlichen »Terroirs« von Würmern und wie sich der Duft der Erde in den verschiedenen Jahreszeiten verändert. In die scharfsinnige und witzige Schilderung seiner skurrilen Erfahrungen lässt er wissenswerte Fakten einfließen und stellt sie in den Kontext philosophischer Themen. Letztendlich geht es dabei auch um die eine Frage: Was es bedeutet, Mensch zu sein.

€ 20,00 [D], € 20,60 [A]
Erschienen am 12.01.2017
Übersetzt von: Gerlinde Schermer-Rauwolf, Robert A. Weiß
288 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
EAN 978-3-89029-262-5
€ 10,00 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 01.08.2018
Übersetzt von: Gerlinde Schermer-Rauwolf, Robert A. Weiß
288 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31356-8
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 12.01.2017
Übersetzt von: Gerlinde Schermer-Rauwolf, Robert A. Weiß
288 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-95876-9
»Ein großartiges Buch«
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Eins der klügsten und einfühlsamsten Bücher über die Natur, das ich kenne. (...) Ein paar Wochen als Tier und du bist ein besserer Mensch. Tolles Buch.«
NDR Kulturjournal

Leseprobe zu »Der Geschmack von Laub und Erde«

Vorbemerkung des Autors


Ich wollte wissen, wie es ist, ein Wildtier zu sein.
Möglicherweise kann man das erfahren. Die Neurowissenschaften helfen uns dabei, und ein bisschen Philosophie und eine Menge Lyrik von John Clare tun das Ihre dazu. Aber vor allem muss man den Stammbaum der Evolution gefährlich weit hinunterklettern, bis in ein Loch in einem walisischen Hügel und unter die Steine eines Flusses in Devon, man muss etwas über Schwerelosigkeit lernen, über die Gestalt des Windes, über Langeweile, Mulch in der Nase und das Zittern und Knacken [...]

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Vorbemerkung des Autors


Ich wollte wissen, wie es ist, ein Wildtier zu sein.
Möglicherweise kann man das erfahren. Die Neurowissenschaften helfen uns dabei, und ein bisschen Philosophie und eine Menge Lyrik von John Clare tun das Ihre dazu. Aber vor allem muss man den Stammbaum der Evolution gefährlich weit hinunterklettern, bis in ein Loch in einem walisischen Hügel und unter die Steine eines Flusses in Devon, man muss etwas über Schwerelosigkeit lernen, über die Gestalt des Windes, über Langeweile, Mulch in der Nase und das Zittern und Knacken sterbender Wesen.
Im Allgemeinen hieß Schreiben über die Natur, dass Menschen, die wie Kolonialherren durch die Welt stolzierten, schilderten, was sie aus 1,80 Meter Höhe sahen, oder dass Menschen so taten, als würden Tiere Kleider tragen. Dieses Buch ist ein Versuch, die Welt aus dem Blickwinkel unbekleideter walisischer Dachse, Londoner Füchse, Otter im Exmoor, von Mauerseglern aus Oxford und Rothirschen in Schottland und Südwestengland wahrzunehmen; zu lernen, wie es sich anfühlt, sich schlurfend oder gleitend durch Landschaften zu bewegen, die vor allem von Gerüchen und Geräuschen und weniger von visuellen Eindrücken geprägt sind. Es war der Versuch eines literarischen Schamanismus, und es hat sagenhaften Spaß gemacht.
Wenn wir einen Wald betreten, teilen wir die sensorischen Reize, die er bietet (Licht, Farbe, Geruch, Klang etc.), mit allen anderen Geschöpfen, die sich dort aufhalten. Aber würde auch nur eines von ihnen diesen Wald anhand unserer Beschreibungen wiedererkennen? Jedes Lebewesen erschafft in seinem Gehirn eine andere Welt. Es lebt in dieser Welt. Wir sind von Millionen unterschiedlicher Welten umgeben. Sie zu erforschen ist eine aufregende neurowissenschaftliche und literarische Herausforderung.
In den Neurowissenschaften hat es in letzter Zeit beträchtliche Fortschritte gegeben. Wir wissen oder können aufgrund der Arbeiten über ähnliche Spezies intelligent schlussfolgern, was in der Nase und den für den Geruchssinn zuständigen Gehirnregionen eines Dachses vorgeht, wenn er durch den Wald streift. Aber das literarische Abenteuer steckt noch in den Anfängen. Es ist eine Sache zu beschreiben, welche Hirnregionen eines Dachses in einem Kernspintomografen aufleuchten, wenn er eine Nacktschnecke riecht. Eine völlig andere ist es jedoch, das Bild eines ganzen Waldes zu malen, wie er sich dem Dachs darstellt.
Traditionelle Naturschilderungen kranken an zwei Fehlern: Anthropozentrismus und Anthropomorphismus. Die Anthropozentristen beschreiben die Natur, wie Menschen sie wahrnehmen. Da sie Bücher für Menschen schreiben, mag das in kommerzieller Hinsicht recht clever sein. Aber es ist ziemlich langweilig. Für die Anthropomorphisten sind Tiere einfach Menschen in anderer Gestalt: Sie stecken sie in echte (etwa Beatrix Potter) oder metaphorische Kleider (so Henry Williamson) und statten sie mit menschlichen Sinnesorganen aus.
Ich habe versucht, beide Fehler zu vermeiden, und natürlich ist es mir misslungen.
Wenn ich eine Landschaft beschreibe, wie ein Dachs, ein Fuchs, ein Otter, ein Rothirsch oder ein Mauersegler sie wahrnimmt, bediene ich mich zweier Methoden. Erstens vertiefe ich mich in die relevante physiologische Literatur und finde heraus, was man aus dem Labor über die Funktionsweise dieser Tiere weiß. Zweitens tauche ich in ihre Welt ein. Wenn ich ein Dachs bin, hause ich unter der Erde und esse Regenwürmer. Wenn ich ein Otter bin, versuche ich, im Wasser mit den Zähnen Fische zu fangen.
Bei der Beschreibung der physiologischen Erkenntnisse muss man die Aufgabe meistern, nicht langweilig zu sein oder in einen unverständlichen Fachjargon zu verfallen. Bei der Beschreibung, wie es ist, Regenwürmer zu essen, gilt es zu vermeiden, dass man als schrullig und lächerlich abgetan wird.
Die den Tieren zur Verfügung stehenden Sinnesorgane geben ihnen eine viel, viel größere Farbpalette an die Hand, mit der sie das Bild des Landes malen, als sie irgendein menschlicher Künstler je besaß. Dass die Tiere so eng mit dem Land verbunden sind, verleiht ihnen eine weitaus größere Autorität, als selbst ein Farmer sie beanspruchen kann, dessen Vorfahren hier schon seit dem Neolithikum die Scholle bestellen.
Das Buch ist anhand der vier klassischen Elemente aufgebaut, jedes wird durch ein, die Erde durch zwei Tiere repräsentiert: Für die Erde buddeln sich Dachse durch den Untergrund, und der Rothirsch galoppiert darüber hinweg; der Stadtfuchs, der helles Licht kennt, steht für das Feuer; der Otter für das Wasser; und für die Luft der Mauersegler, dieser ultimative Himmelsbewohner, der auf seinen Schwingen schläft, sich nachts von thermischen Strömungen in die Höhe schrauben lässt und kaum je landet. Hinter dieser Aufteilung steht die Vorstellung, dass etwas Alchemistisches passiert, wenn man die vier Elemente im richtigen Verhältnis mischt.
Kapitel 1 gibt einen Einblick in die Probleme meines Herangehens. Es versucht, einige davon durch Vorwegnahme aus der Welt zu schaffen. Wenn Sie keine Probleme sehen, überblättern Sie das Kapitel, und begeben Sie sich ohne Umweg in den Dachsbau von Kapitel 2.
Kapitel 2 handelt von Dachsen. Es spielt in den Black Mountains von Wales, wo ich viele Wochen zu verschiedenen Jahreszeiten verbracht habe. Ich habe etwa anderthalb Monate unter dem Erdboden gehaust, teils in Wales und teils anderswo, allerdings über mehrere Jahre verteilt. Das Kapitel verdichtet diese Aufenthalte auf wenige Wochen und eine Rückkehr und bildet eine Collage aus all diesen Zeitabschnitten.
Es ist ein langes Kapitel, denn es führt in viele Themen und wissenschaftliche Fragen ein, die für die folgenden Kapitel relevant sind – zum Beispiel geht es um die Vorstellung, dass eine Landschaft eher durch Geruchseindrücke als durch visuelle Wahrnehmung konstruiert sein kann. Wegen dieser Ausführungen sind andere Kapitel kürzer, als sie es sonst wären.
Kapitel 3 befasst sich mit Fischottern. Sie sind Wanderer, die weite Strecken zurücklegen, und so sind sie in einem weit größeren Gebiet »daheim« als die anderen Säugetiere in diesem Buch. Sie schlängeln sich die Furchen des Landes entlang; wer ihre Wege kennt, der weiß, wie sich die Erde aufgefaltet hat. Und sie leben in verdünnten Lösungen dieser Erde. Wie auch wir, obwohl wir es normalerweise nicht so sehen. Ihre und unsere Vorfahren kamen aus dem Wasser, und die Otter kehrten später wieder dorthin zurück. Allerdings nicht ganz. Was mir den Zugang zu ihnen leichter macht als zu Fischen.
Dieses Kapitel spielt im Exmoor, wo ich einen großen Teil des Jahres verbringe. Es erstreckt sich über ein weites Gebiet, wie es Ottern entspricht, aber die Ausgangspunkte bilden East Lyn River und Badgworthy Water sowie deren Zuflüsse aus dem Hochmoor und die Nordküste von Devon, in die sich der East Lyn River ergießt.
Kapitel 4 betrachtet den Stadtmenschen mit Nase, Ohren und Augen eines Fuchses.
Es ist im Londoner East End angesiedelt, wo ich viele Jahre gelebt habe. In dieser Zeit streunte ich nachts durch die Straßen und hielt Ausschau nach Fuchsfamilien.
In Kapitel 5 bin ich wieder im Exmoor und in den westlichen Highlands von Schottland, diesmal bei den Rothirschen.
Wir sehen sie vom Auto aus und glauben, wir würden sie besser kennen als die krabbelnden, wühlenden Wesen. Unsere Mythologie unterstützt diese anmaßende Vorstellung und widerspricht ihr zugleich. Gehörnte Götter wandeln anmutig durch unser Unbewusstes. Sie sind groß und sichtbar, aber dennoch Götter und stehlen sich davon, wenn sie uns bemerken.
Viel Zeit meines Lebens habe ich damit zugebracht, dass ich versuchte, Rothirsche zu töten. Dieses Kapitel ist eine andere Art von Jagd – es ist der Versuch, in den Kopf des Hirsches einzudringen anstatt aus zweihundert Meter Entfernung in sein Herz.
Kapitel 6 beschäftigt sich mit Mauerseglern, und der Handlungsort ist die Luft zwischen Oxford und Zentralafrika.
Mauersegler sind mehr als jedes andere Tier Geschöpfe der Lüfte und so schwerelos wie eine mikroskopisch kleine Qualle.
Ich bin von Mauerseglern besessen, seit ich ein kleines Kind war. Wenn ich in meinem Arbeitszimmer in Oxford am Schreibtisch saß, scharrte ein Pärchen in seinem Nest knapp einen Meter über meinem Kopf. Die kreischenden Sommerpartys in unserer Straße wurden genau auf meiner Augenhöhe gefeiert. Ich folgte den Mauerseglern quer durch Europa bis ins westliche Afrika.
Das Kapitel beginnt mit einer Reihe von Fakten, die viele verständlicherweise für umstritten und tendenziös halten. Ja, ich weiß, die Belege für viele dieser Annahmen werden sehr kontrovers diskutiert. Aber haben Sie Geduld mit mir, und lassen Sie uns sehen, wie weit wir damit kommen.
Indem ich mir die Mauersegler vornahm, habe ich mein Scheitern vorprogrammiert. Es war ziemlich dumm. Sie lassen sich nicht ansatzweise in Worte fassen. Man möge es mir als mildernden Umstand für meine Art von Annäherungsversuchen in diesem Kapitel anrechnen.
Im Epilog blicke ich auf meine Reisen in diese fünf Welten zurück. Waren sie vergebliche Liebesmüh? Habe ich etwas anderes beschrieben als das, was sich nur in meinem Kopf abspielte?
Ich hatte darauf gehofft, ein Buch zu schreiben, in dem nichts oder nur wenig von meiner eigenen Person aufscheint. Diese Hoffnung war naiv. Es wurde (viel zu sehr) ein Buch über meine Rückkehr zur Natur, mein Bekenntnis zu meiner vormals ungekannten Wildheit und meine Klage über den Verlust dieser Wildheit. Tut mir leid.
Oxford, Oktober 2015


Zum Tier werden


Ich bin ein Mensch. Jedenfalls insofern, als meine beiden Eltern Menschen waren.
Das hat gewisse Konsequenzen. Beispielsweise kann ich keine Nachkommen mit einer Füchsin zeugen. Damit muss ich mich abfinden.
Aber Artengrenzen sind, wenn nicht illusionär, so doch zumindest vage und manchmal auch durchlässig. Das kann Ihnen jeder Evolutionsbiologe und jeder Schamane bestätigen.
Es ist kaum dreißig Millionen Jahre her – gerade einmal ein sachter Lidschlag in der Existenz unseres Planeten, auf dem sich vor 3,4 Milliarden Jahren Leben entwickelt hat –, dass die Dachse und ich gemeinsame Vorfahren hatten. Gehen wir noch läppische vierzig Millionen Jahre weiter zurück, teile ich meine Ahnentafel nicht nur mit Dachsen, sondern auch mit Silbermöwen.
Alle Tiere, mit denen ich mich in diesem Buch beschäftige, gehören zu unserer näheren Verwandtschaft. Das ist eine Tatsache. Wenn uns unsere Gefühle etwas anderes sagen, liegt das daran, dass sie von Biologie keine Ahnung haben. Hier ist Umerziehung gefragt.
Im Buch Genesis finden sich zwei Schöpfungsgeschichten. Wenn man sie strikt historisch betrachten will, sind sie völlig unvereinbar miteinander. In der ersten Version wird der Mensch als Letztes erschaffen. In der zweiten zuerst. Beide Darstellungen geben jedoch aufschlussreiche Hinweise auf unsere Verwandtschaftsbeziehungen zu den Tieren.
Nach der ersten Schöpfungsgeschichte ist der Mensch zusammen mit allen landlebenden Tieren am sechsten Tag erschaffen worden. Es verbindet uns also einiges durch unsere Herkunft. Wir haben denselben Geburtstag.
Im zweiten Schöpfungsbericht wurden die Tiere eigens geschaffen, um Adam Gesellschaft zu leisten. Allein zu sein tat ihm nicht gut. Doch Gottes Strategie ging nicht auf: Die Gesellschaft der Tiere genügte Adam nicht. Also erschuf Gott Eva, was Adam sehr freute. »Endlich!«, seufzte er. Diesen Seufzer haben wir alle schon einmal ausgestoßen oder hoffen, es eines Tages zu tun. Es gibt Einsamkeit, die eine Katze nicht lindern kann. Allerdings bedeutet das nicht, dass Gottes Plan völlig fehlgeschlagen wäre – dass Tiere als Gefährten des Menschen nicht taugen. Wir wissen, dass das nicht stimmt. Der Markt für Hundekekse ist riesig.
Adam gab allen Säugetieren und Vögeln Namen – und stellte damit eine Verbindung zu ihnen her, die in die Tiefen seiner und ihrer Existenz reichte. Seine allerersten Worte waren ihre Namen. Wir werden geprägt durch das, was wir sagen, und wie wir Dinge bezeichnen. Also wurde Adam durch seine Interaktion mit den Tieren geprägt. Diese Interaktion und diese Prägung unseres Bewusstseins ist schlicht ein historischer Fakt. Als Spezies sind wir mit Tieren als unseren Kindergärtnern aufgewachsen. Sie brachten uns das Laufen bei, gaben uns Halt, wenn wir, Hand in Huf, dahinwackelten. Und die Bezeichnungen – mit denen Herrschaft einherging – prägten die Tiere ebenfalls. Auch diese Prägung ist eine offensichtliche Tatsache, mit oftmals verheerenden Folgen (zumindest für die Tiere). Mit den Tieren haben wir nicht nur die genetische Herkunft und einen hohen Anteil an DNA gemeinsam, uns verbindet zudem die Geschichte. Wir waren alle auf derselben Schule. So ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass wir einige sprachliche Gemeinsamkeiten haben.
Ein Mensch, der mit seinem Hund redet, weiß um die Durchlässigkeit der Artengrenzen. Er hat den ersten und entscheidendsten Schritt auf dem Weg zum Schamanen getan.
Bis in die jüngste Vergangenheit genügte es den Menschen nicht, Doktor Dolittles zu sein. Ja, sie sprachen zu den Tieren, und die Tiere sprachen zu ihnen. Aber das reichte nicht. Es wurde der Intimität der Beziehung zwischen Mensch und Tier nicht gerecht. Und man konnte zu wenig damit anfangen. Denn manchmal wollten die Tiere ihre kostbaren und überlebenswichtigen Geheimnisse nicht preisgeben, etwa wohin die Herde zog, wenn der Regen ausblieb, oder warum die Vögel das Marschland am Nordende des Sees verlassen hatten. Um diese Informationen zu erlangen, musste man die Realität der gemeinsamen Abstammung auf ekstatische Weise heraufbeschwören. Man musste zum Rhythmus der Trommel um ein Feuer tanzen, bis man so dehydriert war, dass einem das Blut aus den geplatzten Nasenkapillaren schoss, oder singend in einem eiskalten Fluss stehen, bis man spürte, dass einem die Seele wie Erbrochenes in die Kehle stieg, oder Fliegenpilze essen und sich selbst beim Fliegen über das Blätterdach des Waldes zusehen. Dann konnte man die dünne Membran durchstoßen, die diese Welt von anderen Welten und die eigene Spezies von anderen Spezies trennt. Während man sich mühsam zur erleuchtenden Erkenntnis hindurchquälte, umhüllte einen die Membran wie einst die Fruchtblase im Mutterleib. Und man ging als Wolf oder Gnu daraus hervor.
Diese Transformationen sind Gegenstand der frühesten Kunst des Menschen. Im Jungpaläolithikum, als das im Lauf der Evolution entstandene Neuronengestrüpp erstmals von menschlichem Bewusstsein erhellt zu sein schien, kroch der Mensch in kalte Höhlen und begann Therianthropen zu zeichnen – Mischwesen aus Mensch und Tier: Menschen mit Tierköpfen oder Hufen, Tiere mit Menschenhänden und Speeren.
Sogar in den urbanisierten und reglementierten Kulturen Ägyptens und Griechenlands beherrschten Therianthropen die Religion. Die griechischen Götter verwandelten sich ständig in Tiere, um die Sterblichen auszuspähen; die religiöse Kunst Ägyptens ist eine Collage aus menschlichen und tierischen Körperteilen. Und im Hinduismus setzt sich diese Tradition unverkennbar fort. Während ich diese Zeilen schreibe, blickt mich das Abbild des elefantenköpfigen Gottes Ganesha an. Für Millionen Menschen sind die einzigen anbetungswürdigen Götter diejenigen mit einer zwitterhaften Natur: Wesen, die zwischen den Welten pendeln können. Und die Welten werden durch menschliche und tierische Formen repräsentiert. Anscheinend gibt es ein uraltes und tief empfundenes Bedürfnis, die Welt der Menschen und die der Tiere zu vereinen.
Kinder, die noch urtümlicher sind als die Erwachsenen, wissen um dieses Bedürfnis. Sie verkleiden sich als Hunde. Sie malen sich die Gesichter an, damit sie wie Tiger aussehen. Sie nehmen Teddybären mit ins Bett und möchten in ihrem Zimmer Hamster halten. Bevor sie einschlafen, lassen sie sich von ihren Eltern Geschichten über Tiere vorlesen, die wie Menschen sprechen und angezogen sind. Peter Hase und Jemima Pratschel-Watschel sind die neuen schamanischen Therianthropen.
Bei mir war das nicht anders. Ich sehnte mich verzweifelt danach, Tieren nahe zu sein. Teilweise rührte dies daher, dass ich davon überzeugt war, sie wüssten etwas, was ich nicht wusste, was ich aber aus irgendwelchen Gründen unbedingt wissen sollte.
Es gab da eine Amsel in unserem Garten, deren gelb-schwarze Augen so wissend aussahen. Das machte mich ganz verrückt. Sie protzte mit ihrem Wissen, und ich war so ahnungslos. Das Blinzeln dieser Augen war für mich wie ein flüchtiger Blick auf eine zerknitterte Piratenschatzkarte. Ich konnte sehen, dass ein Kreuz eingezeichnet war und eine Stelle markierte. Kein Zweifel: Was da vergraben lag, musste etwas Atemberaubendes sein, das mein Leben verändern würde, wenn ich es fand. Aber ich kam beim besten Willen nicht dahinter, wo dieses Kreuz zu finden war.
Ich probierte alles aus, was mir und jedem, den ich fragte, nur einfiel. Ich hatte buchstäblich »einen Vogel«. Stunden über Stunden saß ich in der örtlichen Bücherei, las jeden Absatz, in dem Amseln erwähnt wurden, und machte mir dazu Notizen in einem Schulheft. Ich kartografierte die Nester in der Umgebung (vor allem in vorstädtischen Ligustergehölzen) und suchte sie täglich auf, ausgerüstet mit einem Hocker, um mich draufzustellen und hineinzuspähen. Sämtliche Vorkommnisse hielt ich minutiös in einem zweckentfremdeten Ausgabenbuch fest. In meinem Zimmer hatte ich eine Schublade voller Amseleierschalen. Morgens schnupperte ich daran, weil ich in den Kopf eines Nestlings vordringen wollte, damit ich an diesem Tag etwas amselartiger aufwuchs, und abends, weil ich hoffte, in meinen Träumen als Amsel geboren zu werden. Ich besaß mehrere getrocknete Amselzungen, die ich überfahrenen Tieren mit der Pinzette entfernt und auf Wattebäusche in Streichholzschachteln gelegt hatte. Tierpräparation war meine zweite große Leidenschaft: Über meinem Bett kreisten, an Drähten von der Decke hängend, Amseln mit ausgebreiteten Flügeln; einige ihrer Artgenossen lugten ziemlich deformiert von Sitzstangen aus Sperrholz herab. Neben meinem Bett bewahrte ich ein in Formalin eingelegtes Amselhirn auf. Immer wieder drehte ich das Glas hin und her, versuchte, mich in dieses Hirn hineinzudenken, und hielt es oft noch in der Hand, wenn ich einschlief.
Aber es funktionierte nicht. Die Amsel entzog sich mir ein ums andere Mal. Ihre verlockende Rätselhaftigkeit ist eines der großen Vermächtnisse meiner Kindheit. Hätte ich auch nur einen Moment lang geglaubt, ich hätte das Mysterium gelöst, wäre das eine Katastrophe gewesen. Womöglich wäre ich dann Ölarbeiter oder Banker oder Zuhälter geworden. Wer in jungen Jahren zu der Überzeugung gelangt, etwas vollkommen beherrschen oder geistig durchdringen zu können, wird später ein Monster. Diese geheimnisvollen Amseln halten mein Ego auch heute noch im Zaum und beglücken mich mit der Erkenntnis, wie unzugänglich alle Geschöpfe sind – und vielleicht besonders der Mensch.
Was aber nicht heißt, dass wir es nicht besser machen können als ich damals mit den Amseln. O ja, das geht durchaus.
Für mich steht völlig außer Frage, dass durch Schamanismus eine echte Verwandlung möglich ist. Tatsächlich habe ich es selbst erlebt: Ich könnte Ihnen dazu eine Geschichte über eine Rabenkrähe erzählen, aber davon ein andermal mehr. Allerdings ist diese Methode beschwerlich und für mich auch schlicht zu beängstigend, als dass ich sie regelmäßig anwenden würde. Und was dabei herauskommt, ist so bizarr, dass es die meisten wenig ansprechend finden. Es mag eine Menge Gründe dafür geben, warum man ein Buch über das Dasein als Dachs liest, das jemand geschrieben hat, der in seinem Wohnzimmer halluzinogene Drogen genommen und geglaubt hat, sich in einen Dachs zu verwandeln. Aber das Bedürfnis, mehr über Dachse oder Laubwälder zu erfahren, steht dabei wohl nicht im Vordergrund.
Ebenso verhält es sich mit dem Quasischamanismus von J. A. Baker, von dessen gefeiertem Werk »Der Wanderfalke« man sagen könnte, es leiste für eine Spezies das, was ich hier für fünf versuche. Baker folgte seinen Wanderfalken bis zu dem Punkt, da er mit ihnen eins wurde. Sein ausdrückliches Ziel war es, sich selbst aufzulösen. »Wohin er (der Wanderfalke) diesen Winter auch gehen mag, ich werde ihm folgen. Ich werde die Furcht und Freude seines Jagens teilen, und auch die Langeweile. Ich werde ihm folgen, bis meine bedrohliche Menschengestalt das wirbelnde Kaleidoskop, das die Sehgrube seiner glänzenden Augen füllt, nicht mehr in Angst verdunkeln lässt. Mein heidnischer Kopf soll im Winterlandboden versinken, auf dass er rein werde.«
Wenn man Baker Glauben schenken kann, hat es funktioniert. Er ertappte sich dabei, wie er unbewusst die Bewegungen eines Falken nachahmte, und seine Pronomina wechseln von »ich« zu »wir«: »In diesen Tagen im Freien leben wir dasselbe rauschhafte, angsterfüllte Leben.«
Niemand bewundert Baker mehr als ich. Aber sein Weg ist nicht der meine. Er kann es nicht sein: Ich bin nicht so tief verzweifelt und unglücklich wie er und teile weder seine Sehnsucht nach Selbstauflösung noch seine Überzeugung, dass eine genickbrechende und Jungtiere ausweidende ruchlose Natur eine Moral verkörpert, die besser ist als alles, was der Mensch ersinnen oder woran er sich orientieren kann. Zudem ist die Selbstauflösung als literarisches Mittel eine ziemlich heikle Angelegenheit. Wenn J. A. Baker wirklich verschwindet, wer erzählt dann die Geschichte? Und wenn nicht, warum sollten wir die Geschichte dann ernst nehmen? Wie Robert Macfarlane bemerkte, versuchte Baker, dem Problem mit der Entwicklung einer neuen Sprache beizukommen: Flügellose Substantive stürzen und gleiten, erdhöhlenbewohnende Verben trudeln am Rand der Atmosphäre, Adverbien benehmen sich abscheulich. Ich liebe diese Fremdartigkeit, aber sie lehrt mich mehr über Sprache als über Wanderfalken. Und stets bleibt die Frage: Wer spricht hier? Ein Wanderfalke, der in Cambridge studiert hat? Oder ein zum Wanderfalken mutierter Baker? Weil wir das nie genau wissen, funktioniert die Methode nicht so recht. Es liegt in der Natur der Dichtkunst, dass sie ihren Urheber nie ganz offenbart.
Sieht man von schamanischer Transformation ab, wird immer eine Grenze zwischen mir und meinen Tieren bestehen bleiben. Also bekennt man sich am besten gleich dazu und versucht, den Grenzverlauf möglichst exakt zu beschreiben – und sei es nur um der Stimmigkeit willen. Es mag ziemlich prosaisch wirken, wenn man von jeder Passage des vorliegenden Buchs sagen kann: »Hier schreibt Charles Foster über ein Tier« anstelle von: »Das könnte die mystische Äußerung eines Dachsmenschen sein«, aber es schafft doch weitaus mehr Klarheit.
Meine Vorgehensweise besteht daher schlicht darin, mich so nahe wie möglich an die Grenze vorzuwagen und mit allem, was mir an Hilfsmitteln zur Verfügung steht, ins unbekannte Terrain hinüberzuspähen. Dieser Prozess unterscheidet sich grundlegend von reiner Beobachtung. Der klassische Beobachter hockt mit seinem Fernglas in einem Versteck und schert sich nicht um Anaximanders schwindelerregende Frage: »Was sieht ein Falke?«, ganz zu schweigen von der modernen, weiter gefassten neurobiologischen Variante dieser Frage: »Welche Art von Welt konstruiert ein Falke, indem sein Gehirn die Reize seiner Sinnesrezeptoren verarbeitet und sie vor dem Hintergrund seiner genetischen Prägung und individueller Erfahrung interpretiert?« Diese Fragen stelle ich mir.

Charles Foster

Über Charles Foster

Biografie

Charles Foster ist ausgebildeter Tierarzt und Anwalt, unterrichtet Ethik und Rechtsmedizin in Oxford. Er ist Fellow der Royal Geographical Society sowie der Linnean Society, ist auf Skiern zum Nordpol vorgestoßen und hat am Marathon de Sable teilgenommen. Er hat Bücher zu diversen Reise- und...

Pressestimmen

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Ein großartiges Buch«

NDR Kulturjournal

»Eins der klügsten und einfühlsamsten Bücher über die Natur, das ich kenne. (...) Ein paar Wochen als Tier und du bist ein besserer Mensch. Tolles Buch.«

Flensburger Tagblatt

»Und trotzdem lohnt es, dieses außergewöhnliche Buch des schrägen Vogels zu lesen. Denn Foster, Tierarzt und Oxford-Professor für Rechtsmedizin und Ethik, hat die tierische Sache, wenn man ihm glauben darf, durchgezogen. Er hat nackt in Erdhöhlen geschlafen, Würmer und Aas verspeist und ist dauerhaft auf allen Vieren gelaufen. Das ist selbst für britische Verhältnisse ein einigermaßen exzentrisches Verhalten.«

Luzerner Zeitung (CH)

»Lehrreich, ja fesselnd bleibt sein Reisebericht gleichwohl. Und unterhaltsam. Wenn Sie das nächste Mal einem Käfer zuschauen, werden Sie sich bei Foster'schen Gedanken ertappen.«

thueringer-allgemeine.de

»Er motiviert uns zur Selbstwahrnehmung, zu Achtsamkeit aus Entdeckerfreude - ein überzeugendes Argument, sein Buch zu lesen!«

Bild der Wissenschaft

»Er erkundet den Wald nicht mehr ›menschlich‹ mit den Augen, sondern nur noch mit der Nase und entdeckt über seinen bis dahin vernachlässigten Geruchssinn eine ganz neue Welt. (...) Von seinen Erlebnissen und (Selbst-)Erkenntnissen erählt er so lakonisch wie ironisch und philosophisch.«

krautjunker.com

»Lauter kluge und unerhörte Gedanken eines Verrückten, die viel Zündstoff zum Nachdenken bergen und Lust darauf machen, in die Natur zu gehen, zu schauen, zu riechen und zu hören, um selbst Grenzen zu überschreiten.«

oepb.at

»Sensationell, man gewinnt anhand der Lektüre den Eindruck, wieder zurückzukehren in die ursprünglichsten Anfänge des Menschseins.«

umweltnetz-schweiz.ch

»Sein Buch bleibt davon unbeleckt ein einzig- und grossartiges, geistreiches, stimulierendes. Wir raten zur unbedingten Lektüre all jenen, denen an einem einfühlsamen und gerechten Umgang mit unserer erweiterten Familie gelegen ist. Wir raten sie weiterhin all jenen, die sich ganz grundsätzlich an einer gescheiten und stimmungsvollen Naturschilderung ergötzen können.«

Frankfurter Rundschau

»›Der Geschmack von Laub und Erde‹ dokumentiert beileibe nicht nur ein wissenschaftliches Bemühen, das Andere, das Tier besser zu verstehen. Eigentlich möchte Charles Foster den Menschen besser verstehen.«

Die ZEIT Literatur

»Tierliebe ist ja so bequem. Aber leben wie ein Tier? Sich wurmig in die Erde wühlen? aas mümmeln? DER Selbstversuch.«

Stadtblatt Salzburg (A)

»Lehrreich, unterhaltsam und mit englischem Humor.«

Süddeutsche Zeitung

»Das ist alles einigermaßen verrückt, liest sich aber ganz vorzüglich, auch weil Foster mit feinem Humor schreibt und seinen Selbstversuch lebenspraktisch anlegt, fern der Verklärung, die in der teilnehmenden Naturbeobachtung oft vorherrscht.«

Badische Zeitung

»Foster schreibt pointiert und humorvoll. Er mischt „Nature Writing“ in Extremform mit klugen Gedanken, Informationen, Spekulationen und Zivilisationskritik. Sein Buch ist persönlich, lustig und spannend, aber auch mal eklig.«

Berliner Zeitung

»Das Buch ›Der Geschmack von Laub und Erde‹ referiert auf unterhaltsamste Weise den exzentrischen mühevollen, zum Scheitern verurteilten, aber doch erkenntnisreichen Versuch, Tiere zu verstehen, indem man sich - wie bei einem Schauspielseminar - bis zu gewissen Grenzen in sie verwandelt. Um es gleich zu sagen, diese Grenzen sind lange nicht so schnell erreicht, wie vermutet.«

Neue Presse

»Fosters Feldversuche, das Leben von Dachs, Otter, Mauersegler, Fuchs und Rothirsch nachzuempfinden, sind faszinierend und absurd zugleich. Denn der Wissenschaftler vermittelt metaphysische Einblicke, hochinteressante Fakten und viel Humor.«

Braunschweiger Zeitung

»Ist er etwa durchgeknallt? Foster winkt ab. Für ihn sei es zutiefst unnatürlich, in ein Büro zu gehen oder in einem Einkaufszentrum Nahrungsmittel einzukaufen. Es bedeute den Verlust von Intensität und unseres inneren Wesens: ›Wir haben unsere Instinkte verlernt.‹«

trend (A)

»Dieses grandiose und erstaunliche Buch ist vieles in einem: Sammlung zoologischer Porträts ebenso wie Autobiografie, Reisebuch und philosophischer Essay.«

Kurier (A)

»Er selbst ist ironisch, das macht seine Versuche, als Tier zu leben, unterhaltsam. In ernsten Lesestunden lässt sich unser Verhältis zur Natur überdenken.«

Abendzeitung München

»In ›Der Geschmack von Laub und Erde‹ schildert er humorvoll seine skurrilen Erfahrungen, lässt wissenswerte Fakten einfließen und stellt sie in den Kontext philosophischer Themen. Billant führt Charles Foster durch seine extremen Erfahrungen: eine außergewöhnliche Mischung aus Neurowissenschaft, Psychologie, Naturgeschichte und Memoire.«

dpa-StarLine

»Das Buch ist mit erfrischender Selbsironie und britischem Humor geschrieben. Es lehrt uns vor allem eins: Respekt vor Tieren zu haben und von unserem hohen Ross herunterzukommen. Denn auch der Mensch, die ›Krone der Schöpfung‹, ist ein beschränktes Wesen.«

Berliner Zeitung

»Die lustigen Schilderungen untermauert Foster mit Fakten zur jeweils imitierten Tierwelt und stellt sie in den Kontext hochphilosophischer Themen.«

Gala

»Autor Charles Foster wagte den Selbstversuch und berichtet witzig, kenntnisreich und skurril von seinem Leben auf animalischem Terrain.«

Berliner Zeitung

»Foster verbindet Erfahrung mit Wissen. Er unterhält mit guten Geschichten. Und seine Leidenschaft ist ansteckend.«

Neue Westfälische

»›Der Geschmack von Laub und Erde‹ erzählt von einem Mann, der seinen Platz in der Welt sucht. Foster erklärt, dass er durch sein Leben als Tier gelernt hat, als Mensch aufzublühen. Sein ›literarischer Schamanismus‹ sei ein fantastischer Spaß gewesen. Den beritet auch sein Buch. Mehr noch aber rührt es an.«

Wolf Magazin

»›Der Geschmack von Laub und Erde‹ ist ein großartiges Naturbuch und informiert detailliert und kundig über Dachs, Otter, Fuchs, Rothirsch und Mauersegler besser, als es manches Fachbuch tut. (...) Es ist wunderschön geschrieben: poetisch, humorvoll, in einer blumigen Sprache, die ein literarischer Genuss ist.«

Westdeutsche Allgemeine

»Die Welt aus Sicht des Tieres«

Focus

»Er grub sich mit der Nase in die Erde wie ein Dachs, schlief in Abflussrohren wie Otter, jagte Mäuse wie ein Fuchs, ließ sich von Hunden hetzen wie ein Rothirsch und schnappte mit dem Mund nach Insekten wie ein Mauersegler. Das ist, zugegeben, reichlich skurril. Aber man lernt dabei fabelhaft viel übers Tiersein. Und noch mehr übers Menschsein.«

travelwithoutmoving.de

»Ich habe schon viel über Tiere gelesen, aber ›Der Geschmack von Laub und Erde‹ ist wahrhaft einzigartig und etwas, das ich in der Art vorher noch nie gelesen hatte. (...) ›Der Geschmack von Laub und Erde‹ ist ein ebenso gewagtes wie beeindruckendes Experiment, bei dem der Autor an die Grenzen des Menschseins kommt, mehr und mehr zum Tier wird und den Leser in eine unglaubliche und faszinierende welt mitnimmt.«

Die Welt

»Sechs Wochen im Erdloch, Regenwürmer futtern - ein englischer Professor ersparte sich nichts. Im Namen von Philosophie und Wissenschaft.«

NDR Kultur

»Geschrieben ist das Buch sehr unterhaltsam, oft ein bisschen schelmisch, immer mit kritischem Blick auf menschliches, antibakterielles Spießertum und Paranoia. (...) Was für eine originelle und kluge Lektüre, sinneserweiternd - auch für Stadtkinder.«

Deutschlandradio Kultur

»Skurrile Zivilisationsflucht: Tierarzt Foster lebt versuchsweise wie ein Tier im Wald. Das gestattet ihm einen neuen Blick aufs eigene Menschsein. Seinen augenzwinkernden Bericht lesen auch Zivilisationsfreunde mit Gewinn. (...) Währrend in der Wissenschaft der Verstand regiert, lässt Foster seine Gefühlswelt einfließen und ist nach heutigem Verständnis eher Dichter als Wissenschaftler.«

ORF.at

»Der Faktor Zeit macht seine Erlebnisse zu nachhaltigen Eindrücken; die buchstäbliche Verschiebung der Perspektive passiert nicht von heute auf morgen, doch nach Wochen des Kriechens auf allen vieren und des Schnupperns an Tierkot stellt sich das System Mensch langsam um - auf Tiermodus. (...) Es ist eine Sensation, dass das überhaupt möglich ist - und eine lohnende Übung, wo es doch den meisten schon schwer fällt, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.«

Kronen Zeitung (A)

»Der Geschmack von Laub und Erde: Hinter diesem lieblichen Titel verbirgt sich ein beinharter Selbstversuch. (...) Um herauszufinden, wie ein Tier fühlt, schlüpfte er in fünf Rollen: u.a. Dachs, Otter und Mauersegler. (...) Ein amüsanter, auch nachdenklicher Erlebnisbericht.«

MDR Kultur

»In aller Konsequenz hat er sich dem Tiersein genähert: Regenwürmer vertilgt, unter der Erde genächtigt, sich vom Jagdhund hetzen lassen. Seine Erfahrungen hat er in eine Lektüre verpackt, die auf gewitzte und kundige Art die Sinne erweitert und der Natur tatsächlich noch ein paar Lieder abgelauscht.«

DER SPIEGEL

»Das Experiment ist exzentrisch, der Ton des Buchs oft ironisch, die Fragen dahinter sind ernsthaft und klug: Wie nimmt ein Tier seine Umwelt wahr? Was denkt, was fühlt es? Und ist das so anders als die Gedanken und Gefühle eines Menschen? (...) Die Human Animal Studies, eine Trenddisziplin an Universitäten, haben die Grenzen zwischen Mensch und Tier ins Wanken gebracht. Foster stößt sie um.«

Stern

»›Being a Beast‹, ein Bestseller in Großbritannien, der im Januar endlich unter dem Titel ›Der Geschmack von Laub und Erde‹ auf Deutsch erscheint. Es ist eine metaphysische Entwicklungsreise durch Wald, Wiesen, Seen und Seelen. Foster entdeckte dabei das Kind in sich und erfüllte sich einen Traum: leben als Tier.«

annabelle (CH)

»Er aß Würmer wie ein Dachs, ließ sich als Hirsch von einem Bluthund jagen, durchwühlte Abfallkübel wie ein Fuchs. Verrückt? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.«

Oya

»Es ist äußerst anregend und hochkomisch, ihn auf seine Reisen zu den äußersten Rändern des Menschseins zu begleiten.«

Datum (A)

»Wie mag sich ein Regenwurm fühlen, eingesperrt im Mund? Foster hat sich in den Wurm hineinversetzt, um ihn beschreiben zu können. Tiere bringen uns dazu, die Perspektive zu wechseln.«

Peter Wohlleben, Autor von »Das geheime Leben der Bäume« und »Das Seelenleben der Tiere«

»Ein Buch, wie ich noch keines zuvor gelesen habe – voller Weisheit und Empathie«

natürlich

»Selten ein so inspirierendes Buch gelesen. Die neue Perspektive eröffnet Einblicke und Einsichten, die Menschen verborgen bleiben.«

BuchMarkt

» ›Der Geschmack von Laub und Erde‹ (Malik) macht Spaß und öffnet die Augen.«

Mokka

»Skurrile Zivilisationsflucht. (...) Er hinterfragt die Rolle des Menschen in einer unnatürlichen Umwelt, die er selbst geschaffen hat, und wünscht sich ein »Zurück zur Natur«. Toller Nebeneffekt: man bekommt Lust aufs Draußen, auf Regen, Wind, auf buchstäbliche Bodenhaftung. Eine originelle und kluge Lektüre - auch für Stadtkinder!«

Bild Woche

»Ein wenig verrückt? Ja. Aber heraus kam bei dem Experiment ein faszinierendes Buch, in dem Foster selbstironisch und amüsant von seinen Monaten als Tier berichtet.«

Tiergarten

»In die scharfsinnige und witzige Schilderung seiner skurrilen Erfahrungen lässt er wissenswerte Fakten einfließen und stellt sie in den Kontext philosophischer Themen.«

Inhaltsangabe

Vorbemerkung des Autors

Zum Tier werden

Erde 1: Dachs

Wasser: Otter 

Feuer: Fuchs 

Erde 2: Rothirsch

Luft: Mauersegler

Epilog 

Danksagung

Bibliografie 

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