Jacqueline Woodson - Astrid Lindgren Memorial Award 2018
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Jacqueline Woodson erhält den Astrid Lindgren Memorial Award 2018

Die amerikanische Autorin Jacqueline Woodson erhält den Astrid Lindgren Memorial Award 2018.

 

Der mit fünf Millionen Schwedischen Kronen dotierte Preis (ca. 500.000 Euro) gilt als international wichtigste Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur.

In der Jurybegründung heißt es:

»In Jacqueline Woodsons Büchern kämpfen starke junge Erwachsene um einen Platz im Leben, an dem sie Wurzeln schlagen können. In einer Sprache so leicht wie Luft erzählt sie Geschichten von unfassbarem Reichtum und großer Tiefe.«

Im Piper Verlag ist soeben ihr neuer Roman »Ein anderes Brooklyn« erschienen.

»Für junge Menschen, die in eine ungewisse Zukunft blicken, die ein Gefühl der Entmachtung haben, die nicht wissen, was als nächstes kommt, ist es meine große Aufgabe, dass sie hoffnungsvoll bleiben.«


Jacqueline Woodson



Jacqueline Woodson, geboren 1963, ist eine der bedeutendsten Jugendbuchautorinnen der USA. Sie hat mehr als zwanzig Jugendbücher geschrieben und zahlreiche Preise dafür bekommen, unter anderen zwei Mal den Coretta Scott King Award und vier Mal den Newbery Honor Award. »Ein anderes Brooklyn« ist ihr erster Roman für Erwachsene seit über zwanzig Jahren. Auch er stand auf der New-York-Times-Bestsellerliste und war Finalist für den National Book Award. 

Blick ins Buch
Ein anderes BrooklynEin anderes Brooklyn

Roman

Zur Beerdigung ihres Vaters kehrt die junge Anthropologin August zurück nach New York, Stadt ihrer Kindheit. Hier, auf den Straßen Brooklyns, ist sie aufgewachsen. Hier hat sie Angela, Gigi und Sylvia getroffen, ihre drei Freundinnen, mit denen sie unzertrennlich über das glühende Pflaster Brooklyns der 70er-Jahre zog. Weiße verließen das Viertel, Drogendealer und traumatisierte Vietnamveteranen waren ihre Nachbarn, doch mit ihren Freundinnen fühlte sich August unverwundbar. Nichts schien unmöglich, wenn sie nur zusammenhielten. Doch haben sie dieser Welt etwas entgegenzusetzen? – »Ein anderes Brooklyn«, Finalist für den National Book Award, stand auf der New-York-Times-Bestsellerliste und wurde hymnisch besprochen. Eindringlich und poetisch erzählt es von Freundschaft, Erinnerung und Aufwachsen in einem Brooklyn, das es so nicht mehr gibt.

1

Meine Mutter war lange nicht tot. Aber meine Geschichte hätte tragischer sein können. Mein Vater hätte dem Alkohol oder den Drogen oder einer Frau verfallen und meinen Bruder und mich uns selbst überlassen können – oder gar der Obhut des New Yorker Jugendamtes, was, wie er sagte, nur selten gut ausging. Doch so kam es nicht. Heute weiß ich, dass nicht der Augenblick tragisch ist. Es ist die Erinnerung.

***

Wenn wir Jazz gehabt hätten, wäre unser Leben dann anders verlaufen? Wenn wir gewusst hätten, dass unsere Geschichte ein Blues mit einem Refrain ist, der immer wiederkehrt, hätten wir dann aufgehorcht und gesagt: Das ist Erinnerung, immer wieder, bis das Leben einen Sinn ergab? Wo wären wir heute, wenn wir gewusst hätten, dass unser Wirren einer Melodie folgte? Denn obwohl Sylvia, Angela, Gigi und ich wie eine Jazzimpro zusammenkamen – halbe Noten, die sich zögernd aufeinander zubewegten, bis die Band ihren Sound fand und die Musik klang, als wäre sie schon immer da gewesen –, hatten wir keinen Jazz, der uns zeigte, wer wir waren. Wir hatten die Hits der 1970er, die unsere Geschichte erzählen wollten. Aber sie schafften es nie so ganz.

***

Im Sommer, als ich fünfzehn wurde, schickte mein Vater mich zu einer Frau, die er durch seine Brüder in der Nation of Islam gefunden hatte. Eine gebildete Schwester, sagte er, mit der ich reden könne. Damals sprach ich kaum noch. Während früher die Worte aus mir hervorgesprudelt waren, herrschte plötzlich nur noch Schweigen, und mein Atem glich einer stummen Melancholie, die meine Familie nicht verstand.

Schwester Sonja war dünn, ihr braunes kantiges Gesicht umrahmte ein schwarzer Hidschab. So sah ich meine Therapeutin – die Frau mit dem Hidschab, den langen knochigen Fingern und den dunklen fragenden Augen. Damals war es vielleicht schon zu spät.

Erleben wir nicht alle immer wieder kleine Tragödien?, fragte mich Schwester Sonja oft, als müsste ich nur das Ausmaß menschlichen Leids begreifen, um mich aus meinem eigenen zu retten.

***

Mein Bruder und ich wuchsen zwar ohne Mutter, aber dennoch wohlbehütet auf. Mein Bruder hatte den Glauben, an den mein Vater ihn herangeführt hatte, und ich hatte lange Zeit Sylvia, Angela und Gigi, mit denen gemeinsam ich das Aufwachsen als Mädchen in Brooklyn schulterte wie einen Sack voller Steine, den wir uns weiterreichten: Da. Hilf mir mal tragen.

***

Zwanzig Jahre sind seit meiner Kindheit vergangen. Heute Morgen haben wir meinen Vater beerdigt. Mein Bruder und ich standen auf dem verschneiten Friedhof nebeneinander am Grab, unter kahlen Weiden, die trauernd ihre Zweige hängen ließen. Bei uns waren die Brüder und Schwestern aus der Moschee. Im silbrigen Morgenlicht griff mein Bruder nach meiner beschuhten Hand und hielt sie fest.

Hinterher, in einem Diner in Linden, New Jersey, zog mein Bruder seinen schwarzen Mantel aus. Darunter trug er einen schwarzen Rollkragenpullover und schwarze Wollhosen. Der schwarze Kufi, den seine Frau ihm gestrickt hatte, reichte ihm knapp in die Stirn.

Im Diner roch es nach Kaffee und Brot und Bleiche. Auf einem Neonschild flackerte in knalligem Grün EAT HERE NOW, darunter hing staubiges Silberlametta. Den ersten Weihnachtsfeiertag hatte ich bei meinem Vater im Krankenhaus verbracht. Stöhnend hatte er um Schmerzmittel gebeten, das die Schwestern ihm nur zögernd verabreichten.

Eine Bedienung brachte meinem Bruder noch mehr heißes Wasser für seinen Pfefferminztee. Ich stocherte in meinen Eiern und lauwarmen Bratkartoffeln herum, den Speck hatte ich langsam aufgegessen, um meinen Bruder zu ärgern.

Alles okay, große Schwester?, fragte er, und seine tiefe Stimme klang leicht brüchig. 

Ich komm zurecht.

Immer noch unberührt? 

Immer noch unberührt.

Wie ich sehe, isst du immer noch Schwein und das ganze Teufelszeug.

 Alles bis auf das Grunzen.

Wir lachten über den alten Witz, der aus der Zeit stammte, als ich mich nachmittags mit den Mädchen davongestohlen hatte, um in der Bodega um die Ecke das zu essen, was zu Hause verboten war, und über die Speckstücke, die noch auf meinem Teller lagen.

Du kannst auch bei mir und Alafia wohnen. Bettruhe ist nicht ansteckend. 

Ich bin gern in der Wohnung, sagte ich. Es gibt so viel zu erledigen. Seine Sachen müssen alle durchgesehen werden … Geht es Alafia gut? 

Sie hält sich tapfer. Die Ärzte reden, als könnte das Baby jeden Moment aus ihr herausflutschen, wenn sie aufsteht. Alles ist gut. Dem Baby fehlt nichts. 

Mein Weg ins Leben begann am 29. Juli, aber ich kam erst im August. Als meine Mutter, halb wahnsinnig von den Wehen, nach dem Datum fragte, sagte mein Vater: Es ist August. Inzwischen ist es August. Scht, Honey Baby, flüsterte er. August ist da.

Hast du Angst?, fragte ich meinen Bruder und griff über den Tisch nach seiner Hand, weil ich plötzlich an ein Foto dachte, das früher in SweetGrove hing. Es zeigte ihn als Neugeborenen auf meinem Schoß und mich als kleines Mädchen, das stolz in die Kamera lächelte.

Ein bisschen. Aber ich weiß, bei Allah ist alles möglich.

***

Wir schwiegen. Um uns herum saßen alte weiße Paare, die Kaffee tranken und ins Leere starrten. Irgendwo im Hintergrund hörte ich Spanisch sprechende Männer und Gelächter.

Ich bin zu jung, um Tante zu sein.

Wenn du dich nicht ranhältst, bist du bald zu alt, um Mama zu sein. Mein Bruder grinste. Kein Vorwurf.

Von wegen kein Vorwurf.

Ich mein ja nur, du solltest langsam aufhören, die Toten zu studieren, und dir einen lebendigen Bruder suchen. Ich kenn da jemanden.

Untersteh dich.

Ich wollte nicht daran denken, wie ich allein in die Wohnung meines Vaters zurückkehrte, an die tiefe Erleichterung und Angst, die mit dem Tod einhergingen. Kleidung musste gespendet, alte Lebensmittel weggeworfen, Bilder verstaut werden. Wozu? Für wen?

In Indien verbrennen die Hindu ihre Toten und streuen die Asche in den Ganges. Die philippinischen Caviteños bestatten ihre Toten in Baumstümpfen. Unser Vater hatte sich eine Beerdigung gewünscht. Neben seinem abgesenkten Sarg lag ein Hügel aus dunkel- und hellbrauner Erde. Wir waren nicht geblieben, um zuzusehen, wie sie auf ihn geschaufelt wurde. Mir drängte sich unwillkürlich die Vorstellung auf, wie er plötzlich aufwachte in dem weichen, unsichtbaren Satin, ähnlich den vielen anderen Menschen, die im tiefen Koma beerdigt wurden und dann entsetzt unter der Erde erwachten.

***

Wie lange bleibst du in den Staaten?

Nicht lange, sagte ich. Aber zur Geburt komme ich wieder. Du weißt, die will ich nicht verpassen.

Als Kind kannte ich das Wort Anthropologie nicht und auch keine Eliteuniversitäten. Ich wusste nicht, dass man seine Tage in Flugzeugen verbringen, durch die Welt reisen und den Tod studieren konnte, mein ganzes früheres Leben vor dem jetzigen eine offene Frage … endlich beantwortet. Ich hatte Todesrituale in Indonesien und Korea gesehen. In Mauretanien und in der Mongolei. Ich hatte beobachtet, wie Menschen in Madagaskar die in Musselin gehüllten Knochen ihrer Vorfahren ausgruben, sie mit Parfüm beträufelten und die bereits Verschiedenen um ihre Geschichten, ihre Gebete und ihren Segen baten. Ich war einen Monat zu Hause gewesen, um meinen Vater beim Sterben zu begleiten. Der Tod machte mir keine Angst. Nicht jetzt. Nicht mehr. Aber Brooklyn lag mir wie ein Stein im Bauch.

Komm doch mal zu uns zum Essen nach Astoria, einem reinen Essen. Alafia kann am Tisch sitzen, sie darf nur nicht am Herd stehen und kochen. Ich kümmere mich um alles. Wir würden uns freuen.

Eine Minute verstrich. Er fehlt mir, sagte er. Du fehlst mir.

In den langen, bitteren letzten Tagen, als mein Vater an Leberkrebs litt, hatten wir uns an seinem Bett abgewechselt. Mein Bruder kam ins Krankenhaus und löste mich ab, und ich weckte ihn, damit er zu einer kurzen Dusche und einem Gebet vor der Arbeit nach Hause gehen konnte.

Mein Bruder sah jetzt aus, als wäre er wieder sieben und nicht einunddreißig, mit seiner breiten tiefen Stirn und der für einen Mann zu reinen und glatten Haut.

Ich wollte ihn trösten. Es ist gut, dass er … aber ich brachte es nicht über die Lippen.

Allah ist gut, sagte mein Bruder. Allah sei gepriesen, dass er ihn heimgeholt hat.

Allah sei gepriesen, sagte ich.

***

Mein Bruder fuhr mich zur U-Bahn, küsste mich auf die Stirn und umarmte mich fest. Wann war er ein Mann geworden? So lange war er mein kleiner Bruder gewesen, lieb und ernst, die großen Augen offen für die Welt. Jetzt, hinter seiner kleinen Nickelbrille, erinnerte er an eine Persönlichkeit aus der Geschichte. Malcolm vielleicht. Oder Stokely.

Übermorgen komm ich vorbei und helfe dir, okay?

Ist nicht nötig!

Was denn – ist da etwa ein Mann, den ich nicht treffen soll?

Ich lachte.

Schläfst du immer noch mit dem Teufel?

Ich schlug ihn scherzhaft und stieg aus dem Auto. Hab dich lieb.

Ich dich auch, August.

***

Auf der Rückfahrt in der U-Bahn zur alten Wohnung blickte ich auf und sah erschrocken Sylvia, die auf der anderen Gangseite die New York Times las. Sie war schön gealtert in den zwanzig Jahren, seit ich sie das letzte Mal gesehen hatte. Ihr rotbraunes lockiges Haar war jetzt kurz geschnitten und von Grau durchsetzt. Ihre Haut, noch immer ein unheimliches Bronze im Kontrast zu den hellen Augen, war jetzt von feinen Fältchen durchzogen. Vielleicht spürte sie meinen Blick, denn plötzlich schaute sie hoch, erkannte mich und lächelte. Für ein paar langsame Sekunden verflüchtigten sich die Jahre, und sie war wieder Sylvia, noch nicht ganz fünfzehn, in ihrer Schuluniform der St. Thomas Aquinas – grün-blau karierter Rock, weiße Bluse und karierte Fliege, ihr Bauch wurde langsam rund. Plötzlich befiel mich wieder das alte Schweigen, und ich musste an Schwester Sonja denken, wie sie den Kopf mit dem Hidschab über das Notizbuch neigte und ihre Hand erstarrte, als ich das erste Mal in ihrem Büro weinte.

Sylvia.

Meine Güte! August!, sagte sie. Seit wann bist du wieder in Brooklyn?

Ihre Tochter war inzwischen vermutlich eine junge Frau. Ich erinnerte mich, gehört zu haben, sie habe rötliches Haar wie Sylvia und dass ihre Augen nach der Geburt grau waren.

Ich wusste, dass der Zug in die Atlantic Avenue einfuhr. Doch der Bahnhof und alles um mich herum war weit entfernt. Irgendwie erhob ich mich von meinem Platz. Die Stimme wieder weg. Der Körper wurde Asche.

Vielleicht dachte Sylvia, ich würde zu ihr gehen, sie über die Jahre hinweg umarmen und alles vergessen. Vielleicht hatte sie schon alles vergessen, wie es uns die Zeit erlaubt.

Du siehst gut aus, Mädchen, sagte sie.

Die Zugtüren öffneten sich. Es war noch nicht meine Station.

Aber ich stieg trotzdem aus.

***

Die Jahre löschen uns aus. Sylvia sank wieder in den Staub der Zeit zurück, bevor ich sie kannte, ihr Baby verschwand, dann ihr Bauch, dann Brüste, und schließlich war da nur noch die große Lücke in meinem Leben, die sie früher gefüllt hatte.

Angela verblasste als Nächste im Lauf der Jahre, wurde eine schwache Stimme auf dem Anrufbeantworter, wenn ich in den Collegeferien zu Hause war. Das mit Gigi hab ich erst jetzt erfahren. Wie schrecklich. Warst du da? Versprechen, wieder Kontakt aufzunehmen, wenn wir beide das nächste Mal in New York wären. Versprechen, sie würde sich wieder bei mir melden. Die Entfernung erlaubte es uns, so viel heiße Luft zu erzählen, während sie wieder in die Welt verschwand, zu der sie mittlerweile gehörte, eine Welt von Tänzern und Schauspielern – aufgenommen in einen edlen Kreis, ohne eine Vergangenheit.

Gigi.

Schwester Sonja sagte jede Woche: Fang von vorne an. Ihre dunklen Finger hielten ein kleines schwarzes Notizbuch, den Stift zum Schreiben bereit. Es dauerte eine Weile, bis ich den Mund aufmachte und etwas sagte. Jede Woche fing ich mit denselben Worten an: Ich habe auf meine Mutter gewartet …

Das Büro war klein, auf einem Fensterbrett stand ein einsamer Blumentopf, aus dem Efeuranken herabfielen. Vielleicht lag es am Efeu, dass ich immer wieder zurückkehrte. Jede Woche wanderten meine Augen vierzig Minuten lang vom Efeu zu Schwester Sonjas Hidschab und ihren Fingern, die das Notizbuch und den Stift umklammerten. Vielleicht redete ich nur, weil ich jede Woche das braune, kantige Gesicht einer Frau sehen und wieder glauben durfte, dass meine Mutter bald zurückkam.

 I know when I get there, sangen mein Bruder und ich früher oft. The first thing I’ll see is the sun shining golden. Shining right down on me …

 Wie war es so weit gekommen, dass man mich bitten musste, die Geschichte von Anfang an zu erzählen? Wer war ich geworden?

 Sie kommt bestimmt, sagte ich. Morgen und morgen und morgen.

 Was ist mit deinen Freundinnen?, fragte Schwester Sonja. Wo sind sie jetzt?

 Wir warten auf Gigi, sagte ich. Alle warten auf Gigi.

 Sylvia, Angela, Gigi, August. Wir waren vier Mädchen, unglaublich schön und schrecklich allein.

 Das ist Erinnerung.

***

In Ostindonesien bewahren Familien ihre Toten in besonderen Räumen in ihren Häusern auf. Ihre Toten sind erst wirklich tot, wenn genug Geld für die Bestattung vorhanden ist. Bis dahin bleiben die Toten bei der Familie, werden jeden Morgen angezogen und versorgt, auf Ausflüge mitgenommen, täglich umarmt, tief geliebt.

Autorin Jacqueline Woodson wurde in den USA zur nationalen Botschafterin für Jugendliteratur ernannt.

 

Die Auszeichnung wurde 2008 von der Library of Congress, dem Kinderbuchrat und der Alphabetisierungsorganisation »Every Child a Reader« ins Leben gerufen.

Als »Botschafterin des Lesens« (engl. National Ambassador for Young People’s Literature) wird Woodson durch die USA reisen und u.a. mit Kindern und Jugendlichen in Schulen, Bibliotheken und Jugendstrafanstalten sprechen. Außerdem plant sie, Zeit in ländlichen Teilen der Südstaaten zu verbringen, in denen Autoren Schulen nur selten besuchen, so die Autorin.

Während sie in den kommenden Monaten durch das Land reist, möchte Woodson in den Gesprächen hervorheben, wie Bücher Veränderungen vorantreiben und jungen Lesern Hoffnung geben können.
(Diese Info ist auf »The New York Times« erschienen https://www.nytimes.com/2018/01/04/books/jacqueline-woodson-is-named-national-ambassador-for-young-peoples-literature.html )

Sophie Liebau, Art Direction im Piper Verlag

über »Ein anderes Brooklyn«

»Was passiert mit einem jungen Mädchen, das von seiner Mutter verlassen wurde und mit Vater und Bruder vom grünen Tennessee in das raue Brooklyn der 70er Jahre ziehen muss? Sie wird konfrontiert mit einer Nachbarschaft von Gewalt und Rassismus und träumt von einem anderen Ort. Einem anderen Brooklyn. Aber dank ihrer Freundinnen gibt es sie doch, die unbeschwerten Momente. Gemeinsam tanzen sie im Wasser sprudelnder Hydranten gegen die Verzweiflung und ziehen durch die Straßen Brooklyns als würden sie ihnen gehören. Ihre Freundschaft und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft machen sie unantastbar gegen lüsternen Blicke und Kriminellen der Stadt. 
Vieles bleibt unausgesprochen in diesem schmalen Buch. Aber Jacqueline Woodson kontrastiert diese bedrückenden Erfahrungen mit poetischen kurzen Absätzen, die so stark in ihrer Wortwahl sind, dass dennoch alles gesagt ist.«

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