Werkstatt-Bericht zu »Der letzte Krieger« von David Falk
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Werkstatt-Bericht zu „Der letzte Krieger“ von David Falk

Dienstag, 22. Oktober 2013 von


Ist es Zufall, dass ich mich gerade vertippt habe und beinahe Werkstatt-Beichte statt Bericht geschrieben hätte? Eigentlich eine gute Idee. Schließlich sind doch gerade die kuriosen Momente das Interessante an der Entstehung eines Romans. Dann mal los, Herr Autor, gestehen Sie!


Geständnis Nr. 1:


Die Idee Also wenn ich ehrlich bin, stand am Beginn von »Der letzte Krieger« die letzte Elfe. Ja, ich gestehe, ich hatte zunächst so eine ganz klassische Geschichte im Kopf: Der naive junge Held zieht aus, um eine geheimnisvolle Schönheit - besagte letzte Elfe - zu retten, und wird darüber zum Mann. Klingt gruselig nach Romantik? Genau deshalb habe ich die Idee auch wieder verworfen. Ich wollte schließlich keinen Liebesroman schreiben, sondern ein Fantasy-Epos. Aber die Idee, den Letzten eines Volkes in den Mittelpunkt zu stellen, ließ mich nicht los. Nun gibt es Fantasy-Romane über den letzten Drachen, das letzte Einhorn und sogar über den letzten Ork. Das ist realistisch, weil die Menschheit schon immer groß im Ausrotten aller möglichen Lebewesen war. Deshalb beschloss ich, das Muster einfach umzudrehen. »Der letzte Krieger« ist ein Roman über den letzten Menschen. Und der hat nicht überlebt, weil er so herzensgut und selbstlos ist. So wurde Athanor, die Hauptfigur, geboren. Aber seine Geschichte soll er lieber selbst erzählen, wenn er die Zeit für gekommen hält.


Geständnis Nr. 2: Meet your main character


Als ich begann, über Athanor zu schreiben, hatte ich schon ein sehr genaues Bild seines Charakters, aber über sein Aussehen hatte ich mir wenig Gedanken gemacht. Wozu auch? Es war nur wichtig zu wissen, dass er ein Krieger ist und etliche Narben vorweisen kann. Je mehr ich über ihn schrieb, desto deutlicher sah ich ihn mit der Zeit aber auch optisch vor mir. Wenn mich jemand fragt, wie Athanor aussieht, dann finde ich nur einen halbwegs passenden Vergleich: Maximus (gespielt von Russell Crowe) in »Gladiator«. Kurios war deshalb der Moment, als mir der Verlag zum ersten Mal das Cover zu »Der letzte Krieger« zeigte. Zugegeben, Athanor ist nicht der heldenhafte Maximus. Er ist zynisch, und während Maximus unschuldig zum Opfer intriganter Feinde wird, hat Athanor fleißig geholfen, die Menschheit in den Untergang zu reißen. Deshalb passt der zwielichtige Kapuzenträger vom Cover gar nicht so schlecht zu seinem Charakter. Wahrscheinlich ist aber auch das nicht die Wahrheit, und ich suche noch nach dem Kleiderschrank, der mich nach Theroia schleust, damit ich meinen Figuren ins wahre Gesicht sehen kann.


Geständnis Nr. 3: Wie aus Freunden Feinde werden


Ursprünglich sollte Athanor eine Gruppe Gefährten zur Seite bekommen, wie man sie seit Tolkiens »Herr der Ringe« kennt. »Wir gegen den Rest der Welt« ist ein schönes Motto und ein schönes Gefühl. Gibt es in diesem Roman auch. Aber anders, als geplant. Ich hatte mir eine echte Männerfreundschaft zwischen Athanor und dem mindestens ebenso zynischen Elf Davaron vorgestellt. Das Problem war nur, dass sich die beiden einfach nicht vertragen. Eigentlich wollten sie sich von Beginn an gegenseitig umbringen. So wurde aus der Männerfreundschaft eine Männerfeindschaft, die viel unterhaltsamer ist, als es eine Freundschaft je sein könnte. Und wer entwickelte sich dafür zu Athanors bestem Freund? Ein riesiger, stinkender, menschenfressender Troll. Wie es dazu kommt, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Das waren nun wirklich Geständnisse genug. Durch diesen kleinen Einblick in die Entstehung von »Der letzte Krieger« habt Ihr vielleicht gemerkt, wie viel Spaß ich daran hatte, dieses Buch zu schreiben. Ich wünsche Euch noch viel mehr Spaß dabei, es zu lesen!


Blick ins Buch
Der letzte KriegerDer letzte Krieger

Roman

Athanor ist der einzige Überlebende des Menschengeschlechts. In den Ruinen des Reiches Theroia, wo er vor den alles vernichtenden Drachenkriegen lebte, hausen nunmehr Orks, und die Wahrheit über seine Abstammung würde ihn überall den Kopf kosten. Als Händler zwischen den verfeindeten Völkern der Zwerge und Elfen verdient er sich seinen Lebensunterhalt und wird mehr und mehr in deren Machtkämpfe hineingezogen. Doch als sich Dunkelheit über das Land senkt und sich die Untoten aus ihren Gräbern erheben, wird ihm der Sinn seines Schicksals offenbar … David Falk liefert mit seinem High-Fantasy Debüt einen atemberaubenden Weltenentwurf.
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