»Summits of My Life«-Manifest
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Montag, 08. April 2013 von Piper Verlag


»Summits of My Life« - Manifest

1. Niemand sagte uns, wer wir waren. Niemand befahl uns zu laufen. Niemand behauptete, dass es einfach sein würde. Irgendjemand meinte einmal: Wir sind, was wir träumen. Sobald wir aufhören zu träumen, sind wir nicht mehr lebendig.
Wir werden für unsere Träume kämpfen. Wir wollen unsere Leidenschaften leben und dabei nicht in die Fußstapfen anderer treten. Der Sinn des Lebens ist es, einen eigenen Weg zu finden und das zu tun, was uns glücklich macht; und trotz aller Schwierigkeiten nie aufzugeben.

2. Wir folgen unserem Instinkt, der uns ins Ungewisse führt.
Ein Risiko einzugehen ist kein Glücksspiel, wir entwickeln uns dadurch weiter und werden zu anderen Menschen. Wir können nur frei sein, wenn wir uns selbst treu bleiben und niemandem folgen. Wir treffen unsere eigenen Entscheidungen. Wir haben die Wahl, eine Familie zu gründen oder einen Berg zu besteigen. Wir tun das, was wir wollen. Auf dem Berg wählen wir selbst unsere Spur; wir entscheiden, ob wir in eine Schlucht hinabsteigen und welchen Gipfel wir erklimmen. Manchmal entscheiden wir uns richtig und manchmal falsch, aber immer und überall gehen wir dabei neue Wege.

3. Wir sehen nicht die Schwierigkeiten, die wir überwunden haben, sondern diejenigen, die vor uns liegen.
Wir lernen aus der Vergangenheit und nutzen diese Erfahrung, um mit Respekt und Ehrfurcht unsere Zukunft zu gestalten. Die Vergangenheit ist nicht das Leben, das wir gelebt haben. Was wir heute tun, gibt uns keine Sicherheit für morgen. Wir leben jeden Moment in der Gegenwart und blicken auf das, was vor uns liegt.

4. Es geht nicht darum, schneller, stärker oder größer zu sein. Es geht darum, man selbst zu sein.
Der Alpinist Walter Bonatti wollte erkunden, wie weit man bei extremen Verhältnissen gehen kann. Die Geschichte hat bewiesen, dass mit der richtigen Technologie alles möglich ist. Aber ist das wirklich sinnvoll? Wir sollten lernen, mit wenig auszukommen und nur das zu verbrauchen, was wir zum Leben benötigen, und uns an die Natur, an die Umwelt anpassen. Unsere Stärke liegt in unseren Füßen, unseren Beinen und unserem Körper, sie beginnt in unseren Köpfen.

5. Wir sind mehr als nur Läufer, Bergsteiger oder Skifahrer ... Wir sind mehr als nur Sportler – wir sind Menschen.
Geteilte Freude kann man doppelt genießen. Ein Gipfel ist nicht nur ein Punkt auf der Landkarte, ein Moment oder ein Rekord. Ein Gipfel ist all das, was wir mit den Menschen erlebt haben, die mit uns hinaufgestiegen sind oder am Fuß des Bergs auf uns gewartet haben. Diese Menschen, die wir lieben und bewundern, sind immer bei uns, selbst wenn sie nicht hier sind.

6. Wir sind auf der Suche nach Glück, auch wenn ungewiss ist, ob wir es jemals finden.
Versagen bedeutet, es nicht einmal versucht zu haben. Versagen heißt, sich nicht an jedem Schritt zu erfreuen. Versagen ist, nichts zu fühlen. Es wird wehtun, Rückschläge geben und das Ziel mitunter unerreichbar bleiben, aber solange wir unseren eigenen Weg wählen, können wir nicht versagen, auch wenn wir nicht am Ziel ankommen.

7. Einfachheit
Wir werden die Berge ohne fremde Hilfe in Demut durchstreifen und wollen sie nicht dominieren, denn wir wissen, dass sie stärker sind als wir. Sie weisen uns den richtigen Weg. Wir wollen mit unserer Umgebung, mit den Steinen, den Pflanzen, dem Eis und der Welt unter der Oberfläche verschmelzen. Mit allem, was vor uns existierte und lange nach uns weiter bestehen wird.

8. In der Stille
Wir wollen lautlos auftreten, unbemerkt, wir respektieren unsere Umwelt und hinterlassen nur ein paar Fußspuren, die der Wind wieder verweht. Das wahre Leben tragen wir in uns selbst, und nur in der Stille können wir erkennen, wer wir wirklich sind.

9. Verantwortung
Auf dem Berg wird uns keine rettende Hand entgegengestreckt, wenn wir in Gefahr geraten oder uns verirren, und es wird uns auch niemand zu unseren Erfolgen gratulieren. Auf dem Berg gibt es keine Heuchelei, denn die Berge sind ehrlich. Wir allein sind verantwortlich für unser Handeln, egal ob es gut oder schlecht ist.

10. Was wollen wir wirklich? Vielleicht leben?
Was ist das höchste Ziel unserer Unternehmungen? Unserer Abenteuer? Unseres Lebens? Ist es das Erreichen von Zielen oder der Weg dorthin? Ist es das Erreichen des Horizonts oder die Entdeckung der Landschaften, die wir durchqueren, um dorthin zu gelangen? Ist das Ziel des Lebens dessen Ende oder sind es vielmehr unsere Emotionen und Gefühle währenddessen? Wir Menschen bestehen aus Träumen, Emotionen und Gefühlen.

Kilian Jornet, Dezember 2012

Der englische Text »The ›Summits of My Life‹ List of Values« kann auf der Webseite von Kilian Jornet nachgelesen werden: www.summitsofmylife.com


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