Sieh mich an


Ein Roman wie das Leben

Der Roman von Mareike Krügel »Sieh mich an« hat nicht nur Verlegerin Felicitas von Lovenberg begeistert, auch für viele Buchhändler zählt das Buch zu den wichtigsten Neuerscheinungen 2017.


 

»Leben: ehrlich, direkt, erschütternd – gleichzeitig witzig, anrührend, zerbrechlich und zuletzt so beruhigend.

Ich danke für dieses wundervolle Buch.«

 

Cornelia Holberg, Buchhandlung Hugendubel in München



Das Leben in 24 Stunden

 

Man kann ja nicht einfach sterben, wenn die Dinge noch ungeklärt sind. Das denkt Katharina, seit sie vor Kurzem das Etwas in ihrer Brust entdeckt hat. Niemand weiß davon, und das ist auch gut so. Denn an diesem Wochenende soll ein letztes Mal alles wie immer sein. Und so entrollt sich das Chaos eines ganz normalen Freitags vor ihr.

 

Während sie aber einen abgetrennten Daumen versorgt, ihren brennenden Trockner löscht und sich auf den emotional nicht unbedenklichen Besuch eines Studienfreundes vorbereitet, beginnt ihr Vorsatz zu bröckeln, und sie stellt sich große Fragen: Ist alles so geworden, wie sie wollte? Ihre Musik, ihre Kinder, die Ehe mit dem in letzter Zeit viel zu abwesenden Costas? Als der Tag fast zu Ende ist, beschließt sie, endlich ihr Geheimnis mit jemandem zu teilen, den sie liebt. Die Heldin in Mareike Krügels rasantem, klugem Roman gehört ganz sicher zu den einnehmendsten Frauengestalten in der deutschen Gegenwartsliteratur.

>> ZUR LESEPROBE

 

 

Mareike Krügel »Sieh mich an«

     Sieh mich an

     Roman

     Mareike Krügel

     € 20,- [D] | € 20,60 [A]

Mareike Krügel: ╗»Sieh mich an«

Felicitas von Lovenberg gibt eine Empfehlung

Felicitas von Lovenberg: Piper Verlegerin
Felicitas von Lovenberg
© Daniel Biskup


Das Beste, was einem Buch passieren kann, sind viele Leserinnen und Leser. In einem frühen Stadium allerdings, wenn das Werk noch verlagsfreies Manuskript ist, bedeutet das vor allem: Konkurrenz.

Den Roman, den ich Ihnen gerne vorstellen möchte, wollten im vergangenen Herbst ein gutes Dutzend Verlage unbedingt haben. Und jeder, der ihn las, hatte das Bedürfnis, sich darüber auszutauschen. »Sieh mich an« von Mareike Krügel war auf der Frankfurter Buchmesse in aller Munde. Seither ist das Buch das Gesprächsthema bei uns im Verlag.

»Sieh mich an« schildert einen Tag im Leben einer Frau um die vierzig, wie er einerseits normaler und andererseits merkwürdiger nicht sein kann: Erst muss sie ihre Tochter überstürzt aus der Schule abholen, weil das Kind Nasenbluten hat, dann haben die Nachbarn einen bizarren Gartenunfall, am Abend steht der emotional heikle Besuch eines Studienfreundes ins Haus, der Sohn bringt erstmals seine Freundin mit, und der Mann ist unter der Woche aus beruflichen Gründen nie da, doch es scheint zu früh, das als Zeichen einer Ehekrise aufzufassen. Aber dieser Tag ist bei aller Gewöhnlichkeit anders als andere, denn Katharina hat kürzlich eine Entdeckung gemacht, die bewirkt, dass sie alles, was geschieht, in einem anderen Licht sieht, sich selbst eingeschlossen.

 

 

Der Roman ist rasant, nachdenklich, lakonisch und zum Heulen komisch, und er besticht durch einen ganz eigenen Ton. Die Lektüre versetzt einem allerdings einen Stich. Denn so leichtfüßig der Roman geschrieben ist, so wenig scheut er die großen Themen. Für mich ist die ein Buch, wie man es nur ganz selten liest, erst recht von einer deutschen Autorin.

 

Mareike Krügel legt mit »Sieh mich an« ihren vierten Roman vor. Wenn Sie ihn lesen, werden Sie Buch und Autorin nicht mehr vergessen.

Herzlich, Ihre Felicitas von Lovenberg


 

»Fuchs und Literatur, das passt spätestens seit Saint-Exupérys Kleinem Prinzen ausgezeichnet zusammen. Ein Fuchs erzählt schon an sich eine Geschichte – wenig andere Tiere tun das so: vom Überlebenwollen und vom Tötenmüssen zum Beispiel, vom Lebendigsein und vom Sterbenkönnen.

Eine ausgezeichnete Eigenschaft für ein literarisches Umschlagmotiv, würde ich meinen. Und natürlich läuft ein Fuchs auch durch meine Geschichte.«

 

Mareike Krügel



Mareike Krügel im Interview

 

Die Autorin sprach mit uns über die Entstehung ihres aktuellen Romans und darüber, was sie beim Schreiben beeinflusst.

 

Der Titel des Buchs lautet »Sieh mich an« welche Rolle spielt dieser Satz für die Heldin, die ihn sagt?

Der Satz hat viele schöne Bedeutungen. Für Katharina geht es in erster Linie darum, gesehen zu werden, wahrgenommen, erkannt als diejenige, die sie ist. Sie ist viel für andere da und tritt damit natürlich selbst in den Hintergrund, es ist leicht möglich, sozusagen an ihr vorbeizuschauen, selbst wenn man in ihre Richtung guckt. Das gilt ganz besonders für ihren Mann. Manchmal denke ich, das Gefühl, ob ein Leben erfüllt oder gelungen ist, hängt nicht von dem ab, was man erreicht hat, sondern davon, ob die eigene Anwesenheit auf diesem Planeten wahrgenommen wurde. Ob man gesehen wurde. Letztlich braucht Katharina nicht mehr als diese Gewissheit, um ihre Unruhe beilegen zu können.


Die Musik spielt in Ihrem Roman eine große Rolle, sie durchzieht den Roman wie ein großes Leitmotiv. Was bedeutet Musik für Sie?

Musik ist mir wichtig, sie kann meine Stimmung beeinflussen, Erinnerungen konservieren und mich immer neu inspirieren. Dabei bin ich auf keine bestimmte Richtung festgelegt. Tatsächlich habe ich lange keinen unverstellten Zugang zu klassischer Musik gefunden. Die Beschäftigung mit Klassik, zu der ich durch den Roman gezwungen war, war eine große Bereicherung für mich und hat mir neue Türen geöffnet. Nicht nur beim Hören, sondern auch beim selber spielen. Dafür bin ich Katharina sehr dankbar.

Das Buch erzählt bei allem Ernst auf sehr tröstliche, immer wieder höchst komische Weise. Wie kann es gelingen, Tragik und Humor in einer solchen Geschichte miteinander zu verbinden?

Es ist wohl eine Binsenweisheit, dass Tragik und Komik dicht beieinanderliegen und dass alles zwei Seiten hat. Oder wie Karl Valentin behauptet hat, drei Seiten: eine positive, eine negative und eine komische. Kompliziert wird es erst da, wo die Dosierung anfängt. Denn ohne Tragik ist der schönste Witz flach, und ohne Humor ist die Tragik oft einseitig, aber falsch dosiert wird es allzu schnell albern oder sentimental. Die entscheidende Zutat, würde ich meinen, um Tragik und Humor gut zu verbinden, ist Respekt.

Was bedeutet für Sie Familie, eines der zentralen Themen im Buch?
Mir geht es da wie Katharina – seit ich selber Kinder habe, begreife ich erst, wie eng verbunden ich mit anderen Menschen bin. Ganz egal, wie eng oder locker das Verhältnis zu den Mitgliedern meiner näheren Verwandtschaft ist, es gibt da ein Element der Zugehörigkeit, das in guten Zeiten Halt gibt, in schwierigen Zeiten einengt und fesselt. Ich bin das, was man gemeinhin einen Familienmenschen nennt, und das bedeutet leider im Umkehrschluss, dass ich mich niemals wirklich vollständig fühle, wenn ich ganz allein bin. Und nur wenn alle Fäden des Familien-Spinnennetzes ruhig bleiben, kann ich selber ruhig sein.


Hörprobe »Sieh mich an«


Mareike Krügel zu Gast bei Klassik Radio Lesezeit


Im Rahmen der Kopfkino Edition spricht Mareike Krügel im Interview über »Sieh mich an«.
Hier finden Sie die komplette Sendung zum Nachhören.


NDR-Buchtipp im August

 

Mareike Krügels Roman »Sieh mich an« ist »Buch des Monats August« beim NDR.

Erfahren Sie hier mehr.


Mareike Krügel zu Gast bei NDR Kultur: Klassik à la carte

 

»Ein Buch wie eine Achterbahnfahrt: schnell, erschütternd und lustig« sagt NDR Kultur.

Lesen Sie hier das ganze Gespräch mit der Autorin nach.

Mareike Krügel: »Sieh mich an«

Fuchsschal zum Nachhäkeln



Die Herstellerin von Mareike Krügels »Sieh mich an« ist so begeistert, dass sie den passenden Schal angefertigt hat.

>> Hier geht es zu Anleitung zum Nachhäkeln


 

»Frau Krügel hat es mit ihrer klaren und schnörkellosen Sprache geschafft einen wunderbaren Roman zu schreiben.

Und: Selten hat mich ein letzter Satz bei einem Roman so bewegt wie bei diesem Buch.«

 

Nicole Albrecht, Buchhandlung Dietsch in Düsseldorf



© Peter von Felbert

Mareike Krügel, 1977 in Kiel geboren, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seit 2003 hat sie drei Romane veröffentlicht. Sie lebt bei Schleswig. Mareike Krügel erhielt zahlreiche Stipendien, u.a. in der Villa Decius in Krakau, und ist Mitglied im PEN Deutschland. Im Jahr 2003 bekam sie den Förderpreis der Stadt Hamburg und wurde 2006 mit dem Friedrich-Hebbel-Preis ausgezeichnet.

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