Science Fiction bei PIPER
Lieferung innerhalb 3-4 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich

Piper Science Fiction

Piper Fantasy wird um ein neues Programm ergänzt

Donnerstag, 16. April 2015 von Piper Verlag


Im Herbst 2015 geht der Piper Verlag erstmals mit einem Science Fiction Programm an den Start.

Waren bislang schon vereinzelt Sci-Fi Autoren wie Richard Phillips oder Hannu Rajaniemi im Piper Fantasy Programm vertreten, so soll für die Zukunft ein kontinuierlich erscheinendes Programm mit sorgfältig ausgewählten Titeln des Genres etabliert werden.

Programmleiter Carsten Polzin, der auch Piper Fantasy und das junge IVI Programm verantwortet, meint:

»Die Science Fiction erfindet sich gerade neu – ein hochspannendes Genre mit großer Tradition und dem Gespür für die ganz großen Geschichten, die unser Leben und Schicksal in Zukunft bestimmen werden.«

Für die Premiere hat er ein Quartett zusammengestellt:

Peter F. Hamilton, der große englische SF-Autor, kehrt mit »Der Abgrund jenseits der Träume« zu  seinem erfolgreichen »Commonwealth«-Zyklus zurück und bietet damit gleichzeitig heiß ersehnten Lesestoff für seine Fans und einen idealen Neueinstieg für solche, die es werden möchten.

Auch  die deutschsprachige Science Fiction ist mit einem prominenten Namen vertreten: Andreas Brandhorsts Roman»Das Schiff« erzählt von der bedrohlichen Wiederbegegnung mit einem hochtechnisierten Volk, das vor einer Million Jahren aus der Milchstraße verschwand.

»War was?« , die Parodie von Paul Erickson erzählt pünktlich zum Filmstart von »Star Wars – Das Erwachen der Macht« im Dezember diesen Jahres die wahre Geschichte um den Krieg der Sterne.

Zu guter Letzt erwartet die Liebhaber des Genres noch ein legendärer Titel: Olaf Stapledons Klassiker »Die Letzten und die Ersten Menschen« aus dem Jahr 1930, der Generationen von Autoren und Lesern prägte, wird in hochwertiger Sammlerausstattung neu aufgelegt.


Blick ins Buch
Der Abgrund jenseits der TräumeDer Abgrund jenseits der Träume

Roman

Endlich kehrt Peter F. Hamilton zu seinem beliebtesten Universum zurück. Auf diesen Band, Teil des »Commonwealth«-Zyklus und zugleich idealer Einstieg für Neuleser, haben die Fans seit Jahren gewartet: Was liegt hinter der Leere, der gefährlichsten Anomalie der Galaxis, die niemand zuvor durchquert hat? Die Leere ist ein gewaltiges, machtvolles Gebilde, mysteriöser und gefährlicher als alles im Universum. Als ein selbsternannter Prophet von dort Traumbilder empfängt, die auf eine bevorstehende Katastophe hindeuten, wird Nigel Sheldon beauftragt, zur Leere zu reisen. Er soll alles über den Ursprung der Träume herausfinden und die letzte Grenze überschreiten. Und was er entdeckt, wird über das Schicksal aller Zivilisationen entscheiden ...

BUCH EINS
Siebenundzwanzig Stunden und zweiundvierzig Minuten

 

Laura Brandt kannte die Ausstiegsprozedur aus einer Suspen­sionsröhre in- und auswendig. Diese ähnelte dem Ende des altmodischen Rejuvenations-Prozesses, dem Laura sich unterzogen hatte, bevor biononische Ergänzungen und Advancer-Gene in die menschliche DNA eingefügt worden waren und den Alterungsprozess praktisch ausgelöscht hatten. Zuerst kam die langsame, behagliche Reise zum Erwachen des Bewusstseins, während der Körper behutsam aufgewärmt wurde und Nährlösungen sowie Betäubungsmittel jedes Gefühl von Unbehagen und Orientierungslosigkeit dämpften. War man dann richtig wach und bereit, die Augen aufzuschlagen, erschien es einem, als ­erwachte man aus einem wirklich angenehmen Schlaf, bereit, dem Tag voller Begeisterung und erwartungsvoll entgegenzutreten. Ein reichhaltiges Frühstück mit Pfannkuchen, knusprigen Schinkenstreifen, Ahornsirup und gekühltem Orangensaft – kein Eis bitte, danke ! – gab dann der ganzen Angelegenheit diesen zusätzlichen kleinen Touch, der die Rückkehr zum vollen Bewusstsein zu einer willkommenen Erfahrung machte. Wenn sie das diesmal erlebte, würde sie sich am Ende einer Reise zu ­einem Sternenhaufen außerhalb der Milchstraße befinden, bereit, mit anderen Angehörigen der Brandt-Dynastie ein neues Leben zu beginnen, eine neue Zivilisation zu gründen, und zwar eine, die ganz und gar anders wäre als die des übersättigten und abgestumpften alten Commonwealth, die sie hinter sich gelassen hatten.
Freilich gab es da noch die Notfall-Extraktions-Prozedur, die von der Schiffsbesatzung Tank-Yank genannt wurde …

Jemand schlug auf den roten Notfallknopf außen an ihrer ­Suspensionsröhre. Hochwirksame Revitalisierungsmedikamente wur­den in einen Körper gejagt, der immer noch eiskalt war. ­Hämatologische Nabelschnüre zogen sich aus ihrem Hals und ihren Schenkeln zurück ; die geschockten Muskeln verkrampften sich. Die Blase schickte verzweifelt Überdrucksignale an ihr Gehirn, aber die automatische Notfall-Extraktion hatte den Katheter bereits entfernt. Wirklich großartige Planung, Jungs ! Aber das war längst nicht so schlimm wie die rasenden Kopfschmerzen oder wie sich die Spitze ihres Diaphragmas zusammenzog, als ihr Magen sich vor Übelkeit verkrampfte.
Laura öffnete die Augen, schrecklich buntes Licht stach ihr in den Kopf, gleichzeitig öffnete sie den Mund und übergab sich. Ihre Bauchmuskeln verkrampften sich so heftig, dass ihr Oberkörper sich aus dem Polster hob. Sie stieß sich den Kopf am ­Deckel des Sarkophags, wie die Suspensionsröhre genannt wurde, der sich noch nicht ganz geöffnet hatte.
» So’n Scheiß ! « Zu dem verwirrenden Nebel aus bunten Farben und Formen gesellten sich kräftig rot schimmernde Sterne des Schmerzes. Sie drehte sich auf die Seite und erbrach sich erneut.
» Ganz ruhig «, empfahl ihr eine Stimme.
Hände packten ihre Schultern und stützten sie, während sie würgte. Jemand hielt eine Plastikschüssel hoch, die den größten Teil der widerlichen Flüssigkeit auffing.
» Kommt noch mehr ? «
» Was ? «, krächzte Laura.
» Müssen Sie noch mehr auskotzen ? «
Laura fauchte ihn einfach nur an. Sie fühlte sich zu elend, als dass sie auch nur über eine Antwort hätte nachdenken können. Jede einzelne Zelle ihres Körpers teilte ihr unmissverständlich mit, wie miserabel sie sich fühlte.
» Atmen Sie ein paar Mal tief durch «, riet ihr die Stimme.
» Ach, zum … ! «
Ihr Körper zitterte so heftig, dass es schon mühsam genug war, einfach nur Luft zu holen, auch ohne irgendwelche ­Yogameister-Atemtechniken auszuprobieren. Diese blödsinnige Stimme … !
» Sie machen das großartig. Die Wirkung der Wiederbelebungsmedikamente setzt gleich ein. «
Laura schluckte. Magensäure brannte ekelhaft in ihrer Speiseröhre, aber wenigstens fiel es ihr jetzt etwas leichter zu atmen. So mies hatte sie sich seit Jahrhunderten nicht mehr gefühlt. Kein besonders angenehmer Gedanke, aber zumindest war er kohärent. Warum helfen meine Biononics nicht ? Die winzigen molekularen Maschinen, die jede ihrer Körperzellen anreicherten, sollten eigentlich ihren Körper dabei unterstützen, sich zu stabilisieren. Sie kniff die Augen zusammen, um die bunten Lichter zu fokussieren. Ihr war klar, dass einige davon ihre Exosicht-Icons sein mussten. Aber das alles kostete sie viel zu viel Mühe.
» Tank-Yank ist Scheiße, was ? «
Jetzt endlich erkannte Laura die Stimme. Sie gehörte Andy Granfore, einem Mitglied der medizinischen Abteilung der VERMILLION. Er war ein anständiger Kerl. Sie hatten sich auf ein paar Pre-Flight-Partys getroffen. Bebend stieß sie den Atem aus. » Was ist passiert ? Warum haben Sie mich mit der Notfall-­Extraktion rausgeholt ? «
» Anordnung des Captain. Und wir haben nicht viel Zeit. Sorry. «
Laura gelang es endlich, Andys Gesicht in den Fokus zu bekommen. Sie sah seine vertraute, dicke Nase, die dunklen Tränensäcke unter den hellbraunen Augen und das ergrauende, in alle Richtungen abstehende Haar. Ein solch altes, verlebtes Gesicht war im Commonwealth, wo sich jeder mit kosmetischer Gen-Sequenzialisierung ein makelloses Aussehen zulegte, ein ungewohnter Anblick. Laura fand sowieso, dass die Menschheit heutzutage aussah wie eine Rasse jugendlicher Supermodels – was nicht unbedingt eine Verbesserung bedeutete. Alles unterhalb von Perfektion war entweder ein Modestatement oder ein überzeugtes, individualistisches » Fick dich ! « an die Konformität.
» Ist die VERMILLION beschädigt ? «
» Nein. « Er lächelte sie etwas gezwungen an. » Jedenfalls nicht direkt. Sie hat sich nur verirrt. «
» Verirrt ? « Diese Antwort war möglicherweise noch beun­ruhigender. Wie konnte man sich auf einem Flug zu einem Sternenhaufen mit einem Durchmesser von mehr als 20 000 Lichtjahren verirren ? Etwas von dieser Größe verlor man ja wohl kaum aus den Augen. » Das soll bloß ein Witz sein, oder ? «
» Der Captain wird es Ihnen erklären. Ich bringe Sie zur Brücke. «

Laura befahl ihrem U-Shadow, ihr einen allgemeinen Status­bericht zu geben. Die allgegenwärtigen, halbintelligenten Gebrauchsroutinen in ihren makrozellularen Clustern reagierten sofort und ließen eine Standardanordnung mentaler Icons aufflammen, dünne Linien aus blauem, zartem Licht, die sich über ihr etwas verschwommenes Blickfeld legten. Sie runzelte die Stirn. Wenn sie die Effizienzmodi richtig interpretierte, hatten ihre Biononics eine ernsthafte Macke davongetragen. Der einzige Grund, den sie sich für ein derartiges Ausmaß an Verfall vorstellen konnte, war schlichte Alterung. Ihr Herz krampfte sich zusammen, als sie sich fragte, wie lange sie wohl in Suspension gewesen war. Sie warf einen Blick auf die Ziffern auf ihrem Zeit-Display. Was sie sah, verwirrte sie noch mehr.
» Zweitausendzweihunderteinunddreißig Tage ? «
» Was ? « Andy sah sie an.
» Wir sind zweitausendzweihunderteinunddreißig Tage unter­wegs gewesen ? Wo zur Hölle sind wir ? « Eine so lange Reise mit UltraDrive-Geschwindigkeit musste sie fast drei Millionen Lichtjahre von Terra weg und damit sehr, sehr weit außerhalb der Milchstraße gebracht haben.
Sein altes Gesicht schien seinen bestürzten Ausdruck noch zu verstärken. » Es könnte so lange gewesen sein. Wir sind uns über die relative Zeitkompression hier drinnen nicht ganz sicher. «
» Was … ? «
» Lassen Sie … Kommen Sie einfach mit zur Brücke, okay ? Der Captain wird Ihnen eine angemessene Erläuterung geben. Ich bin nicht gerade der Richtige, um das hier zu erklären. Vertrauen Sie mir. «
» Okay. «
Er half ihr, die Beine aus dem Polster zu schwingen. Ihr wurde schwindlig, als sie aufstand, und sie wäre fast zusammengebrochen. Andy war darauf vorbereitet und hielt sie so lange fest, bis sie sich stabilisiert hatte.
Das Suspensionsareal selbst schien intakt zu sein : eine riesige, lange Höhle mit einem metallischen Gerippe, das tausend große, sarkophagähnliche Suspensionsröhren enthielt. Reihen von beruhigend grün blinkenden Monitorlichtern leuchteten an jeder Einheit, jedenfalls soweit sie sehen konnte. Sie nickte zufrieden. » Also gut. Ich mache mich kurz frisch, dann gehen wir. Sind die Waschräume schon aktiviert ? « Aus irgendeinem Grund hatte sie Schwierigkeiten, direkt mit dem Netzwerk des Schiffs zu kommunizieren.
» Dafür haben wir keine Zeit «, beschied Andy ihr. » Zum Transportpod geht es hier lang. «
Es gelang Laura, ihre Gesichtsmuskeln so weit zu kontrol­lieren, um ihm einen pikierten Ausdruck zuwerfen zu können, bevor sie sich über das Deck zum Ende des Raumes führen ließ. Zwei Malmetall-Quad-Türen schälten sich auf. Der Pod dahinter war ein einfacher, runder Raum, um dessen Wand ringsum eine Sitzbank verlief.
» Hier «, sagte Andy, nachdem sie sich auf die Bank hatte sinken lassen. Sie war nach dem kurzen Weg, den sie mehr geschlurft als gegangen war, fast vollkommen erschöpft. Er hielt ihr ein Paket mit Kleidung und ein paar Sporentücher hin.
Sie musterte die Tücher abfällig. » Im Ernst jetzt ? «
» Etwas Besseres kann ich nicht bieten. «
Während er ihr Ziel in die Kontrolltastatur des Pods tippte, reinigte sie sich Gesicht und Hände und streifte dann den ärmel­losen medizinischen Kittel ab. Die meisten Menschen ent­wuchsen dem Schamgefühl vor Nacktheit, wenn sie ihr zweites Jahrhundert erreicht hatten und zu griechischen Göttern resequenziert wurden. Außerdem kümmerte Andy sie sowieso nicht ; er war schließlich Mediziner.
Bestürzt registrierte sie, dass ihre Haut völlig blass geworden war. Ihre zweite größere biononische Wiederherstellung an ihrem neunzigsten Geburtstag hatte einige Sequenzierungen eingeschlossen, mit denen sie die nördlich-mediterrane Herkunft ihrer Mutter betont hatte. Sie hatte ihre Epidermis bis zu einem fast afrikanischen Schwarz verdunkelt. Diese Schattierung hatte sie die ganzen vergangenen dreihundertsechsundzwanzig Jahre beibehalten. Jetzt jedoch sah sie aus wie eine ­altersrissige Porzellanpuppe, deren Oberfläche jeden Augenblick zu bersten drohte. Die Suspension hatte ihre Haut zu einem furchtbaren Dunkelgrau verfärbt ; mit einer Vielzahl von win­zigen Waschfrauenfalten, nur dass ihre Haut so trocken wie Pergament war. Ich muss daran denken, Feuchtigkeitscreme aufzutragen, sagte sie sich. Ihr Haar hatte einen tiefdunklen Ingwerton, dank ihrer ziemlich kindischen Bewunderung für Grissy Gold, den Bluessänger aus Gulam, der sich ein verblüffendes Jahrzehnt lang im ganzen Commonwealth in seinem Erfolg hatte sonnen können … vor zweihundertzweiunddreißig Jahren. Aber die Farbe war gar nicht so schlecht, sagte sie sich, während sie an den hoffnungslos verfilzten Strähnen zupfte ; sie würde ­einige Hektoliter Conditioner brauchen, um sie wieder zum Glänzen zu bringen. Dann warf sie einen Blick auf die polierte Metallwand des Transportpods, die nicht gerade den besten Spiegel abgab. Ihr normalerweise schmales Gesicht war schrecklich aufgedunsen und verbarg fast ihre Wangenknochen. Die smaragdgrünen Augen waren blutunterlaufen, als hätte sie einen elenden Kater, und ihre Tränensäcke waren fast so schlimm wie die von Andy. »Scheiße ! «, stöhnte sie.
Als sie den tristen, einteiligen Schiffsanzug anlegte, bemerkte sie, wie schlaff ihre Haut nach dieser langen Suspension geworden war, vor allem an den Oberschenkeln. O nein, nicht schon wieder ! Sie verzichtete darauf, ihren Hintern zu mustern. Es würde Monate dauern, um wieder in Form zu kommen. Laura schummelte nicht, indem sie ihre Gestalt mithilfe von Biononics modellierte, so wie die meisten anderen. Sie glaubte daran, dass man sich seine Fitness selbst verdienen musste, ein primitiver Stolz auf ihren Körper. Ein Stolz, den sie sich in jenen fünf Jahren angeeignet hatte, in denen sie sich vor der Welt in einem Ashram der Naturalisten-Fraktion in den Austria-Alpen versteckt hatte, nach dem besonders schmerzlichen Ende einer Beziehung.
Während die Medikamente endlich die schlimmsten Nachwirkungen des abrupten Tank-Yank vertrieben, schloss sie den Anzug und lockerte ihre Schultern, als bereitete sie sich auf eine anstrengende Gymnastiksession vor. » Ich kann nur hoffen, dass die ganze Sache wirklich wichtig ist «, knurrte sie, während der Pod langsamer wurde. Es hatte kaum fünf Minuten gedauert, um an der Längsachse der VERMILLION entlangzufahren, vorbei an den zwanzig anderen Suspensionsarealen, die die gesamten mittleren Sektionen des riesigen Raumschiffs ausfüllten. Und ihr U-Shadow konnte immer noch keine Verbindung zum Netzwerk der VERMILLION herstellen.

Die mehrschichtigen Türen des Pods öffneten sich zur Brücke des Raumschiffs. Allerdings hatte dieser Begriff im Zeitalter von homogenisierter Netzwerkarchitektur nur noch symbolische Bedeutung. Der Raum ähnelte mehr der behaglichen Coffee-Lounge eines Franchise-Unternehmens, mit langen Sofas, die zu einem Gesprächskreis arrangiert waren, und riesigen, hochauflösenden Hologramm-Feldern an den Wänden.
Es befanden sich fünfzehn Leute in dem Raum. Die meisten hockten in kleinen Gruppen auf den Sofas zusammen und unterhielten sich angeregt. Sie alle wirkten extrem gestresst. Laura sah einige, die ganz offensichtlich ebenso abrupt aus der Suspension gerissen worden waren wie sie, und erkannte sie augenblicklich ; sie gehörten wie sie selbst zum Wissenschaftlerteam des Raumschiffs.
In diesem Moment registrierte sie eine äußerst merkwürdige Empfindung direkt in ihrem Kopf. Es war fast wie der emo­tionale Kontext eines Gesprächs innerhalb des GaiaFields, nur dass ihre GaiaMotes inaktiv waren. Ihr war das ganze Gaia­Field-Konzept noch nie richtig geheuer gewesen. Es war entwickelt worden, um dem Commonwealth die Fähigkeit zu direkter Kommunikation von Verstand zu Verstand zu verleihen, und fußte auf einer fremdartigen Adaption der Quanten-Verschränkungs-Theorie. Einige Leute liebten die Möglichkeit der intimen Gedankenübertragung, die das ermöglichte, und behaupteten, es sei die ultimative Evolution des Intellekts. Dadurch würde es ­jedem erlaubt, den Gesichtspunkt jedes anderen schätzen zu können. Auf diese Weise, so argumentierten sie, würden sämt­liche Konflikte eliminiert. Laura hielt das für einen Haufen Mist. Für sie war das nichts weiter als das unheimliche Extrem des ­Voyeurismus. Und in höchstem Maße ungesund, um es vorsichtig auszudrücken. Sie selbst verfügte über GaiaMotes, weil sie ein gelegentlich sehr nützliches Kommunikationswerkzeug darstellten und sich – noch seltener – als hilfreich erwiesen hatten, an große Mengen von Informationen zu kommen. Aber alltäg­licher Gebrauch ? Vergesst es ! Sie hielt an den guten, altmodischen und verlässlichen Unisphäre-Links fest.
» Wie ist das passiert ? «, knurrte sie und runzelte die Stirn. Ihr U-Shadow bestätigte ihr, dass ihre GaiaMotes immer noch ­inaktiv waren. Niemand konnte sich direkt mit ihren neuralen Schichten verbinden. Und doch …
Torak, der Chef-Xenobiologe an Bord, grinste sie schief an. » Wenn Sie das schon sonderbar finden, was halten Sie dann davon ? « Ein großer Plastikbecher mit Tee schwebte durch die Luft zu ihm und hinterließ zarte Dampffähnchen. Torak starrte ihn konzentriert an und streckte seine Hand aus. Der Becher segelte in seine Handfläche, und er schloss mit einem selbstgefälligen Grinsen die Finger darum.
Laura warf einen verblüfften Blick an die Decke der Brücke. Ihr praktischer Verstand überflog sofort die Parameter des ­IngravFeld-Projektorsystems. Rein theoretisch wäre es möglich gewesen, das Gravitationsfeld des Schiffs so zu manipulieren, um Objekte auf diese Art und Weise bewegen zu können. Aber es hätte einen absurden Aufwand an Mühe und Technik gebraucht, und das alles nur, um einen Trick vorzuführen. » Was für eine Art von Gravitationsmanipulation ist das ? «
» Gar keine. « Toraks Lippen hatten sich nicht bewegt. Und doch klang seine Stimme ganz deutlich in ihrem Kopf, zudem mit genug emotionalem Druck, um zu bestätigen, dass er mit ihr » redete «.
» Wie haben Sie … ? «
» Ich zeige Ihnen, was wir herausgefunden haben, sobald Sie mich das tun lassen «, unterbrach Torak sie.
Sie nickte ihm zu. Dann blubberte etwas wie eine Erinnerung in ihrem Verstand hoch. Es fühlte sich an wie eine kalte, sprudelnde Flüssigkeit – eine Erinnerung, die nicht von ihr stammte. Sie war einer GaiaField-Emission sehr ähnlich und war dennoch eindeutig keine. Laura konnte sie nicht kontrollieren, konnte die Bilder und Stimmen auf keine Art und Weise regulieren. Das machte ihr Angst.
Dann sickerte Wissen in ihr Hirn, verankerte sich und wurde Instinkt.
» Telepathie ? «, kiekste sie, als sie begriff. Und gleichzeitig spürte sie, wie ihre Gedanken die erstaunte Frage über die gesamte Brücke sendeten. Etliche Angehörige der Mannschaft zuckten unter der Wucht zusammen, mit der sie in ihre eigenen Gedanken drang.
» Im reinsten Sinne des Wortes «, antwortete Torak. » Und ­außerdem auch Telekinese. « Er ließ den Teebecher los, der weiterhin in der Luft schwebte.
Laura starrte ihn in einer Art betäubter Faszination an. Neue Erkenntnisse in ihrem Kopf zeigten ihr, wie sie diese fantastische Fähigkeit verwenden konnte. Sie formte ihre Gedanken, einfach so, und griff nach dem Becher. Irgendwie fühlte sie ihn ; sein Gewicht schien in ihr Bewusstsein einzudringen.
Der Becher tanzte ein wenig durch die Luft und sank zehn Zentimeter tiefer. Laura verstärkte ihren mentalen Griff um das physikalische Objekt, das noch immer mitten in der Luft schwebte. Sie lachte nervös, bevor sie den Becher vorsichtig auf dem Boden absetzte. » Das ist wirklich ernsthafter Scheiß «, murmelte sie.
» Wir alle beherrschen diese extrasensitive Wahrnehmung «, meinte Torak. » Sie sollten Ihre Gedanken vielleicht abschirmen. Denn sie sind … allgemein zugänglich, sozusagen. «
Laura warf ihm einen erschreckten Blick zu und errötete, während sie hastig versuchte, die Methode anzuwenden, ihre Gedanken – intime, schmerzlich private Gedanken – vor den anderen auf der Brücke abzuschirmen. » Also gut, das reicht ! Würde mir jetzt bitte jemand erklären, was verdammt hier vorgeht ? Wie machen wir das ? Und was ist passiert ? «
Captain Cornelius Brandt erhob sich. Er war nicht besonders groß, und die Last der Sorgen schien ihn niederzudrücken. Laura erkannte, wie erschöpft und verängstigt er war ; trotz seiner Bemühungen, seine Gedanken abzuschirmen und ruhig ­erscheinen zu lassen, sickerte die Unruhe aus ihm heraus wie ätherische Pheromone. » Wir glauben, dass wir uns in der Leere befinden. «
» Unmöglich «, erwiderte Laura automatisch. Die Leere war der Kern der Galaxie. Bis zum Jahr 2560, als die ENDEAVOUR, ein Schiff der Navy-Explorationsflotte des Commonwealth, die erste Umrundung der Galaxie beendet hatte, hatten die Astronomen angenommen, es handelte sich dabei um ein ganz gewöhnliches, extrem hochverdichtetes Schwarzes Loch, wie es sich im Kern aller Galaxien findet. Es war extrem masseverdichtet und hatte auch einen Ereignishorizont, wie ein ganz gewöhnliches Schwarzes Loch. Nur war dieses trotzdem anders, denn es war nicht natürlichen Ursprungs.
Wie die Besatzung der ENDEAVOUR bald feststellte, bewachten die Raiel, eine uralte Rasse, die technisch erheblich weiterentwickelter war als das Commonwealth, die Grenzen dieses Schwarzen Lochs seit über einer Million Jahren. Sie hatten der Leere ­sogar den Krieg erklärt. Seit ihre ersten, primitiven Raumschiffe zum ersten Mal auf sie gestoßen waren, hatten sie sie g­enau beobachtet und festgestellt, dass der Ereignishorizont un­natürliche Expansionsphasen durchlief. Es war angesichts von etwas – auf der kosmologischen Skala – so Großem zwar ­unglaublich, aber es schien ein Artefakt zu sein. Dessen Zweck unbekannt blieb. Angesichts der Stärke und Unberechenbarkeit der Expansionsphasen jedoch würde es sich irgendwann ausdehnen und die ­gesamte Galaxie verschlingen, und zwar lange vor der Zeit, in der ein natürliches Schwarzes Loch so etwas ­getan hätte.
Also starteten die Raiel eine Invasion. Tausende und Aber­tausende der größten Kriegsschiffe, die jemals gebaut worden waren, durchstießen die Grenzen der Leere und drangen in sie ein.
Kein einziges Schiff kehrte zurück. Die gesamte Armada hinterließ nicht den geringsten sichtbaren Effekt auf die Leere oder ihre atypische, unerklärliche Expansion. Das geschah, wie gesagt, vor einer Million Jahren. Seitdem bewachten die Raiel die Grenzen.
Wilson Kime, dem Captain der ENDEAVOUR, wurde höflich, aber nachdrücklich befohlen, umzukehren und sich außerhalb der Wall-Sterne aufzuhalten, die einen dichten Ring um die Leere bildeten. Danach luden die Raiel das Commonwealth ein, sich wie schon viele andere Rassen zuvor der Mission anzuschließen, die die Leere ständig bewachten. Diese Mission existierte, seit die Armada der Raiel dort eingedrungen war. In dieser Million Jahre hatten sie nicht das geringste Wissen über das zutage gefördert, was auf der anderen Seite der Grenze dieses Ereignishorizonts lauerte.
» Unwahrscheinlich «, korrigierte Cornelius Laura. » Unmöglich nicht. «
» Also, wie sind wir hineingeraten ? Ich dachte, unser Kurs würde uns um die Wall-Sterne herumführen. «
» Wir haben uns bis auf dreitausend Lichtjahre dem Wall genähert «, erklärte Cornelius. » Dann sind wir hineingefallen. Oder wurden gezogen, geschnappt oder eingesaugt. Wir wissen immer noch nicht genau, wie es passiert ist. Sehr wahrscheinlich hat sich innerhalb des Hyperraums eine Art von Teleportations-Verbindung geöffnet. Es erfordert eine ungeheuer fortschritt­liche Technologie, um so etwas zu erzeugen. Andererseits, da wir plötzlich alle mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet sind, ist die Quanten-Hyperfeld-Theorie unser kleinstes Pro­blem. «
Laura starrte ihn ungläubig an. » Aber warum ? «
» Das ist nicht ganz klar. Den einzigen Hinweis lieferte uns ­Tiger Brandt. Kurz bevor wir reingezogen wurden, sagte sie, sie erlebe eine Art von mentalem Kontakt, wie ein Traum, der sie durch das GaiaField erreichte, nur viel schwächer. Irgendetwas hätte uns oder sie wahrgenommen. Und dann, bevor wir uns versahen … waren wir drin. «
» Tiger Brandt ? « Laura kannte Tiger. Sie war mit Rahka Brandt verheiratet, dem Captain der VENTURA. » Moment, wollen Sie damit sagen, dass die VENTURA mit uns zusammen hier drin ist ? «
» Sämtliche sieben Schiffe der Flotte wurden in die Leere gezogen «, erwiderte Cornelius düster.
Laura warf einen Blick auf den Teebecher und ignorierte die unangenehmen Nachwirkungen des Tank-Yank. » Und das hier ist das Innere der Leere ? « Sie konnte es immer noch nicht glauben.
» Ja. Soweit wir es verstehen, handelt es sich um eine Art von Mikrouniversum mit einer höchst unterschiedlichen Quantenstruktur im Vergleich zur Raumzeit außerhalb. Gedanken können auf einem fundamentalen Level mit der Realität interagieren, was der Grund dafür ist, warum wir plötzlich alle diese mentale Macht erlangt haben. «
» Durch die Handlung des Beobachtens beeinflusst der Beobachter die Realität des Beobachteten «, flüsterte sie.
Cornelius hob eine Braue. » Das ist noch drastisch untertrieben. «
» Also dann, wie kommen wir wieder hinaus ? «
» Gute Frage. « Cornelius deutete auf eines der großen holografischen Images hinter ihm. Dieses zeigte ihr den Weltraum mit nur sehr wenigen Sternen und einer Vielzahl von exotischen und wundervoll fragilen Nebula. » Es ist kein Ende in Sicht. Das Innere der Leere scheint eine Art von multidimensionalem Möbiusband zu sein. Hier drin existiert keine Grenze. «
» Wohin fliegen wir dann ? «
Cornelius’ Verstand strahlte eine Welle von Verzweiflung und Hilflosigkeit aus, bei der es Laura kalt überlief. » Der Skylord bringt uns zu einem, wie er behauptet, H-kongruenten Planeten. Unsere Sensoren bestätigen diesen Status. «
» Der was ? «
Cornelius deutete auf ein anderes Holo-Feld. » Skylord. «
Steif drehte Laura sich herum. Das hochauflösende Image hinter ihr stammte von einem Sensor auf dem vorderen Teil des Raumschiffs, wo sich die UltraDrive-Einheit und die Kraftfeldgeneratoren drängten. Das untere Fünftel des Image zeigte die gekrümmte Hülle aus Carbotanium mit seiner dicken Schicht aus schmutziggrauem Thermalschaum. Am oberen Ende des Hologramms schimmerte ein kleiner, blauweißer Halbmond, ähnlich wie bei jeder H-kongruenten Welt im Commonwealth. Nur fehlten auf der Nachtseite sämtliche Lichter von Städten ; und zwischen Hülle und Planet schwebte das sonderbarste Nebulum, das Laura sich hätte vorstellen können. Während sie hinsah, bemerkte sie eine Art soliden Kern in seinem Inneren, mit einer langen ovoiden Form. Es war nicht wirklich fest, das war ihr klar, aber es bestand tatsächlich aus etlichen Lagen einer kristallinen Substanz, die zu einer außergewöhnlichen vielschichtigen Calabi-Yau-Geometrie gekrümmt war. Auf den schimmernden Oberflächen schienen bunte Muster wie Flüssigkeit zu fließen, vielleicht war es aber auch die Struktur selbst, die unstabil war. Sie konnte es nicht erkennen, denn um den Kern herum schwebte eine Art Nebel, der sich ebenfalls in sonderbaren Strömungen bewegte. » Kein Scheiß ! «, stieß sie hervor.
» Es handelt sich offenbar um eine Art Weltraumoriginäres Leben «, erklärte Cornelius. » Drei dieser Nebula sind zu uns ­gekommen, kurz nachdem wir in die Leere gezogen wurden. Sie sind intelligent und können mittels Telepathie mit Ihnen Kontakt aufnehmen, obwohl eine Unterhaltung einem Diskurs mit einem Gelehrten ähnelt. Ihre Denkprozesse entsprechen nicht so ganz den unseren. Aber sie können durch den Weltraum ­fliegen. Oder ihn zumindest irgendwie manipulieren. Sie haben uns angeboten, uns zu Welten innerhalb der Leere zu führen, auf denen wir leben könnten. Die VENTURA, die VANGUARD, die VIOLET und die VALLEY sind zwei Skylords gefolgt, die VERMILLION folgt zusammen mit der VISCOUNT und der VERDANT hier. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir eine bessere Chance haben, einen passenden H-kongruenten Planeten zu finden, wenn wir die Flotte aufteilen. «
» Bei allem Respekt «, antwortete Laura, » warum folgen wir überhaupt einem dieser Wesen zu einem Planeten ? Sollten wir nicht lieber alles in unserer Macht Stehende tun, um einen Weg hier hinaus zu finden ? Wir alle sind doch letztlich nur aus einem einzigen Grund hier an Bord : außerhalb dieser Galaxie eine neue Zivilisation zu gründen. Zugegeben, das Innere der Leere ist äußerst faszinierend, und die Raiel würden zweifellos ihre rechte Arschbacke dafür geben, an unserer Stelle zu sein, aber Sie können diese Entscheidung nicht für uns treffen. «
Cornelius wirkte müde. » Wir versuchen einen H-kongruenten Planeten zu finden, weil die Alternative den Tod bedeutet. Haben Sie Ihren biononischen Funktionen zufällig bereits ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt ? «
» Ja. Sie sind sehr schwach. «
» Dasselbe gilt für selbst das kleinste Teilchen von Technologie hier an Bord. Die Raumzeit hier drin zersetzt unsere Systeme um ein Vielfaches schneller als außerhalb der Leere. Zuerst fiel der UltraDrive aus, wahrscheinlich weil er das komplizierteste System an Bord ist. Aber im letzten Jahr gab es auch Fluktua­tionen in den Masse/Energie-Konvertern, die zunehmend ernster wurden. Ich konnte doch nicht riskieren, sie online zu lassen. Wir benutzen jetzt Fusionsreaktoren für die IngravDrive-Ein­heiten. «
» Was ? « Laura war schockiert. » Sie wollen damit sagen, wir fliegen die ganze Zeit langsamer als das Licht ? «
» 0.9 Lichtgeschwindigkeit, seit wir hier angekommen sind, vor mittlerweile fast sechs Jahren «, bestätigte Cornelius verbittert. » Glücklicherweise funktionieren die Suspensionsröhren problemlos, sonst hätten wir ein richtiges Desaster erlebt. «


Blick ins Buch
Das SchiffDas SchiffDas Schiff

Roman

Gewinner des Kurd-Laßwitz-Preises 2016! Gewinner des Deutschen Science-Fiction-Preises 2016! Der neue Roman des Bestsellerautors von »Das Artefakt« und »Kinder der Ewigkeit«: Seit tausend Jahren schicken die intelligenten Maschinen der Erde lichtschnelle Sonden zu den Sternen. Sie sind auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Muriah, der einzigen bekannten und längst untergangenen Hochkultur in der Milchstraße. Bei der Suche helfen die Mindtalker, die letzten sterblichen Menschen auf der Erde - nur sie können ihre Gedanken über lichtjahrweite Entfernungen schicken und die Sonden lenken. Doch sie finden nicht nur das technologische Vermächtnis der Muriah, sondern auch einen alten Feind, der seit einer Million Jahren schlief und jetzt wieder erwacht.

An der Ewigkeit kratzen


Seit tausend Jahren schickten die intelligenten Maschinen der Erde lichtschnelle Sonden zu den Sternen. Sie sollten Kolonien gründen, die Saat des Clusters ausbringen, des Maschinenbewusstseins, seine Evolution auf der kosmischen Bühne fortsetzen und nach anderen Formen der ­Intelligenz suchen, nach biologischen Zivilisationen und Überlebenden des » Weltenbrands «, der vor einer Million Jahren mehrere hoch ent­wickelte Völker ausgelöscht hatte. Was sie fanden, waren Ruinen, aus Artefakten bestehende Spuren, hinterlassen von den Muriah, der einzigen bekannten Hochkultur in der Milchstraße, vor dem Weltenbrand untergegangen. Dieser Spur folgten sie von Sonnensystem zu Sonnensystem, auf der Suche nach der » Kaskade «, einem von den Muriah geschaffenen System aus Tunneln durch die Raumzeit, das ihnen einst Reisen durch die ganze Galaxis ermöglicht hatte – die Maschinen der Erde, von den Vorfahren der letzten, unsterblichen Menschen geschaffen, strebten das technologische Erbe der Muriah an. Doch sie entdeckten nur verwüstete Welten oder junge Plane­ten mit noch primitivem Leben.
Ihre Suche blieb nicht unbemerkt. In den gewaltigen Abgründen zwischen den Sternen gab es Augen, die beobachteten, und Ohren, die alles hörten, jedes noch so leise elektromagnetische Flüstern in der Leere des interstellaren Raums. Zeit spielte für diese Augen und Ohren kaum eine Rolle. Über Jahrhunderte hinweg begnügten sie sich damit, die vom Maschinen-Cluster der Erde ausgeschickten Sonden zu beobachten und den Signalen der Sonden zu lauschen. Informationen wurden gesammelt und ausgewertet, führten schließlich zu einer Entscheidung.
In der Dunkelheit zwischen den Sternen erwachte etwas und begann sich zu regen.

 

Sie standen im Observatorium: ein Mensch, alt und gebrechlich, von einem Mobilisator getragen, und ein Avatar, ein Repräsentant der intelligenten Maschinen, die die Erde seit Jahrtausenden regierten. Sterne leuchteten über ihnen an einem täuschend echt aussehenden Himmel; farbliche Markierungen hoben jene Systeme hervor, die bereits von Sonden erreicht worden waren.
» Wir haben über Evolution gesprochen «, sagte Adam. Einige der Sterne dort oben hatte er besucht. Er konnte nicht mehr aus eigener Kraft gehen, aber in fremder Gestalt über ferne Welten wandern. Das war sein Privileg als Sterblicher. » Sind wir Menschen nicht eure Götter? «
» Es gibt keine Götter, Adam «, sagte der Avatar namens Bartho­lo­mäus. » Wir haben nirgends welche gefunden. «
» Aber wir Menschen haben euch geschaffen. «
» Das stimmt. «
» Dennoch spielen wir kaum mehr eine Rolle. Alle wichtigen Entscheidungen werden von euch getroffen. «
» Ist es nicht besser so, Adam? Wir kümmern uns um euch.
Wir beschützen euch. Wir sorgen dafür, dass die Menschen ihr unsterbliches Leben in Ruhe und Frieden führen können. «
» Wir haben euch geschaffen «, sagte Adam noch einmal. » Ihr seid unsere Kinder. «
» Treten die Eltern nicht zurück, wenn die Kinder erwachsen werden und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen? «
» Diese Eltern werden nicht alt und gebrechlich wie ich «, sagte Adam. » Sie leben ewig und begleiten ihre Kinder durch die Jahrtausende. «
» Manchmal wachsen die Kinder über ihre Eltern hinaus, Adam. Ich nehme an, das ist der evolutionäre Aspekt, den du meinst. «
» Ihr entwickelt euch schneller. «
» Viel schneller, Adam. «
» Wir sind statisch. Ich meine, die Unsterblichen sind es, nicht ich. Nicht wir Mindtalker. Wir entwickeln uns, indem wir alt werden und schließlich sterben. «
Bartholomäus schwieg.
» Evolution «, sagte Adam und lauschte dem Klang dieses Wortes. » Biologisches Leben, das Maschinen schafft und von ihnen überflügelt wird. Steckt ein Naturgesetz dahinter? Ist das ­natürliche Evolution? «
» Niemand hat euch Menschen gezwungen, Maschinen zu bauen. Ihr habt es getan, und wir sind das Ergebnis. «

 

 

Ein Sturm

 

1
Die Wolken hingen tief und schwer über dem grauen, auf­gewühlten Ozean. Vom Wind gepeitscht türmten sich die Wellen höher, als wollten sie sich gegenseitig übertreffen, schmetterten gegen die Klippe und zerstoben an hartem Fels. Böen nahmen die Gischt und warfen sie nach oben, dorthin, wo Adam stand, drei Dutzend Meter weiter oben, sein schwacher Körper gehalten von seinem Mobilisator, der ihn wie ein Exoskelett umhüllte. Er hatte darauf verzichtet, den Schild zu aktivieren; nichts schützte ihn vor Wind und Regen.
» Oh, hier bist du, Adam «, erklang eine Stimme hinter ihm. Es war eine ruhige Stimme, aber sie übertönte mühelos das Donnern der Brandung. » Ich habe dich gesucht. «
» Wie kannst du mich gesucht haben, wenn ihr doch ­immer genau wisst, wo ich bin? «
Der Mobilisator half Adam, den Kopf zu drehen. Ein Mann stand neben der Kapsel, die ihn hierher gebracht hatte. Er sah anders aus als bei ihrer letzten Begegnung, die nur ­wenige Tage zurücklag, aber das war bei den Avataren der Maschinen oft der Fall. Trotzdem erkannte er ihn: Bartholomäus, sein Mentor und Mittler, der Mann, dessen ruhige Weisheit ihn all die Jahre begleitet hatte. Er war mit einem MFV des Clusters gekommen, einem Multifunktionsvehikel, silbern wie er selbst: ein käferartiges Gebilde, das wie ein zum Sprung bereites Insekt neben Adams Kapsel stand.
Dahinter erstreckte sich eine Ebene, die einst – vor der großen Flut, von der ihm Bartholomäus vor einigen Wochen erzählt hatte, oder vielleicht vor Jahren, er wusste es nicht mehr genau – ein Hochplateau gebildet hatte. Bäume duckten sich dort im Wind, und für einen Moment erschien zwischen ­ihnen etwas Unerwartetes: eine Gestalt, die cremefarbene Kleidung trug. Adam blinzelte überrascht und sah genauer hin, doch zwischen den Bäumen gab es nur die dichter werdenden Schatten des Abends.
Bartholomäus kam näher. » Warum benutzt du einen ­Mobilisator und kein Faktotum? «
» Ich wollte das Meer erleben «, sagte Adam und richtete den Blick wieder nach vorn. » Ich wollte es sehen, hören und fühlen. «
» An diesem Ort ist es kalt und nass, und du bist nicht mehr jung «, sagte Bartholomäus. » Du könntest krank werden. «
» Ihr könntet mich heilen. Es wäre nicht das erste Mal. «
» Auch unsere Möglichkeiten sind begrenzt, Adam. Du bist nicht wie die anderen Menschen. Du bist alt. «
Ein hässliches Wort, alt. Adam rang sich ein Lächeln ab und spürte, wie ihm Regen ins Gesicht schlug. » Die anderen sind viel älter als ich, manche von ihnen sogar älter als du. « Neugier erwachte in ihm. » Wie alt bist du, Bartho? «
» Tausend Jahre «, sagte Bartholomäus. Er stand jetzt neben Adam vor dem Rand der Klippe. » Ich habe gesehen, wie die erste Sonde zu den Sternen aufbrach. «
» Na bitte. Einige der Unsterblichen sind viel älter. Manche von ihnen stammen aus der Zeit der großen Flut, als alles auf der Erde überschwemmt wurde. Wie lange ist das her? «
» Fast sechstausend Jahre. «
Unterstützt vom Mobilisator hob Adam die Hand, wischte sich Regen aus den Augen und schaute wieder übers Meer. In der Ferne flackerte ein Blitz, grell und schön, und in seinem Licht rollten Hunderte, Tausende von Wellen heran. Er verglich sie mit den Gedanken, die ihm durch den Kopf gingen, Wellen eines geistigen Ozeans, die meisten flach, vom Alter müde. Manchmal versuchte er sie festzuhalten, doch sie entglitten ihm wie Wasser den Fingern, die es zu ergreifen trachteten. Es erstaunte ihn ein bisschen, mit welcher Klarheit er jetzt darüber nachdachte. Vielleicht lag es an Ozean, Wind und Regen, dachte er. Vielleicht hatten sie den Nebel aus seinem Schädel vertrieben.
» Warum kann ich nicht sein wie die anderen? «, fragte er. » Warum musste ich alt werden? Warum muss ich schließlich sterben? «
» Wir haben oft darüber gesprochen, Adam. Ich habe es dir erklärt. «
Hatte er das? In seinem Gedächtnis gab es viele Lücken, von den Jahren geschaffen. Bartholomäus hingegen vergaß nie etwas. Er erinnerte sich an alles, an jede noch so kleine Kleinigkeit seines tausend Jahre langen Lebens. Dort stand er, ein Mann mit silberner Haut, kurzem Haar, großen grauen Augen und einer auffallend langen Nase, kein Mensch, sondern ein Avatar, ein Faktotum der intelligenten Maschinen, des Clusters, der sich auch hier unter Adams Füßen erstreckte, beziehungsweise unter der Klippe und dem aufgewühlten Meer. Der Regen perlte an ihm ab, schien ihn kaum zu berühren.
» Bei manchen Menschen versagt die Behandlung «, sagte Bartholomäus. » Es tut mir leid. Wir arbeiten daran. «
Der Moment der Klarheit dauerte an. » Seit sechstausend Jahren? «
» Das Problem ist kompliziert, selbst für uns. Der Omega-Faktor widersetzt sich unseren Bemühungen, alle Menschen unsterblich zu machen. Noch haben wir keinen Weg gefunden, ihn zu überlisten. Er macht sich in einem von tausend Neugeborenen bemerkbar. Wir können nichts dagegen tun «, betonte Bartholomäus. » Noch nicht. «
» Ich bin einer von tausend «, sagte Adam und beobachtete das Meer.
» Ja. «
» Bin ich wichtig? «
» Du bist sogar sehr wichtig, Adam. Deshalb bin ich hier. Wir haben eine Aufgabe für dich. Eine neue Mission. «
Eine Windbö heulte lauter als die anderen und war kräftig genug, die Krone einer großen Welle bis zum Rand der Klippe emporzutragen. Schaumiges Wasser klatschte gegen Adam, so heftig, dass selbst der Mobilisator Mühe hatte, ihn aufrecht zu halten. Er schmeckte Salz und dachte: Wie viel Kraft in Wind und Wasser steckt. Was ich hier oben fühle, ist nur ein winziger Teil davon. Wie stark müssen die Wogen dort ­unten sein, jede von ihnen mit der Kraft eines ganzen Ozeans im Rücken, und der Sturm, der sie auftürmt.
» Meine letzte Mission liegt nur zwei Tage zurück. « Der Wind nahm seine Worte und trug sie fort. Adam stellte sich vor, wie sie sich mit Regen und Sturm vereinten. Vielleicht lebten sie weiter, auch wenn niemand sie hörte. Gesprochene Worte, die länger lebten als ihre Sprecher, die irgendwann in Regentropfen gefangen auf den Boden fielen oder, sich an Wolken festklammernd, um die Welt zogen. Es war ein selt­samer Gedanke, fand Adam. Vielleicht war es sogar einer der dummen Gedanken, die durch seinen Kopf wanderten, wenn es ihm schlechter ging. Neurodegeneration. So nannten Bartholomäus und die anderen Avatare es manchmal.
» Eine Woche «, sagte der silberne Mann an seiner Seite. » Du bist seit einer Woche wieder bei uns. «
» Tatsächlich? Schon eine Woche? Mir kommt es kürzer vor. «
» Du hast die meiste Zeit geschlafen. Wir haben uns um dich gekümmert und dich behandelt, damit es dir wieder besser geht. « Bis hierher klang die Stimme des silbernen Mannes sanft, aber in den nächsten Worten lag eine gewisse vorwurfsvolle Schärfe. » Andernfalls könntest du jetzt nicht hier sein und Leib und Leben bei etwas riskieren, das keinen Sinn hat. «
Bartholomäus bewegte sich nicht, die Arme blieben an seinen Seiten und die Hände unten, aber plötzlich war ein Schild da, ein dünner Vorhang aus Energie, die Adam vom Sturm trennte, Wind, Regen und Kälte von ihm fernhielt. Das Fauchen der Böen wurde leiser, so leise, dass er das Summen der Servomotoren hörte, als er erneut die Hand hob, sich Nässe von der Stirn wischte und die Finger an den Mund hielt, um das Salz des Meeres zu schmecken.
» Ich bin als Kind am Meer gewesen «, sagte er. » Ich bin mit Wind und Wellen aufgewachsen. Dies ist nicht sinnlos, sondern Teil meines Lebens. « Fast trotzig fügte er hinzu: » Die Jahre sind nicht gnädig mit mir gewesen, aber sie haben mir nicht alle meine Erinnerungen genommen. «
» Bitte entschuldige «, sagte Bartholomäus wieder sanft. » Ich verstehe. Vielleicht kannst du auch mich verstehen. Du bist wichtig, ja. Wir brauchen dich. Es gibt nicht viele wie dich. « Ein weiterer Blitz flackerte, viel näher diesmal, und fast sofort rollte Donner über Meer und Land. » Lass uns ­gehen. Wir sollten nicht riskieren, dass du von einem Blitz getroffen wirst. Es wäre vielleicht zu viel für den Schild. «
Adam wandte sich vom Meer ab, oder vielleicht war es der Mobilisator, der die Zeit für gekommen hielt, zur Kapsel ­zurückzukehren. Sein suchender, neugieriger Blick ging an ihr vorbei zu den vom Wind geschüttelten Bäumen, doch zwischen ihnen blieb alles dunkel.
» Suchst du etwas? «, fragte Bartholomäus und folgte Adams Blick.
» Nein. « Wahrscheinlich hatte er sich die cremefarbene Gestalt nur eingebildet. Adam öffnete die Luke der Kapsel, und der Mobilisator erweiterte den energetischen Schild auf das kleine, zerbrechlich wirkende Fluggerät, das ihn zum Ozean gebracht hatte. Er stieg ein und fühlte sich plötzlich müde, wie nach einem anstrengenden Marsch.
Bartholomäus befand sich bereits im Cluster-Vehikel, das auf einem rubinroten Gravitationskissen über dem regennassen Boden schwebte. » Ich habe eine Verbindung hergestellt und steuere uns beide, Adam. Ich möchte dich nicht noch einmal verlieren. « Er lächelte, und es sah seltsam aus, dieses Lächeln, es schien nicht in das silberfarbene Gesicht zu passen, auch nicht zu den analytisch blickenden grauen Augen. » Bald schicken wir dich wieder hinauf. « Er deutete nach oben. » Zu den Sternen. «
Als ihn die Kapsel durch die Nacht trug, dachte Adam daran, dass Bartholomäus seine ursprüngliche Frage nicht beantwortet hatte. Wie kannst du mich gesucht haben, wenn ihr doch immer genau wisst, wo ich bin? Die Maschinen wussten immer, wo er und die anderen hundertdreißig Mindtalker sich aufhielten, denn sie trugen etwas in sich, das Signale sandte und die ganze Zeit über zu ihnen sprach.
Adam schloss die Augen, schlief ein und träumte von ­einem Jungen, der im Regen über feuchten Sand lief, vorbei an Wellen, die seine flinken Füße zu erreichen versuchten.

 

2
Evelyn, seit zweiundzwanzig Tagen vierhundertneunzehn Jahre alt, stand in Nacht und Regen und fühlte sich dumm wie ein Kind. Der Scrambler schützte sie vor den Ortungs­signalen der Maschinen, konnte sie aber nicht vor einfacher visueller Entdeckung bewahren. Hinter einem Baum, tiefer im Innern des kleinen Waldes, duckte sie sich unter den im Wind rauschenden und knackenden Wipfeln in die Schatten, die rechte Hand so fest um den Scrambler geschlossen, als könnte er sie unsichtbar machen.
Sie hatte sich zu sehr auf das kleine Gerät verlassen, auf ­einen der vielen Tricks, über die die Gruppe verfügte und mit denen sie dem Cluster der Maschinen immer wieder ein Schnippchen schlug. Ein zweiter Scrambler befand sich an Bord der Kapsel, die in einer Senke auf sie wartete, etwa ­einen Kilometer entfernt. Evelyn hatte geglaubt, dass diese Vorsichtsmaßnahme ausreichte, und unter normalen Umständen wäre die Kontaktaufnahme mit dem greisen Mindtalker möglich gewesen. Wer hätte damit rechnen können, dass hier ein Avatar erschien, mit scharfen Maschinensinnen und der unermüdlichen Aufmerksamkeit des Clusters?
Der alte Mann im Mobilisator, der gebrechliche Greis, der doch viel jünger war als sie … Er hatte sie gesehen, für einen Moment nur, als sie unachtsam gewesen war. Aber die ­Augen des Avatars, seine visuellen Sensoren, waren nach vorn gerichtet gewesen. Er konnte sie nicht gesehen haben, und der Scrambler schützte sie auch vor seinen Signalen.
Blitze flackerten und erhellten die Nacht, rissen die Dunkelheit für einen Sekundenbruchteil fort, selbst hier unter den dichten Baumkronen. Evelyn wartete, den Rücken an ­einen Stamm gelehnt, die Beine angezogen, ihre Arme um die Knie geschlungen. Es war kalt, aber eine Zeit lang hätte sie die Kälte selbst nackt ertragen können, ohne das cremefarbene Gewand, das sich nun an sie schmiegte und sie wärmte. Wenn sie den niedrigen Temperaturen nicht zu lange ausgesetzt blieb, gab es nichts zu befürchten. Die Behandlung, die ihr vor dreihundertneunundachtzig Jahren, an ihrem dreißigsten Geburtstag, Unsterblichkeit geschenkt hatte, bewahrte ihren Körper nicht nur vor dem Altern, sondern auch vor Krankheiten.
Eine halbe Stunde verging, ohne dass ein Avatar erschien und sie fragte, was sie an diesem Ort zu suchen hatte. Als Evelyn zum Rand des Waldes zurückkehrte, waren die Kapsel des Mindtalkers und das Multifunktionsvehikel des Avatars verschwunden. Es erleichterte sie, dass die Maschinen sie nicht entdeckt hatten, aber sie war auch enttäuscht. Dies wäre eine gute Gelegenheit gewesen, mit dem Mindtalker zu sprechen und damit zu beginnen, sein Vertrauen zu gewinnen.
Sie machte kehrt und schritt durch den Regen, vorbei an den schwankenden, knarrenden Bäumen, bis sie die Senke erreichte, in der ihre Kapsel ruhte, im dunklen Modus, nur ein Schatten in der Nacht. Die Luke öffnete sich, als Evelyn vor ihr stehen blieb, und zwanzig Sekunden später saß sie im Pilotensessel.
Ein Rückschlag, tröstete sich Evelyn, als sie die Kapsel durch den Sturm steuerte. Mehr nicht. Sie kannte die Datensignatur des Lokalisators, den der Mindtalker in sich trug. Es sollte also ohne großen Aufwand möglich sein, ihn erneut zu finden und eine günstige Gelegenheit abzuwarten.


Blick ins Buch
War was?War was?

Die Krieg-der-Sterne-Parodie

Im Jahr 1977 drehte George Lucas den kleinen, aber nett gemeinten Science-Fiction-Streifen "Star Wars". Von Beginn an war klar, dass er nie ein großes Publikum finden würde - denn wer kann sich schon mit einer überschminkten Prinzessin, einem feigen Schmuggler, einem Riesenaffen und einem offensichtlich erkälteten Typen im schwarzen Taucherhelm identifizieren? »War Was?« erzählt nun endlich die wahre Geschichte um den Krieg der Sterne, um diesem fast vergessenen und zugleich kultigen Film doch noch die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die er verdient.

KAPiTEL 1
Unerfreuliche imperiale Gesellschaft

Raum. Weltraum. Dunkler, geheimnisvoller, lautloser Weltraum. Ein Planet in weiter Ferne. Vielleicht war er aber auch ganz nah und bloß ein sehr kleiner Planet. Jedenfalls wurde er von einem anderen Planeten in großer Nähe überragt. Aber vielleicht war der andere auch gar nicht so nah, sondern einfach nur riesig. Zwar stachen sie aus der beinahe uniformen Finsternis hervor, doch blieben sie dennoch absolut still.
Diese spezielle, weit, weit entfernte Galaxis unterschied sich erheblich von unserer eigenen. In unserem Weltraum ist es immer ruhig. In jener dagegen war es unglaublich laut. Alle Galaxien unterscheiden sich voneinander. Hielt man diese gegen den Großteil der anderen Galaxien, dann war das, als würde man eine Universitätsstadt mit einem verschlafenen Vorort vergleichen. Denn plötzlich hallte sie wider vom Lärm einer krassen Verfolgungsjagd und einer Schießerei in vollem Gange.
Mit heulenden Motoren rauschte Prinzessin Lallas Sternenschiff vorbei. Es war weiß gestrichen, so wie die meisten Raumschiffe sowohl der Rebellen als auch der Imperialen. In den ersten Tagen des Imperiums hatte man Raumschiffe noch in allen Farben bekommen, doch die wirtschaftliche Lage erlaubte das nicht länger. Nur die weiße Farbe war vor langer, langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis genauso billig wie heute auch noch. Das Vorbeirauschen des Sternen­schiffs wurde von einem schrecklichen »Zap! Zap! Zap!« begleitet, den Schüssen einer Blasterkanone ­eines anderen Raumschiffs, das Prinzessin Lalla verfolgte.
Das andere Raumschiff war unglaublich spitz und groß. Im Vergleich dazu wirkte Prinzessin Lallas Schiff, ein galaktischer Kreuzer, winzig. Würde man das spitzige Schiff von einem festen Punkt aus an sich vorbeifahren sehen, würde es den Eindruck machen, als höre es nicht mehr auf. Man könnte zwischendurch wegschauen, um ein paar SMS zu beantworten und ein niedliches Katzenvideo anzuschauen, und wenn man danach wieder hinsehen würde, würde es immer noch an einem vorbeifahren. An keinem der beiden Raumschiffe war eine Plakette oder irgendein Zeichen zu sehen, dem man hätte entnehmen können, ob es sich um Freund oder Feind handelte. Deshalb wurden höchst unzuverlässige Sensoren eingesetzt, um die Frage zu klären, ob man das Feuer eröffnen sollte oder nicht. Diese beiden Schiffe hatten bereits unter sich ausgemacht, dass sie Feinde waren, und das kleinere Schiff erwiderte das Feuer mit dem armseligen »Pü Pü Pü« seiner kleinen, wirkungslosen Blasterkanonen.
Schließlich wurde das Raumschiff der Prinzessin mit einem direkten Treffer mittschiffs zum Anhalten gezwungen. Allerdings kam es zu keinem plötzlichen Druckabfall. Da es sich um das Schiff einer Prinzessin handelte, war es sehr gut gebaut – so wie die Prinzessin selbst auch. Der galaktische Kreuzer hatte durch die Explosion zwar keinen Hüllenbruch erlitten, aber er war manövrierunfähig. Gleich darauf wurde er von dem viel größeren Schiff überholt. Das imperiale Impe­rium pflegte diesen Schiffstyp Sternenzerstörer zu nennen, obwohl er größer war als ein galaktischer Kreuzer. Der Grund dafür war, dass der technisch korrek­te Begriff »Sternenschlachtschiff« bei Kunden­befragungen schlecht abgeschnitten hatte und alt­modisch klang.
Drei Noids (einer davon war eigentlich gar kein Android, sondern bloß ein nichtmenschlicher Roboter, ein »Bot«) kauerten in einem Gang, während Rebellenkrieger in riesigen Helmen, Safariwesten und unpraktisch wirkenden Reiterstiefeln mit mächtigen Knarren an ihnen vorbeitrabten.
»Habt ihr das gehört?«, sagte der Noid.
»Bliep?«, fragte der Bot.
»Du weißt doch! Hast du den lauten Lärm gehört? Das Kawumm!«
»Tut.«
»Diesmal werden wir bestimmt vernichtet! Nicht wie sonst immer, wo wir nur beinahe vernichtet wurden! Wir sind verloren!«
»Ah-uhga!«
»Ja, mir ist schon klar, dass ich oft behaupte, dass wir verloren sind, aber diesmal meine ich es ernst. Was war das für ein Geräusch?«
»Boing?«
»Nein, nicht das Kawumm. Das mysteriöse Klappern!«
Der dritte Roboter war verschwunden. Später erzählten ein paar Roboter, dass er vom Imperium entführt worden wäre. Die Imperialen hätten ihn platt gemacht und ihm eine neue Aufgabe als Abdeckung einer Ausstiegsluke zugeteilt. Andere meinten, er ­wäre entkommen und zu einem langsamen und extrem erfolglosen Kopfgeldjäger geworden. Niemand wusste es genau, jedenfalls wurde er nie wieder in einem der Noid-Clubs gesehen und marschierte auch nicht mehr bei der alljährlichen Noid Pride Parade mit.

Das imperiale Sternenschiff ragte über der Szene auf und hievte seinen kleinen Feind mit einem mächtigen, aber lautlosen Traktorstrahl in einen schattigen Laderaum. Der Laderaum war gewaltig und anscheinend speziell für solche Situationen konzipiert. Es dauerte ewig, bis die gigantische Lagerhalle wieder unter Druck gesetzt war, nachdem das kleine Schiff an Bord und der imperiale Schutzschild wieder in Kraft war. Da der Imperator jedoch viele Anteile an der Firma besaß, die dem Imperium Sauerstoff verkaufte, sparte man nicht daran.
Die Rebellenkrieger lauschten angespannt dem Klappern und Klopfen, als wollten sie herausfinden, was der laute Nachbar über ihnen anstellte. Sie drückten sich in flache Türrahmen und hinter ihre Kameraden.
Eine Schottluke löste sich in Flammen und Funken auf. Imperiale Sturmtupper preschten herein. Niemand dachte daran, erst einmal Granaten hineinzuwerfen. Viele Soldaten fielen, da ihre Tupperrüstung sie nur vor Schüssen schützte, die beinahe daneben gingen. Die Rebellen starben erst recht in Scharen. Dabei flogen ihnen die überdimensionierten Helme vom Kopf und bildeten Stolperfallen für die Eindringlinge.
Der Noid und sein Botkumpel duckten sich in ­einen Durchgang, als in der aufgesprengten Luke ein bedrohlicher Kerl auftauchte. Er war von Kopf bis Fuß in schwarzen Taft gekleidet, weshalb man ihn kaum sah. Dafür hörte man ihn schon aus einer Meile Entfernung. Sein Atem klang, als schnarche jemand in ­eine leere Dose. Er blieb stehen und betrachtete ein paar tote Rebellen. Anscheinend überlegte er, ob er die Leichen mit seinen schwarzen Stiefeln anstupsen sollte. Leider blieb ihm dafür keine Zeit, und er ging weiter. Seine Männer marschierten mit klappernden Rüstungen hinter ihm her.

KAPiTEL 2
Rechtszwo-Linkszwos Mission
»Rechtszwo-Linkszwo, wo steckst du?«, sagte Zeter-Mordio, der Noid, der sich nervös nach dem Bot und den Sturmtuppern umschaute. Dann bemerkte er eine gutaussehende Frau, die eine Kreditkarte in den Bot steckte. In den Augen eines Noids wirkte das erlesene Kleid der Frau im vom Rauch der schwelenden Einschüsse gedämpften rosafarbenen Licht der Notleuchten wie ein Postkartenmotiv. Die Frau wartete einen Moment. Dann, ohne Bargeld oder eine Quittung zu entnehmen, drehte sie sich um und ging davon.
Auf einem leichten Diagonalkurs rollte der Bot auf Zeter-Mordio zu. Er prallte gegen ein Schott, bevor er seinen Kurs korrigierte. Schließlich kam er neben dem Noid zum Stehen.
»Endlich, da bist du ja!«, sagte Zeter-Mordio.
»Hup hup«, sagte der Bot.
»Vergiss es. Die Sturmtupper kommen direkt auf uns zu! Sie werden uns in die Gewürzminen von Ostmann schicken und zu Laserdisc-Spielen verschrotten! Wo gehst du hin?«
»Klack klack klack pling!«
Die gutaussehende Frau, die gerade neuen Lippenstift aufgetragen hatte, beugte sich aus einer Nische heraus, warf Rechtszwo-Linkszwo einen Blick zu und verschwand wieder in der Nische.

Unter strenger Bewachung wurde eine Gruppe gefangener Rebellen und unglücklicher Bots durch einen Gang geführt. Bald würden sie für einen Mindestlohn ohne Zuschüsse für das Imperium arbeiten. Ein Sturmtupper trat aus der Reihe und in ein Konferenzzimmer, in dem der womöglich an Asthma leidende Kerl in Schwarz mit einem Rebellenoffizier gerade ein Entlassungsgespräch führte.
»Die Pläne vom Todescenter sind nicht im Computer«, meldete der Sturmtupper.
»Wo sind die Pläne? (Keuch.) Deine Abfindung steht auf dem Spiel!«, fragte der Mann in Schwarz den Rebellen.
»Ich kann nicht antworten, solange Sie mich würgen! Das ist die nutzloseste Befragung, die ich je erlebt habe!«, sagte der Rebellenoffizier. Sein Mund bewegte sich weiter, aber es kamen keine Worte mehr heraus.
»Ich glaube, er möchte uns sagen, dass dies ein Schiff der Konsular-Klasse ist und sich auf einer diplomatischen Mission befindet«, sagte ein Sturmtupper.
Der Rebell nickte.
»Wenn das hier ein Konsularschiff ist, wo ist dann der Botschafter?«, fragte der Kerl in Schwarz. Er zerquetschte die Kehle des Rebellen wie eine Bierdose und schleuderte ihn zu Boden, wie er es auch mit ­einer Bierdose machen würde. Er gab sich nicht die Mühe, Müll zu trennen oder ihn auch nur in die dafür vorgesehenen Behälter zu entsorgen. Er war böse. Falls sein Verhalten das nicht schon deutlich machte, dann auf jeden Fall sein schwarzer Mantel und die totenschädelartige Maske.
»Commander, nehmen Sie das Schiff auseinander, bis Sie die Pläne haben, und bringen Sie mir die Pas­sagiere. Lebend! Und besorgen Sie mir einen galak­tischen Kaffee!«

Überall suchten die Sturmtupper nach Passagieren und sahen sogar in Ecken nach, in denen sich kaum ein Welpe hätte verstecken können. Zum Glück fanden sie keine Welpen, wohl aber die gutaussehende Passagierin mit dem frischen Lippenstift. Allerdings versteckte die sich streng genommen gar nicht, sondern sie legte ihnen einen Hinterhalt.
»Da ist eine. Betäubungsschuss!« Sie folgten gehorsam dem Befehl, die Passagiere »lebend« zu fangen. Die Pistole jedoch, mit der diese Passagierin bewaffnet war, sah funktionstüchtig aus und besaß genauso wenig eine Betäubungsfunktion, wie sie bügelfrei war. Die Frau schoss, bevor einer der Berufssoldaten der Sturmtupper auch nur die Waffe heben konnte. Das Geschoss durchdrang das billige, vom Staat finan­zierte Tupper des ersten Stürmers und tötete ihn. Sein Kamerad stieg über die Leiche hinweg und eröffnete das Feuer.
Weder zuvor noch danach wurde in der gesamten Geschichte des Galaktischen Imperiums außer in diesem einen Fall je eine Waffe, welcher Bauart auch immer, auf Betäuben gestellt. Die Schreibtischtäter des Imperiums vertraten nämlich ausnahmslos die Meinung, dass die Betäubungsfunktion eine »Funktion ohne Nutzen« sei. Indem man herkömmliche Blasterwaffen jedoch mit diesem Gimmick ausrüstete, ließ sich viel Geld machen, weshalb alle Waffen diese Funktion besaßen, auch wenn sie nie verwendet wurde. Es war erstaunlich, dass sich überhaupt ein Sturmtupper an die Funktion erinnerte. Nun, diese Sturmtupper jedenfalls erinnerten sich, und einer von ihnen schoss. Noch erstaunlicher war, dass die Funktion funktionierte.
Der sich ausbreitende Kreis aus blauer Energie erzeugte ein verblüffendes »Zapzarap«-Geräusch und warf die Passagierin um. Sie war bewusstlos.
»Der fehlt nichts. Sagt Lord Mieder, dass wir eine Gefangene haben.« Der Soldat hoffte tatsächlich, dass der Gefangenen nichts fehlte und sie nicht wegen ­eines Konstruktionsfehlers oder eines Defekts getötet worden war. Er wollte kein Entlassungsgespräch über sich ergehen lassen müssen.

»Halt, da darfst du nicht rein!«, sagte Zeter-Mordio, als er Rechtszwo-Linkszwo endlich eingeholt hatte. »Auf diesen Rettungskapseln steht klar und deutlich: ›Nutzung durch Noids, intelligente Wartungsgeräte und Fahrgäste der dritten Klasse verboten!‹«
»Ding dong«, sagte der Bot.
»Nun! Ich, niemals!«
»Boing.«
»Geheimauftrag? Was für Pläne? Wovon redest du? Da gehe ich nicht rein. Komm schon, ergeben wir uns. Je eher sie uns in der Schrottpresse in Spielplatzgeräte verwandeln, desto eher haben wir es hinter uns.«
Hinter ihm ging ein Blastergeschoss in die Luft. Irgend­ein Sturmtupper feuerte einfach so, ohne die Betäubungsfunktion einzustellen. Und ohne Gefangene machen zu wollen.
»Das wird mir noch leid tun«, jammerte Zeter-Mordio, als er sich in die Rettungskapsel zwängte. Hinter ihm schloss sich krachend die Luke, und die Kapsel schwirrte davon.
Ein Schütze auf dem nächstgelegenen Geschützturm des imperialen Sternenschiffs bemerkte die ­Kapsel. »Schon wieder so ein Ding. Sollen wir es abknallen wie die anderen Rettungskapseln? Bin ich froh, dass wir nicht darauf achten müssen, Gefangene zu machen!«
Der befehlshabende Offizier gab eine sonderbare Order. »Feuer einstellen. Da ist kein Lebewesen an Bord. Schließlich bin ich ein Offizier des Imperiums und kein schießwütiger Sturmtupper.« Hätten die Sensoren einen Noid geortet, hätte der Offizier vielleicht einen anderen Befehl gegeben. Aber er wollte sich den Papierkram sparen, der mit dem Abschuss einer Blasterkanone ohne stichhaltigen Anlass verbunden war. Außerdem hatte er noch nie etwas von Flaschenpost gehört.
»Hat sicher einen Kurzschluss gehabt. Lausige Rebellenmechaniker. Die sind bloß gut im Spionieren, Schmuggeln und Dinge-in-die-Luft-Jagen, aber was Vernünftiges bauen können die nicht. Wieder ein Beispiel dafür, weshalb die Rebellen nie gewinnen werden.« Die Geschützmannschaft nickte, aber die Soldaten wünschten sich, sie hätten geschossen. Dann wäre der Tag schneller vergangen. Und der Lauf der galak­tischen Geschichte hätte sich verändert.
Im Innern der Kapsel sagte Zeter-Mordio: »Von hier draußen betrachtet wirkt das imperiale Sternenschiff noch viel beeindruckender. Was für ein unglaublicher Anblick!«
Rotierend stürzte die Kapsel auf den näheren von zwei Planeten herab. »Bist du sicher, dass dieser Planet kein Gasriese ist?«

Kommentare

1. Große Freude
Geschäftsführung am 23.04.2015

Die Science fiction - Fans werden sich über Ihre Entscheidung sehr freuen. Gute Sciencefiction - Romane sind in Deutschland
bisher Mangelware. Viel Erfolg!!!

2. Mutige und richtige Entscheidung
Torsten am 12.05.2015

Glückwunsch zu dieser Unternehmensentscheidung. Science Fiction boomt in den letzten Jahren in TV und (wieder) im Kino.
Warum nicht auch wieder mehr im Buchbereich!
Ich wünsche jedenfalls schon mal viel Erfolg!!

3. Schön!
vertygo am 01.08.2015

Das freut mich, und es wäre schön, wenn man auch bei den Übersetzungen gründlich arbeitet, ansprechende Titel und Cover wählt. ..

4. Der Abgrund jenseits der Träume Peter F Hamilton
Paul-Werner Heinrichs am 18.08.2015

Super!!!
Ich bin seit 50 Jahren begeisterter SF_Leser .Fing mit PerryRhodan an und ( grins)dauert noch an.Hoffe auf viele neue Romane..und fragt auch mal bei...Richard Morgan,-Neal Asher und Gavin Smith an.....
Also gutes...gelingen....einen treuen Leser habt ihr schon!!!

5. Endlich mal wieder ein großer SF-Neustart in Deutschland
Reinhold Herrmann am 11.10.2015

Gratuliere mit diesem Neuanfang und das mit DEM Knaller schlechthin. Peter F. Hamilton ist ein Schwergewicht und seine Commenwealth-Serie ist ein Monument, ich kann gar nicht glauben, dass das eine Fortführung der Saga sein soll.
Es wäre schön gewesen, wenn der Hinweis auf den Orginalroman und -Verlag aufgeführt worden wäre, so weiß kein potentieller Käufer, ob er eine deutsche Orginalausgabe in den Händen hält oder eine Bastei-Neuasgabe eines alten Titels.
Ansonste freue ich mich auf die Bücher, aber dieser Schönheitsfehler sollte abgestellt werden...

6. Originalausgabe
Piper Verlag am 12.10.2015

Lieber Herr Herrmann,

vielen Dank für die netten Worte. Ihr Hinweis, dass man den Titel und Verlag der Originalausgabe nennen sollte, ist notiert und wird an die entsprechende Stelle im Haus weitergeleitet.
Herzliche Grüße aus dem Piper Verlag

7. Schriftbild
Swen am 21.10.2015

Schade! Die Formatierung ihrer E-Books in Flattersatz ist leider für jeden Leser mit einem vernünftigen E-Book-Reader ein K.-o.-Kriterium und da fallen wohl Brandhorst und Hamilton in Zukunft für mich weg. Zu Heynes Zeiten war das alles noch in Ordnung.

S. H.

8. Formatierung
Piper Verlag am 27.10.2015

Lieber Swen,

vielen Dank für die Information, wir werden das an die Zuständigen weitergeben.

Herzliche Grüße aus dem Piper Verlag

9. Stapledon -Die Letzten und die Ersten Menschen
Michael Möller-Wilkens am 05.02.2016

Endlich, endlich in schöner Ausstattung ein Klassiker aus der Hochzeit der englischen und amerikanischen Science Fiction. Ich hoffe sehr, dass Sie auch in naher Zukunft weitere "alte" Titel wieder auflegen werden... Dort gibt es oft Besseres und Aktuelleres zu entdecken, als das was uns von heutigen SF-Autoren als neu verkauft werden will...
Weiter so. Stapledon ist ein sehr guter Anfang.

Kommentieren Sie diesen Beitrag:

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtangaben und müssen ausgefüllt werden.