Schreiben & Reisen: FAQs an den Reiseblogger Christoph Rehage
Lieferung innerhalb 1-3 Werktage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Kostenloser Versand*

Montag, 21. Juli 2014 von Christoph Rehage


Schreiben & Reisen: FAQs an den Reiseblogger Christoph Rehage

10 Millionen Zuschauer verfolgten Christoph Rehages Videos über seinen Weg zu Fuß durch China auf YouTube und Vimeo. Sein Buch erzählt die ganze Geschichte und wurde mit dem renommierten ITB BookAward und dem Globetrotter Reisebuchpreis ausgezeichnet. Hier beantwortet er die wichtigsten Fragen seiner Leser

Wann hast du deine Reise begonnen?

Am 9. November 2007. Das war mein 26. Geburtstag.

Wie bist du auf die Idee für diesen Trip gekommen? Zu Fuß durch China?

Die Idee, von Beijing nach Hause zu laufen, kam mir, als ich an der BFA (Beijing Film Academy) studierte. Im Sommer 2003 bin ich schon mal von Paris nach Hause, nach Norddeutschland, gegangen. Für diese 800 km habe ich weniger als einen Monat gebraucht. Die Wanderung war einzigartig. Ich erinnere mich noch, wie ich damals auf der Straße unterwegs war und überlegte: Wo werde ich heute Nacht schlafen? Was werde ich essen? Es gab keine metaphysischen  Fragen, keine großen Sorgen, die mich beschäftigten. Es gab nur noch praktische Probleme und die Aufgabe, sie zu lösen. Es fühlte sich gut an und vor allem bedeutungsvoll.

Gibt es noch andere Dinge, die dieses Erlebnis so toll machen?

Ich liebe es, zu Fuß unterwegs zu sein, weil man dann alles viel direkter erlebt. Ich erinnere mich nicht nur besser an die Strecke, sondern ich habe auch das Gefühl,  wirklich dort sein zu dürfen. Wenn ich einen Ort mit dem Zug bereise, bin ich ein Tourist ; mache ich das Gleiche zu Fuß, gehört der Ort auf einmal mir. Wir gehören zueinander, ich fühle mich nicht mehr wie ein Außerirdischer. 
Ich mag dieses Gefühl. Am schlimmsten sind meiner Meinung nach Busse. Ich hasse sie, weil ich zu groß bin, um es bequem zu haben, und man kann nicht einmal ein Buch lesen, ohne dass einem übel wird.

Hat das Ganze irgendeine spirituelle Bedeutung für dich?

Nein. Der eine mag es, in Gedanken zu reisen, während der andere den Drang verspürt, wirklich unterwegs zu sein. Aber am Ende ist es immer nur eine Reise.

Wann war der Trip zu Ende?

Am 25. Oktober 2008. Da entschied ich anzuhalten.

Warum hast du aufgehört?

Ich wollte mein Leben zurückhaben. Ich musste die Kontrolle über mich wiedererlangen und die innere Stimme, die mir ständig Anweisungen gab, ausschalten. Viele Leute schauen sich mein Video an und sagen „Ich will frei sein,  so wie dieser Typ!“ Aber sie erkennen nicht, dass ich von etwas angetrieben wurde, und vielleicht hatte ich damals die Kontrolle darüber verloren.

Wie viele Kilometer bist du insgesamt gelaufen?

Insgesamt 4646km.

Wie viele Stunden bist du am Tag gelaufen?

Das kommt darauf an. Manchmal mehr, manchmal weniger. Man kann 5 km in einer Stunde schaffen. Für mich war es am besten, so zwischen 20 und 30 km am Tag zu laufen. Das heißt, dass ich 4 bis 6 Stunden unterwegs sein musste. Ein paar Pausen für Fotos, essen, rasten, pinkeln, sich mit Leuten unterhalten, über den Weg nachdenken, etc. Ich war also die meiste Zeit unterwegs.

Bist du wirklich den kompletten Weg zu Fuß gegangen?

Ja. Wobei, es gab einen Abschnitt, da musste ich ein paar Minuten mit dem Fahrrad meines Bruders fahren.

Was war für dich der schönste Ort auf der Reise?

Ich denke, das war das tibetische Hochland mit den berühmten weißen Yaks.

Welche Hindernisse /Schwierigkeiten musstest du überwinden?

Meine Angst. Die spielte ganz schön mit rein. Natürlich habe ich mir vor der Wanderung über alles Mögliche Sorgen gemacht. Und dann war da noch die Tatsache, dass meine Familie gegen diese ganze Unternehmung war. Ihnen gefiel mein Entschluss, durch China zu laufen, überhaupt nicht. Aber ich hatte das Gefühl, dass ich auf meine innere Stimme hören musste. Sie trug mir auf loszugehen, also tat ich das.

Was hat dich angetrieben?

Ich weiß nicht genau, was es war. Manchmal meldet sich plötzlich eine innere Stimme, die dir sagt, was du tun musst. Und ja, ich dachte manchmal darüber nach, irgendwo im Hinterkopf, ob ich mich nicht einfach selbst quälte. Aber dann bin ich einfach weitergegangen.

Was war für dich die größte Überraschung während dieser Reise?

Zu begreifen, dass man nicht frei ist, nur weil man durch das Land zieht. Viele Leute schauen sich mein Video an und denken „Hey, der Typ kann machen, was er will!“ Aber in Wirklichkeit hatte ich mich dem immer Weitergehen verschrieben. Das war alles, was ich machen konnte.


Mehr Fragen beantwortet Christoph Rehage in seinem Blog.


Kommentare

Kommentieren Sie diesen Beitrag:

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtangaben und müssen ausgefüllt werden.