Polizeireporter - Spurensuche auf eigene Gefahr
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Dienstag, 11. März 2014 von Piper Verlag


Polizeireporter - Spurensuche auf eigene Gefahr

Als Polizeireporter eilt Michael Behrendt (45) von Tatort zu Tatort. Der Berliner Großstadtdschungel ist sein Revier. Sein Job ist es, Informationen über Verbrechen zu sammeln und diese interessant und wahrheitsgetreu für die Zeitung aufzuarbeiten. In seinem Buch gibt der Journalist Einblicke in seine aufregende und oft belastende Arbeit.
 

Herr Behrendt, Sie berichten seit Jahren über Verbrechen im In und Ausland. Warum haben Sie sich entschlossen, Ihre Erlebnisse als Polizeireporter in einem Buch niederzuschreiben?

Der Anstoß kam von einem Krimiautoren, der mir nach gemeinsamen Gesprächen riet, meine Erlebnisse aufzuschreiben. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, Leute mit einem Buch über mein Leben zu langweilen.

Als langweilig kann man Ihr Leben ja nicht bezeichnen.

Fast drei Jahrzehnte Berichte über Gewalt, Mord, Totschlag, Raub, Geheimdienstverstrickungen, Vergewaltigung, Kinderhandel usw. – da kommt schon was zusammen.

In 27 Kapiteln gehen Sie auf verschiedene Verbrechen und Erlebnisse ein. Wonach haben Sie die Themen ausgewählt?

Ich habe mich gefragt, was für andere interessant sein könnte, die nicht so ein Leben führen wie ich.

Zum Beispiel?

Es gibt vieles, das mir stark im Gedächtnis geblieben ist. Etwa meine Recherchen zu den Unruhen im Vorfeld der Parlamentswahlen in Südafrika 1994. Oder die Woche, in der wir Arafat in Palästina bei seinen Terminen begleiten durften. Die junge Prostituierte, die uns in der Redaktion anrief und um Hilfe anflehte. Dann natürlich noch Ereignisse mit Terroristen, Rockern und dem SEK.

Viele Leute glauben, Polizeireportern gehe es bei ihrer Arbeit nur um die Präsentation grausamer Details. Was sagen Sie dazu?

Es gibt leider Kollegen, die pietätlos arbeiten und am Tatort grausame Details fotografieren. Leider ist zu wenig bekannt, dass sehr viele von uns intensiv recherchieren, sich an Fakten halten, ordentliche journalistische Arbeit leisten. Deshalb war es mir besonders wichtig, mit dem Buch deutlich zu machen, dass es unterschiedliche Typen von Polizeireportern gibt und dass unsere Arbeit wichtig ist.

Wie meinen Sie das?

Manche Verbrechen sind der Polizei nur eine Meldung wert. Wir recherchieren oftmals tiefer und können dazu beitragen, die Hintergründe genauer zu beleuchten, so dass etwa die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnimmt.

Wie läuft Ihr Arbeitstag in der Regel ab?

Auf dem Weg zur Arbeit bekomme ich die ersten Mails und Nachrichten zu aktuellen Ereignissen in der Stadt. Die sortiere ich mit meinen Kollegen in der Redaktion und überlege, was die Meldung des Tages sein könnte. Und dann fahren wir raus und recherchieren.

Was macht für Sie den Reiz Ihres Berufes aus?

Den Tätern eines Verbrechens auf der Spur zu sein. Geheimdienstverstrickungen an den Tag zu bringen. Auch Auslandsrecherchen sind für mich immer noch ein Highlight. Ich habe immer für meinen Job gebrannt.

Welche Rolle spielen dabei Informanten?

Man muss sich einen Ruf als guter Journalist erarbeiten. Ein gutes Informantennetzwerk aufzubauen, dauert Jahre. Die besten Informanten sind Freunde, denn sie wollen einem nicht schaden.

In Ihrem Buch gehen Sie auch auf Kinderhandel ein. Wie gehen Sie als Familienvater mitdiesem Thema um?

Verbrechen an Kindern nehmen mich besonders mit. Als Vater von vier kleinen Jungs projiziere ich unwahrscheinlich viel auf mein eigenes Leben. Und das hat auch Spuren hinterlassen.

Erklären Sie das bitte.

Ich schätze viele Situationen ganz anders ein als zum Beispiel meine Frau. Sind wir mit unseren Kinder nauf dem Spielplatz und sehe ich dort einen Mann, der dem Anschein nach allein ist, spannt sich mein Körper an und meine Augen verengen sich. „Warte doch erstmal ab, vielleicht ist sein Kind gerade auf der Rutsche“, sagt meine Frau dann. Ich habe über die Jahre ein anderes Gefühl für Gefahr entwickelt. Als ich jung war, habe ich mir über vieles keine Gedanken gemacht und bin auch bewusst Risiken eingegangen. Heute weiß ich, wie kostbar Leben ist.

Haben Sie als Polizeireporter oft Todesangst?

Sicher. Zum Beispiel jedes Jahrbei den Ausschreitungen am 1. Mai in Berlin. Ich trage ja keinen Schutzhelm:Trifft mich ein Pflasterstein am Kopf, kann dies tödlich enden.

Wie schaffen Sie es, nach einem harten Arbeitstag zu entspannen? 

Ich habe gelernt, mich mit den Erlebnissen, die meine Arbeit mit sich bringen, auseinanderzusetzen. Trotzdem gibt es Tage, an denen ich spät abends auf dem Heimweg ein paar Ausfahrten weiter fahre, als ich es müsste. Bin ich dann zu Hause, genieße ich die Ruhe und Geborgenheit in meiner Familie.

Können Sie das alles allein verarbeiten?

Ich würde nie zum Psychologen gehen, wenn Sie das meinen. Ich glaube, ich habe ganz viele Sachen tief in meinem Inneren vergraben. Ich möchte nicht, dass die jemand hervorholt. Dafür spreche ich viel mit Freunden, die einen ähnlichen Job haben wie ich. Das hilft.

Sie schreiben, Gewalt und Gefahr gehören zu Ihrem Alltag.Können Sie sich ein anderes Leben vorstellen?

Auf jeden Fall! Mein Traum ist es, mit meiner Familie in naher Zukunft nach Neuseeland auszuwandern und Krimis zu schreiben. Glauben Sie mir: Meine Erlebnisse bieten Stoff für einige spannende Bücher!


Vertuscht, verraten, im Stich gelassen

Ein Polizeireporter deckt auf

Ob Geiselnahme, Bankraub oder Amoklauf: Es gibt kaum ein Verbrechen, über das Michael Behrendt noch nicht berichtet hat. Oft ist er bereits vor der Polizei am Tatort und konnte schon so manches Mal zur Aufklärung eines Falles beitragen. In seinem Buch erzählt er von besonders erschreckenden Verbrechen, aber er zeigt auch den Polizeialltag auf den Straßen. Dabei enthüllt er unbekannte Hintergründe einiger spektakulärer Fälle und erlaubt einen tiefen Einblick in den nervenaufreibenden Job eines Polizeireporters.
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Kommentare

1.
Renate Wallenstein am 28.07.2014

Sehr geehrter Herr Berendt

Ich habe Ihr Buch gelesen. Es ist sehr spannend.
Auf Seite 238 kamen mir die Tränen.
Ich bin sprachlos vor Entsetzen und sehe die Augen dieses kleinen Mädchens vor mir.
Ich wünsche Ihnen immer gute Freunde die zuhören.
Und den Kindern???

Liebe Grüße, Renate Wallenstein

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