Hoffnungsvoll düster, schrecklich zart und tragisch schön

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

 

 


"Ich habe beim Lesen von Das Licht der letzten Tage zweimal meine U-Bahn-Station verpasst, so gefesselt war ich." Kerstin H.



Leseprobe

Teil 1

 

DAS THEATER

 1

 

Der König stand schwankend in einer Lache aus blauem Licht. Es war der 4. Akt von König Lear, an einem Winterabend im Elgin Theatre in Toronto. Zuvor, während das Publikum in den Saal kam und seine Plätze einnahm, hatten drei Mädchen auf der Bühne ein Klatsch-Spiel gespielt, kindliche Versionen von Lears Töchtern, und jetzt kehrten sie in der Wahnsinnsszene als Halluzinationen zurück. Der König stolperte umher und versuchte sie festzuhalten, während sie in den Schatten hierhin und dorthin huschten. Er hieß Arthur Leander. Er war einundfünfzig und trug Blumen im Haar.

»Kennst du mich wohl?«, fragte der Schauspieler, der den Gloucester spielte.

»Ich erinnere mich deiner Augen recht gut«, sagte Arthur, abgelenkt von der kindlichen Version der Cordelia, und genau in diesem Moment geschah es. Auf einmal veränderte sich sein Gesichtsausdruck, er stolperte, er wollte Halt an einer Säule suchen, verschätzte sich aber im Abstand und schlug sich schmerzhaft die Hand an.

»Vom Gürtel nieder sind’s Centauren«, sagte er. Ganz abgesehen davon, dass es die falsche Zeile war, brachte er sie auch noch seltsam gepresst vor, mit kaum hörbarer Stimme. Er drückte sich die Hand an die Brust wie einen verletzten Vogel. Der Schauspieler, der den Edgar spielte, beobachtete ihn scharf. In diesem Moment bestand immer die Möglichkeit, dass Arthur schauspielerte, aber in der ersten Reihe hinter dem Orchester stand gerade ein Mann auf, der eine Sanitäterausbildung hatte. Seine Freundin zog ihn am Ärmel und zischte: »Jeevan! Was machst du denn?« Jeevan wusste es selbst nicht so recht, und aus den Reihen hinter ihm raunte man ihm zu, er möge sich doch wieder hinsetzen. Ein Platzanweiser steuerte auf ihn zu. Auf der Bühne begann Schnee zu fallen.

 

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»Das Licht der letzten Tage« von Emily St. John Mandel wurde im Rahmen von »Das Beste aus 2015« von iBooks als Bester Sci-Fi Roman gekürt.


Wenn die Welt untergeht ...

... was würden Sie vermissen? Emily St. John Mandel, die Autorin von »Das Licht der letzten Tage« hat uns diese Frage beantwortet.

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Selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit ...

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Ein hoffnungsvoll düsterer, schrecklich zarter und tragisch schöner Roman.

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Rowan Coleman verrät uns, was sie zu »Einfach unvergesslich« inspirierte.

»Ich finde es beängstigend und faszinierend zugleich, wie stark Krankheit und Erkrankungen des Gehirns unsere Persönlichkeit, unsere Erinnerungen, unser Menschsein beeinflussen können.«

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