Jane Lythell über die zwei weiblichen Hauptfiguren aus „Denn du gehörst mir“
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Montag, 24. November 2014 von


Absolute Gegensätze: Jane Lythell über die zwei weiblichen Hauptfiguren aus „Denn du gehörst mir“

Die Autorin spricht über die Gegensätzlichkeit ihrer beiden Hauptfiguren Heja und Kathy, deren Weiterentwicklung während des Schreibprozesses sowie ihre persönliche Vorliebe zu bösen Charakteren

Ich war mit meiner Tochter im Urlaub in Portugal – nach einigen schwierigen Wochen in der Arbeit. Eine Kollegin hatte mich auf eine Art und Weise behandelt, die mir schwer zugesetzt und mich traurig gemacht hat, und ich brauchte dringend eine Auszeit in der Sonne. Nach ein paar Tagen begann ich mich zu entspannen und als ich im Hotelpool schwimmen war, tauchte plötzlich eine Szene vollkommen ausgestaltet in meinem Kopf auf. Darin sprach eine Frau mit enormer Boshaftigkeit über eine andere Frau, die ein perfektes Leben zu führen schien. Ich bin sofort aus dem Pool gestiegen, habe mein Notizbuch geholt und die Szene aufgeschrieben, die dann der Anfang von „Denn du gehörst mir“ wurde.
Der Roman handelt also von zwei Frauen, die Arbeitskolleginnen sind. Heja empfindet eine tiefe Feindseligkeit gegenüber Kathy, kann das aber gut verbergen. Kathy ist mit ihrem Baby, ihrem Mann und ihrer Beförderung zu beschäftigt, um sich einer Bedrohung durch ihre Kollegin bewusst zu sein. Ich musste herausfinden, warum diese Frau so feindselig war. Was könnte der Grund für solch einen Hass sein? Vielleicht könnte eine schwere psychische Störung der Auslöser sein?
„Denn du gehörst mir“ wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Frauen erzählt. Sie mussten sehr unterschiedlich sein und auch ihre Erzählstimmen mussten sich klar voneinander unterscheiden. Kathy hat einen netten, bodenständigen Vater aus England und eine lebhafte katholische Mutter aus Portugal, das heißt sie hat einen Einfluss aus dem warmen Süden. Heja kommt aus Finnland. Sie ist wunderschön, schlau und kühl und war eine bekannte Nachrichtensprecherin in Finnland. Mir gefiel dieser geographische Kontrast zwischen Norden und Süden, der die Ungleichheit dieser beiden Frauen hervorhebt.
Kathy kann ihre Emotionen nicht verbergen. Ich stelle das anhand ihres Körpers dar, der häufig Flüssigkeiten verliert: Ihre Brüste verlieren Milch, ihre Hose ist durch ihre Menstruation blutbefleckt, sie schwitzt viel und weint oft, wenn sie gestresst ist. Sie liebt Essen, Kochen, Sex und Wärme von ihren Freunden und Liebhabern. Sie ist klug, leidet aber unter Selbstzweifeln, sowohl was ihr Aussehen betrifft als auch ihre Fähigkeit, den neuen Job als Redakteurin einer Zeitschrift gut zu meistern. Sie war in einen Mann verliebt, der zu viel getrunken hat, und das hat sie verletzt.
Heja hat gute Gründe für ihre Wut. Sie versteckt ihren Verdruss zwar, doch er beeinflusst all ihre Gedanken und Handlungen. Trotzdem hat sie sich immer unter Kontrolle. Sie würde niemals Schweiß- oder Blutflecken haben oder weinen.  Ihren Kontrollzwang sieht man an der Art und Weise, wie sie ihr Haar trägt, wie sie sich in makellosem weißem und hellblauem Leinen kleidet und an ihrem geschmackvollen, minimalistisch eingerichteten Loft mit Blick über die Themse. Ich gebe zu, ich habe eine Vorliebe für böse Charaktere. Ich habe die böse Fee Malefiz aus Walt Disney’s „Dornröschen“ immer bewundert, wie clever, mächtig und boshaft sie war.
Trotz aller Unterschiede haben Heja und Kathy ein paar Dinge gemeinsam. Zum einen sind beide Einzelkinder. Kathy hat eine enge Beziehung zu ihrer Mutter, auch wenn ihre Mutter dazu neigt, sie zu bevormunden. Heja hat nie eine echte Verbindung zu ihrer Mutter aufgebaut. Sie hat sich immer nach ihrer Zuneigung und Anerkennung gesehnt, aber sie weiß jetzt, dass sich dieser Wunsch nie erfüllen wird und nennt ihre Mutter beim Vornamen. Sie hat dagegen eine tiefe Bindung zu ihrem Vater. Beide Mütter haben die Entwicklung ihrer Töchter stark beeinflusst. 
Die andere Gemeinsamkeit der beiden Frauen zeigt sich, je weiter sich die Geschichte entwickelt, das werde ich aber hier nicht verraten.
Es hat mir viel Spaß gemacht, diese beiden Figuren zu erfinden, zu beschreiben, wo sie leben, welche Kleidung sie tragen und welche Essgewohnheiten sie haben. Sie sind während des Schreibprozesses gewachsen und haben sich weiterentwickelt. Es hat mich vor allem gereizt zu sehen, ob ich es schaffe, Sympathie für eine Frau zu erzeugen, die versucht eine andere Frau zu vernichten.

Jane Lythell


Denn du gehörst mir

Roman

Kathy hat gerade einen gesunden Jungen bekommen und lebt glücklich verheiratet in London. Ihr Job als Redaktionsleiterin ist anstrengend, aber erfüllend. Ein Leben wie im Bilderbuch. Wenn da nicht ihre Kollegin Heja wäre, die mehr über Kathy weiß, als es zunächst den Anschein hat. Schritt für Schritt, und von Kathy völlig unbemerkt, beginnt sie, sich in deren Leben zu schleichen. Und je tiefer sich Heja in Kathys intimste Ängste gräbt, desto klarer wird, worauf sie es eigentlich abgesehen hat ...
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