Interview mit Lucy Hounsom
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Die Fantasy Autorin Lucy Hounsom

über das Schreiben, die Buchbranche und den »Duft der Geschichten«

Donnerstag, 21. Mai 2015 von Piper Verlag


Lucy Hounsom im Interview mit Alicia Cole (Black Fox Literary Magazine)

vom 14. November 2014


Neben ihrer Arbeit als Fantasy-Autorin arbeitet Lucy Hounsom als Buchhändlerin für Waterstone. Sie machte ihren Bachelor in Englisch & Kreativem Schreiben (Universität London), um danach 2010 mit dem Master in Kreativem Schreiben  abzuschließen. Sie lebt in Devon (UK) am Meer – mit zwei Katzen (die wirklich kleine Teufel sind) und einem Schlafzimmer voller Geschichten. Sie liebt es, in der Brandung spazieren zu gehen, ihre eigene Bibliothek zu pflegen und Klavier zu spielen. Naris ist ihr Debüt-Roman und das erste Buch der Trilogie um Die Legenden von Mond und Sonne, das im Mai 2015 veröffentlicht wird.

BF: Wie entstand dein erster Roman, Naris?

LH: Ich hatte den Einfall zu Naris als ich 17 war und unglaublich viel epische Fantasy-Literatur gelesen habe – Das Rad der Zeit, Das Schwert der Wahrheit, Shannara etc. Diese frühen epischen Werke werden heutzutage von den Kritikern oft abwertend betrachtet, aber sie hatten einen starken Einfluss auf mich, als ich ein Teenager war, und füllten meinen Kopf mit zahlreichen Möglichkeiten. Ich wollte eine mitreißende Geschichte schreiben – erzählt aus der Perspektive von Charakteren, die die Leser lieben konnten. Ich wusste, es sollte eine Trilogie werden und eine Liebeserklärung an die Bücher, die mir durch ein paar harte Jahre geholfen hatten. Nach einigen Kapiteln legte ich die Geschichte, die später zu Naris wurde, zur Seite und nahm sie erst wieder zur Hand, als ich ein Projekt für meinen Master in Kreativem Schreiben benötigte. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon eine viel bessere Schriftstellerin – auch wenn ich noch eine Menge über dieses Handwerk lernen muss – und ich fühlte mich endlich so, als könnte ich der Idee gerecht werden. Während ich nun hoffe, eine Geschichte geschrieben zu haben, die die Fantasie der Leser beflügelt, so hoffe ich auch, dass ich den Idealen des Mädchens treu geblieben bin, das Fantasy geliebt hat und das seine eigenen Geschichten mit der Welt teilen wollte.

BF: Hast du irgendwelche Fortsetzungs- oder Folgeromane im Kopf?

LH: Naris ist der erste Roman einer Trilogie namens Die Legenden von Mond und Sonne. Ich arbeite zurzeit am zweiten Band.

BF: Wie hast du dafür trainiert?

LH: Es ist lustig, über das Schreiben im Sinne von Training nachzudenken, aber es ist genauso eine Disziplin wie jeder andere Beruf mit spezifischen Fertigkeiten. Auf dem Papier habe ich einen Bachelor in Englisch und Kreativem Schreiben und einen Master in Kreativem Schreiben, beide von der Universität London. Ich habe es geliebt Englische Literaturwissenschaft zu studieren und empfand es als perfekte Ergänzung zum Schreiben als Beruf. Es ist ein Fach, das einem hilft, einen kritischen Blick zu entwickeln – unerlässlich, wenn es darum geht mit den thematischen und strukturellen Elementen beim Geschichtenerzählen herumzujonglieren – und führt einen ein in eine Vielzahl von Texten aus unterschiedlichsten Medien und Epochen. Zusätzlich ist es ein brodelnder Kessel an Inspiration, der nur darauf wartet neue Geschichten zusammenzubrauen. Ich hatte in beiden Studiengängen einige ausgezeichnete Lehrer (und Kommilitonen) und wäre ohne ihre Anleitung und Erfahrung sicher nicht die Schriftstellerin, die ich heute bin. Es ist jedoch genau so wichtig, sich Zeit zu nehmen, um so viel zu lesen wie möglich. Lesen ist ein Schaffensprozess, der die Fantasie in einer Art und Weise beansprucht, die dem Schreiben nicht unähnlich ist. Man wird keinem Schriftsteller über den Weg laufen, der nicht auch ein eifriger Leser ist.

BF: Wie hat es sich angefühlt, einen Agenten zu anzuwerben und deinen ersten Vertrag für einen Roman zu unterschreiben?

LH: Der erste Entwurf von Naris war chaotisch. Ich redigierte es und begann, es an Agenten zu senden, wahrscheinlich früher als es klug war. Ich erhielt einige Absagen und eine Manuskriptanfrage. Nach acht Wochen Warten wurde es abgelehnt und ich war ziemlich am Boden zerstört. Ihr größter Kritikpunkt war, dass der Geschichte die Spannung fehle. Also nahm ich sie auseinander, überarbeitete sie und begann, sie erneut zu verschicken. Während dieser Zeit las ich viel über gute Herangehensweisen bei der Manuskriptpräsentation und arbeitete daran, mein Exposé und das Begleitschreiben zu verbessern. Ich erhielt einige »positive« Absagen und dann, im Sommer 2013, zwei Manuskriptanfragen. Die erste endete in einem NEIN, aber die zweite war von meiner jetzigen Agentin, die nur wenige Tage später antwortete, um mir mitzuteilen, dass sie die Geschichte toll fand und mich gerne vertreten würde. Wir arbeiteten einen weiteren Monat am Manuskript, bevor es bei Verlagen eingereicht wurde. Ich war überglücklich, als es so schnell von Tor UK angenommen wurde. Meine Lektorin schrieb die beste E-Mail, die ich je bekommen hatte, die ihre Pläne für die Veröffentlichung des Buches sowie eine Sammlung an Kommentaren von Leuten enthielt, die das Buch gelesen und gemocht hatten. Meine Geschichte hätte kein perfekteres und engagierteres Zuhause finden können.

BF: Was sind deine bevorzugten Genres und Lieblingsautoren als Schriftstellerin und Buchhändlerin?

LH: Wie nicht anders zu erwarten, ist mein Lieblingsgenre SFF (Science Fiction und Fantasy) und in diesem riesigen Bereich gibt es so viele tolle Autoren. Großmeister Tolkien steht immer an der Spitze meiner Liste. Dann gibt es da noch Robin Hobb, Patricia A. McKillip, J. K. Rowling, David Eddings und Laini Taylor, um nur einige zu nennen. Ich empfehle immer Carlos Ruiz Zafón, Jorge Luis Borges‘ Kurzgeschichten und einiges an fin-de-siècle-Literatur, einschließlich Bram Stoker und die Abenteuergeschichten von Jules Verne.

BF: Warum der Buchhandel?

LH: Für jemanden, der seit seinem 15. Lebensjahr den Wunsch hegt, eine professionelle Schriftstellerin zu sein, war die Arbeit mit Büchern die zweitbeste Sache. Im November 2009 ergatterte ich einen Weihnachts-Aushilfsjob in der hiesigen Waterstone-Filiale – eine der wenigen Buchhandelsketten, die es im Vereinigten Königreich noch gibt. Ich hatte Glück: Ein Job als Buchhändler wird generell als die beste Arbeit im saisonalen Einzelhandel angesehen und ist daher heiß begehrt. Die Anstellung lief bis Januar und in dieser kurzen Zeit habe ich ein paar Dinge gelernt. Hauptsächlich, dass gestapelte Bücher schwer sind und es weh tut, wenn sie dir auf die Zehen fallen. Aber die wirkliche Lebensweisheit, die ich mit Bedauern mitnahm, war folgende: Buchhändler sind Bibliothekare, Kritiker und Publizisten in einem und viele sind kurz davor, Schriftsteller zu sein. Sie sind vereint in ihrer Liebe zu sämtlichen literarischen Dingen und ihre höchste Priorität ist es, Spaß am Lesen zu verbreiten. Das heißt nicht, dass sie die Notwendigkeit, Profit machen zu müssen, ignorieren. Buchhandlungen sind Firmen und sie können nicht überleben, ohne die Kunden zu überzeugen, die empfohlenen Bücher tatsächlich auch zu kaufen. Meine Erfahrung jedoch gipfelte in der Erkenntnis, dass Buchhändler sich mehr als nur im Handel engagieren. Sie sind die Verfechter des geschriebenen Wortes und ihr allumfassendes Ziel ist es, das Niveau des literarischen und kulturellen Bewusstseins der allgemeinen Öffentlichkeit anzuheben.

Dies ist ein würdiges Ziel und eines, das eng mit der Verlagswirtschaft verflochten ist. Buchhandlungen stehen am Ende des Autorenprozesses von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung, und sie spielen eine unentbehrliche Rolle dabei, Bücher zu den Lesern zu bringen. Als sich also fünf Monate später, im Mai 2010, die Möglichkeit eines unbefristeten Vertrages ergab, nahm ich die Chance wahr, in den Buchhandel zurück zu kehren. Seit damals hat sich meine Funktion etwas verändert: Ich arbeite hauptsächlich im Account Sales; dort werden Bücher auf Rechnung an zahlreiche Institutionen verkauft. Der Job hat sicher einige Vorteile. Ich arbeite immer noch in der Buchhandlung, wo ich unsere Freitags-Lesung ausrichte, und bin jetzt direkt an Events beteiligt, die von der Leitung von Bücherständen auf Festivals bis dahin reichen, Autoren in Schulen zu schicken und ihre Bücher vor Ort zu verkaufen.

Mein Rat an alle aufstrebenden Autoren: Wenn du nach einem Zusatzjob suchst, denke an den Buchhandel, da sich dieses Berufsbild wirklich gut neben dem Schreiben macht. Normalerweise gibt es die Möglichkeit, halbtags zu arbeiten (wie ich), aber die Aufgabe ermöglicht es dir auch, einige Fähigkeiten zu verfeinern, die dir in allen Phasen des Schreib- und Veröffentlichungsprozesses zugutekommen.

BF: Warum würdest du den Buchhandel anderen aufstrebenden Autoren empfehlen?

LH: Ich habe unten den Versuch unternommen, sechs wichtige, positive Verbindungen zwischen dem Schreiben und dem Buchhandel herauszuarbeiten, die mir alle auf unterschiedliche Art und Weise geholfen haben:

Lesen: Wenn du Schriftsteller bist, bist du auch Leser. Ich habe immer gesagt, dass Lesen und Schreiben zwei Seiten derselben Medaille sind – beides sind Schaffensprozesse. Wenn man liest, trainiert man dieselbe Vorstellungskraft, die man verwendet, um eigene Geschichten zu entwerfen. Aus diesem Grund ist es unglaublich wichtig, so viel wie möglich zu lesen. Und als Buchhändler hat man nicht nur Zugang zu einem riesigen Spektrum an Büchern, die man normalerweise mit Mitarbeiterrabatt erwerben kann, sondern auch zur spannenden Welt der Vorabdrucke und Rezensionsexemplare. Wenn man einen Lieblingsautor hat, kann ich euch nicht sagen, wie eindrucksvoll es ist, seine Hände auf ein Exemplar seines neuen Buches zu legen – Monate, bevor es veröffentlicht wird. Alles was man dafür tun muss, ist im Gegenzug eine Kritik zu schreiben.

Rezensieren: Eine weitere Fertigkeit, die garantiert dein Schreiben verbessert. Buchhändler und Buch-Blogger sind die wesentlichen Rezipienten von Vorabdrucken aller Art Bücher, weil ihre Meinung von Bedeutung ist und sie die Macht und die erforderlichen Mittel haben, um die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, in einen Titel zu investieren. Lies und besprich alle Bücher, die du kannst! Du wirst dir nicht nur die Dankbarkeit (und Werbegeschenke) der Verlage verdienen, sondern jeder kritische Beitrag, den du schreibst, wird dir helfen die Fehler in deinen eigenen Werken zu entdecken und sie zu vermeiden. Ein guter Kritiker zu sein, ist Teil davon, ein guter Buchhändler zu sein und Freunde wie Kunden werden lernen, deinem Urteil zu vertrauen.

Verkaufsgespräche führen: Dies hat mir sehr geholfen, als ich über mein eigenes Buch sprechen musste. Es überrascht nicht, dass Schriftsteller dazu neigen, introvertierte Persönlichkeiten zu sein – wir verbringen viel Zeit alleine und sind glücklich darüber. Aber heute wird von einem erwartet, raus zu gehen und mit den Leuten zu sprechen. Autoren müssen ihren Anteil am Marketing leisten, was oft öffentliche Auftritte und – das Verderben Vieler – das Halten von Reden mit sich bringt. Der Einzelhandel ist von Natur aus kundenorientiert und Buchhandlungen sind da nicht anders. Das Sprechen mit Fremden, die alle potentielle Kunden sind, ist die Hauptaufgabe eines Buchhändlers im Laden, und je öfter man dies macht, desto wohler wird man sich fühlen, wenn man darum gebeten wird, sachkundig über die eigenen Werke vorzulesen oder zu sprechen.

Autoren treffen: Veranstaltungen ermöglichen es einem, mit bereits verlegten Autoren zu kommunizieren und als Buchhändler hat man den Vorteil ein »Insider« zu sein – was bedeutet, dass es vor und nach deren Veranstaltung Möglichkeiten gibt, mit den Schriftstellern »abzuhängen«. Ich habe in den letzten Jahren einige großartige Autoren getroffen und es ist jedes Mal eine inspirierende und wertvolle Erfahrung, die es mich in den Fingern jucken lässt, mehr Arbeit in meinen eigenen Roman zu stecken. Ein YA-Schriftsteller gab mir Tipps, wie ich mein Begleitschreiben an einen Literaturagenten formulieren soll, was unmissverständlich Wunder bewirkte. Er lud mich und meinen Kollegen auch zum Mittagessen ein, womit er sich einen dauerhaften Platz in meiner »Sammlung ausgezeichneter Leute« verdiente.

Trends entdecken: Mir würde es niemals in den Sinn kommen, einem Schriftsteller zu raten, auf den aktuellen Zug aufzuspringen, aber in der Position zu sein, das Aufkommen und Abflauen bestimmter Trends zu beobachten, kann einem eine konstruktive Perspektive auf die Branche eröffnen. Stephanie Meyer zum Beispiel schubste Vampire ins Rampenlicht und läutete damit eine Flut neuer Literatur ein. Werwölfe und Zombies folgten und dunkle »Feengeschichten« sind immer noch bliebt. Das Verlagswesen ist ein Konkurrenzgeschäft und es schadet nicht, sich darüber auf dem Laufenden zu halten, was momentan verkauft wird – vor allem, wenn man vorhat, selbst etwas zu veröffentlichen. Genauso wie man mit den Werken seiner Zeitgenossen vertraut sein sollte, so muss man auch sein Publikum kennen und Buchhandlungen sind geeignete Plätze, um sich mit potentiellen Lesern darüber zu unterhalten, was sie sich von einer Geschichte erwarten.

Das gewisse Etwas: Es macht Sinn, in dem Bereich zu arbeiten, für den man sich auch interessiert. Eine beachtliche Zahl an Buchhändlern endet als Schriftsteller, fast, als würde man die Fähigkeit dazu durch eine Art Osmose in sich hineinsaugen. Es mag seltsam klingen, aber wenn man seine Tage vertieft in eine Welt des Verlagswesens, der Bücher, Autoren, Events und – vor allem – der Wörter verbringt, entwickelt man eine starke Entschlossenheit. Im Buchhandel offenbart sich eine Vereinigung von Inspiration, literarischer Fähigkeiten, sozialer Interaktion und dem gewissen Etwas, das die Luft der besten Buchhandlungen durchdringt. Die Dichterin in mir würde sagen, es ist der Duft der Geschichten selbst. Ich arbeite immer noch zwei Tage die Woche als Buchhändlerin, was mich aus dem Haus bringt und in die Gesellschaft von Büchern, die mich überhaupt dazu inspiriert haben, selbst zu schreiben. Ich stelle mir eine Buchhandlung gerne als das pochende Herz der Verlagswelt vor, als eine gemeinsame Basis, auf der sich Autoren und Leser zur Feier des geschriebenen Wortes treffen können.

BF: Welche Herausforderungen bringt der Job des Buchhändlers mit sich?

LH: Mit dem Aufkommen des E-Books hat für den Buchhandel in eine neue Ära voll neuer Heraus-forderungen begonnen. Webseiten wie Amazon sind die Hauptbedrohung für den traditionellen Buchhandel, da ihr Schwerpunkt auf den Rabatten das Buch zu einem reinen Wirtschaftsgut degradiert. Bis zu einem gewissen Grad hatte dies Auswirkungen auf die Art und Weise, wie die Leute Bücher wahrnehmen und wie viel sie erwarten, dafür zahlen zu müssen. Jeder mag gern ein Schnäppchen machen, aber es ist frustrierend, Zeit damit zu verbringen, Bücher an Kunden im Laden zu empfehlen, nur damit sie sich dann umdrehen und sagen, sie kaufen es online. Wir müssen diese Auffassung von Büchern als diskontfähige Objekte anstatt als Kunst hinterfragen. Ein Buch ist das Endergebnis harter Arbeit und stellt den Lebensunterhalt des Autors dar. Diese Einstellung verheißt nicht nur Schlechtes für die Autoren, sondern führt irgendwann zum Niedergang der Buchhandlungen selbst. Als Schriftstellerin und Buchhändlerin kann ich es nicht ertragen zu sehen wie die Liebe und der Sachverstand der Buchhandelsangestellten von den Hauptstraßen verschwindet. Unabhängige und Ketten befinden sich gemeinsam in diesem Kampf und unser Überleben hängt von den Leuten ab, die sich an Buchhandlungen erfreuen und für die Buchhandlungen weiterhin einen Zufluchtsort in der zunehmend hektischen städtischen Welt darstellen.

BF: Vielen herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast! Im Namen von Black Fox Literary Magazine war es mir eine Ehre, dich zu interviewen!

LH: Danke für das Interview!


Das Original-Interview finden sie unter blackfoxlitmag.com

NarisDie Legenden von Mond und Sonne

Die Legenden von Mond und Sonne

Stürme peitschen über das Land. Alte Kräfte, derer sich niemand mehr erinnert, werden plötzlich wieder gewirkt. Und tief in den Ruinen einer versunkenen Festung regt sich Widerstand gegen die Herrschaft eines Ordens, den man längst ins Reich der Legenden verbannt hatte. Dass die verborgenen Fähigkeiten der jungen Kyndra Vale der Schlüssel zur Zerstörung und gleichzeitig zur Rettung einer ganzen Welt sein könnten, ahnt derweil noch niemand ... In den unterirdischen Hallen der legendären Festung Naris muss Kyndra Verrat und Wahnsinn bekämpfen, um sich letztlich ihrem Schicksal zu stellen.
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Kapitel 1

 

Als Kyndra am Tag der Zeremonie erwachte, hatte sie in einem kurzen, noch im Traum verhafteten Moment das Gefühl, er würde auch ihr letzter sein.

Keuchend setzte sie sich auf. Unter ihrem Hemd raste ihr Herz, und sie presste sich eine schweißnasse Handfläche an die Brust. Jetzt konnte sie sich nicht mehr an den Traum erinnern; nur noch an das unbestimmte Gefühl einer Bedrohung, das sie zur Flucht trieb.

Ich laufe nicht davon.

Kyndra rieb sich den Schlaf aus den Augen. So wie sich ihr Blut abkühlte, so tat es auch der Schweiß auf ihrer Haut, und sie zog die Wolldecke wieder hoch. Diese Zeremonie ist mein Erbe, rief sie sich ins Gedächtnis. Sie stellte den Beginn ihres Erwachsenenlebens dar. Kyndra hatte die Jahre bis zu diesem Morgen gezählt und die wachsende Vorfreude ausgekostet.

Doch eine Stunde später, als sie sich von ihrem Gang durch Brenwyms schlammige Straßen heimwärts wandte, wurde Kyndra klar, dass die Gänsehaut auf ihren Armen nicht nur von der Kälte herrührte. Mit jedem Atemzug kam die Zeremonie näher – ihr Schicksal. Sie blickte nach oben. Am Himmel standen schmutzig weiße Wolken, und der Regen ließ ihr das Haar am Kopf kleben und dämpfte ihre Stimmung. Sie wollte die Miene ihrer Mutter nicht sehen, die Stolz, aber auch Anspannung zeigen würde, und ihre Stimme nicht hören, deren betrübter Unterton deutlich zum Ausdruck brachte, dass sie ihr Kind verlieren würde. Heute würde Kyndra zur Frau werden, und das Dorf würde sie sinnvoll einsetzen.

Wenn wir nicht vorher ertrinken. Sie verzog das Gesicht. Die Frühlingsblüte hatte nur Wolken gebracht, und zwei verregnete Wochen später fielen die Blütenblätter und legten sich wie Schnee über eine überschwemmte Gemeinde. Mit einem sehnsüchtigen Seufzen dachte Kyndra daran, wie schön es wäre, trocken zu sein. Ihr Hemd klebte ihr an der Haut, und ihre wollenen Hosen hafteten fürchterlich schwer an ihren Beinen. Der Rest ihrer Kleidung hing zu Hause an einem Sparren auf dem Dachboden und war nur unwesentlich trockener. Verstimmt wurde ihr klar, dass sie zur Zeremonie ein Kleid tragen musste. Sogar bei diesem Regen.

Kyndra strich sich das feuchte Haar aus der Stirn und rümpfte die Nase. Das Dorf roch nach vermodertem Pflanzenmaterial und Menschen, die viel zu dicht beieinander lebten. Brenwym war für die Familien, die durch Überschwemmungen aus ihren Häusern in den tiefer gelegenen Tälern vertrieben worden waren, der einzige leicht zu erreichende Zufluchtsort. Und jetzt waren natürlich auch alle anderen Bewohner der Täler zum diesjährigen Erbfest gekommen.

Kyndra hielt plötzlich inne. Der Weg, den sie nach Hause gewählt hatte, führte sie über den Hauptplatz, der sich über Nacht in einen See verwandelt hatte. Seine Oberfläche spiegelte den regenschwangeren Himmel wider, und an seinen Rändern häufte sich Müll vor den Häusern und Läden. Kyndra erlaubte sich ein lustloses Seufzen, ehe sie die Achseln zuckte und hineinwatete. Nach kurzer Zeit drang das kalte Wasser an ihre Zehen, und Kyndra biss die Zähne zusammen. Bis zur Zeremonie heute Nachmittag würden ihre Stiefel unmöglich trocknen, und aus denen ihrer Mutter war sie herausgewachsen. Vielleicht war es doch kein guter Einfall gewesen, einen Spaziergang zu machen, um einen klaren Kopf zu bekommen. Sie erschauerte und erhaschte in einem Fenster einen Blick auf ihr Spiegelbild. In dem billigen Glas wirkte ihr Gesicht verzerrt: ein blasses, missmutiges Oval.

Mit klappernden Zähnen beschleunigte Kyndra ihre Schritte. Nach der Kälte würde es in der Schenke ihrer Mutter behaglich sein, obwohl darin immer der Geruch nach abgestandenem Alkohol hing. Der Wind frischte auf, sodass sie die Fensterläden des Nomos klappern hörte, bevor sie sie sah. Durch Risse in den Läden fiel das Licht des Feuers auf die Straße. Sie kämpfte sich an der Seite des Gebäudes entlang zur Hintertür vor.

» … wünschte, du würdest dir mehr Mühe geben, Jarand. Manchmal glaube ich, dir ist es gleich.« Kyndras Mutter Reena drehte sich um, um einen Sack nach draußen zu werfen, und sah, dass Kyndra tropfend auf der Schwelle stand. »Was machst du?«, keuchte sie. Jarand blinzelte Kyndra über die Schulter ihrer Mutter hinweg zu.

»Bin spazieren gegangen.«

»Ich dachte, du wärst …« Der Sack rutschte Reena aus der Hand, aber sie schien es nicht zu bemerken.

»Mutter?«

Reena starrte sie ein paar Augenblicke lang an, dann schluckte sie und schüttelte den Kopf. »Schon gut«, sagte sie. »Ich … ich dachte nur, du wärst oben und würdest dich umziehen.«

Kyndra runzelte die Stirn. »Was ist los?«

Aber Reena ging wieder hinein und holte rasch ein Handtuch. »Stiefel aus.« Sie warf Kyndra das zerlumpte Tuch zu. »Du musst meine tragen.«

Kyndra schüttelte den Kopf. »Die passen mir nicht.«

»Ich lasse mir nicht den Schlamm überall hintragen.« Reenas Stimme verhärtete sich, und ein Teil des Bluts, das ihr aus dem Gesicht gewichen war, kehrte zurück. »Die Leute zahlen gutes Geld, um sich hier aufzuhalten.«

Irritiert rieb sich Kyndra mit dem Handtuch den Kopf ab. »Geht es immer nur ums Geld? Sogar heute?«

Reena strich sich eine Locke, die roter war als Kyndras Haar, zurück unter ihr Kopftuch. »Du willst doch essen, oder?«

Kyndra gab keine Antwort, brach aber das verlegene Schweigen, indem sie ihre Stiefel auf die Matte fallen ließ. Aus dem Hausflur schlug ihr eine Woge aus Hitze und Rauch entgegen, und sie kämpfte gegen die Tür an. Der Wind fegte durch die Gasse und zerrte an ihr.

»Die Familien aus den Caradan-Anhöhen haben eine Woche für den Weg hierher gebraucht«, sagte Reena, während sie Kyndra bei ihrem Kampf mit der Tür zusah.

»Wirklich?«, fragte Kyndra desinteressiert. Sie verriegelte die Tür und lehnte sich dagegen. Jarand war verschwunden. So machte er es immer, wenn Reena schlechte Laune hatte und schimpfte. Kyndra war es egal. Ihre nassen Kleider scheuerten auf der Haut, und sie wollte nur nach oben flüchten. »Warum machst du dir so viel Gedanken darüber, die Gäste zu beeindrucken?«, fragte sie. »Die kommen sowieso nicht wieder.«

Die Miene ihrer Mutter verdüsterte sich. »Du wirst sehr bald eine Frau dieses Orts werden, Kyndra. Welche Zukunft dir auch gezeigt werden wird, du wirst sie in Brenwym finden.« Reena unterbrach sich. »Hier ist dein Zuhause.«

Sie hatte recht. Brenwym war ihr Zuhause. Kyndra hatte die Täler noch nie verlassen. Und wahrscheinlich werde ich das auch nie, dachte sie niedergeschlagen.

»Geh dich waschen.« Reena seufzte. »Ich habe es geschafft, einen Teil deiner Unterwäsche zu trocknen. Sie liegt auf dem Bett. Ich fand immer, dass dir dieses blaue Kleid gut steht«, setzte sie mit einem Blick auf Kyndras in Hosen steckende Beine hinzu.

Das blaue Kleid war fertig und wartete. Kyndra starrte es missmutig an. Mit langsamen Bewegungen füllte sie eine Waschschüssel, schälte sich aus ihrer feuchten Kleidung und schrubbte sich sauber. Das Wasser war kalt und wurde schnell braun. Sie zitterte. Hier oben hämmerte der Regen geradezu auf das Dach; ein unaufhörliches Prasseln, das die Dachsparren zu zerbrechen drohte. Sie teilte sich die Kammer mit Reena und Jarand, dem Mann ihrer Mutter. Eine dünne Trennwand unterteilte den Raum.

Sobald sie trocken war, schlängelte sich Kyndra zögernd in das Kleid. Die engen Ärmel hinderten sie daran, die Arme zu heben, und zwei Mal stolperte sie auf der Suche nach den Stiefeln ihrer Mutter über den Rock. Sie zerrte heftig daran, hörte jedoch auf, als ihr einfiel, dass Reena dafür bezahlt hatte. Als sie endlich fertig war, waren ihre Wangen rot angelaufen, und Kyndra ließ sich aufs Bett fallen und legte die Handrücken an die Wangen.

Was ihre Mutter wohl während ihrer eigenen Zeremonie gesehen hatte? Etwas, das mit einer Schenke zu tun hatte, vermutete Kyndra, sonst wäre Reena nicht die Wirtin des Nomos geworden. Jarand war ein Außenseiter und stammte aus Dremaryn im Süden, daher zählte er nicht. Er war nur Wirt geworden, weil er Reena geheiratet hatte.

Kyndra ließ zu, dass ihre Füße sie zu einem kleinen Spiegel in einer Ecke trugen. »Alles wird gut«, sagte sie sich. Ein unsicheres Gesicht, umrahmt von dunkelrotem, zerzaustem Haar, das knapp über ihren Schultern endete, erwiderte ihren Blick.

Sie nahm einen Kamm und klopfte damit gegen ihre Handfläche. Das Erbe bildete den Mittelpunkt des Lebens im Tal. Die ersten Überlebenden der acreanischen Kriege, die sich hier angesiedelt hatten, hatten das Relikt mitgebracht; ein Artefakt, das den wahren Namen eines Menschen und seine Berufung enthüllte. Seitdem hatte das Erbfest jedes Jahr stattgefunden. Seit fünfhundert Jahren sahen junge Leute in das Relikt und erblickten darin ihre Zukunft.

Kyndra zerrte den Kamm durch ihr Haar und drehte dann die feuchten Strähnen zu einem Knoten zusammen. Sie hatte diesen Tag ebenso herbeigesehnt wie ihre Freunde, doch jetzt fürchtete sie ihn. Die ganze Last dieser Jahrhunderte drückte sie nieder: Tausende Leben, die so geführt worden waren, wie das Relikt es vorschrieb. Die Leute erzählten, es habe die Macht, einem in die Seele zu blicken. Es zeige das wahre Wesen eines Menschen. Die Berufung nicht anzunehmen, die es einem aufgab, war nicht nur noch nie dagewesen, sondern darüber hinaus auch eine Sünde.

Was, wenn es mir eine Zukunft vorgibt, die ich nicht will?

Rasch wandte sich Kyndra von ihrem Spiegelbild ab, riss die Tür auf und lief nach unten. Angst klebte an ihr wie ihr eigener Schatten.

Der Gastraum war voller Menschen und Pfeifenrauch. Die Wände waren dunkel gestrichen, sodass die Flecken, die sich in einer Schenke im Lauf der Jahre ansammeln, nicht zu erkennen waren. Zwischen den Tischen drängten sich Gäste und hielten müßig Ausschau nach einem freien Platz. Das Schreckgespenst des Regens hing über allen, und Kyndra konnte ein höhnisches Grinsen nicht unterdrücken, als sie an das Geschimpfe ihrer Mutter wegen des Bodens dachte. Die sonst makellos sauberen Bodendielen waren mit Schlamm beschmiert.

Schmerzhaft bohrte sich ein Finger in Kyndras Rippen. Sie zuckte zusammen und sah nach unten. Eine Frau saß da und musterte sie mit schiefem Blick, die Lippen zu einem hämischen Lächeln verzogen. »Na, Mädchen, dann ist also dein Tag gekommen«, sagte Ashley Gigg. »Aber ob Knospe oder Blüte, für mich wirst du immer ein kleines Gör bleiben.«

Unterdrücktes Gelächter begleitete ihre Bemerkung, und Kyndras Gesicht wurde heiß. Ashley ist zu allen grob, rief sie sich ins Gedächtnis. Außerdem hast du das Wiesel, das dir der fahrenden Kesselflicker gab, durch ihr Schlafzimmerfenster bugsiert. Wahrscheinlich hat sie das nicht vergessen. Kyndra presste die Lippen zusammen. Sie hatte diesen Streich nicht allein zu verschulden, schließlich war ihr bester Freund Jhren ihr williger Spießgeselle gewesen.

»Hör nicht auf sie, Kyndra.« Hanna beugte sich über ihre Bank. Sie war mollig und blond und besaß etwas zu große Zähne. »Wir wissen, wie sehr du dich auf diesen Tag gefreut hast. Havan und ich sind extra gekommen, um bei Jhrens Erbe dabei zu sein.« Ihre Wangen mit den Grübchen glühten in der Hitze rosig.

Kyndra grinste und bedankte sich halblaut. Jhrens Onkel und Tante waren Kaufleute, und Kyndra war schon manchen Abend lange aufgeblieben und hatte ihren Geschichten über die Welt außerhalb von Brenwym gelauscht. Diese Abende im Kerzenlicht schienen jetzt so weit weg zu sein. Sie nickte Havan zu und drückte sich an ihnen vorbei. Sie hatte es eilig, sich zu entfernen.

Durch die Menge drängte sie sich zu einem Fenster, dessen Läden nicht vorgelegt waren, und wischte ein Stück der beschlagenen Scheibe mit dem Ärmel frei. Es regnete immer noch, und die Straßen waren zu braunen Flüssen angeschwollen. Müßig zeichnete sie ein Muster auf die Scheibe; einen Stern mit nur drei Spitzen.

»Blau steht dir gut.«

Sie fuhr zusammen und hörte Jhren leise lachen. Er stand so dicht hinter ihr, dass sie seinen Atem auf der nackten Haut im Nacken spürte.

Kyndra wirbelte herum und schlug ihm leicht auf den Arm. »Nein. Und schleich dich nicht so an mich ran.«

»Autsch«, protestierte Jhren. »In Ordnung, ich nehme es zurück«, sagte er, als er ihre finstere Miene bemerkte. »Du siehst in Blau abscheulich aus.«

»Schon besser.«

Jhrens strahlendes Lächeln verblasste ein wenig. »Es ist trotzdem ein schönes Kleid, Kyndra. Du solltest es öfter tragen.«

»Und was hältst du von meinem Kleid?«

Colta war neben Jhren aufgetaucht. Sie hatte die Arme verschränkt und die Lippen geschürzt. Sie sah so hübsch aus wie immer. Ein rotes Band hielt ihr lockiges Haar zurück und ließ es irgendwie gleichzeitig über ihre Schultern fallen. Ihr Haar war dunkel, genau wie ihre Augen.

Gehorsam drehte Jhren sich um und musterte sie. Kyndra sah zu, wie sein Blick über Coltas Ausschnitt glitt, und spürte einen Anflug von Verdruss, obwohl sie sich Mühe gab, sich nicht zu ärgern. Coltas Kleid schmiegte sich an ihre Formen und fiel dann in schönen Falten zu Boden. Unter seinem Saum schauten hübsche geflochtene Sandalen hervor.

Colta verzog die Lippen zu einem leisen Lächeln. »Ich habe letzte Nacht überhaupt nicht geschlafen«, erklärte sie den beiden lachend. »Ich bin einfach zu aufgeregt.«

Falls das stimmte, sah man es Colta nicht an. In ihrem Gesicht lagen keine Schatten wie nach einer schlaflosen Nacht, vielmehr wirkte es frisch und hell. Ein zarter Duft umschwebte sie. Rose, dachte Kyndra.

»Wie gefällt dir denn mein Kleid, Kyndra?«, fragte Colta. »Gerda hat es extra für den heutigen Tag genäht. Die Schuhe auch.« Sie musterte Kyndras Kleid ein wenig abfällig. »Du hättest sie bitten sollen, auch deins zu machen.«

»Ich weiß, was Gerda dafür verlangt«, sagte Kyndra. »Warum soll ich so viel für etwas bezahlen, das ich nur einmal trage?«

»Sie ist die beste Schneiderin im Ort.« Abwehrend strich sie über ihr Kleid. »Sie kann verlangen, was sie will.« Ohne Kyndra weiter zu beachten, wandte sie sich an Jhren. »Eigentlich wollte ich einen tieferen Ausschnitt. Aber du weißt ja, wie Gerda ist.« Sie verdrehte die Augen und lächelte, wobei Grübchen auf ihren Wangen erschienen. »Sie hat so altmodische Vorstellungen.«

»Solltest du nicht besser Stiefel anziehen?«, fragte Kyndra etwas schroffer, als sie vorgehabt hatte. »Es regnet. Du wirst dir die Sandalen ruinieren.«

»Ich weiß, dass es regnet, Kyndra«, fauchte Colta. »Aber wir sind ab heute alle erwachsen, und ich habe vor, auch so auszusehen.«

»Erwachsen zu sein bedeutet mehr, als nur so auszusehen«, sagte Kyndra, bevor sie sich bremsen konnte. Sie versuchte, die Hände in die Taschen zu stecken, doch dann fiel ihr auf, dass ihr Kleid keine hatte.

Colta warf ihr einen mitleidigen Blick zu, der Kyndra mit den Zähnen knirschen ließ. »Hättest du dir auch ein Kleid nähen lassen, dann bräuchtest du nicht neidisch zu sein«, zwitscherte sie und wandte sich Jhren zu. »Bis nachher. Ich habe noch jede Menge zu tun.« Colta klimperte mit den Wimpern und rauschte davon.

»Achte gar nicht auf sie«, sagte Jhren. »Wahrscheinlich ist sie aufgeregt.«

»So hat sie auch ausgesehen.«

»Was soll das denn jetzt heißen?«

Kyndra machte eine wegwerfende Handbewegung. »Vergiss es. Ich bin nicht in der Stimmung zu streiten.«

»Ich auch nicht.« Jhren grinste ihr zu, und Kyndra spürte, wie ihre düstere Miene verschwand.

Sie standen nebeneinander am Fenster. Mit jedem neuen Gast kam ein kalter Luftschwall herein, der Jhrens blonde Fransen hochblies. »Voll heute«, bemerkte Kyndra.

Jhren warf ihr einen Blick zu. »Was glaubst du, wie viele Menschen im Dorf sind?«

»Keine Ahnung. Nicht alle sind wegen der Zeremonie gekommen.«

»Du meinst die Überschwemmung in den niederen Tälern.«

Kyndra nickte. »Hier ist nicht genug Platz. Irgendwann müssen sie alle nach Hause gehen.«

»Komisch«, meinte Jhren. »Tante Hanna hat gesagt, das Wetter sei nur in der Gegend um Brenwym so schlecht.«

»Was glaubst du, warum das so ist?« Kyndra sah zu, wie die Spitzen ihres Sterns an der Scheibe hinunterliefen wie Tränen. »Ich kann mich an keinen so nassen Frühling erinnern.«

Irgendwo in der Schenke läutete leise eine Glocke. »Ist es schon so spät?«, keuchte Jhren und sprang vom Fenster weg. »Ich soll zum Mittagessen zu Hause sein. Mutter hat zu meinen Ehren ein Schwein gebraten.« Er grinste. »Dann bis nachher auf dem Anger.« Seine Miene wurde ernst. »Ich kann es kaum glauben, Kyn. Es ist soweit.«

Kyndra versuchte, das Flattern in ihrem Magen zu unterdrücken. »Ich weiß.« Sie sah zu, wie ihr Freund die Tür öffnete und sich den Mantel als völlig unzureichenden Regenschutz über den Kopf hielt. Jhren zwinkerte ihr einmal zu und war verschwunden.

Sie fragte sich, wie Jhren in dieser Situation essen konnte. Unauffällig ging sie zu ihrem Platz am Fenster. Hinter einem Vorhang verborgen, ließ sie sich auf dem langen Kissen nieder, das über die ganze Breite der Fensterbank reichte. Hier saß sie an dunklen Winternachmittagen, wenn Jarand so beschäftigt war, dass er sich keine Arbeiten für sie ausdachte. Dann las sie stundenlang. In ihren Lieblingsgeschichten ging es um Acre – eine verlorene Welt voller Wirker und Magie, Drachenreiter und hoch aufragender Städte, in denen so viele Menschen lebten, dass man sie nicht zählen konnte.

Acre: Geschichten der Verlorenen Welt beinhaltete wirklich das, was der Titel verhieß: Geschichten. Aber zwischen zwei Buchseiten hatte Kyndra ein Stück Pergament gefunden, schlecht erhalten und fast unleserlich. Darauf stand ein Alphabet, und unter jedem Buchstaben hatte jemand sorgfältig dessen Entsprechung in der auf Mariar verbreitetsten Sprache eingetragen. Der Fund gab Kyndra die Hoffnung zurück, dass Acre irgendwann einmal wirklich existiert hatte.

Kyndra spähte um den Vorhang herum. Ihre Mutter schien ihr Fehlen nicht bemerkt zu haben. Wahrscheinlich hatte sie zu viel zu tun. Kyndra stopfte sich ein Kissen hinter den Kopf und lehnte sich zurück. Der Festakt würde erst in zwei Stunden beginnen, und vielleicht konnte sie ein paar Minuten Ruhe nachholen, die ihr die Träume von heute Morgen gestohlen hatten. Seufzend schloss sie die Augen und achtete kaum noch auf den Lärm der Schenke.

 

… Zu ihren Füßen breitet sich ein brennendes Tal aus; blutige, leblose Erde. An einem Ende flammt ein Licht, als falle Mittagssonne auf Glas. Sie fliegt durch die Luft und spürt trockenen Fahrtwind auf den Wangen. Im Inneren des Lichts nimmt etwas Gestalt an: ein Bauwerk, so hoch wie ein Berg. Der Schein, den sie mit dem von Sonne auf Glas verglichen hat, ist genau das: so feines Glas, dass sie sich fragt, warum der Wind es nicht zerspringen lässt. Kristalltürme erheben sich schwindelerregend gen Himmel. Und dann sieht sie den Mann. Hinter ihm zerfällt das prächtige Bauwerk, stürzt in sich zusammen, und alles Licht ist fort. Das Gesicht des Mannes unter seiner weißen Kapuze ist grobknochig und streng. Seine Augen sind so schwarz wie Krähenfedern. Er öffnet den Mund, und seine Lippen bilden ein Wort: Kyndra …

 

 

»Kyndra, wach auf!«

Verschlafen schlug Kyndra die Augen auf und bemühte sich, wach zu werden. Doch sie war noch in dem bedrückenden Traum gefangen.

»Kyndra!«

Ihr wurde klar, dass ihr die Augen wieder zugefallen waren. Sie kämpfte gegen den Schlaf an und versuchte, sie offen zu halten.

»Was ist los?«, fragte Jarand, der den Vorhang zurückgeschlagen hatte. Sein Blick wirkte besorgt. »Du siehst furchtbar aus.«

»So fühle ich mich auch«, stöhnte Kyndra. Sie hob eine Hand an die Stirn, um das Pochen in ihrem Kopf zu lindern. Da war etwas, das sie nicht vergessen durfte, aber der Traum schob sich immer wieder davor. Allein bei dem Gedanken daran wurden ihre Lider schwer.

»Kyndra!«

Sie blickte Jarand finster an, während sie sich immer noch die Stirn massierte. »Hör auf, mich anzuschreien, Jarand. Was ist?«

Jarand starrte sie mit offenem Mund an. »Was ist bloß los mit dir? Du hättest schon vor einer halben Stunde auf dem Anger sein sollen.«

Kyndra starrte ihn lange an. »Die Zeremonie!«, rief sie dann und sprang auf.

»Ganz ruhig«, sagte Jarand. Er hob das Kissen auf, dass Kyndra in ihrer Hast auf den Boden geworfen hatte. »Sie haben noch nicht angefangen. Reena dachte, du wärest schon gegangen, aber dann habe ich oben deinen Mantel gesehen.«

»Danke, Jarand.« Kyndra nahm ihm den Mantel ab und rannte zur Tür. Der Gastraum war jetzt praktisch leer. Wie hatte sie das nur vergessen können?

»Viel Glück!«

Kyndra winkte ihm zu und stürzte nach draußen. Es erwies sich als unmöglich, die Ärmel des Kleids im Mantel unterzubringen. Sie klemmte ihn unter den Arm, raffte ihren Rock, sprang über Pfützen und Schlaglöcher und rannte zum Anger, so schnell sie konnte. Als sie dort ankam, war sie außer Atem, und ihre Knöchel waren schlammbespritzt.

Es sah aus, als wären sämtliche Bewohner der Täler gekommen. Kyndra schob sich durch die Menge und rannte – unauffällig, wie sie hoffte – zu der Gruppe in der Mitte. Wundersamerweise hatte es zu regnen aufgehört, obwohl große, schlammige Pfützen die Fläche in einen Sumpf verwandelt hatten. Der Boden war so feucht, dass Wasser an ihren zu engen Stiefelspitzen hochkroch.

»Was hat dich aufgehalten?«

Jhren tauchte neben ihr auf. Er trug seine guten Sachen. »Hab verschlafen«, erklärte Kyndra knapp und ignorierte das verblüffte Auflachen ihres Freundes. Sie warf einen raschen Blick in die Runde. Die Familien der jungen Leute, die heute ihr Erbe antreten würden, umstanden ihre Söhne und Töchter im Halbkreis. Wahrscheinlich, überlegte Kyndra, waren auch ein paar neugierige Zuschauer gekommen, die einem hiesigen Brauch beiwohnen wollten. Alle Blicke richteten sich auf ein spitzes Zelt in der Mitte des Angers. Davor stand der Hüter des Relikts und sprach, die Hände mittig vor seiner Robe verschränkt.

»… Wir empfangen diese jungen Menschen zur Feier ihres Erbes, das uns von unserem kostbarsten Artefakt geschenkt wird, einem Wunder der Alten Welt. So erweisen wir dem Relikt die Ehre!«

Unter den Zuschauern kam Jubel auf, begleitet von Beifall und dem matschigen Stampfen von Kinderfüßen im Schlamm. Der Hüter raffte seine feuchten Roben und verschwand im Zelt. »Wir erweisen dem Relikt, das unsere Wege erhellt, die Ehre. Wir sind dankbar für seine Führung«, murmelten die anderen jungen Leute. Kyndra öffnete den Mund, um die Worte mit ihnen zu sprechen, doch ihre Kehle war merkwürdig trocken. Kein Ton kam heraus.

Ein stämmiger Mann, der praktischer gekleidet war als der Hüter, stellte die jungen Leute in alphabetischer Reihenfolge auf. Dann trat er zurück und zog das Pergament, das er in der Hand trug, zu Rate. »Jane Abthal«, rief er aus.

Ein nervöses Mädchen, das Kyndra nicht kannte, schlurfte zum Zelt. Der Mann begrüßte sie feierlich. Mit einem letzten Blick über die Schulter huschte sie hinein.

Nur ein paar Minuten später verließ sie das Zelt wieder. Sie war blass, lächelte aber und winkte in die Menge, die ihr zujubelte. Das Mädchen stellte sich zu einer Gruppe, von der Kyndra annahm, dass es sich um ihre Familie handelte. Sie wirkte erleichtert.

Auf diese Weise ging das Erbfest weiter. Während die Schlange langsam auf das Zelt zurückte, fragte sich Kyndra, warum sie das Gebet nicht mitgesprochen hatte. Vielleicht war Reena ja nicht so pflichtbewusst wie andere Eltern gewesen, wenn es darum ging, ihr die Bedeutung des Relikts verständlich zu machen, aber trotzdem war sie hier aufgewachsen. Mit dem vertrauensvollen Blick eines Kindes hatte sie aus der Sicherheit der Menge heraus vergangene Zeremonien beobachtet. Als Jarand sie die Buchstaben gelehrt hatte, hatte sie das leise gemurmelte Gebet auf Papier geschrieben. Warum war sie dann – an dem Tag, an dem es am meisten darauf ankam – nicht in der Lage gewesen, es zu sprechen?

Kyndra versuchte sich abzulenken, indem sie sich nach Jhren umsah, aber die dicht gedrängten jungen Leute versperrten ihr den Blick. Sie sah über die Schulter und entdeckte Colta ein paar Plätze hinter sich. Als sie bemerkte, dass Kyndra sie anschaute, winkte das Mädchen, doch während die Zeremonie weiter voranschritt, fiel Kyndra auf, dass sie auf ihrer Unterlippe kaute und ihre Hände zitterten.

»Jhren Farr.«

Als Jhren aufgerufen wurde, zuckte Kyndra zusammen, schaute blinzelnd zum Zelt und sah gerade noch, wie der blonde Junge strahlend lächelte. Ungeduldig wartete sie auf Jhrens Rückkehr und drehte dabei an einem Mantelknopf.

Der Knopf riss in ihrer Hand ab, und Kyndra steckte ihn hastig in eine Tasche. Die Menge wurde lauter. Sie hob den Kopf und sah ihren Freund aus dem Zelt treten.

»Ich bin Huran!«

Jhren schrie seinen wahren Namen heraus, und seine Augen strahlten stärker denn je. Aus der Menge stiegen Freudenrufe empor.

Kyndra sah Hanna und Havan ganz vorn stehen. Sie streckten die Arme aus und drückten ihrem Neffen die Hand. Jhrens und Kyndras Blicke trafen sich, und Kyndra stellte fest, dass sie die triumphierende Miene ihres Freundes nicht ertragen konnte. Warum erschien ihr das alles so verkehrt? Hatte sie es sich nicht ebenso sehr gewünscht wie Jhren?

Allein und beunruhigt fügte Kyndra sich ins Warten. In ihrem Kopf kämpften die Zeremonie und der Traum um die Oberhand. Ihre Angst könnte das Relikt beeinflussen. Träume waren seltsame Phänomene, sagte Jarand immer, die einem für gewöhnlich nur sagten, was man bereits wusste. Ob ihre Mutter darauf bestehen würde, dass sie ihre Berufung annahm? Sie sah sich in der Menge nach ihr um. Reenas rotes Haar hob sie aus der grauen Masse der Mäntel hervor, aber ihr Gesicht war blass. Sie sah so besorgt aus, wie Kyndra sich fühlte. Dann sah sie ihre Tochter an, die in der jetzt zusammengeschrumpften Gruppe der jungen Menschen stand. Sie lächelte, und Kyndra bemühte sich, zurückzulächeln.

»Eram Tyler.«

Kyndra fand sich vorne in der Schlange wieder und wischte sich die feuchten Hände an ihrem Mantel ab. Nur noch neun andere. Sie behielt den Zelteingang im Auge, in dem der letzte der Jungen soeben verschwunden war. Als er einige Minuten später ziemlich gezwungen lächelnd wieder heraustrat, versuchte Kyndra, ihren rasenden Herzschlag zu bändigen.

»Kyndra Vale.«

Sie holte tief Luft und ging auf das Zelt zu. Dabei spürte sie die Blicke, die sich auf ihren Rücken richteten. Als sie den Eingang erreichte, sah sie noch einmal über die Schulter. Die Gesichter in der Menge verschmolzen miteinander, bis sie nur noch eine verschwommene Masse waren. Ein seltsames Prickeln durchlief sie, und sie sah genauer hin. Ein Gesicht stach hervor: Es war das einzige in der ganzen Menschenmenge, dessen Züge sie deutlich erkennen konnten. Ihr stockte der Atem. Dunkle, beinahe pupillenlose Augen fingen ihren Blick auf und schienen im Schatten einer weißen Kapuze zu glühen. Wie hypnotisiert sah Kyndra hinein. Sie konnte ihre Glieder nicht bewegen. Der Mann aus ihrem Traum lächelte, oder verzog vielmehr verblüfft die Lippen. Er nickte einmal, dann war er von einem Moment auf den anderen verschwunden.

»Mädchen?«

Der Helfer des Hüters hatte sie angesprochen. Die Menge sah sie neugierig an.

Kyndra riss den Blick los und stolperte in das Zelt. Ich muss mir das eingebildet haben, dachte sie und musterte wie betäubt ihre Umgebung. Die Zeltwände strebten aufwärts, wo sie sich in einer spitzen Kuppel trafen, und wurden an den Ecken durch Stangen gestützt. Der Hüter stand hinter einem kleinen Tisch, auf dem sich nur ein Gegenstand befand. Kyndra betrachtete das Relikt.

Es war eine Schale – flach und breit, wie die Gerüchte erzählten, aber nicht so prächtig wie in den Berichten anderer. Kyndra kam das mit Wasser gefüllte Gefäß ganz alltäglich vor.

»Komm, komm.« Der Hüter wies auf den Schemel vor dem Relikt, und Kyndra setzte sich. Ihre Handflächen waren schweißnass, aber ihre Fingerspitzen fühlten sich kalt an.

»Wie ich zu Beginn der Zeremonie schon sagte, bin ich Iljin, der gegenwärtige Hüter des Relikts. Bestimmt hast du von mir gehört …?«

Kyndra nickte langsam, ihr Hals noch immer so trocken, dass sie nicht sprechen konnte.

»Wenn das Relikt dich näherkommen spürt, verändert es sein Aussehen«, erklärte der Hüter. »Da ich so lange Zeit in seiner Nähe verbracht habe, kann ich diese Veränderung wahrnehmen.« Er strahlte selbstzufrieden. »Das Relikt befindet sich seit fünfunddreißig Jahren in meiner Obhut, und ich verfüge über große Erfahrung bei seinem Einsatz. Du musst deine Hände rechts und links an die Schale legen. Lass nicht los, bis ich es dir sage. Ich werde das Rätsel des Wassers deuten.«

Der Hüter sah von der grauen Schale in Kyndras Augen. »Vielleicht ist es ein gutes Omen, dass ich das Relikt noch nie in dieser Gestalt gesehen habe.«

Kyndra runzelte die Stirn. War das wahr? Die stumpfgraue Schale sah in ihren Augen so düster aus wie der bleierne Himmel draußen, und in ihr stieg eine so mächtige düstere Vorahnung auf, dass sie sie lieber nicht berühren wollte. Erschrocken wich sie zurück.

»Du brauchst keine Angst zu haben«, versicherte der Hüter ihr. »Dir wird kein Leid geschehen.« Er legte die wettergegerbten Hände zusammen.

Ihr blieb nichts anderes übrig. Kyndra streckte die Hände aus und legte sie um das Relikt.

Es fühlte sich unwirklich an und eiskalt. Ohne es zu wollen, hob sie es vom Tisch. Ein Summen schwoll in ihren Ohren an; leise zuerst, dann mit jeder Sekunde lauter. Sollte das so sein? Sie sah, dass der Hüter die Stirn runzelte. Die Schale wirkte dunkel und wurde so unerträglich kalt, dass sie einen leisen Schmerzenslaut ausstieß, doch als sie versuchte, sie abzusetzen, konnte sie die Hände nicht davon lösen. Das Wasser in ihrem Inneren zischte, und für einen Moment sah sie, wie sich tausend Lichtpunkte in den Tiefen spiegelten. Dann gefror es zu dampfenden Eiskristallen.

»Nein!« Der Hüter stürzte herbei, aber es war zu spät. Mit einem scharfen Knacken zersprang das ehrwürdige Relikt. Eissplitter prallten von den Zeltwänden ab.

Die Einzelteile fielen Kyndra aus den brennenden Händen. Sie war mit eisigen Fragmenten übersät und starrte reglos darauf. Nachdem das Summen verklungen war, zog sich das Schweigen scheinbar endlos in die Länge. Der Alte stieß ein Wimmern aus. In seinen Augen standen ungeweinte Tränen.

»Was hast du getan?«, heulte er auf. »Was hast du getan?«

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