Interview mit C.L.Taylor zu »Detox«
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»Ich werde dich finden. Und zerstören.«

Freitag, 18. November 2016 von C.L. Taylor


Interview mit C.L.Taylor zu »Detox«

Was hat Sie dazu bewogen, Detox zu schreiben ?

Frauenfreundschaften wie in Detox haben mich schon immer fasziniert, vor allem das Kräftespiel in eng zusammengewachsenen Gruppen. Meistens sind Freundschaften unter Frauen gesund und positiv – man vertraut ihnen buchstäblich das eigene Leben an –, aber manchmal eben auch nicht. Manchmal sind sie viel schädlicher, als es nach außen hin den Anschein hat, und dann lauern unter der Oberfläche Besitzansprüche, Feindseligkeit, Verbitterung, Konkurrenzdenken und Neid. Ich wollte eine Geschichte schreiben über eine Gruppe von Frauen, die anscheinend gut miteinander auskommen, deren Freundschaft aber gespickt ist mit Problemen, die keine von ihnen anpacken will. Ich war neugierig, was wohl passieren würde, wenn ich die Freundinnen in eine gefährliche Situation versetze, in eine Art Feuerprobe, in der sie gezwungen sind, einander zu vertrauen, um zu überleben. Helfen sie sich gegenseitig oder gehen sie stattdessen aufeinander los ?
 

Haben Sie persönliche Erfahrungen in den Roman einfließen lassen ?

Wie die vier Frauen im Roman habe ich einmal in Nepal Urlaub gemacht. Anders als bei Emma und ihren Freundinnen war das die tollste Zeit meines Lebens, und wenn überhaupt etwas passierte, dann war es so, dass unser Freundeskreis durch die dort gemachten Erfahrungen noch enger zusammenrückte.
Aber ich habe durchaus auch schon Freundschaften erlebt, die ungesund waren – Freunde, die überschäumend waren, großzügig, spontan und lustig, aber auch launisch, neidisch und streitsüchtig. Wenn eine solche Person im Mittelpunkt einer Freundesclique steht, kommt sie mit asozialem Verhalten durch, weil allen anderen klar ist, dass sie ausgeschlossen werden, wenn sie diese Person zur Rede stellen. Das kann zu Spannungen, Einsamkeit und Misstrauen führen – zu Gefühlen, die meine Leser bei der Lektüre von Detox hoffentlich durchleben.

 

Ihre Figuren wirken sehr authentisch. Wie versetzen Sie sich als Autorin in ihre Köpfe ?

Meine Figuren sind stets eine Mischung aus mir selbst, aus Menschen, die ich kenne, und Menschen, die ich beobachtet habe, sowie aus meiner Fantasie. Ich sorge immer dafür, dass ganz deutlich wird, wonach meine Figuren sich sehnen und was sie mehr als alles in der Welt haben möchten. Und natürlich beschreibe ich, wovor sie sich am meisten fürchten. Ich blicke auch immer zurück auf ihre Kindheit, um herauszufinden, wie ihre Vergangenheit sie zu den Menschen gemacht hat, die sie heute sind. Und dann achte ich noch auf ganz offensichtliche Details wie ihr Aussehen und ihre Kleidung. Außerdem verwende ich viel Zeit darauf, über die Angewohnheiten meiner Figuren nachzudenken : ihre Körperhaltung, ihre Art zu gehen und zu sprechen. Manchmal weiß ich bereits alles über eine Figur, bevor ich mit dem Schreiben beginne. Manchmal lerne ich sie aber auch erst nach dem ersten Entwurf richtig kennen.

 

Warum haben Sie entschieden, dass Emma in einem Tierheim arbeitet ?

Emma wollte immer Tierärztin werden, und nach der Erfahrung in Ekanta Yatra wollte ich ihr zu einem Neustart verhelfen. Es sollte um Tiere gehen, nicht um Menschen. Obwohl sie sozial immer noch sehr isoliert lebt (sie vertraut den Menschen nicht genug, um sie an sich heranzulassen), wollte ich, dass sie zufrieden ist und dass sie viel zu verlieren hat, als der Brief und die Nachrichten eintreffen. Außerdem gefiel mir die Ähnlichkeit zwischen Emma und den Tieren, um die sie sich kümmert. Genau wie Jack wurde sie verletzt und schlecht behandelt, und es braucht Geduld und Sanftmut, um ihr beizubringen, wie man jemandem vertraut und ihn liebt.

 

Kannten Sie das Ende bereits, als Sie mit dem Schreiben von Detox begonnen haben ?

Tatsächlich habe ich den Schluss mehrmals geändert. Ursprünglich sollte Daisys Sturz in den Abgrund ein Unfall sein und Al an einem Asthmaanfall sterben (oder in dem Auto, nachdem Leanne sie angegriffen hat). Doch dann spürte ich auf einmal, dass es zu düster wäre, Emmas Freundeskreis komplett zu zerstören. Ich brauchte eine Freundschaft, die das alles übersteht, eine Person, der Emma vertraut, trotz allem. Ich glaube nicht daran, dass Emma und Al für den Rest ihres Lebens eng befreundet bleiben. Sie haben zu viel durchgemacht, und ein Zusammentreffen der beiden ruft unwillkürlich schlechte Erinnerungen wach. Aber sie gehen glücklicheren Zeiten entgegen, und das haben sie teilweise auch dem gegenseitigen Vertrauen zueinander zu verdanken.

 

In Detox gibt es viele verblüffende Wendungen. Sind Sie manchmal selbst davon überrascht ?

Unbedingt ! Als ich an der ersten Fassung saß, hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung von der Handlung, aber dann kamen mir während des Schreibens neue Ideen. Manchmal musste ich daraufhin einen völlig anderen Kurs einschlagen als den eigentlich geplanten. Doch genau das gehört zur Magie des Schreibprozesses : die Art und Weise, wie dein Verstand Überraschungen bereithält. Dadurch bleibt das Schreiben für den Autor selbst unterhaltsam, und der Leser kommt – hoffentlich – in den Genuss einiger unvorhersehbarer Wendungen.

C.L. Taylor

wurde in Worcester geboren und studierte Psychologie an der Northumbria University. Sie arbeitete als Grafikdesignerin und Web-Entwicklerin, bis sie ihre Jobs an den Nagel hängte, um sich ausschließlich dem Schreiben zu widmen. »Detox« wurde zum Sunday-Times-Bestseller und hat sich in fünfzehn Länder verkauft. Mehr zur Autorin unter https://cltaylorauthor.com/

»Detox« erzählt die Geschichte von Jane Hughes, einer ganz normalen Frau, die in einem kleinen Cottage in Wales lebt, in einem Tierheim arbeitet und in einen netten Mann verliebt ist. Nur, dass dieses Leben eine Lüge ist, denn Jane Hughes gibt es gar nicht...
Mehr über die Hintergründe des schrecklichen Schicksals, das Jane und ihre Freundinnen während eines Urlaubs in Nepal ereilte, verrät uns die Autorin im folgenden Interview.

Blick ins Buch
DetoxDetox

Thriller

Jane Hughes ist eine ganz normale Frau. Sie lebt in einem kleinen Haus, arbeitet in einem Tierheim und ist in einen netten Mann verliebt. Doch ihr Leben ist eine Lüge. Jane Hughes gibt es nicht. Ihre wahre Identität hat sie begraben, zusammen mit der Schuld und den Erinnerungen daran, was vor fünf Jahren in dem Wellness-Resort in Nepal geschah. Mit ihren drei besten Freundinnen wollte sie die Reise ihres Lebens machen – doch nur zwei von ihnen kamen lebend zurück. Jetzt will jemand Rache. Und wird nicht ruhen, bis er Janes Leben und alles, was sie liebt, zerstört hat.

Kapitel 1

Heute

Dieser Mann sucht Streit, das sehe ich schon, bevor er ins Gebäude kommt. Ich erkenne es an der Art und Weise, wie er die Tür seines Geländewagens zuschlägt und über den Parkplatz stürmt, ohne darauf zu achten, ob seine pummelige bebrillte Frau ihm folgen kann. Als er vor der Doppelglastür steht, durch die man in den Empfangsbereich mit dem Tresen für die Anmeldung kommt, wende ich den Blick ab, setze mich aufrecht vor meinen Computer und starre auf den Bildschirm. Mit einem potenziellen Angreifer vermeidet man besser jeglichen Blickkontakt. Wenn man zwölf Stunden am Tag in der Gesellschaft gefährlicher Tiere verbringt, lernt man eine Menge über Imponiergehabe, Angst und Angriffslust – und das nicht nur in Bezug auf Hunde.

Die über der Tür angebrachte Glocke bimmelt, als der Mann den Empfangsbereich betritt, aber ich fahre damit fort, die Evaluierungen der letzten sieben Tage in die Datenbank des Computers einzugeben. Ein Schäferhundmischling, Tyson, wurde vor einer Woche von einem Polizisten hergebracht, und seit er unter Beobachtung steht, sind uns einige Verhaltensstörungen gegenüber anderen Hunden, Katzen und Menschen aufgefallen. Nicht weiter verwunderlich für einen ehemaligen Drogenspürhund. Manche Leute sind der Meinung, ein Hund wie Tyson sollte zu seinem eigenen Besten eingeschläfert werden, aber ich weiß, dass wir ihn wieder resozialisieren können. Deine Vergangenheit bestimmt nicht zwangsläufig über deine Zukunft.

» Wo ist mein verdammter Köter ? « Der Mann lehnt sich mit beiden Ellbogen auf den Tresen und schiebt das Kinn nach vorne. Unter seiner zu großen Lederjacke verbergen sich schmale Schultern, und die Jeans sitzt locker auf den Hüften. Er ist vermutlich nicht älter als Ende vierzig, höchstens Anfang fünfzig, aber er sieht verlebt aus. Er ist genau der Typ für eine gefährliche Rasse, vermute ich. Kleiner Mann, großes Auto. Und natürlich ein großes Tier. Kein Wunder, dass er ihn zurückhaben will. Ihm fehlt sein Hund als Penisverlängerung.

» Kann ich Ihnen behilflich sein ? « Ich drehe mich auf meinem Stuhl so um, dass ich ihm direkt ins Gesicht sehen kann, und lächele.

» Ich will meinen Hund zurück. Einer meiner Nachbarn hat die Bullen gesehen, während wir weg waren. Sie haben ihn hinten aus dem Garten geholt. Ich will ihn wiederhaben. «

» Er heißt Jack, ein Staffordshire-Bullterrier. Er ist fünf. « Die bebrillte Ehefrau rauscht schnaufend in den Empfangsbereich. Ihre Leggins sind an den Knien ausgebeult, aber den pinkfarbenen Lippenstift hat sie sorgfältig aufgetragen und die grau melierten Haare zu einem ordentlichen Pferdeschwanz zusammengebunden.

» Und Sie sind ? « Ich mustere den Ehemann.

» Gary. Gary Fullerton «, erwidert der Mann, ohne seine Frau eines Blickes zu würdigen.

Ich weiß, von welchem Hund hier die Rede ist. Jack wurde vor vier Tagen zu uns gebracht. Sein rechtes Auge war fast komplett zugeschwollen, die Lefzen waren eingerissen und blutig, und sein linkes Ohr war so zerfleischt, dass der Tierarzt die Hälfte davon abtrennen musste. Er war in einen Kampf verwickelt gewesen, aber sicherlich nicht eins gegen eins. Die vielen Narben auf seinem Körper und die Verletzungen an der Schnauze sprechen eine deutliche Sprache. Sein Besitzer kommt wohl gerade frisch vom Polizeirevier. Auf Kaution freigelassen, vermutlich in Erwartung einer offiziellen Anhörung.

Mein Lächeln schwindet. » Tut mir leid, aber da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen. «

» Ich weiß, dass er hier ist «, sagt der Mann. » Sie dürfen ihn nicht behalten. Wir haben nichts Falsches getan. Er ist im Park in eine Beißerei geraten, mehr nicht. Uns stehen sieben Tage zu, um ihn zurückzufordern. Das hat mir ein Kumpel gesagt. «

Ich drehe mich zur Seite, bis ich wieder aufrecht vor dem Bildschirm sitze und wir erneut keinen direkten Blickkontakt mehr haben. » Tut mir leid, aber ich bin nicht befugt, über einzelne Dossiers Auskunft zu geben. «

» Hallo ? « Er beugt sich vor, packt den Computerbildschirm und dreht ihn zu sich um. » Ich rede mit Ihnen. «

» Gary … « Seine Frau legt ihm eine Hand auf den Arm. Er starrt sie wütend an, lässt aber wenigstens den Bildschirm wieder los. » Ich bitte Sie. « Ihr Blick sucht mein Namensschild. » Bitte, Jane, wir wollen Jack nur sehen, mehr nicht. Wir wollen uns nur vergewissern, dass es ihm gut geht. Wir möchten keine Schwierigkeiten machen, wir wollen nur unseren Jungen sehen. «

Hinter ihren Brillengläsern bekommt sie feuchte Augen, aber ich verspüre keinen Funken Mitleid für sie. Garantiert war sie eingeweiht, dass Gary Jack zu Hundekämpfen bringt. Vermutlich hat sie ab und zu Einspruch erhoben und vielleicht ernsthaft versucht, Jack danach mit einem feuchten Lappen wieder sauber zu kriegen, aber letzten Endes hat sie nichts dagegen unternommen, dass ihr Hund regelmäßig in Stücke gerissen wird.

» Es tut mir leid. « Ich schüttele den Kopf. » Zu einzelnen Fällen darf ich nichts sagen. «

» Welcher verdammte Fall denn ? «, poltert der Mann los, aber seine Arme hängen seitlich schlaff am Körper hinunter. Die Kampfeslust hat ihn verlassen. Er weiß, dass er hier keinen Fuß auf den Boden kriegt. Das Gebrüll ist nur Show. Das Schlimmste ist, dass er seinen Hund wahrscheinlich liebt. Kein Zweifel, er war stolz auf Jack, als der seine ersten Kämpfe gewann. Wahrscheinlich gab er ihm hinterher eine ganze Handvoll Leckerlis und saß eng umschlungen mit ihm auf dem Sofa. Aber dann verlor Jack immer öfter, und das gefiel Gary ganz und gar nicht. Es verletzte seinen Stolz, und deshalb brachte er ihn immer wieder zu Hundekämpfen und wartete jedes Mal darauf, dass Jacks Kampfgeist zurückkehrte und das Blatt sich zu seinen Gunsten wendete.

» Alles in Ordnung, Jane ? « Sheila, meine Vorgesetzte, kommt aus dem Flur rechts von mir zur Anmeldung und legt mir eine Hand auf die Schulter. Sie lächelt Gary und seine Frau an, aber der angespannte Zug um ihren Mund verrät, dass sie jedes einzelne Wort mitbekommen hat.

» Wir gehen jetzt. « Gary schlägt mit der rechten Hand flach auf den Tresen. » Aber Sie hören nicht das letzte Mal von uns. «

Er dreht sich um und stolziert zum Ausgang. Seine Frau bleibt wie festgenagelt stehen, verknotet die Finger ineinander und bittet mich stumm um Hilfe.

» Komm schon, Carole ! «, giftet Gary sie an.

Sie zögert, nur für den Bruchteil einer Sekunde, dann trottet sie gehorsam hinter ihm her. Die Glocke über der Tür bimmelt wieder, als die beiden den Empfangsbereich verlassen. Im Entenmarsch überqueren sie den Parkplatz, Gary vornweg, Carole dicht hinter ihm. Wenn sie sich umdreht, gehe ich ihr nach. Ich werde mir einen Vorwand ausdenken, mit ihr allein zu reden. Dieser Blick, mit dem sie mich gerade angesehen hat … da ging es nicht nur um den Hund.

Dreh dich um, Carole, dreh dich um !

Als Gary seinen Schlüsselanhänger an den Range Rover hält, gehen die Blinker kurz an, und er öffnet die Tür. Carole klettert auf den Beifahrersitz. Gary sagt etwas zu ihr, als sie sich anschnallt, und dann nimmt sie die Brille ab und reibt sich die Augen.

» Jane «, Sheila drückt mir sanft die Schulter, » ich glaube, wir sollten uns eine Tasse Tee gönnen, meinst du nicht auch ? «

Ich höre genau, was sie mir zwischen den Zeilen sagen will : Jack geht dich etwas an, Carole nicht.

Sie macht sich auf den Weg zum Personalraum, bleibt dann aber plötzlich stehen. » Ach, Mensch, ich habe ganz vergessen, dir das hier zu geben. « Sie reicht mir einen Briefumschlag. Mein voller Name steht handschriftlich quer über die ganze Vorderseite : Jane Hughes, Tierheim Green Fields. » Bestimmt ein Dankesbrief. «

Ich fahre mit dem Daumen unter die Klebekante und öffne den Umschlag, während Sheila erwartungsvoll im Türrahmen stehen bleibt. Er enthält ein einziges Blatt im Format DIN A4, vierfach gefaltet. Ich überfliege den Text, dann falte ich es wieder zusammen.

» Und ? «, fragt Sheila.

» Von Maisies neuen Besitzern. Sie hat sich gut eingewöhnt, und sie sind bis über beide Ohren in sie verliebt. «

» Super. « Sheila nickt zustimmend, bevor sie Richtung Personalraum weitergeht.

Ich warte, bis ich ihre Schritte nicht mehr höre, dann starre ich durch die Doppelglastür auf den Parkplatz. Wo Garys Geländewagen stand, ist nur noch eine Lücke.

Ich falte das Blatt Papier wieder auseinander und lese den Text noch einmal. Es ist nur ein einziger Satz, in der Mitte der Seite, von Hand geschrieben mit einem blauen Kugelschreiber.

 

Ich weiß, dass Du nicht Jane Hughes heißt.

Es stimmt. Mein richtiger Name ist Emma Woolfe.

 

Kapitel 2

Vor fünf Jahren

Daisy sagt kein Wort, als ich mich ihr gegenüber an den Tisch setze. Stattdessen schiebt sie mir ein volles Schnapsglas vor die Nase. Ihr Blick schweift gleich weiter, abgelenkt von mehreren Männern, die sich auf dem Weg zu einem leeren Tisch bei den Klos gerade durch den Pub schlängeln. Einer der Männer am Ende des Trupps, ein dunkelhaariger kleiner Kerl mit Wampe, muss zweimal hingucken. Dann stößt er den Typ neben sich begeistert an, der kurz stehen bleibt, sich umdreht und Daisy anerkennend zunickt. Sie weist ihn mit dem Hochziehen der Brauen in seine Grenzen, und dann endlich nimmt sie mich wahr.

» Trink ! «, ruft sie und deutet auf das Glas. » Reden können wir später. «

» Ich freue mich auch, dich zu sehen. «

Ich kümmere mich weder um den Inhalt des Schnapsglases, noch rieche ich daran. Stattdessen kippe ich es in einem Zug hinunter und greife anschließend nach dem Glas Weißwein, das Daisy als Nächstes in meine Richtung schiebt. Nach dem scharfen Schnaps mit Anisgeschmack schmecke ich kaum etwas von dem Wein.

» Alles klar, Süße ? «

Ich schüttele den Kopf und nehme einen weiteren Schluck von dem Wein.

» Hat dich das Arschloch Geoff mal wieder angepisst ? «

» Ja. «

» Dann kündige endlich ! «

» Wenn das so einfach wäre. «

» Natürlich ist es so einfach, Emma. « Daisy fährt sich mit beiden Händen durch das blonde Haar und wirft ihre Mähne so gekonnt über die Schulter, dass sie den Rücken hinunterwallt. » Du druckst eine Kündigung aus, du gibst sie ihm, und dann gehst du, wahlweise mit erhobenem Stinkefinger. «

Ein Typ mit zwei vollen Biergläsern in der Hand stößt mit der Hüfte gegen meinen Stuhl. Das Bier schwappt über und landet auf meiner linken Schulter.

» ’tschuldigung «, sage ich automatisch. Der Typ ignoriert mich und geht einfach weiter zu seiner Clique.

Daisy verdreht die Augen.

» Tu’s nicht ! «

» Was denn ? « Sie sieht mich wie ein Unschuldslamm an.

» Scheiß mich nicht an, weil ich mich andauernd entschuldige, und lauf ihm nicht hinterher ! «

» Als hätte ich das vorgehabt. «

» Hattest du. «

Sie zuckt mit den Achseln. » Na gut, ja, aber irgendjemand muss sich ja für dich ins Zeug legen. Möchtest du vielleicht, dass ich mal ein Wörtchen mit deinem Boss rede ? Ich mach’s sofort, ehrlich. «

Ihr Handy, das vor ihr auf dem Tisch liegt, vibriert und klingelt, und sie beendet den Anruf, indem sie mit dem Finger einmal auf Ablehnen tippt. Ich sehe ihre abgekauten Fingernägel.

Daisys Lidstrich ist perfekt, ihre blonden Haare sind glatt geföhnt und glänzen, aber ihre Nagelhaut ist an jedem Finger eingerissen, und der rote Nagellack blättert ab. Ihre Fingernägel sind ihr einziger Schwachpunkt.

Sie merkt, wie ich ihre Hände anstarre, ballt sie zu Fäusten und versteckt sie unterm Tisch.

» Er mobbt dich, Emma, so einfach ist das. Seit deinem ersten Arbeitstag kritisiert er dich und schafft es, dass du dich wie ein Stück Scheiße fühlst. «

» Ich weiß, aber es geht das Gerücht um, dass er das Büro in Manchester übernimmt. «

» Das erzählst du mir seit drei Jahren. «

» Ich kann nicht einfach kündigen. «

» Warum ? Wegen deiner Mum ? Herrgott noch mal, Emma, werd endlich erwachsen ! Du bist fünfundzwanzig und hast nur ein Leben. Tu endlich, was du willst ! Pfeif auf deine Mum ! «

» Daisy ! «

» Was denn ? «

Sie füllt ihr Glas nach und leert es in einem Zug. Ihrem gläsernen Blick nach zu urteilen, ist es nicht die erste Flasche Wein des heutigen Abends. » Jemand muss es mal laut sagen, und dieser Jemand bin dann eben ich. Du musst aufhören, dich um ihre Meinung zu scheren, und endlich tun, was du willst. Deine Manie, immer zu überlegen, was deine Familie denkt, wird allmählich langweilig. Seit der Uni redest du andauernd darüber und … «

» Tut mir leid, dass ich dich gelangweilt habe. Ich dachte, wir sind Freundinnen. « Ich schnappe mir meine Tasche und stehe auf, aber Daisy greift über den Tisch nach meinem Handgelenk und hält mich fest.

» Reg dich ab und hör verdammt noch mal auf, dich zu entschuldigen ! Setz dich, Emma ! «

Ich hocke mich auf die Stuhlkante. Ich kann mich nicht wehren. Wenn ich jetzt den Mund aufmache, fange ich an zu heulen, und ich hasse es, wenn mir das in der Öffentlichkeit passiert.

Daisy hält meine Hand. » Ich will nicht biestig sein. Ich will nur, dass du glücklich bist. Du hast mir doch erzählt, dass du genug gespart hast, um drei Monate lang nicht arbeiten zu müssen. «

» Das Geld ist für den Notfall gedacht. «

» Und dies ist ein Notfall. Dir geht es mies. Arbeite mit mir zusammen im Pub, bis du was Neues gefunden hast. Ian würde dich sofort einstellen, er steht auf rote Haare. «

» Sie sind gefärbt. «

» Emma, komm schon ! «

Ihr Handy vibriert und klingelt wieder, und diesmal höre ich trotz des Lärms im Pub Rihanna und Eminem Love the Way You Lie singen.

Daisy hebt die Hand, um mir zu signalisieren, dass ich kurz warten soll, und nimmt den Anruf entgegen. » Leanne ? Alles klar ? « Sie steckt einen Finger ins Ohr und runzelt konzentriert die Stirn. » Okay. Ja, wir sind gleich da. In einer Viertelstunde haben wir ein Taxi. Okay ? Bis gleich. «

Sie stopft das Handy in eine winzige Clutch, die wohl auf ihrem Schoß lag, und mustert mich. Am Ausdruck ihrer blauen Augen erkenne ich, dass sie sich Sorgen macht, aber da ist noch etwas : Erregung.

» Das war Leanne. Sie ist im Malice, in diesem neuen Schwulenklub in Soho, zusammen mit Al. Al macht Jagd auf Simone und ihre neue Freundin. «

» Mist. « Ich greife nach meiner Tasche und ziehe meinen Mantel von der Stuhllehne hinter mir.

» Ist das okay für dich, wenn wir gehen ? Ich weiß, dass wir gerade über deinen Job geredet haben, aber … «

» Ist schon gut. « Ich stehe auf. » Al braucht uns jetzt. Los, suchen wir uns ein Taxi ! «

 

Schweigend fahren wir mit dem Taxi durch die Regenpfützen und grellen Lichter in Londons West End. Die Straßen sind ungewöhnlich leer. Der starke Regen zwingt die Einheimischen und Touristen in sowieso schon überfüllte Pubs, deren Fenster vom Kondenswasser angelaufen sind.

Daisy ist mit ihrem Handy beschäftigt. Plötzlich hebt sie den Kopf. » Du weißt, dass heute der Todestag ihres Bruders ist, oder ? «, sagt sie.

» Als Bruder ? «

» Ja, ich habe sie heute Mittag angerufen. «

» Wie war sie drauf ? «

» Besoffen. «

» Scheiße, bei der Arbeit ? «

» Nein, sie hat blaugemacht. Sie war im Pub. «

» Das hat sie in letzter Zeit öfter getan. «

» Genau, wenn sie nicht gerade dabei ist, Simone zu stalken. « Daisy und ich tauschen einen vielsagenden Blick.

Al und Simone haben sich bereits vor einem Monat getrennt, aber Als Benehmen wird mit jedem Tag unberechenbarer. Sie ist davon überzeugt, dass Simone sie wegen einer anderen Frau verlassen hat, und sie will um jeden Preis herausfinden, wer das ist. Stundenlang sitzt sie vor dem Computer und sucht auf Google nach Hinweisen. Sie hat auch schon mehrere Facebook-Profile getürkt, um Zugriff auf Simones Konto und die Konten ihrer Freunde zu bekommen. Keine von uns sah die Trennung kommen, am wenigsten Al, die geplant hatte, Simone einen Heiratsantrag zu machen. Seit Monaten spart sie auf den Ring und eine Safari in Kenia. Elefanten sind Simones Lieblingstiere, und Al wollte ihr bei einem Ausritt mit Elefanten einen Antrag machen.

» Da wären wir «, sagt der Taxifahrer über die Schulter hinweg zu uns und hält vor dem pinkfarbenen Neonschild des Malice.

Daisy bugsiert einen Zehner durch den Spalt in der Trennscheibe, dann öffnet sie die Tür. » Also los, holen wir Al dort raus ! «

 

» Entschuldigung, Süße. Danke. Tut mir leid. «

Daisy bahnt sich unter Einsatz der Ellbogen den Weg durch den Pulk, der die Treppe blockiert, und ich folge in ihrem Schlepptau. Wir haben uns im Erdgeschoss bereits die halbe Strecke bis zur Tanzfläche durchgeboxt, um Leanne und Al zu finden, bis jetzt ohne eine Spur. Auch nicht von Simone.

» Die Klos ! « Daisy fährt herum und winkt mich mit dem Handy in der Hand zu sich, als sie oben an der Treppe ankommt. Dann biegt sie nach links ab.

Ich kämpfe mich durch die lange Schlange biertrinkender Frauen vor der Damentoilette, schaffe es aber irgendwie hinein zu den Kabinen.

» Hey ! « Eine massige Frau in einem Superdry-T-Shirt und Oversize-Jeans streckt rasend schnell einen tätowierten Arm aus, um mir den Weg zu versperren, als ich mich an ihr vorbeidrängeln will. » Das Ende der Schlange ist da hinten. «

» ’tschuldigung, aber ich suche nach einer Freundin. «

» Emma, hier ! « Eine Kabinentür fliegt auf, und Daisy winkt mir durch eine Lücke zu. Sie zieht für die Frau in der Schlange eine entschuldigende Grimasse. » Tut mir leid, aber wir haben hier eine Krisensituation. «

» Scheißlesben «, sagt die Frau, » immer so melodramatisch. «

 

In der Kabine ist nicht genug Platz für mich, also bleibe ich draußen und strecke nur den Kopf durch die Tür. Al sitzt auf der Kloschüssel und vergräbt den Kopf in den Händen. Leanne und Daisy stehen rechts und links von ihr und drängen sich an die Abteilwände. Alle paar Sekunden öffnet und schließt sich die Eingangstür zu den Klos, und wummernde House-Musik dröhnt in die Enge der Damentoiletten, während sich eine Frau nach der anderen laut meckernd auf der Suche nach einer freien Kabine an mir vorbeiquetscht.

» Al, liebe Al ! « Daisy schiebt ihr Kleid nach oben und hockt sich neben ihre Freundin. » Komm, wir bringen dich nach Hause. «

Al schüttelt den Kopf. Der Saum ihrer Jeans ist klatschnass vom Regen, und die Schnürsenkel ihrer Turnschuhe sind offen. Aus dem Ärmel ihres T-Shirts lugt Frischhaltefolie hervor. Sie hat sich wieder ein Tattoo stechen lassen, dessen Motiv ich aber nicht erkenne.

Leanne sieht mich so an, als falle ihr jetzt erst auf, dass ich auch da bin. Seit unserem letzten Zusammentreffen hat sie sich den Pony pink gefärbt. Ihr akkurat geschnittener schwarzer Bob wirkte schon immer ein bisschen streng, und eine neue Geek-Brille mit breitem schwarzem Gestell beherrscht ihr schmales Gesicht. Sie sieht aus, als hätte sie sich einen Motorradhelm übergestülpt.

Sie zuckt mit den Achseln und verdreht ihren Arm in meine Richtung, damit ich auf ihrer Mickymausuhr sehen kann, wie spät es ist. Mitternacht. Sie hält alle zehn Finger in die Luft und dann noch mal zwei – verdammt, Al betrinkt sich seit zwölf Stunden.

Es ist nicht das erste Mal. Leanne musste Daisy und mich schon mehrmals anrufen, um Al nach Hause zu bringen. Mit ihren eins siebzig bei achtundachtzig Kilo Lebendgewicht und dem Temperament eines wütenden Stiers bedarf es der geballten Kraft von uns dreien, damit wir Al abtransportieren können, vor allem wenn sie betrunken ist. Sonst hat Simone das erledigt, aber sie war im Vorteil, denn Al war in sie verliebt. Sie schaffte es immer, Al zum Gehen zu überreden, egal, wie viel sie intus hatte.

Zwei der Frauen, die sich gerade hinter mir die Hände waschen, fangen an zu lachen, und Al hebt den Kopf.

» Lachen die über mich ? Lacht ihr Scheißweiber etwa über mich ? « Sie will aufstehen, aber Leanne drückt sie an den Schultern wieder nach unten, und Daisy umklammert ihr Handgelenk, sodass Al auf der Kloschüssel festsitzt.

Ich drehe mich um. » Sie können dich überhaupt nicht sehen. «

» Sie wissen Bescheid. « Al fährt sich mit einer Hand durch den Irokesenschnitt. » Alle wissen Bescheid. Ich bin eine verdammte Witzfigur. «

» Nein, das stimmt nicht «, beruhigt Daisy sie. » Beziehungen gehen ständig auseinander, Al. Niemand urteilt über dich. «

» Ach ja ? Und warum hat Jess dann bei der Begrüßung ›Einzelfahrkarte‹  gesagt, als ich hereinkam ? «

» Weil du allein gekommen bist ? «

» Ach, verpiss dich, Daisy ! « Sie windet ihr Handgelenk aus Daisys Umklammerung. » Was weißt du schon ? Du bist noch kein einziges Mal in deinem ganzen Leben sitzen gelassen worden. «

» Na ja, ich aber schon «, mische ich mich ein, » und ich weiß, wie weh das tut. Vor allem wenn man wegen einer neuen Liebe verlassen wird. Ich hatte Jack schon eine ganze Weile in Verdacht, aber dann, als er … «

» Emma ! « Leanne zieht einen Finger wie ein Messer über die Kehle und will mir damit sagen, ich solle die Klappe halten.

» Also, das heißt ja nicht, dass Simone dich wegen einer anderen Frau verlassen hat «, schiebe ich nach, aber es ist zu spät. Al springt auf und drängelt sich an mir vorbei.

» Wenn sie mit dieser blöden Ziege hier ist, ausgerechnet heute, dann hau ich ihr eine rein. Ich hau beiden eine rein, diesen verdammten Möchtegern-Lesben-Schlampen ! «

» Al ! « Daisy stöckelt hinter ihr her und will sie am Arm packen. » Das ist sie nicht wert ! Al ! «

» Super, Emma. « Leanne funkelt mich wütend an. » Ich hatte sie gerade beruhigt, und nun heizt du ihr wieder ein. «

» Besonders ruhig wirkte sie nicht auf mich, als ich hier ankam. «

» Du hast sie vorher nicht erlebt. Sie hat auf die Klowände eingedroschen. Wir wären beinahe herausgeworfen worden ! «

» ’tschuldigung. Ich wollte nicht … «

Sie zwängt sich an mir vorbei. » Du willst nie irgendwas, Emma. «

 

Kapitel 3

Am nächsten Morgen sitze ich gerade erst seit zehn Minuten an meinem Schreibtisch, als mein Boss Geoff betont lässig angeschlendert kommt. Er bleibt hinter mir stehen und stützt sich mit einer Hand auf der Rückenlehne meines Stuhls ab. Ich rutsche so weit wie irgend möglich nach vorn, bis ich schließlich nur noch auf der Stuhlkante balanciere.

» Mal wieder spät dran, Emma. «

» Tut mir leid. « Ich richte meinen Blick starr auf das Blatt Papier, das vor mir auf dem Schreibtisch liegt. Eine Tabelle, an der ich arbeite. » Die U-Bahn hatte Verspätung. «

Das ist gelogen. Al hat im Klub schließlich doch noch Streit mit ihrer Exfreundin und deren neuer Partnerin angefangen. Sie haben sich auf der Tanzfläche gekloppt, und Daisy musste heftig mit dem Rausschmeißer flirten, damit wir heil aus der Sache rauskamen. Um zwei Uhr konnten wir Al endlich zu Hause abliefern, und dann musste ich noch auf ein Taxi warten, das mich zurück nach Wood Green bringt. Bis ich im Bett lag, war es nach drei.

» Du musst die Zeit nacharbeiten. Du bleibst heute bis sieben. «

» Aber da muss ich bereits in Clapham sein, mein Bruder tritt dort auf. «

» Daran hättest du heute Morgen denken und früher aufstehen sollen. Jetzt … « Mein Stuhl knarrt, als er sich mit dem vollen Gewicht auf die Lehne stützt und nach vorn beugt, bis sein Mund nur noch Zentimeter von meinem Gesicht entfernt ist. Ich spüre seinen heißen Atem am Ohr und nehme den säuerlichen Geruch wahr. » Ich erwarte diese Tabelle vor dem Mittagessen, damit ich sie mir ansehen kann, bevor ich heute Nachmittag mit dem Verkaufsteam zusammensitze. Oder muss ich damit rechnen, dass die Tabelle sich auch verspätet ? «

Am liebsten würde ich ihm sagen, er solle sich seine Tabelle in den Arsch schieben. Stattdessen balle ich die Hände zu Fäusten und grabe die Fingernägel in die Handflächen. » Nein, kein Problem. «

 

Seit drei Jahren bin ich Geoffs persönliche Assistentin. Er leitet das Verkaufsteam hier bei United Internet Solutions, einer Firma, die sich auf Software-, Hosting- und Suchmaschinenoptimierung spezialisiert hat. Ich sollte eigentlich nur drei Monate hier arbeiten – einer von vielen Zeitarbeitsjobs nach meinem Uniabschluss –, aber mit einer üppigen Gehaltserhöhung und einer Festanstellung wollte mich Geoff behalten. Schon damals meinte Daisy, ich solle ablehnen und was anderes machen. Aber das Einzige, was ich wirklich jemals werden wollte, war Tierärztin, und mit einem Abschluss in Betriebswirtschaft ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Noch mal zurück zur Zeitarbeit – das halte ich nicht aus.

Deshalb warte ich, bis Stephen Jones auftaucht, Geoffs Lieblingsvertreter und selbst ernannte Spitzenkraft, mit Geoff in dessen Büro verschwindet und die Tür hinter sich zuzieht. Noch im selben Augenblick rase ich mit dem im Ärmel versteckten Handy in die Damentoilette. Als Erstes überprüfe ich die Kabinen, ob auch keine der anderen beiden Frauen, die für UIS arbeiten, auf dem Klo ist, und erst dann rufe ich Mum an. Heute ist Dienstag, sie sollte also zu Hause sein. Nur montags, mittwochs und freitags arbeitet sie in der Arztpraxis meines Vaters mit, die sie gemeinsam eröffnet haben, als sie gerade frisch verheiratet und noch kinderlos waren. Das Telefon klingelt mehrere Minuten lang, bis sie endlich abnimmt. Sie hat seit Jahren ein Handy, aber sie weiß immer noch nicht, wie man die Mailbox einrichtet.

» Solltest du nicht arbeiten ? «, begrüßt sie mich. Kein Hallo, Emma !, kein Alles in Ordnung bei dir, Liebes ?, nur ein Solltest du nicht arbeiten ?

» Ich arbeite ja. «

» Solltest du dann telefonieren ? Du möchtest doch deinen Boss nicht verärgern, vor allem nicht nach deiner letzten Beurteilung. «

» Mum, kannst du einfach mal … ach, egal. Hör zu, ich schaffe es heute Abend nicht zu Henrys Auftritt. «

Sie atmet hörbar laut ein und stößt danach einen übertriebenen Seufzer aus. » Ach, Emma ! «

Da ist er wieder, dieser enttäuschte Unterton, der nur darauf abzielt, dass ich mich wie der letzte Dreck fühle.

» Es tut mir leid, Mum. Ich wollte wirklich kommen, aber … «

» Henry wird enttäuscht sein. Du weißt, wie viel Arbeit er in seine One-Man-Show investiert hat. Heute Abend geht es um alles, er hat viele Agenten eingeladen, und es ist äußerst wichtig, dass das Publikum ihn unterstützt und … «

» Das ist mir klar, Mum. «

» Er will damit in Edinburgh auftreten, das weißt du doch, oder ? Wir sind so stolz auf ihn. «

» Ja, das weiß ich auch, aber Geoff … «

» Kannst du ihn nicht noch mal nett bitten ? Bestimmt lässt er dich gehen, wenn du ihm erklärst, warum und weshalb. «

» Ich habe ihn bereits gefragt. Er verlangt, dass ich bis sieben arbeite, weil ich heute Morgen zu spät gekommen bin. «

» Herrgott noch mal, dann ist es also deine eigene Schuld, dass du nicht kommen kannst ? Sag bloß, du warst wieder bis in die Puppen mit deinen Freundinnen unterwegs ! «

» Ja. Nein. Wir mussten Al helfen. Ich hab dir doch erzählt, wie aufgebracht sie wegen Simone war und … «

» Und das soll ich jetzt Henry sagen, ja ? Dass dir deine Freundinnen wichtiger sind als deine Familie ? «

» Das ist unfair, Mum. Ich war bei jedem von Georges Turnieren und bei der Eröffnung von Isabellas Tanzstudio. «

Ich habe nahezu meine gesamte Kindheit damit verbracht, von einem Geschwister-Event zum nächsten gezerrt zu werden, und es ist mir so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich noch heute jeden Tag damit beginne, in meinem Küchenkalender nachzusehen, wer von ihnen was vorhat. Isabella ist die Älteste von uns vieren : zweiunddreißig, ehemalige Tänzerin, unverschämt hübsch und verheiratet, ein Sohn. George ist mein älterer Bruder. Er ist achtundzwanzig und Golfprofi, lebt in St. Andrews, und ich sehe ihn kaum. Henry ist mit vierundzwanzig der Jüngste – und der nächste Jimmy Carr, wenn man meiner Mutter Glauben schenkt.

» Mum ? «

Das Schweigen hält zwei, drei, vier Sekunden lang an.

» Mum ? Bist du noch dran ? «

Sie seufzt wieder. » Du solltest weiterarbeiten. Es klingt so, als hättest du sowieso schon genug Schwierigkeiten. «

Ich wische mir mit dem Handballen über die Augen. » Wünschst du bitte Henry viel Glück von mir ? «

» Mach ich. Bis bald. Geh an die Arbeit ! Streng dich an und mach uns stolz ! «

Die Leitung ist unterbrochen, bevor ich antworten kann.

 

Kapitel 4

Heute

Mit dem Brief in der Hand und meiner Kuriertasche an den Füßen sitze ich im Personalraum. Es ist jetzt sechs Stunden her, dass Sheila mir den Umschlag überreicht hat, und ich habe den Überblick verloren, wie oft ich ihn mir schon angesehen habe. Mein Name, mein angenommener Name, Jane Hughes, steht über der Anschrift : Tierheim Green Fields, Sanctuary, Bude, Nr Aberdare, Wales. Er ist als Eilbrief frankiert, in der rechten oberen Ecke. Die Briefmarke wurde abgestempelt, aber der Abdruck ist so verschmiert, dass ich weder die Stadt noch das Datum entziffern kann. Die einzige Zeile des Briefs ist mit blauem Kugelschreiber in einer geschwungenen Handschrift verfasst. Die Wörter sind nicht groß, ausladend und fordernd niedergeschrieben, sondern fein säuberlich platziert, ohne Rechtschreibfehler.

» Du kannst ja gar nicht aufhören, diesen Brief zu lesen. « Sheila kommt mit ausgestreckter Hand auf mich zu. » Darf ich mal sehen ? «

» Da steht nichts drin. Wie ich schon sagte, nur ein Brief von Maisies neuen Besitzern. Nichts Wichtiges. « Ich zerknülle das Blatt Papier in meiner Hand und werfe es in den Papierkorb, bevor Sheila mich erreicht. Es prallt gegen den Rand und fällt hinein.

Unvermittelt bleibt Sheila mitten im Zimmer stehen. Ihre ausgestreckte Hand fällt nach unten, sie sagt leise » Oh «, holt den Brief aber nicht aus dem Papierkorb. Stattdessen lächelt sie mich verwundert an und geht zum Garderobenständer in der Ecke des Raums. Sie zieht sich ihre Regenjacke über, greift nach ihrer riesigen Handtasche, die auf einem der Stühle steht, und hängt sie sich über die Schulter.

» Ich bin dann weg «, sagt sie. » Kommst du morgen ? «

» Ja. «

» Vergewissere dich, dass alle Tore abgesperrt sind, bevor du gehst. Wir wollen doch nicht, dass Mister Geländewagen und seine Kumpels mitten in der Nacht den Versuch einer Hundeentführung wagen, oder ? «

» Ich denke daran, mach dir keine Sorgen. «

» Mach ich nicht. « Ihr echtes Lächeln kehrt zurück, und sie winkt mir zum Abschied zu.

Dreißig Sekunden später bimmelt die Glocke über dem Haupteingang. Sie ist weg. Ich fische den Brief aus dem Papierkorb, schiebe ihn wieder in den Umschlag und verstaue ihn in der Gesäßtasche meiner Hose. Dann suche ich in meiner Kuriertasche nach meinem Handy.

Ich habe zwei SMS und einen verpassten Anruf.

17 :55 – SMS von Will :

Bleibt es bei unserem Dinner heute Abend ? X

17 :57 – Verpasster Anruf : Will.

17 :58 – SMS von Will :

Sorry, wollte nur sichergehen. Du magst doch Seebarsch, oder ? Ich weiß, irgendeinen Fisch magst du nicht, aber ich kann mich nicht mehr erinnern, ob es Seebarsch oder Seebrasse war. Ist noch genug Zeit für den Supermarkt, wenn du keine Lust auf Fisch hast !

 

Mist, ich habe total vergessen, dass ich heute bei Will zum Abendessen erwartet werde.

Das Handy vibriert in meiner Hand, und eine fröhliche Melodie erfüllt den Raum.

Will.

Ich bin kurz versucht, von rechts nach links über den Bildschirm zu wischen und so zu tun, als müsse ich lange arbeiten, aber dann würde er sich nur Sorgen machen und es erneut versuchen.

» Hallo ? « Ich presse das Handy gegen mein Ohr.

» Jane ! « Er spricht meinen Namen jubilierend aus, und seine Stimme klingt so herzlich.

» Hi ! Tut mir leid, dass ich dich wegen des Abendessens nicht zurückgerufen habe, aber meine Schicht ist gerade erst zu Ende. Einer der Hunde hatte plötzlich explosionsartigen Durchfall, als ich auf meiner letzten Runde bei ihm vorbeikam. Deshalb musste ich seinen Schlafplatz abziehen und die Sachen in die Waschmaschine stopfen. «

» Hm, explosionsartigen Durchfall. Gefällt mir gut, wenn du mir so schmutzige Sachen erzählst. «

Er lacht. Ich will auch lachen, aber es gelingt mir nicht.

» Wie sieht’s aus, bist du heute Abend noch dabei ? « Jetzt schwingt ein winziges bisschen Anspannung in seiner Stimme mit. Unsere Beziehung steckt in vielerlei Hinsicht noch in den Kinderschuhen. Wir zeigen uns noch von der Schokoladenseite, sondieren das Terrain und versuchen, aus dem anderen schlau zu werden. » Ich habe nämlich eine Wette mit Chloe am Laufen. «

Chloe ist seine neun Jahre alte Tochter. Will ist offiziell noch nicht von ihrer Mutter geschieden, aber die beiden wohnen seit achtzehn Monaten nicht mehr zusammen, gehen aber – sagt er – schon sehr viel länger getrennte Wege.

» Welche Wette ? «

» Sie glaubt, dass du spätestens morgen früh tot sein wirst. «

» So ein mieser Koch kannst du gar nicht sein ! «

» Als wir zum ersten Mal mit ihr zum Feuerwerk in der Bonfire Night gegangen sind, hat sie die Nase in die Luft gehalten, geschnüffelt und gesagt : › Wenn Daddy kocht, riecht’s genauso. ‹ «

Dieses Mal muss ich tatsächlich lachen, und die Anspannung löst sich in Luft auf.

» Ich bin in spätestens einer halben Stunde da «, verspreche ich. » Ich muss hier nur noch zusperren und schnell nach Hause, duschen. «

» Muss das sein ? «, fragt Will. » Ich habe mich schon auf eine Prise Eau de Durchfall gefreut. «

» Du bist echt eklig. «

» Und trotzdem magst du mich noch – und was verrät uns das wiederum über dich ? «

 

Mein Grinsen löst sich in Luft auf, als ich den Personalraum verlasse. Als Erstes sperre ich die Glastüren des Haupteingangs ab, dann durchquere ich das Gebäude und gehe über den Innenhof zu den Hundezwingern. Kaum tauche ich in der Dämmerung auf, schlägt mir ohrenbetäubendes Gebell entgegen. Ich betrete das Gebäude und überprüfe noch einmal, dass alle Türen zu den Zwingern verschlossen, dass die Schlafplätze und die Spielsachen sauber und die Wassernäpfe voll sind. Ich hatte bereits vor Schichtende alles überprüft, aber bevor ich in die Nacht hinausgehe, muss ich mich rückversichern, dass alles in Ordnung ist. Als ich wieder draußen das Gebäude umrunde und mich den Auslaufzonen nähere, die mit den Zwingern durch eine Klappe verbunden sind, schwillt das Hundegebell an, und die Käfiggitter scheppern, als sich Luca, Jasper, Milly und Tyson dagegenwerfen. Nur Jack steht reglos und stumm da und starrt mich mit seinem gesunden Auge an.

» Alles wird gut, mein Junge. « Ich rede leise und vermeide Blickkontakt. » Du wirst wieder gesund. «

Sein Schwanz bewegt sich – allerdings sehr zögernd – von einer Seite auf die andere. Er möchte mir gern vertrauen, ist sich aber nicht ganz sicher, ob er es wirklich tun soll. Anders als bei Luca, Jasper und Milly werden Jacks Daten nach der siebentägigen Beobachtungsphase nicht auf unsere Internetseite gestellt, um ihn zur Vermittlung freizugeben. Stattdessen werden wir uns selbst um ihn kümmern, genau wie um Tyson, bis die Anhörung wegen Tierquälerei vor Gericht kommt. Es kann sein, dass er für Monate hierbleiben wird, aber ich habe nicht vor, von hier wegzugehen. Oder besser gesagt, ich hatte es nicht vor – bis der Brief kam.

Ich überprüfe noch die anderen Zwinger, dann gehe ich über den Hof zum Katzenhaus. Zwei der Katzen pressen ihre Pfoten gegen das Glas und miauen traurig, die anderen nehmen mich einfach nicht zur Kenntnis.

Ich überprüfe noch schnell die Anlage für die Kleintiere und vergewissere mich, dass auch hier alle Türen abgeschlossen und die Fenster gesichert sind. Hier ist es stiller, und mein Spiegelbild – blass und geisterhaft – folgt mir von Fenster zu Fenster auf meinem eiligen Weg über den Flur.

» Hallo ! Hallo ! «

Obwohl ich den Papagei Freddy kenne, zucke ich zusammen, als er quer durch seinen Käfig flattert und sich am Gitter auf meiner Augenhöhe festkrallt. Dann neigt er den Kopf zur Seite und fixiert mich aus seinen Knopfaugen. » Hallo ! Hallo ! «

Freddy gehörte einem pensionierten Major der Armee namens Alan, der ihm beigebracht hatte, Besucher wüst zu beschimpfen, vor allem nichts ahnende Zeugen Jehovas und Vertreter für Fenster mit Doppelverglasung. Nach Alans Tod wollte keiner seiner Verwandten auch nur das Geringste mit Freddy zu tun haben, also landete er bei uns. Er ist ein teurer Zuchtvogel, und ich glaube nicht, dass er lange bleiben wird. Wir haben uns aber angewöhnt, sensible Besucher so schnell wie möglich an ihm vorbeizuschleusen.

» Tschüss, Freddy ! «, rufe ich ihm auf dem Weg zum Haupteingang zu. » Bis morgen ! «

» Schlampe ! «, ruft er mir hinterher. » Tschüss, du blöde Schlampe ! «

 

Will redet seit zehn Minuten ununterbrochen, aber ich habe keinen Schimmer, worum es geht. Er fing mit einer lustigen Geschichte von heute Morgen aus der Schule an, in der ein zehnjähriges Mädchen in seiner Schulstunde über Oktopoden Tentakel mit Testikel verwechselte, aber seitdem ging das Gespräch irgendwie weiter, nur habe ich nicht zugehört. Sein Gesichtsausdruck verrät mir, dass Lächeln und Nicken als Reaktion nicht ausreichen.

Der Brief brennt ein Loch in die Gesäßtasche meiner Jeans, wo ich ihn nach dem Duschen verstaut habe. Er muss von einem Journalisten stammen, das ist die einzig logische Erklärung. Aber warum wurde er nicht unterschrieben ? Warum liegt keine Visitenkarte mit im Umschlag ? Es sei denn, diese Person will mir absichtlich Angst einjagen, damit ich mit ihr rede. Ich lebe seit fünf Jahren wieder in England, und der letzte Versuch eines Journalisten, mich zum Verkauf meiner Geschichte zu überreden, ist vier Jahre her. Warum also jetzt dieser Brief ? Vielleicht weil sich unser Trip nach Nepal gerade zum fünften Mal jährt und irgendwer das Ganze wieder ausgraben will.

» Du hast gelogen, oder ? «, sagt Will und sieht mich an.

» Wie bitte ? «

» In Sachen Seebarsch ? Es ist nicht Seebrasse, die du nicht leiden kannst, sondern Barsch. Deshalb hast du ihn auch nicht angerührt. «

Wir starren beide auf den völlig intakten Fisch auf meinem Teller und den Dill in der Buttersauce, die daneben zu einem öligen, dicken Film geronnen ist. » Tut mir leid, mir geht gerade so viel durch den Kopf. «

» Spuck’s aus … « Er fährt sich mit einer Hand durch das dunkle Haar, stützt das Kinn auf und mustert mich eindringlich. » Du weißt, du kannst mir alles erzählen. «

Ist das so ? Wir treffen uns seit drei Monaten, schlafen seit sechs Wochen miteinander, und trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir uns kaum kennen. Ich weiß, dass er William Arthur Smart heißt, zweiunddreißig Jahre alt ist, von seiner Frau getrennt lebt und eine neun Jahre alte Tochter hat, Chloe. Er ist Grundschullehrer, er mag Folkmusik, zu seinen Lieblingsfilmen gehört die Star Wars-Trilogie, und er hasst den Geschmack von Koriander. Ach ja, und er hat eine Schwester namens Rachel. Was weiß er über mich ? Man nennt mich Jane Hughes, ich bin dreißig, kinderlos, und ich arbeite im Tierheim Green Fields. Ich liebe klassische Musik, mein Lieblingsfilm ist Little Miss Sunshine, und ich mag die Konsistenz von Seebrassenfilets nicht. Ich habe zwei Brüder und eine Schwester – Henry, George und Isabella. Soweit stimmt alles. Fast.

» Was war die schlimmste Lüge, die du je erzählt hast ? «, frage ich Will.

Er runzelt einen Moment lang die Stirn, dann lächelt er. » Als ich zehn war, habe ich meinem Lehrer erzählt, Harrison Ford sei mein Vater. Ich behauptete, er würde mir vielleicht erlauben, den Millennium Falcon mit in die Schule zu bringen, wenn ich verspräche, ihn nicht zu zerkratzen. «

Diese Antwort ist so typisch Will, und ich muss einfach schmunzeln. Er ist ein guter Mensch. Was immer er in den letzten drei Monaten getan oder gesagt hat, gibt mir keinerlei Grund, etwas anderes von ihm zu denken, aber ich traue meinen Instinkten nicht über den Weg. Man kann Jahre seines Lebens mit einem Menschen verbringen und ihn kein bisschen kennen. Wie soll ich also jemandem vertrauen, den ich kaum kenne ?

» Hallo ? « Er wedelt mit einer Hand vor meinem Gesicht herum. » Ist da jemand ? «

» Entschuldige, was hast du gesagt ? «

» Ich habe dich gerade gefragt, warum du mich das gefragt hast. Das mit der Lüge. «

» Einfach so, aus Neugier. «

Er sieht mich ein paar Sekunden lang durchdringend an, dann seufzt er leise und greift nach meinem Teller. » Ich hole den Nachtisch. Und wenn du meinen weltberühmten Himbeerkäsekuchen auch nicht anrührst, schleppe ich dich zum Arzt, damit er deine Geschmacksnerven untersucht. «

» Will «, sage ich, als er in die Küche verschwindet.

» Ja ? « Er streckt den Kopf zurück ins Zimmer und hält dabei immer noch meinen vollen Teller in der Hand.

» Danke. «

Er sieht verwirrt aus. » Aber du mochtest ihn doch nicht. «

» Ich meine nicht den Fisch. «

» Was denn dann ? «

Ich möchte mich bei ihm bedanken, dass er mich nicht drängt, über meine Vergangenheit zu reden, und dass er mich so nimmt, wie ich bin, aber die Worte bleiben mir im Hals stecken.

» Dafür. « Ich mache eine ausladende Geste mit einer Hand über die Weinflasche und die flackernden Kerzen auf dem Esstisch. » Genau das habe ich gebraucht. «

Er rührt sich nicht vom Fleck, als müsse er erst überlegen, ob ich das sarkastisch meine oder nicht, aber dann grinst er über das ganze Gesicht. » Wenn dein Kompliment ein subtiler Trick ist, dich vor meinem Käsekuchen zu drücken, dann falle ich nicht darauf rein. Das ist dir schon klar, oder ? «

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