Interview Lucas Grimm
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Er sucht die Wahrheit. Sie sucht Rache.

Autor Lucas Grimm legt mit „In den Tod“ seinen zweiten Thriller um den Journalisten David Berkoff vor. Diesmal arbeitet Berkoff an einer großen Enthüllungsgeschichte: Die Bundesregierung beteiligt sich an Waffendeals in Syrien.
Im Interview spricht Lucas Grimm darüber, was ihn zu „In den Tod“ inspirierte. Lesen Sie außerdem ein Interview zu seinem Debüt-Thriller „Nach dem Schmerz“.

Fragen an Lucas Grimm zu „In den Tod“

Der Journalist David Berkoff aus „Nach dem Schmerz recherchiert wieder in einer spektakulären Sache. Was ist es dieses Mal?
Berkoff ist immer noch der besessene Journalist, der für eine gute Story bereit wäre, seine Großmutter zu verkaufen – er hat einen Hinweis darauf, dass die Bundesregierung in illegale Waffengeschäfte verwickelt sein könnte und geht dem nach, ohne zu ahnen, zwischen welche Fronten er sich dabei begibt. Denn es gibt in diesem Geschäft mehr Interessengruppen, als er annimmt. 

Wie sind Sie auf dieses Thema gestoßen?
Neben der (nach wie vor aktuellen) Thematisierung in den Medien waren es zwei Sachbücher, die mein Interesse geweckt haben. „Waffenhandel“ von Andrew Feinstein und „Schwarzbuch Waffenhandel“ von Jürgen Grässlin. Beide erzählen von komplexen korrupten Strukturen, die dafür sorgen, dass unter anderem deutsche Waffen in die Hände von Terroristen geraten.  

„In den Tod“ erzählt, wie sich Waffenhandel auf ein persönliches Schicksal auswirkt… 
Es gibt, wie in all meinen Geschichten, eine starke Frauenfigur. Hier ist es Nadja, deren Stärke aus einer tiefen Verletzung rührt. Sie erleidet ein fürchterliches Trauma, doch statt daran zu zerbrechen und sich zurückzuziehen, nimmt sie allen Mut zusammen und wird zu einer leidenschaftlichen Rächerin. Sie ist eine Heldin, wenn auch eine dunkle. „In den Tod“ handelt also auch von der grenzenlosen Liebe einer Schwester, von absoluter Loyalität und dem Willen, ein Ziel bis zu seinem tödlichen Ende zu verfolgen. Nadja steht stellvertretend für das Schicksal der Jesidinnen, die 2014 vom IS verschleppt, vergewaltig und versklavt wurden. Auch heute noch befinden sich tausende Jesidinnen in den Händen des IS. Diese Tragödie spielt eine wichtige Rolle in meinem Roman. Darüber hinaus war das Sachbuch „Ich bin eure Stimme“ von Nadia Murad eine wichtige Quelle für „In den Tod“.  Die Honorare aus meinen Lesungen gehen daher komplett an die Menschrechtsorganisation hawar.help g.e.V., die sich insbesondere um die Lage der Jesidinnen kümmert. 
 
Im ersten Band war David Berkoff ja in ein kompliziertes amouröses Abenteuer mit seiner Chefin verstrickt. Wie geht es damit weiter?
Neben dem politischen Thriller wird auch die Liebesgeschichte zwischen Berkoff und Marlene Albers weiter erzählt und auf eine harte Probe gestellt. Darüber hinaus gibt es eine zweite, eher platonische Liebesbeziehung, die davon handelt, wie wir in großer Not zueinander finden. Und körperliche Liebe spielt auch eine Rolle – gleich zu Anfang mit einem Höhepunkt, den der männliche Part so nicht erwartet hat.  

Lucas Grimm ist das Pseudonym eines erfolgreichen Drehbuchautors, der sein Leben jahrelang als Musiker, Schauspieler, Filmemacher und Entrepreneur gefristet hat. Nach einem Schicksalsschlag ist er mehrere Monate durch Amerika, Indien, Tansania und Israel gereist und hat begonnen zu schreiben. 2017 erschien sein erster Roman „Nach dem Schmerz“

Lucas Grimm über seinen Debüt-Roman, den Thriller „Nach dem Schmerz“

Herr Grimm, in Ihrem deutsch-deutschen Thriller geht es um Daten, für die sich seit der Wendezeit viele Geheimdienste interessiert haben und offensichtlich immer noch interessieren… Eine wahre Begebenheit?
Die Rosenholzdateien gibt es tatsächlich. Sie enthalten unter anderem die Klarnamen von Politikern, Journalisten und Unternehmern, die vor 1989 im Westen für die Stasi spioniert haben. Bis heute wird der vollständige Zugang zu den Akten durch die Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) blockiert.

Die Frage, die der Roman stellt, ist real: Warum werden diese Akten nicht freigegeben? Warum wird eine Forschungsgruppe aufgelöst? Was weiß der Verfassungsschutz über ehemals Westdeutsche, die in den Akten genannt werden? Was weiß der russische Geheimdienst FSB darüber? Wieso hält die CIA Akten von nichtdeutschen Personen aus dem Westen, die für die Stasi spioniert haben, zurück? Welche Rolle spielen bis heute Stasi-Seilschaften? Alles Fragen, die vermuten lassen, dass hier ein Komplott verborgen liegt, und unter Umständen Politiker in Deutschland bis heute erpressbar sind.

Die Cellistin Hannah Gold ist eine bemerkenswerte Protagonistin, ihre Musik spielt eine große Rolle im Roman. Wie ist die Figur entstanden?
Hannah Gold sollte von Anfang an eine Person sein, die an den Folterungen, die sie in der Kindheit erlitten hat, nicht zerbricht. Sie gehört somit zu den besonderen Heldinnen, über die ich schreibe. Das Cello und die Musik, gerade J. S. Bach, sind der emotionale Gegenpool zur Gewalt, die in dem Roman vorkommt.

Meine Recherche hat mich zu Martin Menking und Solène Kermarrec von den Berliner Philharmonikern geführt. Vor allem von Frau Kerrmarec habe ich sehr Persönliches über die Arbeit und die Gedanken einer Cellistin erfahren. Dazu kamen die Biographien von Jaqueline du Pré und der Pianistin Hélène Grimaud, die mir einen Einblick in die verwundete und abgründige Seele einer Musikerin ermöglichten.

Sie sind Autor erfolgreicher Kino und TV-Filme. Was hat Sie dazu bewogen, mit „Nach dem Schmerz“ Ihren ersten Thriller zu schreiben? Werden Sie weitermachen?
Fernsehen und Kino sind in einem engen thematischen Korsett gefangen. Dazu kommt die Hoheit der Redaktionen, die eine unsichtbare inhaltliche und formale Zensur vornehmen. Als Drehbuchautor hast du schon von vornherein die Schere im Kopf: Was kann ich erzählen und was nicht.

In der Welt der Literatur gibt es da weit weniger Einschränkungen, ja sogar von Seiten der Verlage eine Neugier auf ungewöhnliche, mutige und universelle Geschichten. Derzeit schreibe ich den zweiten Roman um den Journalisten David Berkoff, der hier mit einer abgründigen Heldin konfrontiert wird, wie man sie in Deutschland noch nicht gelesen hat.

Wird „Nach dem Schmerz“ denn verfilmt?
Ja, es gibt schon recht konkrete Pläne. Näheres dazu bald.

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Thriller

Die gefeierte Cellistin Hannah Gold berührt die Menschen mit ihrer Musik, doch an sie selbst kommt nichts und niemand heran: Seit sie vor 25 Jahren gefoltert wurde, kann Hannah keinen Schmerz mehr empfinden. Die damals Siebenjährige wurde vor den Augen ihres Vaters, einem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium der DDR gequält, um geheime Informationen aus ihm herauszupressen. Er schwieg - aber schwieg er mit Absicht, um den Preis ihres Lebens? Hannah hat ihren Vater nie wieder gesehen, bis er eines Abends er plötzlich in einem ihrer Konzerte sitzt. Von da an wird sie in einen Strudel aus alten und neuen Machenschaften hineingezogen. Wird verfolgt, angegriffen, gejagt. Es gibt keinen sicheren Ort mehr für sie, und sie begreift, dass es nur einen Ausweg geben kann: Sie muss hinter das Geheimnis ihres Vaters kommen.
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