Der PIPER-Buchtipp
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Montag, 08. April 2013 von Piper Verlag


Der PIPER-Buchtipp

Nele Mengler, Lektorat Sachbuch, über »Dies beschissen schöne Leben«

Das Buch? Schon wieder ein Bestseller. Von wem? Dem Autor, den ich am liebsten betreue. Warum? Weil er und seine Bücher nur so strotzen vor Lebensenergie, vor Abenteuer, vor »Thrill«, wie der Autor selbst zu sagen pflegt.

In jeder der 23 Geschichten dieses Buches erzählt er von seinen oftmals skurrilen und immer außergewöhnlichen Erlebnissen und Begegnungen – und verschont den Leser vor nichts. Unverblümt und trotzdem beinahe poetisch schreibt Altmann von einer großen Liebe, aus der dann doch nichts wurde, wie er zu einem leidenschaftlichen, unerkannten Bücherdieb wurde oder sieben Nächte im Central Park zwischen Dealern, Irren und Umtriebigen überlebte.

Jede dieser Stories steht für sich, doch jede einzelne ist überwältigend an Intensität, Sprachgewalt und Faszination darüber, wie aus einem, der eine wirkliche »Scheißjugend« hinter sich hat, ein so wagemutiger Allrounder werden konnte.

Andreas Altmanns Buch ist die Liebeserklärung eines Überlebenden, eine Ode an das Leben und eine Hymne auf seine wohl größte Geliebte: die deutsche Sprache.


Blick ins Buch
Dies beschissen schöne LebenDies beschissen schöne Leben

Geschichten eines Davongekommenen

Andreas Altmann knüpft da an, wo sein Bestseller »Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend« aufgehört hat. Nie wieder zurück in die Provinz, das war klar, aber was will er wirklich? Die Antwort heißt: Leben. Länder und Ideen, Drogen und Frauen, Missetaten und Mönchstum. Altmann schildert seine Erfahrungen mit Schonungslosigkeit gegen sich selbst – und mit Leidenschaft und Witz.
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VORWORT

Das wird ein seltsames Vorwort. Hier will der Autor dem Leser vom Buch abraten. Sagen wir, dem falschen Leser.Das wäre im vorliegenden Fall der moralisch einwandfreieZeitgenosse, der zartnervige, der genitalzonenfreie, dervon aller kriminellen Energie erlöste, jener eben, der gernzum » guten Buch « greift. Hier greift er daneben.Die Schlauen unter uns werden mich sogleich entlarven.Als einen Trickreichen, der hier scheinheilig falschenAlarm schlägt, um die Erregungsindustrie anzukurbeln.Ach Gottchen, wenn es nur so wäre. Nein, mein Warnschusshat Gründe.Ganz nah ran, hieß die Devise. Manchem ist das zu nah.Nichts wird hier » überhöht «, nirgends taucht eine » Metaebene« auf, nicht eine Zeile Literatur. Nur Geschichten, dieich erlebt habe, bescheidener formuliert: die mir widerfuhren.Bin eben nur Reporter. Bin sklavisch abhängig vonder Realität, von dem, was mir die Welt an Geschenkenund Zumutungen überlässt. Und die » reportiere « ich,schreibe sie auf. Schenkt mir die Welt nichts, bin ich amnächsten Tag arbeitslos. Denn noch nie lag ich im Bett undder Plot eines Romans kam über mich. Bis jetzt kam nieetwas, sprich: Immer musste ich das Bett verlassen und» leben «, jeden Satz dieser Seiten » erleben «.Ich vermute, dass ich diese » E rlebnisse « wohl meinerJugendverdanke. Über die ich in » D as Scheißleben meinesVaters, … « berichtet habe. Anders gesagt: Meine Lebenswut hat Wurzeln. Wie Trotz, wie Aufmüpfigkeit, wie denunwiderruflichen Schwur, alles anders zu machen, als esmir eingebläut wurde. Meine Geschichten, meine Spracheerzählen ganz nebenbei auch davon, wie Verwundungenund Schmähungen – erfahren an Leib und Seele – zu einemumtriebigen Leben anstacheln können.Die gemeinen Leser werden nach der Lektüre dennochbehaupten, der Inhalt des Buches wäre erfunden. So aberwitzigklingt manches. Wenn die Gemeinen wenigstensdiesmal recht hätten. Dann wäre ich ein veritabler Schriftsteller,dann wüsste ich endlich, wie ich meine alten Tageverbringe. Als Geschichtenerfinder, als einer, der dieWelt – im Kopf – neu zaubern kann. Auf der Terrasse meinerFinca, irgendwo in Andalusien.Nein, soweit wird es, werde ich, nicht kommen. Bin jaimmer nur ein umtriebiger Schreiber, der als Matrix nichtviel mehr hat als sein bisschen Dasein. Und die Chuzpe –ja, die schon – sich auszuliefern.Natürlich berichte ich nicht die Wahrheit. Gewiss dieWirklichkeit, noch präziser: jene Wirklichkeit, an die ichmich erinnere. Immerhin bin ich verwegen genug undunterschlagenicht meine Abstürze, ja Mittelmäßigkeitenund Feigheiten. Lauter Zustände, die belästigen statt trösten.Ein » Lebenshilfebuch « ist es wohl nicht geworden.Betrug,schwerer Diebstahl, Impotenz, misslungene Nähe,Homosex, Drogen, Hysterie, AIDS, Liebesunfähigkeit. Werwill sich das zumuten ?Oder doch ein Buch, das beim Leben hilft ? Weil es vonTatsachen berichtet, denen so viele von uns begegnen.Weil ein Mensch – na ja, der neugierige – wissen will, wieein anderer handelt und wie er behandelt wird. Und wie erdavonkommt. Oder eben nicht. Hier kann er es nachlesen.Und seine Lehren daraus ziehen. Wenn er denn mag.Dieses Buch – Dies beschissen schöne Leben – ist die Neuauflagevon getrieben, das vor ein paar Jahren in einemanderenVerlag erschien. Für die jetzt vorliegende Ausgabewurden alle Storys überarbeitet, zudem fünf neue Geschichteneingefügt. Darunter » D ie Vergewaltigung «, esdauerte, bis ich einen Verleger fand, der sich traute, diesenText zu veröffentlichen.Noch etwas: Ein halbes Dutzend Essays stehen auch imBuch. Sie klingen weniger drängend und stürmisch. Damitder Leser sich kurz ausruhen kann vom Fortissimo derStorys.Die ihn vielleicht an den Rand seiner Belastungsfähigkeittreiben. Und wohl oft ungestüme Widerredenhervorrufen.» Shoppen und Wellness « las ich einst in einer Anzeige.Lockruf einer Stadt. Uff, auf dass mir die Bekanntschaftdieses Orts auf ewig versagt bleiben möge. Wie gut, dassich einmal mehr einen Zeitgeist verschlafen habe. Mir grautvor der Wohlfühlgesellschaft, ich fordere noch immerüberschwängliche Gefühle, will auch in Zukunft zitternvor Freude, wenn eine Aufregung hinter mir liegt. Dasgnädige Glück des Frühgeborenen, desjenigen, der vor derErfindung der Virtualität auf die Welt kam, das ist dasmeine. Und all jener, die ihr Recht auf ein eigenständiges,eigenwilliges Leben nicht verraten haben. Ihnen ist diesesBuch gewidmet.

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