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Wüstenblut Wüstenblut

Wüstenblut

Roman

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Wüstenblut — Inhalt

Ibrahim Zahrami von der Mordkommission Dschidda steht vor einem Rätsel: Ein Beduine hat in der saudi-arabischen Wüste ein geheimes Grab entdeckt. Neunzehn Frauen fanden auf mysteriöse Weise den Tod. Ein Serienmörder muss vollkommen unbemerkt über mehrere Jahre sein Unwesen getrieben haben.

Gleichzeitig plagt Zahrami noch eine ganz andere Sorge: Seine Geliebte, die Undercover-Agentin Sabina Gampon, ist spurlos verschwunden – und er kann nichts tun, um sie zu retten, da auf Ehebruch die Todesstrafe steht …

€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 13.04.2015
Übersetzt von: Karin Dufner
384 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-30686-7
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 14.04.2014
Übersetzt von: Karin Dufner
384 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96690-0

Leseprobe zu »Wüstenblut «

1 –

 

Der SUV blieb in der Sandverwehung stecken und stoppte schlitternd mitten auf der Straße. Die Mordermittler stiegen aus, vier Männer in Zivil mit zerknitterten Hemden und von der Sonne verbrannten Gesichtern. Einer von ihnen hatte daran gedacht, ein Tuch für den Kopf mitzunehmen, die anderen mussten sich mit ihren Sonnenbrillen begnügen.

Der Wagen der örtlichen Polizei hielt hinter ihnen an. Der Beduine, der die Leiche gefunden hatte, schloss aus den feinen Abstufungen in der Körperhaltung sofort, wer hier das Sagen hatte. Lieutenant Colonel [...]

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1 –

 

Der SUV blieb in der Sandverwehung stecken und stoppte schlitternd mitten auf der Straße. Die Mordermittler stiegen aus, vier Männer in Zivil mit zerknitterten Hemden und von der Sonne verbrannten Gesichtern. Einer von ihnen hatte daran gedacht, ein Tuch für den Kopf mitzunehmen, die anderen mussten sich mit ihren Sonnenbrillen begnügen.

Der Wagen der örtlichen Polizei hielt hinter ihnen an. Der Beduine, der die Leiche gefunden hatte, schloss aus den feinen Abstufungen in der Körperhaltung sofort, wer hier das Sagen hatte. Lieutenant Colonel Inspector Ibrahim Zahrani brauchte sich also nicht eigens vorzustellen. Der Beduine näherte sich schüchtern und beschrieb, wie sein Laster von der Straße abgekommen war. Eines seiner Schafe sei dabei von der Ladefläche geschleudert worden, woraufhin er gebremst habe. Als er losgegangen sei, um das Schaf zu holen, sei er auf die Leiche gestoßen. Die Polizisten folgten ihm über die Düne.

Auf den ersten Blick war nur schwer festzustellen, ob sie es mit einem Mann oder einer Frau zu tun hatten. Fünf Paar Stiefel bildeten einen Halbkreis um das entstellte Gesicht. Links waren Wange und Auge weggerissen – vermutlich war es die Austrittswunde eines Geschosses. Die umliegende Hautpartie war grau eingetrocknet und mit Sand verkrustet. Wegen des winzigen schwarzen Streifens, der aus dem Kragen hervorlugte, vermutete Ibrahim, dass es sich um eine Frau handelte.

Sein erster Gedanke war, dass irgendein Nomadenjunge seine Schwester erschossen hatte, wahrscheinlich wegen eines » Verbrechens «, bei dem es um die Familienehre ging. Welchen anderen Grund sollte jemand haben, hier eine Leiche zu verscharren ? Die Stelle lag zu weit südlich, um noch zu Dschidda zu gehören, ein menschenleeres sandiges Gebiet im Landesinneren, gute zwanzig Kilometer von der Hauptstraße entfernt, die nicht einmal eine richtige Schnellstraße war. Auf dem Weg hierher hatten sie sich zweimal verfahren und darauf warten müssen, dass die örtliche Polizei sie lotste.

Ibrahim musterte das Gesicht noch einmal gründlich. Es war nicht das Gesicht einer Beduinin. Trotz der Verletzungen war zu erkennen, dass er eine Asiatin vor sich hatte.

Er sah auf die Uhr: halb zwei nachmittags. Mit ein wenig Glück würden sie noch vor der schlimmsten Hitze des Tages fertig werden. Es war Frühherbst, eigentlich eher ein verlängerter Sommer. Die Hitze beschnitt bereits seine Gedanken wie ein ungeduldiger Zuhörer. Der Beamte von der örtlichen Polizei, Officer Hattab al-Anzi, wirkte nicht wie ein Mann, der häufig zu Einsätzen in die Wüste gerufen wurde. Sein teigiges Gesicht war schweißnass. Er betätigte die Hupe und fuhr davon, vermutlich um den Leichenbeschauer oder die Spurensicherungsexperten abzuholen. Denn zweifellos kurvten sie gerade auf denselben drei Straßen im Kreis herum, die Ibrahim und seine Leute fast in die Verzweiflung getrieben hatten.

Hinter ihnen blökten die Schafe auf der Ladefläche des Lasters. Die Straße war zur Hälfte mit Sand bedeckt und wurde wenige Meter vor ihnen, wo der SUV stand, unpassierbar. Es war sehr einsam hier. Wahrscheinlich wäre die Sandverwehung wochenlang niemandem aufgefallen.

» Haben Sie eine Ahnung, ob das erst vor Kurzem passiert ist ? «, erkundigte sich Ibrahim bei dem Beduinen.

» Ja, wir hatten letzte Nacht einen Sandsturm. Einen ziemlich schlimmen. Bestimmt stark genug, um eine Düne über die Straße zu pusten. «

Bei dem Wort Düne deutete er in Richtung der Leiche. Ibrahim konnte nur eine riesige, hie und da von Gesteinsbrocken unterbrochene Sandfläche sehen. Er musste sich erst einen anderen Blickwinkel suchen und schwerfällig zurück zur Straße stapfen, um zu erkennen, dass das Gebiet rings um die Leiche ein wenig erhaben war. Dort hatte sich wohl eine Düne befunden, keine sehr hohe, sondern vermutlich eine Sicheldüne mit dem Rücken zum Ostwind.

Er beobachtete, wie die Männer von der örtlichen Polizei den Tatort zertrampelten, und hörte, dass Junior Officer Waseem Daher sie zurechtwies: » Zurück zur Straße ! Sie vernichten hier Beweismittel ! « Niemand hörte auf ihn, doch die Männer standen in seiner Nähe und drehten sich diensteifrig zu ihm um, als er das Wort ergriff. Daher ahnte noch nicht, welche Ausstrahlung er auf seine Mitmenschen hatte.

Die Sonne brannte auf sie hinunter wie Stöße aus einem Flammenwerfer. Als die Fahrzeuge schließlich eintrafen, erinnerte die Prozession an einen Trauerzug – Krankenwagen des Roten Halbmondes, der Transporter des Leichenbeschauers und zwei Yukons mit Spurensicherungsexperten an Bord. Hattab von der örtlichen Polizei bildete die Nachhut der Kolonne.

» So ein Idiot «, sagte jemand. » Könnte ihm jemand vielleicht mitteilen, dass es sinnvoller ist, voranzufahren, wenn man anderen den Weg zeigen will ? «

» Der will nur sichergehen, dass er als Erster hier wegkommt, falls wir noch einen Sandsturm kriegen «, entgegnete Daher.

Wenig später wimmelte es am Tatort von Männern. Die Spurensicherungsexperten sperrten einen Bereich rings um die Leiche mit langen Stangen und blauem Flatterband ab, bis Ibrahim dazwischenging. Er wollte die ganze Düne sichern, worauf sie den Radius erweiterten und die Männer weiter zurückdrängten. Zwei jüngere Beamte begleiteten den Leichenbeschauer, der ebenfalls Ibrahim hieß, von allen aber nur Abu-Musa, Vater des Musa, genannt wurde. In Wahrheit lautete der Name seines Sohnes Kareem, weshalb er eigentlich Abu-Kareem hätte heißen sollen. Doch eines Nachmittags hatte er versucht, Chief Inspector Riyadh davon zu überzeugen, dass musa, der Name des Propheten Moses, auch die Artenbezeichnung für Banane sei. Und zwar deshalb, weil Moses’ Mutter dem Baby eine Banane in den Mund gesteckt habe, bevor sie ihn in einem Binsenkörbchen auf dem Nil aussetzte. Die Banane sei nicht nur nahrhaft gewesen, sondern habe, was noch wichtiger gewesen sei, das Kind ruhig gehalten, damit die Ägypter es nicht umbrachten. Chief Riyadh, der nicht viel von solchen verschlungenen Gedankengängen und der Vermischung von historischen Fakten und Mythen hielt, hatte nur an seiner Wasserpfeife gezogen. » Woher wissen Sie das, Abu-Musa ? «, hatte er gefragt, und so war der Name hängen geblieben.

Ibrahim hatte noch nie mit Abu-Musa zusammengearbeitet, war aber über die berüchtigte Reizbarkeit und selbstgerechte Frömmelei des Mannes im Bilde. Im Moment wartete er darauf, dass die Kriminaltechniker den Torso der Leiche freilegten. Als zwei Männer vom Roten Halbmond sich anschickten, beim Aufbau der Absauganlage zu helfen, mit der die Kriminaltechniker den Sand entfernen würden, fing Abu-Musa an zu brüllen: » Finger weg ! Fasst sie nicht an ! «

» Sie ist tot «, entgegnete einer der Sanitäter.

» Niemand fasst sie an ! Und jetzt verschwinden Sie. « Abu-Musa stieß den Mann beiseite. Seine Sorge war nicht, dass jemand Beweise vernichten könnte. Viel wichtiger war es ihm, ein Tugendverbrechen zu verhindern, also dass ein Mann den Körper einer Frau berührte und dadurch, selbst im Tode, ihre Ehre beschmutzte.

Das unverkennbare Knirschen von Reifen auf Asphalt und eine kleine Staubwolke kündigten das Eintreffen eines weiteren Geländewagens an, in dem Detective Inspector Osama Ibrahim saß.

Osama stieg aus, ließ die Szene auf sich wirken und ging direkt auf Ibrahim zu. Nachdem die beiden Männer einander die Hand geschüttelt hatten, entschuldigte sich Osama dafür, dass er Ibrahim bis jetzt noch nicht offiziell in der Dienststelle begrüßt hatte.

Alle verhielten sich höchst ehrerbietig. Ibrahim war nun seit zwei Wochen bei der Mordkommission und aus der Abteilung für verdeckte Ermittlungen hierher versetzt worden. Seine übergeordnete Stellung verdankte er nur der Tatsache, dass er mit seinen zweiundvierzig Jahren älter war als die meisten seiner Kollegen. Außerdem war er schon einmal, vor vielen Jahren, bei der Mordkommission tätig gewesen und hatte darüber hinaus verwandtschaftliche Beziehungen zum Königshaus. Allerdings war er sicher, dass die Demutshaltung bald die ersten Risse zeigen würde.

» Ein Beduine hat im Sand eine Frauenleiche gefunden «, sagte er. » Gehen Sie und werfen Sie einen Blick darauf. «

Osama machte sich auf den Weg.

Die Sanitäter vom Roten Halbmond schimpften auf Abu-Musa und besprachen einen Zwischenfall, der vor Kurzem in den Nachrichten gemeldet worden war. Eine Studentin am Lehrerinnenseminar in Qasim war erkrankt, worauf das College den Roten Halbmond verständigt hatte. Doch bei Ankunft der Sanitäter hatte die Collegeleitung den Männern verboten, die Kranke zu berühren. Man fürchtete zwar um ihr Leben, war offenbar aber in größerer Sorge um ihre Ehre, falls fremde Männer Hand an sie legen würden. Während noch über diese Frage debattiert wurde, war das Mädchen gestorben. Zu Ibrahims Erleichterung waren die beiden Sanitäter hier am Tatort empört über diese Angelegenheit und hatten außerdem Angst, selbst einmal in eine solche Situation zu geraten.

» Was glaubt der eigentlich, wer wir sind, verdammt, eine Horde von Zuhältern ? « Der eine spuckte aus.

Osama kehrte mit verstörter Miene zurück. Ibrahim kannte diesen Gesichtsausdruck. Man hielt sich für gefeit gegen die Schrecken des Todes, wenn man erst einmal genug mit menschlichem Blut besudelte Zimmer gesehen hatte – und dann warf einen ein einziges Frauengesicht wieder um. » Meinen Sie, es war ein Streit unter den Ortsansässigen ? «

» Vielleicht. « Ibrahim ließ den Blick über den Tatort schweifen. » Ist Ihr Rechtsmediziner immer so aufbrausend ? «

» Nur, wenn das Opfer weiblich ist. «

» Aha. «

Plötzlich ertönte ein Knacken. Obwohl das Geräusch nicht sehr laut gewesen war, herrschte schlagartig eine seltsame Stille. Einer der Sanitäter war auf einen Sandhaufen getreten und mit dem Fuß auf etwas Hartes gestoßen, das daraufhin zerbrochen war. Ibrahim ging zu ihm hinüber. » Niemand rührt sich von der Stelle ! «, rief er. Erstaunlicherweise gehorchten alle.

Der Mann hatte den Fuß bereits angehoben, und Ibrahim sah ihm sofort an, was er gefunden hatte.

» Das klang nach Knochen. «

» Richtig. « Die Grube, wo der Fuß des Mannes gerade noch gestanden hatte, füllte sich mit Sand. Ibrahim konnte einen Blick auf etwas erhaschen, was ein weiteres Gesicht zu sein schien.

Etwa fünf Meter trennten sie von der soeben gefundenen Leiche.

» Jeder bleibt an seinem Platz ! «, befahl Ibrahim laut. » Und Sie kommen her. « Er deutete auf den Fotografen. » Machen Sie ein Foto von allen, genau dort, wo sie jetzt stehen. « Hastig begann der Mann zu knipsen. Dann winkte Ibrahim Daher heran. » Sie sagen dem hiesigen Kollegen, er soll ein paar Spurensucher anfordern. Murrah, wenn möglich, und zwar so schnell es geht. « Daher rannte zum Streifenwagen, wo Hattab die kühle Luft der Klimaanlage genoss.

Ibrahim stand Wache. Seine warnenden Blicke sorgten dafür, dass keiner sich nur einen Millimeter bewegte. Wie Kinder bei einem Spiel standen sie steif und wie erstarrt da. Ihre Gesichter wirkten nicht mehr so erschöpft und erhitzt, sondern eher lebendig und erwartungsvoll, von einer seltsamen Freude darüber erfüllt, dann Anweisungen zu erhalten, wenn es tatsächlich zählte.

Seine Männer hatten das Gelände ziemlich zertrampelt. Auch nach der dritten Leiche konnten sie noch immer kein System erkennen.

Die Spurensucher vom Stamm der Murrah – ein Großvater und seine Neffen – verbrachten Stunden damit, das Gelände zu durchforsten, sich die Abdrücke von Stiefeln und Sandalen einzuprägen und jene der Polizisten mit einer ans Unheimliche grenzenden Treffsicherheit auszuschließen. Sie brauchten nicht einmal die Aufnahmen des Polizeifotografen zurate zu ziehen. Danach machten sie sich noch einmal ans Werk und hielten Ausschau nach Dingen, die nicht hierher gehörten. Stundenlang musterten sie – die Hände auf die Oberschenkel gestützt – den Boden, kauerten oder knieten sich hin und starrten, oft minutenlang, auf ein und dieselbe Stelle im Sand, damit ihnen auch nicht die kleinste Spur entging. Die nächsten sechs Leichen fanden sie mit bloßen Händen, indem sie wie Wünschelrutensucher geheimnisvolle Formen in der Luft über dem Sand ertasteten. Und schließlich trat allmählich ein System zutage.

Die Opfer waren alle weiblich und auf der Rückseite einer Sicheldüne beerdigt worden. Eine darunterliegende Felsformation verlieh dem Untergrund ein wenig Stabilität, sodass ein Mörder mit dem Hang, immer zum selben Begräbnisplatz zurückzukehren, diesen auch dann wiederfand, wenn ein Sandsturm seine Düne über die Straße gepustet hatte. Eine kleine Senke am Straßenrand sorgte dafür, dass sich der Sand immer wieder an genau dieser Stelle sammelte, ganz gleich, wie oft es auch stürmte. Im Laufe der Monate häufte er sich, vom steten Wind getrieben, zu einer Düne an. Und die schwappte beim nächsten Sturm auf die Straße wie eine Welle, die sich in Zeitlupe am Strand brach. Irgendwann wurde die Straße dann geräumt – bis der Sand nach einer Weile wiederkam.

Als die Anzahl der Leichen immer mehr zunahm, ließ Ibrahim eine Frage nicht mehr los: Warum ausgerechnet hier ?

Sie mussten Wassertankwagen kommen lassen, und ein Restaurant vor Ort ( nur zweiunddreißig Kilometer entfernt ) lieferte riesige Platten mit Reis und Lamm wie für eine Hochzeit. Doch die Männer griffen, wenn überhaupt, nur zögernd zu, da die sengende Hitze allen den Appetit verdarb. Zwei Männer brachen zusammen und mussten in einem Krankenwagen des Roten Halbmondes zurück nach Dschidda gefahren werden.

Als Ibrahim sich über eine Leiche nach der anderen beugte, bohrte sich ihm die Hitze wie Haken in den Rücken. Er schwitzte so stark, dass seine Schuhe davon nass wurden. Nach einer Weile schienen sogar die Kräfte der Murrah nachzulassen.

Der Fundort entwickelte sich wie eine archäologische Ausgrabung, die sich immer mehr in die Wüste ausbreitete. Die mit Planen aus Leinwand und Stangen markierte Fläche wuchs und wuchs, und als die Sonne rot am Horizont versank, wurden Scheinwerfer aufgestellt. Insgesamt neunzehn Tote. Ibrahim erschauderte, als er hörte, wie der Rechtsmediziner diese Zahl ausprach. Zum ersten Mal an diesem Tag richtete Abu-Musa das Wort an ihn. Im Licht des Sonnenuntergangs sah sein faltiges Gesicht beinahe würdevoll aus.

» Haben Sie gehört, was ich gesagt habe ? Neunzehn Leichen «, beharrte Abu-Musa. » Neunzehn. Wissen Sie, was das bedeutet ? «

» Und neunzehn Wächter haben wir über sie gesetzt «, zitierte Ibrahim.

Abu-Musa nickte zufrieden. Dieser Vers aus dem Koran, auf mysteriöse Weise aus dem Kontext gerissen, hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Menschen zu den wildesten Thesen verführt, die sich alle um die Zahl Neunzehn rankten. Die jüngste Verschwörungstheorie stammte aus Amerika, und zwar aus Tucson, Arizona, wo ein ägyptischer Biochemiker namens Rashad Khalifa behauptete, der Erzengel Gabriel habe ihm im Text des Koran eine verborgene mathematische Formel offenbart, die man mithilfe der Zahl Neunzehn entschlüsseln könne.

Allerdings lieferte der nächste Vers des Koran eine viel einfachere Erklärung: Und nur Engel haben wir über das Höllenfeuer gesetzt, und die Zahl derselben haben wir nur zur Prüfung der Ungläubigen bestimmt.

Das hieß, dass neunzehn Engel die Hölle hüteten.

» Kann das nicht auch ein Zufall sein ? «, fragte Ibrahim.

» Glauben Sie wirklich ? « Abu-Musa lächelte herablassend. » Ich bin überzeugt, dass Sie hier draußen keine weiteren Leichen finden werden. Der Täter hatte seine Gründe. «

» Wie dem auch sei «, entgegnete Ibrahim. » Vielleicht sind es auch nur rein zufällig neunzehn. «

—

 

 

2 –

 

 

 

Katya Hijazi war gerade dabei, den jüngsten Aktenstapel hinunter in Inspector Zahranis Büro zu schleppen, als sie lautes Gelächter aus dem Konferenzraum innehalten ließ. Sie schlich den Flur entlang, weil sie wissen wollte, was bei einer Besprechung der Mordkommission denn so komisch sein konnte.

Die Sitzung löste sich gerade auf, und sie beobachtete durch die Türöffnung, wie die Männer debattierten. Diskussionen brachen aus, und es wurde gelacht und zustimmend genickt. Niemand schaute in ihre Richtung, denn alle Aufmerksamkeit galt Waseem Daher, einem der jüngeren Detectives. Obwohl Katya ihm erst zweimal begegnet war, gehörte er bereits zu den Leuten, die sie mit Vergnügen in einen möglichst großen Fleischwolf gestopft hätte. Erst vor einer Woche hatte Daher sie als Karrierezicke bezeichnet, die sich bei jedem Fall wichtigmache und offenbar zu viele Folgen von CSI gesehen habe, da sie glaube, dass der Großteil der Ermittlungsarbeit von der Spurensicherung erledigt werde. Wenn er sie auf der Türschwelle gesehen hatte, ließ er sich das nicht anmerken.

Fotos von den Gesichtern der Opfer bedeckten die meisten Whiteboards vorn im Raum. Katya war so im Labor beschäftigt gewesen, dass sie die Toten noch gar nicht gesehen hatte. Immer wenn sie nach unten kam, drängten sich in der Rechtsmedizin Vorgesetzte und Mitarbeiter des Innenministeriums. Noch nie hatten sie es mit so vielen Leichen auf einmal zu tun gehabt. Ja, die Kühlfächer in der Frauenabteilung reichten nicht, weshalb man einige Tote in die Männerabteilung des Gebäudes gebracht hatte und betete, dass in Dschidda niemand mehr sterben würde, bis man mit den Autopsien fertig war.

Die Bergung der Leichen hatte drei Tage in Anspruch genommen. Man hatte sogar einen Archäologen hinzugezogen, in der verzweifelten Hoffnung, es könnte sich um historische Skelette handeln. Doch den Untersuchungsergebnissen der Spurensicherung zufolge war das » historischste « aller Opfer vor zehn Jahren gestorben.

Katya hatte den Großteil der vergangenen vier Tage damit verbracht, die Kleidung der Toten einzutüten und zu beschriften und außerdem Blut- und Faserproben zu untersuchen wie eine Arbeitsbiene, ohne über den Gesamtzusammenhang im Bilde zu sein. Die einzigen Informationen über die Morde hatte sie Majdi, einem der Rechtsmediziner, zwischen Tür und Angel aus der Nase gezogen oder sie sich durch altmodische Methoden wie Lauschen oder das » Ausleihen « von Akten verschafft, die auf geheimnisvolle Weise niemals von selbst auf ihrem Schreibtisch landeten. Einige davon hatte sie im Moment bei sich, doch sie hatten sich als wenig nützlich erwiesen.

Sie wusste, dass die Ermittler noch keine der Frauen identifiziert hatten. Zum Großteil handelte es sich um Einwanderinnen: Philippinerinnen, Sri Lankerinnen, Indonesierinnen, die meisten davon Anfang zwanzig. Alle hatten zerstörte Gesichter, und es gab keine Fingerabdrücke. Die Spezialisten für Gesichtsrekonstruktion hatten gerade einige Zeichnungen erstellt, und hinter denen war Katya jetzt her.

Als die Männer auf den Flur hinaustraten, versteckte sie sich in einer Nische. Sie hatte keine Lust, in ihr Büro zurückzukehren und den restlichen Tag vor einem Gerät zu sitzen. Katya wollte Menschen befragen, die Straßen nach möglichen Zeugen durchkämmen und überhaupt all die Dinge tun, die diese Männer jetzt in Angriff nehmen würden. Einfach so und ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob ihre Tugendhaftigkeit darunter leiden könnte. Nur sie durfte niemanden verhören. Vielleicht würden es die Männer ja für unsittlich halten, eine Frau zu vernehmen. Doch in diesem Fall würde sie einen männlichen Anstandswauwau brauchen. Jemanden, der die Macht hatte, die Zeugin zum Sprechen zu bringen. Natürlich hätte sie sich jederzeit zur Tür hineindrängen können. Aber es gab hinterhältigere Hindernisse als Türen, nämlich Fallgitter in den Köpfen, Sackgassen, enge Pfade und Labyrinthe, aus denen sich ganze Gedankenwelten zusammensetzten, in denen die Menschen sich verschanzten, gefangen in den dicken Steinmauern aus der Ära des Raschidunkalifats.

Katya legte die Akten in Zahranis Eingangsfach am Ende des Flurs und ging in die Rechtsmedizin. Die untere Etage hatte zwei Eingänge, einen für Männer und einen für Frauen. Sie nahm den vorgeschriebenen und setzte ihren Weg in den vorderen Teil des Gebäudes fort, wo sie Adara im Autopsiesaal für Frauen antraf.

» Ach, schön, dass du hier bist «, meinte Adara. » Zieh Handschuhe an und komm her. «

Katya gehorchte und versuchte, beim Anblick der fünf Leichen auf ihren Bahren entlang der Wand tapfer zu sein.

» Ursprünglich haben sie die Leichen nach dem Zeitpunkt ihres Auffindens nummeriert, doch das entpuppte sich als nicht sehr aufschlussreich. Also wollen sie es jetzt entsprechend dem Todeszeitpunkt tun, was heißt, dass das hier die zuletzt Gestorbene ist. « Adara wies mit einer Nadel auf die Brust, die sie gerade zunähte. » Sie haben sie erst heute Morgen eingeliefert. «

» Wie lange ist sie schon tot ? «

» Schwer zu sagen, aber nicht mehr als sechs Monate. «

» Ich weiß gar nichts «, sagte Katya. » Ich teste nur Blutproben und schaue mir Fotos von ihren Gesichtern an. «

» Nun, ihre Gesichter erzählen mehr oder weniger die ganze Geschichte. Jede dieser Frauen wurde aus nächster Nähe in den Hinterkopf geschossen. Die Austrittswunde hat den Großteil des Gesichts verwüstet, doch es sind noch individuelle Züge zu erkennen. « Sie zeigte auf die Frau auf dem Tisch. » Was ich dir sonst noch mitteilen kann, ist, dass sie zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Jahren alt war. Sie hat ein gebrochenes Schienbein und einen gebrochenen Oberschenkelknochen. Keine Hinweise auf sexuelle Gewalt. Und dann sind da natürlich noch die Hände. «

Als Katya die Arme der Frau betrachtete, wäre sie beinahe umgekippt. Die Hände fehlten – alle beide. Das erklärte, warum nirgendwo etwas von Fingerabdrücken stand.

» Das ist bei allen so «, fügte Adara hinzu.

» Allen ? «

» Ja. Jedem Opfer wurden nach dem Tod mit einem einzigen Hieb beide Hände abgehackt. « Adaras Hände fingen beim Zunähen zu zittern an. Sie warf die Nadel hin, lief zum Waschbecken und übergab sich.

» Entschuldige «, nuschelte sie. » Schwanger. «

» Oh. Gratuliere. «

Adara wischte sich den Mund ab und spülte ihn mit Wasser aus, bevor sie zum Tisch zurückkehrte.

» Aber die Füße haben sie noch ? «, fragte Katya.

» Ja. «

» Ich weiß, dass die Ermittler gerade ein paar Zeichnungen von den Gesichtsrekonstrukteuren bekommen haben «, meinte Katya. » Man hat vor, sie in den Konsulaten herumzuzeigen. «

» Und du glaubst … ? «

» Dass sich das jahrelang hinziehen wird. Die Konsulate werden nichts dazu sagen können. Schau nur, wie schlecht sie sich um ihre lebenden Staatsbürger kümmern. «

» Nun ja, stimmt «, erwiderte Adara. » Ich denke, wir können annehmen, dass die meisten dieser Frauen Gastarbeiterinnen waren, vermutlich Hausmädchen. «

Der schwerste Schock für die Mordkommission war gewesen, dass ein einziger Mörder im Laufe vieler Jahre heimlich Frauen umgebracht hatte, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre. Katya hatte bereits die Vermisstenakten durchforstet, doch offenbar war keine dieser Frauen als vermisst gemeldet worden. Vielleicht hatten ihre Arbeitgeber ja gedacht, dass sie weggelaufen wären, wie es so viele taten, um eine bessere Stelle zu finden oder vor Misshandlungen zu fliehen. So ein Hausmädchen wollte gar nicht gefunden werden – denn es riskierte eine Gefängnisstrafe.

Es war auch durchaus möglich, dass der Mörder diese Frauen selbst als Hausmädchen eingestellt hatte. Dass er sie, eine nach der anderen, eingesperrt und langsam gefoltert hatte, bevor er sie umbrachte. Dass niemand bis auf den Mörder von der Existenz der Frauen gewusst hatte, nachdem sie in dieses Land eingereist waren.

» Was kannst du mir über Serienmörder im Allgemeinen erzählen ? «, fragte Adara.

Katya schüttelte den Kopf. » Nicht viel. «

» Nun, ich habe gerade gehört, dass sie einen Mann vom amerikanischen FBI hinzuziehen. Einen Experten für Serienmörder. «

» Das finde ich übertrieben «, meinte Katya. » Wir hatten doch schon früher solche Fälle. «

Adara betrachtete die an der Wand aufgereihten Leichen. » Offenbar glauben die, dass dieser hier anders ist. Eine neue Art Killer vielleicht. Immerhin treibt er schon seit zehn Jahren sein Unwesen. Chief Riyadh ist die Sache sehr peinlich. Alle fühlen sich gedemütigt. Sie haben keine Ahnung, wie es passieren konnte, dass sie zehn Jahre zu spät kamen. Die Polizei hat vier Jahre gebraucht, um den Serienmörder in Yanbu zur Strecke zu bringen. Riyadh wird nicht zulassen, dass es wieder so lange dauert. «

Auf dem Weg zurück zum Frauenlabor schaute Katya in Majdis Büro vorbei. Doch er telefonierte, und überall wimmelte es von Regierungsmitarbeitern. Also verschwand sie rasch wieder im Flur und machte sich aus dem Staub. Erst in dieser Woche hatten die Religionswächter eine Fatwa gegen Kassiererinnen herausgebracht, in der es hieß, es sei Sünde, wenn Frauen in der Öffentlichkeit arbeiteten, wo sie mit Männern in Kontakt kommen könnten. Vermutlich handelte es sich wieder um eine dieser schwachsinnigen Fatwas, die der saudischen Bevölkerung ein schlechtes Gewissen einreden sollten, aber von den meisten Menschen ignoriert wurden. Nur, dass der für die Fatwa zuständige Großmufti die Reichweite seines Richterspruchs womöglich ausdehnen würde, um Frauen nicht nur von den Ladenkassen, sondern auch aus allen anderen Berufen zu verbannen, in denen sie einem Mann über den Weg laufen könnten. Und an erster Stelle standen in diesen Fällen stets Arbeitsplätze bei den Behörden, insbesondere bei der Polizei. Katya hoffte, dass die Brüder des Königs oder der König selbst das Urteil rückgängig machen würden. Doch bis dahin würden alle Frauen in den Labors den Atem anhalten.

—

 

 

3

 

 

 

Er hatte mehr oder weniger damit gerechnet, dass bei seinem Sohn im allerungünstigsten Moment Alarmstufe Rot ausbrechen würde. Zakis Ehe war von Anfang an ein Himmelfahrtsprojekt gewesen. Ibrahim hatte drei qualvolle Monate lang beobachtet, wie sich der Druck aufbaute. Selbst sein Entsetzen wegen der neunzehn Leichenfunde hatte ihn nicht von dem unausweichlichen Sog in den Abgrund und der zerstörerischen Wucht seiner Familienkrise ablenken können.

Sein Lieblingssohn Zaki. Ibrahim saß im Gerichtssaal und hörte zu, wie der Junge zum wiederholten Male versuchte, es dem Richter begreiflich zu machen. Es sei ein Fehler gewesen, was leicht vorkommen könne, wenn man die Braut vor der Hochzeit nicht kenne. Sie – also alle beide – wollten sich einfach nur scheiden lassen.

Der Richter zeigte keine Reaktion. Allerdings schloss Ibrahim aus seinem Blick, dass er kein Wort glaubte und dass er so etwas schon von unzähligen Männern gehört hatte. Aber was hätte Zaki sonst sagen sollen ? Dass er nie vorgehabt hatte, eine bigotte und frömmelnde Frau wie Saffanah zu heiraten, die fünfmal am Tag betete und einmal pro Woche von ihm verlangte, mit ihr nach Mekka zu pilgern ? Der Richter hätte ihn wegen Missachtung des Islam aus dem Gerichtssaal geworfen.

Zaki schilderte es so, dass er jeden Morgen beim Aufwachen sein Gewand, sein Igal und sein Ghutra ordentlich auf dem Bett vorfand. Und Socken – sie legte stets ein Paar neben das Gewand, nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass er tatsächlich zu den Idioten gehörte, die welche trugen. In der Küche stand sein Frühstück schon auf dem Tisch. Der Kaffee war eingeschenkt und gezuckert, das Brot ofenfrisch. Nach dem Frühstück fand er seine Brieftasche und seinen Schlüsselbund auf dem Flurtischchen vor. Saffanah sah er nur, wenn er ins Auto stieg und noch einen Blick zurück zur Wohnung warf. Dann stand sie hinter den Fensterläden und schaute hinaus auf die Straße. Zumindest nahm er an, dass sie die Frau unter der Burka war, denn sonst war ja niemand zu Hause. Er hatte keine Ahnung, was sie den ganzen Tag trieb, denn sie war zu fromm, um ein Mobiltelefon zu benutzen, in ihren Augen ein Instrument des moralischen Untergangs. Wenn er abends nach Hause kam, wartete sein Abendessen auf ihn. Sein Gebetsteppich war ausgebreitet, und eine saubere Garnitur Kleidung lag bereit. Sie versorgte ihn ausgezeichnet und verweigerte ihm gleichzeitig das, was ein Ehemann sich eigentlich von seiner Frau erwartete. Nachts im Schlafzimmer berührte sie ihn nicht. Er hatte sie noch nie nackt gesehen. Obwohl er wusste, dass er das Recht hatte, es einzufordern, wollte er sie zu nichts zwingen. Offen gestanden war er nicht mehr sicher, ob er sie überhaupt noch wollte.

Nur wenige Tage nach der Hochzeit, sogar bevor Zaki angefangen hatte, sich zu beschweren, hatte Ibrahim gespürt, dass da etwas im Argen lag. Obwohl ihm Saffanah niemals im Weg war, gingen ihre abweisende Art, ihr Schweigen und ihr Kadavergehorsam ihm allmählich auf die Nerven.

» Das «, hatte Zaki eines Abends gerufen, » ist genau der Grund, warum ich die Religion hasse ! «

» Sag so was nicht «, hatte Ibrahim entsetzt erwidert. » Sie ist nicht der Islam. Sie ist nicht einmal eine gute Vertreterin. «

Sie hatten dem Richter bereits mitgeteilt, dass die Ehe nie vollzogen worden und dass Saffanah noch Jungfrau war. Zaki hatte diskret angemerkt, dass ein Arzt das bestätigen könne. Mit einem Protestschrei war Jibril, Saffanahs Vater, aufgesprungen. Der Richter hatte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen gebracht und Zaki mit einem ausgesprochen skeptischen Blick bedacht.

» Aber es stimmt ! «, beteuerte Zaki.

Jibril war nicht um eine Antwort verlegen. Er entgegnete, was im Schlafzimmer vor sich gegangen sei, spiele keine Rolle. Saffanah sei nun seit drei Monaten verheiratet. Kein Mann in der Welt würde glauben, dass sie noch Jungfrau war, selbst wenn es stimmte. Ibrahim musste widerwillig zugeben, dass der Mistkerl recht hatte. Es würde für Saffanah schwierig werden, sich wieder zu verheiraten.

Sie saß auf seiner anderen Seite. An ihrem Körper war kein Zentimeter bloße Haut zu sehen. Die Burka war ein undurchdringlicher schwarzer Monolith, außerdem trug sie Socken und Handschuhe. Die Arme um den Leib geschlungen und den Kopf gesenkt, war sie auf ihrem Stuhl zusammengesackt. Saffanah – die Perle. Sie war unbeholfen, verlegen und verklemmt. Ihr Gesicht war verquollen und teigig. Nichts schimmerte. Doch sie war die schwärende Wunde in Zakis weicher Seele geworden.

Ibrahim sah die beiden nur zusammen, wenn sie Zaki sein Abendessen servierte. Sie aß nicht mit den Männern, weil sie fand, dass es sich nicht gehörte, wenn eine Frau ihre Mahlzeiten mit ihrem Mann einnahm. Was, wenn sie schneller aß als er ? Dann wäre sie ja vor ihm fertig ! Oder wenn sie womöglich sogar mehr aß ! Dann würde sie sich, in ihren eigenen Worten, »wie ein Ehemann verhalten «, was ein Kapitalverbrechen sei. Ibrahim hatte versucht, ihr zu erklären, sich zu » verhalten wie ein Ehemann « sei der beschönigende juristische Ausdruck für Homosexualität. Doch sie hatte sich die Ohren zugehalten und angefangen, Gebete zu murmeln, denn das Wort an sich sei bereits Sünde. Sie hatte auch für Ibrahims Schutz gebetet, da er der Übeltäter war, der das verbotene Wort ausgesprochen hatte. Und als er sie aufgefordert hatte, diesen Unsinn zu lassen, hatte sie den restlichen Abend damit verbracht, die ganze Wohnung – natürlich wortlos – mit Weihwasser zu besprengen und Zwiesprache mit Allah zu halten.

Verglichen mit ihr war Zakis Mutter ja geradezu radikal modern.

Ibrahim wusste, dass es der schwerste Fehler seines Lebens gewesen war, sich nicht gegen seine Frau Jamila durchzusetzen. Sie hatte Zaki unter Druck gesetzt, Saffanah, mit zweiundzwanzig schon eine alte Jungfer, zu heiraten, denn diese hatte in der Angst gelebt, nie einen Mann abzubekommen. Schließlich hatte der Prophet gesagt, dass ein guter Muslim heiraten müsse. Zaki war neunzehn, keine Schönheit und außerdem der jüngere Sohn, der eine untergeordnete Position bekleidete, wie seine Mutter ihm immer wieder unter die Nase rieb. Ibrahim hätte mehr tun können, um die Sache zu verhindern. Wozu die Eile ? Doch Jamila war eine harte Nuss. Sie hatte alle Geschütze aufgefahren und mit Bazookas, Maschinengewehren und Atomraketen das Feuer auf ihn eröffnet. Ibrahim hatte einfach nicht die Kraft gehabt, sich zu wehren. Und nun bezahlte er den Preis, indem er Zaki und Saffanah durch diese monatelange Quälerei begleitete.

Ibrahim betrachtete das Paar. Beide starrten geradeaus und würdigten einander keines Blickes. Er fragte sich, was wohl geschehen würde, wenn Saffanah das Wort zu ihrer Verteidigung ergriff. Ihrer beider Verteidigung. Vermutlich würde sie alles verderben und dem Richter erzählen, ihr Ehemann sei ein Ungläubiger. Er rauche. Er bete nicht fünfmal täglich. Ja er bete eigentlich überhaupt nicht. Und er höre Musik. Wie Ibrahim plötzlich durch den Kopf schoss, war das Traurigste an der Sache, dass Zaki einmal eine Gitarre besessen und Ehrgeiz in diese Richtung entwickelt hatte. Er hatte sogar eine kleine Band gegründet. Und nun hatte er wegen seiner dummen und erdrückenden Mutter eine fremde Frau geheiratet, obwohl er eigentlich in der Garage irgendwelcher Freunde die Saiten zupfen und den Rest seiner Jugend hätte genießen sollen.

Saffanahs Vater Jibril auf der anderen Seite des Tisches grinste hämisch. Je länger sich das Schweigen hinzog, desto mehr wuchs seine Selbstzufriedenheit. Der Mistkerl hatte das Gesetz auf seiner Seite. Im Ehevertrag stand klipp und klar, dass Zaki im Fall einer Scheidung fünfzehn Millionen Rial würde zahlen müssen, damit Saffanah für den Rest ihres Lebens ein bequemes Auskommen hatte. Als geschiedene Frau und ohne Ernährer würde sie sonst bis in alle Ewigkeit ihren Eltern auf der Tasche liegen. Aber natürlich hatte niemand in der Familie so viel Geld. Wie auch ? Ibrahim kannte genug Männer, die sich von ihren Frauen hatten scheiden lassen, ohne ihnen einen Pfennig zu bezahlen – oder zumindest nicht die Millionen, zu denen sie sich im Ehevertrag verpflichtet hatten. Also hätte es für den Richter eigentlich ganz einfach sein sollen. Zaki und Saffanah wollten die Scheidung. Schließlich stand im Hadith, dass ein Mann zu seiner Frau nur dreimal » Du bist geschieden « sagen musste, damit das Thema erledigt war. Aus und vorbei. Gab es denn etwas Leichteres ? Nur, dass ihr Vater sich weigerte, sie zurückzunehmen.

Auch der Richter schien darüber verärgert. Er saß da, wechselte hin und wieder einen Blick mit Ibrahim, kratzte sich den bereits heftig gekratzten Bart und starrte auf sein Wasserglas, die Deckenventilatoren und die rissigen Fliesen, alles in dem Versuch, nachdenklich zu wirken, obwohl er eigentlich absolut ratlos war. Ibrahim merkte ihm an, wie es in seinem Gehirn ratterte. Die gute Seite sagte: Sollen die jungen Leute doch ihre Scheidung haben! Doch der Bürokrat in ihm rang noch mit der Frage des Vertragsbruches.

Als Jibril an der Reihe war, stand er auf und erklärte dem Richter, Zaki habe seine Tochter ruiniert. Solange er die im Vertrag festgelegte Summe nicht zahle, könne die Familie sie nicht zurücknehmen. Zaki rang sichtlich um Beherrschung, um nicht laut loszuschreien. Und Ibrahim ging es nicht anders. Es juckte ihn in den Fingern, dem Richter zu sagen, dass Jibril der König der Zuhälter war. Er hatte seine erste Frau verstoßen, ohne ihr Unterhalt zu zahlen, weshalb Saffanah und ihre Mutter bitteram waren. Außerdem hatte Jibril sieben Ex-Frauen und vier aktuelle Gattinnen, von denen jede derzeit schwanger war und die ihm insgesamt schon zwölf Kinder geschenkt hatten. Wenn er im Schlafzimmer nicht so aktiv gewesen wäre, hätte er vielleicht die Möglichkeit gehabt, seinem ersten Kind, der armen Perle, und ihrer bedauernswerten Mutter mehr Großzügigkeit entgegenzubringen.

Währenddessen dauerte Jibrils Vortrag an. So sehr er seine Tochter auch liebe, könne er sie doch nicht zurücknehmen. Saffanah sei bereits zweiundzwanzig, ihre Chancen auf Wiederverheiratung stünden praktisch bei null. Wie solle sie sich ernähren? Solle sie den Rest ihres Lebens ihren Eltern auf der Tasche liegen? Sollten sie etwa ihre Mahlzeiten, ein Dach über dem Kopf und die regelmäßigen Pilgerfahrten nach Mekka bezahlen? Und was, wenn er stürbe? Dann sei seine Tochter auf sich allein gestellt. Keine Kinder, kein Geld, kein Mann, keine Zukunft. Dann müsse doch der Staat für sie sorgen, oder? Und jeder wisse ja, wie wundervoll sich der Staat um seine unabhängigen Frauen kümmere! Sie würde als Prostituierte enden, daran bestünde kein Zweifel.

Nur, dass er nicht das Wort Prostituierte benutzte, sondern »unanständig«. Sie würde unanständig werden. Ja, Saffanah, die Frau, die zerknitterte Gebetszettel aus dem Müll fischte und sie glatt bügelte, würde auf der Corniche auf Freiersuche gehen. Ibrahim beobachtete, wie der Richter das schweigend auf sich wirken ließ. Unanständig. Ja, das war genau das Wort, das er brauchte, um in sich eine Entscheidung reifen zu lassen. Bis dieses Wort gefallen war, war das Problem kompliziert gewesen. Nun war alles ganz einfach. Denn nichts rechtfertigte, eine Frau zu einem Lotterleben zu verurteilen, ganz gleich, wie verzweifelt sie auch versuchte, ihrer derzeitigen Misere zu entrinnen.

Die Miene des Richters verriet Ibrahim alles: Keine Scheidung, Kinder, tut mir leid.

Ibrahim spürte, wie eine Ader in seiner Schläfe pochte. Erst letzte Woche hatte sich ein Mann in eben diesem Gerichtssaal von seiner Frau scheiden lassen, weil sie sich ganz alleine eine Nachrichtensendung mit einem männlichen Sprecher angesehen hatte. Sie war also mit einem fremden Mann allein im Raum gewesen. Wen störte es schon, dass dieser Mann nur auf einem Flachbildschirm vorhanden war. Dieser Idiot von einem Ehemann hatte die Scheidung trotzdem durchgesetzt – und Zaki nicht?

Triumphierend nahm Jibril wieder Platz und wandte sich an seine Tochter. »Ich liebe dich, Saffanah«, flüsterte er. »Doch das ist die Wahrheit, und wir wissen es beide.« Dann sah er Zaki an und lächelte tatsächlich.

 

Sie standen vor dem Gerichtsgebäude und blickten dem davonfahrenden Jibril nach. Zaki half Saffanah auf den Rücksitz des Autos. Sie tastete nach dem Sitz und schlug sich den Kopf an der Tür an. Ibrahim hatte diese Prozedur schon öfter miterlebt. Zaki mahnte sie stets, sich anzuschnallen. Schließlich kämen jährlich mehr Menschen wegen eines fehlenden Sicherheitsgurtes ums Leben als aus irgendeinem anderen Grund. Wisse sie das denn nicht? Doch sie schüttelte nur den Kopf – nicht, weil sie es nicht wusste, sondern, weil sie es nicht akzeptieren wollte. Dann verschränkte sie die Arme, der Saffanah-Sicherheitsgurt, und blieb einfach sitzen, bis er den Wagen anließ. Saffanah lehnte Sicherheitsgurte ab, weil sie ihre Körperformen nachzeichnen könnten, und dann würde jeder Mann, der zufällig am Auto vorbeiging, ihre Figur sehen. Also kam es überhaupt nicht in Frage.

»Könntest du dir nicht wenigstens eine Burka mit Sehschlitz besorgen?«, fragte Zaki, der Zeuge der Kollision mit der Tür geworden war.

Sie antwortete nicht.

Als Ibrahim auf dem Beifahrersitz Platz nehmen wollte, hielt Zaki ihn zurück. »Baba, bitte fahr du. Ich gehe zu Fuß.«

»Was?«, stieß Ibrahim hervor. „Nein. Komm mit nach Hause. Es ist zu heiß zum Laufen.«

Zakis Gesicht war bleich vor unterdrückter Wut. »Wenn es mir zu heiß wird, nehme ich ein Taxi«, entgegnete er. Mit einem letzten hasserfüllten Blick auf Saffanah marschierte er davon.

Ibrahim stieg ein und betrachtete Saffanah im Rückspiegel. Sie neigte trotzig den Kopf. »Schnall dich an«, sagte er, um den Vorschriften Genüge zu tun.

Er startete den Wagen. Er wusste, dass es nicht richtig von ihm war, wütend auf sie zu sein, aber er war machtlos dagegen. Dieses feindselige Schweigen, das nur darauf abzielte, dem Gegenüber Schuldgefühle einzuimpfen, kannte er nur allzu gut. Jamila war eine Meisterin darin, allerdings ohne religiösen Anspruch.

Drei Straßen vom Gerichtsgebäude entfernt, hörte er ein würgendes Geräusch vom Rücksitz. Als er sich rasch umdrehte, sah er, wie Saffanah am Türgriff zerrte. Sofort hielt er an. Sie schob die Tür auf und erbrach sich auf die Straße. Da sie immer noch nicht die Burka lüpfte, ergoss sich das Erbrochene auf den Schleier und die Vorderseite ihres Gewandes. Nur ein kleiner Teil landete auf dem Gehweg.

Ibrahim sprang aus dem Auto und rannte zu ihr hinüber. Doch als er sie erreicht hatte, saß sie schon wieder aufrecht. Der mit Erbrochenem durchweichte Schleier klebte ihr am Kinn. Niemals hätte sie ihn in der Öffentlichkeit abgenommen, nicht einmal im Auto und im beschmutzten Zustand.

»Warte hier«, sagte er. Er ließ das Auto in zweiter Reihe stehen und lief die Straße hinunter bis zu einem Kiosk an der Ecke, wo er Taschentücher, eine Wasserflasche und Kaugummi kaufte. Der Ladenbesitzer, Gott beschütze ihn, ein guter Mensch, hastete nach oben in seine Wohnung, stibitzte einen Gesichtsschleier seiner Frau und gab ihn Ibrahim. Als er zurückkehrte, legte er die Sachen neben Saffanah auf den Rücksitz. »Hier«, meinte er. »Jetzt kannst du dich saubermachen. Und eine neue Burka.« Er stieg ein und fuhr weiter.

Er nahm die Schnellstraße und war schon fast zu Hause, als er bemerkte, dass Saffanah sich mit den Taschentüchern das Gesicht abwischte. Sie beugte sich vor, damit niemand diesen Akt der Entblößung beobachten konnte, legte den schmutzigen Schleier ab und den sauberen an und steckte ein Stück Kaugummi in den Mund. Kurz darauf öffnete sie die Wasserflasche, schob sie unter den Schleier und trank einen Schluck.

Ibrahim atmete erleichtert auf und wandte sich wieder der Straße zu. Er hatte die Ausfahrt zu ihrem Stadtviertel verpasst und steuerte nun auf den südlichen Stadtrand zu. Es herrschte kaum Verkehr, und er konnte vor sich die Wüste sehen. Spontan beschloss er weiterzufahren.

Kurz darauf fing Saffanah an, aus dem Fenster zu schauen. Er wusste nicht, wie viel sie durch den Schleier und die getönten Scheiben sehen konnte, aber sie hatte offenbar bemerkt, dass sie nicht die übliche Ausfahrt genommen hatten. Ibrahim beschloss, sich die Erklärung zu sparen. Da es im Auto nach Erbrochenem roch, öffnete er das Fenster einen Spalt weit und schaltete die Klimaanlage höher.

An einer Neubausiedlung bog er von der Straße ab. Er fuhr an leer stehenden Häusern vorbei und stellte sich vor, wie langweilig es sein musste, hier zu wohnen und nur fremde Leute als Nachbarn zu haben. Läden gab es hier noch nicht, nur unbewohnte palastähnliche Villen.

Er erkannte an Saffanahs Körperhaltung und ihrem geneigten Kopf, dass sie alles aufmerksam und neugierig beobachtete. Rechts von ihnen erstreckte sich ein großes Feld. Hinter einem Maschendrahtzaun standen einige Kamele. Daneben befand sich ein kleines Haus. Er stoppte den Wagen, parkte am Straßenrand und öffnete die rückwärtige Autotür, um ihr beim Aussteigen zu helfen.

Zu seiner Überraschung protestierte sie nicht. Seit sie im Auto saß, hatte sie keine einzige Frage gestellt oder überhaupt ein Wort gesprochen. Er gab sich Mühe, sie als seine Tochter zu betrachten, und das nun schon seit einigen Monaten, scheiterte jedoch immer an dem Gedanken, dass er einer seiner Töchter ein solches Benehmen niemals würde durchgehen lassen. Nie im Leben würde er diese frömmelnde Abschottung und dick aufgetragene Religiosität dulden – eine Spielart der Religiosität, die nicht die seine war. Aber als Saffanah ausstieg, bemerkte er erfreut, dass ihre Schritte schwungvoller geworden waren. Vielleicht brauchte sie ja nur Abstand von der Stadt.

Ein Beduine mittleren Alters kam aus dem kleinen Haus und sprach Ibrahim an. Währenddessen stand Saffanah ein Stück abseits und beobachtete die Kamele. Zwei von ihnen hatten sich dem Zaun genähert, beugten sich nun darüber und reckten die langen Hälse, um sie zu erreichen. Schüchtern machte sie einen Schritt auf sie zu, streckte die Hand aus und kraulte ein Kamel hinter dem Ohr. Das Kamel schmiegte schnaubend die Nase an ihren Hals. Riecht es denn das Erbrochene nicht?, fragte sich Ibrahim. Offenbar nicht, denn nun schnappte das Kamel mit den Zähnen nach dem Saum ihrer Burka. Als Saffanah sich zu befreien versuchte, wurde die Burka mit einem Ruck heruntergerissen. Rasch duckte sie sich zur Seite und verbarg ihr Gesicht vor dem Beduinen. Doch sie hätte sich keine Sorgen zu machen brauchen, denn der Beduine reagierte schnell. Sofort drehte er sich zu dem Kamel um, schüttelte lachend den Kopf und wollte ihm die Burka entreißen. Allerdings ergriff das Kamel die Flucht, sodass der Beduine es über die Koppel verfolgen musste.

Es dauerte einen Moment, bis Ibrahim klar wurde, dass Saffanah lachte. Als sie sich ganz langsam aufrichtete, stand immer noch ein Lächeln in ihren Augen, und als sie bemerkte, dass der Beduine sich höflich abgewandt hatte, wirkte sie sogar zufrieden.

»Du Schmutzfink«, schimpfte der Beduine leise sein Kamel. »Du alter Lüstling.«

Zwei andere Kamele standen noch immer am Zaun und schnupperten neugierig an Saffanahs Hals. Ibrahim betrachtete sie und hörte mit halbem Ohr hin, wie der Beduine sein Kamel tadelte. Plötzlich schmiegte Saffanah ihre Nase an die des Kamels. Es war nur eine ganz winzige Geste, die dennoch etwas Gewaltiges vermittelte: Bedürftigkeit, Trauer und die Sehnsucht, Trost zu spenden und zu empfangen. Es schwang etwas Flehendes darin mit: Bitte verzeih mir.

Vielleicht war es diese Geste, es konnte aber auch am Erbrechen gelegen haben, denn auf einmal schoss Ibrahim ein Gedanke durch den Kopf. Sie ist schwanger. Natürlich war das Unsinn. Saffanah war viel zu gläubig, um sich auf eine Affäre einzulassen. Es konnte einfach nicht sein. Allerdings hatte er in fünfzehn Jahren Polizeiarbeit gelernt, seinen Instinkten zu trauen. Schwanger? Er fühlte sich, als stiege alles Blut in seinen Armen in die oberen Hautschichten auf. Also steckte er rasch die Hände in die Taschen und umschloss mit einer sein Mobiltelefon. Seine Haut prickelte.

Zoë Ferraris

Über Zoë Ferraris

Biografie

Zoë Ferraris hat ein Jahr lang in einer strenggläubigen muslimischen Gemeinde in Dschidda, Saudi-Arabien, gelebt, bevor sie ihr Romandebüt »Die letzte Sure« schrieb. Für »Die letzte Sure« wurde sie mit dem »Mystery Fiction Award« der Santa Barbara Writers Conference ausgezeichnet. Zoe Ferraris hat...

Pressestimmen

Rheinische Post

»Ein ungeheuer aufschlussreicher Ausflug in eine erschreckend fremde Welt, die als Krimi-Schauplatz noch weitgehend unbeackert und gerade deshalb so faszinierend ist.«

Rhein-Zeitung

»In ›Wüstenblut‹ gelingt der Amerikanerin Ferraris der Spagat zwischen Kriminal- und Gesellschaftsroman (...) ohne moralisierendes Sendungsbewusstsein.«

sonntag - Das digitale Magazin der Mediengruppe Madsack

»Nicht nur unglaublich spannend, (...), sondern auch wunderbar berührend. Absolut lesenswert!«

BuchMarkt

»Hier zeigt sich wieder, was der Krimi alles kann: Spannung, Information und Einblicke in andere Welten in einem Buch.«

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