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Wolf - Hund - Mensch

Wolf - Hund - Mensch

Die Geschichte einer jahrtausendealten Beziehung

Taschenbuch
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Wolf - Hund - Mensch — Inhalt

Sie bevölkern seit jeher unsere Mythen und Märchen: Wölfe. Sie waren für den Menschen immer schon Partner und Gegner, Projektionsfläche und Zentrum in der Entwicklung der menschlichen Spiritualität. Der ausgewiesene Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal rollt die Entwicklungsgeschichte des Hundes neu auf und berichtet über die ­ambivalente und facettenreiche Beziehung zwischen Wolf und Mensch. Er hilft uns, nicht nur ­unsere uralte Faszination für den Wolf besser zu begreifen, sondern lehrt uns auch den richtigen Umgang mit »dem besten Freund des Menschen«, dem Hund.

€ 11,00 [D], € 11,40 [A]
Erschienen am 10.06.2014
208 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-30443-6

Leseprobe zu »Wolf - Hund - Mensch«

Zum Beginn

 


Wölfe und Hunde sind seit jeher in einem erstaunlichem Ausmaß unser wesensmäßiges Alter Ego. Wir lieben und hassen sie, wir achten und verachten sie, aber kaum jemand bleibt von ihnen unberührt. Seit etwa 60 000 Jahren leben Menschen mit Wölfen und ihrer mit uns sozial verträglichen Form, den Hunden, zusammen. Alle Kulturen des Homo sapiens sind in Beisein von Wölfen bzw. Hunden entstanden. Hunde sind nicht nur die längstgedienten, sondern auch die engsten Tierkumpane der Menschen. Sie sind uns wesensähnlich und können viel für uns tun, [...]

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Zum Beginn

 


Wölfe und Hunde sind seit jeher in einem erstaunlichem Ausmaß unser wesensmäßiges Alter Ego. Wir lieben und hassen sie, wir achten und verachten sie, aber kaum jemand bleibt von ihnen unberührt. Seit etwa 60 000 Jahren leben Menschen mit Wölfen und ihrer mit uns sozial verträglichen Form, den Hunden, zusammen. Alle Kulturen des Homo sapiens sind in Beisein von Wölfen bzw. Hunden entstanden. Hunde sind nicht nur die längstgedienten, sondern auch die engsten Tierkumpane der Menschen. Sie sind uns wesensähnlich und können viel für uns tun, nicht nur als Polizei- oder Rettungshund. So fördert
das Aufwachsen mit Hunden die körperliche, emotionale und geistige Entwicklung von Kindern und ihre emotionale Intelligenz. Menschen teilen mit vielen anderen Tieren, besonders aber mit Wölfen und Hunden, ihr soziales Gehirn und ihre soziale Intelligenz, die Stressphysiologie sowie andere Prinzipien der sozialen Organisation. Es ist daher nicht verwunderlich, dass echte Sozialbeziehungen zwischen Menschen und anderen Tieren möglich sind. Als Teil des »philosophischen Moduls« des menschlichen Gehirns und als eines unserer Alleinstellungsmerkmale sind Menschen »biophil«, d.h. nahezu »instinktiv« an
Natur und Tieren interessiert. Auch die menschliche Spiritualität entstand in dieser engen Naturbeziehung. Letztlich bleibt die Conditio humana ohne Bezug auf diese Natur- und Tierbeziehung unbegreifbar.

Von Wölfen geht eine eigenartige Faszination aus. Wölfe sind seit Urzeiten Brüder und Schwestern der Menschen. Und das nicht nur in den spirituellen Vorstellungen unserer steinzeitlichen Ahnen. Vielmehr sind uns Wölfe in ihrer Lebensweise ähnlicher als selbst unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen. Wölfe und Menschen sind jeweils die innerhalb ihrer Klans freundlichsten und kooperativsten Arten ihrer Verwandtschaftsrunden, den Menschenaffen bzw. den Hundeartigen. Wenn es jedoch um die Bekämpfung gruppenfremder Artgenossen geht, sind wir beide konsequent und grausam.
Wölfe wie ursprüngliche Menschen leben in nach innen auf Zusammenarbeit ausgerichteten Kriegergesellschaften. Mit Nachbarn leben wir im Burgfrieden, wir tauschen uns freundlich mit ihnen aus und besuchen sie und gelegentlich bekämpfen wir sie bis aufs Blut. Zudem sind Wölfe und Menschen beide Top-Beutegreifer, die mit Hilfe ihrer Anpassungsfähigkeit, ihrer Kooperationsbereitschaft und ihres klugen Köpfchens nahezu alle Lebensräume der Nordhemisphäre besiedelten. Meist eroberten Wölfe und Menschen sogar dieselben Lebensräume. Wenn sie sich arrangierten, hatten beide kaum andere Beutegreifer zu fürchten. Wo hingegen das Verhältnis kippte, war der Mensch des Wolfes schlimmster Feind; und manchmal auch umgekehrt. Mensch und Wolf sind zwar nicht bluts-, wohl aber wesensverwandt, sozusagen Mitglieder derselben ökologischen Familie, derselben geistigen Sippschaft. Familienmitglieder sind einander bekanntlich nicht egal. Meist liebt oder hasst man ein ander, hegt zueinander Einstellungen und Erwartungen, die man Fremden gegenüber gewöhnlich nicht hat.

So leben Wolf und Mensch seit Urzeiten in einer oft ambivalenten Nahebeziehung. Kein Wunder also, dass bereits vor sehr langer Zeit aus dieser ökologischen Nahebeziehung auch eine soziale wurde, dass man sich aneinander anschloss. Ob damit anfangs neben dem spirituellen Bezug der Menschen zu Wölfen eine Nutzanwendung verbunden war, ist unbekannt. Als gesichert kann hingegen gelten, dass von den vielen Annäherungen zwischen Menschen und Wölfen einige wenige lange genug andauerten, um die Wölfe genetisch zu Hunden zu wandeln. So kam es, dass der Wolf in Form des Hundes zum Gefährten der menschlichen Kulturentwicklung wurde, zu einem Wegbegleiter über Jahrzehntausende, zum treuen Wächter, Kämpfer im Krieg, Jagdgefährten, Abfallbeseitiger oder schlicht Sozialgefährten.

Wir wurden in Gemeinschaft mit Tieren, besonders aber mit Wölfen und Hunden, zu modernen Menschen. Das ist zu berücksichtigen, wenn wir uns selber verstehen wollen. Das System Wolf-Mensch-Hund bildet eine uralte Beziehungskiste, dynamisch moduliert über Raum, Zeit und Kulturen in Koexistenz und Gegnerschaft, Liebe und Hass, Nähe und Distanz. In gewisser Weise war diese Beziehungskiste immer auch eine Schicksalsgemeinschaft.

 


Über dieses Buch


Die Beziehung und Einstellung zu Wolf und Hund spiegelt – in grauer Vorzeit wie heute – die Verfasstheiten menschlicher Gesellschaften wider. Wölfe wie Hunde sind »Beziehungstiere« und wichtige Projektionsflächen für menschliche Vorstellungen. Das ist eine der spannendsten Seiten an unseren vierbeinigen Partnern und einer meiner Hauptgründe, dieses Buch zu schreiben. Wenn man über Wölfe und Hunde spricht und schreibt,kann man versuchen, sich ausschließlich auf so genanntes »gesichertes Wissen«, also die neueren Erkenntnisse der Wissenschaft, zu beziehen und wird auf diese Weise ein recht lückenhaftes Bild zeichnen. Oder man traut sich, auch Szenarien zu entwerfen, die auf einer Mischung aus gesichertem Wissen, Erfahrung, Anekdoten und über Jahrzehnte entwickeltem Bauchgefühl beruhen – das natürlich auch falsch sein kann. Letztlich ist dieses Buch ein Versuch, Wölfe, Hunde und ihre wechselseitige Beziehung zu den Menschen zu beleuchten. Wölfe und unsere Wolfs- und Hundebeziehungen wirklich »verstehen« und vollständig erklären zu wollen, wäre ein vermessener Anspruch.

Man kann kaum sinnvoll über Wölfe schreiben, ohne Hunde und Menschen einzubeziehen. Das Buch beginnt mit einem Aufriss dieser Beziehungskiste. Es folgen Kapitel zur Biologie des Dreigestirns Wolf-Hund-Mensch, zum Verhalten und Wesen, einschließlich der Ausbildung von Kulturen, bei Wölfen und schließlich zur eigentlichen historischen, spirituellen und materiellen Beziehung Mensch-Wolf. Ferner berichte ich, wie es zur Gründung des Wolfsforschungsinstitutes in Ernstbrunn (WSC; www.wolfscience.at) kam und wie unsere Arbeit dort aussieht. Hunde sind im Text immer präsent, der Schluss des Buches widmet ihnen einen kleinen Schwerpunkt. Denn Faszination Wolf hin oder her – Hunde sind heute für unseren menschlichen Alltag bei weitem wichtiger.

Dieses Buch wäre ohne mein Umfeld nicht möglich gewesen, ohne meine Arbeitsgruppen an der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau und jener für Mensch-Tierbeziehung in Wien. Vor allem aber möchte ich meinen zwei Partnerinnen, Friederike Range und Zsófia Virányi, danken. Dies ist kein Buch über das WSC, aber ohne WSC und die dort gesammelte persönliche und wissenschaftliche Erfahrung mit Wölfen, Hunden und Menschen wäre dieses Buch nicht möglich gewesen. Wir konnten das WSC aufgrund der Komplexität dieses Projekts nur zu dritt gründen, betreiben es gemeinsam und in ständiger fachlicher Diskussion und verlangen voneinander, von unseren Mitarbeitern und unseren Studenten wohl meist zu viel. Die Arbeit mit unseren Wölfen und Hunden bedeutet tägliche Herausforderungen und große physische und psychische Anstrengungen, aber auch sehr viel schönes gemeinsames Erleben.

 

 

Auf den Wolf gekommen — eine persönliche Beziehungs geschichte


Starkes Interesse an Tieren und Natur war bei mir wohl prototypisch frühgeprägtem Biologen von frühester Kindheit an vorhanden, wandte sich aber zunächst dem Krabbelgetier und den Fischen zu. Dem Vernehmen nach sammelte ich sie seit dem dritten Lebensjahr lebend und hielt sie in Gläsern und Aquarien. Ohne Hund aufgewachsen, las ich während meines Biologiestudiums an der Universität Salzburg die Bücher von Erik Zimen und Konrad Lorenz, etwa »So kam der Mensch auf den Hund«.

Als junge Familie kamen meine Frau und ich dann zeitgleich auf Kind und Hund. So war im Mai 1978 Schluss mit trauter Zweisamkeit und wir waren plötzlich zu viert. Der Welpe entwickelte sich zum großen schwarzen, menschenfreundlichen Mischlingsrüden Rolfi. Das Baby zu einer sehr gelungenen Tochter. Das ist eine andere Geschichte, könnte man meinen; doch das stimmt nicht ganz, denn Hunde können sehr viel zur Entwicklung von Kindern beitragen. Man weiß seit nicht allzu langer Zeit durch Zusammenschau der Ergebnisse der Psychologie, Pädagogik und Neurobiologie auch, warum das so ist. Rolfi kam von einem Bauernhof bei Oberndorf, etwa 20 km nördlich von Salzburg. Er war unerschütterlich freundlich zu Menschen, aber recht unverträglich mit seinesgleichen. Für den vom Lorenz’schen Idealismus geprägten Junghundehalter musste der arme Rüde als Wolfsersatz herhalten.
Oder für das, was ein auf Basis der damaligen Literatur verbildeter Student für wölfisch hielt. Der arme Hund war dafür denkbar ungeeignet. Ich hatte Hundeerziehung wohl mit einem Übermaß an Kontrolle verwechselt. Den Kindern – Sohn Alex kam zwei Jahre nach Tochter Katharina – kam das zugute, reagierte ich doch Erziehungsprinzipien und Kontrollbedürfnis vorwiegend am Hund ab. Im Endeffekt waren wir sicherlich ein gutes Team, Rolfi und ich, aber meinen damaligen Interaktionsstil würde ich heute keinem Hund mehr zumuten wollen.

Bis 1990 forschte ich an Fischen, dann an Vögeln. Rolfis Tod 1991 bedeutete Familientrauer, besonders bei Tochter und Sohn, die mit ihm aufgewachsen waren. Wenige Jahre später kam der schwarz marken farbenen Eurasierrüde Basko ins Haus. Er war ziemlich das Gegenteil von Rolfi, eigensinnig, souverän im Umgang mit Artgenossen, Menschen gegenüber allerdings ein völlig respektloser Lustschnapper, ein Hobby, das er trotz aller Belehrungsversuche bis zu seinem Lebensende beibehielt. Insbesondere Macho-Männer mussten vor ihm beschützt werden. So »wölfisch« war es mir nun auch wieder nicht recht, wobei ich damals noch nicht wusste, dass ein dermaßen überzogenes Selbstbewusstsein eigentlich gar nicht typisch wölfisch ist ...

Die Lage besserte sich, als wir zwei Jahre später die sanfte und sozial sehr kompetente blonde Eurasierhündin Briska dazunahmen und nochmals, als Basko schließlich im fünften Lebensjahr kastriert wurde. Die Reduktion seiner männlichen Geschlechtshormone war eine Erleichterung für uns und offensichtlich auch für ihn. Nach Baskos Tod kam eine zweite Eurasierhündin ins Haus, die rot-wildfarbene Bolita, die seit Briskas Tod als alleinige Hündin in unserem Haushalt lebt. Bolita begleitete mich bei der Handaufzucht von nunmehr vier Jahrgängen von Timberwölfen, sozialisierte diese Wölfe hervorragend und gewann dabei derart an Selbstbewusstsein, dass sie zu unserem Leidwesen Eurasierrüden als Geschlechtspartner kaum mehr in Betracht zieht. Ihre heute einige Jahre alten Stiefkinder trifft sie immer noch gerne zu mehr oder weniger wildem Spiel.

Bereits seit längerer Zeit wollte ich unsere Forschungen an der Konrad Lorenz Forschungsstelle zur sozialen Komplexität von Vögeln durch die Arbeit an Wölfen ergänzen. Als ich dies auch auf unserer Homepage kundtat (www.klf.ac.at), meldete sich im Jahr 2004 die Kognitionswissenschaftlerin Friederike Range; unser Projektantrag floppte jedoch zunächst. Als sich im Herbst 2007 auch die Verhaltensbiologin Zsófia Virányi von der Eötvös Lorand Universität in Budapest in Wien aufhielt, war es aber endlich so weit: Zu dritt packten wir es an. Alle drei wollten wir aus jeweils etwas anderen Gründen mit Wölfen arbeiten. So stürzten wir uns ins Abenteuer – Optimisten zeichnen sich bekanntlich durch einen Mangel an Information aus. Der Aufbau unseres Wolfsforschungszentrums, zunächst im oberösterreichischen Grünau, an der Konrad Lorenz Forschungsstelle, dann im Wildpark Ernstbrunn, etwa 40 km nördlich von Wien, verlangt uns seitdem oft mehr ab, als wir eigentlich geben können, was Einsatz, Arbeitszeit und auch persönlichen materiellen Beitrag betrifft. Doch unsere wachsende Gruppe kooperativer Timberwölfe und gleich wie sie aufgezogener Hunde sowie die einzigartigen Möglichkeiten unseres Settings entschädigen dafür.

Die beste Möglichkeit, Tiere von Grund auf kennenzulernen und sie jenseits der wissenschaftlichen Zielsetzungen intuitiv zu verstehen, ist sie aufzuziehen. Auch Konrad Lorenz zog über sein langes Leben immer wieder unterschiedlichste Tiere auf, etwa die berühmte Graugans Martina. Tatsächlich ist sozial und emotional beteiligte Handaufzucht oft die Methode der Wahl, Wildtiere zu vertrauensvollen Partnern für die Forschung heranzuziehen. Das gilt für jene Graugänse, die ich im Frühjahr 1991 aufzog, für Raben, Papageien und natürlich auch für Wölfe. Im Team mit meinen Kolleginnen durfte ich die ersten Wölfe im Frühjahr 2008 aufziehen, drei weitere Aufzuchten sollten bis Frühjahr 2012 folgen. Es geht dabei nicht nur um die Erfüllung ihrer physischen Bedürfnisse, sie zu füttern und sauber zu halten, sondern vor allem auch um ihre sozialen Bedürfnisse nach emotional-empathischer Zuwendung. Dies muss natürlich bei Raben, Gänsen oder Wölfen jeweils etwas anders ausfallen. Als menschlicher »Ziehelter« durfte ich viel über Wölfe lernen, ein gutes Gefühl dafür erwerben, wie sie ticken, und auch dafür, ihnen mit Respekt zu begegnen und sie tatsächlich als Partner auf gleicher Augenhöhe zu betrachten, nicht einfach als »Versuchstiere«. Denn auch eng menschenbezogen aufgewachsene Wölfe behalte ihren eigenen Kopf und halten wenig von hündisch-blindem Vertrauen, Gefallen-Wollen oder Unterwürfigkeit dem Sozial- und Arbeitspartner Mensch gegenüber. Ähnlich wie Graugänse und Raben – die viel weniger Zähne in ihren Schnäbeln tragen – aber ganz im Unterschied zu den gefallsüchtigen Hunden.

Natürlich wusste ich, dass Wölfe von vielen Menschen mythisch überhöht werden, von anderen aber immer noch gefürchtet oder sogar gehasst. Aber ich hatte keine Ahnung von Ausmaß und Intensität dieses Beziehungsspektrums. Was wir in den letzten drei Jahren mit Besuchern erlebten, aber auch die Wirkung der Wölfe auf uns, die wir ja eigentlich nüchterne Wissenschaftler sein sollten, legt nahe, dass der Wolf als Archetyp tief in den meisten Menschen verankert zu sein scheint. So sind unsere Wolfsspaziergänge (mehrmals pro Woche dürfen uns Interessierte gegen eine Spende begleiten) auf Monate im Voraus gebucht und so mancher Besucher, der einen Wolf berührt, wäscht sich anschließend lange nicht mehr die Hand. Und gelegentlich werden wir angefeindet, weil unsere Wölfe »Sitz« und »Platz« machen. Man verübelt uns manchmal, dass die Inkarnationen der unberührten Natur, des Wilden und der Freiheit mit uns Menschen wie Hunde kooperieren. Erstaunlich, wie dünn die Ratio zu sein scheint, wenn es um den Wolf geht, und wie stark ideologisch aufgeladen diese Tiere anscheinend immer noch sind.

 

 

 

 

 

Über Kurt Kotrschal

Biografie

Kurt Kotrschal, Professor der Universität Wien, Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle und Mitbegründer des Wolfsforschungszentrums in Ernstbrunn, Wissenschaftler des Jahres (2010).

Inhaltsangabe

Inhalt

Zum Beginn

Über dieses Buch

Auf den Wolf gekommen – eine persönliche Beziehungsgeschichte

Wolfsbeziehungen

Wolfsnacht

Partner Wolf?

Wölfe in den Köpfen der Menschen

Menschen, Wölfe und Raben: Eine ökologische Trias

Beutegreifer mit Familiensinn

Was Wölfe biologisch sind und wie das mit Menschen und Hunden zusammenpasst

Wir sind Säugetiere und als solche Wirbeltiere

Wolf – Hund – Mensch: Gemeinsames …

... aber auch Unterschiede: Zur sozio-sexuellen Effizienz der Wölfe und zur Ineffizienz der Menschen und Hunde

Wir teilen ein »soziales Gehirn«

Nur Wölfe und Hunde, nicht aber Menschen gehören zu den Fleischfressern: Die
Sippschaft der Carnivora

Woher die Wölfe stammesgeschichtlich kamen

Wölfe wie Menschen sind soziale Jäger und Sammler

Wölfe und Menschen sind spezialisierte Laufjäger

Wölfe »schufen« Pferde, Hirsche und andere Fluchttiere

Der soziale Erfolgsfaktor?

Wolfskulturen

»Traditionen« oder »Kulturen«?

Kulturen schränken den Austausch der Gene ein

Sesshafte und nomadische Wölfe

Zu Wesen und Verhalten von Wölfen

Eine weise und familienorientierte Kriegergesellschaft?

Führung in Wolfsrudeln

Ähnlichkeiten zwischen Wölfen und Menschen

Wolfsverhalten: Zum Einsatz arteigenen Verhaltensinventars

Hormone modulieren Verhalten

Von Wölfen und Menschen — eine ewige Beziehungskiste

Biophilie und tiefes Interesse anWölfen

Begeisterung, Ablehnung und spirituelle Wurzeln der Wolf-Mensch-Beziehung

Wölfe und die Spiritualität der Menschen

Wölfe und nordamerikanische Indianer

Die Wurzeln der Spiritualität im Animismus

Von gleicher Augenhöhe in die Abhängigkeit:Von Tieridolen zu Menschengöttern

Der »böse« Wolf

Wölfe als Projektionsfläche blühender und schrecklicher Phantasien

Von den Einstellungen zum Wolf

Einstellungen zum Wolf in Deutschland und Österreich

Auch wild lebende Wölfe sind von Menschen abhängig, jene in Gehegen sowieso

Verdrängung und Wiederausbreitung der Wölfe

Schutz, Konflikte und Erfolgsgeschichten

Wölfe in Österreich

Wölfe essen gelegentlich Menschen, sind aber keine Menschenfresser

Tollwut und hungrige Wölfe: Wie Menschen durch Wölfe zu Schaden kommen können

Sicher leben mit immer mehr Wölfen

Vom gefährlichen Beute - greifer zum Partner in der Forschung

Wölfe im Freiland

Warum eigentlich Wolfsforschung?

Das Wolfsforschungszentrum in Ernstbrunn

Manager bei den Wölfen

Die Hunde am Wolfsforschungszentrum

Als Wolf am Wolfsforschungszentrum

Sind menschensozialisierte Wölfe »domestiziert«?

Intelligenzleistungen und dumme Einschränkungen

Experimentelle Forschung am Wolf und am Wolf-Hund-Interface

Wozu Intelligenz?

Was wir forschen und wie wir das tun

Aus Wölfen wurden Hunde

Das (falsche) Wolfsbild prägte lange den Umgang mit unseren »besten Freunden«

Was Wölfe und Hunde unterscheidet (?!)

Mensch und Hund sind im Team nicht zu schlagen

Hunde — unsere wichtigsten Tierkumpane, ganz nah am Wolf

Domestikation macht sanft, verfressen, sexsüchtig und blöd (?)

Wie sich Wölfe zu Hunden domestizierten

Nutzhund oder Schadhund?

Spezialisten entstehen

Menschengesellschaften sind Hundegesellschaften

Rassehunde

Hundehaltung heute

Ausblick

Dank

Ausgewählte Literatur

Ausgewählte Links

Abbildungsnachweis

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