Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Blick ins Buch
Wir zählen unsere Tage nichtWir zählen unsere Tage nicht

Wir zählen unsere Tage nicht

Roman

Taschenbuch
€ 11,00
E-Book
€ 10,99
€ 11,00 inkl. MwSt.
Lieferzeit 2-3 Werktage
Jetzt kaufen Im Buchshop Ihrer Wahl bestellen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen
€ 10,99 inkl. MwSt.
sofort lieferbar
Jetzt kaufen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Wir zählen unsere Tage nicht — Inhalt

Als sie jung waren, lag dem Künstlerpaar Isa und Severin die Welt zu Füßen. Seitdem sind Jahrzehnte vergangen, die Lebenszeit der beiden ist kürzer geworden, doch ihre Energie kaum weniger. Soll jetzt schon der Moment gekommen sein, um in die zweite Reihe zu treten? Um die Bühne einer ängstlichen Generation zu überlassen, zu der auch ihre Kinder gehören?

 

€ 11,00 [D], € 11,40 [A]
Erschienen am 01.08.2016
304 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-30907-3
€ 10,99 [D], € 10,99 [A]
Erschienen am 09.03.2015
304 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-96926-0

Leseprobe zu »Wir zählen unsere Tage nicht«

Es sieht phantastisch aus, rühmte die Verkäuferin, das Kleid ist sagenhaft, es sitzt wie angegossen.
Isa ließ sich die Schmeichelei gern gefallen. Sie drehte sich langsam vor dem dreiteiligen Spiegel, beschaute sich von allen Seiten.
Es passt zur Farbe Ihrer Augen.
Ist der Ausschnitt nicht zu tief ?
Nein, Sie können sich das leisten. Darf ich ?
Die Verkäuferin zupfte ein wenig am kleinen, offenen Stehkragen, lobte Isas Figur, das Kleid ist wie für Sie gemacht.
Isa glaubte, in der hellen Stimme einen vertrauten Akzent zu erkennen, wie sie einzelne Vokale [...]

weiterlesen

Es sieht phantastisch aus, rühmte die Verkäuferin, das Kleid ist sagenhaft, es sitzt wie angegossen.
Isa ließ sich die Schmeichelei gern gefallen. Sie drehte sich langsam vor dem dreiteiligen Spiegel, beschaute sich von allen Seiten.
Es passt zur Farbe Ihrer Augen.
Ist der Ausschnitt nicht zu tief ?
Nein, Sie können sich das leisten. Darf ich ?
Die Verkäuferin zupfte ein wenig am kleinen, offenen Stehkragen, lobte Isas Figur, das Kleid ist wie für Sie gemacht.
Isa glaubte, in der hellen Stimme einen vertrauten Akzent zu erkennen, wie sie einzelne Vokale aussprach.
Napoli ?
Sie fragte wie nebenbei, bewunderte sich im Spiegel.
Hört man das ?
Ich liebe es !
Die Verkäuferin lächelte.
Der Stoff ist ganz leicht, er fällt schön. Es wäre auch mit einem Gürtel attraktiv.
Das Kleid war sommerlich luftig und bedeckte das halbe Knie. Isa gefiel sich darin, sie war mit den Jahren etwas knochiger geworden, flacher, eine ausgeprägte Taille hatte sie nie gehabt. Der Stoff floss weich an ihrem Körper herab.
Gibt es denn eine Farbe, die nicht zu meinen Augen passt ?
Am besten sieht es immer aus, meinte die Verkäuferin, wenn die Farbe der Kleidung die Augenfarbe aufgreift, Ihre Augenfarbe ist jetzt ganz eindeutig definiert.
Die beiden Frauen betrachteten einander im Spiegel. Sie hatten die gleichen dunkelbraunen Augen. Doch die Verkäuferin hätte dieses elegante Kleid nicht tragen können.
Sie sind doch beim Radio ?
Isa lachte, ja, bin ich.
Ich habe Ihre Stimme erkannt, freute sich die Verkäuferin.
Ja, ich bin Isa Lerch.
Der heimliche Schwarm meines Vaters, verriet die Verkäuferin, das Idol meiner Mutter.
Beide lachten.
Ich nehme es.
Ich beglückwünsche Sie.
Die Verkäuferin, die Isa ein wenig an ihre Tochter erinnerte, legte das Kleid über den Arm und trug es zur Kasse. Es wurde in Seidenpapier eingeschlagen und sorgfältig in eine lackierte blaue Tüte geschoben. Isa zahlte mit Karte und trat auf die Straße.
Gleißender Nachmittag. Viele junge Frauen fielen Isa auf, ihre langen Beine, präsentiert in Strümpfen mit Phantasiemustern. Es sah gut aus, klasse. Isa war voller Bewunderung. Der Anblick versetzte ihr aber auch einen Stich. In so knappen Shorts und kurzen Röcken herumzulaufen war das Privileg der Jugend. Die Frauen, die sie anhatten, blieben jung, auch wenn sie sich umdrehten. En face sahen sie ein wenig blasiert aus und vielversprechend.
Ach, die Schuhe, toll !
Verliebt in Schuhe, darüber hatte Isa vor Jahren eine Sendung gemacht. Einer der Studiogäste, ein prominenter Designer, hatte ausgeführt: Wenn eine Frau High Heels trägt, hebt sich ihr Po, er wölbt sich und gewinnt optisch fünfundzwanzig Prozent.
Isa hatte die sonore Stimme wieder im Ohr: Ein Viertel mehr Rundung, Sie haben richtig gehört, meine Damen, das hohe Gesäß wertet die Silhouette unglaublich auf.
Wie bei einer kleinen Turnerin mit Hohlkreuz, lästerte die in der Gesprächsrunde sitzende Orthopädin.
Lassen wir das so stehen, bestimmte Isa – und darauf hatten im Studio die Telefone geklingelt.
Die Straßenbahn schrillte. Kleine Vögel hockten in staubblättrigen Bäumen. Junge Leute, die sich selbst und einander in witzigen Posen und Verrenkungen mit dem Smartphone fotografierten. Sie amüsierten sich, Daumen hoch, gefällt mir. Ein Drehorgelmann aus einer anderen Welt sammelte in seinem Zylinder Geld für einen guten Zweck.
Rettet das Weiße Nashorn.
Isa trug die gleiche Retrosonnenbrille wie Julia Roberts im Film Erin Brockovich. Sie genoss es, die Geschäfte und Boutiquen an der Bahnhofstraße abzuklappern. Zielstrebig auf Beutezug. Heute war sie bei Feldpausch fündig geworden. Der Kauf hatte sie glücklich gemacht, und das wirkte sich auf alles aus, was sie wahrnahm.
Im Schaufenster einer Buchhandlung entdeckte sie das neue Buch von Murakami; sie nahm den Roman als Geschenk für ihren Mann mit. Für sich kaufte sie das Berliner Journal von Frisch, ein Tagebuch, das zwanzig Jahre im Banksafe auf seine Veröffentlichung hatte warten müssen. Der Buchumschlag und die Tüte, in der ihr Kleid lag, hatten dieselbe Farbe. Natürlich würde auch Severin den Frisch lesen; als junger Mann hatte er den Schriftsteller verehrt, der zu viel getrunken und sich schon mit sechzig steinalt gefühlt hatte. Aber zuerst würde Severin sich auf den Murakami stürzen. Seine Figuren waren anrührend weltverloren und erfrischend jung, die superklugen Murakami-Mädchen, die noch mit abstehenden Ohren sexy waren, könnten auch einem Manga entspringen.
In einem Café trank sie einen doppelten Espresso und erlaubte sich einen kleinen Brandy. Sie blätterte in dem Journal, bestellte einen zweiten Brandy, versank in dem blauen Band. Frisch war klein, dick und sich selbst unsympathisch. Seine Selbstbezogenheit verwunderte sie nicht. Auf Frischs Grab wucherten gewiss Mimosen. Der samtige Brandy entfaltete die Wirkung eines Weichzeichners. Isa verzieh dem armen Schriftsteller, der in seiner Männerwelt schmorte und Frauen nie verstanden hatte. Sie waren ihm zu anstrengend gewesen.
Severin Lerch blätterte in einem seiner Skizzenbücher, betrachtete Entwürfe für Skulpturen, ergänzte Bemerkungen am Rand oder strich sie aus. Er liebte diese Tätigkeit, war manchmal verwundert über das, was er früher notiert und gezeichnet hatte, was er für gut befunden oder verworfen hatte und wie die vergangene Zeit den Blick darauf veränderte.
Im Regal standen mehr als einhundert Skizzenbücher.
Sein Tablet lag auf dem Tisch; ein leuchtendes Display, auf dem er mit dem Finger zeichnete. Es fühlte sich sonderbar an, ließ ihn aber nicht kalt.
Wenn er ins Freie hinaustrat, hatte er den Eindruck, sich in einem Krater aufzuhalten. Die Vorstellung behagte ihm. Kies und Schotter und Sand, senkrecht stieg die Nordwand hoch, der Grund lag tief unter Ackerland und Wald.
Die stillgelegte Kiesgrube war sein Arbeitsplatz.
Früher hatte da eine windige Baracke gestanden, er hatte sie abgerissen und ein Atelier mit Oberlicht und einer Rückwand aus Glas gebaut. Severin liebte diesen Ort, nichts lenkte ihn von der Arbeit ab, kein überflüssiges Grün, kein Firlefanz, kein Mensch. Es wuchsen ein paar Brennnesseln, Ampfer und Disteln. Vor dem Atelier sandige Kuhlen, in denen Vögel badeten. Steinbrocken und Schutt. Es gedieh hier nichts Besonderes, es gab nichts mehr zu holen. Aller Kies abgetragen, die Grube ausgebeutet. Nur Schienen und ein Rollwagen waren die Zeugen des ehemaligen Kieswerks, seiner profitablen Epoche.
Dieser Platz taugte Severin Lerch für seine Kunst. Eine Mondlandschaft, wie ausgestanzt. Bevölkert von seinen Skulpturen. Es war ihm wichtig, sie im Gelände zu platzieren, seine Abkömmlinge, seine Androiden. Darüber spannte sich der Himmel mit wechselnden Farben und fahrenden Wolken. Hier konnte er abtauchen, hier verfügte er über die Zeit, verwaltete er die Zeit, vergaß er die Zeit, wenn das Empfinden und die Hände denselben Takt hatten und er wie glücklich ferngesteuert an einer Skulptur arbeitete.
Bloß im Winter, wenn es schneite und schneite, kam es vor, dass ihn der Gedanke heimsuchte, seine Welt verkehre sich in ihr Gegenteil, und er glaubte, an diesem Ort gefangen zu sein, und fürchtete, umgeben von weißen Mauern, nie mehr wegzukommen, lebenslang im selbst geschaffenen Paradies ausharren zu müssen.
Als junger Künstler hatte er die Grube auf einer Landkarte entdeckt und sie im Gelände gesucht. Er fand den Krater und wusste sogleich: Hier bleibe ich. Er fühlte sich wie ein Neusiedler, wie ein Pionier, wie ein kühner Eroberer, der vom Pferd stieg und seinen Speer in die Erde rammte.
Das ist mein Platz.
Er wollte in großen Zeitabschnitten denken.
Ja, es ging um ein Langzeitprojekt.
Um ein Lebenswerk.
Er sprach mit dem Grubenbesitzer, verhandelte mit den Behörden. Niemand trug Einwände vor. Der Mann stört ja keinen dort. So einfach begann seine Lebens- und Liebesgeschichte mit dem heilignüchternen Ort.
Um in der Abgeschiedenheit nicht einsam zu sein, kaufte er einen Hund, seinen ersten Akita. Der imposante Wächter mit dem Herzen und Blut eines Wolfs sollte Severins Welt beschützen: der schneeweiße Akita I.
Doch nun war die Zeit von Akita IV. Und trotz der Anwesenheit des braven Hundes, der sich tagsüber auf dem Gelände aufhielt und nachts ins Atelierhaus eingesperrt wurde, hatte Lerch zu seinem Ärger feststellen müssen, dass sich Krieger in der Grube herumtrieben. Skulpturen waren mit Farbe bespritzt, eine große Arbeit war mutwillig umgestürzt worden.
Lerch hatte die Vorfälle der Polizei gemeldet. Zwei Beamte waren mit dem Streifenwagen vorgefahren, hatten die malträtierten Skulpturen überprüft und Severin Lerch nach ihrer Besichtigung des Grubengeländes mitgeteilt: Klarer Fall. Es handelt sich um Farbspuren von Druckluftwaffen.
Ist Ihnen nie etwas Verdächtiges aufgefallen, haben Sie keine Beobachtungen gemacht ?
Doch, das hatte er.
Vom Tisch aus, an dem er saß und lustlos über das Tablet strich, ging der Blick auf die Wand der Kiesgrube, die er schon oft gezeichnet und fotografiert hatte.
Es war ihm klar, dass er auf dem Tablet nicht eigentlich kritzelte und zeichnete, seine Finger zogen Linien, aber ob sie dick oder dünn, weich oder hart ausfielen, war nicht vom Druck abhängig, den er erzeugte, sondern von der Einstellung. Die Werkzeuge waren virtuell. Nicht er trug mit dem Pinsel Farbe auf, das Gerät ließ Farben auf einen Befehl hin erscheinen. Severin konnte sie verändern, speichern und wieder löschen. Es war nicht möglich, das eigene Werk zu berühren, die Finger berührten einen Bildschirm, immer denselben Bildschirm, dieselbe Oberfläche, was auch darauf dargestellt war.
Die Wand der Grube überragte das Atelier weit. Oben, am Rand, standen Bäume, deren Wachstum Severin Lerch über die Jahre hinweg verfolgt hatte, um einmal Skulpturen aus ihren Stämmen zu sägen. In der schroffen Wand nisteten Schwalben. Den stillen Tümpel, der im Hochsommer manchmal austrocknete, bevölkerten jetzt Frösche.
Sobald Severin an einer neuen Skulptur herumdachte, begann er, im Lager nach geeignetem Holz zu suchen, nach einem Stamm, dick genug für das Werk, das in seiner Vorstellung Gestalt annahm, während sich Augen und Hände mit dem Rohmaterial beschäftigten.
Ein Weg führte westwärts ansteigend aus der Kiesgrube hinaus, an seinem Ende begann die vertraute Landschaft – Wiesen, Ackerland, ein paar Gehöfte –, in welcher der Krater lag. Er war nicht eingepasst wie ein natürlicher See. Er ähnelte dem Einschlagloch eines Meteors. Die am Kraterrand stehenden Bäume, zwischen denen Severin die maskierten Männer mit den futuristischen Waffen zum ersten Mal hatte herumschleichen sehen, gehörten zum anschließenden Wald.
Isa hatte das teure Kleid gestern gekauft, um es heute anzuziehen, bei der Liveübertragung aus dem kleinen Konzertsaal, die sie für das Radio moderieren würde. Leider würde es nur das anwesende Publikum sehen; Tausende draußen hörten ihre Stimme, ohne einen Gedanken an das Äußere der Moderatorin zu verschwenden. Isa Lerchs neues Kleid war ihnen egal, jeder fabrizierte, wenn überhaupt, sein eigenes Bild von der Moderatorin, und dieses Bild war sehr vage, das hatte Isa oft erlebt, wenn sie bei Livesendungen mit dem Publikum ins Gespräch kam. Erst in der Verneinung gewann es Züge, wenn die Leute verwundert fragten: Sie sind Isa Lerch ? Ich habe Sie mir ganz anders vorgestellt.
Spät am Morgen. Das Haus knarrte, Holz dehnte sich, die Sonne prallte auf das alte Dach. Isa machte sich im Bad zurecht, die Wasserleitung summte. Das Radio lief und brachte Welt ins Haus.
Der Spiegel war ehrlich. Besonders nachdem sie die Kontaktlinsen eingesetzt hatte. Doch die Augen waren akzeptabel, das Braun glänzte, das Weiß schimmerte wie Schildpatt. Isa schminkte die Lippen mit einem satten Zinnober. Das war der vollkommene Ton für heute. Die Entscheidung, ob sie eine Halskette oder Ohrringe tragen sollte, fiel ihr nicht leicht. Sie legte die Kette um den Hals und befestigte die Ohrringe. Schwere Kreolen. Zu viel Gold, sagte der Spiegel, und sie ziehen die Ohrläppchen nach unten.
Isa hatte eine Schwäche für Gold. Den Ring mit dem Rubin, den Severin ihr zum letzten runden Geburtstag geschenkt hatte, ließ sie bestimmt nicht weg. An manchen Tagen war er ein wenig zu groß und rutschte vom Finger, wenn sie mit der Hand eine zu heftige Bewegung ausführte.
Du hast dich ganz schön aufgebrezelt.
Isa wusste, dass Severin sie mit so einer Bemerkung nur aufziehen wollte. Er liebte ihre Art, sich zu kleiden, sie konnte gar nichts falsch machen, es amüsierte ihn, dass seine Frau, wenn ihr danach war, einen Nachmittag lang durch die Stadt stromerte, um den Gürtel zu finden, der ihr für das neue Kleid vorschwebte, denn unter dem Dutzend, die im Schrank hingen, entsprach keiner ganz ihrer Vorstellung.
Dabei habe ich ein Buch lesen wollen, konnte sie danach sagen, oder: Ich hatte einen Besuch im Museum geplant, die Pompeji-Ausstellung, schau, leider habe ich keinen Gürtel gefunden, aber Schuhe, die grünen Pumps sind doch genial.
Übertreib es nicht, könnte Severin heute einwenden.
Sie sollte die Kreolen doch lieber ablegen.
Severin war in ihrem Leben der Rückhalt, und sie war in seinem Leben doch auch eine feste Größe. Daran glaubte Isa. Sie wollte das glauben. Ihr Mann war ihr größter Fan und gab ihr das Gefühl, geliebt zu werden, immer noch. Wie eine Schauspielerin würde sie in der Küche auftreten, zum Brunch erscheinen. Um gelobt und bestätigt zu werden. Um den ersten Applaus des Tages entgegenzunehmen.
Severin hörte Isa die Treppe herunterkommen. Sie lebten seit vielen Jahren allein in dem großen Haus, doch Severin hätte die Schritte seiner Frau auch unter vielen anderen sogleich erkannt.
Er hatte den Tisch gedeckt, sogar Gänseblümchen in ein Glas gestellt. Sie war überrascht, strahlte, danke, Severin. Ein besonderer Tag, sie wusste seine Aufmerksamkeit zu schätzen. Gab ein paar kehlige Laute von sich, schaute auf die Uhr an ihrem Handgelenk.
Sie hatten vierzig Minuten Zeit.
Alles war vorbereitet, der Kaffee, ein perfektes Ei für Isa, und auch ihr Toastbrot genau so geröstet, wie sie es am liebsten mochte. Es musste noch warm sein, damit die Butter zerlief und die Orangenmarmelade in die Krume sickerte.
Isa umarmte ihren Mann.
Sie küsste ihn nicht, der frische Lippenstift.
Es war fast schmerzhaft schön. Sein Körper fühlte sich gut an, sein Herz klopfte laut. Verlangen flammte auf, verengte ihre Pupillen; sie hatte Lust, mit ihm zu schlafen. Aber das war jetzt nicht möglich, einmal mehr. Meistens wollte sie mit ihm schlafen, wenn er im Atelier arbeitete, und er wollte es, wenn sie sich im Radiostudio aufhielt. So blieb das Bett kalt.
Isa schmiegte sich an ihn, er roch frisch nach Morgen, ja, Severin war bestimmt schon draußen gewesen, war zum Atelier gefahren, um seinen Hund, das riesige Vieh, über das sie ein Hausverbot verhängt hatte, zu versorgen und ins Freie zu lassen. Auf dem Heimweg hatte er Käse und Schinken, Eier, Tomaten, Olivenpaste und frische Feigen für ihren Brunch eingekauft.
Das Radio lief auch in der Wohnküche.
Severin löste sich aus Isas Armen, hielt sie weiter an den Händen, pries das neue Kleid.
Isa schleckte bittersüße Marmelade vom Finger. Gefiltert von den mächtigen Kronen der Obstbäume, zwischen denen Severins große Skulpturen standen, strömte Helligkeit in die Küche.
Das Licht modellierte die Gegenstände.
Severin achtete darauf.
Isa empfand das Licht als Überschwemmung und behauptete, der Himmel sei nicht nur hellblau, sondern auch hellhörig, ein hochempfindliches Aufnahmegerät, dem nichts entgeht.
Wenn Severin einen Raum beträte, in Gedanken abwesend, an einem fremden Ort, wo er Isa nicht vermutete – aber unerwartet anträfe: In diesem unschuldigen Augenblick würde er sie als schöne Frau wahrnehmen.
Severin begehrte Isa noch immer.
Doch sie waren kein symbiotisches Paar, nie gewesen.
Es war das erste Mal in dieser Woche, dass sich Isa und Severin am Tisch gegenübersaßen, es war Freitag. Sie schliefen seit Jahren in getrennten Zimmern, er übernachtete hin und wieder auch im Atelier, und es war keine Seltenheit, dass sie ein paar Tage nichts voneinander hörten und sich im Haus auch nicht begegneten, zu unterschiedlich waren ihre Tagesabläufe und die innere Uhr.
Er stand früh auf, sie ging spät ins Bett.
Heute beginnt die Saison, Konzert am Nachmittag, wie du weißt, sagte sie, ich war mit den Vorarbeiten beschäftigt, habe mich einhören müssen, eingewöhnen.
Nicht gerade Tanzmusik, sagte Severin.
Nein, eher Musik wie ein Kreisverkehr im Kopf.
Ich habe viel gezeichnet in der letzten Zeit, sagte er, mit ein paar Blättern bin ich ganz glücklich.
Entspannt besprachen sie die verstrichenen Tage, ein Update, scherzte Isa. Jeder von ihnen liebte, was er tat, doch sie hatten sich das Interesse für die Arbeit des anderen bewahrt.
Severin freute sich über den neuen Murakami, den sie ihm schenkte, er hatte bereits darüber gelesen.
Sandra und Matthias, die erwachsenen Kinder, waren ein ergiebiges Thema, die kolossal tüchtige, stets um die Familie bemühte Tochter, die gern das Haus voll fröhlich lärmender Kinder hätte, und der manchmal abgehobene Sohn, ein smarter Coach, der Seminare mit dem Ziel leitete, das Selbst der Teilnehmer zu entwickeln und zu optimieren.
Es ist immer zu viel los, stöhnte Isa.
Du wärst doch unglücklich, wenn es anders wäre.
Das stimmt, gab sie zu.
Als Isa nach dem Brunch wegfuhr, ins Studio, wo sie noch Vorbereitungen zu treffen hatte und von ihrem jungen Assistenten mit den letzten Neuigkeiten vertraut gemacht wurde, räumte Severin den Tisch ab und stellte das Geschirr in die Spülmaschine. Auf dem Glas und der Tasse, die Isa benutzt hatte, waren Abdrücke von ihrem Lippenstift. Überall hinterließ sie Lippenstiftspuren. Er hatte einmal überlegt, sie festzuhalten, weibliche Markierungen. Malen konnte er das nicht, es blieb zu stofflich, gezeichnet stellte es ihn auch nicht zufrieden, als Comic wurde es zu hart, beim Fotografieren gelang es am besten, das Flüchtige und Fette zugleich, das konturlos Verschmierte. Wenn sie mitten in der Nacht heimkam und Durst hatte. Wenn sie aus der Flasche trank und er am Morgen den Lippenstift zuerst schmeckte, danach den Abdruck sah. Es war eine Unart. Isa verstand ihn nicht, Lippenstift hat doch keinen Geschmack, erklärte sie, Frauenzungen bemerken das nicht mehr, Frauen schlecken ihren Lippenstift weg und schlucken, ohne mit der Wimper zu zucken.
Isa Lerch verfügte über eine robuste Stimme, eine sympathische Stimme mit einem hohen Wiedererkennungswert, wie geschaffen für das Mikrofon. Sie wusste um diese Vorzüge und spielte damit. Das Mikrofon verstärkte Nuancen und Obertöne, ihr, wenn sie es einsetzte, verführerisches Timbre.
Dieser Stimme war der junge Severin erlegen. Ihrer Verführungsmacht. Fern im letzten Jahrhundert, nach dem Kurs Aktzeichnen an der Akademie. Statt nach Hause zu gehen, folgte er einer Eingebung, lief er der Nase nach. Und saß bald bei Freunden in einem Biergarten, an einem von einer blühenden Kastanie beschatteten Tisch. Eine Frau kam dazu, Isa, Isabella Leardi hieß sie. Neben Severin war noch ein Stuhl frei. Darf ich ? Ja. Und der Funke sprang schon, bevor sie sich gesetzt und den Rock zurechtgezogen hatte. Ein gemeinsamer Bekannter stellte sie vor: Isabella studiert Kunstgeschichte und jobbt beim ­Radio.
Sie bestellte ein Bier.
Und als kennten sie einander seit ewig, begann Isa von ihren Plänen zu sprechen. Severin hörte genau zu. Eben noch hatte er im Saal der Akademie eine Frau gezeichnet, sie war nackt und nichts als ein Körper gewesen, ein Objekt, das er mit kühlem Blick studiert hatte. Jetzt saß er einer anderen Frau gegenüber, einer irritierenden Stimme, er könnte die Augen schließen, nur die Töne und Laute hören, Silben und Wörter.
Worüber sprach sie ?
Sie lachte laut. Warum ? Ihr Wesen, ihre Stimme hatten etwas Ansteckendes. Severin lachte ebenfalls. Ihre Stimme nistete sich ein. In seinem Ohr, in seinem Kopf, in seinem Körper.
Endlich ein Mann, freute sich Isa, der sie verstand.
Sie erzählte lebhaft von ihrer kürzlich eigenmächtig unternommenen Reise nach New York, von dem unmöglichen Interview, das sie unbedingt möglich machen wollte und das tatsächlich Aufsehen erregt hatte.
Ich habe es gehört, Bella, sagte Severin.
Nenn mich nicht Bella, ich kann das nicht ausstehen.
Severin rieb sich die Augen. Was hatte sie ihm erzählt, wie hatte sie ausgesehen ? Die Stimmungen überwogen. Am nächsten Tag, als sie sich wiedersahen, beinahe überstürzt hatten sie sich verabredet, kam Isa der Gedanke, Severin höre ihr so verständnisvoll zu, weil er sie ins Bett bekommen wolle – oder redete und redete sie selbst unaufhörlich, weil ihr die Wirkung, der Zauber ihrer Stimme bewusst war, die Magie, weil sie, die angehende Moderatorin, diesen gut aussehenden Mann und angehenden Bildhauer ins Bett bekommen wollte ? Er hatte einen Körper, er zog nicht nur durch ihre Phantasie, er saß ihr gegenüber. Ein ausgeprägter Körpermensch, muskulös, strapazierfähig, mit geschickten, sensiblen Händen. Dass sie für ihn bloß eine Stimme sein könnte, auf diesen Gedanken wäre sie nie gekommen. Und so war es ja auch nicht gewesen. Einer Stimme hätte er nicht die Hand auf den Schenkel legen können. Isa war mit dieser Hand sehr einverstanden.
Was ist denn das Leben ? Was hält es für uns bereit ? Darüber hatten sie philosophiert. Unter der mächtigen Kastanie, bei Wein und Zigaretten und ersten Küssen. Severin hatte schon damals immer ein Buch in der Tasche, einen Roman, der sein aktuelles Lebensgefühl auf den Punkt brachte.
Mit Ausnahmen.
In der Zeit ihres Kennenlernens war er heillos in Adalbert Stifters Der Nachsommer verstrickt. Ein Freund, der über den Roman seine Semesterarbeit schrieb, hatte ihm das Kuriosum untergejubelt. Der Freund sah in Stifter nicht nur einen Anti-Balzac, sondern fragte sich, wie der oberösterreichische Leidenschaftsverächter wohl auf den neun Jahre früher erschienenen Roman Die Kameliendame von Alexandre Dumas d. J. reagiert hätte. Die Halbwelt und die Waldwelt, kalauerte er und wollte mit dem Lesefreak Severin darüber disputieren.
Isa hatte ebenfalls in den Büchern herumgeschmökert.
Stifter lullt mich ein, die Uhr tickt immer langsamer, sagte sie, ich döse weg, der Roman ist eine Schlaftablette.
Es passiert einfach nichts, stimmte Severin Isa zu, aber plötzlich erlahmt beim Lesen meine Geduld, Stifter trachtet danach, meinen Körper wie etwas Überflüssiges, ja Lästiges auszuschalten, ich will und muss dann unbedingt etwas mit den Händen schaffen.
Ohne Stifter wäre Severin nicht auf die Kettensäge gekommen.
Sagten sie später und lachten darüber.
Dumas hat Die Kameliendame in unserem Alter geschrieben, fasste der Freund und zukünftige Literaturwissenschaftler zusammen. Stifter war ein älterer Herr von fünfzig Jahren, als er den Nachsommer dichtete. Sie lebten zur gleichen Zeit in verschiedenen Jahrhunderten, sie waren wie Feuer und Wasser und verkörperten Wertesysteme, die wir heute belächeln.
Severins Bude war vollgestellt, viele Bücher und ein paar Platten, wenig Kleider und Schuhe, er besaß ein altes Röhrenradio mit großen Knöpfen und ein Grammofon. Auf seinem Tisch waren Skizzen ausgebreitet, auf der Matratze auf dem Boden lagen Kunstbände, Michelangelo und Afrikanische Skulpturen, sie mussten die Bücher wegräumen. Doch das Geschirr war gespült, nichts in der Kochnische versifft, in dem Chaos steckte eine Ordnung, sie sah das auf den ersten Blick.
Er öffnete einen Wein, bot Paprikachips an, Früchte.
Sie wollte nur wenig essen, sie wollte viel reden.
Es ist nicht nur wichtig, wer man ist, in diesem Punkt herrschte Einmütigkeit, es kommt ebenso darauf an, was man liebt: welche Bücher, welche Musik, welche Filme.
Du lernst jemanden kennen, verliebst dich, sagte Severin, und bald merkst du, dass all die Dinge, die dir lebenswichtig sind und über die du dich definierst, diese Frau gar nicht interessieren. Sie versteht nicht, dass du eine Ausstellung sehen willst, sie hasst deine Bücher und hört Musik, die dich umbringt.
Dafür hat sie eine 90-60-90-Figur, grinste Isa.
Ein Mann und eine Frau Anfang zwanzig, die sich die Zukunft als einfache Angelegenheit vorstellten: ein roter Teppich, der für uns ausgerollt wird. Sie wussten, was sie zu tun hatten. Und dass das nicht genügte, dass es getan werden musste.
Sie waren jung. Ohne dem Jungsein große Beachtung zu schenken. Das Leben wartete auf sie, wohin sie sich wandten. Die Zeit lag so selbstverständlich vor ihnen, als ob ihr kein besonderer Wert beizumessen wäre.
Sie waren auch sachlich, nüchtern, gewissenhaft.
Isa und Severin teilten einen Apfel. Isa hätte einfach hineingebissen; Severin schnitt ihn mit dem Messer in Spalten.
Es ist ein Boskop, sagte er.
Was du nicht sagst, alberte sie, wehe, du lügst mich an.
Isa und Severin lachten viel, hielten sich an den Händen, bald konnten sie die Finger nicht mehr voneinander lassen. In seiner Bude hatten sie das erste Mal miteinander geschlafen.
Doch jetzt waren sie keine jungen Verliebten mehr, und der rote Teppich, na ja.

Silvio Blatter

Über Silvio Blatter

Biografie

Silvio Blatter gilt als einer der »herausragenden Schweizer Gegenwartsautoren« (Südwest Presse). Seine Romantrilogie »Zunehmendes Heimweh«, »Kein schöner Land«, und »Das sanfte Gesetz« machte ihn bei einem breiten Publikum bekannt. Blatter erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen, u.a. den...

Pressestimmen

Ars Medici (CH)

»Klug und souverän erzählt Silvio Blatter von der Erfüllung von Lebensplänen und den großen Auseinandersetzungen zwischen den Generationen.«

Wiener Zeitung (A)

»Silvio Blatter ist ein anrührendes Familienporträt gelungen. Ein leises Buch, ganz ohne Effekthascherei, eines, in dem es auf die Zwischentöne ankommt.«

Publik Forum

»Blatter erzählt in diesem neuen Roman atmosphärisch und dramaturgisch geschickt von Eltern-Kind-Beziehungen, von der Schwierigkeit, im Leben kürzer zu treten – aber auch von kühnen Neuanfängen und der ›Umarmung der Gegenwart‹.«

Hessisch-Niedersächsische Allgemeine

»Bei Silvio Blatter geht es um zentrale Weichenstellungen im Leben, um Entwürfe zum Glücklichsein, ums Hinterfragen der Existenz.«

Ostthüringer Zeitung

»Silvio Blatter ist ein anrührendes Familienporträt gelungen. Ein leises Buch, ganz ohne Effekthascherei, eines, in dem es auf die Zwischentöne ankommt.«

041 Das Kulturmagazin

»Silvio Blatter erzählt auf brillante Weise, wie eine Familie ihren Alltag bewältigt. Blatters Blick auf Isa und Severin, auf ihr Leben, auf ihre Familie ist feinfühlig, nuanciert und niemals verstellt von Klischees, seine Sprache klar und hellsichtig.«

Süddeutsche Zeitung

»Alles ist mit leichter Hand erzählt, liest sich locker und unterhaltsam.«

Reutlinger General-Anzeiger

»›Wir zählen unsere Tage nicht‹ ist eine fundiert ausgearbeitete Familiengeschichte. Die ausformulierten Charaktere wirken authentisch und machen es dem Leser leicht, ihre Sicht auf die Dinge nachzuvollziehen. Ihre Selbstfindungsprozesse sind philosophisch angehaucht und mit humorvollen Anekdoten gewürzt.«

BR2 »Diwan«

»Silvio Blatter erweist dem Prädikat ›Schweizer Realismus‹ erneut alle Ehre.«

Schwäbisches Tagblatt

»Souverän und einfühlsam erzählt Blatter die Geschichte einer Familie, die Geschichte zweier Generationen und zugleich die der heutigen Schweiz.«

Oltner Tagblatt

»Blatter versteht es genial, die Beziehungen der Personen in wunderschöner Sprache darzustellen.«

Kieler Nachrichten

»Blatter seziert das Innenleben [der Figuren], tiefgründig und doch einfach, dabei weder oberflächlich noch distanziert: Ein gelungener Roman über Familienkonstellationen, Seelenlandschaften und das Verstreichen der Zeit.«

Berner Kulturagenda

»Silvio Blatter hat sich aus der amerikanischen Literatur den Sinn für dramatische Inszenierungen angeeignet. Auch sein eben erschienener Generationenroman ist spannungsvoll aufgebaut und mit umstandsloser Sprache erzählt.«

Südkurier

»Blatter beschreibt den Alltag dieses ungewoehnlichen Paares sehr plastisch und nah, mit viel Einfühlungsvermögen und Kenntnis.«

Passauer Neue Presse

»Silvio Blatter thematisiert mal impressionistisch, mal pointillistisch, mal expressionistisch das ewige Dilemma mit der Lebenszeit und ihrer Erfüllung.«

SRF BuchZeichen

»Silvio Blatter ist ein gutes Porträt zweier Generationen gelungen. Leser und Leserinnen erfahren manches übers Älterwerden oder ganz einfach über das Leben und was es für uns bereithält.«

Aachener Zeitung Stadt

»Ein äußerlich schmales Büchlein, das aber inhaltlich eine Fülle von Poesie entfaltet.«

literarischer monat

»Man kann dieses Buch als lebensklugen Actionfilm lesen. Action mit Tiefgang und Skepsis – und am Ende mit erfahrungsgesättigter Zuversicht.«

NZZ am Sonntag

»Silvio Blatter erzählt in einem mit Absicht gedämpften Tonfall, ohne entlastende Pointen anzusteuern, mit sorgfältig gezirkelten Schnitten...«

WDR 3 Mosaik

»Was kann noch kommen - der neue, einfühlsame Roman des Schweizers Silvio Blatter erzählt die wechselvolle Geschichte eines in die Jahre gekommenen Paares.«

Basler Zeitung

»Dieser Meister des unprätentiösen Erzählens führt zwei Generationen mit divergierenden Lebensentwürfen vor. Die Alten marschieren durch, die Jungen versanden. Blatters präzise Nüchternheit der Milieubeschreibung überzeugt«

St. Galler Tagblatt

»Immer wieder gelingt es Blatter, originelle Szenen zu erfinden und Motive miteinander zu verknüpfen, die großes Potential haben.«

Ruhr Nachrichten

»Ein gelungenes Porträt über zwei Generationen und das Verstreichen der Zeit.«

Heilbronner Stimme

»Im Vordergrund stehen die leicht erzählten, nachdenklichen Momente mit Raum für schmerzhafte, unausweichliche Wahrheiten. Silvio Blatter schreibt eindrucksvoll und ohne Plattitüden. Der Roman hat viele Facetten, es geht um das Älterwerden, den Generationenkonflikt und verschiedene Arten des Familienlebens.«

Aargauer Zeitung

»Wovon, wenn nicht von Themen wie Glück, Zufriedenheit, Angst oder Verunsicherung handelt wirkliche Literatur? Diejenige von Silvio Blatter tut es jedenfalls«

Berner Zeitung

»Kunstvoll senkt Blatter seine Sätze wie Sonden in die Psyche seiner Figuren, um hör- und fühlbar zu machen, was sie umtreibt.«

BuchMedia-Magazin (A)

»Lakonisch breitet Silvio Blatter die schmerzhafte Auslegeordnung zweier Generationen aus, zeigt ihr Scheitern, lässt aber immerhin einen Funken Hoffnung aufglimmen.«

Kommentare zum Buch

JulesBarrois / lovelybooks.de am 07.04.2015

Kunstvoll, klug und souverän erzählt Silvio Blatter von der Erfüllung von Lebensplänen und den großen Auseinandersetzungen zwischen den Generationen.   Rezension ursprünglich auf www.lovelybooks.de veröffentlicht.

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden