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Wir haben die WahlWir haben die Wahl

Wir haben die Wahl

Warum wir gerade jetzt für unsere Freiheit einstehen sollten

Hardcover
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Wir haben die Wahl — Inhalt

Deutschland im Jahr 2017. Donald Trump ist US-Präsident, Marine Le Pen geht in Frankreich auf Stimmenfang. Pegida verbreitet auf der Straße Fremdenhass, und mit der Alternative für Deutschland steht eine Partei zur Wahl, die sich scharfe und ausgrenzende Parolen zunutze macht. In dieser angsterfüllten Stimmung lässt sich kaum noch sagen, ob die politischen und gesellschaftlichen Werte der Demokratie Bestand haben werden – und gerade deswegen, finden die Autoren dieses Bandes, ist es Zeit, die Stimme zu erheben. Sie treten ein für eine offene und vielfältige Gesellschaft und schreiben an gegen die Bequemlichkeit der Unwissenheit, gegen Ignoranz und blinde Wut – damit uns das höchste Gut, die Freiheit, nicht verlorengeht.

€ 12,00 [D], € 12,40 [A]
Erschienen am 01.08.2017
Herausgegeben von: Piper Verlag
192 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-05881-0
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 01.08.2017
Herausgegeben von: Piper Verlag
192 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-97838-5

Leseprobe zu »Wir haben die Wahl«

Vorwort

 

 

Literatur gilt als Kunst, die Zeit braucht, um auf Ereignisse und Entwicklungen zu reagieren. Zwar erweisen sich Romane und Erzählungen oft als prophetisch, doch lässt sich das naturgemäß erst im Nachhinein feststellen. Einer engagierten Literatur hingegen wird oft die breite Anerkennung versagt. Dabei ist es keineswegs so, dass Schriftsteller zu aktuellen Ereignissen schweigen.

In diesem Herbst haben wir in Deutschland die Wahl. Zum ersten Mal, seit vor zwei Jahren Hunderttausende Menschen bei uns Zuflucht suchten, also seit jenen [...]

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Vorwort

 

 

Literatur gilt als Kunst, die Zeit braucht, um auf Ereignisse und Entwicklungen zu reagieren. Zwar erweisen sich Romane und Erzählungen oft als prophetisch, doch lässt sich das naturgemäß erst im Nachhinein feststellen. Einer engagierten Literatur hingegen wird oft die breite Anerkennung versagt. Dabei ist es keineswegs so, dass Schriftsteller zu aktuellen Ereignissen schweigen.

In diesem Herbst haben wir in Deutschland die Wahl. Zum ersten Mal, seit vor zwei Jahren Hunderttausende Menschen bei uns Zuflucht suchten, also seit jenen Ereignissen, die als »Flüchtlingskrise« erst ins öffentliche Bewusstsein und dann bei Wikipedia eingegangen sind. Erstmals auch seit den Terroranschlägen von Paris, Nizza, Brüssel und Berlin, seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten und seit dem Verfassungsreferendum in der Türkei, das Recep Tayyip Erdoğan zum de facto Alleinherrscher macht. Es ist die erste Bundestagswahl seit dem deutlichen Erstarken von Rechtspopulisten in vielen europäischen Ländern; in Österreich, den Niederlanden und Frankreich hätten es ihre Vertreter zuletzt beinahe bis in höchste Staatsämter gebracht, während in Russland, Ungarn oder der Türkei Antidemokraten bereits an der Macht sind. Bei uns holt derweil die AfD (Alternative für Deutschland) bei Landtagswahlen mehr Stimmen als die Grünen, und Anhänger der Pegida-Bewegung rufen auf offener Straße fremden- und islamfeindliche Parolen.

Die Idee zu diesem Buch entstand im Piper-Lektorat aus Gesprächen mit unseren Autorinnen und Autoren, die diese Entwicklungen besorgt, empört, verstört und in einigen Fällen sehr persönlich betrifft, weil sie selbst erleben oder erlebt haben, was es heißt, Ziel von Rassismus, Hasskommentaren und ausgrenzender Aggression zu sein. Die Schriftsteller wollen ein Zeichen für Solidarität, Freiheit und Toleranz setzen – und wir als Verlag mit ihnen. In diesem Band erheben zahlreiche Piper-Autorinnen und -Autoren ihre Stimme, darunter Andreas Altmann, Bruno Jonas, Lamya Kaddor, Hape Kerkeling, Stephan Orth, Georg M. Oswald, Gisa Pauly, Michael Peinkofer, Kai Strittmatter und Su Turhan. Es geht in den Texten nicht darum, Strategien zur Flüchtlingsfrage zu entwerfen, Leitplanken einer Leitkultur aufzuzeigen oder überhaupt Ratschläge zu erteilen. Vielmehr ist das Anliegen der Texte, durch Reflexion das Bewusstsein dafür zu schärfen, was derzeit auf dem Spiel steht. Es geht darum, wie wir gemeinsam und als Einzelne dazu beitragen können, dass die politischen und gesellschaftlichen Werte der Demokratie erhalten und gelebt werden, also darum, die Welt, so wie sie ist, »wohnlicher einzurichten«, wie Andreas Altmann es mit Bertolt Brecht mitreißend formuliert.

So vielfältig wie die Verfasser und ihre Temperamente sind die Texte. Ob erzählerisch angelegt oder autobiografisch, satirisch, wütend oder nachdenklich – alle sind sehr persönlich. In ihren Texten treten die Autorinnen und Autoren ein für die Rechte und Werte, die das Wesen unserer freiheitlichen Gesellschaft ausmachen, und sie wenden sich gegen die Bequemlichkeit jener Einstellung, dass es auf den Einzelnen nicht ankomme. In manchen Texten klingt Angst an, in anderen Zweifel, in den meisten jedoch wird das beschworen, was die Gesellschaft im Innersten zusammenhält: Menschlichkeit, Empathie, guter Wille. Und eigentlich alle sind davon überzeugt, dass unsere Demokratie stark genug ist, um souverän und besonnen, aber eben auch selbstkritisch auf Versuche der Ausgrenzung einzelner Gruppen zu reagieren. Hape Kerkeling besingt den Ort, wo es nicht sexy oder schrill zugeht, nicht gruselig oder aufregend, da, wo der gute Durchschnitt zu Hause ist und die Gesellschaft ganz bei sich: die Mitte als Bollwerk.

Diese Anthologie will aufrütteln, anregen und berühren, dabei aber auch animieren, appellieren und unterhalten. Der Prozess ihres Zustandekommens ist der beste Beweis für die Kraft eines gemeinsamen Anliegens. Die gesamten Erlöse aus diesem Buch werden an gemeinnützige Einrichtungen gespendet, und alle Beiträger haben auf ein Honorar verzichtet, ebenso Grafiker, Setzer, Papierlieferanten und Drucker. In diesem Buch sind aus jedem Lektorat des Piper Verlags, aus Literatur und Sachbuch, aus Unterhaltung, Fantasy und von Malik, Autorinnen und Autoren vertreten, sodass sich in der Bandbreite der Verfasser auch die Vielfalt des Verlagsprogramms spiegelt – und die Vielfalt einer Gesellschaft, die es zu verteidigen lohnt.

Felicitas von Lovenberg,

im Sommer 2017

Pressestimmen

Garmisch-Partenkirchener Tagblatt

»Aus verschiedenen Blickwinkeln und mit facettenreichen Texten legen sie die Bandbreite an Erfahrungen und menschlichen Empfindungen dar, welche die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen mit sich bringen.«

Gala

»Ein Buch wie ein Plädoyer. Gegen den grassierenden Populismus, für Demokratie.«

plattform-footprint.de

»Dieses Buch ist Denkanstoß, Anregung und Ermutigung.«

Deutschlandfunk "Lesart"

»Wir alle haben in fast allen Lebenslagen die Wahl: zu reden oder zu schweigen, zu handeln oder untätig zu bleiben, mit anderen zu leben oder allein zu bleiben. Deshalb ist dieses Buch, so vergeblich es scheinen mag, bitter nötig.«

Inhaltsangabe

Inhalt

 

 

Felicitas von Lovenberg Vorwort

Andreas Altmann Monsieur Hassan

Manuel Andrack Auf dem Land schaffen wir das – über deutsche Markenzeichen

Karsten Dusse Warum ich Populisten gut finde, aber nicht wähle

Bruno Jonas Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland

Lamya Kaddor Hass ist keine Meinung

Hape Kerkeling Zwischen Ohnmacht und Größenwahn – wo bleibt die gute alte Mitte? Ein satirisches Update

Michael Kibler Nach Berlin ...

Radek Knapp Wer ist schuld am guten Wetter für Möchtegerndiktatoren?

Tobias O. Meißner Wellen und Turm

Rebecca Niazi-Shahabi Aber ändern muss es sich!

Stephan Orth Fauler Hering

Georg M. Oswald Wo waren wir stehen geblieben? Vorschlag, uns von der Geschichte einholen zu lassen

Gisa Pauly In der Vielfalt liegt die Würze

Michael Peinkofer Am Ende (der) Wahrheit

Michael Schmidt-Salomon Die offene Gesellschaft steht auf dem Spiel

Jörg Steinleitner Schickst du mir Foto von sie

Kai Strittmatter Schwarzsehen

Su Turhan Mit Hirn und Liebe

Unsere Autorinnen und Autoren

Dank

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