Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Blick ins Buch
Wilde Wölfe

Wilde Wölfe

Mein Leben mit den Letzten ihrer Art in Kanada

Taschenbuch
€ 14,00
€ 14,00 inkl. MwSt.
Lieferzeit 2-3 Werktage
Jetzt kaufen Im Buchshop Ihrer Wahl bestellen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Wilde Wölfe — Inhalt

Einst durchstreiften Wölfe weite Teile Europas und Nordamerikas. Heute findet man sie nur noch in entlegenen Landstrichen. Ian McAllister folgt den Spuren der letzten wilden Wölfe des Great Bear Rainforest an der schwer zugänglichen Westküste Kanadas. Über einen Zeitraum von 17 Jahren näherte er sich immer wieder den scheuen Tieren, die sich an das Leben im Innern des Regenwaldes angepasst haben. Beim herbstlichen Lachsfischen, auf ihrer Seehundjagd im Winter und bei der Aufzucht ihrer Jungen im Frühling. Intime Einblicke in das Verhalten eines der faszinierendsten Raubtiere unserer Erde, dessen Lebensraum akut bedroht ist.

Erschienen am 10.11.2011
Übersetzer: Florian Oppermann, Eva Plorin
208 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-492-40438-9

Leseprobe zu »Wilde Wölfe«

Vorwort

 

Vor langer Zeit haben wir Menschen den Wolf verehrt. Er war uns in seinem Jagdverhalten sehr ähnlich. Seine sozialen Rudelstrukturen entsprachen unseren menschlichen Familienstrukturen. Ich glaube sogar, dass der steinzeitliche Jäger viel von ihm gelernt hat. Noch heute schätzen Naturvölker den Wolf. In Geschichten und Mythen ist er keineswegs böse, sondern ein Wesen, das man als Freund gewinnen möchte. Wölfe wurden mit Menschen verheiratet, Wölfe zogen Babys groß, und Wölfe wurden als Clanmitglieder aufgenommen. Felsmalereien und die [...]

weiterlesen

Vorwort

 

Vor langer Zeit haben wir Menschen den Wolf verehrt. Er war uns in seinem Jagdverhalten sehr ähnlich. Seine sozialen Rudelstrukturen entsprachen unseren menschlichen Familienstrukturen. Ich glaube sogar, dass der steinzeitliche Jäger viel von ihm gelernt hat. Noch heute schätzen Naturvölker den Wolf. In Geschichten und Mythen ist er keineswegs böse, sondern ein Wesen, das man als Freund gewinnen möchte. Wölfe wurden mit Menschen verheiratet, Wölfe zogen Babys groß, und Wölfe wurden als Clanmitglieder aufgenommen. Felsmalereien und die Tierkopfanordnungen auf Totempfählen zeugen heute noch von dieser Verehrung. Mit dem Übergang vom nomadisierenden Jägerleben zur Sesshaftigkeit wurden allerdings viele große Beutegreifer zu Konkurrenten und erklärten Feinden des Menschen – so auch der Wolf. Andererseits wurde er von uns domestiziert und letztendlich zu unserem treuesten und zuverlässigsten tierischen Gefährten: dem Hund.
Das Leben in einem Wolfsrudel ist von einer ganz klaren Ordnung geprägt. Es ist weder romantisch noch martialisch. Dem Wolf kommt im Haushalt der Natur eine sehr wichtige Rolle zu. Er jagt überwiegend kranke, alte und schwache Tiere und trägt somit mehr als jeder andere Beutegreifer zur Gesunderhaltung von Wildtierarten bei und sorgt für die Erhaltung des biologischen Gleichgewichts. Wölfe gehören zu den erfolgreichsten Säugetieren auf unserem Planeten. Sie haben ein extrem breites Beutespektrum, das von der Waldmaus bis zum Elch reicht, und können in klimatisch sehr unterschiedlichen Lebensräumen siedeln, von der hohen Arktis bis zu den Subtropen Indiens oder dem Hochland von Äthiopien.
Die Westküste Kanadas ist einer der sensibelsten und spektakulärsten Lebensräume, die ich kenne. Vierzehn Jahre lang habe ich immer wieder in diesen subarktischen Regenwäldern ge lmt und fotogra ert. Die Begegnungen mit Wölfen in jener Region haben mein Bild von diesen Tieren verändert. Mehrmals bin ich dabei auf Wolfsrudel gestoßen, die in ihrem ganzen Leben o ensichtlich noch nie einen Menschen gesehen hatten. Die Reaktion auf mein Erscheinen war immer sehr ähnlich. Die Tiere zeigten so gut wie keine Scheu vor mir, näherten sich schnuppernd manchmal bis auf wenige Meter und begleiteten mich oft kilometerlang am Flussufer, wenn ich mit dem Kanu unterwegs war. Nachts zogen sie gelegentlich um mein Zelt, aber es kam nie zu einer aggressiven Handlung mir gegenüber. In der Wahrnehmung der Wölfe war ich nichts anderes als ein Beutegreifer wie Bär, Luchs, Vielfraß oder Adler.
Der Wolf toleriert den Menschen in seinem Lebensraum, für ihn sind wir ein Teil des Ganzen. Uns Menschen fehlt diese Toleranz leider sehr oft. Ian McAllister ist ein gutes Beispiel dafür, dass diese Verbindung zwischen Wolf und Mensch noch existieren kann. Er hat in ebenjener Region Kanadas, in der auch ich unterwegs war, monatelang das Verhalten dieser Tiere studiert, das Aufwachsen ihrer Jungen beobachtet und sich durch seinen rücksichtsvollen Umgang mit ihnen und durch seine gute Beobachtungsgabe den Respekt der Wölfe verdient. Er hat mit seiner Nähe zu den Tieren und den daraus resultierenden Erkenntnissen einen beträchtlichen Beitrag zum Verständnis dieser Tiere geleistet. Und mit seinen hervorragenden Fotos ein wunderbares Dokument für ihre Lebensweise gescha en.
Auch in Deutschland ist der einst von uns Menschen ausgerottete Wolf wieder auf dem Vormarsch. Da er hier unter Vollschutz steht, erobert er sich seine früheren Lebensräume erstaunlich schnell zurück. Es liegt nicht am Wolf, sondern an uns Menschen, wie sich dieses Miteinander in Zukunft gestalten wird. Wir müssen wieder lernen, mit dem Wolf zusammenzuleben; auch in dicht besiedelten Ländern wie Deutschland gibt es diese Möglichkeit. Ian McAllister führt uns in seinem spannenden Buch diese Alternative vor Augen und macht sie für uns greifbar.

 

Andreas Kieling, September 2011

 

Einleitung

 

Einst durchstreiften Wölfe die meisten Landschaften der nördlichen Hemisphäre und waren nahezu überall in Eurasien und Nordamerika heimisch. Außer dem Menschen und vielleicht dem afrikanischen Löwen konnte kein Landsäugetier ein vergleichbares Verbreitungsgebiet aufweisen. Abgesehen von Moorgebieten und tropischen Regenwäldern waren Wölfe fast überall anzutre en: in dichten Wäldern wie in weiten Grasländern, in der arktischen Tundra wie in extremen Wüstenzonen. Heute ndet man sie dagegen vor allem in abgelegenen, unerschlossenen Landstrichen mit spärlicher Besiedelung. Diese wenigen verbliebenen, relativ ursprünglichen Naturräume sind biologische und kulturelle Kleinode, die uns eine letzte Gelegenheit bieten, das fein austarierte koevolutionäre System an Wechselbeziehungen zu erhalten, das anderenorts durch eingewanderte Arten und bewirtschaftete Landschaften verloren ging.
Auf dem nordamerikanischen Festland war der Wolf einst fast überall verbreitet. Ausnahmen bildeten nur der Südosten der Vereinigten Staaten, Kalifornien westlich der Sierra Nevada sowie die tropischen und subtropischen Regionen Mexikos. Auch die großen kontinentalen Inseln wie Neufundland oder Vancouver Island, kleine Inseln vor der Küste von British Columbia und dem südöstlichen Alaska sowie der Arktische Archipel und Grönland dienten dem Wolf als Lebensraum, nicht dagegen Prince Edward Island, Anticosti und Haida Gwaii (die Queen Charlotte Islands vor der Nordküste British Columbias).
Im Laufe der letzten vier Jahrhunderte hatten die extreme Zunahme menschlicher Besiedelung, landwirtschaftlicher Erschließung und industrieller Forstwirtschaft eine Dezimierung der Wolfspopulationen in Nordamerika zur Folge. Darüber hinaus wurden Hunderttausende von Wölfen in Fallen gefangen, vergiftet, abgeschossen, kastriert oder auf andere Weise vernichtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Wölfe im Osten der Vereinigten Staaten, in weiten Teilen Südkanadas und in den kanadischen Seeprovinzen nahezu verschwunden, und um 1960 war den Behörden die Ausrottung des Wolfes in den gesamten Vereinigten Staaten mit Ausnahme von Alaska und dem nördlichen Minnesota gelungen. Heute beschränkt sich der Lebensraum des Wolfes in Nordamerika vor allem auf Alaska und Kanada. In den Vereinigten Staaten aber vergrößerten sich Wolfspopulationen im Norden von Minnesota und Wisconsin, auf der Oberen Halbinsel von Michigan sowie in Teilen von Arizona, Washington, Idaho, Montana und Wyoming durch Auswilderung von Wölfen aus Kanada und durch natürliche Wiederansiedlung.
In Kanada ist der Wolf noch in den meisten historischen Verbreitungsgebieten, einschließlich der Inseln vor der Küste, zu nden. Die Beendigung der meisten Regulierungsprogramme bewirkte, dass sich Populationen in vielen Gebieten, in denen die Spezies als ausgerottet galt, erholen konnten. Aus Neufundland, Nova Scotia und New Brunswick allerdings ist der Wolf verschwunden, und in dicht bevölkerten oder erschlossenen Gegenden anderer Provinzen ist er – wenn überhaupt – nur selten zu nden. Da die Wolfspopulationen in vielen ursprünglichen Lebensräumen der Welt mittlerweile dezimiert oder vernichtet wurden, ist Kanada für das Überleben der Spezies von entscheidender Bedeutung.
Dort, wo Land und Meer aufeinandertre en – an der wilden Pazi kküste British Columbias –, lebt bis heute eine bestimmte Unterart des Wolfes vom Menschen relativ unbeein usst. Der Pazi sche Ozean prägt diesen Lebensraum, der von großer kultureller und naturgeschichtlicher Bedeutung ist. Die Wölfe leben sowohl auf dem Festland als auch auf den nahen Inseln und legen Strecken von bis zu 13 Kilometern schwimmend im o enen Meer zurück, ohne sich von unberechenbaren Winden, kaltem Wasser oder starken Gezeitenströmungen abschrecken zu lassen. Ihre körperlichen Fähigkeiten, ihr Verhalten und das Rudelleben haben sich über Jahrtausende an den Küstenregenwald angepasst, und sie teilen diesen Lebensraum mit anderen wandernden Tierarten wie Grizzlybären, Schwert- und Buckelwalen, dem Lachs sowie Zugvögeln, von denen aber viele in ihren einstigen Lebensräumen ausgerottet wurden.
Unter sämtlichen Regionen Nordamerikas, in denen der Wolf noch beheimatet ist, nehmen die mittleren und nördlichen Küstenstriche British Columbias sowie die vorgelagerten Inseln eine ökologische Sonderstellung ein. Ein Ge echt aus Inseln, Wasserwegen und Bergen scha t eine natürliche Gliederung des Naturraums, in dem Land und Meer untrennbar miteinander verbunden sind und der den Küstenwölfen Nahrung und Schutz bietet.
Die Lebensräume vieler Küstenwölfe umfassen ganze Inselgruppen. Folglich sind sie gezwungen, bei der Nahrungssuche beträchtliche Strecken sowohl zu Land als auch schwimmend zurückzulegen. Viele ihrer Beutetiere und andere Raubtiere wie Schwarz- und Grizzlybären verhalten sich ebenso.
Gewässer mögen die Wölfe zwar in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken, aber das Meer sorgt auch für ein zusätzliches Nahrungsangebot: Neben Hirschen, Elchen und Ziegen fressen die Wölfe hier Muscheln, Krebse und Aas von gestrandeten Meerestieren. Im Herbst stellen Lachse, die zum Laichen zu den Flüssen im Regenwald zurückkehren, eine wichtige Nahrungsquelle dar. Wölfe nutzen wie Bären und andere an Land lebende Spezies die Flussufer als Wanderrouten und transportieren dabei marine Nährsto e in die Urwälder der Region. Zurückgelassene Lachskadaver sowie Kot und Urin des Wolfes ernähren eine Vielzahl von Organismen und düngen die Ökosysteme der Küste.
Das Küstengebiet von British Columbia, das weithin als Great Bear Rainforest bekannt ist, bietet weltweit eine der letzten Chancen, einen ursprünglichen Naturraum zu bewahren, in dem noch einheimische Arten, unbeeinträchtigte ökologische und evolutionäre Prozesse und seltene ursprüngliche Ökosysteme wie Wälder mit Altbestand zu nden sind. Doch die Zukunft des Great Bear Rainforest ist von dem in großem Stil betriebenen Kahlschlag auf dem Festland und den entlegeneren Inseln vor der mittleren und nördlichen Küste bedroht. Hinzu kommt die stetig wachsende Gefährdung der marinen Umwelt durch Überfischung, Öl- und Gasbohrungen sowie Fischfarmen.
Doch wodurch unterscheidet sich der Küstenwolf von British Columbia, abgesehen von seinem abgeschiedenen und relativ intakten Lebensraum, derart von anderen Wölfen, dass er bei Biologen und Menschen auf der ganzen Welt eine solche Faszination, Neugier und Anteilnahme weckt? Dies liegt im Wesentlichen an seiner augenfälligen Andersartigkeit, die das uns vertraute Bild von der »typischen« Verhaltensweise und Ökologie des Wolfes infrage stellt, das geprägt ist von unserer Erfahrung mit domestizierten Hunden sowie der Flut an einschlägigen Studien, Fernsehdokumentationen, Zeitschriftenartikeln und Büchern in den letzten Jahren. Denn diese Wölfe verhalten sich nicht so, wie wir es von Wölfen erwarten. Darüber hinaus hat sich die Einstellung gegenüber Wölfen in den letzten Jahren grundlegend gewandelt: Mittlerweile haben Naturschutzgruppen und weite Teile der Ö entlichkeit ein positives Bild von diesen Tieren und sehen ihren Schutz und die Erhaltung der Populationen als äußerst wünschenswert an.
Viele Menschen sind auch vom Wolf fasziniert, weil dieser ikonenhaft die unberührte Natur symbolisiert. Wir wissen, dass unsere expandierende, alles vereinnahmende Zivilisation die Vernichtung der Wölfe verursacht hat, und betrachten deshalb weitere Eingri e des Menschen in ihre letzten unberührten Rückzugsgebiete mit Sorge.
In dieser vom Menschen dominierten Welt werden die Lebensbedingungen, die der Wolf benötigt, immer seltener. Und selbst die weitläu gsten kanadischen und USamerikanischen Nationalparks und Reservate sind zu klein, um den Wölfen vollkommenen Schutz zu bieten. Das Verschwinden der Wölfe steht eindeutig auch für den Verlust weiter Teile ursprünglicher Natur, die auch der Mensch zur geistigen Stärkung und als Lebensgrundlage benötigt. Der Wolf und der Mensch sind somit gleichermaßen Opfer des ungezügelten industriellen Fortschritts. So gesehen sind die wild lebenden Wölfe in der Abgeschiedenheit des Great Bear Rainforest für viele Menschen geradezu ein Symbol der Ho nung. Ironischerweise wird mithin eine Spezies, die einst als Bedrohung für den Menschen galt, nun zu einem Indikator für die Nachhaltigkeit unserer eigenen Lebensweise.
Als ich 1998 Ian McAllister bei einer Tagung in Victoria, British Columbia, traf, war er bereits weithin als Naturfotograf und unermüdlicher Anwalt der Küsten-Grizzlybären und Urwälder bekannt. Er lebt mit seiner Frau Karen bis heute in Bella Bella an der mittleren Pazi kküste, und so sind die Tiere für ihn Nachbarn in Not, die seine Hilfe benötigen. Als Mitbegründer der Schutzorganisation Raincoast Conservation Society verlieh er der mittleren Pazi kküste den Namen »Great Bear Rainforest« – Regenwald des großen Bären. Ich war beeindruckt und bewegt von Ians naturgeschichtlichen Kenntnissen und der kompromisslosen Entschlossenheit und Begeisterung, mit der er für den Schutz dieser ursprünglichen Küste eintritt. Insbesondere seine Berichte vom Inselhopping und Lachsfang der Wölfe interessierten mich. Uns beiden wurde klar, dass angesichts der unmittelbaren ökologischen Bedrohungen durch die Holzindustrie das Leben dieser bemerkenswerten Küstenwölfe dokumentiert und ihr Status im Rahmen einer seriösen wissenschaftlichen Studie ermittelt werden musste. Also machten wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit mit der entsprechenden wissenschaftlichen Quali kation, die in enger Zusammenarbeit mit Raincoast und den First Nations, den indianischen Völkern, eine solche Studie in Angri nehmen könnte.
Ungefähr neun Monate später trat ein Mann namens Chris Darimont während der Feier meines 50. Geburtstags an mich heran und bekundete sein Interesse an dem Vorhaben. Er war gerade an einem Wolfsforschungsprojekt beteiligt, das ich zehn Jahre zuvor im Ban Nationalpark ins Leben gerufen hatte. Vom Augenblick dieser ersten Begegnung an wusste ich, dass Chris der richtige Mann für die Leitung der Feldforschung war: Er hatte Erfahrung, war gewandt, wissbegierig und begegnete anderen mit Respekt; er war eher ein Zuhörer denn ein Redner, und wenn er das Wort ergri , stellte er meist Fragen. Er war der perfekte Kandidat: ein junger, bescheidener Wissenschaftler mit einer großen Bereitschaft, von den First Nations zu lernen.
Das Forschungsvorhaben erhielt beträchtlichen Aufwind, als Chris an der University of Victoria als graduate student der Biologie angenommen wurde. Er sollte unter der Aufsicht des renommierten Wissenschaftlers Dr. Tom Reimchen arbeiten, den ich für einen der klügsten Ökologen Kanadas halte. Dr. Reimchen wurde zum wissenschaftlichen und intellektuellen Kopf unseres Forschungsprojekts. Außerdem schloss sich Chester Starr von der Heiltsuk First Nation dem Studienteam an: Er brachte das überlieferte Wissen der indigenen Bevölkerung ein und wurde zu einem wichtigen Führer, Berater und Mentor für Chris. Ausdrucksstark in Worten und Bildern erzählt Ian McAllister die Geschichte der gemeinsamen Entdeckungsreise zu den Küstenwölfen. Dabei wird deutlich, dass wir das Wesen dieses ungewöhnlichen Wolfs wohl nur erfassen können, wenn wir den komplexen Naturraum aus Land und Meer kennen und verstehen, der es über die Jahrtausende geformt hat. Ian entführt uns in eine verborgene Welt, wo die Küstenwölfe in einer einzigartigen Landschaft jagen, spielen und ihren Nachwuchs aufziehen. Die wahre Natur dieser Wölfe wird sich denjenigen offenbaren, die bereit sind, sich von starren Vorstellungen zu lösen und die Gefühle zuzulassen, die jeden übermannen, der den Tieren in ihrem unvergleichlichen Lebensraum, dem Regenwald, begegnen durfte. In diesem emotionalen Grenzbereich tre en sich moderne Wissenschaft und Passion und erö nen einen Einblick in eine Welt, die wir einst bewohnt und intuitiv verstanden haben.
Dieses Buch ist eine Hommage an alle heimischen Arten, deren Überleben vom Great Bear Rainforest abhängt. Ian, Chris und Chester sprechen wortgewandt für jene überwältigende Mehrheit an Lebewesen, die nicht für sich selbst eintreten kann. Ich bin mir sicher, dass diese stummen und zunehmend bedrängten Lebewesen den Einsatz für ihre Sache mit Begeisterung guthießen – hätten sie nur die Möglichkeit dazu.

 

Paul C. Paquet, PhD
Wissenschaftlicher Leiter der Raincoast
Conservation Foundation

Ian McAllister

Über Ian McAllister

Biografie

Der Dokumentarfilmer Ian McAllister setzt sich seit 20 Jahren für den Erhalt des nordischen Regenwaldes und seiner Tierwelt an der Westküste Kanadas ein. Für seine Bücher, Fotografien und Filme erhielt er zahlreiche Preise. Er lebt mit seiner Familie auf einer Insel mitten im Great Bear Rainforest.

Pressestimmen

Outdoor Guide

»Spannend und packend ist die Geschichte der Wölfe wiedergegeben, die sich bei der Aufzucht ihrer Jungen oder der Lachsjagd erst nach Jahren nicht mehr durch menschliche Anwesenheit stören lassen.«

Die Zeit

Ein Plädoyer für die Rettung dieser beeindruckenden Raubtiere.

Münchner Merkur

Ein spannendes wie lehrreiches Werk, das das einst am weitesten verbreitete Raubtier der Welt ins rechte Licht rückt.

Inhaltsangabe

Inhalt

Vorwort

Einleitung

Die wahren Herrscher der Küstenwälder – Prolog

Zeit der Heimlichkeit – Frühling

Ebbe und Flut – Sommer

Lachswälder – Herbst

Nomaden des Regenwalds – Winter

Von Wölfen und Menschen – Epilog

Dank

Kommentare zum Buch

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden