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Wenn das Land still ist

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Roman

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Wenn das Land still ist — Inhalt

Wie immer beginnt der Tag für Harald Kronauer um vier Uhr früh. Ein wolkenloser, heißer Tag und ein Tag, an dem ihn das Desinteresse seiner Frau Johanna ebenso begleiten würde wie die unbedingte Anteilnahme seiner Geliebten. Mit ihr verbindet Harald Kronauer nicht zuletzt sein Ehrgeiz. Gemeinsam wollen sie ihre großen wirtschaftspolitischen Pläne zur Klimamanipulation durchsetzen. Um diesem Ziel näher zu kommen, hat sich Kronauer mit einflussreichen Politikern und Wirtschaftsbossen eingelassen. Dass er für sie nur als Marionette für ihre Interesse dient, begreift Kronauer allzu spät.

Beruf, die Politik, die Familie und Geliebte – alles im Leben des 41-

jährigen Richters Harald Kronauer seinen festen Platz. Doch an dem großen Spiel um Einfluss, Macht und Geld droht das Gefüge seiner Welt zu zerbrechen.

€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 12.03.2013
384 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96179-0

Leseprobe zu »Wenn das Land still ist«

03:54 – 15:14

Junge, aufgekratzte Stimmen weckten Harald Kronauer, und er war ihnen dankbar, denn sie wurden begleitet vom Klackern der Absätze einer unsichtbaren Frau. Es war warm, der Sommer mächtig, und so berührten wohl nackte Sohlen das Leder des Innenschuhs, und diese morgentrübe Spekulation ließ Kronauers Blut zusammenfließen zu einer verwirrten, ziellosen Erektion.

Während die Stimmen leiser wurden, strich er schlaftrunken über den Stoff seiner Pyjamahose, aber schon schwand die Erregung wieder. Er kannte das: Festgefahren im Optionenschlamm, [...]

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03:54 – 15:14

Junge, aufgekratzte Stimmen weckten Harald Kronauer, und er war ihnen dankbar, denn sie wurden begleitet vom Klackern der Absätze einer unsichtbaren Frau. Es war warm, der Sommer mächtig, und so berührten wohl nackte Sohlen das Leder des Innenschuhs, und diese morgentrübe Spekulation ließ Kronauers Blut zusammenfließen zu einer verwirrten, ziellosen Erektion.

Während die Stimmen leiser wurden, strich er schlaftrunken über den Stoff seiner Pyjamahose, aber schon schwand die Erregung wieder. Er kannte das: Festgefahren im Optionenschlamm, Kontingenzennebel, Kontingenz führt gern zu Inkontinenz, hatte einer in der Uni auf ein Schreibpult geschrieben.

Er drehte sich vorsichtig um, bemüht, Johanna nicht zu wecken, seine noch schlafende Frau, die ihm Besonderheit und Liebenswürdigkeit bescheinigte, einfach indem sie hier lag, zusammen mit ihm in ihrem zu kleinen und durch ihre vielen Schränke noch kleineren Zimmer. Weiße Schränke mit aufgeklebten, dunkelbraun gebeizten dünnen Holzlättchen, als wären dies Papierwände, die er nur zurückschieben müsste, und eine japanische Landschaft, geordnet und durchdacht, tauchte dahinter auf. Dabei waren es einfache Sperrholzplatten aus schleswig-holsteinischem Kiefernholz, Abfall, der beim Zuschneiden entstand.

Blasses Morgenlicht wurde durch den Vorhang zu weichen Wellen gebrochen, die über die Bettdecken und Haut flossen, seine, ihre, die ihres Kindes, das sich in der Nacht zu ihnen geflüchtet hatte. Als wolle es der Tag Kronauer leicht machen. Komm schon! Man hat sich immer um dich gekümmert, man wird sich immer um dich kümmern. Kronauer konnte nicht anders, als sich als Mittelpunkt der Welt zu fühlen, er war es, um den sich alles drehte, um den sich alle kümmerten. Er hatte die Dinge immer geschehen lassen, hatte gestaunt, was ihm alles widerfuhr. Er wollte sich zwingen, aktiv zu werden, aber schon vertrieb das, was heute zu tun sein würde, die Traumgespinste, dämpfte Erregung und Serotoninspiegel und weckte ihn endgültig auf.

Er schob Decke und Kissen zu einem niedrigen Wall zusammen, sodass der kleine Maximilian, der zwischen Johanna und ihm lag wie ein umgekehrtes Ausrufezeichen, nicht versehentlich herausrollte, stand auf und ging in die Küche. Dort stand der Wecker. Die Uhr aus-, das Radio anstellen, Kaffee machen – das war eine gleitende Bewegung, ein Abschwingen in den kommenden Tag.

Es war vier Uhr früh an diesem 12. August, einem Mittwochmorgen. In den Nachrichten wurde von einer spontanen Versammlung vor der JVA Köpenick berichtet, ein Protest gegen die Ausweisung des nigerianischen Künstlers Merlin. Heute lief die Frist ab. Das gilt auch dir, dachte Kronauer, und dann: Das wird wieder Streit geben.

Er goss Wasser in die Tasse und sah müde zu, wie sich die braunen Körnchen in einem Strudel auflösten. Ein Flashmob, hieß es. Vor allem Clubgänger hatten sich vor dem Gefängnis versammelt, dabei saß Merlin noch gar nicht ein. Es hatte in letzter Zeit häufiger ähnliche Aufrufe gegeben. Mal wurden spontan Straßen blockiert, mal Fabriken, mal ein Steakrestaurant oder ein Reisebüro. Mal wurden Farbbeutel geschmissen, mal gab es spontane Tanzveranstaltungen.

Er nahm den Kaffee und lief ins Arbeitszimmer, stellte die Tasse auf das Nierentischchen, dessen schwarze, glasgeschützte Platte mit Büchern und Papier bedeckt war, und setzte sich in den Sessel. Die Beine übereinandergeschlagen, betrachtete er die Rücken der Bände, die vor ihm lagen, griff dann aber nach der Akte, die er sich gestern Nacht auf den Tisch gelegt hatte. Müdigkeit umschmeichelte seine Stirn wie ein sanfter Hauch, und er gähnte ausdrücklich, weil er gelernt hatte, dass Gähnen wach macht. Er schlug die Akte auf und las den Fall noch einmal, den er nun schon so häufig studiert hatte. Boddensieg, der junge Kollege, der mit dem Fall betraut war, hatte ihm die Akte vor Wochen zögerlich überlassen. Kronauer ließ die Worte, die er schon kannte, auf sich wirken. Du hast nichts mehr damit zu tun, es liegt an ihm. Es wird Hanna wieder wütend machen, dachte er. Er blätterte vor und zurück, blieb bei der Aussage eines UN-Mitarbeiters in Abuja hängen, eines Polen, dessen Gesicht ihm retuschiert vorkam. Der sprach von Flüchtlingsströmen aus dem Norden des Landes. Kamen wirklich immer mehr Menschen, weil ihre Heimat vertrocknete, überschwemmt oder von Stürmen zerstört wurde? Kronauer behauptete es jedenfalls, sehr zurückhaltend in seinen Ausweisungsurteilen und viel deutlicher auf Lesungen, und zog es vor, nicht zu viel darüber nachzudenken. Merlin jedenfalls hatte jede Chance gehabt. Kronauer hatte getan, was er konnte, und mehr, als er eigentlich durfte.

Auf der Straße hörte er Motorengeräusche, das dumpfe Wummern von Autoboxen.

Als sie hierher gezogen waren, weil Nele auf die Deutsch-Chinesische Schule gehen sollte, die ausgerechnet im ehemaligen Problemkiez eröffnet worden war, hatte sich Kronauer sofort schwach gefühlt. Hier galten andere Statussymbole. Johanna, er, ihre schüchternen, zarten Kinder waren ihm als verletzliche Fremdkörper im Bezirk erschienen, bis er von Neles Freundschaften zu den Nachbarskindern erfahren hatte und Johanna ihm unbekannte Menschen hatte grüßen sehen.

Der Wagen entfernte sich, und die Stille kehrte zurück. Kronauer trank einen Schluck Kaffee und blätterte in der Akte. Das Bild des Mannes, um den es ging, Edo Merlin. Ein Hängengebliebener, ein gutes Gesicht auf den ersten Blick, aber Kronauer hatte darin die Unstimmigkeiten entdeckt, das Unstete, das sich in diesem Menschen fand. Der darf hier keine Chance haben.

Kronauer erkannte die Ungerechtigkeit, er selbst hatte seinen Weg ins gesellschaftliche Leben vorgefunden, er hatte ihn nur noch folgen müssen, hatte sich die nötigen Jahre hindurch ausgezeichnet gegenüber der engeren und weiteren Familie. Aber dieser Mann, der war wie eine Pflanze, die im Geröll aufgewachsen und in einem besonders heftigen Steinschlag ins Tal, auf fette Erde geworfen worden war. Eine Pflanze, die die Kargheit kannte und einmal diese natürliche Disposition überwunden hatte, würde nicht mehr einzuhegen sein. Solch eine Pflanze würde wuchern wie chinesischer Kudzo, der ganze Dörfer unter sich begrub, hatte Kronauers Kollege Boddensieg gesagt. Und Merlins Bilder waren der beste Beweis. Unter diesem Gesichtspunkt hatte Boddensieg jedenfalls das Ausweisungsurteil abgefasst. Kronauer konnte das Urteil nachvollziehen, aber da war eben Johanna, die mit den Werken des Malers zum ersten Mal wirklich Geld verdiente. So viele Jahre hatte sie auf einen solchen Erfolg gewartet, und nun machte ausgerechnet ein Kollege von ihm alles zunichte. Es nützte wenig, dass er unter der Hand den jungen Richter zu einem anderen Urteil hatte bewegen wollen, und sich und den anderen damit angreifbar machte, Hanna zuliebe. Er öffnete das Fenster, und warme Luft strömte herein. Nachts kühlten die Häuser kaum noch ab, die Gebäude speicherten die Wärme; auch ein Grund, warum er früh auf war. Die Hitze ließ ihn nicht schlafen. Aber er mochte diese Stunden; dann war er frei, es war still, es war fast so wie früher, als er ungebunden gewesen war. Sein ganzes Erwachsenenleben kam ihm wie eine fortschreitende Einschnürung vor, eine, der er sich auch noch freiwillig unterzog. Hier seine Frau, die Kinder, dann das Richteramt; dort seine noch junge Mitgliedschaft im örtlichen Kreisverband der Konservativen, seine in den letzten Monaten beträchtlich gewachsene Bekanntheit, die Kandidatur, die ihm, so real sie tagsüber war, jetzt wie ein seltsamer Traum erschien. Er, Abgeordneter? Für das Wohl des Landes, wie Martina sagte, die Kreisverbandsvorsitzende und Gehilfin des großen, alt gewordenen Franz Herschel. Kronauer war der Partei beigetreten, weil er ihr hatte gefallen wollen.

Er startete den Rechner. War das klug, ihm nun zu schreiben? Es war sein Wunsch nach Harmonie, der ihn auf diese Abwege trieb. Wollte er Boddensieg wirklich erpressen? Er schrieb: »Lieber Kollege, habe mir die Akte Merlin noch einmal durchgesehen. Ich bin sicher, dass Sie alle Punkte des Falles würdigen werden. Unsere Gespräche und unsere Korrespondenz bleiben natürlich unter uns. Kronauer.« Er schickte die Mail ab und dachte sofort an Martina, um sich abzulenken. Ihre mattgrünen Augen, von grauen Einschüben durchzogen, die die Grenzen zur Iris unscharf machten. Sie hatte ihn in ihr Bett und ihre Partei geholt und ihn dazu gebracht, für die Landesliste zu kandidieren. Sie stellte ihn überall als einen vom um sich greifenden Liberalismus und Relativismus nicht angekränkelten Wertkonservativen vor. Dabei betrog er Johanna. Johanna ihn, mit Merlin, da war er sich sicher, auch wenn sie es bestritt, und mit seinem Einsatz für Merlin akzeptierte er ihren Betrug.

Es war fast fünf, und er stellte sich vor, wie er mit Martina schlief. Er zwang sich zur Ordnung. Nicht mehr lange, und Johanna würde mit Max im Arm an der Tür stehen. Du wirst immer geliebt sein, flüsterte er ihm manchmal ins Ohr, um ihn zu trösten, wenn Johanna wieder einmal bis tief in die Nacht in der Galerie arbeitete. Max war nun fast zwei Jahre alt, und Kronauer hatte das erste halbe Jahr in Elternzeit mit ihm zu Hause verbracht, seine Windeln gewechselt, ihm morgens Brei gekocht und mittags Gemüse, hatte ihn zum Schlafen und zum Lachen gebracht, hatte mit ihm zu den Jingles im Radio getanzt, hatte mit ihm zusammen Martina getroffen, als Max in die Kita gekommen war, und nun trottete er täglich mit ihm und Anton dorthin, während Johanna Nele auf dem Weg zur Arbeit zur Schule brachte.

Martinas Sohn Lukas war im selben Alter wie Max, und so trafen sie sich manchmal in einem nahe gelegenen, von Kastanien umstandenen Biergarten, an den ein großer Spielplatz grenzte, auf dem Anton einsam und verwegen umherkletterte. Nicht weit vom Spielplatz entfernt wohnte Martina in einem riesigen Loft – Zeuge des Veränderungsprozesses, den dieser Teil Kreuzbergs seit Jahren durchlief –, und hier fand sich Kronauer bald als interessiert betrachteter Neuer in einem Kreis konservativer Parteistrategen, die sich einmal wöchentlich trafen, um Vorgehen und Taktiken zu besprechen.

Martinas verstorbener Mann Pavel Weingast, ein bekannter Name in politischen Kreisen, hatte ihr neben der großen Wohnung auch seine Überzeugungen und Kontakte hinterlassen. Pavel hatte, wie Kronauer bald erfuhr, eine Vision gehabt, einen ihm zunächst irrwitzig erschienenen Plan, eine Idee, dem Bibelwort folgend, nach dem der Mensch sich die Erde untertan machen solle. Pavel hatte dem Menschen die Macht über das Wetter geben wollen. Martina war eine talentierte und zielstrebige Organisatorin, der unterhaltsame, aufstrebende Richter, charismatisch auf eine ungewohnte, ernsthafte Art, passte in diesen Kreis, und so organisierte Kronauer für Max einen festen Termin am Dienstagnachmittag bei seinem Kindergartenfreund Lukas und verbrachte dort selbst seine Zeit mit Reden über Werte und die Zukunft.

Unter der kundigen Führung Martinas und eines ihrer Bekannten, Velko, entstand schon in den ersten Monaten ihrer Bekanntschaft ein schlankes, aussagekräftiges Buch mit dem warnenden Titel »Die Verteidigung des Westens«. Velko, der eine kleine PR- und Lobbyagentur führte, hatte Kronauers unzusammenhängende Ansichten und Ressentiments von einer Journalistin in eine sehr lesbare Form bringen lassen. Kronauers Buch war eine Sammlung von Warnungen: Warnungen vor der Illusion, den Klimawandel durch Sparen aufhalten zu können, Warnungen vor den Folgen abrupter Temperaturveränderungen, Warnungen vor dem Ansturm auf die Grenzen Europas, Warnungen vor einem Wettrüsten der Wettermanipulierer aus China, Indien, Pakistan und Russland, dem der Westen nicht gewachsen sei.

Johanna hatte er das Buch kurz vor der Veröffentlichung zu lesen gegeben.

»Hast du davon wirklich Ahnung?«, hatte sie ihn gefragt.

Interessant, dass ihn das kein anderer gefragt hatte. Die »Verteidigung des Westens« war wegen der vielen Lesungen in der Folge eher eine Organisationsfrage zwischen ihm und Johanna als ein inhaltlicher Disput; Johanna ignorierte, was er tat, solange er sich um den Haushalt und die Kinder kümmerte. Aber Kronauer stellte fest, dass ihn Johannas Desinteresse nicht mehr so sehr traf, seit er Martina kannte. Außerhalb seiner Ehe bekam er nun genug Aufmerksamkeit. Er wurde zum Vertrauten einflussreicher Frauen und Männer, die glaubten, dass man Dinge steuern konnte. Und wenn er sich in diesen Kreisen bewegte, dann durchströmte ihn eine Kraft, eine Energie, wie er sie noch nie in seinem Leben gefühlt hatte. Die Themen boten sich wie von selbst an: Rind- und Schweinefleisch wurden teurer (vor allem in China), Südfrüchte ebenfalls, Reiseunternehmen kündigten Aufschläge für viele Inseln und Küsten an, die Polizei in den großen Städten warnte vor den zu erwartenden heißen Nächten und forderte mehr Personal, und an den Außengrenzen der EU wurden Lager eingerichtet für die Flüchtlinge, deren Heimat verschwunden war.

»Da wartet viel Arbeit auf Sie, mein lieber Kronauer!«, sagte ein Parteifreund während einer Dienstagsrunde. »Wie soll ein Mann allein dagegenhalten können? Als ob Sie eine Kristallkugel benutzt hätten, mein lieber Kronauer. Chapeau. Aber glauben Sie wirklich, dass China oder Indien einfach alleine losmarschieren?« Kronauer, morgens Johannas Terminen und den Launen der Kinder ausgeliefert, diskutierte in diesem Kreis Weltschicksale.

Wenn sich das Gespräch erschöpft und Martina die Runde aufgehoben hatte, trat er mit den anderen aus ihrem Loft in den kahlen Flur und in den Fahrstuhl. Dann kehrte er wieder zurück und schlief mit ihr, während Max und Lukas in einer Ecke der ganz und gar nicht auf Kinder ausgerichteten Wohnung träge und müde einander betasteten oder ignorierten. Es war für Kronauer immer nur eine Vermutung gewesen, und die Sache mit Martina erlaubte keine abschließende Wertung, aber es war ihm stets so vorgekommen, als würden Sex und Ehebruch, ausgefallene Praxis und Leidenschaft bei denen öfter vorkommen, die sich nach außen am meisten davon distanzierten, so wie auch nur der Gläubige den Teufel erkennt und Lust an dessen Gesellschaft findet. Dass Martina, die gläubig war (sie hatte eine erregende Art, längst zu Tode ironisierte Ideen ganz unbefangen zu äußern, sodass sie frisch, nackt und brutal dastanden: Macht euch die Erde untertan!), sich mit ihm, dem Anhänger des Ungefähren, einließ, erregte ihn. Es erhob ihre verbotenen Treffen zu einer Bedeutung, die er bis dahin nicht gekannt hatte. Wie fremd und reizvoll der Gedanke, um ihretwillen aus allen Verträgen auszusteigen, nein, nicht auszusteigen, sondern sich in jedem Punkt ins Unrecht zu setzen. Er kam sich heroisch vor, wie er da Spuren hinterließ, immer mehr Spuren, physische, materielle und solche im Geist.

Carsten Kluth

Über Carsten Kluth

Biografie

Carsten Kluth, geboren 1972, hat in Berlin und New York Politische Wissenschaften studiert. Heute ist er Berater für Politik und Wirtschaft und arbeitet unter anderem für die Europäische Kommission. 2007 war er auf der Shortlist für den Deutschen Animationsdrehbuchpreis, 2009 für den...

Medien zu »Wenn das Land still ist«


Pressestimmen

Trostberger Tagblatt

»Witzig, selbstironisch und mit scharfer Beobachtungsgabe.«

Luxemburger Tageblatt

»Autor Kluth hat um so grundsätzliche Themen wie Fortschritt und Verantwortung einen lesenswerten Roman gebaut.«

Eselsohren

»Sehr dichter, beunruhigender Roman.«

Rheinische Post

»Eine unheilvolle, spannende, überraschende Melange aus Emotion und Intellekt, Politthriller, Familienporträt und Gesellschaftsroman. (...) Mit ›Wenn das Land still ist‹ ist dem eleganten und vielseitigen Erzähler ein fintenreiches Spiel gelungen, eine großartige Geschichte eines emotional überforderten Jedermann in unsicheren und unübersichtlichen Zeiten.«

Kulturradio

»Eine überraschende und lehrreiche Melange aus Emotion und Intellekt, Gefühlsverwirrung und Polit-Thriller, Familienporträt und Gesellschaftsroman.«

Dresdner Neueste Nachrichten

»Carsten Kluths Debüt ist nicht nur spannend, sondern führt auch die PR-Maschinerie vor.«

Handelsblatt

»Dieser Debütroman ist eines der besten Bücher des Frühjahres.«

Handelsblatt

»Dieser Debütroman ist eines der besten Bücher des Frühjahres.«

Leipziger Volkszeitung

»Der Roman ist nicht nur spannend, sondern führt auch die PR-Maschinerie vor.«

Buchkultur

»In einer raffinierten Montagetechnik, die mit zeitlichen Überblendungen arbeitet, bricht der wohlinformierte Autor mit seinem Romanerstling komplexe Zusammenhänge auf die Ereignisse einer langen und sehr heißen Nacht herunter.«

Literaturen

»Kluth, der selbst einmal Politikberater war, hat ein gutes Auge für Lobbyismus, die Verquickung von Journalismus und Politik und politische Entscheidungsfindung.«

Maxi

»Carsten Kluth erinnert im Stil Ian Mc Ewan. (...) Packend und bewegend!«

Literaturblatt für Baden-Württemberg

»Kluth wagt sich glaubwürdig, engagiert und fundiert an drängende Fragen der Zeit heran, sowohl an solche, die im Mikroklima moderner Familien aufkommen, als auch an jene, die das Makroklima der Erde betreffen.«

Buchjournal

»Carsten Kluth hat einen fesselnden Roman geschrieben, der von der politischen Brisanz des Themas lebt und die Figuren höchst glaubwürdig reden und handeln lässt.«

Kommentare zum Buch

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