Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Blick ins Buch
Weihnachtskätzchen

Weihnachtskätzchen

Die schönsten Geschichten zum Fest

Taschenbuch
€ 10,00
€ 10,00 inkl. MwSt.
Lieferzeit 2-3 Werktage
In Kürze wieder lieferbar

Weihnachtskätzchen — Inhalt

Wie schläft es sich wohl in der Nacht vor Weihnachten als Mensch im »Feliday Inn«? Und wird der geliebte Stubentiger dieses Jahr Ihren Geschmack bei der Auswahl des Weihnachtsgeschenks treffen? Berühmte Autorinnen und Autoren von Ruth Rendell und Robert Gernhardt bis zu Ian McEwan schreiben über weihnachtliche Samtpfoten und Winterkätzchen.

€ 10,00 [D], € 10,00 [A]
Erschienen am 19.10.2015
Herausgeber: Jone Heer
224 Seiten, Ganzleinenband
ISBN 978-3-492-30862-5

Leseprobe zu »Weihnachtskätzchen«

Jan D’Lord

Weihnachtsfrisur

 

Das wird ein Weihnachten werden!
Üblicherweise werden wir kleinen Lieblinge mit Geschenken und leckerem Fressen verwöhnt, das wir das ganze Jahr nicht wieder vorgesetzt bekommen. Aber diesmal stellt Jenny sich stur.
»Ja, Bluebell, ich bin es leid, als Einzige hier mein Ge-
hirn und mein Portemonnaie zu strapazieren, um für euch Bande ein paar festliche Tage zu veranstalten. Dieses Jahr bin ich mal dran. Wenn ihr nicht mit ein paar anständigen Geschenken für mich und Ross aufwartet, sage ich Weihnachten ab!«
Wie kann sie so was [...]

weiterlesen

Jan D’Lord

Weihnachtsfrisur

 

Das wird ein Weihnachten werden!
Üblicherweise werden wir kleinen Lieblinge mit Geschenken und leckerem Fressen verwöhnt, das wir das ganze Jahr nicht wieder vorgesetzt bekommen. Aber diesmal stellt Jenny sich stur.
»Ja, Bluebell, ich bin es leid, als Einzige hier mein Ge-
hirn und mein Portemonnaie zu strapazieren, um für euch Bande ein paar festliche Tage zu veranstalten. Dieses Jahr bin ich mal dran. Wenn ihr nicht mit ein paar anständigen Geschenken für mich und Ross aufwartet, sage ich Weihnachten ab!«
Wie kann sie so was sagen? Ich weiß ja nicht mal,
wo die Geschäfte sind, und auch wenn ich es wüsste – ich
besitze keine von diesen kleinen Plastikkarten, die Ross
immer mit der Schere halbiert. Wo kommt das Geld
eigentlich her? Ross erzählt Jenny immer, dass es nicht auf den Bäumen wächst, und er hat recht. Ich sehe schließ-
lich jede Woche nach, für den Fall, dass er doch unrecht
hat.
Also flitzte ich den Walnussbaum hinauf, um nach dem Stadtzentrum Ausschau zu halten. Ich war ganz froh, dass ich es nicht entdecken konnte, obwohl ich jedes Feld abgesucht hatte. Jenny sagte nämlich, dass um diese Jahreszeit ein fürchterliches Gedränge dort herrscht. Ich widmete mich lieber für eine Stunde meiner Frisur, wobei ich ungern gestört werde.
Das brachte mich auf die Idee.
Da ich keine Geschenke kaufen kann, könnte ich meine Dienste anbieten. Jenny macht sich an Weihnachten gerne eine neue Frisur, und Ross sieht sowieso wie ein Heuschober aus. Ich könnte sie in Form lecken.
Ich wartete, bis sie schliefen, das wäre dann eine hüb-
sche Überraschung, wenn sie morgens aufwachen. Vorsichtig sprang ich auf die Bettdecke; Ross schnarchte laut. Zuerst kam Jenny dran, weil sie auf dem Rücken lag. Ich streckte die Zunge heraus und begann sie einzuseifen. Erst kicherte sie, und ich dachte schon, sie hätte mich erwischt, aber dann fiel sie wieder in ihre Träume, und ich hatte eine halbe Stunde Ruhe.
Ich fing an der Stirn an und leckte alles nach oben, bis ich einen hübschen Berg aufgehäuft hatte. Die Spitze konnte ich dann leicht zu einer Locke biegen, sodass es wie eine Welle aussah, die sich am Strand bricht. Ross sagt immer, dass er welliges Haar liebt.
Er drehte sich auf den Bauch. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als ihm den Hinterkopf zu lecken. Er wird einen Spiegel benötigen, um mein Weihnachtsgeschenk
zu würdigen, aber ich hatte unendliche kreative Möglich­keiten.
Ich weiß, dass er Blumen mag, deshalb leckte ich ihm
alle Haare in Form einer Chrysantheme. Ich hielt inne und be­gut­achtete befriedigt mein Werk, zumal sie am nächsten Mor­gen zu einem Weihnachtsfrühstück in das elegante Haus von Ross’ Chef eingeladen waren.
Ich dachte, das Bett brennt, so laut kreischten sie, als
sie aufwachten. Dabei sahen sie hübsch aus. Das heißt,
wenn man davon absieht, dass Ross eher einem Löwenzahn ähnelte. Jenny lief zum großen Spiegel, kreischte wieder und gab Ross eine schallende Ohrfeige.
»Ich war das nicht«, verteidigte er sich und hob schützend den Arm. »Das bist du gewesen. Guck mich doch mal an!«
Ich schlich davon. Sollten sie selber sehen. Mein Weih­nachts­geschenk hatte ihnen nicht gefallen.
Ich war ganz geknickt. Was noch schlimmer war – nur noch ein Tag, und ich hatte immer noch kein Geschenk! Also musste ich mir rasch was ausdenken.
Vielleicht lasse ich sie auf meinem Kissen schlafen? Aber wie ich sie kenne, gefällt es ihnen zu gut, und sie behalten es. Ich kuschelte mich erst mal zusammen, mir würde schon noch was einfallen.
Als sie singend und schwankend zurückkehrten, hatte ich inzwischen unter dem Weihnachtsbaum lauter hübsche Ge­schenke aufgereiht. »Bluebell! Du bist ein Schatz!«, gurrte Jenny, als sie mich an sich drückte. »Ich liebe diese vertrocknete halbe Maus, die du das ganze Jahr über durch den Garten gezerrt hast, und die schöne runde Kugel, die du aus deinen Haaren geformt hast. Aber am allerschönsten finde ich den zerdatschten und zermanschten Sahnebonbon, den du in stundenlanger Arbeit hinter dem Kühlschrank hervorgefischt hast.«
Sie bewies ihr Entzücken, indem sie Willow, Bramble, Clover, Bracken, den kleinen Katzen und mir die besten Stücke vom Truthahn und ein Päckchen mit Leckereien spendierte.
Ich habe ein ganzes Jahr Zeit, herauszufinden, woher das Geld kommt. Und ich muss unbedingt die Geschäfte ausfindig machen. Meine Zunge tut mir immer noch weh. Manche Leute haben eben keinen Sinn für Kunst!

Pressestimmen

Nordwest Zeitung

»Katzenfans kommen mit dieser schnurrigen Anthologie auf ihre Kosten«

Inhaltsangabe

Jan D’Lord, Weihnachtsfrisur

Rudolf Geck, Er ist wieder da

John Coleman Adams, Der Kater als Seekadett

Eva Rossmann, Gismos Nacht

Eva Berberich, Ordnung muss nicht sein

Heinz Janisch, Kater Caorle

Werner Fuld, Die neue Katze

Robert Gernhardt, Lektion 11

Michael Schulte, Warum sie seit gestern Baselitz heißt

T.S. Eliot, Wie heißen die Katzen

Klaus Modick, Clark Gable und die Pappkartons

Andrea Schacht, Willßte Szoff?

Charles G.D. Roberts, Wie eine Katze Robinson Crusoe spielte

Axel Eggebrecht, Mutz und Pimsel

Michael Schulte, Herrn Grabowskis Kater

Ruth Rendell, Es lebe die Königin

Eva Demski, Einfach als Katze

Saki, Tobermory

Jana Scheerer, Die Katze Muschi

Ian McEwan, Der Kater


Autoren- und Quellennachweis 

Kommentare zum Buch

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden