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Warum hasst ihr uns so?

Warum hasst ihr uns so?

Für die sexuelle Revolution der Frauen in der islamischen Welt

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Warum hasst ihr uns so? — Inhalt

Frauen in islamischen Ländern bleiben Menschen zweiter Klasse - solange es nicht eine echte Revolution gibt. Zu ihr ruft Mona Eltahawy in diesem weltweit beachteten Manifest auf. Sie ist durch islamische Länder von Nordafrika bis in den nahen Osten gereist, hat die Lebensgeschichten von Frauen unterschiedlichster Herkunft aufgeschrieben. Eltahawy will das "giftige Gebräu aus Religion und Kultur" unschädlich machen, das die ganze islamische Welt durchtränkt. Newsweek hat Eltahawy bereits 2012 zu einer der furchtlosesten Frauen der Welt gewählt, weil sie trotz physischer und psychischer Bedrohung ihren Kampf für die Muslimas in aller Welt fortsetzt. Die Unterdrückung wird immer brutaler, das wird in Eltahawys Buch deutlich. "Der Westen" kann nicht länger zusehen, wie Menschen im Namen Allahs misshandelt, ausgebeutet, rechtlos gehalten werden - nur weil sie Frauen sind.

€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 11.05.2015
Übersetzt von: Ursula Held
208 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96939-0

Leseprobe zu »Warum hasst ihr uns so?«

Warum sie uns hassen

In ihrer Kurzgeschichte »Distant View of a Minaret« schildert die 1996 verstorbene und leider oft vergessene ägyptische Schriftstellerin Alifa Rifaat eine Frau, die während des Geschlechtsverkehrs mit ihrem Ehemann derart unbeteiligt bleibt, dass sie, während er sich seiner Lust hingibt, ein Spinnennetz an der Decke bemerkt, das sie später entfernen will. Sie sinnt darüber nach, warum ihr Gatte sich regelmäßig weigert, den Geschlechtsverkehr fortzusetzen, bis sie zum Höhepunkt kommt – als wollte er ihr diesen absichtlich [...]

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Warum sie uns hassen

In ihrer Kurzgeschichte »Distant View of a Minaret« schildert die 1996 verstorbene und leider oft vergessene ägyptische Schriftstellerin Alifa Rifaat eine Frau, die während des Geschlechtsverkehrs mit ihrem Ehemann derart unbeteiligt bleibt, dass sie, während er sich seiner Lust hingibt, ein Spinnennetz an der Decke bemerkt, das sie später entfernen will. Sie sinnt darüber nach, warum ihr Gatte sich regelmäßig weigert, den Geschlechtsverkehr fortzusetzen, bis sie zum Höhepunkt kommt – als wollte er ihr diesen absichtlich vorenthalten. Kurz bevor der Mann seinen Orgasmus hat, unterbricht ihn der Gebetsruf, und er rollt sich zur Seite. Nachdem sie sich, dem islamischen Brauch folgend, gewaschen hat, vertieft sich die Frau ins Gebet und schaut von ihrem Balkon auf die Straße. Diese Träumereien beendet sie, um pflichtbewusst den Kaffee für ihren Mann zu bereiten, den er nach seinem Schläfchen bekommt. Als sie die Kanne ins Schlafzimmer trägt, um ihm dort, so wie er es gerne hat, eine Tasse einzuschenken, stellt sie fest, dass er tot ist. Sie beauftragt ihren Sohn, einen Arzt zu holen. »Sie kehrte ins Wohnzimmer zurück und goss sich den Kaffee selber ein. Sie war erstaunt, wie ruhig sie war«, schreibt Rifaat.

Auf knapp dreieinhalb Seiten legt uns Rifaat das Dreigespann Sexualität, Tod und Religion dar, das den Kern der Frauenfeindlichkeit im Nahen Osten bildet. Akademiker priesen die Schriftstellerin zu Lebzeiten als »authentisch«, denn sie war weder durch eine fremde Sprache – sie beherrschte nur Arabisch – noch durch ausländische Einflüsse »beeinträchtigt«. Es heißt, Rifaat habe Ägypten nie verlassen, dabei war sie nach Mekka gepilgert und hatte eine Literaturveranstaltung in Großbritannien besucht. Ihre Familie zwang sie, den Mann zu heiraten, den man für sie ausgesucht hatte. Mit ihm reiste sie durch Ägypten.

Rifaat beschönigt nicht, sie beschwichtigt nicht. In dem schmalen Band mit Kurzgeschichten, der nach der Erzählung Distant View of a Minaret betitelt ist, stellt sie uns unter anderem eine sexuell frustrierte Frau mittleren Alters vor, die sich fragt, ob es ihrer Mutter mit ihrem Vater wohl genauso ging. Und eine Mutter, die den Verlust ihrer Jugend bedauert – verloren wegen ihrer Genitalverstümmelung und einer Gesellschaft, die ihre Weiblichkeit auf jede Weise bekämpfte. Die Hauptfiguren der Geschichten sind Frauen, die sich beständig in der Religion sublimieren, obgleich Geistliche und die männlich dominierte Gesellschaft diesen Glauben gegen sie einsetzen.

Grundsätzlich gibt es nichts zu beschönigen. Wir arabischen Frauen leben in einer Kultur, die uns grundsätzlich feindlich gegenübersteht und die geprägt ist von der Verachtung der Männer. Sie hassen uns nicht etwa wegen unserer Freiheiten, wie es das abgedroschene amerikanische Klischee nach 9/11 gerne hätte. Wir haben keine Freiheiten, weil sie uns hassen, das ist die eindrückliche Aussage Rifaats.

Ja: Sie hassen uns. Das muss gesagt werden.

»Tatsache ist, dass es für ein Mädchen, das heranwächst, keine Freude gibt. Es kommt einfach ein Unglück nach dem anderen, bis du als alte Frau endest, die zu nichts gut ist und die noch froh sein kann, wenn sie jemanden findet, der Mitleid mit ihr hat«, schreibt Rifaat in der Geschichte »Bahiyyas Augen«.[1]

Einige mögen sich fragen, warum ich gerade diesen Konflikt anspreche – jetzt, da der Nahe Osten und Nordafrika in Aufruhr sind, da Tausende Menschen ihr Leben verlieren, da es scheint, als würden die 2010 begonnenen Revolutionen – angefacht nicht durch den bekannten Hass auf Amerika und Israel, sondern durch das Verlangen nach Freiheit und Würde – im Sand verlaufen. Sollten nicht erst alle Menschen Grundrechte erhalten, bevor Frauen eine Sonderbehandlung fordern? Und was haben die Geschlechterfrage oder gar Sexualität mit dem Arabischen Frühling zu tun? Eine Menge. Beides hat eng mit der Revolution zu tun. Denn sie ist unsere Chance, ein politisches und wirtschaftliches System zu demontieren, das die Hälfte der Menschheit bestenfalls wie Kinder behandelt. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Man nenne mir nur ein arabisches Land, und ich kann eine ganze Litanei von Frauenrechtsverletzungen herunterbeten, die in diesem Land begangen werden – Missbräuche, die von einem giftigen Gebräu aus Kultur und Religion angefeuert werden, die nur wenige offenlegen möchten, aus Angst, blasphemisch oder beleidigend zu wirken. Wenn aber 90 Prozent der verheirateten Frauen in Ägypten ihre Genitalien im Namen der »Reinheit« beschnitten wurden, dann müssen wir uns alle der Blasphemie schuldig machen. Wenn ägyptische Frauen demütigende »Jungfräulichkeitstests« über sich ergehen lassen müssen, einfach nur, weil sie die Stimme erhoben haben, dann dürfen wir nicht mehr schweigen. Wenn ein Artikel des ägyptischen Strafrechts festlegt, dass eine Frau, die »aus guter Absicht« von ihrem Mann geschlagen wird, keine Strafe erwirken kann, dann müssen wir die politische Korrektheit über Bord werfen. Was bitte sind in diesem Zusammenhang »gute Absichten«? Das Gesetz fasst darunter Misshandlungen, die »weniger schwer« und »nicht auf das Gesicht gerichtet« sind. All dies weist drauf hin, dass die Stellung der Frau in der arabischen Welt nicht besser, sondern weitaus schlimmer ist als gedacht. Selbst nach den »Revolutionen« bleiben Frauen verschleiert und an das Haus gekettet, man verweigert ihnen die alltägliche Mobilität mit einem eigenen Auto, sie müssen jede Reise von Männern genehmigen lassen und können weder heiraten noch sich scheiden lassen, wenn nicht ein männlicher Vormund seinen Segen dazu gibt.

Die arabischsprachigen Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas stechen durch ihren traurigen Rekord in puncto Frauenrechte hervor. Nicht ein arabisches Land schafft es unter die ersten Hundert des Global Gender Gap Report des World Economic Forum. Die gesamte Region steht als feste Einheit an letzter Stelle. Die jährliche Analyse zur Gleichstellung der Geschlechter betrachtet vier Schlüsselbereiche: Gesundheit (Lebenserwartung etc.), Zugang zu Bildung, ökonomische Teilhabe (Lohnniveau, Art der Arbeit und berufliche Stellung) und politisches Engagement. Die Nachbarn Saudi-Arabien und Jemen zum Beispiel liegen meilenweit auseinander, wenn es um das Bruttoinlandsprodukt (BIP) geht, im Global Gender Gap Report trennen sie aber nur acht Plätze, wobei das Scheichtum auf Platz 127 und Jemen auf Platz 136 stehen, dem wirklich letzten Platz, den der Bericht 2013 zu vergeben hatte. Marokko, das oftmals für seine »fortschrittliche« Familiengesetzgebung gerühmt wird (ein 2005 veröffentlichter Bericht westlicher »Experten« spricht von einem »Beispiel für muslimische Länder, die sich in die moderne Gesellschaft integrieren möchten«), schafft es auf Platz 129.

Warum Jemen das Schlusslicht bildet, ist leicht ersichtlich: 49 Prozent der Frauen dort sind Analphabeten, 59 Prozent nehmen nicht an der Arbeitswelt teil, es gibt keine Frau in der Regierung (so der Stand von 2013). Entsetzliche Berichte über achtjährige Mädchen, die in ihrer »Hochzeitsnacht« mit deutlich älteren Männern sterben, haben kaum etwas gegen die Ausbreitung von Kinderehen ausgerichtet. Es gibt mehr Demonstrationen zur Unterstützung der Kinderehe als Proteste gegen sie, und arabische Geistliche erklären, Gegner der staatlich sanktionierten Pädophilie seien Abtrünnige, da doch der Prophet Mohammed seine zweite Frau Aisha im Kindesalter geehelicht habe.

Die Frauen in Jemen dürfen zumindest Autofahren. Das beseitigt sicher nicht ihre Probleme, aber es symbolisiert Bewegungsfreiheit – und nirgendwo sonst macht dies größeren Eindruck als in Saudi-Arabien, wo ebenfalls Kinder verheiratet werden und wo erwachsene Frauen wie Kinder behandelt werden und für die einfachsten Dinge die Erlaubnis eines männlichen Vormunds benötigen. Saudische Frauen sind an den Universitäten des Landes weit in der Überzahl und müssen doch erleben, wie weniger qualifizierte Männer sämtliche Bereiche ihres Lebens überwachen.

 

Nichts hatte mich auf Saudi-Arabien vorbereitet. Ich wurde in Ägypten geboren, aber meine Familie zog nach London, als ich sieben Jahre alt war. Nach beinahe acht Jahren in Großbritannien gingen wir 1982 nach Saudi-Arabien. Meine Eltern, beide Ägypter, hatten in London ihren Doktor der Medizin gemacht und fanden nun Arbeit in Dschidda, wo sie Medizinstudenten und technischen Assistenten klinische Mikrobiologie beibrachten. Das Universitätsgelände war geteilt. Meine Mutter war für die Frauen auf dem Frauencampus zuständig, mein Vater für die Männer auf dem Männercampus. Wenn kein Lehrer desselben Geschlechts zur Verfügung stand, wurde über eine interne Fernsehanlage unterrichtet, und die Studenten stellten ihre Fragen über Telefonapparate. Meine Mutter, die in unserem letzten Jahr in Großbritannien, in Glasgow, die Ernährerin der Familie gewesen war, musste nun feststellen, dass ihr nicht erlaubt war, Auto zu fahren. So waren wir davon abhängig, dass uns mein Vater überallhin brachte. Bis unser neues Auto geliefert wurde, mussten wir uns ohnehin mit Schwarztaxen und öffentlichen Bussen fortbewegen. Im Bus lösten wir unseren Fahrschein vorne beim Fahrer, dann gingen meine Mutter und ich zu den letzten zwei Sitzreihen (manchmal, wenn man Glück hatte, waren es auch vier), die für Frauen vorgesehen waren. Die hinteren Sitzbänke. Erinnert das nicht an etwas? An Rassentrennung, ja.

Es war, als wären wir auf einen anderen Planeten gezogen, dessen Bewohner sich inbrünstig wünschten, es gäbe keine Frauen. In dieser surrealen Umgebung verbrachte ich sechs Jahre. In dieser Welt benötigen Frauen, ganz gleich, ob jung oder alt, einen männlichen Vormund – Vater, Bruder oder gar Sohn –, ohne dessen Erlaubnis sie nichts tun dürfen. Sie dürfen nicht reisen, kein Konto eröffnen, sich nicht auf einen Arbeitsplatz bewerben oder sich in ärztliche Behandlung begeben, wenn nicht ein Mann einwilligt. Ich sah all das mit wachsendem Abscheu und großer Beunruhigung.

Ich hätte auch über das Wahlrecht sprechen können, aber zu der Zeit, als ich in Saudi-Arabien lebte, durfte niemand wählen. König Abdullah hatte damals angekündigt, Frauen dürften ab 2015 wählen und für politische Ämter kandidieren, doch es bleibt abzuwarten, ob Geistliche wie der Großmufti von Saudi-Arabien – der glaubt, Frauen an der Politik zu beteiligen bedeute, »dem Bösen die Tür zu öffnen« – dieses Versprechen zunichte machen, wie bereits 2009, als ausschließlich Männer zu den ersten Regionalwahlen in Saudi-Arabien zugelassen wurden.

Ja, das ist Saudi-Arabien: das Land, in dem die Überlebende einer Gruppenvergewaltigung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, da sie zu einem Unbekannten ins Auto gestiegen war, und daraufhin königliche Begnadigung benötigte. Das Land, in dem eine Frau, die unerlaubt Auto fuhr, zu zehn Peitschenhieben verurteilt wurde und ebenfalls von einer Begnadigung abhängig war. Die Lage für Frauen in Saudi-Arabien ist derart schlimm, dass die kleinsten paternalistischen Gesten – etwa das Versprechen, Frauen erhielten ab 2015 das Wahlrecht – von internationalen Beobachtern begeistert aufgenommen werden und König Abdullah als Reformer gepriesen wurde – auch von jenen, die es besser wissen müssten: etwa Newsweek, die den Monarchen 2010 zu den elf angesehensten Staatschefs der Welt zählte. Die Antwort dieses sogenannten »Reformers« auf die überall in der Region aufkommenden Revolten bestand darin, sein Volk mit noch mehr staatlichen Zuwendungen zum Schweigen zu bringen – Geld floss vor allem an die religiösen Fanatiker, von denen die saudische Königsfamilie ihre Legitimation bekommt.

Als ich diesem Land im Alter von 15 Jahren ausgeliefert war, trieb mich mein Trauma in den Feminismus – anders lässt es sich nicht ausdrücken. Denn wer in Saudi-Arabien eine Frau ist, ist die wandelnde Verkörperung der Sünde. Das Königreich huldigt unbeeindruckt einem misogynen Gott, und das ganz ohne negative Konsequenzen, denn es hat in dreifacher Hinsicht einen Vorteil: Saudi-Arabien besitzt Öl, es beherbergt mit Mekka und Medina die beiden heiligsten Städte des Islam, und es kontrolliert den Fluss der Öldollars, von denen die Waffenfabrikanten der westlichen Verbündeten leben.

Damals (in den 1980er- und 90er-Jahren) wie heute waren Geistliche im saudischen Fernsehen besessen von Frauen und ihren Körperöffnungen – und besonders auch von dem, was aus diesen Öffnungen kommen könnte. Ich werde nie vergessen, wie mir mitgeteilt wurde, dass man, falls man von einem männlichen Baby angepinkelt werde, ruhig in denselben Kleidern zum Gebet gehen dürfe; passiere dasselbe aber mit einem kleinen Mädchen, müsse man die Sachen wechseln. Was nur macht Mädchenurin unrein, fragte ich mich.

Der Hass auf die Frauen.

Die Fixierung auf die weiblichen Organe ist den Geistlichen erhalten geblieben. Der neueste Brüller: Autofahren schädigt die Eierstöcke.

»Wenn eine Frau Auto fährt, und dies nicht aus reiner Notwendigkeit geschieht, kann ihr Verhalten negative physiologische Auswirkungen haben, denn medizinische Studien zeigen, dass die Eierstöcke Schaden nehmen und das Becken nach oben geschoben wird«, erklärte der saudische Geistliche Saleh Lohaidan 2013 dem Nachrichtenportal Sabq. »Aus diesem Grund haben regelmäßige Autofahrerinnen oft Kinder mit verschieden ausgeprägten klinischen Problemen.«

Saudi-Arabien folgt einer ultrakonservativen Auslegung des Islam, die wahlweise als Wahhabismus oder Salafismus bezeichnet wird, wobei erstere in direkten Bezug mit dem Scheichtum gesetzt wird und letztere für eine strenge Form des Islam bei Gläubigen außerhalb von Saudi-Arabien verwendet wird. Die Öldollars und systematischen Bekehrungsbemühungen des Königreichs haben den Wahhabismus beziehungsweise Salafismus zu einem globalen Phänomen gemacht und damit auch eine Interpretation des Islam verbreitet, durch die das Leben von Frauen einer Gefängnisstrafe gleichkommt.

Doch der Hass auf Frauen ist nicht nur dem Salafismus zu eigen. Genauso wenig handelt es sich um ein ausschließlich saudisches Phänomen, eine hässliche Besonderheit eines reichen, isolierten Wüstenstaats. Der islamistische Hass auf Frauen glüht überall in der Region – heute mehr denn je. Mit der Bezeichnung »Islamisten« folge ich der Definition von Associated Press (AP): »Ein Befürworter oder Unterstützer einer politischen Bewegung, die dafür eintritt, Regierung und Gesellschaft nach den vom Islam vorgeschriebenen Regeln umzustrukturieren.« Zu den islamistischen Gruppierungen gehören die Muslimbruderschaft, Salafisten, die sich der sunnitischen Sekte des Islam zuordnen, und die schiitischen Milizen im Irak.

Der Zwang, Frauen und den weiblichen Körper kontrollieren zu wollen, rührt oftmals von der Annahme her, dass Frauen, die keine Einschränkung von außen erfahren, im Prinzip sexuell unersättlich seien. Nehmen wir zum Beispiel die Aussage von Yusuf al-Qaradawi, dem bekannten ägyptischen Geistlichen aus Doha in Katar und langjährigen konservativen Fernsehprediger auf Al Jazeera. Al-Qaradawi unterstützte die Revolutionen, da er hoffte, sie würden die Tyrannen beseitigen, die ihn und die Muslimbruderschaft, aus der er stammt, über so lange Zeit verfolgt und unterdrückt hatten. Obgleich al-Qaradawi, der innerhalb und außerhalb der Satellitenkanäle über eine große Zuhörerschaft verfügt, behauptet, die weibliche Genitalverstümmelung (die er mit einem gebräuchlichen Euphemismus »Beschneidung« nennt, um sie mit der männlichen Beschneidung auf eine Stufe zu stellen) sei »nicht verpflichtend«, findet sich in einem seiner Bücher folgende absurde Beobachtung: »Ich persönlich unterstütze sie angesichts der Lebensumstände in der modernen Welt. Wer denkt, dass eine Beschneidung die beste Möglichkeit darstellt, seine Töchter zu schützen, sollte sie veranlassen«, schreibt er und fügt hinzu: »Die gemäßigte Meinung befürwortet die Beschneidung, um die Versuchung kleinzuhalten.« Also werden auch in »gemäßigten« Kreisen die Genitalien der Mädchen verstümmelt, um sicherzustellen, dass ihr sexuelles Begehren noch im Keim erstickt wird. Al-Qaradawi hat inzwischen eine Fatwa gegen die weibliche Genitalverstümmelung herausgegeben, dennoch war kaum jemand überrascht, dass sich Angehörige der Muslimbruderschaft gegen den Beschluss stellten, als Ägypten die Vorgehensweise 2008 verbot. Das Credo der Muslimbruderschaft, zu der al-Qaradawi nach wie vor gehört, halten ausgerechnet Frauen aus der Bewegung hoch, die eine weibliche Genitalverstümmelung legitimieren oder unterstützen – darunter die ehemalige Parlamentarierin Azza al-Garf und Mohammed Mursis Beraterin während seiner kurzen Präsidentschaft, die von einer Form der »Verschönerung« spricht.

Während die Geistlichen also bemüht sind, das weibliche Verlangen in Bahnen zu lenken, sind es die Männer, die sich nicht unter Kontrolle haben. Auf den Straßen vieler Länder der Region ist sexuelle Belästigung an der Tagesordnung. Bei einer 2008 durchgeführten Umfrage einer ägyptischen Frauenrechtsorganisation gaben mehr als 80 Prozent der ägyptischen Frauen an, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein, und mehr als 60 Prozent der Männer gaben zu, Frauen zu belästigen. Eine Untersuchung der Vereinten Nationen im Jahre 2013 ergab, dass 99,3 Prozent der ägyptischen Frauen auf der Straße sexuell belästigt werden. Männer begrapschen und beleidigen uns, und doch gibt man uns die Schuld, da wir zur falschen Zeit am falschen Ort waren und auch noch die falschen Kleider trugen. In Kairo gibt es U-Bahn-Wagen nur für Frauen, um uns vor Grapschhänden und Schlimmerem zu schützen. Zu vielen saudischen Einkaufszentren haben nur Familien Zutritt: alleinstehende Männer werden nicht hineingelassen, es sei denn, sie können eine weibliche Begleitung vorweisen. Familien erlegen ihren Töchtern eine Ausgangssperre auf, damit diese nicht überfallen oder vergewaltigt werden. Und den Männern sagt niemand, sie sollen uns nicht überfallen oder vergewaltigen?

Oftmals wird vorgebracht, die schwache Wirtschaft in Ländern des Nahen Ostens mache vielen Männern eine Heirat unmöglich – und das dient dann gar als Erklärung für die zunehmende sexuelle Gewalt auf den Straßen. Wie sich die aufgeschobene Heirat auf Frauen auswirkt, davon hören wir nichts. Haben Frauen etwa auch Begierden? Offenbar beraten die arabischen Geistlichen noch über Grundlagen der menschlichen Biologie. Eine weitere Erkenntnis von al-Qaradawi zu dem Thema lautet: Jungfrauen müssen »geduldig« sein und der Versuchung der Masturbation widerstehen, die seiner Ansicht nach »gefährlicher« ist als die männliche Masturbation, denn wenn eine Jungfrau ihre Finger oder etwas anderes in die Vagina einführt, könnte sie das Jungfernhäutchen beschädigen, und ihre Familie und ihr zukünftiger Ehemann könnten glauben, dass sie Unzucht begangen habe, indem sie vor der Ehe Geschlechtsverkehr gehabt habe.

Hier tönt wieder der Gebetsruf, die Sublimierung durch Religion, die Rifaat so brillant in ihre Geschichte einbaut. So wie die vom Regime eingesetzten Geistlichen die Armen der Region mit dem Versprechen auf Gerechtigkeit in der nächsten Welt einlullen, statt die Korruption und den Nepotismus des Diktators in diesem Leben anzuprangern, so werden Frauen von Männern zum Schweigen gebracht, die den Glauben der Frauen benutzen, um sie gefangen zu halten.

In Kuwait, wo Islamisten jahrelang das Wahlrecht für Frauen bekämpften, wurden die vier Frauen, die man 2009 ins Parlament wählte, von Konservativen gejagt, die verlangten, die beiden unverschleierten weiblichen Parlamentarier müssten ihre Haare bedecken. Als das kuwaitische Parlament im Dezember 2011 aufgelöst wurde, verlangte ein islamistischer Abgeordneter, das neu gebildete Haus (in dem keine einzige Frau mehr saß) müsse seine Gesetzesinitiative zur »anständigen Bekleidung in der Öffentlichkeit« diskutieren. Aus dem Vorschlag wurde kein Gesetz, doch die zwanghafte Beschäftigung mit dem weiblichen Körper ging weiter. Im Mai 2014 berichtete die Washington Post, ein islamistischer Abgeordneter des kuwaitischen Parlaments, der zudem Vorsitzender des Komitees für die Bekämpfung ausländischer Sitten sei, habe dort erfolgreich den Vorschlag durchgesetzt, weibliche »Nacktheit« an für die Öffentlichkeit zugänglichen Orten wie Schwimmbädern und Hotels zu verbieten. Was genau unter »Nacktheit« zu verstehen sei, führte der Parlamentarier nicht aus. Der Gesetzesvorschlag musste zur Zeit der Entstehung dieses Buches noch von Kuwaits Nationalversammlung und Regierung abgesegnet werden, doch er hatte bereits ein politisches Kräftemessen provoziert, da der Abgeordnete Nabil al-Fadl verkündete, er wolle zurücktreten, falls die Versammlung den Gesetzesvorschlag annehme. Laut der kuwaitischen Tageszeitung al-Shahed bezeichnete er diesen als »Rückschritt«.

Was auch mit dem Gesetzesentwurf geschehen sein mag, die Besessenheit vom Frauenkörper hat ernste Konsequenzen. Gulf News berichtete, nur wenige Tage vor dem angestrebten »Bikiniverbot« habe eine kuwaitische Frau den Sorgerechtsstreit gegen ihren Exmann verloren, weil dessen Anwalt dem Gericht ein Foto zeigte, auf dem sie während einer Auslandsreise im Bikini neben einem anderen Mann zu sehen war.

»Der Mutter kann nicht zugetraut werden, die Kinder richtig zu erziehen, und die Aufnahme zeigt beispielhaft einen Mangel an Demut und ihre unzureichende Moral, die das Vertrauen in sie erschüttern und zu öffentlicher Missachtung führen müssen, da die Gesellschaft ihr Verhalten moralisch oder religiös bewertet«, erklärte der Anwalt.

In Libyen, wo eine Revolution die 42 Jahre währende absolute Herrschaft des Muammar al-Gaddafi beendete, bestand die erste Amtshandlung des neuen Interimspräsidenten Mustafa Abd al-Dschalil darin, die vom libyschen Diktator durchgesetzte Einschränkung der Polygamie aufzuheben. Wer nun denkt, Muammar al-Gaddafi sei auf irgendeine Weise Feminist gewesen, der sei daran erinnert, dass unter seiner Herrschaft Mädchen und Frauen, die sexuelle Übergriffe überlebt hatten oder die »moralischer Verbrechen« angeklagt wurden, in »Besserungsanstalten« geschickt wurden – Gefängnisse, aus denen sie nur entkamen, wenn ein Mann sie zu heiraten versprach oder ihre Familien sie wieder aufnahmen. Human Rights Watch berichtet, dass selbst nach Gaddafis Sturz viele Frauen von ihren Familien in »Besserungsanstalten« geschickt wurden, und das aus keinem anderen Grund, als dass sie vergewaltigt worden waren und man sie daraufhin ächtete, da sie »die Familienehre befleckt« hatten.

Die Wiederkehr der Polygamie in Libyen (wo, laut Al Arabiya News, nach 2013 geltendem Recht Männer gegen den Willen der ersten Ehefrau weitere Frauen ehelichen können) ist besonders empörend, da weibliche Demonstranten eine entscheidende Rolle in der libyschen Revolution spielten. Zwei Tage bevor man den Aufständischen in den Nachbarländern Tunesien und Ägypten nacheifern wollte, protestierten weibliche Verwandte von Gefangenen, die 1996 bei dem Massaker im Abu-Salim-Gefängnis von Gaddafis Sicherheitskräften getötet worden waren, gegen die Inhaftierung des Rechtsanwalts, der sie gegen das Gaddafi-Regime vertreten sollte. Die Auflehnung der Frauen brachte libysche Frauen in der östlichen Provinz Bengasi dazu, sich ihnen anzuschließen, und von da an wuchsen die Demonstrationen zu einer landesweiten Bewegung an.

Ägyptens erste Parlamentswahlen nach Beginn der Revolution wurden von Männern dominiert, die im 7. Jahrhundert stecken geblieben waren. Nur 984 Frauen kandidierten für einen Sitz, gegenüber 8415 Männern. Ein Viertel der Sitze beanspruchten Salafis, deren Vorstellung von Frauenrechten sich im Grunde auf das weibliche »Recht« beschränkt, einen Niqab, also einen Gesichtsschleier, zu tragen. Bei der Aufstellung weiblicher Kandidaten überdeckte die ägyptische salafistische al-Nour-Partei in ihren Broschüren die Gesichter der Frauen mit einer Blume.

Frauen dürfen weder gesehen noch gehört werden, allein ihre Stimme stellt eine Versuchung dar.

Blumen statt Frauengesichtern, mitten in der ägyptischen Revolution! Eine Revolution, in der Frauen getötet, geschlagen, beschossen und sexuell belästigt wurden, während sie an der Seite von Männern dafür kämpften, unser Land von Mubarak zu befreien. Und immer noch werden wir von zahlreichen Patriarchen unterdrückt. Die Muslimbruderschaft, die beinahe die Hälfte der Sitze im Revolutionsparlament innehatte, bevor dieses vom Obersten Gerichtshof aufgelöst wurde, ist der Ansicht, dass eine Frau (oder auch ein Christ) nicht Präsident sein darf. Die Vorsitzende des »Frauenkomitees« der Bruderschaft sagte, Frauen sollten sich keinen Protestmärschen anschließen, da es »ehrwürdiger« sei, die Ehemänner und Brüder für sich demonstrieren zu lassen.

Ebenfalls in Ägypten geschah es knapp einen Monat nach Präsident Hosni Mubaraks Rücktritt, dass die ihn ersetzende Militärjunta, angeblich zum »Schutz der Revolution«, Dutzende männliche und weibliche Aktivisten in Gewahrsam nahm, nachdem der Tahrir-Platz geräumt worden war. Tyrannen unterdrücken, misshandeln und foltern, das kennen wir. Für die weiblichen Aktivisten aber gab es noch eine besondere Tortur: »Jungfräulichkeitstests«, das heißt Vergewaltigungen, bei denen ein Arzt den Finger in die Vagina einführt, um nach einem intakten Jungfernhäutchen zu suchen.

Hier verbünden sich die Soldaten unseres Regimes und die Männer auf unseren Straßen: Beide vergewaltigen Frauen, um uns daran zu erinnern, dass der öffentliche Raum ein männliches Vorrecht ist. Die Frauen auf dem Tahrir-Platz wurden sowohl von Sicherheitskräften als auch von Zivilisten angegriffen, und die Männer aus der Revolutionsbewegung – ob nun aus dem linken oder rechten Lager – haben uns Frauen zurückgeworfen, indem sie darauf beharren, dass »Frauenfragen« die »revolutionäre Politik« nicht bestimmen dürften. Ich aber frage: Wem gehört denn die Revolution?

Es sind nicht nur Islamisten wie die Muslimbruderschaft oder die Salafisten aus Saudi-Arabien, deren Misogynie unsere Rechte mit Füßen tritt – schließlich wurde der Muslimbruder Mohammed Mursi knapper Sieger der ersten ägyptischen Präsidentschaftswahl nach Mubarak, durch den angeblich säkularen Verteidigungsminister Abd al-Fattah as-Sisi ja selbst des Amtes enthoben. As-Sisi präsentiert sich (besonders vor Frauen) als der Mann, der Ägypten vor einem von Terror geprägten Rückfall ins dunkle Mittelalter rettete. Wer so naiv ist, ihm diese Rettung vor der Muslimbruderschaft abzukaufen, sei daran erinnert, dass as-Sisi die von den Sicherheitskräften erzwungenen »Jungfräulichkeitstests« billigte.

Aus diesem Grund prangere ich das giftige Gebräu aus Kultur und Religion an. Ob die Politik mit Religion oder militärischer Macht vermischt ist: Gemeinsamer Nenner ist die Unterdrückung der Frau.

Tunesien, das sich als Erstes gegen seinen Tyrannen erhob und ihn aus dem Land jagte, verbreitet noch den größten Hoffnungsschimmer, hat aber noch einen weiten Weg vor sich. Tunesische Frauen mussten arg zurückstecken, als 2011 die islamistische Ennahda-Partei den größten Anteil der Stimmen für die Übergangsregierung gewann. Universitätsprofessorinnen und Studentinnen berichteten über Angriffe und Beleidigungen durch Islamisten, da sie keine Kopftücher trugen.

Im März 2014 bereiste ich Tunesien gemeinsam mit der Produzentin Gemma Newby, um Frauen für unsere Radiodokumentation The Women of the Arab Spring für BBC World Service zu interviewen. Unter den Frauen, mit denen ich sprach, waren einige, die bei der Ausarbeitung der neuen Verfassung mitgewirkt hatten: eine säkulare Abgeordnete, eine Abgeordnete der Ennahda-Partei und Aktivistinnen, die sich für eine möglichst frauengerechte Sprache in dem Dokument eingesetzt hatten. Es bleibt abzuwarten, ob ihre Bemühungen sich in Größeres als in Worte auf Papier verwandeln, aber immerhin ist Tunesiens Verfassung die erste Verfassung der arabischen Welt, in der Männer und Frauen als gleichberechtigt anerkannt werden. Anders als ihre Kolleginnen im ersten ägyptischen Parlament nach der Revolution sind nicht alle weiblichen islamistischen Abgeordneten in Tunesiens verfassungsgebender Versammlung Fußsoldatinnen des Patriarchats.

Einige weibliche Abgeordnete der Ennahda-Partei wandten sich gegen die Sprache der Gleichberechtigung in Tunesiens Verfassung. Doch durch das vermittelnde Engagement anderer, wie etwa Fatoum Elaswad, die darauf beharrte, einen gemeinsamen Weg mit den säkularen Frauen zu finden, konnte der Text verabschiedet werden.

»Wenn Frauen sich streiten, profitieren die Männer«, sagte sie mir.

Daran ist etwas Wahres.

 

[1] In: Suleman Taufiq, Frauen in der arabischen Welt: Erzählungen, München 1988, S. 52 (Rifaat übersetzt von: Ulrike Danker)

 

Mona Eltahawy

Über Mona Eltahawy

Biografie

Mona Eltahawy, geboren 1967 in Port Said, ist eine ägyptisch-amerikanische Journalistin, deren Artikel in The Washington Post, The Guardian, The New York Times erscheinen und die häufige Gastkommentatorin auf vielen Fernsehsendern ist, wie etwa Al-Jazeera, BBC oder CNN. Bei Twitter folgen ihr...

Medien zu »Warum hasst ihr uns so?«

Pressestimmen

Die Zeit

»Das Buch ist ein zorniger Appell für mehr Freiheit für die Frauen in der arabischen Welt.«

Hessische Niedersächsische Allgemeine

»Und sie fordert eine echte Revolution, sonst blieben die Frauen in islamischen Ländern immer Menschen zweiter Klasse. Ein bewegender Aufruf.«

SWR2

»›Warum hasst Ihr uns so‹ ist eine provozierende Streitschrift, die Missstände unverblümt beim Namen nennt und die islamische Welt vor allem einer grundlegenden Misogynie bezichtigt.«

Wir Frauen

»es ist eines dieser Bücher, die man wirklich lesen sollte«

Frauensolidarität (A)

»Mona Eltahawys Buch ist aber kein Opferbericht, sondern ein Aufruf an die Frauen und Mädchen der islamischen Welt, sich selbst zu befreien.«

Inhaltsangabe

Warum sie uns hassen

Schwarzer Schleier, weiße Flagge

Die erhobene Hand

Der Gott der Jungfräulichkeit

Zu Hause 1

Wege durch die Wüste

Sprich für dich

Epilog

Dank

Kommentare zum Buch

warum hasst ihr uns so
kassandra schuberts am 08.11.2015

Wenn ich diesen Text über das Verhalten und Denken der religiösen und staatlichen Führer sowie des überwiegenden Teils der männlichen Gesellschaft in den besagten Ländern lese, frage ich mich mehr als besorgt, wie unsere Gesellschaft es schaffen will, die derzeit nach wie vor massenhaft zuströmenden jungen Männer aus diesen Religions - und Kulturkreisen zu integrieren, und zwar so, dass sie unsere Werte der Gleichberechtigung ( auch für Minderheiten) nicht nur irgendwie dulden, sondern auch selbst danach leben, diese Werte verinnerlichen. Müssen wir künftig alle Kämpfe der vorigen Jahrhunderte wieder neu auskämpfen? Müssen Frauen bei uns diese Übergriffe künftig auch erdulden? Nach eigenen einzelnen schlechten Erfahrungen während meiner Studentenzeit sehe ich den derzeitigen nicht zu steuernden Zustrom dieser Männer mehr als nur besorgt. Ich habe Angst um Töchter und Enkeltöchter.

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