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Von hier bis zum AnfangVon hier bis zum Anfang

Von hier bis zum Anfang

Chris Whitaker
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Roman

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Von hier bis zum Anfang — Inhalt

„Ein ergreifender Roman, der jeden Preis verdient.“ Mark Billingham

„Seit ›Der Gesang der Flusskrebse‹ hat mich kein Roman so bewegt und begeistert!“ A. J. Finn

Cape Haven, Kalifornien. Eine beschauliche Kleinstadt vor dem Panorama atemberaubender Küstenfelsen. In diesem vermeintlichen Idyll muss die 13-jährige Duchess nicht nur ihren kleinen Bruder fast alleine großziehen, sondern sich auch um ihre depressive Mutter Star kümmern, die die Ermordung ihrer Schwester vor 30 Jahren nie verwinden konnte. Als deren angeblicher Mörder aus der Haft entlassen wird, droht das fragile Familiengefüge, das Duchess mühsam zusammenhält, auseinanderzubrechen. Denn der Atem der Vergangenheit reicht bis in das Heute und wird das starke Mädchen nicht mehr loslassen ...

Der Roman, der in England und Amerika bereits hymnisch gefeiert wird - jetzt endlich in deutscher Übersetzung!

„Herzzerreißend und zugleich voller Hoffnung!“ The Mirror

„Drama, Liebesgeschichte, Pageturner – einen solchen Roman gab es lange nicht mehr!“ Publisher's Weekly

„Die Figuren in diesem Roman werde ich nie vergessen!“ Jane Harper

„Das Buch des Jahres!“ Sunday Express

€ 22,00 [D], € 22,70 [A]
Erschienen am 01.07.2021
Übersetzt von: Conny Lösch
448 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
EAN 978-3-492-07129-1
Download Cover
€ 18,99 [D], € 18,99 [A]
Erschienen am 01.07.2021
Übersetzt von: Conny Lösch
448 Seiten, WMePub
EAN 978-3-492-99960-1
Download Cover
„Wer den Flusskrebse-Blues hat, kann sich mit diesem Schmöker über ein wildes Mädchen in Kalifornien trösten.“
Brigitte
„Wie grandios erzählt und doch so abgrundtief traurig.“
Süddeutsche Zeitung
„Bei allem Drama bleibt auch noch Platz für Komik und sprachlichen Witz. ›Von hier bis zum Anfang‹ trifft mitten ins Herz und erweist sich als Pageturner, den man bis zum versöhnlichen Ende nicht mehr aus der Hand legen kann und will. Ein Buch, das man 2021 gelesen haben sollte.“
Passauer Neue Presse
„Stark, spannend, voller Wehmut – mit Figuren, die einen noch lange begleiten.“
Freundin
„›Von hier bis zum Anfang‹ ist ein Krimi und auch eine Milieustudie. Chris Whitaker beschreibt nachfühlbar wie beklemmend die Gewissheit sein muss, seinem Schicksal nicht ausweichen zu können.“
WDR 5 „Neugier genügt“
„Einer der ergreifendsten und dramatischsten Romane dieses Jahres. Er ist tragisch, traurig, herzzerreißend und doch auch wieder voller Hoffnung.“
WDR4 „Bücher“
„einer der ergreifendsten und dramatischsten Romane dieses Jahres. Er ist tragisch, traurig, herzzerreißend und doch auch wieder voller Hoffnung.“ „Das Buch ist keine leichte Kost, aber absolut fesselnd bis zur letzten Seite mit Figuren, die sie nie vergessen werden.“
WDR 4 - Buchtipps
„Die Ernsthaftigkeit, mit der er die Verwundungen seiner Figuren literarisch auslotet, an ihren Narben entlang erzählt, erzeugt einen enormen Sog.“
Spiegel

Leseprobe zu „Von hier bis zum Anfang“

Wenn ihr was seht, hebt ihr die Hand. Egal, ob’s eine Zigarettenkippe oder eine Getränkedose ist. Wenn ihr was seht, hebt ihr die Hand.

Ihr fasst es nicht an.

Hebt nur die Hand.

Chief Dubois. Seine Worte wehten zu ihnen herüber, Leute aus dem Ort standen mit den Füßen im Bachlauf, waren bereit. Vorrücken in einer Reihe, jeweils zwanzig Schritte Abstand, hundert Augen mit gesenkten Blicken. Eine Choreografie der Verdammten.

Dahinter der jetzt menschenleere Ort. Die Nachricht hatte den Nachhall eines langen tadellosen Sommers erstickt.

Es ging um Sissy Radley. [...]

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Wenn ihr was seht, hebt ihr die Hand. Egal, ob’s eine Zigarettenkippe oder eine Getränkedose ist. Wenn ihr was seht, hebt ihr die Hand.

Ihr fasst es nicht an.

Hebt nur die Hand.

Chief Dubois. Seine Worte wehten zu ihnen herüber, Leute aus dem Ort standen mit den Füßen im Bachlauf, waren bereit. Vorrücken in einer Reihe, jeweils zwanzig Schritte Abstand, hundert Augen mit gesenkten Blicken. Eine Choreografie der Verdammten.

Dahinter der jetzt menschenleere Ort. Die Nachricht hatte den Nachhall eines langen tadellosen Sommers erstickt.

Es ging um Sissy Radley. Sieben Jahre alt. Blondes Haar. Die meisten kannten sie, Dubois musste keine Fotos verteilen.

Walk bildete den äußersten Rand. Er war fünfzehn und furchtlos, seine Knie zitterten bei jedem Schritt.

Sie marschierten durch den Wald wie eine Armee, angeführt von Polizisten, Taschenlampenlicht überall, der Ozean hinter den Bäumen war noch ein ganzes Stück entfernt, aber das Mädchen konnte nicht schwimmen.

Neben Walk lief Martha May. Sie gingen seit drei Monaten miteinander, waren aber übers Knutschen nicht hinausgekommen, ihr Vater war Pfarrer an der Little Brook Episcopal.

Sie schaute zu ihm rüber. „Willst du immer noch Polizist werden?“

Walk sah zu Dubois, hielt den Kopf gesenkt.

„Ich hab Star gesehen“, sagte Martha. „Vorne bei ihrem Vater. Sie hat geweint.“

Star Radley, die Schwester des vermissten Mädchens. Marthas beste Freundin. Alle zusammen waren sie unzertrennlich. Nur einer fehlte.

„Wo ist Vincent?“, fragte sie.

„Hab ihn vorhin gesehen. Vielleicht ist er auf der anderen Seite.“

Walk und Vincent standen sich so nah wie Brüder. Mit neun hatten sie sich in die Handflächen geritzt, sie zusammengepresst und einen Eid klassenloser Loyalität geschworen.

Walk und Martha schwiegen jetzt wieder, suchten still den Boden ab, passierten die Sunset Road, liefen am Wunschbaum vorbei, schoben mit ihren Chucks das Laub auseinander. Walk konzentrierte sich und hätte ihn trotzdem fast übersehen.

Zehn Schritte vor dem Cabrillo Highway, der State Route One, sechshundert Meilen kalifornische Küste. Er blieb abrupt stehen, blickte auf und sah, wie die Reihe ohne ihn weiterzog.

Er ging in die Hocke.

Eine Wolke riss auf, ließ Mondlicht durch.

Der Schuh war klein. Rot-weißes Leder. Vergoldete Schnalle.

Ein herankommender Wagen auf dem Highway wurde langsamer, die Scheinwerfer folgten der Biegung, streiften ihn.

Dann sah er sie.

Er holte tief Luft und hob die Hand.

Erster Teil

Der Outlaw

1

Walk stand am Rand einer aufgeregten Menge. Einige von ihnen kannte er seit seiner Geburt, andere seit deren. Urlauber mit Kameras, Sonnenbrand und unbeschwertem Lächeln.

Die Lokalnachrichten waren jetzt auch da, eine Reporterin von KCNR. „Dürfen wir kurz mit Ihnen sprechen, Chief Walker?“

Er lächelte, schob die Hände tief in die Taschen und schlängelte sich durch die Menge, als die Leute plötzlich erschrocken nach Luft schnappten.

Stück für Stück und laut stürzte das Dach ein, krachte aufs Wasser weiter unten. Die Grundmauern blieben roh und skelettartig stehen, als wäre es nie mehr als ein unbewohntes Haus gewesen. Seit Walk denken konnte, hatte es den Fairlawns gehört, hatte in seiner Kindheit noch weit vom Ozean entfernt gestanden. Vor einem Jahr war das Grundstück abgesperrt worden, weil die Klippen erodierten, hin und wieder kamen Leute von California Wild, maßen und schätzten.

Kameras wurden hochgehalten, Aufregung breitete sich aus, als es Schindeln regnete und die vordere Veranda halb absackte. Milton, der Schlachter, ging auf ein Knie runter und schoss das Bild des Tages vom umgeknickten Flaggenmast mit der Fahne im Wind.

Der jüngere der Tallow-Söhne lief zu dicht heran. Seine Mutter zog ihn so fest am Kragen, dass er rückwärts auf den Hintern plumpste.

Dahinter versank die Sonne mit dem Gebäude, zerhackte das Wasser mit orange- und lilafarbenen Schnitten und namenlosen Schattierungen. Die Reporterin bekam ihre Story, verabschiedete ein eher unbedeutendes Stück Geschichte, das kaum der Rede wert war.

Walk sah sich um und entdeckte Dickie Darke, der ungerührt zuschaute. Er stand da wie ein Riese, fast zwei Meter zehn. Dickie handelte mit Immobilien, ihm gehörten mehrere Häuser in Cape Haven und ein Club am Cabrillo, eine Kaschemme von der Sorte, in der das Laster zehn Dollar und einen kleinen Batzen Rechtschaffenheit kostet.

Sie blieben eine weitere Stunde lang stehen, Walks Beine wurden müde, als die Veranda endlich aufgab. Schaulustige widerstanden dem Impuls zu applaudieren, dann machten sie kehrt und gingen zurück zu ihren Grills, Bieren und Feuerstellen, deren flackerndes Licht Walk auf seiner Abendpatrouille begleitete. Sie liefen über den grauen Steinweg, zwar trocken verlegt, aber trotzdem robust. Dahinter stand der Wunschbaum, eine große Eiche, so breit, dass ihre Äste gestützt werden mussten. Das alte Cape Haven gab sich alle Mühe, fortzubestehen.

Walk war einst mit Vincent King auf diesen Baum geklettert, in einer Zeit so fern der Gegenwart, dass sie kaum noch von Bedeutung war. Er legte eine zittrige Hand auf seine Schusswaffe, die andere an den Gürtel. Sein Kragen war gestärkt, er trug eine Krawatte, die Schuhe frisch geputzt. Die Tatsache, dass er seinen Platz in der Welt akzeptierte, wurde von vielen bewundert, von anderen belächelt. Walker war Kapitän eines Schiffs, das seinen Hafen niemals verließ.

Er entdeckte das Mädchen, das sich gegen den Strom der Menschen bewegte. Sie hatte ihren Bruder an der Hand, der nur mühsam mit ihr Schritt hielt.

Duchess und Robin, die Radley-Kinder.

Er ging los, rannte ihnen fast entgegen, weil er alles über sie wusste, was es zu wissen gab.

Der Junge war fünf und weinte stumme Tränen, das Mädchen war gerade erst dreizehn geworden und weinte nie.

„Eure Mutter“, sagte er. Keine Frage, sondern eine Feststellung von solcher Tragik, dass das Mädchen nicht einmal nickte, sich nur umdrehte und voranging. Sie bewegten sich durch dämmrige Straßen, die trügerische Ruhe von Lattenzäunen und Lichterketten. Über ihnen ging der Mond auf, leitete und verspottete ihn, wie er es schon seit dreißig Jahren tat. Vorbei an prächtigen Häusern aus Glas und Stahl, die sich der Natur widersetzten, ein Anblick von schrecklicher Schönheit.

Die Genesee runter, wo Walk immer noch im alten Haus seiner Eltern lebte. Dann in die Ivy Ranch Road, wo sie sich jetzt dem Haus der Radleys näherten. Abblätternde Farbe an den Fensterläden, ein umgedrehtes Fahrrad, der Reifen daneben. In Cape Haven war alles, was nicht perfekt war, gleich schrecklich.

Walk löste sich von den Kindern und rannte den Weg entlang, von drinnen drang kein Licht heraus, nur das Flackern eines Fernsehers. Er schaute zurück, Robin weinte immer noch, und Duchess sah ihm nach, streng und unerbittlich.

Er fand Star auf der Couch, eine Flasche neben sich, dieses Mal keine Pillen, ein Schuh am Fuß, der andere nackt, kleine Zehen, lackierte Nägel.

„Star.“ Er ging auf die Knie und tätschelte ihre Wange. „Star, komm, wach auf.“

Er sprach ruhig, weil die Kinder jetzt an der Tür standen; Duchess hatte einen Arm auf ihren Bruder gelegt, da dieser sich so schwer an sie lehnte, als habe er keine Knochen mehr in seinem kleinen Körper.

Er bat das Mädchen, den Notruf zu wählen.

„Hab ich schon.“

Er zog Stars Lider mit dem Daumen hoch und sah nichts als Weiß.

„Wird sie wieder gesund?“, fragte der Junge.

Er schaute rüber, hoffte auf Sirenen, blickte mit zusammengekniffenen Augen in den feuerroten Himmel.

„Würdet ihr draußen Ausschau halten, wo sie bleiben?“

Duchess verstand ihn und ging mit Robin hinaus.

Star schüttelte sich, kotzte ein bisschen und schüttelte sich wieder, als hätten Gott oder der Tod Besitz von ihrer Seele ergriffen und sie müsste sich jetzt befreien. Walk hatte jede Menge Geduld gehabt, dreißig Jahre waren seit Sissy Radley und Vincent King vergangen, doch Star lallte immer noch von Eternalismus, dem Aufeinanderprallen von Vergangenheit und Gegenwart, den Weichen für die Zukunft und von Dingen, die sich nicht wiedergutmachen ließen.

 

Duchess fuhr mit ihrer Mutter. Walk würde später mit Robin nachkommen.

Sie schaute dem Sanitäter zu. Er versuchte es nicht mit einem Lächeln, und sie war ihm dankbar dafür. Er hatte dünnes Haar und schwitzte, vielleicht war er es leid, Menschen zu retten, die so fest entschlossen waren, zu sterben.

Eine Weile blieben sie vor dem Haus stehen, und durch die offene Tür des Rettungswagens sah sie Walk, der seine Hand auf Robins Schulter legte. Robin brauchte das, den Trost eines Erwachsenen, das Gefühl von Sicherheit.

Auf der anderen Straßenseite bewegten sich die Vorhänge, während Schatten stille Urteile fällten. Dann sah sie am Ende der Straße Kinder aus ihrer Schule, die mit roten Gesichtern fest in die Pedale traten. Nachrichten verbreiteten sich schnell in einer Stadt, in der schon Bebauungspläne Stoff für Schlagzeilen boten.

Die beiden Jungs machten neben dem Streifenwagen halt und ließen ihre Räder fallen. Der Größere ging atemlos auf den Krankenwagen zu, eine Haarsträhne klebte in seinem Gesicht.

„Ist sie tot?“

Duchess hob das Kinn und sah ihm fest in die Augen. „Verpiss dich.“

Der Motor brummte, als die Tür zugeschlagen wurde. Die Welt hinter dem Milchglas verstummte.

Autos schlängelten sich um Biegungen, bis sie über den Hang kippten, dahinter lag der Pazifik. Felsen durchstießen die Oberfläche wie die Köpfe von Ertrinkenden.

Sie betrachtete ihre Straße, bis sie deren Ende erreichten, bis Bäume aufragten, sich über der Pensacola trafen, Äste wie Hände, verschränkt im Gebet für das Mädchen und ihren Bruder – angesichts der Tragödie, die lange vor ihrer beider Geburt begonnen hatte.

 

Die Nacht kam wie viele andere, verschluckte Duchess so vollständig, dass sie sicher war, niemals wieder Tageslicht zu sehen, zumindest nicht wie andere Kinder. Das Vancour Hill Hospital kannte Duchess nur allzu gut. Ihre Mutter wurde fortgebracht, und sie blieb auf dem polierten Boden stehen, das Licht glänzte darauf. Sie behielt die Tür im Blick, bis Walk mit Robin hereinkam. Dann ging sie zu ihm, nahm die Hand ihres Bruders, führte ihn zum Fahrstuhl und fuhr mit ihm in den zweiten Stock. Bei gedämpftem Licht schob sie zwei Stühle im Familienzimmer zusammen. Gegenüber befand sich der Materialraum, und Duchess besorgte sich zwei weiche Decken, baute aus den Stühlen ein Bett. Robin stand betreten herum, Müdigkeit zehrte an ihm, kroch in die dunklen Ringe unter seinen Augen.

„Musst du mal?“

Nicken.

Sie ging mit ihm zur Toilette, wartete ein paar Minuten, achtete darauf, dass er sich die Hände gründlich wusch. Sie fand Zahnpasta, drückte ein bisschen davon auf ihren Finger und fuhr ihm damit über Zähne und Zahnfleisch. Er spuckte aus, sie tupfte seinen Mund ab.

Dann half sie ihm aus den Schuhen und über die Armlehnen der Stühle und deckte ihn zu. Er rollte sich ein wie ein kleines Tier.

Und sah sie an. „Lass mich nicht alleine.“

„Niemals.“

„Wird Mom wieder gesund?“

„Ja.“

Sie machte den Fernseher aus, das Zimmer war dunkel, die Notbeleuchtung tauchte sie beide in ein so sanftes Rot, dass Robin schon eingeschlafen war, als sie die Tür erreichte.

Im klinischen Licht des Krankenhausgangs blieb sie mit dem Rücken zur Tür stehen. Sie würde niemanden hier hereinlassen, im dritten Stock gab es noch ein weiteres Familienzimmer.

Eine Stunde später tauchte Walk wieder auf und gähnte, als gäbe es einen guten Grund. Duchess wusste, wie er die Tage verbrachte, den Cabrillo entlangfuhr, diese perfekten Meilen von Cape Haven bis weit dahinter, jedes Blinzeln eine Momentaufnahme, so paradiesisch, dass die Menschen quer durchs Land reisten, um sich dort Häuser zu kaufen, die sie dann zehn Monate im Jahr leer stehen ließen.

„Schläft er?“

Sie nickte.

„Ich hab nach eurer Mutter gesehen, sie wird wieder.“

Sie nickte erneut.

„Du kannst gehen und dir was zu trinken holen. Da steht ein Automat neben dem …“

„Ich weiß.“

Ein Blick zurück in den Raum, wo ihr Bruder fest schlief. Er würde sich nicht regen, bis sie ihn weckte.

Walk hielt ihr einen Dollarschein hin, sie nahm ihn zögerlich.

Duchess lief durch die Gänge, kaufte etwas zu trinken und trank es nicht, sie würde es für Robin aufheben. Sie spähte in die Kabinen, hörte Geburten, Tränen und Leben. Sie sah Hüllen von Menschen, so leer, dass sie wusste, sie würden sich nicht mehr erholen. Polizisten führten böse Männer mit tätowierten Armen und blutverschmierten Gesichtern herein. Sie roch die Betrunkenen, das Putzmittel, die Kotze und die Scheiße.

Sie ging an einer Schwester vorbei, bekam ein Lächeln, denn die meisten hier hatten sie schon einmal gesehen. Sie war eins der Kinder, denen das Leben übel mitspielte.

Als sie zurückkam, hatte Walk zwei Stühle neben die Tür gestellt. Sie schaute nach ihrem Bruder, dann setzte sie sich.

Walk bot ihr Kaugummi an, Duchess schüttelte den Kopf.

Sie merkte, dass er reden und ihr irgendeinen Mist über Veränderung erzählen wollte. Ihr sagen wollte, dass alles wieder gut werden würde.

„Du hast nicht angerufen.“

Er sah sie an.

„Das Jugendamt. Du hast nicht angerufen.“

„Hätte ich machen sollen.“ Er klang traurig, als hätte er ein schlechtes Gewissen, weil er glaubte, sie im Stich gelassen oder seine Polizistenpflicht vernachlässigt zu haben.

„Aber du wirst es nicht tun.“

„Nein.“

Sein braunes Hemd spannte am Bauch. Er hatte die dicken geröteten Backen eines Jungen, der von seinen gutmütigen Eltern niemals ein Nein zu hören bekam. Sein Gesicht wirkte so offen, dass sie sich nicht vorstellen konnte, wie er auch nur ein einziges Geheimnis bewahren wollte. Star sagte immer, er sei durch und durch gut, als wäre das etwas ganz Besonderes.

„Du solltest ein bisschen schlafen.“

Sie blieben so sitzen, bis die Sterne dem ersten Tageslicht wichen, der Mond seine Pflichten vergaß und nur noch wie ein Schmierfleck am neuen Tag wirkte, eine Erinnerung an das, was nicht mehr da war. Gegenüber gab es ein Fenster. Duchess stand lange an der Scheibe, presste den Kopf in Richtung der Bäume und der schwindenden Wildnis. Vögel zwitscherten. Weiter hinten sah sie Wasser, kleine Fischkutter, die über die Wellen krochen.

Walk räusperte sich. „Deine Mutter … war da ein Mann …“

„Da war immer ein Mann. Immer, wenn auf der Welt was Beschissenes passiert, ist ein Mann dabei.“

„Darke?“

Sie drehte sich nicht um.

„Kannst du’s mir nicht sagen?“, fragte er.

„Ich bin ein Outlaw.“

„Okay.“

Im Haar trug sie eine Schleife, an der sie ständig herumfingerte. Sie war zu dünn, zu blass, zu hübsch, wie ihre Mutter.

„Da unten wurde gerade ein Baby geboren.“ Walk wechselte das Thema.

„Wie haben sie’s genannt?“

„Weiß nicht.“

„Fünfzig Dollar, dass es nicht Duchess heißt.“

Er lachte leise. „Genauso exotisch wie selten. Du weißt ja, dass du eigentlich Emily hättest heißen sollen.“

„Und wund muss der Sturm sein.“

„Genau.“

„Das Gedicht liest sie Robin immer noch vor.“ Duchess setzte sich, schlug die Beine übereinander, rieb sich die Muskeln. Ihre Turnschuhe waren alt und ausgelatscht. „Ist das hier mein Sturm, Walk?“

Er trank einen Schluck Kaffee, als suchte er die Antwort auf eine unmögliche Frage. „Mir gefällt Duchess.“

„Kannst es ja selbst mal damit versuchen. Wäre ich ein Junge, hätte sie mich wahrscheinlich Sue genannt.“ Sie legte den Kopf in den Nacken und sah die Neonröhren flackern. „Sie will sterben.“

„Will sie nicht. Das darfst du nicht denken.“

„Ich kann mich nicht entscheiden, ob Selbstmord was Egoistisches oder Selbstloses ist.“

Um sechs kam eine Schwester und brachte sie zu ihr.

Star lag da, nur noch der Schatten einer Person, kaum eine Mutter.

„Duchess von Cape Haven.“ Star lächelte kraftlos. „Schon gut.“

Duchess betrachtete sie, dann weinte Star, Duchess durchquerte den Raum, presste ihre Wange an die Brust ihrer Mutter und fragte sich, wieso ihr Herz noch schlug.

Zusammen lagen sie im Morgengrauen, doch der neue Tag schenkte ihr kein hoffnungsvolles Licht, denn Duchess wusste, dass Hoffnung trügerisch war.

„Ich hab dich lieb. Es tut mir leid.“

Duchess hätte vieles sagen können, aber im Augenblick fiel ihr nur ein: „Ich hab dich auch lieb. Ich weiß.“

2

Am höchsten Punkt der Anhöhe fiel das Land steil ab.

Die Sonne stieg an einem blauen Himmel auf, als Duchess hinten im Wagen neben ihrem kleinen Bruder saß und seine kleine Hand in ihre nahm.

Walk lenkte den Streifenwagen sachte in ihre Straße und hielt vor dem alten Haus, folgte ihnen hinein. Er wollte Frühstück machen, aber die Schränke waren leer. Also lief er zu Rosie’s Diner, kam mit Pancakes zurück und lächelte, als Robin gleich drei davon verdrückte.

Nachdem sie Robins Gesicht gewaschen und ihm seine Kleider zurechtgelegt hatte, ging Duchess vors Haus und fand Walk, der dort auf den Stufen saß. Sie sah Cape Haven aufwachen, der Postbote kam vorbei, Brandon Rock trat vors Nachbarhaus und sprengte seinen Rasen mit dem Schlauch. Dass beide den Streifenwagen vor dem Haus der Radleys keines zweiten Blickes würdigten, machte Duchess traurig und froh zugleich.

„Soll ich dich mitnehmen?“

„Nein.“ Sie setzte sich neben ihn und band sich die Schnürsenkel.

„Ich kann deine Mom abholen.“

„Sie hat gesagt, sie will Darke anrufen.“

Duchess wusste nicht viel über die Freundschaft zwischen ihrer Mutter und Chief Walker, obwohl sie vermutete, dass er sie flachlegen wollte, genau wie die meisten Männer der Stadt.

Sie schaute in den verdorrten Garten. Im vergangenen Sommer hatte sie sich mit ihrer Mutter ans Pflanzen gemacht. Robin hatte eine kleine Gießkanne gekauft und die Erde gelockert, seine Wangen hatten immer mehr Farbe bekommen. Hainblumen, Schönmalven und Säckelblumen.

Alle vernachlässigt und eingegangen.

„Hat sie gesagt, was los war?“, fragte Walk sanft. „Gestern Nacht. Weißt du, warum?“

Grausame Fragen wie diese war sie von ihm nicht gewohnt, meistens gab es keinen Grund. Aber sie wusste, warum er dieses Mal fragte, wusste von Vincent King und ihrer Tante Sissy, die auf dem Friedhof am Rand der Klippen lag. Alle kannten ihr Grab hinter dem sonnengebleichten Lattenzaun, gleich bei den Babys, die es nicht geschafft hatten, von demselben Gott dahingerafft worden waren, zu dem ihre Eltern beteten.

„Gesagt hat sie nichts.“

Hinter sich hörten sie Robin. Duchess stand auf und strich ihm durchs Haar, wischte ihm Zahnpastareste von der Wange, dann sah sie in seiner Schultasche nach, ob er sein Lesebuch dabeihatte, sein Heft und seine Wasserflasche.

Sie schob ihm die Riemen auf die Schultern, er lächelte, und sie lächelte zurück.

Sie standen nebeneinander und sahen zu, wie der Streifenwagen die lange Straße hinunterfuhr, dann legte Duchess einen Arm um ihren Bruder, und sie gingen los.

Der Nachbar stellte den Schlauch ab und trat an seinen Gartenzaun. Brandon Rock. Klein, breit, braun gebrannt. Ein Ohrstecker auf einer Seite, fedriger Haarschnitt, Morgenmantel. Manchmal stemmte er Gewichte in der Garage, bei geöffnetem Tor und laut dröhnendem Metal.

„Wieder eure Mutter? Man sollte das Jugendamt verständigen.“

Eine Stimme, als wäre seine Nase gebrochen und nie wieder richtig zusammengewachsen. In einer Hand hielt er eine Hantel, hob sie ab und zu. Sein rechter Arm war auffallend breiter als der linke.

Duchess drehte sich zu ihm um.

Der Wind wehte. Sein Morgenmantel öffnete sich.

Sie rümpfte die Nase. „Nackt zeigen vor einem Kind? Man sollte die Polizei rufen.“

Brandon starrte sie an, während Robin sie weiterzog.

„Hast du gesehen, dass Walks Hände gezittert haben?“, fragte Robin.

„Morgens ist es immer am schlimmsten.“

„Warum?“

Sie zuckte mit den Schultern, obwohl sie es wusste. Walk und ihre Mutter, ihre gemeinsamen Sorgen und wie sie damit umgingen. „Hat Mom gestern Nacht was gesagt, als ich in meinem Zimmer war?“ Sie hatte Hausaufgaben gemacht, an ihrem Projekt mit dem Familienstammbaum gearbeitet, als Robin an die Tür gehämmert und gesagt hatte, dass Mom wieder krank sei.

„Sie hat ihre Fotos rausgeholt. Die alten von Sissy und Grandpa.“ Robin hatte die Vorstellung, dass er einen Grandpa hatte, auf Anhieb gefallen, als er den großen Mann auf den Fotos ihrer Mutter gesehen hatte. Dass er ihm nie begegnet war und Star praktisch nie über ihn sprach, schien keine Rolle zu spielen. Robin brauchte Menschen, ein Polster aus Namen, um sich weniger verletzlich zu fühlen. Er sehnte sich nach Cousins, Cousinen und Onkeln, nach Football und Grillen am Sonntag, nach allem, was die anderen in seiner Klasse hatten.

„Weißt du das mit Vincent King?“

Duchess nahm seine Hand, als sie auf die Fisher abbogen. „Wieso, was weißt du denn darüber?“

„Dass er Tante Sissy umgebracht hat. Vor dreißig Jahren. In den Siebzigern, als die Männer Schnurrbärte hatten und Mom eine komische Frisur.“

„Sissy war nicht unsere Tante, nicht richtig.“

„Doch, war sie“, sagte er trocken. „Sie hat ausgesehen wie du und Mom. Genau so.“

Im Lauf der Jahre hatte Duchess die Geschichte in ihren Grundzügen mitbekommen, von Star und aus den Archiven der Bibliothek in Salinas. Der Bibliothek, wo sie im vergangenen Frühjahr an ihrem Familienstammbaum gearbeitet hatte. Sie hatte die Wurzeln der Radleys weit zurückverfolgt und dann das Buch fallen lassen, als sie eine Verbindung zu dem polizeilich gesuchten Outlaw Billy Blue Radley fand. Das war eine Entdeckung, auf die sie stolz war und die sie ihrer Klasse präsentieren wollte. Auf der Seite ihres Vaters aber war noch immer ein Haufen Nichts, ein großes Fragezeichen, das zum Anlass einer wütenden Auseinandersetzung mit ihrer Mutter wurde. Nicht nur einmal, sondern gleich zweimal hatte Star sich von einem Fremden schwängern lassen und Kinder bekommen, die dazu verdammt waren, ein Leben lang zu rätseln, wessen Blut durch ihre Adern floss. Schlampe, hatte sie leise geflüstert. Und einen Monat Hausarrest kassiert.

„Du weißt, dass er heute aus dem Gefängnis kommt, oder?“ Robin sprach mit gedämpfter Stimme, als verriete er ein bedeutsames Geheimnis.

„Wer hat dir das gesagt?“

„Ricky Tallow.“

Ricky Tallows Mutter arbeitete im Vorzimmer bei der Polizei in Cape Haven.

„Was hat Ricky noch gesagt?“

Robin schaute weg.

„Robin?“

Er knickte schnell ein. „Dass sie ihn auf dem Stuhl hätten grillen sollen. Aber dann hat Miss Dolores ihn angeschrien.“

„Auf dem Stuhl grillen? Weißt du, was das bedeutet?“

„Nein.“

Duchess nahm seine Hand, um die Virginia zu überqueren, wo die Häuser ein bisschen größer waren. Cape Haven fiel zum Wasser hin ab, die Grundstückspreise verhielten sich umgekehrt proportional zum Anstieg der Hänge; Duchess kannte ihren Rang, ihr Zuhause befand sich in der Straße, die am weitesten vom Ozean entfernt war.

Sie gerieten in eine Gruppe von Kindern. Duchess hörte, dass sie über die Angels und die Baseball-Drafts sprachen.

Als sie das Tor erreichten, strich sie ihm erneut durch die Haare und vergewisserte sich, dass sein Hemd zugeknöpft war.

Neben der Hilltop Middle befand sich der Kindergarten. Duchess verbrachte ihre Pause immer am Zaun und schaute dann zu ihrem Bruder hinüber. Er winkte und lächelte, sie aß ihr Sandwich und schaute ihm zu.

„Sei schön brav.“

„Ja.“

„Erzähl nichts von Mom.“

Sie umarmte ihn, drückte ihm ein Küsschen auf die Wange und schickte ihn hinein, sah ihm hinterher, bis Miss Dolores ihn übernahm. Dann ging sie weiter, der Gehweg war voller Kinder.

Duchess hielt den Kopf gesenkt, als sie an der Treppe vorbeikam, wo Nate Dorman und seine Freunde sich versammelt hatten.

Nate, Kragen hochgestellt, Ärmel bis über seine dürren Oberarme hochgeschoben.

„Hab gehört, deine Mom hat schon wieder abgekackt.“

Riesengelächter.

Sie baute sich breit vor ihm auf.

Er starrte zurück. „Was?“

Sie sah ihm in die Augen. „Ich bin der Outlaw Duchess Day Radley, und du bist ein Feigling, Nate Dorman.“

„Du bist ja irre.“

Sie trat einen Schritt vor und sah, wie er schluckte. „Wenn du noch einmal was über meine Familie sagst, schneid ich dir den Kopf ab, du Arschloch.“

Er wollte lachen, bekam es aber nicht hin. Über Duchess gab es alle möglichen Gerüchte; trotz des hübschen Gesichts und der zarten Statur konnte sie ganz plötzlich so heftig durchdrehen, dass sich seine Freunde nicht trauen würden einzugreifen.

Sie drängte an ihnen vorbei und hörte ihn schwer ausatmen, als sie die Schule betrat. Ihre Augen brannten nach einer wieder einmal qualvollen Nacht.

Chris Whitaker

Über Chris Whitaker

Biografie

Chris Whitaker arbeitete 10 Jahre als Finanztrader, bevor er sein Leben änderte und sich dem Schreiben zuwandte. Seine Romane gewannen zahlreiche Preise, schon jetzt gilt Whitaker in England als Sensation. „Von hier bis zum Anfang“ wurde vom Guardian zum Buch des Jahres gekürt. Whitaker lebt...

Pressestimmen
Brigitte

„Wer den Flusskrebse-Blues hat, kann sich mit diesem Schmöker über ein wildes Mädchen in Kalifornien trösten.“

Süddeutsche Zeitung

„Wie grandios erzählt und doch so abgrundtief traurig.“

Passauer Neue Presse

„Bei allem Drama bleibt auch noch Platz für Komik und sprachlichen Witz. ›Von hier bis zum Anfang‹ trifft mitten ins Herz und erweist sich als Pageturner, den man bis zum versöhnlichen Ende nicht mehr aus der Hand legen kann und will. Ein Buch, das man 2021 gelesen haben sollte.“

Freundin

„Stark, spannend, voller Wehmut – mit Figuren, die einen noch lange begleiten.“

WDR 5 „Neugier genügt“

„›Von hier bis zum Anfang‹ ist ein Krimi und auch eine Milieustudie. Chris Whitaker beschreibt nachfühlbar wie beklemmend die Gewissheit sein muss, seinem Schicksal nicht ausweichen zu können.“

WDR4 „Bücher“

„Einer der ergreifendsten und dramatischsten Romane dieses Jahres. Er ist tragisch, traurig, herzzerreißend und doch auch wieder voller Hoffnung.“

WDR 4 - Buchtipps

„einer der ergreifendsten und dramatischsten Romane dieses Jahres. Er ist tragisch, traurig, herzzerreißend und doch auch wieder voller Hoffnung.“ „Das Buch ist keine leichte Kost, aber absolut fesselnd bis zur letzten Seite mit Figuren, die sie nie vergessen werden.“

Spiegel

„Die Ernsthaftigkeit, mit der er die Verwundungen seiner Figuren literarisch auslotet, an ihren Narben entlang erzählt, erzeugt einen enormen Sog.“

Bergische Landeszeitung

„Eine spannende und mitreißende Mischung aus Krimi und Drama um Schuld, Sühne und Vergebung. Die Handlung ist herzergreifend und aufwühlend, die Figuren bleiben dem Leser noch nachhaltig im Gedächtnis. Die Wendungen machen das Buch zu einem spannenden Werk, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte.“

Eliport – Der Bücherei-Newsletter

„Der Autor kann gekonnt mit seiner Sprache die Bewohner des Ortes zum Leben erwecken. Ein bewegender Roman über ein starkes Mädchen und die Geschichte einer kleinen Stadt. Ein Roman der lange im Gedächtnis bleibt.“

buecherrezensionen.org

„Was das Buch aber auszeichnet, ist seine emotionale Wucht. Insbesondere das bewegende fehlgeleitete Seelenleben der jungen Protagonistin lässt uns Leser auf dem Weg, den sie unbeirrt verfolgt, nicht los.“

welobo.com

„Eine abtrünnige, aber dennoch spannende Geschichte über ein Verbrechen, welches nach fast einer halben Dekade erst zur Endlichkeit wird. Ein Roman mit waghalsigen Figuren, bemerkenswertem Setting und großartigen Dialogen.“

Spiegel Bestseller

„Ein Verbrechen ist leicht beschrieben, schwieriger ist es, sich die Wunden anzusehen, die dadurch entstehen und nicht verheilen können. Whitaker ist darin ein Meister.“

Augsburger Allgemeine

„Alles drin, Liebe Rache, Schuld, Sühne… und eine spannend, dicht und schlau erzählte Handlung, die zum Anfang zurückkehrt, in dem sie temporeich in die Zukunft führt.“

inas.little.bakery

„›Von hier bis zum Anfang‹ kann ich nach dem Lesen als ein weiteres Jahreshighlight für mich verbuchen, denn es ist eine dieser Geschichten, die sich tief in die Seele der Leser:innen brennt und die man nie wieder vergessen wird.“

Hellweger Anzeiger

„Dieser Roman ist ein absoluter Pageturner! Dramatisch, spannend und mit einer imponierenden Hauptfigur.“

…gesundheit!

„Es gibt sie noch - die großartigen Familienepen um Versagen, Vergebung und die Suche nach dem richtigen Lebensweg.“

awo-aktiv-hamburg.de

„Der Autor Chris Whitaker schafft es auf eine wunderbare Weise die Leser*innen in seinen Bann zu ziehen. Die Sprache ist klar, anschaulich und poetisch. Eine oft traurige Geschichte, aber atmosphärisch perfekt erzählt. Eine der besten Neuerscheinungen 2021. Unbedingt lesen!“

letterheart

„Ich hatte so große Erwartungen an ›Von hier bis zum Anfang‹ von Chris Whitaker, dass es kaum möglich war, dass diese auch erfüllt werden. Dennoch ist genau das geschehen – eine düstere und tragische Coming-of-Age Story über ein Outlaw Mädchen, das endlich ankommen möchte.“

Bucher-leben.de

„Chris Whitaker erzählt diese kompakte Geschichte über ein Verbrechen, Rache, Misstrauen, Angst von dem zerrütteten Leben der Hinterbliebenen und arbeitet dabei die einzelnen Figuren wie auch die Nebenfiguren mit einer großen Tiefe aus, so dass ich mich beim Lesen zeitweise, wie ein beobachtender Mitbewohner von Cape Haven fühlte.“

Neue Presse

„Ein bewegendes Buch, das im Kopf wie Kino auf großer Leinwand abläuft.“

POLA Magazin

„Ein wunderbares Buch, eine tragische Geschichte, ein grandioses Werk.“

POLA Magazin

„Ein emotionaler Roadtrip, ein Drama, ein Krimi, eine Tragödie und irgendwo tief drinnen ist auch Liebe zu spüren.“

Podcast „Ein Buch“

„Ein großer, mitreißender Roman um Schuld, Sühne, Mut und Verantwortung.“

Die Presse am Sonntag (A)

„Whitaker schreibt unaufgeregt über Schuld, Freundschaft und Verlust. Die überraschenden Wendungen zum Schluss rühren und schmerzen.“

Deggendorfer Zeitung

„Unglaublich berührend und spannend“

Podcast „Diffus“

„Dieses Buch hat mir mal wieder klar gemacht, wie wichtig es ist hin und wieder einen guten Krimi zu lesen, wie gut es tut eine spannende Story zu haben, in der Opfer und Täter nicht schablonenhafte Figuren aus dem Krimi- oder Thrillerbaukasten sind, sondern das Zeug haben unsterbliche Romanfiguren zu werden.“

Radio 91.2

„Ein kluges Buch mit Tiefgang, vielen emotionalen Momenten und starken Figuren. Ganz sicher eines der besten Bücher dieses Jahr.“

Radio Mülheim

„Ein vielschichtiger Roman, der gleichermaßen rührend und spannend ist. Absolut empfehlenswert!“

pickwickbuchclub

„Intensiv und bildgewaltig, melancholisch und zornig und hat mich unwahrscheinlich berührt, wie es noch kein Buch zuvor geschafft hat.“

Solinger Tageblatt

„Spannend wie ein Krimi. Er wird oft mir ›Der Gesang der Flusskrebse‹ verglichen und dem kann ich nur zustimmen. Er berührt einen ganz tief. Obwohl er auch hart ist, bleibt eine Spur Hoffnung zurück. Er ist eines meiner Herzensbücher geworden.“

booknerds.de

„›Von hier bis zum Anfang‹ ist Kriminalroman, Roadmovie und Western. Vor allem aber Familiendrama und eine großartige Coming-of-Age-Geschichte, deren Heldin wider Willen man letztlich doch ins Herz schließen muss. Große, ergreifende Literatur mit nachhaltiger Wirkung. Und, ja, auch ein Roman über Schuld, Sühne und Vergebung. Großes Kino!“

Kleine Zeitung Steiermark Newsletter

„Großes emotionales und äußerst spannendes Kopfkino, tragisch, rührend, aber nie überdreht. Ein Abenteuer- und Unterhaltungsroman, gewiss, aber hoch oben angesiedelt, also dort, wo auch Haltung eine große Rolle spielt.“

YouTube „Bookmarked“

„Für das, was es erreichen möchte, ist es richtig gut gemacht.“

tipp Berlin

„Ein fein geschriebener, packender Sommerschmöker zwischen Krimi und Drama, Gestern und Heute“

Aargauer Zeitung

„Ein bildmächtiges Schuld-und-Sühne-Endspiel der Extraklasse“

Hörzu

„Die Familiengeschichte mit Thriller- und Westernelementen geht zu Herzen“

Buchperlenblog

„Chris Whitaker hat mit ›Von hier bis zum Anfang‹ einen großartigen Roman geschrieben. Ein Buch, dass das Leben zeigt wie es ist, mit all seinen unschönen Seiten, seiner Hoffnungslosigkeit, dem vielen Grau auf allen Seiten. Aber auch ein Buch, welches Hoffnung gibt auf bessere Zeiten, auf Veränderungen. Und das uns sagt, dass wir manchmal durch den dicksten Schlamm waten müssen, um am Ende ein zufriedenes Leben führen zu können..“

anni_und_ihre_welt

„Schon jetzt eines des Highlights dieses Jahres und ein absoluter Pageturner.“

katja_liest

„Herzergreifend, aufwühlend, spannend, voller Wendungen, tragisch, mit besonderen Charakteren, die fehlbar sind, warmherzig und in diesem guten amerikanischen Stil. Große Liebe für eine Geschichte, der ich unglaublich viele Leser wünsche.“

meeneswelt

„Ich bin total geflasht von ›Von hier bis zum Anfang‹. (...) Soghaft. Mit unfassbar detailliert gezeichneten, emotional tief greifenden Figuren. Figuren, die man nicht vergisst.“

miss_lia48

„Die Mischung aus dramatischer Familiengeschichte und Krimi hat mir gefallen und konnte mich gut unterhalten. Ein atmosphärischer Roman, den ich besonders Liebhabern von Larry Browns Büchern empfehlen möchte!“

miss_lia48

„Die Mischung aus dramatischer Familiengeschichte und Krimi hat mir gefallen und konnte mich gut unterhalten. Ein atmosphärischer Roman, den ich besonders Liebhabern von Larry Browns Büchern empfehlen möchte! “

elena_liest

„Eine Mischung aus Spannungsroman, Gerichtsdrama und Krimi.“

wanderer.of.words

„Ein Buch voller tiefgreifender Emotionen, Elend und falscher Entscheidungen. Über Geheimisse und Lügen. Und auch ein Buch über lebenslange Freundschaft und Hoffnung.“

Sunday Express

„Das Buch des Jahres!“

Mark Billingham

„Ein ergreifender Roman, der jeden Preis verdient.“

The Mirror

„Herzzerreißend und zugleich voller Hoffnung!“

Publisher’s Weekly

„Drama, Liebesgeschichte, Pageturner – einen solchen Roman gab es lange nicht mehr!“

A. J. Finn

„Seit „Der Gesang der Flusskrebse“ hat mich kein Roman so bewegt und begeistert!“

Jane Harper

„Die Figuren in diesem Roman werde ich nie vergessen!“

Kommentare zum Buch
Schwere Lebensumstände und wenig Ermittlungsarbeit mit einigen Offenbarungen
Lidia /WriteReadPassion am 07.09.2021

Bewertung: Das Cover passt nicht nur auf den ersten Blick zur Geschichte, es passt generell. Es wirkt wie ein Krimi, das Cover und die Geschichte. Der Klappentext ist sehr kurz und einseitig gefasst. Für mich unzureichend bei solche einer Geschichte mit vielen Personen und Geschehnissen.   Ich hatte irgendwie Lust darauf, also hörte ich es spontan. Auch, weil es bei Bookbeat als Thriller gekennzeichnet ist. Sowas mag ich gar nicht, aufs Glatteis geführt zu werden. Der Beginn ist sehr zäh und es wird sofort von einem Mr. Walk erzählt. Das geht einige Minuten, sodass ich mich genervt fragte: "Wer ist denn dieser Walk?" Das erfährt man nicht in den ersten Minuten. Auch das Erzähltempo lässt zu Beginn zu wünschen übrig.   Der Sprecher sieht recht jung für seine eigene Stimme aus, dabei ist er bereits über 40 Jahre alt. Bei seinem Foto dachte ich, er sei um die 30 Jahre alt. Beim Hören hatte ich immer einen über 50 Jährigen vor Augen. Die Stimme ist sanft und schleifend, aber dennoch nicht langweilig oder gar öde. Ja, solche gibt es auch. Nicht jeder ist für Tonaufnahmen geschaffen. Seine Stimme passt hervorragend zu diesem Kriminalroman. Sie ist unaufgeregt und dennoch hebt sie sich bei den verschiedenen Charakteren in den Nuancen ab. Zu Beginn wirkte sie auf mich etwas träge, dazu dieser lahme Anfang ... Oh je, dachte ich. Der Gedanke des Abbrechens kommt mir bei so was immer, aber ich wollte unbedingt, dass die Geschichte gut ist und so habe ich weitergehört.   Alles sehr unaufgeregt - Geschichte und Erzählung des Sprechers. Es gibt viele Personen und viele Leben, die erzählt werden. Der Wechsel erfolgt willkürlich, sodass ich mir bei manchen gewünscht hatte, noch etwas bei der jeweiligen Person zu verbleiben. Das macht die Geschichte auch vielfältig.   Vincent, der angebliche Mörder von Sissy. Er hat sie durch einen Autounfall getötet. Beide waren Teenager. Er sitzt 30 Jahre ab und kommt dann raus.   Star ist Sissys Schwester und hat zwei Kinder, Duchess ist 13 Jahre alt und Robin ist 6 Jahre alt. Sie haben ihre Tante Sissy nie kennengelernt und kennen nur die Geschichten über Sissy und Vincent. Duchess ist viel zu erwachsen und kümmert sich sehr um Robin, weil ihre eigene Mutter psychisch nichts auf die Reihe bekommt, außer Singen und Flirten.   Walk ist örtlicher Polizist in dieser Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und Vincents Freund seit Schultagen.   Martha ist Familienanwältin und soll Vincent bei einer Verhandlung vertreten.   Dicky Dark ist ein finsterer Mann, der eine Bar führt.   Hall ist Duchess und Robins Großvater, den die beiden erst später kennenlernen.   Es gibt noch andere Charaktere, die ich mir aber nicht notiert habe.       Die Geschichte ist ganz typisch nach amerikanischer Kleinstadt erzählt, mit einem Polizisten, der jeden kennt, wie auch alle Stadtbewohner untereinander. Auch das Setting und Feeling sind danach gehalten. Ich hatte diese Kleinstadt richtig vor Augen.   Richtig Emotionen kamen bei mir in Phasen auf, leider nicht durchgehend. Besonders emotional dabei war ich bei Vincent, Duchess und ab der Hälfte auch bei Walk. Von Alltagsgefühlen über Mitgefühl bis zur Traurigkeit war alles für mich dabei. Einiges hat mich nicht bewegen können, weil es nicht so besonders, sondern Alltagsnormisch rüberkam, und ich selbst habe bei einigen Dingen so empfinden. Ja, schade, aber ist halt so - so in die Richtung. Dann wieder war ich sehr traurig, besonders bei Vincent, der nie eine richtige Chance hatte, in keinerlei Hinsicht. Am Ende warten einige Überraschungen, die Walk uns dann wie Pistolengeschosse präsentiert. Die Erzählung hat mich deswegen auch traurig zurückgelassen. Die Erzählung über Vincent und sein Leben hat mich mehr mitgenommen, als das Schicksal von Duchess und Robin, die es sehr schwer haben. Und auch obwohl ich selbst eine kleine Erwachsene war damals. Aber Vincent bleibt bei mir nachhaltig zurück. Genaueres erzähle ich nicht, alles Spoiler, leider. Am Ende ist Robin als einer der Protagonisten ganz rausgefallen und ich bin irgendwie ratlos zurückgeblieben. Ich weiß gar nicht, was mit ihm letztendlich ist. Und da ist er nicht der Einzige ...   Das Ende mit seinen ganzen Enthüllungen überrascht nicht nur, es lässt einen auch etwas mit allem allein. Das ist Absicht so, aber ich wünschte mir, diese Erkenntnisse würden etwas Früchte tragen und nicht einfach hingeknallt.     Fazit: Ich hatte auf einen Thriller gehofft, und wurde enttäuscht. Dann fand ich mich damit ab, einen Krimi vor mir zu haben, aber auch das ist nicht wirklich vorhanden. Wer einen Krimi mit richtigen Ermittlungen sucht, ist hier fehl am Platz. Auch dass der Roman bei manchen Produktseiten als Thriller deklariert wird, finde ich unterirdisch. Diese Erzählung ist allerhöchstens ein leichter Kriminalroman, man kann ihn aber auch als Familiendrama oder Romandrama einordnen. Der Fokus sind nicht die Ermittlungen, sondern die einzelnen Leben der Personen. Erst am Ende folgt eine kleine Kette an Ermittlungserkenntnissen, die einer nach dem anderen geliefert werden, da zuvor kaum etwas stattfindet. Dennoch ist es keine Art Ermittlerarbeit wie man das aus Krimis und Thrillers kennt.   Wenn man die ersten zwei Stunden durchhält, bekommt man einen Sog zu spüren, an dem man zu Anfangs nicht geglaubt hat. Die Geschichte ist heftig in ihren vielen Lebenssituationen einzelner, aber dennoch sehr unaufgeregt im Ganzen. Und genauso auch erzählt. Mir persönlich kam Vincent zu kurz, aber das ist nicht nur der großen Personenanzahl geschuldet, sondern auch den Ereignissen, die ich nicht ausführen werde. Daher muss es so schwammig bleiben. In der Geschichte gibt es viele Lebensthemen, mit denen wir mehr oder weniger oder gar nicht in Berührung kommen: Liebe, Hass, Verachtung, Vergebung, Scham, Schuldgefühle, Konfrontation, Verdrängung, Verbrechen, Unfälle, Sehnsüchte, Familienbande, Einsamkeit, Krankheit, Opferbereitschaft, Träume, Chancen ...   Ich bin froh, dass die Geschichte doch noch Überzeugungskraft hat und den spröden Anfang hinter sich lässt. Deshalb kann ich auch insgesamt 4 Sterne vergeben. Trotz der Kritikpunkte, und der Sprecher wird ja auch bewertet.       COVER/TITEL/AUFMACHUNG/MATERIAL ⭐⭐⭐⭐⭐   AUSGABEN-FORMAT (REIHEN-/EINZEL-/HÖR-/LESEFORMAT) ⭐⭐⭐⭐⭐   GENRE (VOM VERLAG GESETZT) ⭐⭐⭐⭐⭐   VERLAGSPREIS (ZU TEUER/ANGEMESSEN/GÜNSTIG) ⭐⭐⭐⭐⭐   GRUNDIDEE/THEMA ⭐⭐⭐⭐⭐   ATMOSPHÄRE/SETTING ⭐⭐⭐⭐,

Duchess Day Radley, Outlaw
Readaholic am 20.08.2021

Die dreizehnjährige Duchess Radley trägt mit ihren jungen Jahren mehr Verantwortung als ein Kind jemals tragen sollte. Sie ist quasi allein verantwortlich für ihren vierjährigen Bruder Robin, denn die Mutter, Star, schafft es nicht einmal, ihr eigenes Leben auf die Reihe zu bringen. Ihre Alkoholexzesse haben sie schon oft ins Krankenhaus gebracht und die Kinder mussten um ihr Leben bangen. Stars Leben geriet vor 30 Jahren aus den Fugen, als sie ihre Schwester Sissy durch einen schrecklichen Unfall verlor, den ausgerechnet ihr damaliger Freund Vincent King verursacht hatte. Der damals 15jährige Vincent wurde verurteilt und sitzt seitdem im Gefängnis. Jetzt wird er entlassen und der kleine Ort Cape Heaven ist in Aufruhr. Walk, Polizist in Cape Heaven und Jugendfreund von Vincent und Star, ist wohl der einzige im Ort, der Vincent wohlwollend gegenübersteht. Doch dann geschieht eine weitere schreckliche Tat, als Täter wird schnell Vincent ausgemacht. Nur Walk glaubt an dessen Unschuld und versucht alles, dies zu beweisen. Für Duchess und Robin ändert sich ihr Leben über Nacht. Sie müssen weg aus Cape Heaven, nach Montana zu ihrem Großvater, den sie nicht kennen. Duchess, die sich selbst als Outlaw bezeichnet, unter deren harter Schale sich aber ein weicher, verletzlicher Kern befindet, tritt ihm mit Hass entgegen. Sie macht ihn mit verantwortlich für das verkorkste Leben ihrer Mutter und somit auch für ihres und Robins Leben. Erst nach und nach lässt sie etwas Nähe zu und sieht, dass nicht alles so war wie sie dachte. Ein weiterer Schicksalsschlag beendet auch diesen Abschnitt ihres Lebens. Als Leser ist es sehr aufwühlend, die Kinder durch diese Odyssee zu begleiten und zu erleben, wie ungerecht das Leben sie behandelt. „Von hier bis zum Anfang“ ist ein sehr intensives, spannendes und zutiefst bewegendes Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Es ist todtraurig und lustig, ein Buch über Schuld und Sühne, Liebe und Hass, Sehnsucht nach Nähe und Abweisung, alle menschlichen Emotionen werden angesprochen. Die poetische Sprache des Autors ist wunderschön, doch niemals kitschig. Dieses Buch ist ein Juwel, das ich jedem ans Herz legen möchte. Ich konnte es kaum aus der Hand legen.

Highlight - fesselnd, dramatisch, sehr emotional
Tanja Rothert am 19.08.2021

Ich bin per Zufall auf dieses Buch gestoßen, weil es hoch gelobt wurde. Außerdem machte mich der Klappentext sehr neugierig. Ich muss sagen, das Buch hat meine Erwartungen mehr als übertroffen. Wenn ich über den Inhalt nachdenke, bekomme ich jetzt noch Gänsehaut. Eine Mischung aus Drama, Familiengeschichte und Krimi, tief berührend. „Mein Name ist Duchess Day Radley und ich bin eine Outlaw“ Hauptperson des Buches ist die 13-jährige Duchess, frech und knallhart. Sie kümmert sich um ihren kleinen Bruder Robin sowie ihre Mutter Star, die nie den Tod ihrer kleinen Schwester Sissy vor 30 Jahren überwunden hat. Alkoholsüchtig und depressiv kommt sie mit ihrem Leben nicht klar und hat mehrmals versucht sich umzubringen. Lediglich Chief Walker, ein Freund aus Kindheitstagen schaut immer bei Star und den Kindern nach dem Rechten. Auch er hat sein Päckchen seit dem Todesfall vor 30 Jahren zu tragen, denn sein bester Freund Vincent wurde damals als Mörder verurteilt. Dass Vincent der Freund von Star war verbindet alle. Als Vincent nach den 30 Jahren Gefängnis freikommt, überstürzen sich die Ereignisse, bei denen auch Duchess stark beteiligt ist. Das ganze Geschehen wirkt sich auf das Leben aller Beteiligten aus, Todesfälle kommen dazu. Die Aufklärung der Wahrheit geht zurück bis in die Vergangenheit und ist einfach nur dramatisch. Fazit: Wow, was für ein Buch. Ich konnte es schwer weglegen, ein wahrhaft literarisches Meisterwerk. Der Titel „Von hier bis zum Anfang“ ist absolut treffend gewählt, da sich die Aufklärung der Dinge tatsächlich von der aktuellen Zeit bis zurück zum Geschehen vor 30 Jahren bewegt. Am Ende fügen sich alle dramatischen Puzzleteile zusammen. Es gab viele Momente bei denen ich erschrocken war, tief berührt und den Tränen nah, jedoch auch Situationen, die mich zum Lächeln brachten. Die Ausarbeitung der Charaktere, allen voran Duchess und Chief Walker ist dem Autor perfekt und authentisch gelungen. Ein Buch das jeder gelesen haben sollte, absolutes Highlight !

Wenn man die Fesseln der Vergangenheit nicht loswird – tief berührendes Drama
Lesezauber_Zeilenreise am 14.08.2021

Star - alleinerziehend, rauschmittelabhängig, nachts arbeitend – kommt über den Tod ihrer kleinen Schwester Sissy vor 30 Jahren nicht hinweg. Statt sich um ihre Kinder Duchess (13) und Robin (5) zu kümmern, versinkt sie immer wieder im Alkoholrausch, kann sich zu nichts aufraffe, außer ihrem Job in einer Bar. Eigentlich ist sie völlig kaputt. Gut, dass es da Chief Walk gibt. Die beiden kennen sich ihr Leben lang und Walk fühlt sich ein Stückweit verantwortlich für Star und ihre Kinder. War es doch sein bester Freund Vincent, der damals wegen des Todes von Sissy verurteilt wurde. Duchess ist für Robin wie eine Mutter, kümmert sich um alles, auch um Star, wenn diese mal wieder in ihrem eigenen Erbrochenen liegt. Um irgendwie in der ganzen beschissenen Situation überhaupt überleben zu können und nicht einfach aufzugeben, flüchtet sie sich in die Vorstellung, sie sein ein Outlaw. Dementsprechend ungehobelt ist ihr Verhalten gegenüber anderen Menschen. Sie lässt sich nichts gefallen, ist rotzfrech und abweisend. Sie ist schon ganz unten - also, was solls!? Als Star aus Rache an Darke, der nicht gut zu ihrer Mutter ist, dessen Bar anzündet und das Überwachungsvideo entwendet, setzt sie damit eine Kettenreaktion in Gang, die ungeahnte Ausmaße annimmt. Zudem wird Vincent nach 30 Jahren aus dem Knast entlassen und kehrt nach Cape Haven zurück. Als Star dann eines Tages erschossen wird, steht das Leben aller Beteiligten Kopf.   Das Buch mit seinen außergewöhnlich brillant beschriebenen Charakteren und der komplexen Story übt einen Sog aus, der seinesgleichen sucht! Der Aufbau ist so perfekt, es geschehen immer neue Wendungen, nichts läuft so, wie es soll und wie man es sich für Duchess und Robin wünscht. Und das tut echt weh und treibt einem die Tränen in die Augen. Jeder einzelne Charakter ist detailreich ausgearbeitet, so dass man als Leser alle schon lange zu kennen scheint. Ich lese nicht einfach nur ÜBER sie, sondern bin Teil von ihnen – was es zu einem extrem berührenden Leseerlebnis macht. Die ganze Zeit hatte ich das Setting und die Personen bildhaft vor meinem Auge, konnte schon fast die brennende Sonne bzw. den eiskalten Schnee spüren. Selten, dass ein Buch mich so intensiv die Geschichte erleben lässt. In mir so viele verschiedene Gefühle (Freude, Trauer, Hass, Unverständnis, Wut, Bewunderung, Verachtung u.s.w.) auslöst. Kein Buch, das man nach dem Lesen zur Seite legt und zum nächsten übergeht. Das hier legt man zur Seite, atmet erst mal tief durch und lässt alles sacken. Es wirkt noch lange nach und ist sicher eines meiner diesjährigen Highlights. Die Figuren – allen voran Walk, Duchess, Vincent und Dolly – werden sicher noch lange in meinem Kopf herumspuken.   Ein durch und durch großer und ergreifender Roman über Schuld und Vergebung, über die Fesseln der Vergangenheit, die – wenn man sich nicht von ihnen lösen kann – das Leben bis in die Gegenwart beeinflussen. Unfassbar genial und daher eine absolute Leseempfehlung. Das Buch berührt!

Von hier bis zum Anfang
Corinna Mohrhoff am 03.08.2021

Ein wundervolles, emotionales Buch, dass mich sehr tief beeindruckt hat. Ein Werk, das man unbedingt gelesen haben sollte und dann auf sich wirken lassen muss.

Einfach nur wow!
Uli am 04.07.2021

Nachdem ich dieses tolle Buch grade ausgelesen habe muss ich erstmal ganz tief Luft holen und ich denke ich lege jetzt mal ein kurzes Lesepäuschen ein, denn ich mag noch gar nicht in eine andere Geschichte eintauchen – dieses tolle Buch könnte zu schnell verblassen. Ich bin ja ein großer Krimi-/Thrillerfan, allerdings merke ich immer öfter, dass mir manch Krimi/Thriller leider viel zu seicht ist. „Von hier bis zum Anfang“ von Chris Whitaker macht hier eine ganz große Ausnahme, ich würde das Buch allerdings nicht unbedingt als Krimi bezeichnen, es ist vielmehr eine ganz fantastisch geschriebene und fesselnde Mischung aus Krimi, Familiengeschichte, Tragödie und Drama. Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Duchess, ein rotzfreches Mädchen, das sich selbst als Outlaw bezeichnet, sich nichts gefallen lässt und sich sowohl um ihre stark alkoholabhängige Mutter Star als auch um ihren kleinen Bruder Robin kümmert. Das gestaltet sich allerdings sehr schwierig, denn die Familie lebt immer am Rande völliger Armut und auf die Mutter Star ist leider gar kein Verlass. Einzig Chief Walker, ein alter Freund von Star, schaut immer mal wieder nach der Familie und versucht so gut es geht zu unterstützen. Das ganze Elend begann mit der Ermordung von Stars kleiner Schwester vor 30 Jahren, seitdem ist Star nicht mehr sie selbst, denn ihr Freund Vincent King, der gleichzeitig auch Walks bester Freund war, wurde als Mörder verurteilt und sitzt seit 30 Jahren im Gefängnis. Als er nun frei kommt, überschlagen sich die Ereignisse und Duchess löst unfreiwillig eine Kettenreaktion aus, die das Leben aller stark verändert. Chris Whitaker beschreibt die einzelnen Figuren und insbesondere Duchess so wahnsinnig gut, dass ich sie richtig vor mir sehen kann und mich noch gar nicht von ihr trennen möchte. Das Buch hat mir wirklich ausnehmend gut gefallen und ich kann nur eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen! Da mir das Buch so extrem gut gefallen hat musste ich grade ein bisschen recherchieren und fand heraus, daß dieses Buch bereits das dritte Buch von Chris Whitaker ist, aber das erste, das auf deutsch erschienen ist. Ich werde den Autor auf jeden Fall im Auge behalten und hoffe doch sehr, dass der Verlag zügig auch die beiden älteren Bücher auf deutsch herausbringt!

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