Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Blick ins Buch
Verliebt in Paris

Verliebt in Paris

Roman

E-Book
€ 9,99
€ 9,99 inkl. MwSt.
sofort lieferbar
Jetzt kaufen Im Buchshop Ihrer Wahl bestellen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Verliebt in Paris — Inhalt

Croissants und Café au lait, der Louvre, Champagner und Erholung pur – so stellt sich Starköchin Daisy eine Woche in Paris vor. Doch das Leben hat andere Pläne. Schon auf dem Flug schüttet ihr ein Rüpel Rotwein auf die Bluse. Und dann kommt ihrer Tochter Coco auch noch die Reisetasche abhanden – was die Laune des Teenagers nicht nachhaltig beeinflusst. Schließlich der Anruf einer Freundin: ein Notfall in Madrid. Daisy soll das Catering bei einer Vernissage übernehmen. Ebenfalls vor Ort: der charmante Innenarchitekt Andrew. Und plötzlich scheint Champagner in Paris gar nicht mehr so wichtig …

Erschienen am 11.05.2015
Übersetzer: Johannes Sabinski
352 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-98235-1

Leseprobe zu »Verliebt in Paris«

1. Kapitel

 

Webb

 

O nein.
In dem Moment, als ich den Reißverschluss meiner schwarzen Sporttasche aufzog, war mir klar, dass ich ein Problem hatte. Darin lagen zwei perfekt gefaltete Kleiderstapel, die eindeutig nicht mir gehörten.
Bunte neue T-Shirts (Größe S). Gebügelte Jeans. (Wer bügelt denn Jeans?) Badelatschen. Hochhackige Sandalen. Ein Rock. Eine zigeunermäßig aussehende Bluse. Geblümte Unterwäsche. Und BHs.
»O nein.« Diesmal sagte ich es laut und nach einem kurzen Aufstöhnen.
»Was ist los?«, fragte Dad, der gerade in einem Hotelbademantel aus [...]

weiterlesen

1. Kapitel

 

Webb

 

O nein.
In dem Moment, als ich den Reißverschluss meiner schwarzen Sporttasche aufzog, war mir klar, dass ich ein Problem hatte. Darin lagen zwei perfekt gefaltete Kleiderstapel, die eindeutig nicht mir gehörten.
Bunte neue T-Shirts (Größe S). Gebügelte Jeans. (Wer bügelt denn Jeans?) Badelatschen. Hochhackige Sandalen. Ein Rock. Eine zigeunermäßig aussehende Bluse. Geblümte Unterwäsche. Und BHs.
»O nein.« Diesmal sagte ich es laut und nach einem kurzen Aufstöhnen.
»Was ist los?«, fragte Dad, der gerade in einem Hotelbademantel aus dem Bad kam und sich mit einem Handtuch die Haare trocknete.
»Das sind nicht meine Sachen.«
»Wie meinst du das?«
»Diese Tasche. Die gehört nicht mir. Ich muss am Flughafen eine fremde Tasche mitgenommen haben.«
Dad seufzte. »Ach, Webb.«
Eine halbe Stunde vor diesem Gespräch hatten wir im Palace Hotel mitten in Madrid eingecheckt. Dad hatte den Auftrag bekommen, in einem Museum für zeitgenössische Kunst ganz in der Nähe eine Ausstellung zu gestalten. Sie sollte in zwei Tagen eröffnet werden, was bedeutete, dass Dad jede Menge zu tun hatte und ich meine Frühlingsferien damit zubringen konnte, die Stadt abzuwandern. Deshalb hatte ich meine Lieblingsstiefel eingepackt – und nicht hochhackige Sandalen, eine Zigeunerbluse und BHs.
»Und was mach ich jetzt?«, fragte ich und setzte mich auf eines der beiden Betten.
»Ruf die Fluglinie an«, schlug Dad vor. »Wenn deine Tasche noch in Paris ist, wird man sie in ein Flugzeug packen und herschaffen. Zumindest sollten wir uns erkundigen.« Er klang nicht sehr optimistisch. »Das ist aber immerhin dein Rucksack, oder?«
»Ja, wieso?«, sagte ich.
»Hattest du denn deine andere Tasche bei dir, als wir in Paris durch den Zoll sind?«
Ich versuchte, mich daran zu erinnern. Ich hatte fast den ganzen Flug über geschlafen und war während der Zollkontrolle noch ziemlich verpennt gewesen.
»Sie haben meine Taschen nicht geöffnet«, rief ich mir ins Gedächtnis, während ich meinen Rucksack nach meinem Handy durchwühlte. Da fiel es mir wieder ein.
»O nein.«
»Was ist denn jetzt?«
»Ich glaub, ich hab mein Handy in der Schule vergessen.«
Wieder seufzte Dad auf, diesmal lauter. »Hast du noch den Gepäckstreifen? Oder deine Bordkarten?«
Ich stöberte in meinen Hosentaschen herum: Kaugummipapier, ein Zehncentstück, ein verstaubtes Tic-Tac. »Keine Ahnung.«
Dad ging hinüber zu dem Stuhl, über den er seine Jacke geworfen hatte, und leerte die Taschen aus.
»Hier.« Er hielt eine Handvoll Papier hoch. »Wenigstens haben wir unsere Flugnummern. American Airlines Flug 854 mit Anschluss an AA 42. Dann Air France Flug 1600 von Paris nach Madrid.«
»Ah ja«, murmelte ich.
»Und du hattest doch einen Anhänger an deiner Tasche.« Dad hielt inne. »Webb, bitte sag mir, dass ein Namensschild an deiner Tasche hing.«
»Na ja«, sagte ich zaghaft. »Glaub schon. Ich meine, ich bin mir ziemlich sicher. Halt mal. War da eins dran?«
»O nein, Webb.«

 

 

 

2. Kapitel

 

Coco

 

»O Scheiße!«
»Stimmt was nicht?«, fragte Mom aus dem Schlafzimmer.
Sie war so nett gewesen, mir das Schlafzimmer anzubieten, aber der Futon im Wohnzimmer war mir viel lieber. Ich brauchte nichts weiter zu tun, als die hölzernen Fensterläden zu öffnen, und schon konnte ich rausschauen und Paris sehen. Paris!
Monatelang hatte ich auf diesen Augenblick gewartet. Zu Weihnachten hatte mir Mom eine schwarze Sporttasche von L. L.Bean voller Paris-Reiseführer geschenkt. Den Großteil unseres Flugs hatte ich damit verbracht, all die Sachen zu markieren, die ich während unserer Woche in Paris besichtigen wollte.
Und jetzt hätte ich mich am liebsten umgebracht.
»Scheiße!«, fluchte ich noch mal.
»Du weißt doch, wie schrecklich ich dieses Wort finde«, rief Mom, während sie den kurzen Weg zwischen Schlafzimmer und Wohnzimmer in unserer geliehenen Wohnung zurücklegte.
»Ach, ich finde mich selber schrecklich«, gab ich zurück und ließ mich auf den Futon fallen.
»Was ist denn los?«, wollte Mom wissen.
Doch ein Blick auf die schmuddeligen Kleidungsstücke mitten auf dem Fußboden beantwortete ihre Frage. Statt der Garderobe, die ich sorgsam ausgesucht und säuberlich gepackt hatte, lag dort ein Haufen alter T-Shirts, schmutziger Jeans (wer packt schmutzige Jeans ein?), miefiger Wanderstiefel, Boxershorts und ein zerknittertes weißes Hemd.
»Wem gehört das Zeug?«, fragte Mom.
»Ich weiß es nicht.«
»Und wie bist du darangekommen? Und wo ist deine Tasche?«
»Ich weiß es nicht«, sagte ich eisig. Und fand mich dann umso schrecklicher, weil ich meine Mom angiftete. Ich schluckte heftig und setzte neu an. »Irgendwie hab ich am Flughafen die falsche Tasche mitgenommen. Ich bin so was von blöd.«
»Du bist nicht blöd«, widersprach Mom. Sie sah sich im Zimmer um. »Hast du deine Büchertasche hier?«
»Die schon. Die hatte ich im Flieger bei mir. Es geht um die andere Tasche – die, die ich aufgegeben hatte.«
»Okay, hattest du beide Taschen dabei, als wir durch den Zoll sind?«
Ich versuchte mir ins Gedächtnis zu rufen, wie wir im Flughafen Schlange gestanden hatten. Da hatte ich zwei Taschen getragen, ganz sicher. Der Zollbeamte hatte mich und meinen Pass gemustert. Dann hatte er ihn abgestempelt – und fertig.
»Niemand hat meine Taschen geöffnet«, erinnerte ich mich. »Also weiß ich nicht mal, ob ich da noch die richtige bei mir hatte.« Ich fühlte heiße Tränen aufsteigen.
»Schon gut«, sagte Mom. »Wir fahren zurück zum Flughafen und holen deine Tasche. Kein Drama. Gib mir nur fünf Minuten zum Umziehen. Ich muss aus dieser Bluse raus.«
Sie machte kehrt und stieß sich prompt an einem Tisch den großen Zeh.
»Scheiße«, zischte sie. Und humpelte den Flur entlang zum Schlafzimmer.

 

 

 

3. Kapitel

 

Andrew

 

Verdammter Mist.
Was hatte ich bloß getan? Webb muss gedacht haben, ich wäre verärgert wegen der Tasche. Zugegeben, das alles wäre nicht nötig gewesen. Doch in Wahrheit ärgerte ich mich über das, was ich mir früher an diesem Tag geleistet hatte.
Da hatte ich nun einen der größten Aufträge des ganzen Jahres, nämlich eine Ausstellung digitaler Kunst im Palacio de Cristal in Madrid zu gestalten. Doch statt mich vorzubereiten, brachte ich den ganzen Flug von Chicago nach Paris damit zu, mich in Gedanken zu verrennen, die einer Frau in der ersten Klasse galten.
Sie war mir schon aufgefallen, als wir einstiegen. Da hatte sie bereits ihren Platz eingenommen, las in einer Zeitschrift und trank Rotwein aus einem richtigen Glas. (Das sind die kleinen Vorzüge des Reisens erster Klasse.) Zum Glück ging ich hinter Webb und konnte so meinen Blick etwas länger auf dieser Erscheinung ruhen lassen. Ich versuchte mit meiner ganzen Willenskraft zu erreichen, dass die Dame auf Platz 6B ihren Blick von der Zeitschrift hob, damit ich ihr Gesicht besser sehen könnte, doch sie blieb in ein Kochrezept vertieft. Ich versuchte, es zu entziffern. Irgendwas mit gratin? Oder rustique? Ich gab mir alle Mühe, verkehrt herum zu lesen.
Auf einmal blieb Webb stehen, um einem älteren Fluggast dabei zu helfen, den Rollkoffer ins Gepäckfach zu hieven. Ich rumste geradewegs in meinen Sohn hinein und verlor das Gleichgewicht. Nur für den Bruchteil einer Sekunde, aber es reichte, um den Arm von Ms 6B anzurempeln, die soeben das Glas an ihre Lippen hob.
»Verdammt!«, sagte ich, als der Rotwein ihre Bluse befleckte. »Tut mir leid.«
»Oh!«, gab die Frau von sich und starrte auf den Fleck.
»Kann ich Ihnen vielleicht …«, setzte ich an.
Doch eine Flugbegleiterin eilte schon mit einem feuchten Tuch herbei. »Hier, lassen Sie mich mal den Fleck abtupfen«, bat sie Ms 6B. Worauf sie mir wie eine strenge Krankenschwester auftrug, meinen Sitzplatz einzunehmen. »Und zwar jetzt.«
Die folgenden acht Stunden verbrachte ich benebelt vor geistiger Entrückung in einer mehr als unbequemen Körperhaltung. Wenn ich den Hals in einem absonderlichen Winkel verdrehte, konnte ich sie nämlich von meinem Gangplatz in Reihe 13 aus sehen. Ich sah sie die Beine übereinanderschlagen, erst in die eine Richtung und dann in die andere. Sie trug schicke schwarze Schuhe, die sie bald nach dem Abheben abstreifte. Wir alt mochte sie sein? Vierzig? Maximal fünfundvierzig?
Ich sah ihr zu, wie sie ihren goldbraunen Pferdeschwanz aufwickelte, bis ein Dutt daraus wurde. Nein, Dutt klingt nach der Generation meiner Mutter, und diese Frau wirkte alles andere als altmodisch. Sie trug eine kantige Brille, die den vollendeten Rahmen für ihr klar geschnittenes Gesicht bildete. In einem früheren Zeitalter wäre sie bestimmt eine Adlige gewesen und hätte für Botticelli Modell stehen können.
Das Beste war, dass ich niemanden neben ihr sitzen sah. Einen Augenblick lang bereute ich beinahe, den von meiner Kundin beigesteuerten Flugschein für die Businessklasse in zwei Holzklasseplätze für Webb und mich umgetauscht zu haben. Keiner von uns beiden saß bequem, schon gar nicht mein Ein-Meter-dreiundneunzig-Sohn.
Aber nun hockten wir eben in Reihe 13. Während Webb sich einen fürchterlichen Film mit Adam Sandler anschaute, entwarf ich im Kopf die Nachricht. Als mein Sohn schließlich müde die Augen schloss, zog ich einen Bogen Papier aus meiner Aktenmappe und fing an zu schreiben.

 

Liebe Ms 6B,

 

bitte verzeihen Sie meine Tollpatschigkeit beim Einsteigen. Nur zu gern würde ich für die Reinigung oder den Ersatz Ihrer Bluse aufkommen.
In Wahrheit wäre es mir sogar noch lieber, dürfte ich Sie irgendwann auf unserer Seite des großen Teichs zum Abendessen einladen. Soll heißen, falls Sie überhaupt vorhaben, in die Staaten zurückzukehren. (Könnte mir vorstellen, dass Sie Pariserin sind. Sie haben diesen besonderen Look.)
Würde ich allein reisen, wäre ich vielleicht kühner und würde mich Ihnen vorstellen. Doch vorläufig kann ich Sie nur einladen, mir zu mailen, sollte Ihnen an einem Treffen mit einem Bewunderer gelegen sein, der sich ziemlich schlecht fühlt, weil er Ihre Reisegarderobe verschandelt hat.

 

Sehr herzlich
Mr 13C
lineman@com

 

P. S. Sie sind wirklich erste Klasse.

 

Gleich darauf bereute ich das P.S. Es grenzte ans Schmierige, aber irgendwie gefiel mir, wie es die übrige Nachricht ausbalancierte. Hoffentlich würde sie beim Lesen ein schiefes Lächeln aufsetzen. Sie sah aus wie eine Figur aus einem BBC-Drama. Wie eine Schauspielerin vom Schlag Kate Winslets, die roten Lippenstift und einen Seidenslip trägt.
Ich fragte mich, ob ich wirklich den Nerv haben würde, der Frau den Zettel zu geben. Wahrscheinlich nicht. Noch nie hatte ich irgendetwas auch nur entfernt Vergleichbares getan. Wer tat so was überhaupt? Verzweifelte Männer. Einsame Männer. Alleinerziehende Väter mit halbwüchsigen Söhnen.
Ich beschloss, es zu tun. Warum eigentlich nicht? Was hatte ich zu verlieren? Ja, dachte ich. Ich tu’s!
Ich wartete, bis wir in Paris gelandet waren und an der Gepäckausgabe unsere Koffer einsammelten. Webb und ich mussten unseren Anschlussflug nach Madrid erreichen, hatten also keine Zeit zu verlieren.
»Schnapp dir deine Tasche, und dann los«, sagte ich zu Webb. Ich hatte Ms 6B schon am Kofferband ausgemacht.
Sie war größer, als ich gedacht hatte. Auch hübscher, und sie strahlte Selbstvertrauen aus. Ihr Gesicht sah frisch gewaschen aus. Ihr Haar war wieder zum ursprünglichen Pferdeschwanz gebunden. Mir gefiel ihre Reisegarderobe: lange Hose mit weit geschnittenen Beinen und dazu eine kurze schwarze Jacke, die ihre verschandelte Bluse bedeckte. Am besten aber gefiel mir ihr Gesicht. Die schmale Nase. Das unwillkürliche Lächeln, zu dem sich ihre Lippen formten. Sie wirkte willensstark, aber freundlich, selbst nach einem Transatlantikflug.
Ich ging nahe genug an ihr vorbei, um zu sehen, dass sie keinen Ehering trug. Dann steckte ich den Zettel in ihre Handtasche.
Ich hab’s getan!, dachte ich. Ich hab’s getan! Zwei Sekunden später schlugen meine Gedanken um in: Warum hab ich das getan?
»Komm schon, Webb«, zischte ich leise, aber bestimmt. »Schnapp dir deine Tasche und dann los – sofort.«
Es war eindeutig meine Schuld, dass er nach der falschen Tasche gegriffen hatte.
Verdammter Mist.

Über Kate Klise

Biografie

Kate Klise, geboren 1963 in Peoria/Illinois, studierte an der Marquette University englische Literatur, arbeitete für die Zeitschrift People und lebt heute auf einer Farm in Missouri. Sie ist preisgekrönte Autorin zahlreicher Kinderbücher, und Ihre Lieblingsfarbe ist Rotkehlchenei-Blau.

Pressestimmen

Beauty Fachjournal

»Sehr sympathische Charaktere!«

Book Reviews

»Ein sehr herziges Buch - die richtige leichte Sommerlektüre für den Strand oder den Flug ins Urlaubsparadies.«

Tina - Buchmessenbeilage

»Das Buch geht mir sehr zu Herzen, weil die Charaktere einem ans Herz wachsen.«

Beauty Journal

»Sehr sympathische Charaktere!«

Kommentare zum Buch

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden