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Verglühte SchattenVerglühte Schatten

Verglühte Schatten

Roman

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Verglühte Schatten — Inhalt

Indien, 1947. Hiroko, die ihren Verlobten Konrad verloren hat, reist auf der Suche nach einem Neuanfang nach Delhi, wo sie Konrads Familie, und vor allem seine Schwester Elizabeth, kennenlernt. Sie verliebt sich in Sajjad, den Diener der Familie, und flieht mit ihm nach Pakistan, wo die beiden ein Zuhause finden. Hiroko und Elizabeth gehen unterschiedliche Wege, verlieren sich aber nicht - ihre Freundschaft hält stand und wird die beiden Frauen an einem anderen Ort in einer anderen Zeit erneut zusammenführen.

€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 14.09.2015
Übersetzt von: Ulrike Thiesmeyer
480 Seiten, Broschur
EAN 978-3-8333-0966-3
€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 09.10.2010
Übersetzt von: Ulrike Thiesmeyer
480 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-8270-7232-0
»Beeindruckend, wie leichtfüßig es der Autorin gelingt, die Geschichte der Welt mit dem privaten Leben Hirokos zu verweben. Dramatisch, fesselnd und bewegend.«
People

Leseprobe zu »Verglühte Schatten«

Dem Überlebenden wird jener Tag später als grau in Erinnerung bleiben, doch als Konrad Weiss, der Mann aus Berlin, und die Lehrerin Hiroko Tanaka am Morgen des 9. August aus ihren Häusern treten, fällt beiden auf, wie strahlend blau der Himmel ist, in den aus den Schornsteinen der Munitionsfabriken dicke weiße Qualmwolken aufsteigen.
Von seinem Haus in Minamiyamate aus kann Konrad die Schornsteine selbst nicht sehen, doch seit Monaten schon schweifen seine Gedanken oft zu der Fabrik, in der Hiroko Tanaka ihre Tage damit verbringt, mit Mikrometern die [...]

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Dem Überlebenden wird jener Tag später als grau in Erinnerung bleiben, doch als Konrad Weiss, der Mann aus Berlin, und die Lehrerin Hiroko Tanaka am Morgen des 9. August aus ihren Häusern treten, fällt beiden auf, wie strahlend blau der Himmel ist, in den aus den Schornsteinen der Munitionsfabriken dicke weiße Qualmwolken aufsteigen.
Von seinem Haus in Minamiyamate aus kann Konrad die Schornsteine selbst nicht sehen, doch seit Monaten schon schweifen seine Gedanken oft zu der Fabrik, in der Hiroko Tanaka ihre Tage damit verbringt, mit Mikrometern die Dicke von Stahl zu messen, während sich in ihre Gedanken Bilder von Klassenzimmern drängen, ähnlich wie Vögel mit gebrochenen Flügeln sich ans Fliegen erinnern mögen. An jenem Morgen aber unternimmt Konrad, als er die Türen, welche die Vorder- und Rückseite seines kleinen Hausmeisterhäuschens aus Holz bilden, aufschiebt und in die Richtung des Qualms schaut, nicht den Versuch, sich die Szene bildlich vorzustellen, die sich schicksalsergeben in der Fabrik abspielt. Hiroko hat an diesem Tag frei – von einem Urlaubstag hat ihr Vorarbeiter gesprochen, dabei wissen alle in der Fabrik, dass es schlicht keinen Stahl mehr zum Vermessen gibt. Und trotzdem glauben immer noch so viele Menschen in Nagasaki unbeirrt daran, dass Japan den Krieg gewinnen wird. Konrad stellt sich vor, wie Wehrpflichtige des Nachts ausgesandt werden, um die Wolken mit Netzen vom Himmel zu holen und sie morgens dann durch Fabrikschlote zu schleusen, um den Eindruck von Tätigkeit zu erwecken.
Er tritt auf die hintere Veranda des Häuschens. Auf dem Rasen des weitläufigen Grundstücks liegen grüne und braune Blätter verstreut, als wäre das Gelände ein Schlachtfeld, auf dem sich die Soldaten feindlicher Armeen niedergelegt haben, denen es im Tod nur noch auf gegenseitige Nähe ankommt. Er blickt den Hang hinauf zum herrschaftlichen Haus Azalee; in den Wochen, seit die Kagawas es samt ihrem Hauspersonal verlassen haben, hat alles ein heruntergekommenes Aussehen angenommen. Einer der Fensterläden hat sich halb gelöst; wenn Wind aufkommt, schlägt er gegen das Fensterbrett. Er weiß, er sollte den Laden befestigen, aber es tröstet ihn, wenn vom Haus her ein Geräusch herüberdringt.
Haus Azalee. Als er 1938 zum ersten Mal durch die Schiebetüren in einen prächtigen Raum mit Marmorfußboden und venezianischem Kamin trat, fielen ihm vor allem die Fotografien an der Wand ins Auge, mehr noch als das verrückte Mischmasch japanischer und europäischer Architekturstile: alle bei irgendeinem Fest auf dem Anwesen von Haus Azalee aufgenommen, Europäer und Japaner in zwanglosem Miteinander. Er hatte an die Verheißung dieser Fotos geglaubt und eine ungewohnte Dankbarkeit seinem englischen Schwager James Burton gegenüber verspürt, der ihm Wochen zuvor zu verstehen gegeben hatte, dass er im Haus der Burtons in Delhi nicht mehr willkommen war, mit den Worten: »Es gibt da ein Anwesen in Nagasaki. Hat George gehört – einem exzentrischen, unverheirateten Onkel von mir, der dort vor ein paar Monaten gestorben ist. Ein Japs schickt mir laufend Telegramme, was damit geschehen soll. Wie wär’s, wenn du dich eine Weile dort niederlässt? So lange du willst.« Konrad wusste nichts über Nagasaki – nur dass es, ein großer Pluspunkt, nicht Europa war und James und Ilse nicht dort lebten –, und als sein Schiff in den Hafen der Stadt mit den purpurroten Dächern einfuhr, die wie ein Amphitheater vor ihm ausgebreitet dalag, hatte er das Gefühl, in eine Zauberwelt zu kommen. Sieben Jahre später hat sich viel von dem Zauber erhalten – die gläserne Schönheit von Frostblumen im Winter, Meere blauer Azaleen im Sommer, die anmutige Eleganz der europäisch-japanischen Gebäude an der Küstenpromenade –, aber durch den Krieg werden alle Aussichten gebrochen. Oder sogar ganz versperrt. Zu Beginn des Krieges hatte man die Bürger der Stadt ermahnt, bei Wanderungen durch die Hügel nicht nach unten zu der Schiffswerft zu schauen, in der das Schlachtschiff Musashi unter so strenger Geheimhaltung erbaut wurde, dass sogar schwere Vorhänge konstruiert worden waren, damit Passanten nichts davon mitbekamen.
Nützlich, denkt Hiroko Tanaka, während sie in der Morgenstille, die nur vom Sirren der Zikaden gestört wird, von der Veranda ihres Hauses in Urakami die terrassierten Hänge betrachtet. Falls es ein Adjektiv gab, das die kriegsbedingten Veränderungen in Nagasaki am besten auf den Punkt brachte, entscheidet sie, dann dieses. Alles war zu seiner nützlichsten Form gesteigert oder entstellt worden. Vor ein paar Tagen ist sie an den Gemüsebeeten auf den Hängen vorbeigegangen und hat gesehen, wie die Erde selbst sich vor Staunen runzelte: Warum jetzt Kartoffeln, wo einst Azaleen blühten? Was hat diesen Liebesentzug ausgelöst? Wie sollte man der Erde erklären, dass sie als Gemüsebeet nützlicher war als als Blumengarten, ganz wie Fabriken nützlicher waren als Schulen und Jungen als Waffen nützlicher als als Menschen.
Ein alter Mann geht vorbei, bei dessen runzliger, dünner Greisenhaut Hiroko an einen Papierlampion denken muss, auf den ein Mann getuscht ist. Sie fragt sich, wie sie ihm wohl äußerlich erscheint, oder jedem anderen. Konrad. Bloß als magere Gestalt in denkbar schlichter Kleidung, wie alle anderen, vermutet sie und erinnert sich mit einem Lächeln, wie Konrad ihr eingestand, dass er, als er sie zum ersten Mal sah – in der gleichen Kleidung wie heute, weiße Hemdbluse und graue monpe, eine Bauernhose –, spontan an Farbe dachte. Nicht, um sie zu malen, fügte er rasch hinzu. Aber bei dem auffallenden Kontrast, den sie zu dem saftigen Grün ringsum bildete, als sie vor zehn Monaten durch den gepflegten Garten der Kagawas auf ihn zugekommen war, wünschte er sich spontan sofort Eimer voll zähflüssiger bunter Farbe, um sie über ihr auszukippen, sah Wasserfälle aus Farben vor sich, die ihr von den Schultern rannen (Flüsse von Blau über ihr Hemd, Teiche von Orange zu ihren Füßen, smaragdgrüne und rubinrote Rinnsale, die sich auf ihren Armen überkreuzten).
»Hättest du das mal gemacht«, sagte sie und nahm seine Hand. »Dann wäre deine Verrücktheit viel schneller zum Vorschein gekommen.« Er entzog ihr seine Hand mit halb entschuldigendem, halb tadelndem Blick. Ihnen konnte jeden Moment ein Militärpolizist begegnen.
Der Greis mit der runzligen Haut dreht sich zu ihr um und berührt dabei sein Gesicht, als wollte er den jungen Mann unter all den Falten ausfindig machen. In den letzten Monaten hat er dieses Mädchen aus dem Viertel – die Tochter des Verräters – schon einige Male gesehen, und jedes Mal scheint der Hunger, dem sie alle ausgesetzt sind, sie noch schöner zu machen: Die Rundheit ihres Kindergesichts ist vollkommen verschwunden und hat zarte, vornehm geschwungene Wangenknochen zum Vorschein gebracht; auf einem befindet sich ganz oben ein kleiner Leberfleck. Irgendwie aber hat der Hunger ihre Züge nicht hart gemacht, besonders wenn sich, wie jetzt gerade, ihr einer Mundwinkel hebt und ein winziges Grübchen wenige Millimeter neben dem Rand des Lächelns erscheint, wie um eine Grenze zu markieren, die nur sichtbar wird, wenn man sie zu überschreiten versucht. Der alte Mann schüttelt den Kopf, weil er weiß, wie töricht es von ihm ist, eine junge Frau anzustarren, die ihn überhaupt nicht wahrnimmt, doch er ist zugleich froh, dass es noch etwas auf der Welt gibt, das ihn zu Torheiten verleiten kann.
Über das metallische Zirpen der Zikaden legt sich das Heulen der Luftschutzsirenen, inzwischen so vertraut wie der Ruf von Insekten. Die neue Bombe!, denkt der alte Mann, vergisst alle Dummheiten und macht kehrt, um zum nächstgelegenen Luftschutzbunker zu eilen. Hiroko dagegen stößt ungeduldig die Luft aus. Der Tag ist jetzt bereits heiß. In den überfüllten Luftschutzräumen Urakamis wird es unerträglich sein – zumal unter den dick gepolsterten Luftschutzhauben, die sie mit Skepsis betrachtet, aber wohl oder übel wird anlegen müssen, um sich einen Vortrag vom Vorsitzenden der Nachbarschaftsvereinigung darüber, dass sie ein schlechtes Beispiel für die Kinder abgibt, zu ersparen. Es ist ein blinder Alarm – es ist fast immer blinder Alarm. Die anderen Städte Japans mögen schlimm unter Luftangriffen gelitten haben, aber nicht Nagasaki. Vor einigen Wochen hat sie Konrad gegenüber die weit verbreitete Binsenweisheit wiederholt, dass Nagasaki von schlimmeren Zerstörungen sicher verschont bleiben würde, weil es die christlichste Stadt Japans sei, worauf Konrad zu bedenken gab, dass in Dresden weit mehr Christen gelebt hätten als in Nagasaki. Seither nimmt sie die Luftschutzsirenen etwas ernster. Aber trotzdem, im Luftschutzraum wird es so heiß sein. Warum sollte sie nicht einfach zu Hause bleiben? Es wird fast sicherlich ein blinder Alarm sein.
Warum es darauf ankommen lassen, denkt Konrad. Er holt seine Luftschutzhaube aus dem Haus und läuft zügig los zu dem Schutzraum, den die Kagawas im rückwärtigen Garten haben errichten lassen. Auf halbem Weg bleibt er auf dem Rasen stehen und schaut zu der Mauer, die das Anwesen von dem verlassenen Nachbargrundstück trennt. Seit dem letzten Regenguss hat er nicht mehr nach seinen Vögeln auf der anderen Seite der Mauer gesehen. Er lässt die Luftschutzhaube ins Gras fallen, läuft zur Mauer und hievt sich darüber hinweg, so geduckt wie möglich, um nicht von vorbeikommenden Passanten oder der Militärpolizei gesehen zu werden.
Sollte ihn zufällig jemand sehen, würde er wohl einen lächerlichen Eindruck machen – ein schlaksiger Europäer, der sich über eine Mauer bugsiert, mit langen Armen und Beinen und verhangenen Augen, dessen Haare und kurzgestutzter Bart eine in Nagasaki so ungewöhnliche Farbe haben, dass Hiroko Tanaka bei ihrer ersten Begegnung dachte, die Haare von Europäern würden im Alter rosten, statt zu ergrauen. Später fand sie heraus, dass er erst neunundzwanzig war – acht Jahre älter als sie.
Das trockene Gras raschelt unter seinen Füßen – es kommt ihm vor, als würde er winzigen Lebewesen das Rückgrat brechen –, als er hinüberläuft zu dem mächtigen Kampferbaum, an dem die Vögel befestigt sind und sich gemächlich im leisen Wind drehen. Hiroko war es, die seine violetten Notizbücher zuerst als Vögel bezeichnete – am Tag, als sie sich kennenlernten; das einzige Mal, dass sie bei ihm in seinem Haus war. Sie nahm ein Notizbuch von seinem Schreibtisch, schlug es auf und ließ es in der Luft durch das Zimmer gleiten. Bei der Lebendigkeit ihrer Geste wurde ihm erst bewusst, wie leblos seine Worte waren: Sätze, die ein Jahr nach dem anderen aufs Papier geworfen wurden, einfach nur, damit er so tun konnte, als hätte seine Anwesenheit hier einen Sinn, eine Ausrede dafür, warum er sich in eine Welt duckte, von der er sich so abgetrennt fühlte, dass nichts in ihr ihn jemals einbeziehen könnte.
Doch seit sich nach Deutschlands Kapitulation sein Status in Nagasaki von dem eines Verbündeten zu einem eher zwiespältigen Zustand verschoben hat, der es erforderlich macht, dass die Militärpolizei ihn aufmerksam im Auge behält, haben die leblosen Worte das Potenzial, ihn ins Gefängnis zu bringen. So weit also ging die Paranoia des kaiserlichen Japan schon: Notizbücher voller Recherchen und Betrachtungen über die kosmopolitische Welt, die kurze Zeit in der Umgebung existierte, in der er nun lebt, sind ein Beleg für Verrat. Das hat Yoshi Watanabe ihm nachdrücklich klargemacht, als sich Deutschlands Niederlage abzuzeichnen begann. Du schreibst über ein von Ausländern bevölkertes Nagasaki. Du schreibst voller Sehnsucht darüber. Das läuft schon beinahe darauf hinaus, eine amerikanische Besatzung zu bejubeln. Deswegen hat Konrad an dem Abend, als Deutschland kapitulierte, ein Mobile aus stabilem Draht gebastelt und seine acht in violettes Leder gebundenen Notizbücher daran aufgehängt. Er kletterte über die Mauer auf das verlassene Nachbargrundstück und hängte das Mobile dort in einen Baum. Der Wind wirbelte die Vögel mit den violetten Flügeln im Mondschein umher.
Er ist sich nach wie vor sicher, dass es niemandem einfallen wird, sich in dem verlassenen Garten auf die Suche nach Beweisen von Verrat zu machen. Die Leute, die bereitwillig jedes Staubkörnchen in einem Haus auf Anzeichen für staatsfeindliche Umtriebe durchsieben würden, können immer durch einen einfachen Akt der Phantasie getäuscht werden.
Er duckt sich unter einen tief hängenden Ast, streckt die Hand aus und stellt fest, dass die Lederbücher weiter trocken und unversehrt sind, wenn auch etwas ausgebleicht. Dankbar schaut er hinauf in das schützende Laubdach und bemerkt dann den weißen Streifen auf einem der Ledereinbände: der Kommentar eines echten Vogels zu diesen violetten Hochstaplern. Auf seinem Gesicht breitet sich das Lächeln aus, das andere Leute bisweilen dazu verleitet, ihn als gutaussehend zu betrachten. Als er von dem Baum zurücktritt, verlagert sich seine Aufmerksamkeit auf den leicht irren Ton, der sich in den klagenden Ruf der Luftschutzsirene geschlichen hat. Nicht sonderlich sinnig, hier eine Bombe abzuwerfen, denkt Konrad, während er ohne Hast wieder den Weg zum Luftschutzraum von Haus Azalee antritt. Die ehemalige Ausländersiedlung, in der er lebt, ist heute durch Verlassenheit gekennzeichnet, und seit jeher von Vergeudung. In Urakami könnten in diesem Palast zehn Familien wohnen!, sagte Hiroko bei ihrer ersten Begegnung und zeigte auf Haus Azalee. Und fügte hinzu: Die Reichen! Lächerlich!, um sich ihm dann mit der Frage zuzuwenden, was er ihr für die Übersetzungsarbeit zahlen wolle, um die er sie gebeten hatte.
Wochen später warf er ihr lachend vor, ihren Preis durch Ausnutzung seines schlechten Gewissens in die Höhe getrieben zu haben. Ja, natürlich, bestätigte sie mit der ihr eigenen Aufrichtigkeit; Hunger und Skrupel passen nicht sehr gut zusammen. Dann breitete sie die Arme aus und drückte fest die Augen zu, als konzentriere sie sich ganz darauf, eine andere Welt heraufzubeschwören: Wenn der Krieg vorbei ist, werde ich gut sein. Sie schlug die Augen auf und fügte leise hinzu: Wie meine Mutter. Spontan kam ihm der Gedanke, dass ihre Mutter es nie gutgeheißen hätte, dass sie eine Romanze mit einem Deutschen anfing oder auch nur allein mit ihm durch die Hügel um Nagasaki wanderte. Ihm war nicht wohl bei dem Gedanken, dass sein Glück mit dem Tod ihrer Mutter zusammenhing, doch dann nahm sie seine Hand, und ihm kamen Zweifel, ob Hiroko Tanaka sich jemals von irgendjemandem, selbst einer verehrten Mutter, hätte Vorschriften machen lassen. Warum, fragte sie ihn einmal, sollten die Benimmregeln als Einziges vom Krieg unberührt bleiben? Alles, was früher einmal war, ist überholt und vorbei.
Die Luftschutzhaube mit dem Fuß vor sich herschiebend, betritt er den geräumigen Schutzraum, der im Hang des Gartens von Haus Azalee angelegt worden ist. Ein Hauch von Bitternis liegt in der modrigen Luft. Hier das Kartenspiel, mit dem er und Yoshi Watanabe und Keiko Kagawa sich ablenkten, besonders nützlich in den Anfangszeiten, als sich mit den Warnungen der Luftalarmsirenen mehr Schrecken als Langeweile verband; hier der Eichensessel, von dem aus Kagawa-san das Verhalten seiner Nachbarn und Familie und Bediensteten beobachtete, bei den seltenen Gelegenheiten, wenn er morgens beim Heulen der Sirenen noch zu Hause war; hier die Umrisse des Himmel-und-Hölle-Spiels, das Konrad für die jüngeren Kagawa-Kinder in den Staub gefurcht hatte; hier die versteckte Flasche Sake, von der der Koch glaubte, sie sei sein Geheimnis; hier die andere versteckte Flasche Sake, wegen der die halbwüchsigen Kagawa-Kinder sich spätabends hinüber in den verlassenen Schutzraum schlichen. Sie wussten, dass Konrad sie von seinem Hausmeisterhäuschen aus sehen konnte, doch während ihre Eltern nach sieben Jahren immer noch unsicher im Umgang mit ihrem Hausherrn waren, der seinen schlaksigen Körper irgendwie in dem winzigen Haus am hinteren Ende des Gartens unterbrachte, wussten die jüngeren Kagawas, dass er ihr Verbündeter war, und hätten ihn mit Freuden an ihren Trinkgelagen teilnehmen lassen, wenn er einen Wunsch in dieser Richtung geäußert hätte.
Inzwischen wechseln alle Kagawas die Straßenseite, wenn sie ihn von fern herankommen sehen. Eine einzige Befragung durch die Militärpolizei, die fragwürdige nationale Loyalität ihres Hausherrn betreffend, hatte ausgereicht, sie zum Auszug aus Haus Azalee zu bewegen.
Konrad nimmt Platz auf Kagawa-sans Eichensessel und legt sich seine kapuzenartige Luftschutzhaube auf die Knie. Vor lauter Versunkenheit in das, was einmal war, wird ihm erst verzögert bewusst, dass die Gestalt, die mit einer Schutzhaube in der Hand im Eingang auftaucht, im Hier und Jetzt existiert. Es ist Yoshi Watanabe.
Als würde er um Erlaubnis bitten, zu einer Privatparty zugelassen zu werden, sagt Yoshi auf Englisch: »Darf ich reinkommen? Ich hätte Verständnis, wenn du nein sagst.«
Konrad gibt keine Antwort, doch als Yoshi sich mit einer gemurmelten Entschuldigung zum Gehen wendet, ruft er ihm zu: »Sei kein Idiot, Joshua. Was glaubst du, wie ich mich fühlen würde, wenn du von einer Bombe getroffen wirst?«
Yoshi kommt herein, klemmt sich die Bügel seiner Brille hinter die Ohren und blinzelt heftig.
»Da bin ich mir nicht sicher.«
Er nimmt das Kartenspiel, kniet sich auf den Boden vor das Tischchen, mischt die Karten und teilt dann zehn an sich und an den leeren Raum gegenüber aus.
Yoshi Watanabe ist der »Japs«, von dessen Telegrammen James Burton gesprochen hatte, als er Konrad nach Nagasaki abschob. Sein Großvater, Peter Fuller aus Shropshire, war George Burtons engster Freund und Nachbar gewesen. Bei Konrads Ankunft in Nagasaki war es Yoshi, der ihn am Hafen abholte, Yoshi, der ihn im Haus Azalee herumführte, Yoshi, der ihm einen Japanischlehrer besorgte, Yoshi, der innerhalb weniger Stunden nach Konrads Äußerung, dass er eigentlich viel lieber in dem gemütlichen kleinen Hausmeisterhaus wohnen würde, die Kagawas förmlich aus dem Ärmel schüttelte wie einen Blumenstrauß, den er dort verborgen hatte, Yoshi, der ihm Geschichten von der kosmopolitischen Welt im Nagasaki der Jahrhundertwende, einzigartig in Japan, erzählte – von den englischsprachigen Tageszeitungen, dem Internationalen Club, den Verbindungen und Hochzeiten zwischen europäischen Männern und japanischen Frauen. Und als Konrad sagte, dass er jemanden brauchte, der ihm für das Buch, das er über diese kosmopolitische Welt schreiben wollte, japanische Briefe übersetzte, war es Yoshi, der ihn mit der Deutschlehrerin seines Neffen bekanntmachte, Hiroko Tanaka.
Es war eine jener Freundschaften, die nach kurzer Zeit gleichsam unvermeidlich und unauflöslich schienen. Und dann endete sie mit einem Gespräch, das kaum eine Minute dauerte.
Sie kommen jetzt immer öfter, um mich zu kontrollieren, Konrad. Der Mädchenname meiner Mutter war Fuller. Du weißt, was das bedeutet. Ich darf ihnen nicht noch mehr Anlass zu der Vermutung geben, dass meine Loyalität zwiegespalten ist. Bis der Krieg vorbei ist, halte ich mich von allen westlichen Ausländern in Nagasaki fern. Aber nur, bis der Krieg vorbei ist. Danach, Konrad, danach wird alles wieder so sein wie früher.
Wenn du in Deutschland gelebt hättest, Joshua, hättest du das auch deinen jüdischen Freunden erzählt. Tut mir leid, dass ich dich nicht auf meinem Dachboden verstecken kann, aber komm doch mal zum Abendessen, wenn die Nazis nicht mehr an der Macht sind.
»Warum bist du hier?«
Yoshi blickt von dem Blatt Karten in seiner Hand auf.
»Ich war zu Haus, als die Sirenen losheulten. Das hier ist der nächstgelegene Schutzraum.« Da Konrad die Augenbrauen hochzieht, fügt er hinzu: »Ich weiß. Die letzten Wochen über bin ich immer in den Schutzraum der Schule gegangen. Aber mit dieser neuen Bombe jetzt … da wollte ich keine Minute zu lange im Freien riskieren.«
»Dann gibt es also größere Risiken auf der Welt, als mit einem Deutschen in Verbindung gebracht zu werden? Das ist ja beruhigend. Was für eine neue Bombe?«
Yoshi legt seine Spielkarten hin.
»Hast du nichts davon gehört? Von Hiroshima? Vor drei Tagen?«
»Vor drei Tagen? Mit mir hat seit drei Tagen kein Mensch mehr gesprochen.«

In dem Schutzraum in Urakami ist Hiroko so eng zwischen ihren Nachbarn eingezwängt, dass sie nicht einmal die Hand heben kann, um sich den Schweiß vom Haaransatz zu wischen. So voll ist es hier drinnen seit den Tagen der ersten Fliegeralarme nicht mehr gewesen. Was könnte den Vorsitzenden der Nachbarschaftsvereinigung dazu veranlasst haben, so hektisch alle Bewohner einzusammeln und ihnen zu befehlen, sich in den Schutzraum zu begeben? Sie atmet durch den Mund aus und dreht den Kopf leicht zur Frau des Vorsitzenden, die sich sofort brüsk von Hiroko abwendet. Ob aus schlechtem Gewissen oder aus Verachtung, ist unmöglich zu sagen.
Die Frau des Vorsitzenden war eine enge Freundin von Hirokos Mutter gewesen – sie erinnert sich noch, wie die beiden gemeinsam kichernd die neueste Ausgabe von Sutairu durchblätterten, in den Zeiten, ehe der Krieg der Zeitschrift das Aus brachte: In Kriegszeiten war in Japan kein Platz für eine Publikation, die Frauen darüber aufklärte, was für Unterwäsche man zu westlichen Kleidern trug. Auf ihrem Sterbebett hatte Hirokos Mutter die Frau des Vorsitzenden um einen einzigen Gefallen gebeten: Beschütze meinen Mann vor sich selbst. Für einen eigensinnigen Künstler war in Japan in Kriegszeiten noch weniger Platz als für Zeitschriften über moderne junge Frauen. Lange Zeit hatte die Frau des Vorsitzenden ihr Versprechen gehalten und ihren Mann dazu überredet, Nachsicht mit Matsui Tanaka zu üben, seine Schimpftiraden gegen das Militär und den Kaiser als Ausdruck der Trauer eines Witwers aufzufassen, der vor Kummer nicht mehr bei Sinnen war. Im Frühjahr aber war Matsui Tanaka an einem Haus in der Nachbarschaft vorbeigekommen, das zum Andenken an den fünfzehnjährigen Sohn, der bei einem Kamikazeangriff sein Leben geopfert hatte, mit Kirschblüten geschmückt war. Ohne ein Wort zu Hiroko zu sagen, die schweigend neben ihm ging, sprang Matsui Tanaka mit einem Satz nach vorn, zog eine Schachtel Streichhölzer aus seiner Hosentasche und zündete die Kirschblüten an.
Kurz darauf lag er blutend am Boden, während der Vater des toten Jungen sich heftig gegen die Männer aus der Nachbarschaft zur Wehr setzte, die endlich beschlossen hatten, den Rasenden zur Räson zu bringen. Hiroko, die sich über ihren Vater beugte, wurde von der Frau des Vorsitzenden in die Höhe gezogen.
»Melde ihn selbst«, sagte die Frau, die zu ihr immer wie eine Tante gewesen war. »Dieser Rat ist der einzige Schutz, den ich dir jetzt bieten kann.«
Selbstverständlich hatte sie auf diesen Rat nicht gehört – die Entbehrungen des Krieges hatten vielleicht ihre Skrupel vermindert, aber nicht ihre Loyalität –, und am Tag darauf geschah dreierlei: Die Militärpolizei holte ihren Vater ab und brachte ihn ins Gefängnis, wo er über zwei Wochen blieb; der Direktor der Schule, an der sie Deutsch unterrichtete, teilte ihr mit, sie sei entlassen, an seiner Schule sei kein Platz für die Tochter eines Verräters und außerdem sei es auch gar nicht nötig, dass die Schüler eine Fremdsprache lernten (bei diesen Worten krümmte sich der Direktor sichtlich zusammen, wie um dem Abscheu, den er erregte, so wenig Angriffsfläche wie nur möglich zu bieten); und als sie nach Hause zurückkam, erwartete sie dort schon der Vorsitzende und eröffnete ihr, dass sie zur Arbeit in einer der Munitionsfabriken dienstverpflichtet sei.
Jetzt möchte sie der Frau des Vorsitzenden zu verstehen geben, dass sie weiß, dass diese so lange wie möglich ihr Bestes getan hat; teils aber hat sie auch den Wunsch, sie genau damit zu beschämen.
Als ein Neuankömmling den Schutzraum betritt, werden alle Anwesenden noch weiter nach hinten gedrängt; doch von allen Seiten werden nur höfliche Entschuldigungen gemurmelt, weil man so unwürdig dicht an die Achselhöhlen und Unterleiber fremder Menschen gedrückt wird. Hiroko rückt nach hinten in eine Lücke, die sich irgendwie, gegen alle physikalische Wahrscheinlichkeit, aufgetan hat, und findet sich neben zwei Jungen wieder. Dreizehn, vielleicht vierzehn Jahre alt. Sie kennt sie, diese Jungen aus Nagasaki. Nicht diese beiden direkt, aber ihr allgemeines Gebaren. Dem größeren der beiden, mit dem hochmütig hochgereckten Kopf, traut sie zu, dass er bei Mädchen oder jungen Lehrerinnen gerne darüber schwadroniert, welche Gedanken ihm wohl durch den Kopf gehen werden, wenn er sich erst im tödlichen Anflug auf die Brücke eines amerikanischen Flugzeugträgers befindet (bald, sehr bald, die jüngsten Piloten sind nur wenig älter als er), wobei er unmissverständlich andeutet, dass die weibliche Person, zu der er sich gerade vorneigt, eine zentrale Rolle in diesen letzten, heldenmütigen Gedanken spielen wird.
»Du lügst«, flüstert der kleinere Junge.
Der größere schüttelt den Kopf.
»Denen in der Nähe wurde das Fleisch bis auf die Knochen abgeschält, so dass sie nur noch Skelette waren. Bei denen, die weiter weg waren, wurde nur die Haut abgelöst, wie bei Trauben. Und jetzt, wo sie diese neue Bombe haben, werden die Amerikaner nicht aufhören, bis wir alle Skelette oder Trauben sind.«
»Hör auf«, sagt Hiroko mit ihrer Lehrerinnenstimme. »Hör auf damit, solche Lügen zu erzählen.«
»Das sind keine …«, fängt der Junge an, bis ihn ihre hochgezogene Augenbraue zum Schweigen bringt.
Einer ihrer ehemaligen Schüler – Joseph – hat seine Ohka tatsächlich in einen amerikanischen Flugzeugträger gelenkt. Einmal vertraute er ihr an, dass er bei seinem letzten Flug zwei Fotos mitnehmen würde – eins von seinen Eltern, unter einem Kirschbaum stehend, und eins von Myrna Loy. Ein Foto von Myrna Loy, fragte sie, während du ein amerikanisches Kriegsschiff zerstörst? Aber ihm fiel die Ironie dabei nicht auf. Er war der Junge aus der Nachbarschaft, dessen Tod ihren Vater veranlasst hat, den Kirschblütenzweig zu verbrennen – vielleicht tat er das für sie. Weil er ihr nur auf diese Weise zeigen konnte, dass er den Zorn und den Kummer verstand, den sie unausgesprochen in sich trug. Sie weiß nicht, was sie mehr verwundert – die Möglichkeit, dass das die Wahrheit sein könnte, oder der Umstand, dass sie darauf noch nicht früher gekommen ist. Das Verstummen ihres Vaters seit dem Tod ihrer Mutter deutet sie eher dahingehend, dass ihm nichts mehr mitteilenswert erscheint, nicht so sehr als Unfähigkeit, eine neue Einheit mit seiner Tochter zu bilden, jetzt, da seine geliebte Frau nicht mehr da ist, um seinen Gedanken eine Stimme zu verleihen.
»Skelett oder Traube?«, flüstert der große Junge. Sie nimmt unangenehme Ausdünstungen wahr.
Draußen gibt es Luft und Bäume und Berge. Das wiegt jedes Risiko auf.
Sie drängt sich seitwärts, mit der Schulter voran, in Richtung Ausgang, und alle, die auf Neuzugänge im Schutzraum so höflich reagiert haben, sind jetzt empört darüber, dass sie ins Freie will.
»Was machen Sie denn … hier ist kein Platz … bleiben Sie zurück, bleiben Sie zurück …« Ein Ellbogen trifft sie in die Rippen.
»Mein Vater«, ruft sie. »Ich muss meinen Vater suchen.«
Einige der Frauen im Schutzraum machen ihr jetzt Platz, heben ihre Kinder auf den Arm.
Eine Stimme sagt: »Ihr Vater ist Matsui Tanaka, der Verräter«, worauf die Stimmung im Raum spürbar feindselig wird, ihr zwar mehr Leute Platz machen, aber auf eine Weise, die deutlich macht, dass man sie hier nicht will.
Es ist ihr egal. Sie befindet sich jetzt im Freien, atmet gierig die frische Luft ein, die im Vergleich beinahe kühl wirkt.
Sie geht sehr hastig, um den Schutzraum hinter sich zu lassen, und verlangsamt dann ihre Schritte, als ihr die Verlassenheit ringsum bewusst wird. Unter einem Baum mit hellen Blättern reckt sie ihre Arme empor, um sie mit Sonnenlicht und Schatten tüpfeln zu lassen, während sich die Zweige in einem Windzug wiegen, der auf der Erde nicht zu spüren ist. Sie mustert ihre Hände vor sich in der Höhe – voller Schwielen von der Fabrikarbeit und von den Übungen mit dem Bambusspeer. So hat sie es sich nicht vorgestellt, einundzwanzig zu sein. Stattdessen schwebte ihr Tokio vor – Hiroko Tanaka in der Großstadt, in schicken Kleidern, die Haare knapp unter den Ohrläppchen abgeschnitten, in Jazzclubs Lippenstiftspuren an Weingläsern hinterlassend –, wo sie auf eigene Faust den Lebensstil der »modernen Mädchen« der Zwanziger wiederbeleben würde, deren Geist in den Dreißigern in Sutairu überlebt hatte.
Aber das waren kindische Träume. Oder geborgte Träume vielmehr. Sie bekam oft mit, wie ihre Mutter über Geschichten von modernen Mädchen seufzte oder lachte, und malte sich aus, dass die Welt dieser Mädchen die einzige Fluchtmöglichkeit aus einem Leben bot, das nur aus Pflichterfüllung bestand. Obwohl sie mit den Jahren zunehmend zu der Überzeugung kam, dass ihre Mutter – die sich so selbstlos um Mann und Tochter und Haushalt kümmerte – sich nie ernsthaft nach einer Flucht sehnte, sondern nur Gefallen an der Vorstellung fand, dass es diese Möglichkeit gab. Genau das machte den Unterschied zwischen ihr und ihrer Tochter aus. Für Hiroko liefen Kenntnis und Begierde auf dasselbe hinaus. Aber jene Welt, die in Zeitschriften zu bestaunen war, war wesentlich weniger bekannt als die Welt, die sie mit ausgestreckter Hand an den Wurzeln ihrer rostfarbenen Haare packen konnte.
Heute sind die Kindheitsträume ausgeträumt. Heute gibt es Konrad. Sobald der Krieg endet, wird es sie und Konrad geben. Sobald der Krieg endet, wird es Essen und Seide geben. Dann wird sie nie wieder Grau tragen, nie wieder Teeblätter zweimal aufgießen, nie wieder einen Bambusspeer in die Höhe recken oder je wieder eine Fabrik oder einen Luftschutzbunker betreten. Sobald der Krieg endet, wird ein Schiff ablegen und sie und Konrad weit weg bringen in eine Welt ohne Pflichten.
Wann wird der Krieg enden? Es kann nicht schnell genug passieren.

Kamila Shamsie

Über Kamila Shamsie

Biografie

Kamila Shamsie wurde 1973 in Karatschi, Pakistan, geboren und lebt in London und Karatschi. Im Berlin Verlag erschienen bisher »Kartographie« (2004), »Verbrannte Verse« (2005), »Salz und Safran« (2006), »Verglühte Schatten« (2009) und...

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»Beeindruckend, wie leichtfüßig es der Autorin gelingt, die Geschichte der Welt mit dem privaten Leben Hirokos zu verweben. Dramatisch, fesselnd und bewegend.«

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