Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Blick ins Buch
Blick ins Buch
Unter der HautUnter der Haut

Unter der Haut

Roman

Hardcover
€ 22,00
E-Book
€ 18,99
€ 22,00 inkl. MwSt.
Lieferzeit 2-3 Werktage
Jetzt kaufen Im Buchshop Ihrer Wahl bestellen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen
€ 18,99 inkl. MwSt.
sofort lieferbar
Jetzt kaufen Im Buchshop Ihrer Wahl bestellen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Unter der Haut — Inhalt

New York während des letzten Sommers der 1960-er Jahre: Der Literaturstudent Jonathan Rosen macht die Bekanntschaft des bibliophilen Dandys Josef Eisenstein. Durch den geheimnisvollen älteren Mann lernt der unerfahrene Junge nicht nur die Welt der Kunst und des Geistes, sondern auch die Macht der Verführung kennen und erlebt in diesen hellen Tagen sein Coming of age. Zu einem ersten sexuellen Erlebnis kommt es in Eisensteins Atelier, wo Jonathan mit einer jungen Frau schläft, die beide Männer in einem Diner angesprochen haben. In den folgenden Wochen machen sie sich in den brütend heißen Straßen New Yorks auf die Suche nach neuen »Opfern«. Ihr Muster: Eisenstein, der selber niemals eine Frau berührt, lehrt Jonathan die Kunst der Verführung; sie bringen die Frauen in sein Apartment, wo Jonathan mit ihnen schläft, während Eisenstein sie beobachtet. Mit der Zeit wächst in Jonathan ein Verdacht, dass über seinem Mentor ein dunkles Geheimnis liegt. Doch diese Ahnung wird erst Jahrzehnte später zur Gewissheit, als er in Israel von der ehemaligen FBI-Agentin Sally Goldman aufgesucht wird – denn sie jagt seit langem schon den »Skinner«, einen legendären Serienmörder.

€ 22,00 [D], € 22,70 [A]
Erschienen am 01.03.2018
528 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-8270-1375-0
€ 18,99 [D], € 18,99 [A]
Erschienen am 01.03.2018
528 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-8270-7955-8

Leseprobe zu »Unter der Haut«

1

Als ich jung war, suchte ich nach Mädchen. Meine Suche begann am frühen Morgen des Tages, an dem ich zwanzig Jahre alt wurde, und sie endete unter den Sternen der letzten Sommernacht meines Lebens. Damals und dort, wo ich herkomme, nannte man Jungs wie mich mondsüchtig, und ein Süchtiger war ich. Aber mein Fall war wohl noch ein bisschen spezieller.

Im Frühling hatte ich mein Elternhaus verlassen, war nach Manhattan gezogen und hatte ein Studium begonnen. Das wenige, was ich brauchte, verdiente ich mit dem Ausfahren von Fleisch an die jüdischen [...]

weiterlesen

1

Als ich jung war, suchte ich nach Mädchen. Meine Suche begann am frühen Morgen des Tages, an dem ich zwanzig Jahre alt wurde, und sie endete unter den Sternen der letzten Sommernacht meines Lebens. Damals und dort, wo ich herkomme, nannte man Jungs wie mich mondsüchtig, und ein Süchtiger war ich. Aber mein Fall war wohl noch ein bisschen spezieller.

Im Frühling hatte ich mein Elternhaus verlassen, war nach Manhattan gezogen und hatte ein Studium begonnen. Das wenige, was ich brauchte, verdiente ich mit dem Ausfahren von Fleisch an die jüdischen Metzger in Williamsburg und Staten Island. Zumindest erzählte ich das meinen Eltern, wenn sie wissen wollten, wie ich meine Zeit verbrachte, und es war nicht gelogen.

Die Wahrheit war es aber auch nicht. Die Wahrheit war: Ich trieb mich mit der Kamera, die mein Bruder mir vererbt hatte, in der Stadt herum, tagsüber in den Straßen von Brooklyn und nachts in den Clubs und Bars südlich der Houston Street, knipste hier die Transvestiten vor den Kellereingängen auf der Greenwich Lane, da die Hände eines rauchenden Partypärchens, dort die Wäsche, die zwischen den Dächern flatterte. Ich lief und schaute. Und suchte nach Mädchen.

Mein Job zwang mich früh aus dem Bett, im Morgengrauen fuhr ich für zwei Stunden die Läden ab und kehrte mit einem leeren Lieferwagen und ein paar Scheinen in der Tasche vor neun zum Großhändler zurück. Danach gehörte der Tag mir und meiner Rolleiflex. Ich wanderte durch die Straßen und verschwendete mein Leben, als wäre ich unsterblich. Weit nach Mitternacht schlich ich mich ohne Reue in meine Höhle am East River, fiel ins Bett und träumte davon, eines der Mädchen, die im Laufe des Tages meinen Weg gekreuzt hatten, im Arm zu halten. Wir schrieben das Jahr 1969, der Mond stand im siebten Haus, ich war zwanzig und bekam eindeutig zu wenig Schlaf.

 

Sie war das definitive Mädchen, wie man so sagt. Keiner sagt das so, auch damals nicht, aber für mich war sie es an diesem Tag, und dieser Tag war alles, was ich hatte. Sie war es definitiv, endgültig und absolut. Sie kreuzte meinen Weg eines Frühsommermorgens auf der Flatbush Avenue hinter dem Prospect Park. Aus der Finsternis eines Subway-Eingangs war sie emporgestiegen, und nun ging sie vor mir her, rotblonde Locken, Lederjacke und ein veilchenblauer Rock, sah aus wie eine Göttin aus dem Modekatalog. Ich schätzte sie etwa drei Jahre älter, aber ich hatte mir vorgenommen, dass mich das nicht kümmern würde. Sie war auch kein Mädchen mehr, sondern eine erwachsene Frau, erwachsener zumindest, als ich es war. Studierte vielleicht im letzten Semester Kunstgeschichte, hatte einen Bildband über Caravaggio in ihrem Rucksack und jobbte irgendwo in einem Café. Aber sie war es, definitiv, ich wusste es, und ich folgte ihr. Dieser Tag durfte nicht enden, solange ich nicht entweder ein Foto oder einen Kuss von ihr hatte. Oder beides.

Ihr Weg führte uns durch den schattigen Junimorgen und durch halb Brooklyn, vorbei an den Hare-Krishna-Jüngern und den Obdachlosen vom Atlantic Terminal, bis sie schließlich, als wartete sie auf jemanden, vor einem Diner stehen blieb, sich die Haare im Spiegel des Schaufensters richtete und eintrat. Ich kannte den Laden. Hier hatte ich freitags meine versiegelte Lohntüte hingetragen, wenn es brechend voll war, weil die Dockarbeiter den gleichen Gedanken hatten und die gefüllten Tacos für einen halben Dollar zu haben waren. Aber zu dieser frühen Stunde war nicht viel los. Im Innern empfing mich eine selbstzufriedene Trägheit inmitten von schwebenden Staubkörnern, auf den Tischen lag goldenes Licht, und in der Luft hing noch immer der Geruch vom Bier und Rauch der letzten Nacht. Ein alter Mann saß mit einer Zeitung in der Ecke und trank Tee, ein schwarzes Pärchen in der Mitte übertönte mit seiner Unterhaltung und dem Klicken der Billardkugeln die Musik, und am Tresen blickte Pedro, ein junger Latino mit zierlichem Schnurrbart, etwas gelangweilt mein definitives Mädchen an. Sie hatte sich an einen kleinen Tisch am Fenster gesetzt, ein Buch aus ihrem Rucksack gezogen und im Licht des Morgens, das auf das Kupferrot ihrer Haare und das Elfenbeinweiß ihres Gesichts fiel, zu lesen begonnen. Für einen Moment stand ich verloren in der Mitte des Raums, war fehl am Platz, weil ich hier doch eigentlich nichts zu suchen hatte, nichts Ehrbares jedenfalls, sondern ein Gespräch mit einem fremden Mädchen, einen Kuss und eine Nacht mit ihr. Aber ich hatte an meinem Geburtstag einen Schwur abgelegt: von jetzt an kein Feigling mehr zu sein. Von jetzt an keine Rücksicht auf Verluste zu nehmen. Wild leben wollte ich, wild und unersättlich.

Daran erinnerte ich mich jetzt, und da offenbar keiner Notiz von mir nahm, fasste ich mir ein Herz, löste mich aus meiner Starre, legte die Kamera auf den Tisch neben dem Mädchen und nahm Platz. Von hier aus konnte ich sie beobachten und, wenn die Zeit reif war, ein Wort an sie richten. Mädchen ansprechen ist wie Fotografieren, auf den entscheidenden Augenblick kommt es an. In der Zwischenzeit versuchte ich, den Titel ihres Buches zu erkennen, vielleicht hatte ich es ja gelesen oder konnte wenigstens so tun. Doch im gleichen Moment trat Pedro vor sie hin, nahm ihre Bestellung entgegen und schlurfte wieder hinter seinen Tresen zurück, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Ich bewunderte die Gelassenheit, die er trotz der Anwesenheit dieser Göttin an den Tag legte. Während die Müdigkeit des Morgens Oberhand über seine männlichen Regungen behielt, wurde ich immer unruhiger, je näher der passende Moment zu kommen schien und je öfter ich darüber nachdachte, wie ich sie bloß ansprechen sollte.

Die Erregung lähmte mich. Ich konnte meine Augen nicht abwenden von ihr, von diesem überwältigenden Wesen mit den zu strahlenden Augen und den zu langen Wimpern – anstarren musste ich sie, wie sie selbstvergessen vor sich hin blickte, eine Schauspielerin aus einem Antonioni-Streifen. Als Pedro ihr fünf Minuten später einen Kaffee hinstellte, hatte ich noch immer nicht gewagt, auch nur ein Wort an sie zu richten. Jetzt, da er vor mir stand, bestellte ich stotternd das Erstbeste, was mir in den Sinn kam. Um zehn Uhr morgens hatte ich in dem Bemühen, cool und lässig zu klingen, mit heiserer Stimme ein Bier bestellt. Ich hatte weder den Titel ihres Buches ausmachen noch irgendwelche anderen Details erkennen können, die es mir erlaubt hätten, ein zwangloses Gespräch mit ihr zu beginnen – ein unverdächtiges und harmloses Gespräch, wie es Männer und Frauen an so vielen Orten dieser Erde führen. Eines, für das man weder gesteinigt noch öffentlich geächtet wird. Warum bist du bloß so ein Feigling, Jonathan, trotz all deiner Schwüre und guten Vorsätze zum neuen Lebensjahr?

Während ich mich dies fragte, war ein Mann vor ihren Tisch getreten. Er musste sie angesprochen haben, denn sie sah zu ihm empor, lächelte und schlug das Buch zu. Ich vermutete, dass er irgendwo in einer dunklen Ecke gesessen hatte, außerhalb meines Blickfelds. Jetzt näherte er sich dem Mädchen bis auf wenige Schritte und wechselte ein paar Worte mit ihr, doch so leise, dass ich nichts verstand. Erst hatte ich angenommen, dass die beiden einander kannten, dann aber schnell einsehen müssen, dass er ihr ebenso fremd war wie ich. Die Schnelligkeit, mit der dieser Mann, ein hochgewachsener Jude Ende vierzig im weißen Hemd mit steifem Kragen, so etwas wie Vertrautheit zwischen ihnen aufgebaut hatte, verblüffte mich, denn sie lächelte erneut, sagte etwas und ließ mit einem Blinzeln zu, dass er ihr gegenüber Platz nahm.

Seine nächsten Worte verstand ich. Sie waren so laut und klar gesprochen, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe.

»Und wenn wir auch die ganze Welt bereisen, um das Schöne zu finden – wir finden es nur, wenn wir es in uns tragen.«

Dies sprach er in einem Singsang, dass ich annahm, er rezitiere einen Vers aus irgendeinem Gedicht. Das Mädchen lachte laut auf, strich sich mit zwei Fingern eine Strähne aus der Stirn und dann mit dem Handrücken über das Buch vor ihr.

»Haben Sie es gelesen?«, fragte sie.

»Gelesen?« Er nahm das Buch, befühlte den recht zerschlissenen Leineneinband, sonnengelb mit grünem Lesebändchen, und hob es auf seine Handflächen, als wäre es ein kleines Tier, das dort in seiner Obhut schlummerte. »Ich habe es geschrieben.«

»Dann sind Sie also Ralph Waldo Emerson?« Sie lachte. »Sehr erfreut, Sir. Ich dachte, Sie wären längst tot?«

»So könnte man sagen«, antwortete er. »Aber nennen Sie mich ruhig Ralph.«

Sie schlug die Augen nieder und schmunzelte, während Mr Emerson das Buch betrachtete und, die Geste des Mädchens von eben wiederholend, mit den Fingerkuppen sanft über den Einband fuhr. Jetzt, da er es in der Hand hielt, konnte ich endlich den Titel erkennen.

 

R. W. Emerson. Natur

 

Dann sprach er wieder. Etwas an seiner Stimme störte mich, doch ich konnte nicht sagen, was es war.

»Das ist eine schöne Ausgabe, die Sie da haben. So was bekommt man nicht an jeder Ecke.«

Eine Pause entstand, in der mein Mädchen die Augen niederschlug. Mir war nicht klar, was an dem Buch so kostbar sein sollte, gern hätte ich es näher betrachtet, um mitreden zu können, doch ich musste aufpassen, dass mein Starren nicht zu auffällig würde. Das schwarze Pärchen am Billardtisch musste meine Neugier mitbekommen haben und tuschelte bestimmt schon über mich.

Schließlich sagte sie: »Ein Geschenk meines Vaters.«

Der Mann zog das Buch nah an sein Gesicht heran. Er schien daran zu riechen, seinen Duft einzuatmen, mit geschlossenen Augen, als lägen alle Geheimnisse der Welt zwischen diesen beiden Deckeln verborgen. Dann fuhr er mit der Handinnenseite behutsam über den Rücken, senkte den Kopf und sagte: »Ein großartiges Buch.«

Ich hörte das Mädchen auf dem Stuhl hin und her rutschen, als wäre sie plötzlich von irgendetwas erregt. Ich hatte nun all meine Scheu vergessen, stierte wie ein Idiot hinüber und sah ihren Blick vom Buch in den Händen des fremden Mannes zu seinen Augen wandern.

»Ich trage es immer bei mir.«

Das Lächeln war aus ihrem Gesicht verschwunden.

»Ich habe auch eine Ausgabe davon zu Hause«, sagte der Mann beinahe flüsternd, aber gerade laut genug, dass ich ihn verstand. Er schien auf ihre Unruhe einzugehen, sie mit seinen Worten beruhigen zu wollen. »Der Erstdruck der Essays. Ein prunkvoller Band aus Concorde, den Emerson womöglich selbst einmal in Händen gehalten hat. Er ist schon etwas älter, aber das sieht man ihm nicht an. Willst du ihn sehen?«

Mit diesen Worten erhob er sich, ohne ihr das Buch zurückzugeben, und sie ließ es zu. Für einen Moment dachte ich, er würde vor ihr auf die Knie gehen und ihr einen Antrag machen, doch er blieb aufrecht stehen und sah sie an, und nach drei endlosen Sekunden stand auch sie auf, nahm Jacke und Rucksack, folgte Mr Emerson, ohne sich noch einmal umzusehen, und verließ mit ihm den Diner.

War ich wütend oder begeistert? Ich weiß es nicht mehr, und vielleicht wusste ich es damals auch nicht. Nicht nur, dass er mir mit einem billigen Zaubertrick das definitive Mädchen weggeschnappt hatte, ohne mich überhaupt eines Blickes zu würdigen; nicht nur, dass sie mit einer Bereitwilligkeit auf ihn eingegangen war, als wäre sie an diesem Morgen allein zu diesem Zweck hierhergekommen; nicht nur, dass er so alt war wie sie und ich zusammen und unser Vater hätte sein können – was mich am meisten verwirrte, war die Tatsache, dass dieser Mr Emerson mein Mädchen nicht ein einziges Mal berührt hatte, nicht an der Schulter, nicht am Rücken, nicht an der Hand, und dass sie trotzdem, wie von einem unsichtbaren Faden gezogen, mit ihm mitgegangen war.

Ich trank mein Bier aus. Das Billard-Pärchen war verstummt und stand unschlüssig da, der Mann mit der Zeitung döste vor sich hin. Pedro räumte die Tische ab und sah mir grinsend hinterher, als ich meine Kamera schnappte, die Tür aufstieß und ins Freie trat.

 

2

Das New York dieser Tage und der junge Mann, der eine Kamera um den Hals sowie meinen Namen trug – beides existiert nicht mehr. An mir ist jetzt kein Haar, keine Hautzelle, die ihm gehörten, und auch die Stadt, durch deren Straßen er lief, ist so lang schon verschwunden, dass es nicht einmal den alten Bildern gelingt, sie herbeizurufen. Wenn ich die Fotos betrachte, die man mir zugeschickt hat und die jetzt wieder vor mir liegen, finde ich auf ihnen keinerlei Hinweis darauf, wie das Leben damals wirklich war. Die Bürgersteige, die Autos, die lärmenden Kinder mit ihrem Springseil, der Sonnenaufgang überm Pier 1, die Straßen mit den Zigeunercafés, die Katzen, die sich bei Einbruch der Dunkelheit in den Hinterhöfen versammeln, die schlaffen Arme der älteren Männer in ihren Unterhemden, die letzten Hippies vom Bridge Park – all das, was ich einst festgehalten habe, erscheint mir heute falsch und nachgemacht, wie gekünstelt und affektiert, als hätte sich mit dem Staub auch eine Schicht Nostalgiekitsch auf das Fotopapier gelegt. Auch von den Einzelheiten des Hauses in der Willow Street, vor dem ich an diesem Tag im Juni ’69 zum ersten Mal stand, habe ich andere in Erinnerung als die, die das Foto mir zeigt. Ich erinnere mich nicht an den kleinblättrigen Efeu, der an den Seiten des Portikus aus dicken Steinvasen emporrankt und bis zum zweiten Stock hinauf die gesamte Fassade verdeckt, nicht an die Fensternischen mit ihren sechsgeteilten Scheiben, so schmal und hoch wie Schießscharten, die die Front wie eine Festung wirken lassen, kaum an die drei georgianischen Giebel aus rotem Ziegel, von denen die beiden kleinen den Dachfirst bilden und der große, von schlichten Säulen getragen, über dem Hauseingang prangt. Ich erinnere mich nicht.

Und das, obwohl ich seit dem Tag, mit dem ich diese Aufzeichnungen beginnen muss, so oft vor seinem Haus stand wie vor keinem anderen in meinem Leben. Wie kommt das? Sind die Bilder schlecht gemacht? Wollen sie mich betrügen mit ihren seltsamen Blickwinkeln, mit ihren Stockflecken und ihrer schwarz-weißen Patina? Oder hat sich mit den Jahren etwas vor meine Erinnerung geschoben, das Bild eines Traums, so unmerklich, dass es mich an diesen unbestechlichen Zeugen der Vergangenheit zweifeln lässt? Bin in Wahrheit ich es, auf den sich eine Schicht Nostalgiekitsch gelegt hat?

Aber ich erinnere mich ja. Ich erinnere mich an die Stille, die herrschte, wenn man vor den fünf Stufen stand, die zur Pforte hinauf und unter den Vorbau führten. Das gesamte Gebäude war nämlich, als eines der wenigen in diesem Abschnitt der Willow Street, vom Bürgersteig aus einige Meter nach hinten versetzt, sodass sich zwischen den Mauern der Nebenhäuser eine Art Hof ergab, den der Besucher zu queren hatte, bevor er die Stufen zu den Ebenholzflügeln des Eingangstors ersteigen konnte. Noch heute habe ich den Geruch in der Nase, der mich im Schatten des kopfsteingepflasterten Hofs an diesem Tag und allen weiteren empfing, ein Duft von feuchter Kühle, ein modriger Hauch, den die alten Efeuranken und die klammen, seit je vom Sonnenlicht unberührten Backsteine ausströmten. Ich erinnere mich an das Gefühl der Kälte in meiner Hand, als ich das gusseiserne Geländer der Vortreppe umklammert hielt, wie um mich am Umkehren zu hindern, und an die Glätte des Torknaufs, den ich zögernd drehte, bevor mir schließlich bewusst wurde, dass es von nun an keinen Weg zurück gab.

Dies war das Haus, in das der Jude aus dem Diner mein Mädchen entführt hatte. Ich war ihnen bis in diese Straße gefolgt, hatte gesehen, wie sie ins Dunkel des Hofes eingebogen waren, und von hier aus gab es keine andere Möglichkeit, als dass sie zusammen das Treppenhaus betreten hatten, in dem ich jetzt, nicht einmal fünf Minuten später, einsam und zögerlich stand.

 

Später, in Israel, habe ich noch oft an dieses Stadthaus da oben in Brooklyn Heights gedacht. Ich habe von ihm geträumt, von seiner Lage auf der Klippe über der New York Bay, von den bernsteinfarbenen Handläufen der Treppen, von seinen hohen Decken und dem marmornen Kamin, als wäre es ein menschliches Wesen, das mit mir noch eine Rechnung offen hatte. Ich habe mir seine Proportionen, den Geruch und die Kühle, die in mich drang, vorgestellt und geschaudert, ohne mir darüber Rechenschaft abzulegen, ob mein Schaudern nur der Erinnerung an die Überreizung geschuldet war, die meine unerfahrenen Nerven in jenem Sommer, von diesem Junitag an, hatten erleiden müssen, oder ob ich schauderte, weil ich langsam zu ahnen begann. Doch zugleich bereitete es mir Lust, daran zu denken und zu erzittern. Irgendwann spürte ich dieses Verlangen, all das wieder zurückzuholen und mich zu gruseln vor lauter … ja, wovor? Warum die Erinnerung mich stets in diesen Zustand der ängstlichen Gier versetzte, darüber machte ich mir lange Zeit keine Gedanken, und ich kann es mir auch heute, da ich in einer völlig anderen Ecke der Welt sitze und Fotos aus einem vergessenen Leben in der Hand halte, nicht erklären. Vielleicht ist es, weil ich noch immer nicht weiß, wer der Mensch, der dort im obersten Stockwerk wohnte, wirklich war.

Und so kommt mir die Erinnerung an das Haus und seinen Bewohner manchmal vor wie die früheste Erinnerung aus meiner Kindheit. Die blinden Scheiben der Fenster, ungeputzt wie die Gläser einer uralten Brille, die Blätter des Efeus und der Zeitung vom Vorabend, die auf dem Pflaster liegen und unter meinen Schritten knirschen, das bleifarbene Licht, das träge in den Hof fällt. Ich sehe mich auf der Treppe vor dem Eingangstor stehen, Tag für Tag, mit einem Bündel Bücher unter dem Arm oder einem Mädchen an der Hand, sehe ihn, wie er da oben im Salon sitzt, rieche den Rauch der Zigarren und den Duft des Leders, höre seine Stimme mir ein hundertstes Mal zuflüstern.

Mein Kopf spielt mir Streiche. Ich erinnere mich daran, dass mein Bruder mir beibrachte, wie man einen Football wirft, ich war sechs, doch es kommt mir vor, als wäre es viele Jahre nach meiner Begegnung mit diesem Mr Emerson geschehen. Ich weiß nichts mehr vom Tag meiner zweiten Hochzeit, obwohl ich ihn erst vor ein paar Jahren und höchstens zwanzig Meilen entfernt von hier verbrachte. Doch ich weiß noch, als wäre dieser erste Tag meines bewussten Lebens gestern gewesen, dass ich zitterte, als ich den Knauf drehte und zum ersten Mal in die Halle eintrat, deren Kühle den jungen Besucher so oft noch empfangen sollte.

 

3

»Du musst Johnny sein.«

Ich weiß nicht mehr, was ich antwortete, als mein definitives Mädchen vor mir stand und mich bei einem Namen nannte, der nicht meiner war. Niemand nannte mich Johnny damals, meine Eltern riefen mich Jonathan, und wenn es ernst wurde, sprach mein Vater es deutsch aus, und mein Bruder sagte nur »Kleiner« zu mir.

»Ich bin Gretchen.« Sie lächelte und gab mir die Hand.

Ich hatte nicht geklopft, hatte nicht einmal ein vernehmbares Geräusch gemacht, war einfach nur vor der einzigen Tür im letzten Stockwerk stehen geblieben und hatte geatmet. Sie stand angelehnt offen, sodass ich, wie betäubt in der Dunkelheit wartend, einen schwachen Streifen Licht sehen und Stimmen hören konnte. In den unteren beiden Etagen war ich an schwarzlackierten Türen vorbeigekommen, keine Schilder, keine Namen, Wohnungen ohne Klingeln, ohne Fußmatten. Kein Zeichen menschlichen Lebens hatte mich dort empfangen, sodass meine Neugier mich wie ein Raubtier weiter hoch getrieben hatte, bis ganz nach oben, wo ich nun lauschend auf dem letzten Treppenabsatz verharrte.

Ein Mann sprach, dann eine Frau. Ein Mädchen vielleicht. Das Mädchen. Eine Pause entstand, ich regte mich nicht. Ich spürte mein Herz gegen den Atem ankämpfen. Dann ging die Tür auf, und vor mir stand sie, mit ihren hohen Wangenknochen und dem kupferfarbenen Haar, lächelte und führte mich hinein.

Vor Aufregung brachte ich nichts anderes heraus als ein zögerliches »Kennen wir uns?«.

Doch sie ging schon vor mir her, den langen Flur entlang. Ich sah die Bücher in den Regalen rechts und links, die bis zur Decke reichten, und dann die Linien ihres Körpers. Ihre Schultern, ihre Hüften, ihren Hintern. Der Flur, der schmal und schattig war und erst auf den letzten Schritten ein wenig breiter wurde, kam mir vor wie der Eingang in ein Bergwerk. Mit einem Mal schossen mir Gedanken durch den Kopf, die ich vielleicht schon früher hätte haben sollen: Wie war ich hergekommen? Was wollte ich hier? Warum hatten die beiden mich erwartet? Hatten sie mich im Treppenhaus gehört? Hatten sie meine Verfolgung bemerkt? War ich ihnen etwa schon im Diner aufgefallen?

Und noch während ich dies dachte, traf mich die Erkenntnis, dass es zum Umkehren zu spät und alles Fragen sinnlos war.

 

»Du musst an deiner Unpünktlichkeit arbeiten, wenn du ein wahrer Künstler werden willst.«

Seine Stimme war das Erste, womit er sich zu erkennen gab. Die tiefe, kehlige Stimme des Juden aus dem Diner, ich hörte sie aus der Mitte des weiten Zimmers erklingen, in das Gretchen mich geführt hatte. Ein schwacher Schimmer rötlichen Lichts drang durch die mit schweren Filzvorhängen versehenen Fenster herein und reichte gerade hin, die größeren Gegenstände des Raumes erkennbar zu machen. Es war eher ein Salon, ein übergroßes Bibliotheks- und Studierzimmer mit einer in Marmor gefassten Feuerstelle, an drei Seiten von deckenhohen Bücherschränken gesäumt. Rechts stand eine Staffelei mit Leinwand, links ein Klavier aus Eichenholz. Vor den Fenstern ein altmodischer Mahagonischreibtisch, ein Sessel und zwei längliche, mit Kissen versehene Diwane, auf deren linkem unser Gastgeber mehr lag als saß. Die Wohnung nahm wohl das gesamte Stockwerk ein, wahrscheinlich war hier irgendwann aus drei Apartments ein einziges gemacht worden.

Wieder störte mich etwas an seiner Stimme, als sei sie falsch, nicht seine eigene. Gretchen setzte sich auf einen der beiden Sessel, zu ihren Füßen der Rucksack, und lächelte angesichts meiner Hilflosigkeit. Entweder wollten die beiden mich auf den Arm nehmen, oder hier lag eine Verwechslung vor, die aufzulösen nicht allein meine Sache war. Zwischen Gretchens Platz und dem rechten Diwan lagen zwei Bücher auf einem niedrigen Tischchen; am sonnengelben Umschlag des einen erkannte ich Emersons Natur wieder – im anderen, ein schwerer Lederband, vermutete ich die aufsehenerregende Ausgabe von 1838, die aus Concorde, die Emerson selbst in der Hand gehalten und die mich heute gelehrt hatte, dass man auch mit alten Büchern junge Frauen verführen konnte.

Der Hausherr hatte sich bislang nicht bewegt, sodass ich mich nach ein paar Sekunden Stille gezwungen fühlte, den ersten Schritt zu tun. Ich trat auf ihn zu und war im Begriff, ihm die Hand zu reichen, da schnellte er mit einer Behändigkeit, die ich ihm nicht zugetraut hatte, vom Diwan empor, machte einen Satz auf mich zu, sodass ich zurückwich, und verbeugte sich mit vor der Brust zusammengelegten Händen. Ich konnte nicht anders, als seinen Gruß zu erwidern. Die Hände gefaltet, blieb ich stehen, während er sich von mir und Gretchen abwandte und ans Fenster trat.

»Ich denke, für heute reichen ein paar Porträtaufnahmen. Den Körper machen wir später.«

Wir schwiegen. Ich sah Gretchen an, die ich beinahe vergessen hatte. Wie wunderschön sie war. Die Dunkelheit umspielte sie wie einen Edelstein, der noch das spärlichste Licht einfängt und verstärkt und eine ganze Höhle damit ausleuchtet. Mr Emerson hatte einen der Vorhänge zur Seite geschoben, sodass ein Spalt Tageslicht auf die Bücherwände fiel, und etwas Unverständliches gemurmelt. Jetzt drehte er sich zu uns um, während hinter ihm der Stoff wieder vor das Fenster schwang. Er nickte zur Kamera um meinen Hals und durchschritt den Raum bis zu einer von Bücherschränken gerahmten französischen Tür.

»Im Atelier ist das Licht um diese Tageszeit besser.«

Ich verstand, oder vielmehr: Ich hoffte zu verstehen. Er hatte den linken Flügel der Tür mit einem Fauststoß geöffnet, ich erhaschte einen Blick in das lichtdurchflutete, bis auf ein großes Bett leere Zimmer dahinter, er öffnete auch den zweiten Flügel und blieb im Rahmen stehen. Als nun auch Gretchen sich aufmachte und an ihm vorbei ins Helle trat, war ich mir sicher, dass es sich um einen Irrtum handelte – einen Irrtum allerdings, den ich beim Schopfe zu packen hatte. Was immer hier vor sich ging und was immer geschehen würde, ich befand mich schließlich mit dem definitiven Mädchen in ein und demselben Haus, war von ihr angesprochen worden, hatte ihren Namen erfahren und war – wenn es auch kaum mein Verdienst war – im Begriff, Fotos von ihr zu machen. Mein neues Leben begann vielversprechend.

 

Die gleißenden Sonnenstrahlen im Atelier ließen mich die Lider zukneifen. Sie schienen auf das schneeweiße Bett in der Mitte und wurden von den vier Messingknäufen an seinen Ecken reflektiert. Wände und Decke, selbst die Balken über den Fenstern waren hell gestrichen, nur die Bodendielen schimmerten eisgrau. Während unser Gastgeber im Türrahmen stehen blieb, betrat ich den schlichten Raum und rätselte, was genau die Bezeichnung »Atelier« hätte rechtfertigen können; es erschien mir mehr wie ein unfertig eingerichtetes Schlafzimmer.

Gretchen ließ sich an der Kante der Matratze nieder, saß mit übergeschlagenen Beinen auf der weißen Decke, nahm Platz inmitten des Lichtkegels, der die Häuser und Straßen von ganz Brooklyn zu erleuchten schien, nahm Platz in diesem Heiligenschein, präsentierte ihr Perlenlächeln und strahlte mit der Sonne um die Wette. Und gewann.

Ich befürchtete, die zwei Dutzend Fotos, die ich von ihr machte, würden hoffnungslos überbelichtet und verwackelt zugleich sein, so hell strahlte ihre Schönheit und so sehr zitterte ich, während ich meinem spontanen Auftrag nachkam und der schweigende Mr Emerson uns beiden vom Türsturz aus zusah.

Sie wusste genau, wie sie fotografiert werden wollte, sie benötigte keine Anweisungen. Das war nicht ihr erstes Mal. Sie rückte ihr Gesicht ins beste Licht, mal schaute sie in die Linse, lächelte ihr zu oder sah sie nachdenklich an, mal blickte sie verträumt unter ihren langen Wimpern hervor und aus dem Fenster, mal biss sie sich auf die halbe Unterlippe wie von Selbstzweifeln geplagt, dann wieder öffnete sie die Lippen so, als würde der Lufthauch einen unsichtbaren Schmerz stillen, mal hob sie den Brustkorb, mal ließ sie die Schultern sinken, mal fuhr sie sich mit den Fingern durchs Haar. Sie wusste, wie es ging, wusste, wie schön sie war, und offenbar wusste sie auch, wann ein Film zu Ende war; denn mit dem letzten Klicken stand sie auf, strich sich über den Rock und bedankte sich bei mir mit einem Kuss auf die Wange. Die Kamera glitt mir aus den Händen, und ich konnte sie gerade noch vor dem Aufprall auf den Dielen retten. Gretchen hatte das Atelier verlassen.

»Wenn du willst, können wir morgen mit den Sitzungen anfangen.«

Mir wurde erst nach ein paar Sekunden klar, dass er nicht mich, sondern sie gemeint hatte. Ich sah beide im Halbdunkel des Salons stehen und ihr Gesicht aufleuchten, als sie sich zu ihm umdrehte und etwas sagte. Schließlich führte sie die Hände vor der Brust zusammen und verbeugte sich vor ihm. Er legte ebenfalls die Handflächen aneinander und neigte ihr langsam den Kopf zu.

Dann verschwand sie in der Finsternis, ebenso schnell, wie sie vor einer Stunde erst aus der Subway hinter dem Prospect Park in mein Leben getreten war.

Gunnar Kaiser

Über Gunnar Kaiser

Biografie

Gunnar Kaiser, geboren 1976 in Köln, arbeitet als Lehrer für Deutsch und Philosophie. Er betreibt den Blog »Philosophisch leben« und den Youtube-Kanal »KaiserTV«. In renommierten Literaturzeitschriften und in Anthologien veröffentlichte er Kurzgeschichten und Gedichte. Er lebt in Köln.

Veranstaltung
Lesung und Gespräch
Dienstag, 21. August 2018 in Düsseldorf
Zeit:18:00 Uhr
Ort:Zentralbibliothek Düsseldorf,
Bertha-von-Suttner-Platz 1
40227 Düsseldorf
Im Kalender speichern
Lesung und Gespräch
Freitag, 31. August 2018 in Königs Wusterhausen
Zeit:19:00 Uhr
Ort:Stadtbuchhandlung Radwer,
Bahnhofstr. 11
15711 Königs Wusterhausen
Im Kalender speichern
Lesung und Gespräch
Freitag, 12. Oktober 2018 in Fröndenberg/Ruhr
Zeit:19:30 Uhr
Ort:Ratssaal im Stiftsgebäude ,
Kirchplatz 2
58730 Fröndenberg/Ruhr
Im Kalender speichern
Lesung und Gespräch
Freitag, 26. Oktober 2018 in Aalen/Wasseralfingen
Zeit:19:00 Uhr
Ort:Buchhandlung Henne ,
Karlstr. 51
73433 Aalen/Wasseralfingen
Im Kalender speichern

Pressestimmen

Wiener Zeitung (A)

»Der aus Köln stammende Autor, YouTuber und Literaturblogger Gunnar Kaiser (41) hat mit seinem ersten Roman, ›Unter der Haut‹, ein 520 Seiten starkes literarisches Schwergewicht vorgelegt, das bei der Lektüre Erinnerungen an die oberste Klasse von Bestsellererfolgen weckt: Kaisers Buch ist opulent und gelehrt wie Umberto Ecos ›Der Name der Rose‹, von verstörender Schönheit wie Patrick Süskinds ›Das Parfüm‹ und rotzig-trotzig erzählt wie Philip Roths ›Portnoys Beschwerden.‹«

seitenfresserchen.de

»Ein Leseerlebnis, das nachwirkt! Danke Gunnar Kaiser!«

buch-haltung.com

»Der Verlag hat sich nicht lumpen lassen, die Gestaltung des Buchs ist nämlich sehr gelungen. (...) Ein beachtenswerter Erstling, der der Bibliophilie ein Denkmal setzt und der fesselnde Lesestunden beschert!«

facebook.com - Zwischen den Zeilen

»›Unter der Haut‹ ist ein scharfsinniger, mutiger, sprachlich kraftvoller, - in mild dosierter Menge - philosophischer, kurzum: perfekt konstruierter Roman, der sich von den zwischenmenschlichen Beziehungen, von der Sucht der Protagonisten untereinander, sowie von der Intensität der Handlungsabläufe ernährt.«

booksandnotes

»Gunnar Kaiser erschafft ein sprachgewaltiges Konglomerat aus historischen Begebenheiten um den Zweiten Weltkrieg, dem New York der 60er und einem Roman aus Faszination, Besessenheit und Liebe.«

booksterhro.wordpress.com

»Kaisers Debüt ist ein kurzweiliger Krimi – packend geschrieben, anspruchsvoll komponiert.«

WDR 5

»Dem Kölner Debütanten Gunnar Kaiser ist ein Spannungsroman rund um einen bibliophilen Mörder gelungen.«

ichleseduliest.wordpress.com

»Gutes Buch!«

Radio Euroherz

»Ein tolles, intensives Buch, das mich durchaus auch an ›Das Parfum‹ von Patrick Süskind erinnert.«

kultura-extra.de

»Ein Pageturner und zugleich ein Bildungsroman im besten Sinne.«

yannickdressen.de

»Gunnar Kaiser ist ein besessener Erzähler, der mit ›Unter der Haut‹ ein grandioses Debüt abgeliefert hat, tiefsinnig und philosophisch, zugleich spannend und unterhaltsam.«

Kölner Stadt-Anzeiger

»›Unter der Haut‹ ist Gunnar Kaisers beachtliches Erstlingswerk. Der Debütant beherrscht das literarische Handwerk mit verblüffender Souveränität. Hier sitzt jeder Satz. Und hier passt jedes Bild. Zudem verfügt Gunnar Kaiser über eine ausgesprochen feine Beobachtungsgabe. Vor allem aber ist dieser Autor ein poetischer Erzähler, sofern mit diesem Wort gemeint ist, dass die vielen kleinen Episoden des Romangewebes stets auch interpretative Spielräume erzeugen.«

Berliner Zeitung

»In vielerlei Hinsicht ist Gunnar Kaisers Debüt so gut, dass man der eigenen Wahrnehmung nicht mehr vertraut.«

kaffeehaussitzer.de

»Stilistisch ein großer Lesegenuß ist das Buch auf eine entspannte Art und Weise intellektuell, die Geschichte wird in einer wunderbaren Ausführlichkeit erzählt, die nie die Grenze der Langatmigkeit überschreitet.«

wildeseiten.wordpress.com

»Neben der tollen Erzählweise & der galanten Szenen, entfaltet sich bei mystischer und aufgeladener Atmosphäre, wie nebenbei eine aufmerksame und spannende Liebeserklärung an das Buch & die Literatur, die sich gewaschen hat. Hierbei sei auch die tolle Aufmachung des Buches und die gute Gestaltung des Covers und des Buchdeckels, der sich unter dem Schutzumschlag befindet, erwähnt.«

Welt am Sonntag

»Ein Buch, das schier explodiert vor Büchern, Sinnlichkeit, Sucht, Verbrechen, Geschichte und Geschichten. Gunnar Kaisers Debüt ›Unter der Haut‹ ist mörderischer Thriller, Coming-of-Age-Roman, Zeitreise, eine tiefe Verneigung vor bedrucktem Papier und nichts für schwache Gemüter.«

BuchMarkt

»(…) und das in einer Sprache, die mich direkt auf der ersten Seite gekriegt hat.« Cornelia Camen

DONNA

» (…) eine klasse Mischung aus Coming-of-Age-Story und Krimi.«

Kommentare zum Buch

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden