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TodesmondTodesmond

Todesmond

Thriller

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Todesmond — Inhalt

Caitlin ist spurlos verschwunden. Dabei wollte sie doch nur in den Ferien nach Hause fahren, nach Irland. Ihre beste Freundin schlägt zunächst vergeblich Alarm. Erst Brook und sein Partner Noble hören genauer hin, denn es gibt ähnlich gelagerte Fälle. Stets geht es um katholische junge Mädchen, meist aus Irland oder Polen, alle sind sie wie vom Erdboden verschluckt. Die Detectives beginnen sich in der zwielichtigen Welt der Billiglohnarbeit umzuhören, als man eine weibliche Leiche findet. Es ist nicht Caitlin, aber die Suche nach ihr ist nun dringlicher denn je ...

Erschienen am 01.12.2016
Übersetzer: Elvira Willems
480 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-8333-1069-0
Erschienen am 01.12.2016
Übersetzer: Elvira Willems
480 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-8270-7918-3

Leseprobe zu »Todesmond«

1

20. März

Caitlin kippte den Schnaps hinunter, knallte das Glas auf den Tresen und ließ gegen die brennende Hitze, die sich den Weg in ihren leeren Magen bahnte, eilig einen Schluck eiskaltes Guinness folgen. Sie genoss den ungewohnten Rausch des Alkohols und grinste ihre Freundin an, die das gar nicht gut fand.

»Was?«, schrie sie über den Beat der Band, die auf der Bühne ihren plumpen Rhythmus hämmerte. »Noch einen hier rüber, Jack.« Sie wedelte mit der Hand, damit der Barkeeper ihr leeres Glas auffüllte.

Er zögerte kurz, um ihren Zustand [...]

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1

20. März

Caitlin kippte den Schnaps hinunter, knallte das Glas auf den Tresen und ließ gegen die brennende Hitze, die sich den Weg in ihren leeren Magen bahnte, eilig einen Schluck eiskaltes Guinness folgen. Sie genoss den ungewohnten Rausch des Alkohols und grinste ihre Freundin an, die das gar nicht gut fand.

»Was?«, schrie sie über den Beat der Band, die auf der Bühne ihren plumpen Rhythmus hämmerte. »Noch einen hier rüber, Jack.« Sie wedelte mit der Hand, damit der Barkeeper ihr leeres Glas auffüllte.

Er zögerte kurz, um ihren Zustand einzuschätzen, schnappte sich dann das Glas, um es aufzufüllen, und zeigte auf das Namensschild auf seiner Hemdbrust. »Wenn du das hier lesen kannst, kriegst du noch einen.«

Kurzsichtig linste Caitlin auf das Schild. »Jake.« Der Barkeeper nickte und ging mit ihrem Glas zu den Portionierern.

»Du haust heute aber ganz schön rein, Kitty«, zischte Laurie.

»Ich feier«, lallte Caitlin.

»Grund zum Feiern?«

»Ich bin Irin«, versetzte Caitlin kichernd. »Ich hab den St. Patrick’s Day verpasst; klar hab ich was nachzuholen.«

»Du weißt, was ich meine.«

Caitlin seufzte. »Laurie, es ist Freitagabend, und ich trink was. Morgen fahr ich heim nach Belfast. Und dann muss ich mir drei Wochen keine Lektionen anhören, weder an der Uni noch deine.«

»Du willst nicht drüber reden.« Laurie nickte. »Das versteh ich. Aber mir machst du nichts vor.«

»Das heißt?«

»Das heißt, dass ich weiß, was es dich gekostet hat«, antwortete Laurie und sah ihrer Freundin tief in die Augen. »Wenn du also darüber reden willst, bin ich da.«

Caitlin senkte den Blick zu Boden, um nach den richtigen Worten zu suchen, doch das hätte sie besser nicht getan. Sie hatte in der düsteren Kneipe Mühe, Lauries Gesicht wiederzufinden. »Also, das ist durch. Mir geht’s großartig …«

»Aber du …«

»Keine Lektionen mehr, okay?« Caitlin lächelte. »Ich bin wieder frei, und das will ich feiern.« Sie nahm noch einen kräftigen Schluck Guinness.

Laurie lenkte ein und erwiderte ihr Lächeln. »Okay. Und obendrein hast du rausgefunden, was für ein Scheißkerl Rollo ist.«

»Ich glaub, daran gab’s nie große Zweifel, oder?« Caitlin hickste und hob die Hand an den Mund, denn sie spürte tief im Hals, dass sie sich gleich übergeben musste.

»Geht’s dir gut, Kitty?«

»Besser denn je«, murmelte Caitlin, mehr um sich selbst zu überzeugen. Nein, es ging ihr gar nicht gut. Sie hatte seit Wochen nichts getrunken, und der Alkohol schlug erbarmungslos zu. Der Raum begann zu wanken, und ihr Kopf fühlte sich an, als wippte er auf einem Stock herum.

Plötzlich lullten Lärm und Tumult im Pub Caitlin nicht länger in dunkle Zufriedenheit ein, sondern rückten ihr unangenehm auf den Leib. Einzelheiten traten hervor und kratzten an ihren Nerven – die Musik, das Gedränge, die plötzliche Hitze in ihrer Brust und die Schweißperlen auf ihrer Stirn. Sie knallte das Bierglas auf den Tresen und schob sich durch das Gewühl zum Ausgang. »Toilette«, nuschelte sie noch über die Schulter.

Einen Augenblick später huschte sie hinaus in die kalte Nacht von Derby, und ein erster Schwall Erbrochenes schoss aus ihrem Mund auf den festgetrampelten Schnee auf dem Gehweg. Sie stöhnte vor Ekel auf, stützte die Hände auf die Knie und wartete ab. Sie erbrach sich ein zweites Mal, dann konnte sie sich wieder aufrichten und sich die nassen Augen wischen. Das Gift war raus, und sie fühlte sich gleich besser. Sie atmete ein paarmal tief durch und freute sich nach den Ausdünstungen im Pub über die beißende Winterluft. Es fing sachte an zu schneien, die Flocken warfen einen sanften Schleier über das gewohnte Treiben der Stadt.

Einigermaßen wiederhergestellt, wollte sie die schwarz-weiß gestrichene Tür des Flowerpot wieder aufdrücken, doch vor der Wand von Körpern, die zu der primitiven Musik von der Bühne nickten, zögerte sie einen Augenblick, holte ihr Handy heraus und schrieb Laurie eine SMS.

Mir reicht’s für heute. Mach mich vom Acker. Kommst du mit?

Ihre starken, jungen Beine trugen Caitlin mit flotten Schritten die King Street hinunter. Der Schnee knirschte unter ihren Schritten. Allmählich wich die Kälte aus ihren Knochen. Am Five Lamps bog sie in die Kedleston Road in Richtung Universität. Von da waren es noch rund achthundert Meter bis zu dem kleinen, schäbigen Bungalow, den sie zusammen mit Laurie gemietet hatte. Es war zwar Freitagabend, doch der rieselnde Schnee, der ihr wie ein Vorhang die Sicht nahm, dämpfte auch das Brummen der Stadt. Nur ein auf der A 38 vorbeisausendes Auto und das Summen der Straßenlaternen, die näher kamen und dann wieder hinter ihr zurückblieben, durchdrangen die Stille. Bei so einem Wetter waren nur die ganz Hartgesottenen unterwegs.

Ihr Handy vibrierte. Wo bist du?

Ked. Schon halb zu Hause.

Alles okay?

Auf der Brücke über die A 38 blieb Caitlin stehen und schickte einen Smiley. Sie stützte sich auf das Geländer, um Atem zu schöpfen. Ein weißer Van verlangsamte die Fahrt, als er sich der Brücke näherte, und sie blickte desinteressiert hinüber. Nachdem der Fahrer herausgefunden hatte, welche Straße er nehmen musste, bretterte er an ihr vorbei, dass der Schneematsch an ihre Schienbeine patschte.

»Arschloch!«, rief sie ihm hinterher.

Sie lachte kurz auf, richtete den Blick wieder auf die vierspurige Straße unter ihr und spürte Vorfreude aufglühen. Menschen, die irgendwohin fuhren. Das hob ihre Stimmung. Zum ersten Mal seit Wochen fühlte sie sich ruhig. Morgen würde sie im Zug nach Liverpool sitzen und von dort die Fähre nach Belfast nehmen, um ihre Schwester Mairead zu besuchen. Reisen war gut. Es hatte etwas Tröstliches, gab ihr Zeit zum Nachdenken, Zeit, aus dem Fenster zu sehen oder über das ewige Wasser zu blicken und über ihr Leben zu sinnieren.

Sie richtete sich auf. Ja, sie würde ihr Leben wieder auf die Reihe kriegen. Sie brannte darauf. Noch eine SMS von Laurie.

Tommo ist hier, fahr’n mit dem Taxi zu ihm. Geht’s dir wirklich gut?

Caitlin schickte eine letzte beruhigende Nachricht – Besser denn je – und ging weiter. Sie stapfte durch den knirschenden Schnee und genoss die Einsamkeit und das bleiche Licht des bleifarbenen Himmels. Ihr Blick strich über das Universitätsgebäude, das auf dem Hügel zu ihrer Rechten hoch aufragte, und den im Dunkeln liegenden Markeaton Park zu ihrer Linken.

Knapp hundert Meter weiter drangen plötzlich eine Bewegung und ein Rascheln im Laub, das von unter den Hecken kam, in ihr Bewusstsein.

Was treibt sich denn bei dem Wetter im Park rum? Kann nur ein streunendes Tier sein.

Sie spitzte die Ohren, hörte aber nichts mehr. Kein Bellen, kein Keuchen. »Hier, Junge«, rief sie. Keine Reaktion. Eine Sekunde später schickte sie sich an weiterzugehen, verharrte aber fast sofort mitten in der Bewegung, und ihr Kopf schoss herum, denn aus dem dunklen Park rief eine tiefe Stimme.

»Kit-ty!«

In Schockstarre stierte sie auf die dunkle Stechpalme, aus der die Stimme gekommen war. War das der Umriss einer menschlichen Gestalt da zwischen dem Laub? Schnee fiel ihr in die Augen, und sie blinzelte hektisch, um die Sicht frei zu kriegen. Sie stierte weiter, doch das Einzige, was sie wahrnahm, waren der fallende Schnee, das Klopfen ihres Herzens und die Atemwolken, die aus ihrem Mund aufstiegen.

Der dunkle Schemen in dem Strauch bewegte sich nicht. Wenn es ein Mensch war, dann war er unglaublich reglos. Beschämung machte sich auf ihren Zügen breit, und sie wandte sich ab.

»Guinness und Wodka«, murmelte sie und ging weiter. »Tödliche Mischung.«

»Kit-ty!« Wieder die Stimme, die gedämpft, aber eindringlich nach Aufmerksamkeit verlangte.

Caitlin schoss herum, sämtliche Sinnesorgane in Alarmbereitschaft. Das Herz pochte wild in ihrer Brust, und trotz der frostigen Temperaturen liefen ihre Wangen von der aufsteigenden Hitze rot an. »Wer ist da?«

»Hier, Kitty, Kitty, Kitty.«

Ein Schauder kroch Caitlin den Rücken hinunter, und sie nahm wieder Schritt auf. Nicht laufen! Keine Panik kriegen! Schnell gehen, aber ruhig. Das hatte sie in ihrem Frauenselbstverteidigungskurs gelernt. Selbstkontrolle war das A und O. Einige Perverse geilten sich vor allem an der Angst ihrer Opfer auf.

»Dreh dich nicht um«, sagte sie sich und ging flott weiter, ohne in einen Laufschritt zu fallen. »Da sucht nur jemand seine Katze, mehr nicht.« Doch als sie hinter sich ein Knacken im Unterholz hörte, trabte sie los.

»Kit-ty!« Die Stimme wurde lauter und kam keuchend näher. Sie drehte sich um, doch sie konnte nichts erkennen und lief weiter.

»Verdammt, das ist nicht witzig!«, bellte sie über die Schulter, ohne ihr Tempo zu verlangsamen.

»Kit-ty!«

Caitlin kam schliddernd zum Stehen und drehte sich um. Wer außer ihren Freunden kannte ihren Spitznamen? Sie blickte konzentriert nach hinten und hob eine Hand gegen die Schneeflocken, die ihr die Sicht erschwerten.

»Rollo? Bist du das?« Keine Antwort. Keine Bewegung, nichts zu erkennen. Sie wollte ihren Weg schon fortsetzen, da zeichnete sich durch den weißen Vorhang rund zwanzig Meter von ihr entfernt eine stämmige Gestalt ab, die vollkommen reglos dastand. Hoch aufragend stiegen Atemwolken von ihr auf. »Wenn du das bist, Rollo, dann sag was, du blöder Wichser. Du hast echt Nerven, nach dem, was …«

»Kit-ty!«, rief die Stimme jetzt knurrend, und ihr Name klang wie ein Vorwurf – in der Stimme lag Traurigkeit, aber auch ein Anflug von Hass.

Caitlin wollte weglaufen, doch sie war wie gelähmt und starrte nur durch die wirbelnden Flocken, um einen Hinweis zu erhaschen, wer sie so peinigte. Der Schnee schloss sie ein, schnitt sie von allem ab außer von den fernen Lichtern der Häuser, deren Bewohner es darin sicher und warm hatten. Sie suchte, ob sie zum Trost andere Fußgänger, ein Auto gar erblicken konnte, doch da war niemand, den sie um Hilfe hätte bitten können.

»Himmel, das ist überhaupt nicht witzig. Jetzt echt!«

»Kitty.« Die Stimme war rau und krächzend und verströmte Aggression und Selbstbewusstsein. »Hier, Miez, Miez. Komm zu Vati.«

Endlich wandte sich Caitlin von der Stimme ab und sprintete los, den Blick fest nach vorn gerichtet, während sie die ganze Zeit nach hinten lauschte, ob sie etwas von ihrem Verfolger hörte.

»Hier, Kitty, Kitty, Kitty!«

Wieder kam sie schliddernd zum Stehen. Die Stimme kam jetzt von vorn. Dieselbe Stimme? Nein, eine andere. Höher. Jünger? Ein Junge? Schwer zu sagen. Unmissverständlich war jedoch die Boshaftigkeit, der spöttische Tonfall, der Hohn darin. Sie zögerte, bevor sie sich entschloss, die Straße zu überqueren und zur Universität zu laufen. Als sie sich zurückzog, sah sie vor sich eine zweite Gestalt aus dem Schatten auftauchen und stieß unwillkürlich ein Wimmern aus, drehte sich und lief in die entgegengesetzte Richtung los.

In dem Sekundenbruchteil, den sie noch bei Bewusstsein war, nahm Caitlin die große Gestalt wahr, mit der sie zusammenstieß, sowie ein elektrisches Knistern. Dann schoss auch schon ein brennender Schmerz durch ihren Körper, der ihre Muskeln lähmte. Mit einem Knirschen landete sie im Schnee.

 

2

16. April

Detective Sergeant John Noble ging durch den leichten Regen zurück zu seinem Wagen und fuhr das kurze Stück vom Campus zum Polizeipräsidium am St. Mary’s Wharf. Nachdem er den Wagen geparkt hatte, blieb er noch eine Weile im Dunkeln sitzen und holte seine Zigaretten heraus. Er zog auch sein Notizbuch hervor, um ein paar Fakten durchzugehen, die er von Caitlin Kinnears Exfreund erfahren hatte, der im zweiten Studienjahr war. Er dachte an die Verachtung, die ihm entgegengeschlagen war.

Mit einem Stift schrieb er arroganter Kotzbrocken neben den Namen Roland Davison. Er hätte gern noch etwas Beleidigenderes geschrieben, aber es konnte sein, dass DI Brook seine Notizen zu Gesicht bekam, und dessen Reaktion konnte Noble sich leicht ausmalen. Fluchen ist ein Zeichen für jemanden, der sich nicht unter Kontrolle hat, John, würde er sagen und dann hinzufügen: Wir werden aber dafür bezahlt, dass wir die Kontrolle haben.

»Ich wette, mit Ihrer Selbstbeherrschung wäre es auch nicht weit her gewesen, wenn Sie mit dem …« Noble verharrte mitten im Satz und zündete sich eine Zigarette an. Wenn es je einen Zeitpunkt gegeben hatte, da er Brook brauchte, damit der einen Zeugen in die Schranken verwies, dann heute. Ein paar Züge später hatte Noble sich wieder beruhigt, und er warf seine Kippe weg und ging zu den Rauchglastüren des Präsidiums. Das Nikotin wirkte, und er fühlte sich um einiges ruhiger.

»Mach den Papierkram fertig und reich die Sache an die Polizei in Nordirland weiter. Die sollen sich selbst um ihre Vermissten kümmern«, sagte er sich.

Er drückte die Tür auf und trat ins Licht und in die Wärme. Als er sah, dass DI Frank Ford sich mit Sergeant Hendrickson am Empfangstresen über einen Witz amüsierte, blieb er stehen. Die beiden drehten sich zu ihm um, und ihr Grinsen wurde zu einem spöttischen Feixen. Noble hatte einen harten Tag gehabt und musste nachdenken, er sehnte sich nach der tröstlichen Umgebung seines Büros. Aus Erfahrung wusste er, dass Brook, der sozial inkompetente Außenseiter, solchen Begegnungen tunlichst aus dem Weg ging, doch Noble war fest entschlossen, sich seinen Arbeitsplatz nicht vermiesen zu lassen.

»John«, sagte Ford und begrüßte ihn wie einen verschollen geglaubten Freund.

»Sir«, antwortete Noble und zögerte, um zu sehen, ob einer von Brooks wortreichsten Kritikern außer Beleidigungen sonst noch etwas mitzuteilen hatte.

»Wie ist das Leben ohne den Leierkastenmann?« Ford grinste und warf Hendrickson, dem diensthabenden Sergeant, einen Zustimmung heischenden Blick zu.

Noble lächelte mechanisch. »Nennen Sie mich einen Affen, Sir?«

»Eher einen Laufburschen, würde ich sagen«, versetzte Ford. Darüber musste Hendrickson lachen.

»Stets zu Diensten«, erwiderte Noble freundlich. Und da er fand, das war genug des Geplänkels, wandte er sich in Richtung Treppe.

»Jetzt mal im Ernst«, sagte Ford rasch, »wie lange wollen Sie noch zusehen, wie der komische Kauz Ihre Karriere behindert?«

»Sir?«, fragte Noble.

»Beim letzten Mal sind Sie bei der Beförderung zum DI übergangen worden, oder?«

»Zugunsten eines anderen Mitglieds von DI Brooks Team«, erwiderte Noble, dessen höfliches Lächeln mit jeder spitzen Bemerkung von Ford matter wurde. »Sir.«

Ford kniff die Augen zusammen – die Andeutung verstand er durchaus. »Wo ist er? Mal wieder auf Krankenschein?«

Noble starrte Ford und Hendrickson an. Bei ihrem Grinsen drehte sich ihm der Magen um. Ford spielte auf Brooks Nervenzusammenbruch vor über zwanzig Jahren an, als er bei der Met gearbeitet hatte. »Urlaub«, brachte er heraus, doch sein Lächeln war verschwunden. »Am Montag wieder da.«

»Hätt nicht gedacht, dass Brook überhaupt so was wie Urlaub macht.«

»Er nimmt gern eine Woche über Ostern, um in den Peaks zu wandern und die Spinnweben des Winters zu vertreiben.«

»Ehrlich?« Ford nickte, während er sich schon seine nächste spitze Bemerkung zurechtlegte. »Ja, dachte mir immer schon, dass Brook was von einem Streuner hat.« Er ahmte die staksigen Bewegungen eines Zombies nach und zwinkerte Hendrickson zu, der noch einmal lachte.

»Ja«, versetzte Noble und wandte sich zur Treppe. »Er findet, das Gehen hilft ihm beim Denken.« Er griff nach der Türklinke und richtete den Blick auf seine beiden feixenden Kollegen. »Scheint zu funktionieren, wenn man die Zahl der alten Fälle bedenkt, die er im letzten Jahr aufgeklärt hat.«

Er ließ die Tür hinter sich zufallen und eilte die Treppe hinauf. Er brauchte Fords Gesicht nicht zu sehen, um sich über die plötzliche Wut zu amüsieren, die dessen Züge jetzt verzerrte. Dabei hatte er gar nicht hinzufügen müssen: Und die meisten waren von Ihnen!

 

Immer noch grinsend fuhr Noble den Computer hoch, um seine E-Mails zu checken, und schaltete den Wasserkessel ein. Er trank heißen Kaffee und las währenddessen eine Mail zu einem anstehenden Prozess, der auf Montagmorgen verschoben worden war. Er sollte dort eine Aussage machen und notierte sich den Termin im Kalender seines Handys. Damit war an geregelte Arbeit in der nächsten Woche nicht zu denken.

Erfreut stellte er fest, dass auf seine Erkundigungen nach Caitlin Kinnear zwei schnelle Antworten eingegangen waren. Eine Mail von einem DS bei der nordirischen Polizei hatte Caitlins Namen in der Betreffzeile. Die andere, von einem Freund bei der Kripo Mersey, bezog sich schlicht auf Vermisste junge Irin. Noble las beide E-Mails aufmerksam, bevor er sein Notizbuch nahm und eine neue Seite aufblätterte, um sich für den nächsten Morgen eine Checkliste zu machen.

 

● Foto von Univerwaltung

● Bei den Kollegen in Nordirland nachhaken

● Überwachungskameras der Midland Mainline und des Fahrkartenautomaten

● Örtliche Taxiunternehmen

● Freunde/Freundinnen, Profs etc.

● Kneipenpersonal im Flowerpot

● ggf. Grenzkontrolle

 

Nach ein paar weiteren Notizen blätterte er zur vorigen Seite zurück, suchte Roland Davisons Namen, schrieb »Alibi überprüfen« daneben und unterstrich es drei Mal, bevor er seinen Kaffee austrank. Blinzelnd richtete er seine müden Augen auf den Monitor und konnte den Blick nicht mehr davon lösen. Irgendetwas nagte an ihm. »Vermisste junge Irin«, murmelte er und versuchte dahinterzukommen, was genau ihm da eigentlich keine Ruhe ließ. Er wiederholte die Worte noch einmal, rief die landesweite Polizeidatenbank auf, tippte sie in die Suchmaschine und fügte »Derby« hinzu.

 

»Jane«, sagte Noble, indem er die Tür zu DI Gadds Büro aufdrückte.

Eine schlanke Frau in Nobles Alter blickte von ihrem Bildschirm auf. Zuerst lächelte sie und dann gab sie sich vollkommen ratlos. »Verzeihung, wen möchtest du sprechen?«

Noble seufzte. »Detective Inspector Gadd.«

»Inspector Gadd?« Sie grinste ihn an. »Oh, das bin ja ich.«

Noble lachte. »Noch nicht dran gewöhnt?«

»Noch lange nicht. Was kann ich für dich tun?«

»Bernadette Murphy. Ist vor drei Jahren verschwunden. Hat bei ihrer Tante in Darley Abbey gewohnt. Du hast es damals aufgenommen.«

»Hilf mir auf die Sprünge.«

»Eine junge Irin aus Dublin. Hat bei Mr. und Mrs. Finnegan in der Bank View Road gelebt.«

»Ja, jetzt weiß ich’s wieder.« Gadd nickte. »Was ist damit?«

»Ich habe noch eine vermisste junge Irin«, erklärte Noble, der sich ein wenig dumm vorkam, als er es sagte.

»Caitlin Kinnear«, sagte Gadd. »Ich hab’s in der Zeitung gesehen. Bisschen magere Verbindung.«

»Ich weiß«, gestand Noble. »Tu mir trotzdem den Gefallen.«

»Soweit ich mich erinnern kann, war es eine Routinenachfrage von den Kollegen, nachdem Bernadette Ende August nicht nach Dublin zurückgekehrt war. Bei ihrer Tante hier hatte sie ihre ganzen Sachen mitgenommen.«

»Das war Anfang Juli vor drei Jahren.«

»Wenn du es sagst. Sie hat Urlaub gemacht, ist gereist, und die Tante dachte, sie wäre nach London gefahren. Ich habe eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen und nach vier Wochen die Faktenlage überprüft, aber soweit ich die Angelegenheit einschätzen konnte, lag sie außerhalb unserer Zuständigkeit. Sie war Sache der Kollegen in Dublin. Ende der Geschichte. Soweit ich weiß, gilt sie noch als vermisst. Wenn es je eine Spur gab – was ich bezweifle –, war sie längst eiskalt, als ich mich damit befasst habe.«

»Dann hat es wohl keinen Sinn, zu der Tante zu fahren und sie zu befragen.«

»Jedenfalls nicht in der Bank View Road«, sagte Gadd. »Als ich damit betraut wurde, hatten Tante und Onkel sich getrennt, und sie war ausgezogen.«

»Oh? Weißt du, warum?«

»Wenn du jetzt denkst, sie hätten sich getrennt, weil Bernadette und der Onkel was hatten, vergiss es«, sagte Gadd. »Er war damals auf einer Bohrinsel in der Nordsee.«

Noble zuckte die Achseln. »Nur so ein Gedanke.«

»Aber als ich sie befragte, war am Betragen der Tante schon irgendetwas auffällig.«

»Was?«

»Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich hatte den Verdacht, sie und ihre Nichte hätten sich womöglich gestritten und das könnte der Grund für Bernadettes Auszug gewesen sein. Die Tante wollte sich nicht weiter darüber auslassen, und ich hatte keinen Grund, sie unter Druck zu setzen. Hab nie wieder was von der Sache gehört.«

»Vielleicht hat die Tante sie umgebracht und hinterm Haus im Garten verbuddelt.«

»Dagegen sprechen ihre körperliche Verfassung sowie der gepflasterte Garten«, sagte Gadd. »Ich kann die Akte raussuchen und dir die neue Adresse der Tante per E-Mail schicken, wenn du deine Zeit vergeuden willst.«

»Das wäre sehr freundlich. Inspector.«

Gadd grinste wieder. »Nenn mich Jane.«

 

Zwei Tage später konnte Noble seine Aussage vorwärts und rückwärts aufsagen. Er schloss die Akte zu dem bevorstehenden Prozess und warf sie auf seinen Schreibtisch. Darunter rutschten einige andere Unterlagen weg, von denen ein paar zu Boden segelten. Noble hob sie auf. Eine war die Vergrößerung eines Fotos von Caitlin Kinnear, auf dem sie für ihren Studierendenausweis posierte. Sie hatte ein nettes Gesicht, kurze blonde Haare und grüne Augen. Voller Versprechungen einer Jugend, die für Noble – gerade auf der falschen Seite der dreißig – nur noch eine ferne Erinnerung war.

Um sich zu beschäftigen, pinnte er das Porträt an die Korkwand und betrachtete es. Dann richtete er den Blick auf die Akte auf seinem Tisch und holte sein Handy heraus. Er wollte Brooks Nummer wählen, doch als ihm aufging, wie spät es war, hielt er inne. Caitlins Spur war seit fast einem Monat kalt, und er war sich nicht einmal sicher, ob es sich lohnte. Er tippte eine SMS. Bin Montag bei Gericht. Sie müssen mir einen Gefallen tun. Können wir morgen reden?

»Stell dich drauf ein, dass du ausgelacht wirst«, sagte er, loggte sich aus und zog seine Jacke an. Eine Sekunde später schmetterte sein Handy die Titelmusik von Detektiv Rockford – Anruf genügt.

»Was gibt’s, John?«, fragte Brook.

 

3

20. April

Detective Inspector Damen Brook stellte das Tablett auf den frisch gewischten Plastiktisch und sah sich in der hellen Mensa der Universität von Derby um. Die meisten der diversen Essensausgaben hatten um zehn am Morgen noch nicht geöffnet. Die Mensa war bereits gut besucht, doch die Studierenden nutzten sie hauptsächlich als Aufenthaltsraum, wo sie bloß herumsaßen, ohne viel zu tun, ohne etwas zu trinken oder zu essen. Sie redeten nicht mal viel. Einige nickten zu unbekannter Musik aus Ohrstöpseln, andere konnten wie hypnotisiert den Blick nicht von ihren iPhones lösen, Daumen wischten beim Scrollen durch Gesprächshäppchen hektisch über Tablets.

»Sie sind der Polizist, der nach den vermissten Studentinnen sucht«, sagte die nervöse junge Frau, die schräg gegenüber an dem Tisch saß, zu Brook.

Brook wandte seine Aufmerksamkeit wieder der Studentin im ersten Studienjahr zu, fünf Jahre jünger als seine Tochter. Laurie Teague hatte große Augen und mittellanges braunes Haar und war schlank und zierlich. Brook schob ihr einen Pappbecher, halb voll mit Schaum, über den Tisch, nahm ihr gegenüber auf der Bank Platz und trank einen Schluck seines wässrigen Tees.

»Richtig.«

»Suchen Sie deswegen nach Caitlin?«, fragte sie. »Weil Sie so ’ne Art Experte sind?«

»Für vermisste Studentinnen?«, erwiderte Brook. »Nein. Ich bin einfach ein Detective …«

»Laurie«, sagte die junge Frau und blickte durch eine Glaswand hinaus in einen überdachten Hof. Ihre Finger spielten mit einer Zigarette, die sie hier jedoch nicht anzünden konnte und deswegen nur mit den Fingern streichelte.

»Laurie«, wiederholte Brook mit einem verlegenen Lächeln. Normalerweise half Noble ihm aus, denn sein Namensgedächtnis war miserabel.

»Was ist aus DS Noble geworden?«

»Er hat zu tun.«

»Verstehe.«

»So war das nicht gemeint«, sagte Brook. »Er musste ans Gericht und wollte nicht, dass Sie denken, er würde das hier nicht ernst nehmen, also hat er mich gebeten, mit Ihnen zu sprechen.«

»Sie sind sein Chef.«

»Ja.«

Sie nickte. »Als ich Ihren Dienstausweis gesehen hab, dachte ich schon, Sie hätten eine Leiche gefunden.«

»Keine Sorge, dem ist nicht so.«

»Das ist mir dann auch klar geworden, denn sonst hätten Sie eine jüngere Beamtin mitgebracht, die mir die Hand halten müsste, wenn ich einen auf Mädchen mach. So läuft’s jedenfalls im Fernsehen. Es ist immer eine Tussi.« Brook zog eine Augenbraue hoch, und Laurie senkte den Kopf, ohne sich gegenüber ihren Geschlechtsgenossinnen zu entschuldigen. »Was ist Caitlin zugestoßen, Inspector?«

»Es gibt keinen Beweis dafür, dass Ihrer Freundin überhaupt irgendetwas zugestoßen ist.«

»Doch«, beharrte Laurie. »Sie liegt irgendwo tot im Graben.«

Brook betrachtete sie. Sie war nervös und kehrte eine Welterfahrenheit heraus, die sie nicht besaß. »Wenn dem so wäre, wäre ihre Leiche längst entdeckt worden. Schließlich ist es fast einen Monat her.«

»Und ich hab sie erst letzte Woche als vermisst gemeldet. Das habe ich Sergeant Noble erklärt. Wir sind gerade erst aus den Osterferien zurück.«

»Die zwei Wochen dauern«, sagte Brook. »Laut DS Noble haben Sie Caitlin seit der Woche vor den Ferien nicht mehr gesehen. Seit dem 22. März.«

»Wir hatten Studienwoche«, erklärte Laurie. »Da lesen wir Bücher für unsere Vorlesungen und Seminare.«

Die Worte lesen und Bücher betonte sie leicht, und aus irgendeinem Grund musste Brook seine Verärgerung herunterschlucken. Als Polizist hätte er auf einem Universitätsgelände mit solchen Spötteleien rechnen müssen, doch heute Morgen traf es ihn unvermutet. »Ich weiß, was eine Studienwoche ist«, sagte er leise. »Sie haben gesagt, Caitlin wollte nach Hause nach Belfast.«

»Sie hat eine Schwester in Belfast, Mairead. Sie hat am nächsten Morgen den Zug nach Liverpool genommen und von da die Fähre.«

»Am Samstag, dem 21.«, sagte Brook mit einem Blick in Nobles Notizbuch.

»Ja.«

»Wofür sie im Voraus eine Fahrkarte gekauft hat.«

»Das ist billiger«, sagte Laurie.

»Aber sie ist nie bei ihrer Schwester angekommen«, erklärte Brook und achtete aufmerksam auf ihre Reaktion.

»Das hat Sergeant Noble mir schon gesagt.«

»Sie haben das nicht gewusst?«

»Nein.«

»Mairead hat Sie nicht angerufen?«

»Warum sollte sie?«

»Ich weiß nicht«, versetzte Brook, auch wenn sein Tonfall etwas anderes sagte. »Vielleicht um zu fragen, warum Caitlin nicht gekommen ist.«

Kalt erwiderte Laurie seinen Blick. »Ich glaub nicht, dass Mairead überhaupt weiß, dass es mich gibt. Ich hab noch nie mit ihr gesprochen.«

»Was ist mit Caitlins anderen Freundinnen und Freunden?«

»Ich bin ihre beste Freundin«, sagte Laurie. »Wenn sie Mairead eine Telefonnummer gegeben hätte, dann sicher meine. Aber das hat sie nicht.«

»Das kommt mir komisch vor«, sagte Brook. »Sergeant Noble fand das auch seltsam.«

Laurie beobachtete neidisch zwei Studentinnen, die sich im Hof eine ansteckten. »Caitlin hat so was gern getrennt, alles hatte seine eigene Schublade. So kam sie besser damit klar. So war sie einfach. Das ist anscheinend was Katholisches.«

Als abgefallener Katholik fand Brook das interessant. Den Impuls kannte er durchaus. Ein anderes Gesicht für zu Hause. »Sie hat sich also während der Ferien nicht gemeldet?«

»Nie. Wenn sie in Derby war, hat sie gesimst. Wenn nicht …« Den Rest sagte ein Achselzucken.

»Nicht einmal eine SMS aus dem Zug? Oder um Bescheid zu sagen, dass sie gut in Belfast angekommen ist?«

»Keine SMS, kein Anruf, keine E-Mail«, beharrte Laurie. »Das war nicht Kittys Art.«

»Seltsam.« Eingedenk dessen, dass er selbst sein Handy nur benutzte, wenn es gar nicht anders ging, fügte Brook hinzu: »Für jemanden Ihrer Generation, meine ich.«

»Da widerspreche ich Ihnen nicht«, sagte Laurie. »Ich kenne Kitty seit September, und am Anfang hat es mich verrückt gemacht. Ich hab ihr über Weihnachten oder in den Semesterferien SMS geschickt und hab nie ’ne Antwort bekommen, nicht mal an Silvester. Sie sagte, wenn sie zu Hause wäre, bräuchte sie ihre ganze Kraft, um da wieder reinzupassen, und wenn sie in der Zeit an ihr Leben in Derby denken würde, könnte sie sich nicht mehr konzentrieren.«

»Worauf?«

»Darauf, sich so zu verhalten, wie man es von ihr erwartete.«

»Ihre Familie war sehr traditionell.«

»Hat sie gesagt.«

»Und Caitlin wollte nicht, dass die daheim denken, sie hätte sich verändert.«

»Wenn ihre Eltern geahnt hätten, was für ein Leben sie in Derby führte, hätte es bestimmt Probleme gegeben. Deswegen hat sie, wenn sie nach Hause fuhr …«

»Eine Rolle gespielt.«

Laurie zeigte mit dem Finger auf ihn, um es zu bestätigen.

»Sodass Saufgelage oder One-Night-Stands gar nicht erst zum Problem wurden?«, hakte Brook nach.

»Sie sollten Menschen nicht so verurteilen.«

»Tue ich nicht«, sagte Brook. »Es ist ganz normal, dass Menschen, die von daheim wegziehen, sich woanders anders verhalten. Die Vergangenheit ist ein fremdes Land …«

»… dort gelten andere Regeln«, sagte Laurie. »Ja, ich weiß.«

Brook lächelte. Literaturliebhaber waren in seinem mickrigen Bekanntenkreis, der hauptsächlich aus Polizisten bestand, dünn gesät. »Ich möchte zum Beispiel wetten, dass sie in Derby nicht in die Kirche ging, weil sie eine pathologische Ablehnung gegen kirchliche Institutionen hatte, ihre Familie in Irland aber bereitwillig begleitet hat. Habe ich recht?«

»Ja, allerdings.«

»Und ihr Zuhause zu verlassen«, fuhr Brook fort, »gab ihr die Freiheit, nach der sie sich sehnte, die Chance, das Leben zu führen, das sie sich wünschte.«

»Sie hören sich an, als würden Sie sie kennen«, sagte Laurie.

Brook trank einen Schluck Tee. »Ihr Akzent war auch nicht mehr so ausgeprägt, richtig?«

»Ja, stimmt«, sage Laurie beeindruckt. »Außer wenn sie was getrunken hatte.«

»Da kommt das Unterbewusstsein durch«, sagte Brook. »Was hat sie noch über ihre Familie erzählt?«

»Nichts. Sie hat nie von ihr gesprochen, außer als sie mir Maireads Namen sagte. Das war das einzige Detail, das sie mir je genannt hat. Und dass ihre Eltern nicht wollten, dass sie in England studiert, und dass Caitlin sie deswegen anlügen musste. Sie wäre eingegangen, wenn sie zu Hause geblieben wäre, und deswegen hat sie einen Studienplatz in Belfast abgelehnt, ihren Eltern aber erzählt, sie wäre nicht angenommen worden.«

»Und wann genau haben Sie damit gerechnet, von ihr zu hören?«

»Normalerweise hat sie eine SMS geschickt, sobald sie wieder in England war. Sie hätte sich an dem Sonntag melden müssen, bevor das Sommertrimester anfing. Da habe ich sie erwartet.«

»Am 12. April?«

Laurie nickte. »Als sie am Montag noch nicht aufgetaucht war, habe ich mir allmählich Sorgen gemacht, hab ihr SMS geschrieben und sie angerufen, aber ihr Handy war tot. Ist es immer noch.«

»Das wissen wir«, bestätigte Brook.

»Sehen Sie, das ist doch verdächtig, oder?«

Dem widersprach Brook nicht. »Sie haben sie also an dem Abend vor ihrer Abreise das letzte Mal gesehen.«

»Wir waren im Pub, dem Flowerpot. Da hat eine Band von hier gespielt, die wir hören wollten.«

»Und Sie waren zwei Stunden dort«, sagte Brook, der Nobles Notizen las, »bevor Caitlin ging.«

»Sie hat ganz schön zugelangt. Sie hatte eine Weile keinen Alkohol getrunken, und ich glaube, sie hat’s ganz schön gemerkt. Sie ist mit einer Hand vor dem Mund zur Toilette, als müsste sie spucken. Und dann hat sie mir eine SMS geschickt, sie würde nach Hause gehen.« Lauries Lippe zitterte. »Seitdem habe ich sie nicht mehr gesehen.«

Brook schob rasch die nächste Frage nach. Mit Tränen umzugehen war nicht seine starke Seite. »Was studiert sie?«, fragte er und benutzte bewusst die Gegenwartsform.

»Internationale Beziehungen. Sie wollte … will reisen.«

»Irgendein besonderes Ziel?«, fragte Brook.

»Überallhin«, antwortete Laurie. »Sie hat neue Orte geliebt.« Sie lächelte bei der Erinnerung.

»Was?«

»Ich sage, sie hat neue Orte geliebt, aber komischerweise ist das, was sie immer am meisten liebte, das Reisen selbst. Letztes Jahr im Oktober sind wir mit dem Zug nach Nizza, und das Unterwegssein hat ihr mehr Spaß gemacht als der Aufenthalt dort. Sie war gern auf Tour. Schon witzig, aber so war sie.«

»Ein Symptom für ein behütetes Zuhause.« Diesmal trug Brook seine Erfahrung auf der Zunge. »Da hat man ständig das Bedürfnis weiterzuziehen.«

»Kann gut sein.« Die Unterhaltung kam ins Stocken. »Wo ist sie, Inspector?«

»Das wissen wir nicht«, antwortete Brook ernst. »DS Noble hat mit der Polizei in Belfast zusammengearbeitet.«

»Und was haben die gesagt?«

»Dass Sergeant Nobles Anruf das Erste war, was sie davon hörten«, sagte Brook. »Sie waren die Einzige, die sie als vermisst gemeldet hat. Mairead hat niemanden kontaktiert, als Caitlin nicht aufgetaucht ist. Nicht einmal ihre Schwester selbst. Ihre Telefonverbindungen wurden überprüft. Sie hat Caitlin weder angerufen noch ihr eine SMS geschickt, um zu erfahren, wo sie bleibt.«

»Das habe ich nicht gewusst.« Laurie war nachdenklich. »Komisch.«

»Und auf den ersten Blick ziemlich verdächtig«, sagte Brook.

»Dann wird ihre Familie verdächtigt?«

»Sie ist unter die Lupe genommen worden, ja«, sagte Brook, der nicht weiter auf Ermittlungen eingehen wollte, die er nicht leitete. »Insbesondere Mairead.«

Etwas in Brooks Stimme ließ bei Laurie die Alarmglocken schrillen. »Aber jetzt ist sie vom Verdacht befreit.«

»Ja. Wenn Sie bestätigen, warum ihre Schwester Caitlins Nichtauftauchen womöglich nicht ernst genommen hat.«

Laurie sah Brook an und nickte. »Manchmal war Caitlin … unzuverlässig. Hat Mairead das gesagt?«

Brook bestätigte es mit einem Blinzeln. »Inwiefern?«

Laurie zögerte. »Sie hatte … Launen. Wenn plötzlich ihre Leidenschaft für irgendwas entflammte, musste sie dem einfach nachgehen.« Brook zog eine Augenbraue hoch, um anzudeuten, sie solle das weiter ausführen. »Sie konnte für Tage verschwinden, ohne dass ich sie zu sehen kriegte. Wenn sie einen Mann kennenlernte, dann hat sie … na ja, Sie wissen schon.«

»Nein.« Brook trank seinen dünnen Tee aus und verzog das Gesicht. »Erzählen Sie es mir.«

»Also … dann hat sie alles stehen und liegen gelassen und ihr Leben so lange auf Eis gelegt, wie die Leidenschaft brannte. Es musste nicht mal ein Mann sein. Wenn sie eine neue Band entdeckt hat, die ihr gefiel, ist sie am selben Tag losgefahren, um bei einem Auftritt dabei zu sein, selbst wenn sie auf Tournee war. Es war ihr egal, ob sie deswegen Vorlesungen oder Seminare verpasste. Die konnten irgendwo im Land spielen, sie ist einfach in den Zug gestiegen, ohne eine Tasche zu packen. So war Caitlin.« Sie schloss die Augen, wie um sich selbst zu rügen. »So ist Caitlin.«

»Und woher wissen Sie, dass es diesmal nicht so ist?«

»Das weiß ich nicht«, gab Laurie zu. »Nicht mit Gewissheit. Das hätte ich dem Sergeant erzählen sollen, nicht wahr?«

»Es wäre womöglich hilfreich gewesen«, sagte Brook und schloss mit einem Schnappen das Notizbuch.

»Es tut mir leid. Aber ich weiß, dass ihr etwas zugestoßen ist, und ich wollte nicht, dass er sie als spinnerte Studentin abtut. Ihr Handy ist immer noch tot. Ein ganzer Monat und keine einzige SMS.«

»Sie haben gesagt, dass sie vielleicht einen Mann kennengelernt hat.«

»Das glaube ich nicht«, beharrte Laurie. »Nein. Nicht jetzt.«

Dass Laurie das so vehement verneinte, verblüffte Brook. »Was heißt das?«

Laurie zögerte. »Caitlin hat im Moment nichts mit Männern am Hut.« Sie wich Brooks forschendem Blick aus, atmete tief durch und suchte nach den richtigen Worten, bevor sie ihn mit einem aufgebrachten Blick fixierte. »Das muss aber unter uns bleiben.«

»Soweit ich das versprechen kann«, sagte Brook, der allmählich die Geduld verlor. »Was ist passiert? Ärger mit dem Freund?«

Laurie zögerte. »Caitlin hatte einen … Abbruch.«

»Sie war schwanger?«, rief Brook aus. Ein paar Köpfe schossen in ihre Richtung.

»Nein, ich hab doch gerade gesagt, dass sie eine Abtreibung vornehmen ließ. Zwei Wochen vorher hätte sie eine Pille nehmen können, aber den Termin hatte sie verpasst. Wir waren im Flowerpot, um zu feiern …« Laurie unterbrach sich ob ihrer Wortwahl. »So meine ich das nicht. Sie war einfach erleichtert, dass es geklärt war. Kitty hat ein tapferes Gesicht aufgesetzt, aber ich weiß, dass sie wegen ihres familiären Hintergrunds daran zu knabbern hatte.«

»Und wegen der Schwangerschaft hatte sie auch eine Weile keinen Alkohol getrunken«, sagte Brook.

»Ja.«

»Noch mehr Fakten, die uns vorenthalten wurden«, sagte Brook und schlug Nobles Notizbuch auf, um es schriftlich festzuhalten. Allmählich war er genervt. Schlimmer noch, er war gezwungen, sich Notizen zu machen.

»Zu dem Zeitpunkt erschien es nicht relevant.«

»Alles ist relevant«, sagte Brook und blickte mit zusammengekniffenen Augen zur Seite. »Sie hatte einen Exfreund. Roland Davison. Der Vater?« Laurie nickte. »Soweit Sie wissen.«

»Kitty war keine Schlampe«, protestierte Laurie.

»Sie haben doch von ihrer Leidenschaftlichkeit gesprochen«, hielt Brook ruhig dagegen.

»Das heißt nicht, dass sie von Bett zu Bett gezogen ist.«

»Sagen Sie.« Brook kehrte jetzt den Strengen heraus und übte Druck aus, um alles aus ihr herauszuholen. »Ihrer früheren Aussage zufolge hat sie sich fast zwei Wochen vor ihrem Verschwinden von Mr. Davison getrennt.«

»Ja, das kommt in etwa hin.«

»Weil er gegen den Abbruch war?«

»Ganz im Gegenteil«, sagte Laurie. »Er war ganz dafür. Sie hat Schluss gemacht, weil er sich weigerte, was damit zu tun zu haben.«

»Was damit zu tun zu haben?«, hakte Brook nach. »Inwiefern? Wollte sie Geld?«

»Nein, so nicht. Kitty hat Verantwortung übernommen. So war sie einfach. Sie wollte von Rollo nichts als ein bisschen Hilfe und moralische Unterstützung, also dass er mit ihr in die Klinik geht und ihr die Hand hält und so. Aber Rollo hat sich gedrückt. Er wollte nichts davon hören. Sie wissen doch, wie Männer sind«, fügte sie mit einem giftigen Blick hinzu.

»Vage«, erwiderte Brook. »Warum haben Sie die Abtreibung DS Noble gegenüber nicht erwähnt? So eine erschütternde Erfahrung im Leben einer jungen Frau, und einer Katholikin obendrein. So etwas nennen wir einen Stressfaktor – etwas, was einen Menschen von seinem gewohnten Verhalten abweichen lässt. Wie jetzt.«

»Es stand mir nicht zu, es Ihnen zu sagen«, murmelte Laurie. »Sie hat das Recht auf ein bisschen Privatsphäre. Abgesehen davon bin ich davon ausgegangen, dass Rollo es erwähnen würde.«

»Hat er aber nicht.« Brook betrachtete die Charakterisierung, die Noble in Klammern hinter Davisons Namen gesetzt hatte. Arroganter Kotzbrocken.

»Ich verstehe nicht, was das mit irgendwas zu tun haben soll.«

Brook sah sie eindringlich an. »So naiv können Sie gar nicht sein. Ein traumatisches Ereignis wie eine Abtreibung, der Stress durch die Entscheidung, den Eingriff …« Er suchte einen taktvollen Weg, die Schlussfolgerung auszusprechen. »So etwas kann eine Depression auslösen, die dazu führen kann …«

»Glauben Sie etwa, sie hat sich umgebracht? Ausgeschlossen, das würde Kitty niemals tun. Es ist gegen ihren Glauben.«

»Das ist die Tötung eines Ungeborenen auch«, erklärte Brook.

»Aber sie war gut drauf im Pub, sie hat sich amüsiert.«

»Vielleicht hat sie den emotionalen Aufruhr darunter verborgen«, hielt Brook dagegen. »Es tut mir leid, dass ich es zur Sprache bringen muss, aber so etwas passiert. Sie wissen das vielleicht nicht, aber in einem dicht besiedelten Land wie England ist es nicht so leicht zu verschwinden, wie Sie glauben, und wenn Menschen verschwinden, liegt es oft genug daran, dass sie ihrem Leben entkommen möchten, entweder räumlich oder physisch.« Er unterbrach sich, damit seine Worte sich setzen konnten. »Und meistens sind Depressionen der Auslöser.«

Laurie starrte in ihre Tasse. »Dann glauben Sie also, Kitty hat sich von der Fähre gestürzt oder so.« Brook schwieg. Sie sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an. »Und warum kümmert sich die Polizei in Nordirland dann nicht darum?«

»Das tut sie«, sagte Brook. »Aber sie hatte kein Glück. Wenn Ihre Freundin tagsüber von der Fähre gesprungen wäre, hätte es Zeugen gegeben, womöglich sogar Bilder aus Überwachungskameras. Und einen Monat später wäre ihre Leiche irgendwo aufgetaucht.«

»Sie hätte sich genauso gut aus dem Zug stürzen können«, sagte Laurie.

»Es wird Sie freuen zu hören, dass sie das auch nicht getan hat.«

»Aber was dann?«

»Es sieht allmählich danach aus, als hätte Caitlin Derby nie verlassen«, sagte Brook leise. »Jedenfalls nicht mit der Fahrkarte, die sie gekauft hatte. Sie wurde nie benutzt.«

Lauries Gesicht wurde kreidebleich. »Sie ist gar nicht abgereist?«

Brook zuckte die Achseln. »Nicht bekannt. Aber an dem Tag, an dem sie abreisen wollte, ist sie weder im Stadtzentrum noch am Bahnhof von Derby von einer Überwachungskamera erfasst worden. Das hat DS Noble überprüft. Niemand von ihren Freunden hat sie zum Bahnhof gefahren, kein Taxi hat sie abgeholt.«

»Hätte sie zu Fuß gehen können?«

»Möglich«, sagte Brook. »Aber das sind fast fünf Kilometer, und es gab an dem Tag starken Schneefall.«

»Sie ist sehr sportlich.«

»Sie haben Sergeant Noble erzählt, dass sie Gepäck hatte.«

»Ja, schon, aber sie ist gern mit leichtem Gepäck gereist«, sagte Laurie, plötzlich wieder voller Hoffnung. »Sie hatte am Tag vorher ihren Rucksack gepackt, und der war nicht mehr in ihrem Zimmer, als ich am Samstagmorgen heimkam.« Sie bedachte Brook mit einem harten Blick. »Sie muss also auf jeden Fall losgegangen sein.«

Brook nickte nachdenklich. »Es deutet alles darauf hin, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass sie den Zug genommen hat. Nehmen wir mal an, die Überwachungskameras am Bahnhof haben an dem Tag nicht funktioniert, dann ist es möglich, dass sie ihre im Voraus bezahlte Fahrkarte nach Liverpool verloren hat und gezwungen war, an dem Tag eine neue zu kaufen. Mit Bargeld. Das ist die einzige Möglichkeit, dass sie den Zug genommen haben kann, ohne dass ihre Reise irgendeine Spur hinterlassen hat.«

»Das hätte ein Vermögen gekostet«, sagte Laurie.

»Fast hundert Pfund.«

»Das hätte sie niemals bar bezahlt. Dafür hätte sie ihre Bahn-Card genommen«, meinte Laurie.

»Aber dann hätte es eine entsprechende Buchung gegeben«, erwiderte Brook.

»Sie hat eine Kreditkarte …«, setzte Laurie an und unterbrach sich, als ihr aufging, was das hieß.

»Darüber brauchen wir mehr Einzelheiten. Wenn sie irgendetwas mit Plastik bezahlt hat, besonders nach ihrem Abreisetag, dann ist das wichtig. Vor diesem Hintergrund hätten wir gern die Erlaubnis, uns Ihre Wohnung gründlicher vorzunehmen, Caitlins Zimmer zu durchsuchen und mit den Nachbarn zu sprechen. Von der Universität haben wir einige Informationen über ihre finanzielle Situation bekommen, aber alte Kreditkarten- und Telefonabrechnungen könnten uns weiterhelfen.« Als er sah, dass sie zögerte, fügte er hinzu: »Falls wir etwas finden sollten, was für die Ermittlungen unerheblich ist, werden wir es – innerhalb vernünftiger Grenzen – natürlich außen vor lassen.«

»Unerheblich?«

»Zum Beispiel kleine Mengen von Partydrogen«, erklärte Brook müde.

Im ersten Augenblick war Laurie verdutzt. »Da können Sie lange suchen, wir stehen nicht auf Drogen.« Sie schüttelte den Kopf. »Das ist verrückt. Ein Mensch kann doch nicht einfach so verschwinden.«

»Tausende von Menschen tun das jedes Jahr«, sagte Brook. »Sie lassen alles stehen und liegen und verschwinden aus ihrem Leben, um nie wieder gesehen zu werden. Niemand weiß, warum, denn niemand kann wissen, was im Kopf eines anderen vorgeht. Das Gute ist, dass die meisten es freiwillig tun.«

»Sie sind ganz sicher, dass sie nicht den Zug genommen hat?«, fragte Laurie. »Wenn ich nach Nottingham fahre, wird meine Fahrkarte oft nicht abgestempelt.«

»Auf kurzen Strecken kann das leicht passieren, Laurie. Aber es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass sie die Fähre genommen hat oder in Belfast angekommen ist. Und die Polizei von Merseyside hat sie am Tag der Reise auch nicht auf den Aufzeichnungen der Überwachungskameras im Bahnhof in Birkenhead oder am Fährhafen entdeckt. Das ist ziemlich wasserdicht.«

Laurie ließ den Kopf hängen. »Sie ist tot, nicht wahr?«

»Das wissen wir nicht«, sagte Brook wahrheitsgemäß. »Es kann genauso gut eine vernünftige Erklärung geben. Sie reist gern, haben Sie gesagt. Vielleicht hat sie ein besseres Angebot bekommen, ist dem Mann ihrer Träume begegnet und hat sich mit ihm davongemacht.«

»Das hätte sie mir erzählt.«

»Was ist mit dem letzten Abend im Pub? Haben Sie oder Ihre Freundin sonst noch mit jemandem gesprochen?«

»Nur mit dem Barkeeper.« Laurie hob den Blick, um in ihrer Erinnerung zu kramen. »Jack.«

»Jake«, verbesserte Brook sie mit einem Blick auf Nobles Notizen.

Steven Dunne

Über Steven Dunne

Biografie

Seit dem Abschluss seines Studiums an der Kent University hat Steven Dunne immer geschrieben, meistens eher zum Vergnügen. Eine Zeitlang hat er sich – allerdings wenig erfolgreich – als Comedy-Autor versucht und als freier Journalist für die Times, den Independent und den Guardian gearbeitet....

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