Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Blick ins Buch
Blick ins Buch
Teenie Voodoo QueenTeenie Voodoo Queen

Teenie Voodoo Queen

Roman

Paperback
€ 15,00
E-Book
€ 12,99
€ 15,00 inkl. MwSt.
Lieferzeit 2-3 Werktage
Jetzt kaufen Im Buchshop Ihrer Wahl bestellen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen
€ 12,99 inkl. MwSt.
sofort lieferbar
Jetzt kaufen Im Buchshop Ihrer Wahl bestellen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Teenie Voodoo Queen — Inhalt

»Mein Name ist Dawn Decent und ich bin die wohl mieseste Voodoohexe des Universums.«  Die Sache mit der Voodoohexen-Abendschule hatte sich Dawn wirklich anders vorgestellt. Aber dann bedroht eine Naturkatastrophe ihre Heimatstadt New Orleans und zwingt Dawn, mit den Loas – götterähnlichen Voodoo-Geistwesen – zusammenzuarbeiten. Gemeinsam mit einem ziemlich attraktiven Ex-Alligator und einem vorübergehend sterblichen Loa stellt sie sich den dunklen Voodoomächten, um ihre Stadt zu retten. Während Dawns Mitschülerinnen sie schwer um die beiden Jungs an ihrer Seite beneiden, zieht Dawn in einen schier aussichtslosen Kampf, in dem sie nicht nur ihr Herz riskiert sondern auch weit mehr als ihr eigenes Leben ... Der neue Roman der Erfolgsautorin von  »Plötzlich Banshee«!  

€ 15,00 [D], € 15,50 [A]
Erschienen am 01.03.2018
448 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-70475-5
€ 12,99 [D], € 12,99 [A]
Erschienen am 01.03.2018
448 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99090-5

Leseprobe zu »Teenie Voodoo Queen«

Vorwort

 

Dieses Buch wurde von meiner Faszination für Voodoo, insbesondere für die Loas, inspiriert sowie von dem Gedanken, wie eine Voodoohexen-Abendschule in der heutigen Zeit aussehen könnte.

Nachdem ich Bilder vom St. John’s Eve, einem rituellen Voodoo-Festival in New Orleans im Internet gefunden hatte, kam mir plötzlich dieses Bild einer modernen, bunt gemischten Voodoo-Klasse in den Sinn. Ähnlich wie bei diesem Festival.

In der Realität ist Voodoo natürlich nicht so, wie es im Buch dargestellt wird. Wenn ihr euch also mit einem Topf und [...]

weiterlesen

Vorwort

 

Dieses Buch wurde von meiner Faszination für Voodoo, insbesondere für die Loas, inspiriert sowie von dem Gedanken, wie eine Voodoohexen-Abendschule in der heutigen Zeit aussehen könnte.

Nachdem ich Bilder vom St. John’s Eve, einem rituellen Voodoo-Festival in New Orleans im Internet gefunden hatte, kam mir plötzlich dieses Bild einer modernen, bunt gemischten Voodoo-Klasse in den Sinn. Ähnlich wie bei diesem Festival.

In der Realität ist Voodoo natürlich nicht so, wie es im Buch dargestellt wird. Wenn ihr euch also mit einem Topf und Schokolade in den Sumpf stellt und zu zaubern versucht, wird dies eher nicht von Erfolg gekrönt sein.

Voodoo ist uraltes Wissen, unendliche Weisheit, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegt und nichts mit zaubern in diesem Sinne zu tun hat. Der Grundstein von Voodoo, das eigentlich original Vaudou/Vodou heißt, liegt in Benin (Quidah) Afrika, nicht in Haiti oder New Orleans. Aber diese Stadt, gerade weil sie ganz anders mit dem Thema umgeht, habe ich als Setting für »Teenie Voodoo Queen« gewählt.

Ich empfehle eine Reise nach New Orleans, auch wenn Voodoo dort sehr touristisch gehandhabt wird. Wenn ihr es tut, bitte bringt mir ein Gris-Gris mit!

 

Ich danke der Voodoo-Agentur Maerlyn Rituals in Malaga für die freundliche, kompetente Beratung und Einladung nach Afrika zu einem echten Voodooritual. Ich freue mich sehr über den Kontakt und bin nun noch faszinierter von Voodoo als vorher.

Ich weiß jetzt, dass echte Voodoopriester in Benin über meine Idee einer Voodoo-Abendschule nur milde lächeln würden. Sie geben ihr Wissen innerhalb der Familien nach strengen Maßstäben weiter und eine Schule mit Voodooschülern ist in ihren Augen undenkbar, aber ich hoffe, die Geschichte wird euch trotzdem Spaß machen, so wie mir.

 

 

Kapitel 1

 

Die Skateboardfahrer waren die schlimmsten. Immer. Irrtum ausgeschlossen.

Mit eingezogenem Kopf rannte ich die roten Backsteinstufen bis zum Schuleingang empor, während sie mich hinter meinem Rücken auspfiffen. Dass mir wegen der hohen Luftfeuchtigkeit die Haare an den Wangen klebten, ignorierte ich dabei. Schon seit einer Weile manifestierte sich in mir der Verdacht, dass sie eine Art Punktesystem entwickelt hatten. Blöden Witz landen – drei Punkte, Anfängerlevel. An mir auf dem Skateboard vorbeirasen und die Schulbücher aus dem Arm reißen – glatte zehn. Eher was für Fortgeschrittene. Ja, ich ahnte es, aber das war nicht mal mein wirkliches Problem. Ein paar fiese Skater gehörten wohl in das Leben jeden geplagten Teenagers, da hätte ich drübergestanden (und ab und zu neue Bücher gekauft, die vertrugen das Durch-die-Luft-Fliegen nämlich immer schlechter). Ich hätte sie hassen können, wie jeder andere normale Gemobbte, also den einfachen Weg nehmen können. Aber irgendwie schien das nicht mein Ding zu sein, und ich (oder mein Stammhirn oder wer auch immer) reagierte leider beim Anblick ihres Anführers Marco mit Herzrasen und Taumelschritt, hervorgerufen durch Knie, weich wie angeschmolzene Marshmallows. Wie konnte man nur aussehen wie Johnny Depp in jungen Jahren und dann so gemein sein? Ich traute mir kaum zu, dieses Rätsel noch zu Lebzeiten zu lüften.

»Dawny-Dawn!« Verschiedene Jungenstimmen in meinem Rücken, aber Marcos war nicht darunter. Seine Stimme hätte ich überall erkannt.

Ich heftete meinen Blick auf die Stufen, die hinauf zur Schule führten. Auf die makellos sauberen Steine, die in ihrer Farbe Schrumpfköpfen ähnelten, halbrund abgeschliffen.

»Wieso hext du dich nicht einfach schlank oder hübsch? Lernt man das heutzutage nicht mehr im Hexenunterricht?«, rief mir ein Junge im Stimmbruch nach, der sich anhörte wie ein Frosch im Mixer.

Wenn der wüsste …

Der Krächzer wurde zu meinem grenzenlosen Erstaunen von der Skaterclique toleriert. Was mich anging, da passte ihnen anscheinend das Gesamtpaket nicht. Mit Pickeln, einer großen Nase und leichtem Übergewicht überschritt ich wohl deutlich die Toleranzgrenze der Jungs auf vier Rollen. Und so sorgten sie täglich aufs Neue dafür, dass ich diesen Umstand auch ja nicht vergaß.

Als ich durch die große Flügeltür in die Eingangshalle stolperte, wandte ich mich sofort nach rechts, wo ich mich nach Luft schnappend gegen die Wand lehnte. Dieser Morgen fing ja schon mal gut an. Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen.

»Liebe Pubertät, wirklich, ich habe sehr über deinen Scherz gelacht. Jetzt könntest du aber bei Gelegenheit anfangen, in meinem Fall ein Gespür für Proportionen zu entwickeln und meine Nasenlänge zugunsten meines zu kurz geratenen Oberkörpers etwa um die Hälfte reduzieren«, murmelte ich vor mich hin. Ehrlich. Ich sah aus wie Klaus – die Kartoffel. Aus der Fernsehwerbung. Die mit der Knollennase.

Zum absoluten Über-Überfluss war heute auch noch der Tag vor Mardi Gras. Und das bedeutete, dass an diesem Montag in der ganzen Schule Perlenketten verteilt wurden. Mit anderen Worten: Der schrecklichste Schultag des Jahres hatte soeben begonnen …

Mardi Gras. Laut singende, tanzende Paraden, die durch die Straßen von New Orleans zogen. Männer, die diese lästigen goldenen, violetten oder grünen Perlenketten aus Plastik schönen Frauen schenkten, um dafür mit einem Kuss belohnt zu werden. Je mehr bunte Perlenketten eine Frau an diesen Tagen um den Hals trug, als desto attraktiver galt sie. Unnötig zu erwähnen, dass ich bis heute vergeblich auf einen Perlenkettenverteiler wartete, der auch mich als Halskettenträgerin und damit potenzielle Küsserin in Erwägung zog. Dass die Jungs mir auswichen, ja mich sogar »übersahen«, damit es nicht zum eben beschriebenen Szenario kommen konnte, das versuchte ich zu verdrängen. Seufzend stieß ich mich mit dem Fuß von der Wand ab. Meine abgetragene Kleidung half mir nicht unbedingt dabei, mein Ansehen bei anderen – oder mir selbst – ein wenig aufzubessern.

In einem Fenster überprüfte ich, ob wenigstens mein schwarz glänzender Haarreif an Ort und Stelle saß. Er hatte meiner Mutter gehört und war eins der wenigen Erinnerungsstücke, die mir von meinen Eltern geblieben waren. Tatsächlich tat er auch heute sein Bestes, meine karottenroten Haare zurückzuhalten, die man mit viel gutem Willen als lasch oder dünn bezeichnen konnte. Und das war schon schmeichelhaft.

Auf dem Weg zu meinem Spind schickte mir das Schicksal – wohl in einem Anfall von Zockerlaune – Carlton Pearl über den Weg, die mit ihren Freundinnen gerade hochaktuelle News austauschte. Die Pearl-Clique wirkte mit ihren kurzen pinken Röcken wie eine rosa Wolke, die auf neonfarbenen Stilettos durch die Flure schwebte. Wahrscheinlich um unterprivilegierten Mitschülern wie mir das Wegsehen unmöglich zu machen, sei es aus Faszination oder reiner Ratlosigkeit angesichts dieses Modeunfalls. Selbst als Vierjährige hatte ich mehr Geschmack beim Heraussuchen von passenden Schuhen zu den Outfits meiner Barbiepuppen bewiesen, aber die Pearl-Clique trug diese farbigen Augenkrebsrisiken mit einem Selbstbewusstsein, das ich nur bewundern konnte.

Die Leitstute der pinken Herde hatte mich leider entdeckt und steuerte nun zielstrebig auf mich zu. Um ihren Hals klapperten bunte Perlenketten umeinander.

»Ah, Dawn, die kleine Bitch, oh – ich meine natürlich Witch.« In gespieltem Entsetzen schlug sich Carlton gegen die Stirn.

Ja, und dieser Witz wurde auch nie alt.

Carlton strich sich ihre blonden Haarwellen über die Schulter. »Wie viele Mardi-Gras-Ketten hast du bisher abgestaubt? Ojemine, wie ich sehe, keine einzige!«

Neben ihr kicherte Brooke, die einzige Brünette in diesem blonden Barbie-Club. »Carlton hat schon vierzehn Ketten geschenkt bekommen, wir anderen mindestens sechs. Und dabei hat der Unterricht noch nicht mal angefangen. Ein Hoch auf wischfesten Lippenstift.« Sie warf einen Kussmund mit übertrieben ausladender Geste in meine Richtung.

»Na, da hoffe ich doch für euch, dass ihr keinen Herpes gratis mit dazubekommt«, erwiderte ich so gelassen wie möglich.

Dass es mich wurmte, nie so eine Kette bekommen zu haben, musste die Pearl-Clique ja nicht wissen. Gerade als ich mich mit gesenktem Kopf an den Size-Zero-Barbies, die mich alle um mindestens einen Kopf überragten, vorbeiquetschen wollte, packte sie mich am Oberarm. Leider wurde man Carlton Pearl nie so schnell wieder los, wie erhofft. »Mardi Gras und kein einziger Junge möchte einen Kuss von dir? Gut, dass wir für dich vorgesorgt haben!«

Oh, oh, das hörte sich gar nicht gut an …

Und da stand ich nun, wie ein Sack Rüben eingekreist von Antilopen mit glänzendem Fell, und wartete auf die Gemeinheit, die sicherlich gleich über mich hereinbrechen würde.

»Serena hat zufälligerweise einen Schweinekopf für den Biologieunterricht mitgebracht. Serena!«, forderte sie eins ihrer Barbiepüppchen auf. Der Blick ihrer blauen Augen bohrte sich dabei unablässig in meinen.

Die Gerufene reichte ihr tatsächlich einen durchsichtigen Müllsack mit einem abgetrennten Schweinekopf. Die Zunge des Schweins hing heraus, als wollte es an einem Eis lecken. Unwillkürlich verwandelte sich mein Hals in eine staubtrockene Wüste, während Bilder mit allen möglichen widerlichsten Szenarien an meinem inneren Auge vorbeirasten.

Serena hingegen wirkte ganz gelassen, geradezu professionell, wie sie den Schweinekopf handhabte. Ihr Dad führte ein angesagtes Grillrestaurant, weshalb sie wohl erstens an Schweineköpfe herankam und zweitens kein Problem mit deren Anblick hatte. Nicht so wie ich. Nachher, beim Sezieren von Schweineaugen im Biounterricht, hatte ich fest eingeplant, einen Schwächeanfall vorzutäuschen.

Jetzt holte Serena das tote Resttier, bei genauerem Hinsehen begriff ich, dass es sich um ein Ferkel handelte, auch noch aus der Tüte! Ein Würgen unterdrückend, versuchte ich Carltons Arm abzuschütteln.

Nun, da die sprichwörtliche Katze, oder in diesem Fall das Schwein, aus dem Sack war, bildete sich eine Schülertraube um uns – allesamt mit gezückten Smartphones.

»Mr Piggles sagt, du bekommst eine wunderschöne goldene Kette, wenn du ihm einen Kuss gibst!« Serena wackelte an einem Ohr des armen Ferkels, damit es so aussah, als würde es reden.

Gut, bei einer Grillrestaurantbesitzerstochter durfte man wohl keine überhöhten Ansprüche an natürliches Schauspieltalent stellen, aber immerhin hatte es gereicht, damit mir dämmerte, was das ganze Theater und die Anspielung auf die Ketten sollte. Die Pearl-Clique wollte, dass ich dem toten Schwein einen Kuss gab. Und die pummelige Dawn ärgern stellte sowieso eins ihrer liebsten Hobbys dar.

Wieder zog ich an meinem Arm, diesmal heftiger.

Auf ein Nicken von Carlton hin ergriff Leonor, oder wie ich sie nannte »Leoparden-Leo« – denn sie trug fast jeden Tag ein Shirt oder ein Accessoire im Leopardenlook –, meinen anderen Arm.

Meine Bücher fielen mit einem lauten Klatsch-Pong-Klonk zu Boden. Ich saß in der Falle. Sofort begann ich zu zappeln, versuchte nach ihnen zu treten, wand mich in den Griffen. Nur waren Carlton und Leoparden-Leo leider hartnäckiger als mexikanische Wanderarbeiter, die um eine Ziege stritten. Mit anderen Worten: Sie ließen nicht los.

Die Schülermenge um uns herum war inzwischen auf etwa drei Dutzend angewachsen, angeschwemmt in der Hoffnung, Augenzeuge eines dramatischen Ereignisses zu werden.

»Nein wirklich, ich verzichte!« So gut wie möglich versuchte ich das Zittern meiner Knie zu unterdrücken. Doch genauso gut hätte ich einem Justin-Bieber-Fanclub ausreden können, die neuesten T-Shirts seiner Fan-Kollektion zu kaufen.

»Küss das Schwein!«, verlangte nun Carlton. Das boshafte Lächeln in ihrem Gesicht entging mir nicht.

»Küss das Schwein!«, echote Brooke.

»Küss das Schwein!«, forderte Marco, Anführer der Skater-Clique, der direkt hinter Serena und dem Schweinekopf aufgetaucht war.

Mein Herz wurde so kalt wie Carltons falsches Lächeln. Oh nein, nicht der schöne Marco. Das musste ein Albtraum sein!

Doch ich wusste nur zu gut, dass meine Albträume des Nachts weniger schlimm waren als mein wirkliches Leben an der Highschool. Von dem Abendunterricht in der Voodoohexen-Abendschule einmal abgesehen, wo es ähnlich zuging. Mittlerweile zappelte ich wie wild, bog den Rücken durch, versuchte sogar zu beißen. Aber kein Pearl-Girl gab nur einen Fingerbreit nach. Aussichtslos.

»Küss das Schwein, küss das Schwein!«, echote die Menge.

Marco hob eine Faust. »Zungenkuss! Zungenkuss!«

Sämtliche Smartphones waren auf mich gerichtet, und die Wahrscheinlichkeit, dass die Besitzer in den nächsten Minuten Videos mit Titeln wie »Dawns erster Kuss« auf YouTube hochladen würden, lag bei garantierten 100 Prozent. Ach, verdammt, ich wusste doch, dass ich den Tag vor Mardi Gras mehr als alles andere auf der Welt hasste!

Eine Welle der Verzweiflung überrollte mich und ich versuchte meine Hände auszustrecken, um Carlton damit über ihr ach so perfektes Gesicht zu kratzen. Nur leider sah sie meine Aktion voraus und griff nach meinem Handgelenk.

»Los, komm schon, Dawn, es ist Mardi Gras und das Publikum will einen Kuss«, säuselte Leoparden-Leo. Aus den Augenwinkeln konnte ich erkennen, dass sie mit der freien Hand eine goldene Perlenkette schwenkte.

Allerdings konnte ich meinen Blick gerade einfach nicht von dem Schweinekopf abwenden, der Unheil verkündend vor mir in der Luft schwebte.

Sollte der Schweinekuss stattfinden, würde das einen legendären Eintrag in den Gemeinheits-Chroniken der Pearl-Clique zur Folge haben.

In einem letzten Ausbruchsversuch duckte ich mich nach unten weg und nutzte mein Körpergewicht, um die beiden neon-beschuhten Barbies mit mir zu reißen.

Brooke quietschte, doch Carlton packte mich einfach an den Haaren und riss mich wieder nach oben. Dabei erwischte sie meinen Haarreif am linken Ohr.

Als der Haarreif meiner Mutter brach, knackte es, als sei jemand auf einen Ast getreten. Und das war der Moment, in dem ich die Tränen kaum noch zurückhalten konnte.

Nicht mein Haarreif.

»Dawny-Dawn! Du wirst Mr Piggles doch keinen Korb geben wollen?« Carlton spielte die Empörte. »Das würde seine Gefühle verletzen!«

»Genau«, mischte sich Marco ein. Lässig blies er sich seine verwuschelten Ponyfransen aus der Stirn. »Und jetzt knutsch endlich.« Unter anderen Umständen, wenn Marco damit sich und nicht das Schwein gemeint hätte, wäre dieser Befehl fast romantisch gewesen.

»Kuss, Kuss, Kuss!« Um uns herum wurden die Rufe lauter. Die Schaulustigen forderten einen Kuss für das Schwein. Unter gesenkten Lidern scannte ich die Menge. Niemand trat hervor, um diesem Unsinn Einhalt zu gebieten. Wohin ich auch blickte, überall sah ich nur in hämisch verzerrte Gesichter und Handykameras. Super.

»Küss das Schwein!« Serena wurde wohl langsam ungeduldig, denn jetzt kam sie näher mit dem toten Ferkel, das sie immer noch an den Ohren gepackt hielt. Fast erinnerte sie mich an eine Mutter, die wollte, dass ihr Kind endlich den Brei aß.

Von hinten schubste mich Marco einen Schritt nach vorn. »Zungenkuss. Los! Ich will was sehen!« Jedes Wort von ihm war wie lähmendes Gift in meinem Körper.

»Kuss, Kuss, Kuss!«, brüllten seine Freunde aus der Skater-Clique.

Ich hatte keine Chance, machte mich innerlich schon bereit für den widerwärtigsten Kuss, der je einem Mädchen auf diesem Planeten zuteilgeworden war.

Drei.

Zwei.

Glücklicherweise bog in diesem Moment meine Geschichtslehrerin Mrs Kingsley in den Schulflur ein. Als sie die Massenversammlung um mich herum bemerkte, blieb sie abrupt stehen.

»Was ist denn hier los?« Mit einem Blick hatte sie die Situation anscheinend erfasst und ihre randlose Brille auf die Nasenspitze geschoben. Das tat sie immer, um uns mit ihren kleinen, intelligenten Augen über die Brille hinweg anzustarren. Die Hände in die Hüften gestemmt, die braunen Haare zu einem lockeren Knoten Version Nestbau hochgesteckt, wirkte sie wie eine sehr aufgebrachte Vogelscheuche – obwohl sie die dreißig gerade erst überschritten hatte.

»Hi, Mrs Kingsley.« Marco, der Charmeur, schob sich vor mich, sodass er mit seinem muskulösen Oberkörper das Schwein und mich verdeckte. Dann zog er seine Charmebolzennummer ab, um Mrs Kingsley um den Finger zu wickeln. Doch von seinem Zahnpastalächeln und dem lässigen Durch-die-Haare-Streifen ließ sich meine Lieblingslehrerin, die fast fünfzehn Jahre älter war als er, nicht beeindrucken.

Bevor sie den Mund öffnete, verschränkte sie die Arme vor der Brust.

»Alle sofort in ihre Klassen. Und Serena, du gibst mir die Tüte für den Biologieunterricht. Ich werde das Schwein Mrs Demeter aushändigen, so wie du es eigentlich vor Schulbeginn hättest tun sollen. Sei froh, wenn ich dir dafür keinen Tadel eintrage.«

Mit geschürzten Lippen übergab Serena Mr Piggles, den viele von uns heute wohl oder übel noch in Mrs Demeters Biounterricht wiedersehen würden, in seiner Plastiktüte an Mrs Kingsley.

New Orleans war schon eine sehr eigenwillige Stadt, in der nichts Verwerfliches daran gefunden wurde, dass Mädchen tote Tiere mit sich herumschleppten. Eine Stadt, deren Einwohner mit dem Tod anders umgingen als Menschen an allen anderen Orten der Welt und ihn gewissermaßen zelebrierten. Und Serena war noch nicht mal eine angehende Voodoohexe – so wie ich.

Gleichzeitig ertönte der Schulgong. Der grausige Montag vor Mardi Gras hatte somit offiziell begonnen. So schnell, wie sie gekommen waren, entfernten sich die Schaulustigen wieder, allerdings nur unter Protestgemurre. Und mit reichlich Plastikperlengeklimper.

Zurück blieb einzig und allein ich, das Haar komplett verstrubbelt und mit zitternden Knien. Warum hatten sie es nur immer auf mich abgesehen? Spürten sie, dass ich nicht war wie sie? Die These, dass die Pearl-Clique (und zu meinem Leidwesen auch Super-Marco) nur einem fast vergessenen Instinktverhalten folgte und artfremde Hexen ausgrenzte, ohne selbst zu kapieren, wieso, entlastete sie in meinen Augen aber nicht. Und das war schlimm, denn es bedeutete, dass Marco mit oder ohne Johnny-Depp-Faktor einfach nur ein dämlicher Vollidiot war. Diese Erkenntnis schmerzte fast mehr als die Demütigung durch die Perlhühner um Carlton.

An der nächsten Ecke hielt Mrs Kingsley noch einmal inne. Als wäre ihr gerade erst eingefallen, dass man nach traumatischen Ereignissen wie diesem mit den betroffenen Schülern sprach, drehte sie sich langsam in meine Richtung.

»Alles in Ordnung mit dir, Dawn?«

Ich hob den Kopf. Anstatt zu antworten, sah ich ihr einfach nur in die Augen. Eigentlich sollte sie mich verstehen. Aber wahrscheinlich war sie durch den Schweinekopf, den sie in der Plastiktüte auf Armeslänge von sich hielt, genauso verstört wie ich. Außerdem war Mrs Kingsley mit Abstand meine Lieblingslehrerin, und ich wusste, wie zerstreut sie sein konnte. Ebendieses Chaos-Gen war es, was ich an ihr so liebte.

»Ach, was rede ich da?« Sie kratzte sich mit der freien Hand am Kopf, wobei sie sich beinahe selbst die Brille von der Nase stieß. »Hoppla.« Da sie damit wahrscheinlich die Brille meinte, schwieg ich weiter. »Also … am besten sprechen wir nach Geschichte über den Vorfall, in Ordnung?«

Ich nickte. Wortlos. Wahrscheinlich stand ich noch unter Schock, denn mein Unterkiefer fühlte sich wie zugefroren an.

Doch Mrs Kingsley schien das zufriedenzustellen. Nach einem kurzen Nicken nahm sie die Abzweigung in den Gang mit den Biologieräumen.

Damit war ich nun vollkommen allein im Flur.

Dieser verfluchte Mardi-Gras-Brauch! Was hatte ich von diesem Fest meiner Stadt außer Ärger und einer verstrubbelten Frisur? Da fiel mir Moms Haarreif wieder ein. Vor Anspannung wurden meine Fingerspitzen ganz feucht, dennoch gelang es mir, den Reif aus meinen Haaren zu ziehen.

Ich betastete das schwarze Ding vorsichtig. Zerbrochen. Eins meiner liebsten Erinnerungsstücke an meine verstorbene Mom.

Jetzt flossen die Tränen. Ungehindert bahnten sie sich ihren Weg nach draußen, tropften schließlich auf den Haarreif.

Der Wirbelsturm letzten Sommer, der beinahe so stark wie der Hurrikan Katrina im August 2005 gewesen war, hatte mir meine Eltern und unser Haus genommen. Und mit ihnen waren auch alle persönlichen Gegenstände und sämtliche Erinnerungen von mir gerissen worden. Ich selbst hatte nur knapp überlebt. Melinda Lavelle, eine Freundin meiner Mutter aus ihrer Voodoohexengemeinschaft und zudem meine Patentante, hatte mich danach bei sich am Rande der Stadt wohnen lassen. Doch seit ein paar Wochen lebte ich vollkommen allein in der kleinen Hütte im Sumpf. Melinda hatte sich aufgemacht, um »die bösen Mächte in New Orleans aufzuhalten«, was auch immer das zu bedeuten hatte.

Schließlich wischte ich mir energisch über die Augen. Weinen würde ich zu Hause, wenn ich allein war, aber nicht vor den Augen von bösartigen Mitschülern und ihren aktivierten Smartphonecams. Vorsichtig ließ ich die Haarreif-Überreste in meine Schultasche gleiten.

Mit dem tröstlichen Gedanken, dass ich die komplette Pearl-Clique inklusive Marco und seine Skater-Gang in Steckrüben verwandeln konnte, wenn ich wollte, ging ich in mein Klassenzimmer. Steckrüben waren meine Spezialität in der Voodoohexen-Abendschule. Wie Frösche. Genau genommen waren sie deshalb meine Spezialität, weil ich außer diesen beiden keine anderen Zauber auf die Reihe bekam. Ich seufzte und hörte selbst, wie frustriert ich klang. Aber immerhin: Ich arbeitete daran! Mittlerweile hatte ich sogar herausgefunden, dass das gar keine Steckrüben waren, die ich ungewollt wie am laufenden Band produzierte, sondern europäische Zuckerrüben, die man in New Orleans gar nicht kannte. Ihr spitzes Ende und der süßliche Geruch hatten mich darauf gebracht! So kam ich auch auf meinen Plan B im Leben, wenn ich überall sonst versagen sollte: mein eigenes Zucker-Imperium! Ich hatte dazu bereits recherchiert, und nach ersten Hochrechnungen meinerseits sah es gar nicht schlecht für mich aus. Die Zuckerindustrie boomte, und ich konnte jederzeit einsteigen, Kohle scheffeln, und dann würde Carlton-Pearl … ja, was eigentlich? Sich hoffentlich vor Neid spontan selbst entzünden. Oder sich eben, wenn ich mit den Fingern schnipste, in eine Zuckerrübe verwandeln. Dann konnte ich sie anschließend gewinnbringend auf dem Weltmarkt loswerden.

Manche Lösungen im Leben sind doch unerwartet einfach.

 

Den ganzen Tag über hielt ich den Kopf gesenkt, versuchte die Mädchen mit ihren schimmernden Perlenketten zu ignorieren. Die Pearl-Clique ihrerseits tat ihr Bestes, meinen Plan zu vereiteln. Mit einem fast schon peinlichen Topmodel-Gehabe, das sie sich in kommerziellen Castingshows abgeguckt haben mussten, catwalkten sie durch die Flure der Lafayette High und grinsten mich dabei herausfordernd an. Kurz überlegte ich, davon ein Video zu drehen, um sie in zehn Jahren mit dem Material erpressen zu können, aber dafür war ich dann doch zu schlecht drauf. Außerdem hatte mein ehemaliger Psychologe immer gepredigt, dass mein Sarkasmus mir ausreichend half, all meinen Stress abzubauen. Es war keine Gewalt oder kriminelle Energie nötig.

Und die Bio-Sezierstunde, in der Mr Piggles vor unser aller Augen zerschnippelt wurde, trug nicht dazu bei, dass es besser wurde. Vielmehr war ich die ganze Stunde über damit beschäftigt, nicht noch vor dem Mittagessen mein Frühstück wiederzusehen.

Gegen Ende der Geschichtsstunde kam Mr Murphy, unser gut aussehender Mathelehrer mit seinen dunklen, kinnlangen Locken, in die Klasse, um etwas Wichtiges mit Mrs Kingsley zu besprechen, während wir unsere Arbeitsblätter ausfüllten. Alle um mich herum verdrehten die Augen. Jeder wusste, dass Mr Murphy auf Mrs Kingsley stand. Und sie schien nichts dagegen unternehmen zu wollen. Im Gegenteil.

Gerade versuchte sich Mr Murphy lässig am Lehrerpult abzustützen, verfehlte es jedoch und wäre beinahe mit dem Kopf auf die Tischplatte geknallt, wenn ihn Mrs Kingsley nicht im letzten Moment an einem seiner Hosenträger festgehalten hätte.

Hinter mir stöhnte Leoparden-Leo laut auf. Die beiden jungen Lehrer waren alleine für sich genommen schon peinlich genug, beide zusammen kamen einer Naturkatastrophe gleich. Erdbeben, Ebola oder Serenas giftgrüne High Heels waren nichts dagegen. Leider fühlten sie sich auch offensichtlich außerstande, mit ihren Flirtereien wenigstens zu warten, bis sich der Klassenraum geleert hatte.

So arbeiteten sie live weiter daran, ihre Lehrer-Souveränität vor den Schülern zu untergraben. Leider vergaß Mrs Kingsley im Hormontaumel völlig, dass sie eigentlich mit mir nach dem Unterricht verabredet war, und winkte die Klasse nach dem Klingeln einfach so nach draußen. Dieser Vorfall markierte den absoluten Tiefpunkt an diesem Tag. Na gut, den zweiten Tiefpunkt nach der Begegnung mit Mr Piggles.

Halt, nein. Heute war Montag, und damit hatte ich unglücklicherweise noch den Unterricht an der Voodoohexen-Abendschule vor mir.

 

Direkt nach dem Highschool-Unterricht nahm ich den Bus in den Süden der Stadt. Ein eigenes Auto wäre eine Erleichterung gewesen, aber das war absolut nicht drin. Die Voodooschule lag am Rande des Sumpfs in einem riesigen, villenähnlichen Holzhaus an einer alten Obstplantage. Mehrere Schutzzauber verbargen das zweistöckige Gebäude mitsamt seinen Ländereien vor den neugierigen Blicken normaler Menschen ohne Voodoomagie, kurz MoVs genannt. Ja, wir bildeten den Plural nicht ganz korrekt, aber um das zu lernen, ging man auch nicht auf eine Voodoo-Abendschule.

An jedem Montag, Mittwoch und Freitag hatte ich hier von fünf bis acht Uhr abends Unterricht. Die Ausbildung an der Abendschule dauerte vier Jahre und man begann im Herbst nach seinem siebzehnten Geburtstag damit.

Selbstverständlich lehrte man uns dort nur weiße Voodoomagie, keine schwarze.

Meine Patentante Melinda hatte es sich zum Ziel gesetzt, Voodoopriester, Schamanen und Hexenmeister, die schwarze Magie ausübten, aufzuspüren und vor das Bondieu-Tribunal zu stellen. Das Tribunal des höchsten Gottes unseres Glaubens – Bondieu. Darin entschieden Richter über das Schicksal der abtrünnigen schwarzen Voodoohexen.

Da fiel mir ein, ich hatte komplett vergessen, meine Voodoo-Hausarbeit fertigzustellen! Eine Anrufung unserer Loa. Beim heiligen Bondieu! Immer vergaß ich, mit den Geistern zu sprechen!

Beim Voodooglauben verhielt es sich nämlich so: Unser Gott Bondieu war groß, zu groß. Praktisch zu gewaltig, um einfach so zu ihm zu sprechen. Nicht einmal die mächtigsten Voodoopriester, Hexenmeister und Schamanen trauten sich, ihn anzurufen. Doch dazu gab es die Loas. Jedes Kind, das in unserer Gemeinschaft aufwuchs, wurde dazu erzogen, die Loas anzurufen, göttliche Geistwesen, Vermittler sozusagen, die das jeweilige Gebet Bondieu überbrachten. Das Tückische an Loas war allerdings, dass sie sowohl eine gute als auch eine böse Seite hatten, zwei Gesichter sozusagen. Weiß und schwarz. Wohltätigkeit und Zerstörung.

Die Loa unserer Voodoogemeinschaft war Erzulie Freda, Schutz-Loa von New Orleans. Geist von Liebe und Schönheit. Eine mütterliche, wohltätige Loa, die in ihren Träumen die Zukunft sehen konnte.

Ich hielt einen Moment inne, als ich aus dem Bus ausstieg. Der Kragen meines grünen Regencapes kratzte an meinem Hals. Unglücklicherweise hatte Erzulie bisher noch keins meiner Gebete erhört. Sicherlich hatte die Loa dagegen Hope O’Letta, der klassenbesten Voodooschülerin, ein Zeichen gesandt, dass sie erhört wurde. Und ich … na ja. Mittlerweile war es sowieso zu spät. Ich hatte keine Zeit mehr. Wo sollte ich jetzt auf die Schnelle Schokolade oder Silberschmuck herbekommen? Die Opfergaben, die Erzulie am liebsten hatte.

Ich beschleunigte meine Schritte. Inzwischen war es dämmrig geworden im Sumpfgebiet von New Orleans. Wolken hatten sich vor die Sonne geschoben. Aber das machte nichts. Der Sumpf war quasi mein Zuhause. Das Grillengezirpe beruhigte mich eher, als dass es mich ängstigte, während ich den verschlungenen Pfad entlang zur Abendschule hastete.

Wenigstens hatte ich an der Voodooschule eine Freundin. Shannon Blackwood.

Shannon wurde ebenso wie ich in der Voodooschule gehänselt. Der einzige Punkt, den die magische Abendschule mit der absolut nichtmagischen Highschool gemein hatte.

Seit Melinda fort war, ohne dass ich wusste, ob und wann sie zurückkehren würde, war Shannon zu meiner einzigen Vertrauten geworden. Die Einzige, mit der ich reden konnte. Meine Außenseiterrolle an der Voodooschule hatte im Gegensatz zur Highschool leider nichts mit dem Revierverhalten meiner Mitschüler zu tun. Das lag vor allem an meinen unterirdisch schlechten Voodoozaubern.

Bevor ich die Veranda mit der weißen Holztür betrat, die den Eingang zur »New Orleans Night School of Voodoo Magic« markierte, straffte ich die Schultern. Ein Kribbeln lief mir über die Oberarme. Am liebsten wäre ich jetzt nach Hause gerannt und hätte mich unter dem Küchentisch zu einer Kugel zusammengerollt. Selbst nach all den Monaten hasste ich dieses muffige, gruselige Gebäude, das aussah wie eine Filmkulisse aus diesem Kitsch-Streifen »Vom Winde verweht«, immer noch. Madame Laveau, die mächtigste Voodoopriesterin in New Orleans, die diese Schule leitete, war ein riesiger Fan der alten Südstaatenzeit.

Gerade als ich die Verandastufen emporsteigen wollte, fiel mir auf, dass ich in etwas Schleimiges getreten war. Natürlich. Das konnte ja wieder nur mir passieren!

Als ich an mir heruntersah, bemerkte ich, dass mein linker Stiefel in einem Haufen halb verdautem Fleisch steckte. Ausgewürgtes Alligatorfrühstück. Wenn das Schicksal vorgehabt hatte, mich so für Mr Piggles zu entschädigen, dann musste da in der Programmierung irgendwas schiefgelaufen sein. Der Tag konnte für mich nur noch besser werden. Oder? Wenn Hope O’Letta gleich laut mit ihren Mardi-Gras-Perlenketten angab, sicherlich.

So gut es ging, streifte ich den Alligatormagenschleim an einer Ecke der Holztreppe ab. Dann erklomm ich die Veranda und zog am Knauf der alten Holztür, die verärgert knarrte. Fast fühlte ich mich so, als würde ich eins dieser Gruselhäuser in Freizeitparks betreten. Nur, dass ich hier seit vier Monaten die Hexe im Häuschen war und keiner dieser hilflosen MoVs, die sich von so etwas einschüchtern ließen. Ich war hier die Gruselhexe! Ein kleines Lächeln stahl sich auf meine Lippen – das erste an diesem Tag.

Leider verging mir das schnell wieder, denn als Nächstes bemerkte ich, dass der Schulflur verlassen und vollkommen dunkel vor mir lag. Die Deckenleuchten waren ausgeschaltet und auch das Betätigen des Lichtschalters ließ sie nicht zum Leben erwachen. Ganz eindeutig war hier etwas faul. Aber egal. Schließlich war ich eine (halbwegs) fähige Voodoohexe und die Schatten sollten sich besser vor mir fürchten. Energisch reckte ich das Kinn. So ein bisschen Dunkelheit konnte mir nichts anhaben.

Nina MacKay

Über Nina MacKay

Biografie

Nina MacKay, irgendwann in den ausgeflippten 80er-Jahren geboren, arbeitet als Marketingmanagerin (wurde aber auch schon im Wonderwoman-Kostüm im Südwesten Deutschlands gesichtet). Außerhalb ihrer Arbeitszeiten erträumt sie sich eigene Welten und führt imaginäre Interviews mit ihren Romanfiguren....

Veranstaltung
Signierstunde
Samstag, 20. Oktober 2018 in Hanau
Zeit:18:00 Uhr
Ort:Thalia Hanau,
Im Forum 1-5a
63450 Hanau
Im Kalender speichern

Pressestimmen

worldofbooksanddreams.de

»Mit viel Humor, aber auch Gefühl erzählt Nina MacKay diese lustige, spannende und auch magische Geschichte. (…) Ein Buch, das sehr gut zu unterhalten weiß und mit viel Herz erzählt wurde.«

listen-by-lenny.de

»(…) eine dringende Leseempfehlung an Fans von humorvoller Literatur.«

romanticbookfan.de

»Teenie Vodoo Queen ist witzig, mit etwas Herzschmerz, einigen schrägen Charakteren und einer düsteren Bedrohung.«

lieblingsleseplatz.de

»So ein cooles, witziges, actionreiches und spannendes Buch (…).«

loungebooks.de

»Die perfekte Mischung aus Magie, Spannung, Humor und Liebe. Absolut empfehlenswert!«

buchfeeteam.blogspot.de

»Nina MacKay verzaubert uns mit ihrer tollen Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite.«

drakoniasbuecherwelt.blogspot.de

»Ein spannendes und mitreißendes Buch mit einer guten Prise Humor.«

levenyasbuchzeit.de

»Das Buch begeistert mit seinen tollen Charakteren, dem großartigen Humor, der kreativen Idee und dem überraschenden Ende.«

lovelyliciousme.de

»Für alle, die es lieben zu lachen, zu schmunzeln, lauthals loszuprusten und dann wieder Herzschmerz empfinden!«

Kommentare zum Buch

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden